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Das Medererwachen des Kolonialgedankens.

Bon Hubert Henoch-Breslau.

Es läßt sich nicht leugnen, daß man im deutschen Volke wieder auf die durch den Machtspruch des Friedensvertrages verlo­ren gegangenen Tochterländer in Afrika u. der Südsee besinnt. Die Kolonialfrage war in aller Munde, als 1919 und 1920 die ruhmreichen Lettowkämpfer und die urplötz­lich von Haus und Heim verjagten Farmer und Pflanzer mit ihren Familien in die Heimat zurückkehrten. Aber während der verflossenen Elendsjahre hatten wir an nä­heres zu denken als an die fernen Schutzge­biete, in denen zuvor 25 000 Deutsche eine neue Heimat gefunden hatten.

Die Festigung unserer inneren Verhält­nisse hat auch dem Gedanken an das Deut­sche Kolonialreich und an die wirtschaftliche Notwendigkeit überseeischer Betätigung un­ter der deutschen Flagge neues Leben einge­haucht. Heute verlangen wir und erhoffen wir wieder deutschen Kolonialbesitz, mit an­deren Worten: die Rückgabe der ehemali­gen Schutzgebiete Togo, Kamerun, Südwest­afrika, Ostafrika und der Inseln in der fer­nen Südsee. Einer überlegten Leitung un­serer Außenpolitik werden sich hier bei un­überwindlichen Hindernisien nicht entgegen­stellen.

Denn die Begründungen, mit denen man von uns den Verzicht auf die Kolonien erzwang, haben sich als unhaltbar erwiesen, die „Koloniale Schuldlüge" ist in nichts zer- flattert. Der erste Minister der Südafrika­nischen Union, Herr General Herzog ,hat jüngst bei einem Besuch der größten deut- sckien Siedlungskolonie Südwestafrikas, in der noch immer 8000 Deutsche leben, erklärt, chie britischen Verleumdungsbroschüren Northcliffeschen Stiles aus der Kriegszeit bestünden amtlich für ihn nicht mehr.

Wir sollen hart und grausam gegen ine farbigen Bewohner unserer Schutzgebiete vorgegangen sein. Warum aber haben sie uns in rührend selbstloser Weise die Treue gewahrt? Warum sind ganze Kameruner Stämme mit der Schutztruppe auf das be­nachbarte spanische Gebiet übergetreten? Warum haben Tausende ^afrikanischer Ne­ger mit Lettow und Dr. Schnee im Felde gestanden, bis November 1918 die Waffen­stillstandsbedingungen ihre ehrenvolle Ue- beraabe forderten? Wer die kolonialen Blätter, die „Afrika-Nachrichten" u. a. liest, findet fast in jeder Ausgabe deutsch geschrie­bene Briefe von schwarzen Buchhaltern dcutscher Firmen aus Togo an ihre ehema- l'cen Vorgesetzten in Bremen, in denen sich die Hoffnung aus baldige Wiederkehr der deuischen KoGnisato en schlicht und crgrei- ferd ausdrückt, und die früheren Köche und eingeborenen Diener schreiben aus Ostafrika ihren Herrn gleiche.

Nicht einmal das Zeugnis stellen uns die Gegner aus, daß wir in weniger als einem Menschenalter, dreißig Jahren, unsere Ue- berseegebiete außerordentlich entwickelt ha­ben. Sie sollten programmäßig Produk­tionsstätten unter heißerem Himmel sein, in denen Erzeugnisse gedeihen, die unter unserer Sonne nicht reifen: Baumwolle, Palmen, Kaffee, Kakao und dergleichen mehr. Sie sollten unbehinderte Absatzgebie­te für die deutsche Industrie werden und Sielungsland liefern für den 1914 jährlich fast eine Million betragenden Vevölker- ungsüberschuß der 65 Millionen Bewohner des Deutschen Reiches. Um nur Deutsch- Ostafrika herauszunehmen, so ist dessen Handel, der 1902 einen Wert von 14 Mil­

Lokales.

Fulda, den 9. November 1925.

Schülerkarten zum Symphoniekonzert.

Für das morgige Symphonie-Konzert ge­langen Schülèr-Stehplatzkarten zu Mk. 0.50 zum Verkauf.

