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Sammlung für Schleswig-Holstein.

Der Redaction ist am 21. April folgendes Schreiben zugegangen, dessen vollständigen Abdruck sie nicht verwei­gern mag:

Ich erlaube mir, in Bezug auf einen Artikel in Nr. 11 des von Ihnen redigirten Blattes, Sie um Aufnahme die­ser Zeilen in die morgen erscheinende, oder nlindestens in die nächst folgende Nummer desselben, anzugehen.

Es findet sich in jener eine Warnung an Hr. Murhard, sich vorgewissen Damen" zu hüten, welcheunbefugt" für Schleswig-Holstein sammeln. Erscheint mir nun gleich das, genannten Herrn Betreffende, in jenem Aufsatze, als Ironie und das zwar um so mehr, als, so viel ich weiß, die Thatsache schon ziemlich bekannt ist, daß die Damen, welche Seitens des für Schleswig-Holstein zusam­mengetretenen Comites wirklich an Hr. M. abgeschickt wa­ren, eben so wenig Zugang zu dessen früher oft geäußer­ten, patriotischen Gesinnungen fanden, als diejenigen, welche für arme Bürger seine thätige Theilnahme in Anspruch nehmen wollten, gefunden haben sollen so kann es doch mir eben so wenig, als den übrigen vom Comite zum Einsammeln der menschenfreundlichen Unterstützungen für unsere bedrängten Brüder im Norden ermächtigten Damen, gleichgültig sein, uns und unsern ehrlichen Namen bei Denjenigen durch jenen Artikel Mißdeutungen und Ver­dächtigungen ausgesetzt zu sehen, welche uns nicht genauer kennen, oder aus Unkenntniß der betreffenden Umstande, jene, von mir als ironisch angesehene, Aeußerung vielleicht nicht richtig zu würdigen wissen.

Von dem innigen Wunsche getrieben, die heilige, va­terländische Sache mit unsern, durch ehrenwerthe Männer in Anspruch genommenen Kräften zu unterstützen, haben wir uns nicht gescheut, aus dem engeren, gewohnten Wir­ken des Frauenlebens uns hinaus zu wagen, in unge­wohnte, oft drückende, ja beängstigende Begegnisse, denen zu trotzen die einmal übernommene Pflicht uns zu gebie­ten schien, indem wir dabei auf Gottes Beistand, so wie auf den Schutz, die wohlwollende Beurtheilung aller un­serer gutdenkenden Mitbürger hofften, welchen wir Zart­gefühl genug zutrauen zu dürfen glaubten, um unsere je­tzige, momentane Stellung richtig zu begreifen, gütig zu beurtheilen. Dabei kann es uns aber nicht gleichgültig sein, wenn uns namentlich bei Fremderen die Gefahr droht,

mit Unredlichen verwechselt zu werden, welche, schlecht genug, die schöne Theilnahme für unsere hehre, vaterländische Sache mißbrauchend, für ihren eigenen Beutel sammeln. Ich darf deßhalb wohl mit Recht, in meinem und meiner vom Comite erwählten Gefährtinnen Interesse, von der Billig­keit des geehrten Einsenders des obenerwähnten Artikels erwarten, daß er die dringende Aufforderung, die hiermit an ihn ergeht, nicht unberücksichtigt lassen werde:

diegewissen Damen," deren er erwähnt, öffentlich namhaft zu machen, oder, falls er das nicht vermögte, aus irgend eine sonstige, genügende Weise uns in den Augen der Welt sicher zu stellen, bannt wir, die wir uns durch die Furcht vor sonstigen Unannehmlichkeiten nicht abschrecken ließen, der guten Sache nach Kräften zu dienen, gegen unwürdigen Verdacht, namentlich Den­jenigen gegenüber uns geschützt sehen, welche wie es wohl häufig vorgekommen ist die verzeichneten Be­träge vertrauungsvoll uns überlieferten, ohne uns n ä - her zu kennen oder sich, durch Ansicht der, zu unserer Beglaubigung dem Aufrufe des Comitè's vorgezeichneten Namen der Sammelnden, von der letzteren Berechtigung genauer zu überzeugen.

Cassel, am 20. April 1848.

Eine der vom Schleswig-Holstein- schen Comité zum Sammeln er­mächtigten Damen."

Wir erlauben uns, der Vereinfachung halber für den Verfasser des fraglichen Artikels alsbald das Wort zu neh­men und bemerken: Unter dengewissen Damen" sind lediglich Diejenigen verstanden, welche wie es in dem Artikel ausdrücklich heißt unbefugt d. h. ohne Er­mächtigung des Comitè's , angeblich für Schleswig - Hol­stein, in Wirklichkeit aber für sich selbst, gesammelt haben, und welche in öffentlichen Warnungen an den Straßenecken eben alsgewisse Damen" bezeichnet waren. Namen kön­nen wir nicht veröffentlichen, halten aber auch nicht dafür, daß wegen des fraglichen Artikels irgendMißdeutungen und Verdächtigungen" zu besorgen sind, indem wir ihn sonst nicht ausgenommen haben würden. Der Verfasser desselben gehört unzweifelhaft zu dengutdenkenden Mit­bürgern" und erkennt sicher die schöne Bereitwilligkeit un­serer schönen Mitbürgerinnen in der Schleswig-Holsteinschen Angelegenheit freudig und mitZartgefühl" an, wie er auch mit uns in die Bitte einstimmen wird, sich durch kei­nerlei unangenehme Erfahrungen, Alte-Geizhals -Gesichter rc. rc. im Eifer für die gute Sache entmutigen und abschre,cken zu lassen. Beharrlichkeit führt zum Ziel! d. R.