Lokales.
V Landesbibliothek. In den letzten Wochen wurden angeschafft: Jugend u. Bühne, Hrsg, von Pallat u. Lebede. — Ratti (Papst Pius 11.): Alpine Schriften. — Bab. Shakespeare. — Krieck: Menschensormung. — Herwig: 1) Sextett im Himmelreich; 2) Jan vom Werth. — Golther: Parzival und der Gral. — Frenken: Wunder u. Taten der Heiligen. — Lagerlöf: Märbapa. — Undset: Kristin La- vranstochter 1. — Kampers: Vom Werdegänge der abendl. Kaisermystik. 9 Schramm: Deutschlands Verlagsbuchhandel. — Schultze: Die Schundliteratur. — Hessel: Eesch. der Bibliotheken. — Handel-Mazetti: Deutsche Passion. — Sapper: Wirtschafts- und Verkehrsgeographie. — Sievers: Süd- und Mittelamerika. — Justi: Michelangelo. — Meerwarths-Soffel: Lebensbilder aus der Tierwelt Europas 1—4. — Jäger: Briefe über die Hohe Rhön 1—3. — Sensburg: Die bayr. Bibliotheken. — v. Heidenstam: Der hl. Brigitta Pilgerfahrt. — Luther: Eesch. der russ. Literatur. — v. Radowitz: Aufzeichn, u. Erinnerungen 1—2. — Pinder: Mittelalter!. Plastik Würzburgs. — De- hio: Eesch. der deutschen Kunst 3. — Handbuch des Geschichtsunterrichts 4, 2. — Sendke: Aus verlorenem Sonnenland; Deutsch-Ostafrika). — Flaskamp: Das Bistum Erfurt. — Nauticus: Jahrbuch f. Seeinteressen u. Weltwirtschaft 18. — Spezielle Pathologie u. Therapie. — Schlußbd. — Belocks: Griech. Geschichte 4, 1. — Vonderau: Die Ausgrabungen an der Stiftskirche zu Hersfeld 1921 bis 22. — Jeremias: Jerusalem zur Zeit Jesu 1—2. Histor. Jahrbuch der Görres-Gesellschaft 42—45. — Re- gesta dipl. hist. Thuringiae 3. — Baasch: Eesch. Hamburgs. 1—2. — Friederici: Der Charakter der Entdeck, u. Eroberung Amerikas durch die Europäer 1. — Bucker: Die geistl. Exerzitien d. heil. Ignatius. — Die Musik (Zeitschrift) 17,2. — Knottnerus-Meyer: Tiere im Zoo. — Novalis: Sämtl. Werke 1—4. — Schöler: Helden der Arbeit. — Haas: Franz. Literaturgesch. 3. — Crentz: Thorn-Prik- ker. — Märchen aus dem Donaulande. — Jörgel: Dichtung und Dichter der Zeit. — N. F.: Expressionismus.
- Treue Dienste. Fräulein Justina Heß, Herr Ferdinand Bott und Herr Heinrich Dücker, sämtlich in Allmus haben in Anerkennung ihrer mehr als 25jährigen Dienstleistung von dem Kreisausschutz eine Ehrengabe von 25 RM. erhalten. Frl. Franziska Schreiner in Gro- tzenlüder ist in Anerkennung ihrer mehr als 25jährigen Dienstleistung bei Familie Joseph Klitsch in Eroßen- lüder von dem Kreisausschutz eine Ehrengabe von 25 R.- M. gwidmet worden.
Wohlfahrtsamt. Die Zusatzrente an sieche und erwerbsunfähige Kriegsbeschädigte und Kriegshinterbliebene wird am Dienstag, den 15. d. Mts. vormittags zwischen 9 und 12 Uhr an der städtischen Wohlfahrtskaffe ausgezahlt. Gelbe Ausweise sind mitzubringen.
Güterkursbuch. Von der Deutschen Reichsbahngesellschaft ist ein Güterkursbuch herausgegeben, das eine Auswahl bester Beförderungsgelegenheiten für Eil- und Frachtgutwagenladungen im Auslandsverkehr und im Jn- landsfernverkehr enthält. Der Preis beträgt 3 Rentenmark. Das Werbebüro für den Güterverkehr, Berlin, Hallesches Ufer 35-36 nimmt Bestellungen entgegen und übersendet das Kursbuch nach Voreinsendung von 3 Ren- tenmark (nicht in Briefmarken).
