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Der tolle Mister Teddy von Newyork.

Der Roman eines Eigenwilligen.

Von Erich Friesen.

(24. Fortsetzung.)

„Das scheinen sie zu sein, Mutter mein!“ tuschelt er, indeß seine Augen wohlgefällig auf Elsies zierlicher Gestalt ruhen. „Mächtig jung noch alle beide! Besonders der kleine Bengel!"

„Hoffentlich stimmt alles, und es gibt kein Fiasko!" bemerkt Mrs .Morgan kopfschüt­telnd.

„Ohne Sorge, Mutter mein! Wen Teddy empfiehlt —"

„All right! Und Robert —" sie legt ihren Arm in den seinen mit einer liebkosenden Bewegung, die ihre zärtliche Liebe für den Sohn beweist — „du wirst heute hier blei­ben — bei mir, nicht wahr? Nicht wieder mitten in den musikalischen Vorträgen fort­laufen, wie das letzte mal!"

Er fährt mit beiden Händen über den fast glatt geschorenen Kopf.

„Versprechen kann ich's noch nicht, Mutter mein! Aber ich werde mir Mühe geben. Nur verlang nicht, daß ich Süßholz raspeln soll zu den öden Mädels!"

„Aber es gibt doch auch nette, Robert —"

„Hier im Salon? Larifari! Nette Mädels gibts nur in der ,Frivolity' oder im ,Odeon'!

Mrs. Morgan lächelt voll nachsichtiger Mutterliebe. Und Bobby verschwindet in Eile.

Als Elste die vornehme Dame gewahrt, springt sie erschrocken auf und macht einen tiefen Knix.

Und kurze Zeit darnacki sitzen schon beide, Elsie und der kleine blinde Geiger, wohl­geborgen am Ende des Festsaales im Schutze des großen Konzertflügels, von wo aus Elsie schüchtern die erstaunten Blicke umherschwei­fen läßt.

Der blendende Glanz ringsum, die Lich­terfülle, die Pracht der Toiletten, das Auf- und Niederbewegen leuchtender nackter Schultern und Arme, das Sprühen und Fun­keln von Brillanten und anderm Edelgestein — all dies macht das einfache junge Mädchen

fast schwindelig. Fest umspannt sie Johnys kleine Hand, als müsse sie ihn schützen vor einer unbekannten Gefahr.

Doch der Blinde melkt nichts von all dem. Seelenruhig sitzt er da und wartet ,bis die Reihe an ihn kommen wird.

Es ist gerade eine Pause. Tee wird herum­gereicht. Und allerhand feines Gebäck.

Dann nimmt das Konzert seinen Fort­gang.

Ein tiefbrünetter Herr mit rollenden Aug­äpfeln und Siegermiene singt den „Prolog" aus den „Bajazzi" — und Elsie wundert sich nicht wenig, daß niemand sich in der Unter- haltunn läßt.

Eine ätherisch blickende hypermoderne jun^ ge Dame mit Wespentaille und keiner Spur' von Hüften deklamiert etwas überaus Trau­riges — Elsie steigen dabei die Tränen in die Augen, wogegen die Zuhörer ruhig fort­fahren in ihrem Lächeln, Flirten und Ko­kettieren.

Dann kommt ein langmähniger, semmel­blonder Pianist mit wallender Künstlerlocke an die Reihe, der mit trommelfellerschüttern- der Bravour die 2. Lißt'sche Rhapsodie her- untrhämmert — Elsie hält den Atem an vor Staunen und begreift nicht, daß überhaupt niemand mehr zuhört, ja daß manch' lautes Wort oder Helles Gekicher die in das Musik­stück hineingestreuten gefühlvollen Stellen übertönt.

Dagegen wenden sich urplötzlich, wie auf Kommando, aller Augen der Tür zu, durch die soeben eine in duftige weiße Tüllwolken gehüllte schlanke junge Dame eintritt, ge­folgt von einem vornehm blickenden, mit gesuchter Eleganz gekleideten Herrn.

Auch Elste richtet ihre Aufmerksamkeit auf das schöne Paar. Wer mag es sein? Ihr ist, als habe sie noch nie ein Mädchengesicht von solchem Liebreiz erschaut.

„Miß Harding!" hört sie in der Nähe tu­scheln. „Mit ihrem ewig jungen Vater!"

