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Oberbürgermeister Luppe dementiert Emil Ludwig.

^. Nürnberg, 11. November. Gegen- ! Uber den Mitteilungen des Schriftstellers ^il Ludwig anläßlich einer Veranstaltung bes Berliner Reichsbanners Schwarz-rot- gold, daß . bei dem Versuch im Jahre 1924, Kronprinz Rupprecht von Bayern auf dem ^ege der Staatspräsidentenschaft zum j Mg zu erheben, er« Reichsminister dem I Heren Kronprinzen die Zusicherung gege-

. habe, daß die Reichswehr in diesem I ^lle sich neutral verhalten würde, wird mit H Zezug auf den Nürnberger Oberbürger- p geister Dr. Luppe, der dagegen eingeschrit-

M sei, festgestellt, daß diese Darstellung I Ahl auf einem Mißverständnis beruhe.

. M Jahre 1924 glaubten königstreue Kreise die Regierung des Kronprinzen Rupprecht durch eine einfache Stimmenmehrheit im Landtag durchsetzen zu können. Man war die Meinung, daß die Reichswehr in einem selchen Falle, da es sich um eine innere An­gelegenheit handele, Gewehr bei Fuß stehen ü râde. Als aber von Berlin das Gegenteil I bekannt wurde, sah man sich veranlaßt, ab- I zublasen.

Ein Mißtrauensvotum der

! Völkischen.

k Berlin» 11. November. Die Völkische

F Kichstagsfraktion beabsichtigt, sofort beim 1 jujammentieten des Reichstages ein Miß- ■ Nauensvotum gegen das Kabinett Luther I mb gegen den Vertrag von Locarno einzu- hriagen. Es ist möglich, daß damit die Ab- [ Mit verfolgt wird, auch die Deutschnatio- i nalen von vornherein festzulegen und eine nachträgliche Zustimmung zu dem Vertrags­wert von Locarno unmöglich zu machen.

Vor einer deutschen Note in der Luftfahrt-Frage.

■ Berlin, 11. November. Wie wir hören, . trifft es nicht zu, daß die deutsche Regierung ; in den nächsten Tagen eine neue Note der Botschafterkonferenz über biF Luftfahrt- s Frage erwartet. Vielmehr wird bas Reichs-

Der tolle Mister Teddy von Rewyork.

Der Roman eines Eigenwilligen.

। Von Erich Friesen.

7. Fortsetzung.

Zu ihrer Erleichterung kommt Miß Har- von selbst darauf zu sprechen. Mit vor I Regung zitternder Stimme erzählt sie I Aer jungen Freundin, daß der Gram um I ben ungeratenen Sohn ihren armen Bruder I langsam ins Grab bringe. Er wohne schon I seit längerer Zeit nicht mehr bei ihnen. | hätte irgendwo in Newyork — sicher nicht in der vornehmsten Gegend — ' wie sie weh- | mutig hinzufügt — „sein Earconlogis, wo »es, wie Fama sage, manchmal zuginge. Ihr I Bruder wäre noch immer davor zurückge- I schreckt, den Sohn zu enterben, obgleich gar I keine Aussicht bestände, ihn von seiner ab- I lchüssigen Bahn abzubringen. Jetzt jedoch, inach dem neuerlichen Skandal im Odeon- ■ Variete --ich weiß nicht, ob du schon 1 Kenntnis davon hast, liebes Kind?--

I .Miß Harriet Vanderbild stockt und fährt I erregt mit dem Taschentuch über die I bliru.

I Evelyne greift nach der feinen weißen I ^atronenhand und streichelt sie liebevoll.

I Ja, Miß Harriet. Mein Vater machte I '^Andeutungen. Es tut mir ja so leid!" I ^ie alte Dam weint. Sie könne sich noch ■ Mi an den Gedanken gewöhnen. Sie habe ■ en Jungen noch immer lieb. Er hätte als I ein so gutes Herz gehabt. Keinem I konnte er ein Leid antun. Und nun I !^e er auf einmal so schlecht geworden I lein? Bisher war er ab und zu noch mal I Wommen und hätte sich nach dem Befinden I 65 Unters erkundigt. Jetzt hätte er sich I w" seit Wochen nicht mehr blicken lassen. 1 b 65 wäre auch besser so. Es habe stets I Auftritte gegeben zwischen Vater und 1^Un ^äre das Faß übergelaufen. I Bruder habe Henry Bartley für morgen I ^ne Wood bestellt, um alles Nähere

kabinett nunmehr eine Antwortnote an die Botschafterkonferenz richten, die eine Erwi­derung auf die letzte Botschafternote vom 25. Juni darstellt und die die Forderungen Deutschlands über Gewährung völliger Luftfahrt-Freiheit enthalten wird. An dem Stande der Dinge hat sich bisher wenig ge­ändert, da eine Zurückziehung der alliierten Luftfahrtbestimmungen, die bekanntlich für Deutschland unannehmbar sind, bisher nicht in Aussicht gestellt ist. .

