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^enn ein Unglück geschieht, ohne sich doch jemals in etwas zu mischen, was er nicht versteht.
Ferner muß der ideale Ehemann seine Frau studieren und muß wissen, daß sie gleich ihm „ihre Augenblicke" hat. Wenn yer Mann sich gern nach dem Mittagessen bei der Zigarre ausruht, hat die Frau in der Regel ihr Stündchen nachmittags nach ^m Tee, wo sie sich ausruht, ehe sie sich für ben Abend antleiden muß. — Und noch (ines. Jede Frau verlangt, daß ihr Mann „icht nur treu ist, sondern ihr auch vollkommen vertraut. Dennoch aber soll er, ohne sie in ihrer Bewegungsfreiheit zu hindern Jie spüren lassen, daß er sie gegen Versuchungen zu beschützen wünscht. Ein Mann, der all diese Eigenschaften besitzt, verdient wirklich den Ehrentitel: „Der ideale Gatte!"
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Die Rache des Khediven.
Sonderbare Vorgänge, die einem wilden Abenteuerroman entnommen sein könnten, kamen in einer Verhandlung vor dem Kieler Oberlandsgericht zur Sprache. Es flagten zehn Mann der Besatzung der ehemaligen Kaiserjacht „Meteor", die jetzt „Rimet Allah" beißt, und deren Besitzer der Khedive Hilmj der Zweite, Exkönig von . Aegypten, ist, auf Zahlung von rückstän- i digem Gehalt und Verpflegungsgeld nebst i Sühnegeld für erlittene Schmach. Der s Prozeß läuft bereits über eineinhalb Jahre, da der ehemalige ägyptische Machthaber I nirgends aufzufinden war, doch hofft man, I daß die ägyptische Regierung den Deutschen s ihr Recht zuteil werden lassen wird. Der Sachverhalt ist folgender: Ende Januar 1924 übersandte das deutsche Konsulat im Piräus (Athen) dem an Bord des „Nimet I Allah" befindlichen Khediven, dessen Kapitän damals der Graf von der Recke war, I > eine Rechnung. Der Khedive wollte den Be- I trag dieser privaten Rechnung einem Teil I der Besatzung von ihrem Monatsgehalt ab- s ziehen. Als Graf von der Recke darauf bei dem Khediven vorstellig wurde, entließ die- I ser den Grafen sofort. Schon am nächsten Morgen um 6 Uhr mußte Graf von der Necke das Schiff verlassen. Nach altem
Der tolle Mister
* Teddy von Rewyork
I Der Roman eines Eigenwilligen.
„ I Von Erich Friesen.
(15. Fortsetzung.)
Ein leiser Seufzer stiehlt sich Johnys Lippen.
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„Es lohnt sich nicht. Komm nachhause, ' Elfte!“
Doch diese wehrt ab.
„Wo anders hin, Johny! Vielleicht nach dem Odeon-Variete? Da gehen die reichen Leute hin —"
• „Versuchen wirs!"
Doch auch hier keinen Erfolg.
Auto auf Auto fährt vor. Dekolettierte Damen, Herren im Smoking und Zylinderhut steigen lachend und schäkernd aus und verschwinden in der lichtdurchfluteten Spiegelhalle.
Niemand kümmert sich um den kleinen blinden Geiger, dessen zarter Bogenstrich I kaum vernehmbar ist in dem Tosen und j Brausen ringsum.
Elsie hat den Schal tief übers Gesicht ge- jogen. Auch sie beginnt den Mut zu ver- neren.
Plötzlich zuckt sie zusammen.
Inmitten der herandrängenden Menschen- ^nge kommt ein hochwachsener, alle anderen Mrragender Mann in einer Arbeiter- ^Ppe dahergeschleudert, die Hände in den ^entaschen ,die Mütze verwegen auf einem Ur, die Zigarre nachlässig zwischen den ^Ppen.
