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Aus Stadt und Land.

MS dem besetzten Gebiet.

1 $je Rheinlandskommission verbietet den

„Weltfrieden".

k TU Berlin, 2. Nov. Die „Deutsche Tag»s- âng" meldet aus Koblenz: die Rhein- ^lommission beschloß die Beschlagnahme i Exemplare des „Lahrer hinkenden ■Mn“, des „Neuerhistorischer Kalender K 1926“ und der Schriften Professors Her- Mnn Peiffers. Während Europa auf den I meltfrieben wartet" (Mitteldeutscher Ver- s M §alle) im besetzten Gebiet, da die i Mfentlichungen zu den durch Artikel 1 I w Ordonnanz 294 verboten gehören.

Französische Militärjustiz.

TU Berlin, 3. Nov. Wie die Morgen­blätter aus Kaiserslautern melden, ver­urteilte das französische Miltärgericht den Hotelbesitzer Bez wegen Ungehorsams gegen einen militärischen Befehl zu 250 Mark Geldstrafe.

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Abbau der Besatzung.

y TU Berlin, 3. Nov. Die „Voss. Ztg." Meldet aus London, daß schon in den näch­sten Tagen im Rheinland wichtige Ver- âderungen in dem Besatzungsregime statt- jinben werden. Es soll eine ganze Division «Mzösische Besatzungstruppen aus dem Weinland abgeschoben werden. Die Jnter- Miierte Rheinlandkommission soll den Auf- Ibg erhalten haben, 32 Distriktsdelegierte abzubauen. Es würde nur noch in Mainz, Wiesbaden, Trier, Koblenz und in der Wz je ein Distriktsdelegierter tätig sein.

Vermischtes.

i f Reformations-Jubiläum

der Stadt Erfurt.

I 30000 Festteilnehmer.

Der „Tag" berichtet aus Erfurt: Unter : großer Beteiligung beging die Stadt Er­furt in Anwesenheit der kirchlichen, staat­lichen und städtischen Behörden am 31. Oktober und 1. November ihre Jahr- ^zârtstier der Einführung der Reforma- WM. Die Feierlichkeiten wurden eingeleitet Mch einen Festgottesdienst in der reich- Uchmückten Augustinerkirche. Eeneral- Wperintendent D. Meyer hielt die Festrede, pn der Kirche bewegte sich unter strahlen- i lent Sonnenschein ein endloser Zug zum I Jathaus, wo in dem prächtigen Festsaal der k èndrucksvolle Festakt stattfand. Senior D. lir. Fischer begrüßte die erschienenen Wür- Nrger und Behörden und zeichnete ein Mbensvolles Bild von den Vorgängen des Mahres 1525, die zur kirchlichen Neuordnung Mhrten. Oberbürgermeister Dr. Mann Oti namens der Stadtverwaltung die Er- Mmng ab, daß diese wie bisher so auch

। Der tolle Mister Teddy von Rewyork

Der Roman eines Eigenwilligen.

£ Von Erich Friesen.

1 (2. Fortsetzung.)

I lind er sieht, wie sie vor Schwäche Anmenzusinken droht.

Und der Mann, der noch vor einer i .'Unde der Mittelpunkt des Nachtpöbels ^nes nicht im bestenRufe stehendenVarietes War, der Püffe ausgeteilt hatte und ge- WNlnken und geflucht — er legt jetzt mit Muer unendlich zarten, fast mütterlichen Be- WMng die Hand auf die Schulter des WUernden Mädchens und sagt tröstend, mit U^r Stimme, die wie Musik klingt:

U »Was fehlt Ihnen, liebes Kind Kann W irgendwie helfen?"

kultivierte vornehme Stimme, die Mj^ate Geste beunruhigen das Mädchen.

, „ihresgleiche", einem Arbeiter, sie vielleicht ihr Herz ausschütten. ^?em — Herrn? Arme Geschöpfe, UHerr?? 3U «»t, was derartige nachts von rhnen wollen.

■ ^'^inktiv schreckt sie zurück, x r begriff und ändert den Ton. lriL'^'Pech gehabt was?" meint er jovial, I Au.? aschaftlich. „Uebrigens nachhause zu W Verstanden?"

Trör,» ^ht wie ihre Augen sich langsam mit M â füllen.

Ke w~~ ich habe kein zuhause," stammelte wohne hier in der Nähe — das R nicht mehr — man hat mich Mot k 'te zögerte einige Augenblicke und Recht rasch hinzu: „Die Frau ist im 9an3 gewiß — sie ist selber

I 6t versteht.