Vermischtes.

Ser Banause. *

In einem Städtchen der Neumark erschien eines Tages ein Abteilungsdirektor des Ger­manischen Museums zu Nürnberg. Er hatte in Erfahrung gebracht, daß die Stadtverwal tung ein wertvolles Gemälde aufbewairte, wollte es in Augenschein nehmen und versu­chen, ob er es nicht für sein weltberühmtes Kunstinstitut erwerben könne. — Der Direktor läßt sich bei dem Bürgermeister des Städt­chens melden und es entwickelt sich folgendes Gespräch:

„Mein Name ist H.l Ich bin Direktions­mitglied des Germanischen Museums und möchte Sie freundlichst bitten, mir . . "

Darauf untrrbricht der Ortsgewaltige den gelehrten Herrn und sagt:

„Ne, ne! Wird nich jenäbmigt!,,

Der überraschte Direktor schüttelt erstaunt sein graues Haupt und will einen Einwand anbringeu:

„Aber erlauben Sie mal, Herr Bürger­meister!"

—„Ich sagte schon: Wird nicht jenähmigt!" erk ärt wieder, kurz angebunden, der Orts­schulze und macht Miene den Besucher stehen zu lassen.

„Nun hört aber alles auf!" ruft jetzt, ein wenig aufgebracht, der Direktor.

„Reden Se nich' lange! erwiderte darauf der Bürgermeister. „Ich hab' keine Zeit nich'! Nischt wird jenähmischt! — — Vorrichte ' Woche war hier erseht een Karussell, vor vier­zehn Tagen een Kienpoot und Pfingsten een Panoptikum! Bleib'n Se mir mit Ihrem jer- manschen Museum vom Halse!"

Lest die „Hessische Mwgenzeitmg".

wegen der Erbschaft mit ihm zu besprechen.

Sie selbst sähe dem Besuch dieses Neffen mit Unlust entgegen. Er wäre ihr nicht sympa­thisch. Auch ihrem Bruder nicht. Doch wäre er ein nach jeder Richtung hin hochgeachteter kluger und formvollendeter Mann, der eine große Zukunft vor sich habe. Bei ihm wären sicher das Vermögen, wie die Liegenschaften und sonstigen Wertobjekte, um die es sich handelte, gut aufgehoben. Und doch — und doch —

Und Miß Harriet weint still in sich hinein.

Evelyne hat tiefes Mitleid mit der guten alten Dame. Sie gleitet neben ihr nieder, umfaßt sie mit beiden Armen und blickt voll innigster Teilnahme zu ihr empor.

„Liebes, liebes Kind —“ schluchzt Miß Harriet auf. „Du weißt gar nicht, welch ein Trost du mir bist. Der liebe Gott hat dich uns geschickt in dieser schweren Zeit. Es ist, als hätten wir alten Leute eine liebe Toch­ter --"

Der Gong läutet zum Lunch. Hastig trock­net die alte Dame ihre Tränen. Arm in Arm gehen die beiden Frauen die breite teppichbelegte Treppe hinab nach dem Speisesaal, in dem Mister William Vander­bild die Damen bereits erwartet.

Mit ausgestreckten Händen kommt er auf seinen jungen East zu. Er ist ein großer, etwas gebeugter Herr von etwa sechzig Jahren, mit vornehmen Zügen, aus denen große Herzensgüte, aber auch unbeugsamer Wille spricht. Durch die hohen gotischen Fenster mit ihren vielfarbigen Butzen­scheiben scheint hell die Sonne herein auf die eichengetäfelten Wände mit ihren kost­baren Gobelins und antiken Gemälden, auf die die farbenprächtigen Smyrnateppiche, die kunstvoll geschätzten Möbel und das blitzende Kristall und Silber, das die Tafel schmückt. Scheint auch auf das gebeugte weiße Haupt des Besitzers all dieser reichen Pracht.