Elsie hat die Empfindung, als stünde ihr verz still. Er! Er!! Endlich!
Doch bleibt sie wie angewurzelt im Schatten einer Säule.
Auch er will eintreten. Da sieht er den reinen Geiger. Und er bleibt stehen.
„Halloh, Junge! Fiedelst wohl umsonst, Die Reichen haben nicht viel Herz vrme Teufel! Scheinst übrigens deine zu verstehen. Aber nichts für dieses
Brauch brachte die Besatzung ihrem Kapitän bei seinem Scheiden drei Hurras, was der Khedive als grobe Beleidigung auffaßte. Er ließ die Leute antreten und beschimpfte sie in fürchterlicher Wut mit Worten wie: Ihr Luders, ihr Schweine, ihr Bolschewisten, ihr Deutsche mit eurem schmutzigen Hurra usw. Dann ließ er die Leute von seiner vom Kopf bis Füßen in Waffen strotzenden privaten Polizei rund 25 Kilometer durch teils kniehohes Sumpfgebiet ins Innere Anatoliens schleppen und dort alle zehn in einem Raum ohne jegliches Mobilar, Brot und Prügel, von stark bewaffneten Posten bewacht, einsperren. Die Wache waren Mohren. Nach drei Tagen wurden die Leute an Bord zurückbefördert und sofort nach Deutschland in Marsch gesetzt. Nach 21 Tagen, nur mit Fahrkarte versehen, also ohne Verpflegung, trafen die Leute in Kiel wieder ein. Das Oberlandesgericht verurteilte den Exkönig zur Tragung der rückständigen Gehalts- und Verpflegungsgelder, ferner zur Tragung der Eerichtskosten. Wegen des Sühngeldes für die Freiheitsberaubung, Verschleppung der Leute und deren Durchprügelung schweben zur Zeit noch Verhandlungen vor dem hiesigen Landgericht, da von dem Vertreter des Khediven verschiedene Angaben der Mann- schäften bestritten wurden und noch weitere Zeugen zu vernehmen sind.
Tagesgeschichte
Der Widersinn der Pontus mneialmteile.
TU. Berlin, 23. November. Der in Kassel lebende General der Infanterie a. D. von Staabs war von einem französischen Kriegsgericht im Abwesenheitsverfahren wegen Plünderung und Zerstörung der Schlösser Marckmis, Monxaigu und Fail- loul zu 10 Jahren Zuchthaus und 20 Jahren Aufenthaltsverweigerung verurteilt worden. Nach einer dem General zugegangenen Mitteilung des Obeireichsanwalts ist, wie der „Montag" meldet, das vom Reichsgericht angestellte deutsche Ermittlungsver-
Publikum! Da muß man Radau machen! Gib mal her!"
Und ehe Johny noch weiß, was ihm geschieht, hat der Mann ihm die Violine aus der Hand genommen — fährt ein paarmal prüfend mit dem Bogen über die Saiten und spielt sos — ein bekannter Shimmy, dessen scharfe, nervenaufpeitschende Rhythmen allen Lärm ringsum übergellen.
Man bleibt stehen. Man glotzt und horcht. Einige erkennen den Spieler und lachen. Akan ist ja Mister Teddys Extravaganzen gewohnt.
Bald hat sich eine Menschenmenge um ihn versammelt. Der Straßenmusikant macht dem Odeon erfolgreich Konkurrenz.
Jetzt geht er in eine Rhapsodie über — wild, voll ungezügelter Leidenschaft, die die Schritte aller an den Weg festbannt. Plötzlich
hört er auf und guckt sich um.
sammelt?"
die noch immer wie geistesab-
„Wer Elsie,
wesend an der Säule stand, tritt näher. Die Münzen fliegen nur so auf ihren schüchtern gereichten Teller. Sogar einige Dollarstücke.
