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gelnen Bestimmungen durch andere ersetzen lassen. Hierbei muß sie aber mit vieler Umsicht erwägen, ob die Abände­rungen, Zusätze oder Weglassungen mit dem übrigen Inhalte des Gesetzes im Einklänge stehen und wenn dieß nicht der Fall sein sollte, die Ständeversammlung ausmerksam dar­aus machen, oder den Entwurf ganz wieder umarbeiten laffen.

Auf diese Art wird viel Zeit und Arbeit, mithin auch Geld, erspart und die Gesetze werden doch vollkommener, abgerundeter, verständlicher und zur Anwendung geeigneter werden. — " —

Landtag.

Die Casselsche Allgemeine Zeitung enthält folgende An­frage: „Voraussichtlich sind mehrere Mitglieder unserer Ständeversammlung in das deutsche Parlament gewählt wor­den. Rücken, während dieselben in Frankfurt tagen, ihre Stellvertreter in unsere Ständeversammlung ein, oder sind an ihrer Statt neue Deputirte zu wählen?" Wir sind der Meinung, daß nach §.68. der Verfassungs - Urkunde das erstere eintreten muß, da es sich nur um den Fall „einer- längeren Verhinderung" handelt; allein wir können hierbei nicht unterlassen, auf den Umstand aufmerksam zu machen, daß die tüchtigsten Arbeitskräfte nach Frankfurt abgehen werden, und daß es daher int Interesse des Landes drin­gend wünschenswerth wäre, wenn nicht bloß die Personen, sondern auch die Fähigkeiten und Kräfte ersetzt würden, und zwar um so mehr, als ohnehin die gegenwärtige Versamm­lung keinen Ueberfluß an arbeitsfähigen Männern aufzu­weisen hat, wohl aber die belangreichsten Arbeiten erledigen *

muß. Vielleicht mögte es daher mit Dank anzuerkennen sein, wenn ein Stellvertreter, der sich nicht sicher dünkt, genügenden Ersatz leisten zu können, freiwillig ausschiede und eine neue Wahl veranlaßte.

Tagesereignisse.

Cassel, am 25. April. Gestern Abend wurde wie­derholt versucht, gegen den Commandeur der hiesigen Bür­gergarde, Herrn Seidler, eine mißliebige Demonstration zu richten. Als Veranlassung wird die Art und Weise, wie Herr Seidler den Austausch von Gewehren bewerkstelligt habe, angegeben. Wir begreifen aber nicht, wie man sich wegen einer solchen Geringfügigkeit zu solchen Hand­

lungen bewogen lassen mogte, zu Handlungen gegen einen Mann , der sich durch seine entschlossene, beson­nene und unermüdliche Thätigkeit das größeste Verdienst um unsere Stadt und um das ganze Land erworben hat. Es mag ja sein, daß der Waffenaustausch auch in anderer und vielleicht in angemessenerer Weise hätte bewerkstelligt werden können; aber ist denn das ein Grund, auf ein Mal alle Verdienste und alle tausendfachen Mühen außer Acht zu lassen, und eine Haltung gegen den lang bewährten Führer und Mitbürger anzunehmen, als sei er der ärgste Feind der Freiheit und des Volkswohls? Glaubt man Klage gegen ihn erheben zu müssen, warum führt man sie nicht durch ruhige Vorstellung in Wort oder Schrift? Ist das die rechte Frei­heit, ist das Bürgersinn voll Edelmuth und Selbstbewußt­sein, daß man Männer, die einmal int Drange der Ver­hältnisse das Richtige nicht getroffen haben sollen, ohne Weiteres wie Leute behandelt, die zu den Feinden der Frei­heit gezählt werden? Liebe Mitbürger! lassen wir uns doch durch Diejenigen nicht irre leiten, die jeden Anlaß begierig ausbeuten, um Hader und Zwiespalt zu verbreiten und so unsere Kraft zu lähmen; halten wir zu einander, damit wir die Ordnung und Einigkeit bewahren, ohne welche auch daß beste Bestreben erfolglos bleiben muß, dulden wir nicht, daß man in Ungebühr gegen unsere trefflichsten Männer verfährt, seien wir versöhnlich, und vor Allem, seien wir wachsam!

Ueber die Wahlen zur deutschen National-Versamm­lung sind uns folgende Nachrichten geworden: Im Wahl­bezirk Efchwege tc. ist Bibliothekar Dr. Bernhardi dahier mit 6345 Stimmen gewählt worden, im Bezirk Melsungen je. Fabrikant Phil. Schwarzenberg mit 4434 Stimmen (von 9071), im Bezirk Ziegenhain rc. Oberjustizrath Cny- rint zu Frankfurt mit 3916 Stimmen (von 9585), im Bezirk Hersfeld rc. Gymnasiallehrer Jacobi zu Hersfeld mit 5198 Stimmen (von 11066), int Bezirk Fulda Oberge­richtsrath Werthmüller mit 4743 Stimmen (von 8779), im Bezirk Hanau Oberbürgermeister Rühl mit 9877 Stim­men (von 11633) und im Bezirk Hofgeismar, Rinteln rc. Regierungsrath Wippermann mit 9431 Stimmen. Derselbe hat auch im 11. Bezirk die meisten Stimmen erhalten. Eben so hat Bernhardi int Wahlbezirk Fritzlar die Mehr­heit der Stimmen bekommen, so daß zwei Wahlen wieder­holt werden müssen.