Vom Kyffhäuser-Technikum Frankenhausen. Von vielen deutschen technischen Mittelschulen rückt das Kyffhäuser-Technikum mit seiner Eigenart, neben der üblichen Gabelung in die Abteilung für zukünftige Maschinen- und Elektroingenieure seit einer Reihe von Jahren auch Sonderabteilungen für Landmaschinen und Luftfahrzeugbau zu pflegen, in den Vordergrund des Interesses. Es spricht für die Anerkennung der Bestrebungen dieser seit 30 Jahren bestehenden höheren technischen Lehranstalt, wenn das Preußische Ministerium für Landwirtschaft die Entschließ- ung faßt, maschinentechnische Lehrkurse an dieser mit neuzeitlichen Versuchsanlagen und Labroratorien ausgerüsteten Anstalt durchzuführen. Das Sommer-Semester beginnt am 8. April.
Zur Aufwertung hinterlegter Wertpapiere. Bei den als Hinterlegungsstellen und Hinterlegungskaffen tätigen preußischen Gerichten und Eerichtskassen sind vielfach solche auf eine nicht mehr geltende inländische Währung lautende Wertpapiere und sonstige Urkunden hinterlegt, die nach dem Aufwertungsgesetz und dem Gesetz über die Ablösung öffentlicher Anleihen aufgewertet werden, bei denen aber zur Erhaltung des Rechtes auf Aufwertung weitere Maßnahmen (Anmeldungen usw.) erforderlich sind. Die vorbezeichneten Behörden sind, so wird dem Amtlichen Preußischen Pressedienst aus dem Justizminsterium geschrieben, nicht verpflichtet von Amtswegen diese Maßnahmen vorzunehmen. Sie sind dazu auch in zahlreichen Fällen mangels Kenntnis der einschlägigen Verhältnisse garnicht in der Lage. Z. B. wird es sich meist ihrer Kenntnis entziehen, ob es sich bei den hinterlegten Papieren um Alt- oder Neubesitz handelt u. a. m. Die Berechtigten müssen daher selbst für die Wahrung und Sicherung ihrer Rechte Sorge tragen und die erforderlichen Anmeldungen rechtzeitig vornehmen. Die Hinterlegungsstellen und Hinterlegungskassen werden ihnen die erforderliche Unterstützung hierbei nicht versagen, soweit diese im Rahmen der gesetztlichen Bestimmungen gewährt werden kann. Es steht der Erlaß näherer Bestimmungen darüber bevor, daß bei Anträgen auf Um
tausch von Markanleihen des Reiches im Sinne des Anleiheablösungsgesetzes und auf Gewährung von Auslosungsrechten in geeigneten gälten anstelle der Vorlegung der effektiven Stücke die Beibringung einer Bescheinigung über deren gerichtliche Hinterlegung genügt.
Zur Linderung der Kreditnot in Handwerk und Gewerbe.
TU. Frankfurt a. M., 10. Dez. Das städtische Nachrichtenamt teilt mit: In der Frage der Linderung der Kreditnot wirtschaftlich lebensfähiger Handwerks- und Gewerbebetriebe haben Verhandlungen zwischen den beteiligten Organisationen des Handwerks, den Genossenschaftsbanken und der städtischen Finanzoerwaltung stattgefunden. Die Stadt ist bereit, für wirtschaftlich lebensfähige Handwerks- und Gewerbebetriebe, denen zur Hebung infolge Mangels ar Betriebskapital durch Genossenschaftsbanken und sonstige Institute Kredit eingeräumt werden, die Bürgschaft bis zu einer Gesamtsumme von 500 000 Mark zu übernehmen mit der Maßgabe, daß die Hingabe der Kredite durch die Genossenschaftsbanken und sonstigen Institute aufgrund von Richtlinien erfolgt, die von den genannten Banken im Einvernehmen mit der Handwerkskammer unb der Städtischen Hilfskasse mit Zustimmung des Rechneiamtes festgesetzt werden. Es soll sich dabei nicht um eine Wohlfahrtsmaßnahme, sondern um eine Hilfeleistung wirtschaftlichen Charakters handeln. Die Kredite sollen deshalb an Kleinbetriebe, Handwerker usw. nur gegeben werden, wenn und soweit deren Lebensfähigkeit an sich feststeht und anzunehmen ist, daß ihnen durch die vorübergehende Kreditgewährung die Möglichkeit zu einer auf gesunden Verhältnissen aufgebauten weiteren Existenz geschaffen wird.
Anträge zur Behebung der landwirtschaftlichen Notlage.
Berlin, 11. Dezember. Im Reichstage sind nachstehend Anträge Rönneburg (Dem.) für das Reichsfinanzministerium für Ernährung und Landwirtschaft eingegangen:
1. Der Reichstag wolle beschließen, die Reichsregierung zu ersuchen, angesichts der außerordentlich großen Gefahr, die der landwirtschaftilichen Produktion drohen, weil es der Landwirtschaft an nötigen Mitteln zur Beschaffung von künstlichem Dünger fehlt, unverzüglich dafür zu sorgen, daß unter Mitwirkung aller beteiligten Organisationen, in Sonderheit der Reichsbank, der Landwirtschaft die nötigen Düngemittel durch entsprechende Kredithilfe zugesichert werden.
