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Deutschland gefallenen Lufthelden v. Richt- hofen herlaufen, daß müßte sich auch der.Ver- staud des Reichsbanners sagen. Solche Viel- eitigkeit mag in geschäftlichen Dingen von Wert sein. In Fragen der Ehre und des Talles ist fiel verfehlt.

Ergo: Hinter Richthofens Sarg haben sie nicht" zu suchen. Lernen sie erst begreifen, rot) ir der Blutzeuge Deutschlands Unschuld im KL ege gestorben ist, dann werden sie er- kemun, welchen Makel sie sich mit Herrn Basch zugefügt haben und werden sich in Zukunft weniger eifrig um etwas bewerben, ^was schon die Achtung vor einem grotzen Moten verbietet!

*

Drei Gröber.

Auf dem Jnvalidenfriedhof zu Berlin liegt viel deutsches Heldentum begraben. Run soll auch der Fliegerheld Manfred Frhr. v. Richthofen, den die Engländer auf franzö­sischer Erde bestatteten, auf dem Jnvaliden- sriedhof seine Ruhestätte finden.

Drei Gräber sind es, die mich auf dem Friedhof besonders fesseln, denn sie pre- gen lauter als Redner und Feder die Ge­schichte unserer Zeit.

Das.eine trägt die Inschrift:Robert v. K/üöer, Kgl. Pr. Oberstleutnant, Ritter des Ordens Pour le merite, im Kriege General- stabschef der 1. Armee, der Armeeabteilung A und der 17. Armee, geb. 15. 9. 1873, Ber- Lu, gefallen durch feige Mörderhand am 2.

3. 1919 (Halle a. SZ." Darunter steht: Monument von unserer Zeiten Schande, - Ew'ge Schmachschrift Deinem Vaterlands,

Klübers Grab gegrützet seist du mir. Als vor Reims die Frühlingsschlacht ent­brannte, Als der Feind den Cornilett öe'- rannte, Lag des Vaterlandes Heil bei dix.

- Dort in hundert glücklichen Gefechten War die Arbeit von durchwachten Nächten, Klübers Arbeit war von Sieg gekrönt. Lorbeern würden andere Völker flechten, ^öer von der Hand von Henkersknechten ^Sterben Deutschlands Helden dornge­krönt."

Oberstleutnant v. Klüber, den feiges Spar­takistengesindel von der Saalebrllcke in den üluß warf und auf ihn, der sich durch

Schwimmen ans Ufer retten wollte, mit Knütteln und Steinen eindrang, bis er er­trank, liegt hier begraben.

Und das zweite Grab! Hauptmann Ber­thold, der Flieger, den sie nach dem Kapp­putsch bei Harburg erschlugen, als er, ver­trauend auf das gegebene Wort, waffenlos unter die Menge trat, liegt hier, verstüm­melt, gemartert, zerfetzt, neben seinem Ka­meraden, dem Dardarnellen-Flieger Haupt­mann Buddecke, der im Luftkampf durch eine feindliche Kugel fiel. Auf Bertholds Grab das von seiner einzigen Schwester betreut wird, steht: j;$ier ruht der Fliegerheld Kgl. Pr. Hauptmann Rudolf Berthold, Jnf.- Regt. Graf Tauentzien von Wittenberg Nr. 20, Führer des Jagdgeschwaders 2 und der Eisernen Schar Berthold, Kämpfer für Deutschlands Ehre, Sieger in 44 Luftschlach­ten.

Geehrt vom Feinde.

Erschlagen von deutschen Brüdern am 15. März 1920 in Harburg a. d. Elbe, geb. am 24. März 1891.

Der im dritten Grabe liegt, starb nicht durch Deutsche, sondern durch ein feindliches Geschotz.

Sein Denkmal meldet:

,Muido v. Gillhautzen, Major im 3. Gar­de-Regiment zu Fuß, Kommandeur des Fll- silier-Batls. im Gardegrenadier - Regt. 5, Ritter des Eisernen Kreuzes 1. und 2. Kl., geb. am 12. Mai 1870 zu Esbach bei Koburg, gest. 2. Mai 1918 bei Villers Vretonneux infolge- der erlittenen Verwundung.