Künstler-Konzert. Der Solist des ersten Symphonie-Konzertes, Herr Konzertmeister Hewers wird morgen, Dienstag, abend im Evang. Gemeindehaus um 8 Uhr ein Künst­lerkonzert geben, auf das wir unsere Leser nachdrücklich aufmerksam machen. Näheres siehe Inserat. » n. Neues Theater. Frauen die nicht lieben dürfen" betitelt sich der in oben genanntem Theater laufende Film mit

lionen Mark darstelle, in einem Jahrzehnt auf «und 90 Millionen Mark gestiegen. Lei­der haben wir in demselben Zeitraum die weiße Bevölkerung nur von 2000 auf 5000 erhöht, während sie leicht auf das drei und vierfache hätte gesteigert werden können. Gerade weil zur Zeit infolge der ungünsti­gen Wirtschaftslage der Auswanderungs­drang bei uns wieder außerordentlich stark ist, (seit dem Kriegsende haben mehr als eine Viertelmillion Menschen das deut­sche Vaterland verlaßen)! bedürfen wir heute mehr als je zuvor solcher Gebiete, in denen Deutsche unter geeigneten klimati- [6en Verhältnißen auf dem Lande Ackerbau treiben und in den Städten ihr Handwerk ausüben können, wie es in Deutsch-Süd- westafrika und in ausgedehnten Teilen der inneren ostafrikanischen Hochländer der Fall war.

Die Notwenigkeit eigener Produktion erläutert das folgende Beispiel: Vor dem Krkege bezogen wir die für die Volksernäh­rung erforderlichen Pflanzenfette zu einem beträchtlichen Teile aus unseren Schutzgebie­ten; sie entstammten den Oelpalmenbestän- den in Togo und Kamerun und den Kokos­palmenhainen an der afrikanischen Ostküste und auf den deutschen Slldsee-Jnseln. Die Engländer, die überwiegend dort heute die Herren sind, haben alle nicht nach Eroßbrr- tanien gehenden Ausfuhren aus ihren Oel- Produktionsgebieten mit einer zehnprozen­tigen Ausfuhrabgabe belegt, um welche also unsere Einfuhren tropischer Fette und Oele mindestens schon verteuert sind, ehe sie Hamburg oder Bremen erreichen.

Es wäre aber einseitig, die Kolonialbe­tätigung nur vom materiellen Gesichtswin­kel aus zu betrachten. Viel wertvoller ist für die Gesamtheit, daß jeder einzelne, den das Schicksal einmal eine Zeitlang in einen überseeischen Wirkungskreis gestellt hat, da­mit innerlich wächst, die Enge der heimi­schen Kirchtumsauffaßung überwindet, in „Kontinenten" zu denken lernt. Jeder Tag des kolonialen Aufenthaltes erzieht den einzelnen zu höherer Verantwortung. Entschlußkraft und gesteigerter Selbständig­keit. Solche koloniale Erziehungsjahre fehlen seit beinahe einem Jahrzehnt dem deutschen Nachwuchs.

Die stetige Fühlung mit kolonialer Ar­beit und kolonialem Denken mangelt unse­rem ganzen Volke seit einem halben Jahr­zehnt. Aufgaben der zahlreichen, in dieser Richtung eingestellten Vereinigungen ist es, das wieder aufflackernde Licht des Koloni­algedankens nicht erlöschen zu lassen, son­dern zu hellerem, dauernden Brande zu ent­fachen. Unser Recht auf Uebersee können wir dem Feindbunde gegenüber nur vertre­ten, wenn das ganze Volk geschloßen für diese Forderung eintritt. Schon beginnen jene, wenigstens den Mißionaren wieder die Pforten zu ihren ehemaligen Arbeits­stätten zu öffnen.

„Kolonisieren heißt Mißionieren", hat der letzte Staatssekretär unserer Kolonial­verwaltung gesagt. Daran, den Begriff des Missionierens im weitesten Sinne gefaßt, wollen wir Deutsche wieder Anteil haben; wir wollen wieder Lehrer und Aerzte, Rich­ter und Beamte, Kaufleute und Pflanzer in die uns genommenen afrikanischen und Südsee-Gebieten entsenden können, weil de­ren Wirksamkeit nicht zu trennen ist von den Idealen des deutschen Kulturgedankens.