2. In Ergänzung ihres Preisabbauprogramms auf die Organisationen der Verpächter und insbesondere auf die „Tote Hand", die Länder und Gemeinden, einzuwirken, den Pächtern angesichts ihrer wirtschaftlichen Notlage einen kräftigen Pachtnachlaß zu gewähren.
3. Die Reichsregierung zu ersuchen, unverzüglich im Einvernehmen mit den in Betracht kommenden Kreditinstituten die Wiederbeschaffung von Realkrediten für die Landwirtschaft in die Wege zu leiten.
Zunahme der Auswanderung.
Die überseeische Auswanderung nimmt wieder zu. Im dritten Vierteljahr dieses Jahres ist sie gegen das Vorjahr von 11 690 auf 13 556 gestiegen. Von Januar bis September von 42 561 auf 46 143. Im September hat die Zunahme allein 619 betragen. Zugenommen hat insbesondere die Auswanderung aus Berlin, den Provinzen, Pommern, Niederschlesien, Oberschlesien, Schleswig-Holstein, Hannover und Hohenzollern, Bayern, Württemberg, Vaden, Thüringen, Hamburg. Mecklenburg Schwerin, Bremen und Lübeck. Nach den Berufen stammen die meisten Auswanderer in dem dritten Vierteljahr aus der Industrie mit 28 Prozent, aus der Land- und Forstwirtschaft mit 21 Prozent, aus dem Handel und Verkehr mit 14 Prozent. Ueber Hamburg gingen im dritten Vierteljahr 7 109 Auswanderer, über Bremen 5 385, über fremde Häfen 1 061.
Der Winterverkehr Bingen-Nüdesheim.
TU. Bingen, 9. Dez. Die Reichsbahndirektion teilt mit: Wegen niedrigen Wasserstandes und wegen starken Eisganges auf dem Rhein tritt ab morgen, Donnerstag, bis auf weiteres für den Trajektschiffsverkehr zwischen Bingen und Rüdesheim ein besonderer Kleinwasserfahrplan in Kraft. Durch Verlängerung der Fahrzeiten un- der Wendezeiten an den Anlegestellen müssen mehrere Fahrten ausfallen. Die Verkehrszeiten des Trajektschiffes werden durch besondere Anschläge auf den Stationen und an den Anlegestellen bekannt gegeben.
Mitnahme von Wintersportgeräten in die Züge. Für die Wintersportzeit sei darauf hingewiesen, daß Schneeschuhe und Rodelschlitten in die Personenwagen der Schnellzüge und in die erste und zweite Klasse der Eilund Personenzüge nicht mitgenommn werden dürfen, in die dritte und vierte Klasse der Eil- und Personenzüge nur dann, wenn eine Belästigung der Reisenden und eine Beschmutzung der Wagensitze ausgeschlossen ist. Die Mitnahme der Geräte in die Wintersportzüge unterliegt in der Regel keiner Beschränkung.
Erhöhung der Gütertarife auf den Saarbahnen.
TU. Saarbrücken, 9. Dez. Die Verwaltung der Saarbahnen hat die Gütertarife mit Wirkung vom 1. Dezember 25 ab um etwa 5 Prozent erhöht. Die Gesamterhöhung der Frachtsätze und der Nebengebühren seit dem 30. April ds. Js. bterägt 12 Prozent. Der im Verkehr mit Frankreich geltende Ausnahmetarif für Eisenerz und Eisenerzeugnisse ist von der Erhöhung befreit geblieben.
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Aus Nah und Fern.
Verurteilt.
Gießen. Der Schmiedemeister Tobias Schenk aus Stammheim (Kreis Friedberg) wurde von hiesigen Schwur- Here Kommandeur des Infanterie-Regiments Nr. 15 Ernst zweieinhalb Jahren Gefängnis verurteilt. Der Angeklagte hatte im Jähzorn seine Schwiegertochter einen Stich in den Oberschenkel beigebracht, an dem die Frau verblutete.
Ein General zum Dr. phil. promoviert.
Gießen. An der philisophischen Falkutät der Hessischen Landesuniversität promovierte der General a. D. und frühere Kommandeur des Jnfanterie-eRegiments Nr. 15 Ernst Bethke, auf Grund einer Schrift „Die Gaudi-Handschriften für das Jahr 1758 bis 1759“ zum Dr. phil.
Lebendig Verbrannt.
