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tilgen viele Mäuse; da sie aber auch junge Hühner, Tauben, junge Hasen, Rebhühner rc. stoßen (z. B. die Gabelweihe sMilan, falco milvus]), so wol­len wir.ihnen daS Wort nicht reden; andere verur­sachen weit mehr Schaden als Nutze«, deshalb soll man sie nachdrücklich verfolgen. Das sei der Fall- bei dem mordlustigen Habicht (Hühnergeier, fal- -eo palumbarius), dem erklärten Feind der Tauben, Hühner, Enten, Fasanen und aller möglichen klei­nen Vögel; daS sei ferner der Fall bei dem Sper­ber (falco nisus), der ebenwohl die nützlichen Sing­vögel, wie die verschiedenen Grasmückensrten, die Ammern, Finken, Staare, Amseln, Drosseln fängt und dessen größeres und stärkeres Weibchen Laube«, Rebhühner, junge, zuweilen selbst ältere, Hauehüh­ner stößt, und bei dem Ed elsalk (falco peregri- nus), der niemals Saugethiere, wohl aber Tauben, Feldhühner, Arier- und Birkhühner rc. fängt.

Am meisten versündigt wird sich an den Nacht­raubvögeln. Wo man einer armen Eule hab­haft werden kann, da wird sie ohne Barmherzigkeit getödtet; und eö gibt doch kein Geschlecht unter den Raubvögeln, das so eifrig und nachdrücklich an^Ver- minderung der Mäuse arbeitet, wie die Ersten, welche die Natur, indem sie ihnen den sanften, »«hörbaren Flug verlieh, so recht dazu geeigenschaftet hat, die zur. Nachtzeit vorzugsweise geschäftigen Mäuse zu erhäschen. Es ist besonders die Schleiereule (st,,yx flammen), die nicht genug in Schutz genom­men werden kann. Wenn die Schleiereule bei Tag auf die Mausejagd fliegen könnte, dann würde man sich durch den Augenschein davon überzeugen, wie groß die Masse der von ihr gefangenen Mäuse ist. Man würde sie schätzen und ehren, wie die alten Legipter den Vogel Ibis. Hat sie Junge, so bringt sie diesen alle 12 — 15 Minuten eine Maus. Un­tersucht einmal das Gewölle einer Schleiereule (die von ihr ausgespieenen Haarballen) an ihrem Auf­

enthaltsorte und ihr werdet mit Verwunderung wahr« nehmen, wie ein einziger Ballen 4 bis 7 Mäuse- skelette enthält. Man hört hin und wieder, die Schleier?»^ fresse die Taubeneier. Das ist eine lap­pische Behauptung. Es gibt Taubenschlage genug, auf denen Schleiereulen zwischen den Tauben woh­nen (das war z. B. der Fall auf dem Taubenschlag deS Herrn von Tessin zu Kirchberg bei Tübingen), aber nie geht eine solche weder Tauben noch Tau­beneier an; sie schützt dieselben vielmehr, indem sie Ratten und Wiese! wegfangr.

Wir brauchen die Eulen nicht einzeln namhaft zu machen; sie sind sammt und sonders nützlich und müssen darum geschützt und geschont werden. Nur eure ist dem Wildstand schädlich, da sie Hasen und Rehe anfällt, das ist der Uhu (stryx bubo), die größte und stärkste Eule in unseren Gegenden.

Auch die Vögel auS der Ordnung der krähen- artigen müssen gegen die gewöhnlichen Verfolgun­gen in Schutz genommen werden; so die Saat­krähe (corvus frugilegus); .^rol)l thut sie zuweilen an den keimenden Saaten einigen Schaden, doch nur, wenn sie keine thierische Nahrung, ihre Haupt­kost, findet, und diesen Schaden macht sie dadurch, daß sie eine Unzahl von Engerlinge«, Schnecken Insekten, Mäusen vernichtet, bald wieder gut.

Dasselbe gilt von der überaus nützlichen Dohle (corvus monedula).

Was den Kolkraben (corvus corax), den gemeinen Rabe« (corvus corone), die Elster (corvus piea) anlangt, so sind auch diese eifrige Vercilger von Mäusen und anderem Ungeziefer; leider! vernichten sie aber eine Menge Nester der nützlichen kleinen Vögel; zudem geht der Kolkrabe junge und, wie man sagt, in Gemeinschaft mit andern seines Glei­chen selbst alte Hasen an.

(Schluß folgt.)

Gedruckt und verlegt in der Buchdruckerei des vereinigten evangel. Waisenhauses.