Wer dieser Tote war, das zeigt eine Tafel unter dem Denkmal, auf der man liest:

Dem vaterländischen Dichterkomponisten Guido v. Gillhautzen widmen diese Tafel Verehrer seiner Gesinnung und Kunst.

2. Mai 1918 21."

Auf'der Rückseite dieser Tafel stehen die Verse, die Guido v. Gillhautzen dichtete, als er 1914 bei Colonfey an schwerster Verwun­dung daniederlag:

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Ich weiß, wofür ich leide , Mein Blut vergossen hab', Im schwersten deutschen Streite Grub ich an Feindes Grab. Ich stritt im deutschen Heere Für deutsches Heiligtum Als Schildknapp deutscher Ehre, Für deutscher Zukunft Ruhm. Drum lebt trotz grimm'ger Schmerzen, Trotz wundenheißer Qual, In meinem deutschen Herzen Nur Dank und Sonnenstrahl."

Drei Helden! Drei Schicksale! Drei Grä­ber!

Aber ein Glaube, eine Gesinnung und eine Liebe! Für dich, du deutsches Vaterland!

Volkswirtschaft.

Die Aga in Konkurs.

TU. Berlin, 23. November. Aufsichtsrat und Vorstand der Aga, Aktiengesellschaft für Automobilbau, kamen gestern nach ein­gehender Prüfung der Sachlage zu der Auf­fassung, den Konkurs nicht vermeiden zu können. Für .kommenden Freitag soll eine Gläubigerversammlung einberufen werden, in der die Gründe der Konkurseröffnung dargelegt werden sollen. Der Betrieb soll auch nach der Konkurseröffnung aufrecht­eihalten werden.

Das ist also das Ende! Die Reife des Herrn Dr. Edmund Stinnes nach Amerika hat den Kundigen aufhorchen lassen, seine fast unbemerkte Rückkehr hat die Ver­mutungen über das Schicksal der Aga be­stätigt. Eine der größten deutschen Auto­mobilfabriken von Hugo Stinnes jr. sei­nem Konzern einverleibt ist am Ende ihrer Kraft. Muß auch zu uns Henry Ford kommen, um aufzuräumen und neu aufzu­bauen? Jetzt geht das große Rätselraten an: Wer kauft die Fabrikanlagen aus der Masse?

Benz und Daimler klagen, Fafnis, Stei­ger, Dux u. a. stehen unter Eeschäftsauf- sicht, die Aga ist pleite ja, wir können noch viel lernen.

Eingesandt.

(Für diesen Artikel übernimmt die Redaktion nur die pretzgesetzliche Verantwortung.)

Der ehemahlige Reichskanzler Dr. Marx hat am 18. ds. Monats ini hiesigen Stadtsaal über die vaterländischen Verbände, insbesondereJung­deutscher Orden" uudStahlhelm" in einer Weise geurteilt, die nicht unwidersprochen bleiben darf. Wir erklären entgegen den Behauptungen dieses Mannes:Es ist unwahr, daß unsere beiden Or­ganisationen mit Gewalt die Monarchie wieder­aufrichten wollen, es ist unwahr daß unsere beiden Verbände offen oder auch nur im Geheimen zum Kriege hetzen und es ist unwahr, daß Jungdo und Stahlhelm offen und bewußt gegen die Republik angehen."

Auch für die weitere Behauptung des Dr. Marx, daß es in Pommern usw. keine Zentrums-, demokratische oder sozialdemokratische Versammlung gäbe, die nicht durch dieseverrückt eingestellten Organisationen" gestört^würde, wird der Redner den Beweis schuldig bleiben. Auf den übrigen Teil der Rede dieses ehemaligen Reichskanzlers . einzugchen, erübrigt sich.

Jungdeutscher Orden Ballei Rhön

Stahlhelm" * Bund der Frontsoldaten.

Kreisgruppe Fulda.

Kirchliche Nachrichten.

Dienstag, den 24. November

Abends 8 Uhr: Kirchenchor

Mittwoch, den 25. November

Abends 8 Uhr: Lutherfestspiel im Gemeindehaus

Druck und Verlag: Eutenbergbuchdruckerei Fulda. Verantwortlich für den politischen und übrigen Textteil: i. V. Kurt E. Krebs, für die Inserate: Paul Flag­meier, sämtlich in Fulda.

tast die

Der tolle Mister Teddy von Newyork.