Ellen Kllrti, Olaf Fjord, Helene von Bol- oary und Paul Otto in den Hauptrollen. Der Film, ein Drama, zeigt die Erlebniße eines aus seinem gewohnten Milieu (der Putzstube) heraus gerissenen Mädchens, welche in wundervollen Bildern an unseren Augen vorüberziehen. Durch Glanz und Luxus geblendet, von einer reichen, altern­den trotzdem noch immer schönen Frau über­redet, verläßt sie ihre Arbeitsstätte, ihre Freundinnen und —ihren Geliebten um als Gesellschafterin bei der reichen Dame zu bleiben, welche sie in den Strudel des gesell­schaftlichen Lebens führt. Ein Kavalier, welcher das Herz des schönen Mädchens er­oberte, entführte sie an die Riviera, wo sie nach wundervoll verlebten Wochen erfahren muß, daß der Erwählte ihres Herzens ein Unwürdiger ist. Dadurch, und durch ver­schiedene andere Vorfälle lernt sie die Welt des Glanzes und Scheins haßen und verfällt

über diese Enttäuschungen in ein heftiges Nervenfieber. Von allen Freunden ver­lassen, ist es nur der einstige Geliebte welcher an ihr Krankenlager findet. Zwei Grotesken vervollständigen das Programm, welches jedem Kinofreund empfohlen wer­den kann.

Landesbibliothek. Verzeichnis der Neuan­schaffungen aus den letzten Monaten. Fort­setzung: Ludwig: Wilhelm 2. — Rolland: Verzauberte Seele 1—2. — König: Der Hei­lige Palast. — Seidel: 1. Das Haus zum Monde, 2. Sterne der Heimkehr, 3. Hoch­wasser. — Larsen: Der Stein der Weisen.— Löffler: Der Hülffensberg im Eichsfelde. — Künstler-Monographien 4 (Michelangelo). Brod: Renbeni. — Zweig, A.: Lessing, Kleist, Büchner. — Zweig, St.: Kampf mit dem Dämon (Hölderlin, Kleist, Nietzsche).— Hess. Urkundenbuch 1 ,2 (Ordensballei 2) — Kramer-Jacob: Fritzlar. — Tolstoj: Tol­stois Flucht und Tod. — Brentano: Agrar­politik. — Kraze: Jahr der Wandlung. — Gaudig: Freie geistige Schularbeit. — Mar­tin: Kunstgesch. von Salzburg. — Reinerth: Pfahlbauten am Bodensee. — Riemann: Das Klavierbuch. — Kolbenheyer: Das dritte Reich des Parazelsus. — Lehmann: Corveyer Studien. — Strümpell: Aus dem Leben eines deutsch. Klinikers. — Ost: Chem. Technologie. — Kalkhoff: Huttens Vagantenzeit. — Ackeret: Das Rotorschiff. — Fischart: Kövfe der Gegenwart. — Pon­ten: Eriech. Landschaften. — Rund um Frankfurt (Heimatbuch.) — Bartsch: Uner­füllte Geschichten. — Findeisen: Herzen und Masken. (Schuhmann-Roman). — Die Chronik von St. Johann. — Vindinq: Aus dem Kriege. — Nipoldt: Erdmag­netismus. — Klabund: 1. Bracke, 2. Fran­ziskus, 3. Pjotr, 4. Mohammed. — Grimm: Heidewig — William: Knechte der Klug­heit, — Shaw: Die Heilige Johanna. —> Mies: Die Musik im Unterricht höh. Lehr­anstalten. — Mathar: Fünf Junggesellen. Meier-Gräfe: Hans v. Marees. — Die Ur­sachen des Zusammenbruches 1918, 1—3. — Stöckhardt: Lehrbuch der Elektrotechnik.

We.terer Rückgang der Großhandelsziffer.

Berlin, 6. November. Die auf den Stichtag des 4. November berechnete Eroß- jandelsziffer des Statistischen Reichsamts ist gegenüber dem Stand vom 28. Oktober (122,5) um 1,5 auf 120,7 zurückgegangen, yür den Durchschnitt Oktober ergibt sich ein Rückaang der Großhandelsziffer von 125,9 im Durchschnitt September auf 123,7 oder um 1,7 vom Hundert.

Vermischtes.

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Eine neue Köpenickiade.

Der falsche Eisenbahnbaurat.