Mister Teddy hat das ärmlich gekleidete Mädchen mit dem halb verhüllten
gar nicht beachtet. Er steht neben und streicht ihm liebevoll über das Kraushaar.
Die Menge zerstreut sich. Die entlang. Oder hinein ins Odeon.
Gesicht Johny blonde
Strafte
Elsie kommt mit ihrem Teller, gesenkten Hauptes Hauptes und mit vor Erregung glühenden Wangen.
„Gutes Geschäft, wie?" lacht Teddy.
Und erkennt sie plötzlich.
„Sieh^da! Elsie Parker! Umgesattelt, wie?"
Sie schüttelt den Kopf. Sie ist noch zu erregt ,um sprechen zu können.
stammelt sie endW mühsam weil —“ und fierbeutet auf
„Nein —“ — nur heute,
Johny.
Mit der den Blinden eigenen raschen Auffassungsgabe begreift der Junge sofort die Situation.
„Er?" fragt er leise, Elsies Hand drük- kend.
»Ja, Johny! Er!"
fahren eingestellt worden .weil sich keine Anhaltspunkte für die Annahme einer von dem Beschuldigten begangenen strafbaren Handlung, insbesondere einer Zerstörung und Plünderung der genannten drei Schlösser, ergeben haben.
Die Tauchversuche nach dem U-Boot.
TU. London, 21. November. Wie aus Portsmouth berichtet wird, ist einer der deutschen Taucher, Otto Kraft, gestern kurz vor Einbruch der Dunkelheit zum ersten Mal auf der Stelle, wo das Unterseeboot gesunken sein soll, hinabgestiegen. Die Tiefe des Wassers betrug 69 Meter. Trotz der Tatsache, daß es nicht gelang, das Boot zu finden, wird der Versuch als ein Triumph für den deutschen Erfinder, sowie für den Taucher, der in schwer erschöpftem Zustande wieder an die Oberfläche kam, angesehen. Falls die Wetterbedingungen heute befriedigend sind, wird der Abstieg an verschiedenen Stellen wiederholt werden.
Die Ursache des Unterganges des Unterseebootes „M I".
TU. London, den 21. November 1925. Die britische Admiralität beschuldigt in einer amtlichen Mitteilung den schwedischen Frachtdampfer „Vidar", das Unterseeboot
Bestellschein
Unterzeichneter bestellt ab 1. Dezember 1925 die
„Hessische Morgenzeitung"
und ersucht um kostenlose Lieferung bis zu diesem Tage
Genaue Anschrift:
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Strafte:
■MM
~ „Du spielst gut, kleiner Bursche," lobt Teddy. „Ton noch ein bißchen dünn, aber weich und rein. Kann was draus werden!"
Johnys blasses Kindergesichtchen strahlt. O, was hätte er drum gegeben, wenn er ihn hätte sehen können, den Mann da neben ihm, der so herrlich spielt, wie der arme kleine Blinde es noch nie gehört hat!
Noch immer hat Elsie ihre Fassung nicht wieder gefunden. Seit Wochen sucht sie nach diesem Mann. Tag und Nacht denkt sie an ihn. Jetzt steht er vor ihr, und sie weiß nichts zu sagen.
Er hat Johny bei der Hand genommen und geht mit ihm die Straße hinunter, freundlich auf ihn einredend.
Elsie folgt schweigend. Bis er an der nächsten Ecke stehen bleibt, um sich zu verabschieden.
Da saßt sie Mut.
„Ich muß Ihnen — auch noch — danken," stammelt sie.
Er guckt sie erstaunt an.
„Wofür?"
„Für den — den — Ning — damals. Ich habe ihn versetzt — viel Geld dafür bekommen - aber —" sie wird schon wieder- befangen — „ich kann ihn jetzt nicht einlösen — hab' meine Miete bezahlt — und so allerlei — später — dann gebe ich ihn Ihnen zurück —"
„Unsinn wehrt er lachend ab. „Meinen Sie, ich will das Ding wieder haben? Der hat seinen Zweck erfüllt. Basta! Na, Bürschchen? Noch eins aufspielen? Oder lieber irgendwo ein Beefsteack essen? Ich weiß ein fremdes kleines Lokal in der Nähe. Hab' ohnehin Hunger —"
Johny horcht auf. Dann tuschelt er Elsie etwas ins Ohr.