Der Roman eines Eigenwilligen.

Von Erich Friesen.

(16. Fortsetzung.)

Elise, ginge es nicht bei dir?" bettelt er.Ich kann doch nicht, wenn Großmutter im Bette liegt"

Zuerst will Elise nicht. Aber Johnys be­trübte Miene rührt sie.

Und bald sitzen die Drei gemütlich in der Dachkammer um den kleinen Tisch herum, den Elise zierlich gedeckt hat, und lassen es sich schmecken.

Und wie es schmeckt. Johny stopft und stopft. Und meint, er hätte es nie geglaubt daß es so etwas Gutes zu essen gäbe. Und Elise kostet von allem und findet besonders die Gänseleberpastete und die Spickgans nach ihrem Geschmack. Und Mister Teddy tut so, als ob auch er mächtigen Hunger spürt, obgleich er erst vor einer Stunde ein opulentes Souper zu sich genommen hat.

Als Mister Teddy gar noch die Erlaubnis erhält, sich eine Zigarre anzuzünden da erreicht die Behaglichkeit ihren Höhepunkt.

Johny fühlt sich wie im Himmel und hat nur noch einen Wunsch: er möchte den Spen­der alles dieses sehen. Elises blaue Augen tanzen vor Vergnügen. Ihr ist, als wären die letzten Monate des Kummers und Elends "°n ihr abgefallen und sie wäre wieder die Armlose kleine Elise von früher.

Nister Teddy aber sitzt, die Arme im Zacken verschränkt, im Stuhl zurückgelehnt "nd bläst gemütlich blaue Ringelwölkchen durch die Nase, während seine Augen von ^nem der beiden glücklichen jungen Men­schenkinder zum anderen schweifen.

Doch merkwürdig es sind nur seine Üblichen Augen, die Johnys rührende Hilf- tosigkeit und Elisies blonde Lieblichkeit ^ahrnehmen. Sein inneres Auge, seine Ge­danken und Empfindungen sind weit weg.

ta sind bei einer vornehmen jungen Dame,

um deren dunkles Eelock der blaue Schleier weht, als sie im Ponnywagen dahinkarriolt, sind bei derselben jungen Dame, als sie, zur Niobe erstarrt, hochaufgerichtet dem sicheren Tode ins Auge sieht . . . sind bei ihr, als sie ihm, mt stummen Dank die Hand entge- genst.reckl und er ein paar Sekunden lang die schlanken, feinen Finger umspannt hält.

Ein schüchternes Räuspern Johnys weckt ihn aus seinen Träumereien.

He, Bürschchen! Meinst wohl, ich vergeß dich?" neckt er.Keine Angst! Komm, spiel uns was!"

Und der blinde Knabe spielt die Em­pfindungen und Klagen seiner eigenen klei­nen geknechteten Seele . . . Und der Mann lauscht und vergißt bei den süßen, schmel- 1 er heil Tönen alles andere sogar die ztende Vision im Ponnywagen . . .

Und Elisie? . . .

Sie hat die Hand über die Augen gelegt und weint. Sind es Freudentränen? Oder Tränen der Reue und Scham?

Und je länger Johny spielt, um so kräf­tiger pafft Mister Teddy drauf los, um so heißer fließen Elisies Tränen--

Bis der kleine Künstler endlich ganz er­schöpft den Bogen hinlegt.

Bravo Johny! Bravo!" ruft 'Mister Teddy in ehrlicher Begeisterung.Du ge­hörst nicht auf die Straße. Wart mal! Mir füllt was ein!" Er denkt einige Sekunden nach.Ja, ich denke, es wird gehen. Bin nämlich mit ein paar Leuten bekannt, die musikalische Abende arrangieren. Möchtest Du dort spielen?"

Ein Leuchten geht über das blasse Gesicht des blinden Knaben.

O wie gern! Aber" er läßt den Kopf hängenich kann doch nicht allein und Großmutter"

Laß Großmutter in ihrem Bett!" lacht Mister Teddy.Vielleicht Miß Elisie?"

Die stimmt frohen Herzens zu.

