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Gemeinnützige Nachrichten.
Achtzehnter Jahresbericht
der
AugenHilanßNlt zu DurmstE und der damit verbundenen operativen Klinik von dem leitenden Arzt derselben
Dr. Küchler.
Im Jahre 1856 sind laut offen liegendem Namens- Verzeichnisse 252 selbst ständige Operationen in dieser Anstalt ausgeführt worden, ohne Berechnung der AuSziehung fremder Körper und aller Hülfe der niederen Wundarzneikunde. Die betreffenden Kranken kamen auS 108 Hessischen und 12 auswärtigen deutschen und einer fremden Gemeinde. Die seither ununterbrochen wachsende Thätigkeit dieser vorzugsweise operativen Anstalt hat bauliche Erweiterungen im Sommer 1856 dringend nothwendig gemacht. In ihrer jetzigen Ausdehnung hat die Anstalt 6 Krankenpflegezimmer, 3 solche für die Verwaltung, 3 Räume für die Klinik, dazu 14 Betten, welche gewöhnlich durch 2 Wärterinnen, beaufsichtigt durch den Oberkrankenwärter und den Unterzeichneten, besorgt werden. Alle Einrichtungen sind verbessert und vervollständigt worden i durch die größere Räumlichkeit ist eine immer zweckmäßigere Scheidung deö Krankenperfvnals möglich geworden. Während in der Verwaltung die Verbesserung fortschreitet, sind die früheren billigen Grundsätze für die Pflegvergu- tung aufrecht gehalten und in besonderen gedruckten Formularen festgesetzt worden. An außerordentlichen Geschenken, deren Werth den armen Pfleglingen der Anstalt zu gut kam, hat dieselbe empfangen von Fr. G. v. X. eine werthvolle Uhr; deSgl. mehrere andere Geschenke im Werth von I , 2 und 8 ff. Die Anstalt hat seit ihrem mehr als 21jährigen Bestehen den Zweck und die Bestimmung nie verändert, sie ist aber durch ihre vermehrte Wirksamkeit mehr in den Stand gesetzt worden, eine, wenn auch kleine wissenschaftliche Ausbeute zu liefern. Sie wird darum fortfahren, wie in dem letztverflossenen Jahr, durch einen genaueren wissenschaftlichen Rechenschaftsbericht den Aerzten nähere Kenntniß von den Leistungen der Anstalt zu geben (s. deutsche Klinik zu Berlin 1856. Nr. 35). Wir beschränken unS deshalb hier darauf, einige der wichtigsten Leistungen im Jahre 1856 anzuführen, wie folgt: t) der Operation
d eS grauen Sta a rs wurden unterzogen 42 Fälle, davon geheilt 25 (21 durch Staarausziehung, 1 durch Umlegung von der Seite, 3 durch lineare AuSziehung), gebessert wurden 6, bis jetzt ungeheilt blieben 11 Fälle. 6 weitere Staaroperationen geschahen gelegentlich anderer Augenoperationen. 2) D e r Operation der künstlichen Pupille wurden unterzogen 14 Falle, großentheilS unter den ungünstigsten Umständen, davon geheilt 3 , gebessert 6, ungeheilt 5 (davon nur 2 ohne Herstellung der Pupille). 3) Der Operation des Staphy- lomö der Hornhaut wurden unterzogen7Fälle, geheilt 6, ohne Nachricht 1, 2 Restanten auö 1855 geheilt. 4) Der Operation der Thränenfistel unterzogen 12 Fälle, geheilt 6, in Heilnng 3, ohne Nachricht 3, Rezidiv aus früheren Jahren 2 Falle. 5) Durch Operation b e s S ch i e I e n S wurden geheilt 20 Fälle. 6) Durch di e Zirkumzifion des Augapfels mit und ohne Beigebrauch me- dikameniöfer Behandlung wurden behandelt 89 Falle, davon geheilt 61, gebessert oder in Heilung 18, ohne Nachricht 10. 7) D i e übrigen Fälle von Auge n o p e r a t i v n e n , als Eiterauge, Ausschneiden und Abschälen der Hornhautoberfläche, Ausschneiden der vergrößerten Bindehautfalten, Einwärtswendung und AuSwärtswendung der Augenlieder, Flügelfell, Einlegung künstlicher Augen (4 Fälle), Regenbogenhautvorfälle ic. finden anderwärts nähere Beachtung. 8) Bon Geschwülsten aller Art durch Ausrottung geheilt 25 Fälle, als: Geschwülste der Augenhöhle 4, Gefäßgeschwülste 4, Eystosarkome 3, tiefliegende Drüsengeschwülste 2, Fleischbruch 1, sonst Balggeschwülste, Hagelkörner, Knorbelgeschwulst u. s. w. 9) Durch Sebnenschnitt entfernt vom Auge geheilt 8 Fälle. 10) D u r ch Resektion des Fersenbeins geheilt I Fall. 11) Andere Operationen wurden ausgeführt, an gespaltener Lippe (3 Fälle), gespaltenem Gaumen , Polypen an verschiedenen Gegenden deö Körpers, schwerer Verwundung, Knochenbrand (3 Fälle). 12) In der mit der Anstalt verbundenen o p h t h a l m o l o g i sch e n Klinik wurden außerdem, soweit die Hauptbücher durch Führung genauer Krankengeschichten nachweisen, gegen 600 Falle behandelt und der großen Mehrzahl nach geheilt. Dr. Küchler.
NB. Die Personalkontrole über alle diese Falle steht jedem, den es interessirt, zur Einsicht offen, und ist unabhängig von derjenigen für das Land- krankenhaus.