Und Eveline tut das Herz weh beim An­blick des guten alten Gesichtes, in dem deut­lich die Spuren tiefen Herzeleids geschrie­ben stehen. '

William Vanderbild hat sich stets in der Gewalt. Kein Wort fällt über das Thema,

Amtliches

MehsMeiWlizeiliche Amrdnmg.

Zum Schutze gegen die Maul- und Klauen­seuche wird auf Grund der § § 18 ff. des Viehseuchengeseßes v. 26. Juni 1909 (Reichs- geseßblati S. 519) mit Ermächtigung des Herrn Ministers für Landwirtschaft, Domä­nen und Forsten folgendes bestimmt:

Infolge Ausbruches der Maul- u. Klauen- feuche unter dem Viehbestände des Hofgutes Engelsburg, Gemeinde Opperz, ändere ich die §§ 1 und 11 meiner viehseuchenpolizeilichen Anordnung vom 2. ds. Mts., Fuldaer Zeitung Nr. 256, hierdurch wie folgt ab: (§1) Tas ß chöst Ergeb lurg bildet einen weiteren Sperrbezirk. (§11) Für das Seuchen­gelten die im § 12 bezeichneten Verbote.

Die vollständige hiernach erlassene vieh­seuchenpolizeiliche Anordnung vom heutigen Tage ist in der Gemeinde Opperz ortsüblich durch Ausrufen — Aushang — bekannt ge­macht worden und kann auf dem Bürger­meisteramte daselbst oder bei mir eingeseyen werden.

Fulda, den 11. November 1925.

Der Landrat:

Bestellschein

Unterzeichneter bestellt ab 15. November 1925 die

„Hessische Morgenzeitung"

und ersucht um kostenlose Lieserung bis zu diesem Tage

Genaue Anschrift:

Name:

Straße:

das doch seine Gedanken jetzt so völlig in Anpruch nimmt. Er unterhält sich angele­gentlich und lächelt gütig wie stets und reicht mit der ihm eigenen Ritterlichkeit seinem jungen East eigenhändig die Fruchtschale. Um nichts in der Welt würde er dem lieb­lichen Geschöpf den Frohsinn rauben.

Aber Evelyne fühlt, wie schwer ihm das alles wird. Am liebsten hätte sie sich über die bleiche, durchsichtige Greisenhand ge­beugt und sie in kindlicher Ehrfurcht mit den Lippen berührt. Ihr ist, als ob über dem ganzen Schloß eine Trauerwolke hinge — trotz des lachenden Sonnenscheins draußen. Auch in den Gesichtern der laut­los auf und ab eilenden Dienerschaft, in ihren teilnehmenden Blicken, die immer wieder zu der ehrwürdigen Gestalt oben an der Tafel zurückkehren.

Armer alter Mann! Armer alter Vater!

Dämmerung beginnt sich herabzusenken, als Evelyne von den Vanderbilds Abschied nimmt und ihrn Bucky besteigt.

William Vanderbild hatte dem Gärtner Auftrag gegeben, einen Strauß herrlicher, dunkelroter Rosen abzuschneiden, die der galante alte Herr seinem jungen Gast per­sönlich nun überreicht. Ein Diener sollte Miß Evelyne begleiten, da die Dunklheit rasch fortschreitet und besonders Miß Har­riet um ihre junge Freundin besorgt ist.

Doch Evelyne lehnt dankend ab. Ihre durch und durch gesunde Natur kennt keine Furcht. Wer sollte ihr auch etwas tun?

So kutschiert sie denn wohlgemut wieder denselben Weg zurück — ein wenig stiller, als sie gekommen war. Die beiden guten alten Leute, denen solch tiefer Kummer be­vorsteht, nehmen ihr Denken gefangen.

Die Lust wandelt sie an, ein wenig zu laufen. Der schmale Pfad am Gehölz ent­lang lockt gar zu sehr. Sie hält den Bucky an, springt leichtfüßig herunter und trabt neben King her, ihn leicht am Zügel füh­rend. Beide naschen an dem Konfekt herum, daß Miß Harriet ihr noch zugesteckt hatte und von dem die zierlichen Müdchenfinger abwechselnd ein Stück zwischen die eigenen frischen Lippen und in die verlangende Scknauze des Ponnys schieben, was er jedes­

Asthma solori gelindert.

Ein bekannter Arzt will dies allen Leidenden in Fulda beweisen.

