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Hessische Zeitung.

jyo T. Sonnabend, den 18. März. 18-1S.

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Erwartungen.

Es ist vielfach der Wunsch und die Erwartung laut geworden, daß von Seiten der neuen Minister und von der Ständeversammlung baldigst ein beruhigender und er­mahnender Erlaß an das Volk ergehen möge; namentlich hat H. in Nr. 76 der Kasselschen Allgemeinen Zeitung die Erwartung ausgesprochen, daß von den neu berufenen Mi­nisternin aller Kürze... ein ernstes, offenes, beschwichtigen­des Wort" erfolgen werde. Ich kann mich diesen Wünschen und Hoffnungen nur anschließen; allein ich halte nicht da­für, daß bloße Worte ausreichen, es muß vielmehr sofort mit Thaten geredet werden, es muß Etwas geschehen, was auch dem schlichten Bürger- und Bauersmanne verständ­lich, faßlich und auf den ersten Anblick nützlich er­scheint, was geeignet ist, Vertrauen zu wecken und zu fe­stigen. Die erfolgten landesherrlichen Zusagen und Zuge­ständnisse, sind größesten Theils von der Art, daß sie nicht in wenigen Tagen und Wochen ins Leben gerufen werden können; es werden Monden, ja vielleicht Jahre darüber hingehen, ehe die neuen Einrichtungen überall zur Wirklich­keit und ihre segensreichen Folgen allenthalben sichtbar ge­worden sein werden. Und in kurzer Zeit kann sich Viel ändern. Es kommt daher augenblicklich darauf an, die allgemeinen Zusagen bestimmter und specieller zu fassen, die wesentlich leitenden Gesichtspunkte festzustellen und vor allen Dingen eine Frist zu bestimmen, binnen welcher die neuen Gesetze unfehlbar erscheinen und in Kraft gesetzt sein müssen. Dabei sind auch noch viele Wünsche und Hoffnungen, theils gar nicht ausgesprochen, theils nur im Allgemeinen ange­deutet und nur in sofern bei den verkündigten Zusicherun­gen berücksichtigt worden, als überhaupt dieBeförderung

der allgemeinen Landeswohlfahrt .... auf jede vernünftige, rechtlich statthafte Art" vom Kurfürsten huldvoll verheißen worden ist. Gerade diese Wünsche und Erwartungen aber sind es, welche dem gemeinen Mann hauptsächlich am Her­zen liegen und ihn leicht mit Unzufriedenheit und Miß­trauen erfüllen oder wohl gar zu ungefetzlichen Schritten verleiten, wenn er sie unberücksichtigt oder in Vergessenheit gerathen glaubt. Ich erinnere beispielsweise nur an die endlosen Klagen über die gehemmte Wirksamkeit der Lan­des-Creditkaffe, über die vielfachen Beschränkungen der Ab- lösungsbefugniß, z. B. in Betreff der Zehnt-Pfennigsgelder und der auf dem Meierverbande beruhenden Abgaben k., über die Lehns- und Meierverhältniffe überhaupt, über die Polizei-Plackereien in Städten und auf dem Lande, über die unglaublichsten, unverantwortlichsten Hemmnisse bei Neu­bauten oder baulichen Aenderungen, über die himmelschreien­den Mißstände in Betreff der Wildschäden rc. rc. Alle diese Uebelstände und noch viele, viele andere müssen schleu­nige Abhülfe finden, wenn Diejenigen, welche auf unmit­telbare und handgreifliche Erfolge sehen, beruhigt werden sollen. Die Nachrichten und Eilboten aus den standesherr- lichen Gebieten rc. liefern den Beleg, daß dort und anderswo Vieles geschehen muß, wenn Schlimmes vermieden werden soll. Meiner schon früher ausgesprochenen Ansicht nach, muß daher die Ständeversammlung sofort alle bisher lautgewordenen und in den nächsten Tagen noch lautwer­denden Wünsche, soweit sie solche zu den ihrigen machen will, vollständig zusammenfassen und durch möglichst be­stimmte, ins Einzelne gehende Normirung feststellen und dieselben hierauf der Staatsregierung dringend zur unbe­dingten Gewährung und Sanction empfehlen, damit unver­züglich eine förmliche Verkündigung der Verein-