Und die harmlose Elsie konnte nicht be­greifen, wie ein „Vater "so jung aussehen kann.

Sofort sind die beiden umringt. Nur mit Mühe kann Mrs. Morgan, die Gastgeberin, zu ihnen gelangen.

(Fortsetzung folgt.)

Lokales.

Barbarafeier.

Wie aus dem heutigen Anzeigenteil ersichtlich ist, soll am 5. Dezember abends 8 Uhr in dem neuen Saale des Gastwirts Dietrich in Horas eine Barbarafeier stattfinden. Diese Feier, die seit Jahren nur von der Bereinigung ehem. 47er Feld­artitteristen bestritten wurde, sott auf vielseitigen Wunsch in diesem Jahre sämtliche Feld- und Fusz- artilleristen vereinigen. Und das ist recht so. Die heilige Barbara galt von jeher nicht nur als Schutz­patronin der Feldartillerie, sondern auch der Fusz- artillerie. Wie im späteren Verlauf des Weltkrieges die geschützgewaltigen Kampftruppen nur noch ge­meinsam auftraten, wie die heutige Reichswehr auch nur noch den einen Begriff „Artillerie" kennt, sv soll auch das Fest der heiligen Barbara die Wege ebnen dasz sämtliche Artitteristen Fulda's und Umgebung näher miteinander in Berührung treten und sich in geselligen Zusammenkünften kennen lernen.

Es ergeht daher an sämliche ehemalige Waffen- kameradcn die Bitte, gleichgültig ob sie einer Ver­einigung angehören oder nicht, mit erwachsenen An­gehörigen und Bekannten sich am 5. Dezember im Barbarasaale einzufinden, Eintritt wird nicht er­hoben. Für anregende Unterhaltung hat der vor­bereitende Ausschusz sorge getragen. Langweile wird nicht aufkomm. n.

Jubiläum des Herrn Superintendenten Ruhl. Am Dienstag Abend um ^6 Uhr fand in der überfüllten Kirche der Fest- gottesdienst statt. Unter den Klängen eines von der Artilleriekapelle gespielten Chora­les betrat der von den Generalsuperinten­denten D. Möller und D. Fuchs geführte und von den Pfarrern geleitete Jubilar das Gotteshaus. Nach einer liturgischen Ein­leitung des Herrn Pfarrer Weber hielt Generalfuperintendent D. Fuchs die große Festpredigt, in der er nach evangelischer Sitte nicht den „Mann" feierte, sondern fei­nen und aller Anwesenden Dank für die Güte Gottes, die das reiche Wirken des Ju­bilars ermöglichte. Der Predigt z ugrunde lag ein Wort aus Epheser 4, 11—12 über die Pflichten der Prediger und Lehrer. Dann sprach nach den mannigfaltigsten Darbie­tungen des Kirchenchors und der Artillerie-

Kapelle der Jubilar unter Zugrundelegung des Korinthermortes aus dem 2. Brief, Ka­pitel 12, Vers 9—10 „Laß dir an meiner Gnade genügen, denn meine Kraft ist dem Spwachen mächtig" über denselben Text wie bei seiner Einführungspredigt vor 32 Jah­ren und dankte herzlich. — Am Abend fand im überfüllten Stadtsaal die weltliche Feier statt. In seiner einleitenden Ansprache be­grüßte Herr Pfarrer Weber die obersten Geistlichen der evangelischen Landeskirche Eeneralsuperintendenten Möller und Fuchs aus Cassel, Landrat Freiherrn von Gagern- Fulda, Oberbürgermeister Dr. Antoni-Ful­da als Vertreter der Stadt, den Komman­deur des Artillerie-Regiments Herrn Oberst '-‘einede, die Vertreter der Stadtschuldepu­tation und andere Behörden. Regierungs­präsident Springorum hatte ein herzliches Glückwunschtelegramm gesandt, das zur Verlesung kam. Die Festrede hielt Gewerbe- rat Schultze im Auftrage des evangelischen Kirchenvorstandes Fulda. Er überreichte dem Jubilar ein Sparkassenbuch für die Superintendent - Ruhl - Stiftung, die den Dank der Kirchengemeinde Fulda zum Aus­druck bringen soll. Ansprachen hielten dann Generalsuperintendent D. Möller-Cassel, Landrat Freiherr von Eagern, Oberbürger­meister Dr. Antoni, Oberst Reinecke, Dinako- nus Fuchslocher im Auftrage des hessischen Diakoniffenhauses u. a. m. Zur Verschöne­rung des Festes steuerten bei die Schüle­rinnen der evangelischen Volksschule, Mit­glieder des Jungfrauenvereins, des Evang. Volksvereins, der Kirchenchor und der Hoff- mannsche Männerchor. Zum Schluffe dankte Herr Superintendent Ruhl allen, die zur Verherrlichung des Jubiläums beige­tragen haben. Die Feier sei von ihm nicht erstrebt worden, im Gegenteil, er hätte den Jubiläumstag mit Rücksicht auf die schmerz­lichen Verluste, die auch ihm durch Gottes Fügung nicht erspart geblieben seien, gern in der Stille verlebt. Zum Schluß sangen die Festgäste „Wir treten zum beten . . . "