Ludwigshafen, 6. November. Ein falscher Eisenbahnbaurat, der längere Zeit den Bahnbetrieb in der ganzen Pfalz, vor allem das Fahrpersonal, auf seinen Inspektions­reisen kontrollierte, ist jetzt im Bahnhof in Ludwigshafen verhaftet worden. Er ist ein Student der Techn. Hochschule in Karls­ruhe mit Namen Welker aus Nußdorf bei Landau. Er ging planmäßig vor. Er hatte sich eine Reihe amtlicher Formblätter und Ausweise anfertigen lassen, darunter auch einen Ausweis, der zum Betreten der Loko­motiven berechtigte, und die Formblätter mit seinem Lichtbild und gefüschten Stem­peln der Reichsbahndirektion Ludwigshafen versehen. Durch Vorzeigen dieser gefälschten Ausweise und durch sein sicheres Auftreten gelang es ihm längere Zeit, das Eisenbahn­personal zu täuschen und ungestört seine Rolle als falscher Eisenbahnbaurat zu spielen. Welker fuhr mit Vorliebe auf den Lokomotiven.

Da er als Techniker technische Kenntnisse besaß, erregte er bei dem Fahrpersonal keinen Verdacht. Seine Entlarvung wurde erst dadurch herbeigeführt ,daß er sich einem Eisenbahnbeamten in Ludwigshafen gegen­über als der dem Beamten persönlich be­kannte Vorstand der Betriebsinspektion aus­gab. Dadurch schöpfte der Beamte Verdacht und erstattete Anzeige. Wie lange Welker sein Unwesen getrieben hat, muß erst die Untersuchung ergeben, da er allem Anschein na« während der Hochschulferien die Pfalz inspiziert hat. Die Beweggründe der Hand­lungsweise des Welker sind vollständig un­klar. Er hat bei seiner Verhaftung jede Aus­sage verweigert. Da er jedoch wirtschaftliche Vorteile mit seiner Köpenickiade nicht ver­folgt hat, kann es sein, daß er damit das von den Technischen Hochschulen vorgeschrie­bene praktische halbe Jahr hat ableisten wollen. Es liegt die Annahme nahe, daß Weller geistig nicht ganz normal ist.

20 Proz. Dividende bei Allstein.

Eine Krähe hackt der andern die Augen nicht aus.

Bei Ullsteins werden heuer 20 Prozent Dividende verteilt. Man kann daraus er­sehen, daß es noch Unternehmungen gibt, die ein Geschäft zu machen verstehen. Wir waren nur besorgt, was die sozialistische Presse zu diesem einzig dastehenden Ge­schäftsergebnis sagen würde. Bisher haben Kreisen schon bei geringeren Dividenden wir immer feststellen müßen, daß aus diesen lebhafte Verwünschungen laut wurden, die

gewöhnlich in der Behauptung gipfelten ber I in Frage kommende Gewinn sei aus’bc p Knochen der Arbeiterschaft herausgervirt- I schäftet worden. Merkwürdigerweise nimm 1 der „Vorwärts" im Falle Ullstein eine ent­gegengesetzte Haltung ein. Er fühlt sich 5 anlaßt, seinen Lesern den außerordentlich u hohen Gewinn zu erklären, indem er ihnen E mitteilt, daß der Ullsteinverlag fabelha^ I gut geleitet sei, er habe es verstanden, bi’ i Handlungsunkosten rechtzeitig herab drücken, durch organisatorische Vereinig^ 1 der zahlreichen Unterfirmen habe er ( Umsatzsteuer in erheblichem Maße gespan ' I und auch sonst ein feines Fingerspitzengefühl M für die Bedürfnisse der breiten Masse ge> s habt. / i

Ullsteins können Gott danken, daß sie paJ , zifistische Politik treiben; wenn sie den naJ „ tionalen Gedanken vertreten würden, dann I wäre das Urteil des „Vorwärts" wohl ganz j | ganz anders ausgefallen. Aber wie gesagt: M Eine Krähe ... W

