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Gemeinnützige Nachrichten.
Von der Mistjauche.
Unter allen Dungstoffen, welche Dir zu Gebote stehen, ist gute Mistjauche einer der am schnellsten und kräftigsten wirkenden. Sie wirkt aber um deswillen so rasch, weil sie sehr viele der besten PflanzennahrungSstoffe in aufgelöstem Zustand enthält, weshalb diese auch sofort von den Pflanzen ausgenommen und verwendet werden können. Dieses eben, daß sie den Wanzen alsbald Nahrung spendet, hat sie vor dem Mist voraus , der erst im feuchten Boden langsam verwesend und sich zersetzend allmälig Pstanzennahrung auS sich entwickelt. Sie gewährt also den nicht genug zu schätzenden Bortheil eines schnellen Umlaufs des Düngerkapitals.
Wenn Du Jauche, die viel frischen Urin enthalt, wie er eben aus den Ställen läuft, mit Pflanzen in Berührung bringst, z. B. auf Grasboden gießest, so verbrennen sie; das Gras wird roth, stirbt ab. Das kommt von den scharfen Salzen, welche sich bei der sofortigen. Zersetzung der frischen Jauche in zu großer Menge auf einmal entwickeln und die feinen Würzelchen schnell tobten. Willst Du daher Deine Saaten mit reiner, frischer Jauche düngen, fn mußt Du ihr das Zwei. bis Dreifache an Wasser zusetzen. Wirst aber wohl selten einmal — nur etwa bei anhaltend trockenem Wetter — ungewässerte, reine Jauche haben; in Euere Misthaufen und Jauchelöcher laust in der Regel mehr Regenwasser alö gut ist. Habt Ihr aber wirklich zweckmäßig eingerichtete Düngerstätten und Jauchebehalter, in die wenigstens nicht allzuviel Negenwasser einströmen und die Jauche nicht über's Maß verdünnen kann, so läßt sie in diesen erst so lange gähren, bis fein Schaum, keine Bläschen mehr'auf chr wahrnehm, bar sind. Bon solcher Jauche könnt Ihr auf die Quadradruthe getrost 8 Maß bringen, besonders Wenns feuchtes Wetter ist; aber so stark wird sie wohl nur sehr selten einmal angewendet und eö wirkt auch schon die Hälfte, ja ein noch weit geringeres Quantum, namentlich wenn sie als Beidüngung gegeben wird. Freilich bis die Jauche den Zeitpunkt erreicht hat, wo sie nicht mehr schäumt und zahm geworden ist, hat sich ein gut Theilchen eines gar werthvollen Stoffes (Ammoniak, kohlensaures Ammoniak), der sie erst recht zum wirksamen Dünger macht, von ihr getrennt; er entfloh als ein luftförmiger, nicht mit den Augen wahrnehmbarer Körper. Aber Ihr kennt .ihn zu einem großen Theile festbannen, wenn Ihr der Jauche fleißig Gypö oder Humusboden zusetzt, oder, noch besser, wie's die Bauern auf dem Schwarzwald und in der Schweiz machen, Eisenvitriol, von dem Ihr eitweilig in Wasser auflöst und in die Jauche, un
ter Umrühren derselben, schüttet. Das sind ®e< fanzenwarter, die den kostbaren Flüchtling im Gewahrsam halten. Wer aber diese Mittel nicht anwenden mag, der schützt sich vor Verlusten am aller- sichersten, wenn er die Jauche stets so frisch als möglich auffährt, aber dann auf's leere Feld. Mit der Jauche verhalt sich'S, wie mit dem Mist. Der Mist enthält ganz frisch, so wie er eben auS dem Stalle kommt, die größte Menge von Material zu Pflanzennahrung; eine Vermehrung dieses durch irgend eine Aufbcwahrungsweise ist ein Ding der Unmöglichkeit. Auf der Miststätte, selbst des sorgsamsten Wirchs, sind Verluste an düngenden Stoffen unausbleiblich. Darum den Mist immer hübsch frisch hiüauSgefahren! Laßt nur den einzigen Entschuldigungsgrund gelten, wenn Ihr bei schlechtem Wetter mit dem schweren Fuhrwerk Euere nassen Felder verderben würdet! An Feldern zur Ausnahme deS frischen MisteS fehlt es weder dem Drejfelder- noch dem Fruchtwechselwirth. Das Düngerkapital ist ein - Hochwichtiges und die Grundlage einer jeden einträglichen Wirthschaft. Es muß daher stets auf die sichersten Zinsen gelegt werden! Also frische, unvergohrene Jauche auf leeres, wo möglich gelockertes Feld, gegohrene, faule dagegen auf die Wintersaaten (kränkelnden ist sie ein wahres Starkungs- und Belebungsmittel). Trefflich wirkt sie aber auch zu jeder Zeit bei den Koblarten, Wurzelgewächsen und Handelspflanzen (Rabs, Rübsen, Lein rc.). Futterkräuter (Luzerne, Esparsette, Kopsklee rc.), die mit Jauche zu stark getrieben wurden, mag, wenigstens grün, das Vieh nicht gern. Für die Wiesen ist neben Kompost die Jauche aber der recht eigentliche Dünger.
(Landw. Anz. f. Ä. — 1856. Nr. 17.)
Schutz den Maulwürfen.
Die Maulwürse verzehren täglich etwa dreimal so viel an Regenwürmern, Schnecken, Engerlingen rc., als sie wiegen. Sie sind die gefräßigsten Thiere. Eingesperrt fressen die stärkeren die schwächeren bis auf den letzten Knochen, wenn sie keine andere Nahrung erhalten. Ein Maulwurf — hat man berechnet — frißt innerhalb eines Jahres gegen 8 Kasseler Metzen an Regenwürmern rc., Pflanzen- wurzeln oder andere Pflanzentheile genießen sie niemals. Dies zeigt auch schon ihre Zahnbildung. Wer seine Grundstücke von Maulwürsen allzusehr entblößt, beraubt sich eines treuen Freundes — und öffnet einem Heere kleiner pflanzenzerstörender Feinde Thür und Thor!
(Landw. Anz. f. K. — 1856. Nr. 17.)
Gedruckt und verlegt in der Buchdruckerei des vereinigten evangcl. Waisenhauses.