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zenseinde vorhanden. D i e Zahl der vorhan­denen Maul würfe steht immer im richti­gen Verhältnisse zum vorhandenen Erd­gewürm. Sind einmal im Vergleich zum Unge­ziefer zu viete Maulwürfe vorhanden, so vertilgen sich diese untereinander oder wandern aus. In Gär­ten darf man freilich die Maulwürfe nicht überhand nehmen lassen; ebensowenig auf Kunstwiesen, wäh­rend sie trocken stehen. Auf dem Feld aber und auf anderen Wiesen thun sie niemals Schaden. Auf letzteren ebne man die Haufen und lasse die Maul­würfe ruhig gewähren. Wir haben im Herbst des Jahres t85t gesehen, wie Maulwürfe das Stück­chen Roggen eines armen Mannes, das von Regen- würmern angegriffen war, retteten. Die dichte Rog- gensaat verdünnte sich mehr und mehr. Regenwür­mer fraßen die Wurzeln ab und zogen die Pflanzen in den Boden hinein. Plötzlich waren Maulwürfe auf dem Feld und der Eigenthümer dachte, daß nun Alles erst recht verloren sei. In kurzer Frist waren aber die Würmer verschwunden. Die schon gänzlich verloren gegebene Saat erholte sich wieder und konnte ungehindert und lustig fortwachsen.

So hat die Natur immer die beste und sicherste Hülfe gegen Kalamitäten, die sie geschickt hat. Sie allein kann auch in kürzester Frist die großen Mäuse, schwärme vernichten, die sich vielerwärts — eine na­türliche Folge der anhaltend trockenen Witterung — eingestellt haben. Alles, was der Landwirth in die­ser Beziehung thut, bleibt Stückwerk und führt nicht zum Ziel, wenn das Uebel einmal überhand genvm- , men hat, wenn's zur Landplage geworden ist. Oft werden ganze Gemarkungen so zu sagen über Nacht von der Masse der vorhandenen Mäuse befreit. Man sagt dann, sie seien einer Seuche erlegen. Eö ist dies möglich; man weiß es noch nicht gewiß. Je- denfallö kann aber der Landmann viel dazu beitra­gen, daß Mausefraß nicht zur Landplage wird, wenn er die treuen Bundesgenossen, die ihm die Natur zur Vertilgung der Mäuse zugesellt, mehr östimirt,

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als dies bis jetzt geschieht. . Leider ist in seinen Au< gen jeder Tag- und Nachtvogel ein schädliches Thier. Es wird nur zu oft im Uuverstand und im blinden Eifer verfolgt! Dem Einsender dieses blutet allemal das Herz, wenn er auf einen Hof kommt und dort die nützlichsten Raubvögel, wie Eulen, Bussarde rc., ein trauriges Zeichen des Unverstandes und der Un- wissenheit, an die Scheunenthore angenagelt sieht. So schonet doch im eigenen Interesse die Vögel, dir euch eure .Felder und Wiesen von Ungeziefer aller Art, namentlich aber von Mäusen säubern! Viel­leicht sind Vielen diejenigen Raubvögel nicht genauer bekannt, welche als entschiedene Feinde und Vertil- ger der Feldmäuse rc in Betracht kommen. Da aber eine möglichst genaue Kenntniß dieser Thiere, um sie schonen zu können, erforderlich ist, so be­schreiben wir sie genauer im Nachstehenden:

1) Der Mäusebussard (falco buteo), Mäuse- salk, Bussard. Eö ist dies jener bei uns ziemlich gemeine Raubvogel, der sich durch seinen schön schwe­benden Flug auszeichnet und dabei hoch in der Lust seinen katzenartigen, gedehnten, wie „hiäh, hiäh!' lautenden Ruf erschallen läßt. Die Schäfte der Schwung- ».Schwanzfedern sind weiß; der Schwanz hat 10 bis 14 dunkele Querbin den, im Uebrigeu ist seine Farbe sehr verschieden, bald einfach braun, bald oben braun, unten weiß gefleckt, bald ganz weiß oder weißgelb, mit mehr oder minier braunen Flek- ken. Der Mittelfuß ist nur vorn bis zur Mitte be­fiedert; die Füße sind gelb, der Schnabel an der Wurzel blauhornfarbig, vorne scbwarzhornfarbig, Der ganze Vogel ist 23 bis 24 Zoll lang.

Er frißt Mäuse, Ratten, Reitmäuse, auch Maul­würfe, Schlangen, namentlich auch tie giftigen Ot­tern, Frösche, Kröten/Regenwürmer, Insekten; aber keine Hühner, keine Tauben, keine Hasen und Reb­hühner; sollte dies doch einmal vorkommen, so ist'» eine seltene Ausnahme. Dieser überaus nützliche Vogel verdient also die höchste Schonung.

(Fortsetzung folgt.),

i des vereinigten evangel. Waisenhauses.