Ein liebes Mädchen. U

Herr Meyer hatte eine Sekretärin, ein j» liebes junges Mädchen, perfekt in Steno-i^ graphie und Maschinenschrift und auch sonst «6 recht intelligent. Ja, wie sich später heraus- we

stellte, viel zu intelligent. Herr Meyer be- vo merkte nämlich, daß ihm täglich Briefe fehl- teil, daß Briefe nicht ankamen, die von an- be

derer Seite bestimmt abgeschickt waren. ^ Man verdächtigte den Briefträger, aber! der war es nicht, auch fehlten merkwürdiger- Ue weise nur Briefe, die für einen Fremden keinen Wert hatten, während Briefe mit w Schecks und anderen wichtigen Einlagen an- L kamen. Schließlich mußte die Kriminalpoli- zen eingreifen und vermutete — die Sekre- k

tärin als Diebin. Grund? Herr Meyer kam 1 stets um 2 Uhr ins Büro und erledigte seine ■ Post. Je mehr da war, desto länger mußte ■ mußte die Sekretärin arbeiten. Und so hatte sich das liebe Mädchen die Arbeitsstunden M verkürzt, indem es jeden Morgen die Post ™ sortierte und einen Teil der Briefe in dm en Ofen warf. Firmen mit großer Post dürste p man diese Sekretärin empfehlen können.

Schachturnier in Moskau. m

Wir entnehmen dem „Tag,,: Mit Dr. L Emanuel Lasker, dessen Ankunft in Moskau L erwartet wird, sind die Teilnehmer an dem L großen Schachmeisterwettkampf, der am 10. November beginnt, nahezu vollständig ein- getroffen. Weltmeister Jose Capablanca, , der Amerikaner Frank Marshall, der pol-> is nische Meister Rubinstein, der russische II Meister Bogoljubow, der Pole Tartakower, k 8 der Mexikaner Torre und die beiden ' Oesterreicher Spielmann und Grünfeld be- * finden sich schon seit etnW*» kau. Außer Lasker werden ferner noch der englische Meister Pates, der Tscheche Reti , und der Deutsche Saemisch erwartet.

Aus der Tagesgeschichte.

Washington, 5. Nov. Nach jetzt bekannt gegebenen amtlichen Ziffern sind in fünf­jährigem Kampf um das Prohibitionsgesetz (Annalkoholgesetz) 46 Beamte getötet, ehrere hundert vrwundt und von dr Rrv mehrere hundert verwundet und von der Re­gierung etwa 100 Millionen Dollar ausge- gebe nworden. Ferner sind Hunderte vm Prohibitionsbeamten bei der Prüfung be­schlagnahmter Lköre usw. vergiftet worden. — Wälyrend der ersten vier Jahre hat der Kongreß, wie der Bericht angibt, 38 Millio­nen für die Beamten und 20 Millionen für die Bildung und Unterhaltung der Küsten­flotte bewilligt, während er im laufenden Jahre für beides 20 Millionen Dollar zur Verfügung stellen mußte.

Untersuchung der Vorgänge in Syrien durch den Völkerbund.

Genf, 9. November. Zu der Frage der Entsendung einer Völkerbundskommission zur Untersuchung der Vorgänge in Syrien teilt das Völkerbundssekretariat mit, dah dieser Weg nur gegangen werden könne, wenn ein Mitgliedsstaat des Völkerbundes den Antrag stelle und Frankreich seine Ee- nehmigung dazu erteile. Die Frage wiri auf der nächsten Tagung des Völkerbund­rats am 7. Dezember besprochen werden. Inzwischen habe Frankreich der ständigen Mandatskommission des Völkerbundes ver­sprochen, einen ausführlichen Bericht über die Gesamtlage in Syrien voraussichtlich im Februar zu übergeben.

Die Lage in Syrien.

Paris, 9. November. „ChikagoTribune" meldet aus Damaskus, daß 1500 Aufstän­dische den Versuch gemacht haben, bis in das Meidan-Viertel vorzudringen. Die mo» hamedanischen Stadtältesten begaben sich zu den Aufständischen mit der Bitte wieder ab­zuziehen» um einer neuen Beschießung der Stadt durch die Franzosen vorzubeugen. Die Aufständischen traten auch den Rückzug an, als sie plötzlich von den französischen Kampf­geschwadern mit Bomben belegt wurden- Als die französische Infanterie zum Angriff überging, kam es zu einem heftigen Kamps- Die französischen Verluste sollen bedeutend sein. Gestern wurden in Beirut 2000 Mann gelandet, denen weitere 4000 folgen werden. Die französischen Streitkräfte sollen auf ins­gesamt 32 000 Mann gebracht werden.