W Wegen Betrie^störung können heute nur zwei Seiten erscheinen.

Druck und Verlag: Eutenbergbuchdruckerei Fulda. Verantwortlich für den politischen und übrigen Textteil: i. V. Kurt E. Krebs, für die Inserate: Paul Flag­meier, sämtlich in Fulda.

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Eintrittspreis 50 Pfg.

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II. allgemeine

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sämtlicher

Feld- und Fußartilleristen am Sonnabend, den 5. Dezember» abends 8 Uhr

in den Sälen des Kameraden Dietrich, Horas.

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Die Vereinigung des ehem. §eld-Art.-Reg. 5. 8.11. 25. 27. 47. 61. 63 und Futz-Art.-Reg. 3.und 18.

Sämtliche Kameraden und Angehörige, auch die den Berei­nigungen fernstehenden Kameraden werden gebeten, an der Feier teilzunehmen.

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in den Stadtsälen zu Fulda

unter dem Protektorat des Herrn Landrat Freiherr v. Gagern. M

Leitung: Verein für Rasse- und Nutzgeflügel „Kurhessen" e. V. Fulda cv Mitwirkende: Reisevereinigung der Brieftaubenzüchter „Fuldatal" Sitz Fulda M Kanarienzüchter-Bereinigung „Fulda-Rhöntal", Sitz Fulda.

Verbunden mit Ä

Somersete von Zlergellßoel um exotischen Vögeln. |

Während der Ausstellung Vorführung des Films: W

„Deutschlands größte Leghornfarm66 f

Sudwestdeutscher

Radioklub e. V.

Ortsgruppe Fulda.

Wir laden hiermit unsere Mitglieder zu dem am Don­nerstag, den 3. Dezember in dem Zeichensaal der ge­werblichen Fortbildungs- schule âiauncr ^^^Mrgang Kaiserpl. abds 8 Uhr stattfind.

Dereinsabend

ein. Da anschließend eine

Bastelstunde

abgehalten werden soll, können im Bau befindliche Apparate so­wie Einzelteile schon mitgebracht werden. Um vollzähliges und pünktliches Erscheinen wird ge= beten. Interessenten sind höf­lichst eingeladen.

Der Vorstand

Konsum-Verein Fulda MM

Schlotzstr. 10 Königstr. 19 Wörthstr. 22 Wallweg 2

ft Eröffnung: Samstag, den 5. Dezember, £

M 10 Uhr vormittags, Ä

Schluss: Montag, den 7. Dezember,

Ä 6 Uhr abends. «

H Montag, den 7. Dezember, Besuch der Ausstellung für die Schulen. H

Am Eröffnungstage, Samstag, den 5. Dezember, abends S1^ Uhr

% gemütliches Zusammensein %

W mit Damen, für Mitglieder, Aussteller sowie Eingeladene in den Sälen des Parkhotels. Ö

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Montag, den 7. Dezember

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in den Lesesaal der Landesbibliothek ein.

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Betr. Vermögeoserklörung für das Kalenderjahr 1925.

Auf Grund der mir von dem Herrn Reichssiuanzmimster erteilten Ermächtigung verlängere ich die Frist für die Abgabe der Vermögenserklärungen der Landwirte im Finanzamtsbe­zirk Fulda hiermit bis zunl 24. Dezember 1925.

Fulda, den 1. Dezember 1925.

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