vielte ix Auftrage des Professors Bertheau füge ich noch hinzu, daß die Angabe hinsichlich seiner in der Beilage zu Nr. 2. der neuen hessischen Zeitung nicht richtig ist; er hat in seiner Ansprache an die Studirenden nicht die Worte gebraucht, „er werde mitzichen, wenn die Studenten fortzögen," sondern nur gesagt: „Meine Herren, wir (Senat der Universität und Studirende) stehen zusammen und fallen zusammen," was nach dem Ausspruche des re. Bertheau um so weniger den in jenen Worten enthaltenen Sinn haben kann, als es bei dem Dienstnerus der Professoren nicht von der Willkühr der Einzelnen abhange, zu bleiben oder fortzuziehen, und da man nicht annehmen dürfe, daß er sein Bleiben oder Nichtbleiben lediglich auf den Willen der Studirenden habe verstellen wollen. E.
Anfrage», Nügen und Wunsche.
Das hiesige Lombard, das einzige Pfandleihhaus in Althessen, nimmt bei allen Vorschüssen unter 50 Thalern den enormen Zins von 1 Heller wöchentlich für den Thaler, also mehr als 13 Thaler jährlich vom Hundert. Daneben muß noch ein Zählgeld von etwa 3 Procent ge
zahlt werden. Dies erscheint uni so unbilliger und für bis Armuth um so drückender, als allen Privaten das „Leihen auf Pfänder gegen Wochen- und Hellerzins" bei Zuchthausstrafe verboten ist. Das Lombard ist daher keine Wohlthat, sondern eine privilegirte Bedrückungsanstalt für die Armuth und eine scheinheilige Bereicherungsanstalt für die Actionäre. Es muß dringend gewünscht werden, daß dieß vom Schweiß und Blut der bittersten Armuth zehrende Privileg baldigst aufhöre, oder die Anstalt eine zeitgemäße Veränderung erfahre. St.
Briefkasten und Briefwechsel.
Fr. St. macht darauf aufmerksam, daß der in Folge der bewilligten Ammnestie and langjähriger Haft entlassene Dr. Eichelberger von Marburg „ohne Familie, ohne Freunde, ohne Vermögen, der größten Unterstützung bedürftig und des thätigsten Mitleids werth in die Welt zu- rückgekehrt sei" rind bittet um Eröffnung einer Sammlung zur Unterstützung. Wir sind zur Annahme und Beforve- runz von Beiträgen gern bereit.
Von N. N. soll berücksichtigt werden.
Redakteur Fr. Oetker. — Druck und Verlag von Theodor Fischer in Cassel.