Das Mädchen wurde blutrot und wehrt verlegen ab.
Der Knabe bittet und drängt. Sie sträubt sich.
„Johny will durchaus —"
„Na, was denn?"
„Daß Sie mit uns nachhause kommen zum Abendessen!" platzt der Knabe heraus.
Der Mann nickt.
„M I" gerammt und dadurch zum Sinken gebracht zu haben. Es verlautet, daß aus Stockholm eine Depesche vorliege, wonach der Kapitän der „Vidar" zugibt, das U-Boot gerammt zu haben.
Beileid des Reichspräsidenten von Hindenburg zum Tod der Königsmutter.
TU. Berlin, den 22. November 1925. Wie die Morgenblätter melden, hat der Reichspräsident von Hindenburg dem König und
der Königin von der Königsmutter sprachen.
Die Trauerfeier
England beim Ableben seine Teilnahme ausge-
für die Könrgsmutter
in England.
TU. London, den 22. November 1925. Die Trauerkundgebung des Unterhauses anläßlich des Todes der Königsmutter Alexandra kann erst am Dienstag stattfinden, da die sehr strengen Vorschriften der Geschäftsordnung eine Aenderung der Tagesordnung am Montag nicht zulasten. Die Trauerfeier in der Westminster-Abtei findet, wie amtlich bekanntgegeben wird, am nächsten Freitag morgen um 11,50 Uhr statt.
Druck und Verlag: Eutenbergbuchdruckerei Fulda. Verantwortlich für den politischen und übrigen Textteil: i. V. Kurt E. Krebs, für die Inserate: Paul Flagmeier, sämtlich in Fulda.
... Stock:
„Gute Idee, Bürschchen! Mit Dank angenommen!"
„Ich habe so viel Geld — durch Ihre Güte —"
„Ganz recht. Und ich hab' auch noch was! Da schießen wir unser Talent zusammen. Kommt ,Kinder!"
Er nimmt Johny wieder bei der Hand. Und mit ihr rechts und Elsie links, stolziert er von dannen.
Als sie an einem Delikateßgeschäft vorbei- kommen, in dessen Schaufenster die Neuheiten der Saison und all die Herrlichkeiten ausgebreitet liegen, die diesen beiden armen Menschenkindern vollständig unbekannt sind,
„Passen Sie mal auf Johny auf, Miß Etsie!"
Und schon ist er drinnen.
Der Verkäufer blickt mißtrauisch auf den Mann im Arbeiterkittes, der Kaviar fordert und Gänseleberpastete und Spickgans und RaLfortkäse und Knackmandeln und Trau- lenrosinen und eine Flasche Burgunder — „aber vom besten!"
„Wissen Sie auch, was das alles kostet?" brummt er. „Haben Sie Geld?"
„Packen Sie ein! Basta!" kurze Entgegnung.
Und der Verkäufer packt ein. sein Geld — so viel, daß Elsie
lautet die
Und erhält und Johny
samt Großmutter wochenlang davon hätten leben können.
Dann ist Mister Teddy wieder draußen.
Elsie reicht ihm schüchtern । Silber,münzen.
Er nimmt eine davon, um sie hänfen.
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Und dann geht es wohlgemut Fulton Street. Die vier engen hinauf.
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nach der Treppen
Großmutter wäre vorhin schwer betrunken hart) Hause gekommen — wie die Wirtin jammernd erzählt. Jetzt läge sie im Bett und schliefe ihren Rausch aus.
Johny läßt den Kopf hängen.
(Fortsetzung folgt.)