„Ich wünsche, daß jeder Asthmatiker hierselbst sowohl, wie überhaupt in ganz Deutschland, mein Mittel Asthmador-Zigaretten (tabakfrei) gänzlich kosten­los ausprobiert“, so gibt Dr. Schiffmann allen Asthma- Leidenden bekannt. Er sagt: „Ganz gleich, wie heftig auch der Anfall sein mag, wie hartnäckig der Fall oder von wie langer Dauer das Leiden. Asthmador- Zigaretten geben sofort Linderung, gewöhnlich schon in 10 bis 15 Sekunden, stets aber in ebensoviel Mi­nuten.“ Er weiß, was sein Mittel für Tausende von Astmatikern getan hat, und um nun auch diejenigen zu überzeugen, die es noch nicht ausprobiert haben, hat er diesmal besondere Vorsorge getroffen, alle ]Apotheken hierselbst, wie überhaupt in ganz Deutsch- and, mit Gratis-Proben zu versorgen, so daß es jedem Leidenden möglich ist, ein spezielles Probe-Päckchen bei seinem Apotheker zu erhalten, wenn er innerhalb der nächsten drei Tage (solange Vorrat) dieserhalb dort vorspricht. Es bleibt sich dabei gleich, ob jemand an einem kleinen Orte oder in der Stadt wohnt, er wird in jeder Apotheke die betreffende Probe erhalten können. Solch ein tatsächlicher Versuch wird den überzeugendsten Beweis für Dr. Schiffmann’s Behauptung erbringen, und er bietet in der Tat den einzigen Weg, das Vorurteil Tausender von Asthma­tikern zu überwinden, die bisher Linderung suchten. Auch diejenigen, die zu weit entfernt von einer Apo­theke wohnen, oder sonst aus irgendeinem Grunde keine Probe arhalten konnten, wird eine solche um­gehend per Post zugesandt werden, wenn sie ihren Namen und genaue Adresse, nebst 10 Pfg. in Brief­marken, der Victoria-Apotheke, Berlin SW 48, Friedrich­straße 19, einsenden. Original-Packungen in allen Apotheken erhältlich, Preis 2.25 Mk.

Druck und Verlag: Gutenbergbuchdruckera Fulda. Verantwortlich für den politischen und übrigen Textteil: i. V. K u r t G. Krebs, für die Inserate: Paul Flag- meyer, sämtlich in Fulda.

Stock:

mal durch ein fröhliches Wiehern quittiert.

Sie ist ganz allein auf dem Wege. Auf der einen Seite der sandige Strand und da­hinter die brausenden Mereswogen. Auf der anderen das dunkle Gehölz. Kein Mensch weit und breit zu sehen.

Doch! Liegt dort nicht jemand unter der breitgeästeten Fichte?

Ein Handwerksbursche, wie es scheint, der müde von schwerer Arbeit, ein wenig aus- ruhen will und eingeschlafen ist.

Evelyne ist im Sonnenschein des Lebens aufgewachsen und hat noch nicht viel von Not und Elend gesehen. Aber ihr weiches Herz schlägt instinktiv jedem Leidnden ent­gegen, und kein Bettler verläßt sie unbe­schenkt. So empfindet sie auch mit dem dort Liegenden Teilnahme. Wie traurig muß es sein, immerfort arbeiten zu müssen, von früh bis spät, nur um sich sein bischen täg­liches Brot zu verdienen! Während sie selbst — T-

Fast schämt sie sich ihrer glücklichen Lage. Einem inneren Impulse folgend, nähert sie sich dem ruhenden Mann. Vielleicht schläft er nicht? Ist nur müde? Und sie kann ihm irgend etwas anbieten?

Der Mann hat den Kopf auf den Arm gelegt und rührt sich nicht? Er schläft also doch wohl? Das Gesicht kann sie nicht genau erkennen. Nur eine Fülle dunklen kurzge­schnittenen Haares, von dem die Mütze herabgeglitten ist.

Schon will sie weitergehen. Da gewahrt sie am Nacken einen dicken roten Streifen, augenscheinlich eine Wunde, aus Der große Tropfen auf den Hemdkragen herabsickern. Erschrocken beugt sie sich über ihn.

Ist er verwundet? Wohl gar — tot? Nein. Er atmet ruhig und gleichmäßig. Ein paar lästige Mücken sitzen an der blu­tenden Wunde.

Evelyne schüttelt sich. Sie fühlt das Jucken und Brennen, das die Mücken ihm verur­sachen müssen, als wäre es ihre eigene Wunde.

(Fortsetzung folgt.)