TU. Seligenstadt, 12. Dez. In einer Lehmgrube bei Mainflingen geriet ein junger Mann in eine Maschine mit Motorbetrieb, wobei seine Kleider in Brand gerieten. Man fand hn später als verkohlte Leiche. Wie das bedauerliche Unglück geschehen ist, ist noch nicht aufgeklärt.
Ein frecher Kirchenraub.
TU. Nieder-Mendig, 12. Dez. Einen frechen Kirchenraub begingen Einbrecher in der vergangenen Nacht in der hiesigen katholischen Pfarrkirche. Die Diebe öffneten gewaltsam eine Kirchentür und erbrachen dann den in der Sakristei stehenden Eeldschrank. Aus dem Schrank holten sie zwei Reliquiare mit den Reliquien der hl. Barbara und des hl. Cyrikus, eine große Monstranz und zwei Kelche. Mehrere kirchliche Geräte, die ihnen das Mitnehmen nicht wert erschienen, wurden von den Dieben zertrümmert. Aus dem Tabernakel entnahmen sie die Ciborien mit mehreren hundert Hostien die zum Teil zerstreut auf der Erde liegend vorgefunden wurden. Die Koblenzer Kriminalpolizen nahm sofort die Verfolgung der Täter auf, j bisher aber leider ohne Erfolg.
Warnung vor übler Nachrede.
TU. Frankfurt a. M. Die Industrie -und Handelskammer teilt mit: In letzter Zeit mehren sich die Gerüchte über angebliche Zahlungsschwierigkeiten größerer Firmen. Soweit es möglich war, die Verbreiter derartiger Gerüchte zu fassen und der Sache nachzugehen, stellte es sich heraus, daß es sich um völlig unbegründete Schweißereien und Klatschereien handelte. Bisher haben die betreffenden j Firmen sich mit einer Verwarnung derjenigen zufriedengegeben, die sich mit der Erfindung oder dem Weitertragen der Gerüchte befaßten. Da aber nachgerade die üble res Platzes wird, sieht sich die Industrie- und Handelskammer veranlaßt, daraufhinzuweisen, daß jeder, der über Firmen solche Aussagen macht oder Mitteilungen weitergibt, deren Richtigkeit er nicht nachweisen kann, sich strafbar macht. Auch wird die Industrie- und Handelskammer in Zukunft nicht mehr bei einer gütlichen Beilegung in solchen Fällen vermittelnd mitwirken, sondern darauf bestehen, daß die betreffenden Firmen Strafantrag erstatten.
Schwerer Autounfall.
TU. Mannheim, 12. Dez. Eine Eendarmeriestreife fand auf der Landstraße nach Mannheim in der Nähe der Boltenheimer Schleuse einen umgestürzten Dixiwagen mit den Kennzeichen JV. V. 0263. Der Führer lag tot unter dem Wagen. Da er keine Ausweise bei sich führte, konnten ' die Personalien noch nicht festgestellt werden. Vermutlich hat sich der Wagen infolge Platzens'eines Reifens überschlagen.
Ein Pfälzer Weingut gegen eine lebenslängliche Rente einzutauschen.
Dürkheim. Ein in den 60er Jahren stehender Weingutsbesitzer im Unterland, der keine direkten Nachkommen mehr hat, machte dem bayerischen Staate das Anerbieten, > ihm und seiner Frau eine bestimmte lebenslängliche Rente zu gewähren und dafür sein Weingut in Besitz zu nehmen. Der Staat hat jedoch abgelehnt, desgleichen auch der Winzerverein, dem der Weingutsbesitzer einen ähnlichen Antrag mit den gleichen Voraussetzungen machte. Es heißt, die Bedingungen seien nicht befriedigend genug gewesen. Wie man hört, sind noch andere Weingüter preiswert zu haben. Das ist eine Folge der derzeitigen ungünstigen Lage.
Aufhebung eines Zeitungsverbotes.
TU. Koblenz, 12. Dez. Das Verbot der „Deutschen Allgemeinen Zeitung" wird nach einem Beschluß der Rheinlandkommission mit dem heutigen Tag aufgehoben.
Dermifchtes.
Reue Mysterien.
Der Fall Jurjewskaja noch immer nicht geklärt.
Berlin, 12. Dezember. Die Berliner Spätabendblätter beschäftigen sich weiter eingehend mit dem Fall Jurjewskaja. Die Berliner Polizei hat die Ermittlungen, die gestern schon endgültig abgeschlossen schienen, von neuem ausgenommen. Von verschiedenen Seiten wird angenommen, daß die Sängerin trotz aller amtlichen Feststellungen in Andermatt doch noch am Leben ist und irgendwo ver-