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Herr nicht mitbauet, da arbeiten umsonst, die da bauen." Er selbst — erklärte der Redner — glaube wie Franklin fest an diesen Satz, und schlage vor und bitte den Prâ- sidenlen, Alle die mit ihm und Franklin übereinstimmten, auftufordern, dies durch Aufstehen auszusprechen und an­zuerkennen. Dies geschah und die ganze Versammlung er- ihob sich von ihren Sitzen. Dann kam von Struve und nahm für sich und seine „Gesinnungsgenossen" das Wort. Er erklärte, es handele sich um einen „Antrag," der sich zwar an den §. des Siebener-Programms anschließe, aber eine weit größere Ausdehnung besitze. Und in der That enthält dann auch der Antrag nicht Weniger als das ganze politische und sociale Glaubensbekenntniß der radikalen-re­publikanischen Partei: „1) Aushebung der stehenden Sol- Latenheere k. 2) Aufhebung der stehenden Heere von Beamten und Ersetzung desselben durch eine wohlfeile Re­gierung, welche aus freigewählten Volksmännern besteht. 3) Abschaffung der stehenden Heere von Abgaben, welche an dem Marke des Volkes zehren rc. 4) Abschaffung aller Vorrechte, welchen Namen dieselben tragen mögen, ins Be­sondere des Adels, der Privilegien des Reichthums (Census), der bevorzugren Gerichtsstände rc. rc." Von den ferneren Punkten hebe ich noch folgende als besonders charakteristisch hervor: 11) Beseitigung des Nothstandes der arbeitenden Klassen lind des Mittelstandes rc. wozu die „bisherigen ungeheuren Civil- listen, Avpanagen, die unverdienten und zu hohen Besol­dungen und Pensionen, die mannigfaltigen Stiftungen und die jetzt brach liegenden Besitzungen vieler Körperschaften, sowie die Domänen des Landes reiche Mittel bieten. 12) Ausgleichung des Mißverhältnisses zwischen Arbeit und Capital rc. 13) Abschaffung der tausendfältig unter ein­ander abweichenden Gesetze des Privatrechts, Strafrechts rc. rc. 13) Aufhebung der Zerrissenheit Deutschlands und Herstellung der Eintheilung in Reichskreise mit billiger Berücksichtigung der Zeitverhältnisse. 15) Aufhebung der erblichen Monarchie und Ersetzung derselben durch freige- wählte Parlamente, an deren Spitze freigewählte Präsiden­ten stehen, alle vereint in der förderativen Bundesverfassung nach dem Muster der nordamerikanischen." — Dies sind die Hauptpunkte, deren „Anerkennung" Struve verlangte. WaS den letzten Punkt anbetrifft, so findet derselbe in dem heute auf allen Straßen ausgetheilten Programm der „deut­schen Zeitung" (im Gegensatz zur „deutschen Zeitung") einige nähere Erläuterungen. „Wir wollen eine Bundes­

republik," heißt es darin, „deren Glieder vorläufig recht wohl aus einer Mischung von republikanischen und monar- chisch-constitutionellen Gemeinwesen bestehen könnten, indem wir cs der Kraft der Idee und der Zeit überlassen, welches politische System die Oberhand erhält. Wir sehen ferner das deutsche Parlament, das definitive wie das provisorische, als die gesetzgebende — nur als die gesetzgebende Ge­walt Deutschlands an, und fordern für die Spitze der aus­übenden einen Land ob mann von Deutschland, wel­cher vom ganzen deutschen Volke und aus dem ganzen deutschen Volke ohne Rücksicht auf die jetzt bestehenden Staaten auf die Dauer von zwei Jahren gewählt wird und dem ein Statthalter als Vice -Landobmann zur Seite steht, mit der Bestimmung, daß dieser letzte nach Ablauf der zwei Jahre, ohne weitere Wahl, in die Stelle des Landobmanns vorrückt, indem ein neuer Statthalter gewählt wird." — Zum Bundesoberhaupte soll also „jeder deutsche Bürger" gewählt werden können und da diese Wahl vom „ganzen deutschen Volke selbst" vorgenommen werden soll, so er­warten und nehmen die Herren Struve und Hecker an, daß dasselbe „jeder Zeit einen der Männer wählen werde, deren Namen dem Volke mit Recht bekannt und theuer sind." Ich enthalte mich aller Bemerkungen über diese Stellen; eben so lasse ich natürlich dahin gestellt sein, welche Männer wohl zunächst vom deutschen Volke zum Obmann und zum Statthalter gewählt werden mögten, ob­wohl die „Kinder" vor der Wohnung der Herren Hecker und von Struve sich deutlich darüber ausgesprochen haben sollen; ich bemerke nur noch, welchen Potentaten die „deutsche Volkszeitung" eventuell zum deutschen Kaiser vorschlägt. „Sollte aber", heißt eo am Ende des Vorläufers, „unsern Wünschen entgegen, ein deutscher Kaiser für den Augenblick unvermeidlich sein, so schlagen wir unmaßgeblich vor, daß der Herr Hofrath Gervinus zu dieser erhabenen Würde er­wählt werde, weil wir überzeugt sind, daß er vielleicht an­dere, aber sicher eben so viel dumme Streiche machen wird, wie der König von Preußen." —

(Fortsetzung folgt.)

Landtag.

In der Sitzung Dem 8. April wurde von den Herren Kaiser und Bredemeier die Vorlegung eines Gesetzes in Betreff der Lehns- und Meier-Verhältnisse in Erinnerung gebracht. Dann übergab der Deputirte Schwarzenberg meh-