Die beiden jungen harmlosen Menschen­kinder füllt es gar nicht weiter auf, wie ei­

gentümlich es ist, daß ein geringer Mann wie Mister Teddy Verbindung mit solch vornehmen Häusern hat.

Er sagt es. Und beide glauben ihm be- digungslos.

Der ungewohnte Wein und das anstren­gende Musizieren haben haben Johny müde den Kopf darauf und schläft ein.

gemacht. Er legt die Arme auf den Tisch,

Armes Kerlchen," bemerkt Mister Teddy mit einem mitleidigem Blick.Blind ge­boren?"

Ich glaube wohl."

Er sieht Ihnen nicht ähnlich."

Er ist auch nicht mein Bruder. Wohnt nebenan mit seiner Großmutter. Aber ich hab ihn lieb. Habe ja sonst niemand!"

Alle tot?"

Tot für mich! Ich" ihre Augen füllen sich mit Tränen und um ihre Lippen zuckt es verräterischich ach nein, ich kann nicht darüber sprechen auch zu Ihnen nicht!"

Und leise schluchzt sie auf.

Er wartet geduldig, bis sie sich ausgeweint hat. Dann steht er auf und reicht ihr die Hand.

Schön' Dank auch für den Abend, Miß Elisie! Ich schreib' Ihnen, wenn's so weit ist wegen Johny. Oder ich guck' selbst mal mit 'rein. Good bye!"

Elsie steht noch lange still da und lauscht auf das Verhallen der fest,. Rännerschritte unten auf der Treppe . . .

War das da eben nur ein schöner Traum? Und tritt die unglückselige Wirk­lichkeit mit ihren Qualen und Selbstvor- würfen, ihrer Not und ihrem Elend wieder in ihre Rechte?

Mister Teddy aber, der nachdenklich die Straße entlang schendert, denkt:

Immer dasselbe Lied! Armes Mädel! Ich wünscht', ich könnt' dem Schuft die Rip­pen einschlagen wer's auch sei! Eoddam!"

Dann winkt er ein Auto heran und fährt zumKlub der Prominenten."

DerKlub der Prominenten" in der H. Avinue!

Für die Nachtvögel, die dort verkehren, ist Mitternacht eine frühe Stunde.

Erst, wenn solide Leute längst schlafen und sich in süßen Träumen wiegen, öffnet er mit seinem raffinerten Luxus, seinen Spielsälen und Sektglagen denoberen Zehntausend" seine Pforten.

Als Mister Teddy in einem der luxuriö­sen Spielsäle eintritt, schallt ihm von den verschiedenen Tischen her, an denen gepokert wird oder Baccarat oder Roulette gespielt, wieherndes Willkommen entgegen trotz seiner eigenartigen Kostümierung, die zu der Hypereleganz dieses Snobtums um ihn herum in grellem Gegensatz steht. Man hat sich nachgerade anMister Teddys" Capri­cen gewöhnt.

Halloh, Teddy! Dacht' schon du hast uns ganz vergessen!" ruft die knabenhaft Helle Stimme Bobby Morgans ihm zu.Kannst meinen Platz einnehmen. Bin ausgeräu- bert bis auf die Knochen!"

Und der vielversprechende Jüngling, der einzige Sohn des Eisenbahnkönigs Charles Morgan, dessen junges Bubengesicht bis un­ter das kurze blonde Borstenhaar glüht, vom Spielverlust wie vom überreichen Sektgenuß erhebt sich mit etwas unsicher» Beinen und schiebt Teddy an den Baccarattisch.

Und Teddy spielt. Und trinkt. Aber wäh­rend er einsetzt und die Karten mischt und gewinnt oder auch verliert, sieht er beständig einen blauen Schleier im Meerwind flat­tern, fühlt er den warmen Druck einer schlanken weißen Mädchenhand . . .

Und plötzlich wirft er die Karten auf den Tisch und steht auf. Ganz unvermittelt, so daß seine Mitspieler ihn erstaunt ansehen. Und durchschreitet rasch den Spielsaal, wo auf einem Ecksofa der junge Bobby Morgan sanft entschlummert ist.

Teddy packt ihn bei den Schultern und schrittelt ihn wach.

He Bobby!"

(Fortsetzung folgt.)