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künftig mit warmem Interesse für die Be­dürfnisse der evangelischen Kirche eintreten werde. Für die theologische Fakultät sprach Universitätsprofessor D. Gißfelt. Die Grüße der kirchlichen Behörden überbrachte der Präses der Provinzialsynode D. Winkler. Den Höhepunkt der Feierlichkeiten bildete eine Massenversammlung auf dem riesigen Friedrich-Wilhelm'-Platz vor dem Dom. An 30 000 Evangelische waren zusammen­geströmt, An fünf Stellen wurden An­sprachen gehalten. Von den Domstufen her­ab ließen die thüringischen Posauenchöre die sprachen gehalten. Eine Kundgebung, in der sich die evangelische Einwohner­schaft Erfurts von neuem zu den durch Luther wiedergebrachten Gütern evangelischen Glaubens bekennt, wurde mit vielstimmigem, jubelndem Ja! von der riesigen Menschenmenge ausgenommen. Die Theologische Fakultät Berlin hat am Re­formationsfest den ordentlichen Professor der neutestamentlichen Theologie Lic. Leo Bertram an der Universität Gießen zum Dr. h. c. ernannt. D. Bertram war bis zum Sommer 1925 Privatdozent an der Berliner Universität.

Der Einbrecher im Smâmg.

Der Tag meldet aus München: Hier wurde bei einem Einbruchsversuch im Bo- genhausener Villenviertel ein 26jähriger Kaufmann als Fassadenkletterer von einem Diener beobachtet, der Polizei gemeldet, von dieser umstellt und verhaftet. Vorher mußten einige Schüsse auf ihn abgegeben werden, die ihn nicht trafen, jedoch veran­laßten, seinen Schlupfwinkel auf dem Balkon der erkletterten Villa zu verlassen und sich freiwillig zu stellen, weil er, wie er nachher offen bekannte, eine Verstümmelung fürchtete, die ihn später an der Fortsetzung seines „Berufes" hindern könnte. Er ent­puppte sich bei der Polizei als eleganter Kavalier im Smoking, der noch am selben Morgen im D-Zug zweiter Klasse von Ber­lin angekommen war und nach gelungenem Einbruch München wieder im D-Zug ver­laden hätte. In Berlin hat er in einem erstklassigen Hotel gewohnt, wie es über­haupt seine Gepflogenheit war, nur in den besten Gasthöfen abzusteigen bei seinen Rei­sen, die ihn im letzten Sommer u. a. in mehrere norddeutsche Städte und auch nach Marienbad geführt haben.

Feier der Kolonialen Arbeitsgemeinschaft in Hamburg.

TU Hamburg, 3. Nov. Die Koloniale Arbeitsgemeinschaft Groß-Hamburg veran­staltete am Samstag abend in der Stadt­halle eine Kolonialfeier, zu der alle ange­schlossenen Verbände zahlreich erschienen waren. Der Vorsitzende der Kolonialen Ar­beitsgemeinschaft, Regierungsrat Rache, hielt an die Versammelten eine Ansprache, in der er u. a. äußerte: „Mit Freude be­gehen wir heute das alljährliche Gedenken an unseren Kolonialbesitz, weil ein Hoff­nungsstern uns Kolonialdeutschen aufzu­gehen feint. Das Ausland hat eingesehen, daß die nichtswürdige Lüge von unserer kolonialen Unfähigkeit und Unwürdigkeit nicht aufrechterhalten werden kann. Wenn unsere deutschen Kolonien zu gewähren, so

„Man hat Sie an die Luft gesetzt?" fällt er ein und gibt seinem Ton absichtlich etwas Schroffes, Brüskes; denn Weichheit, Ge­fühlsduselei würden das arme Geschöpf da vor ihm um das letzte bißchen Fassung bringen. „Also auf die Straße hinaus!"

„Nein, o nein!" wehrt sie rasch ab. „Sie hat mir nur gekündigt — für morgen — wenn ich die Miete nicht auftreibe. Und da war ich so verzweifelt — rannte den ganzen Abend in den Straßen umher — bis ich mich verlief — wußte nicht mehr ein und aus — und nach dem Weg fragen wollt' ich nicht — ich hatte Angst, man würde mich aufgreifen, wenn ich so spät allein auf der Straße — da setzte ich mich auf die Kirchentreppe — und war so müde — und schlief ein---aber jetzt muß ich gehen!" unterbricht sie sich hastig. „Wo bin ich denn?"

„In der William Street."

Verwundert schüttelt sie den Kopf.

„Und Fulton Street wohn' ich — ganz nah! Und merkt' es nicht —"

„Soll ich Sie nach Hause bringen?"

„Nein, danke. Ich kann schon allein —“

Sie machte ein paar Schritte; aber un­willkürlich lehnt sie sich an das Eisengitter, das den schmalen, die Kirche umgebenden Garten abschließt, als fürchte sie, umzu­sinken.

Mit kräftiger Hand greift der Mann zu. Ohne ein Wort zusagen, schiebt er ihren Arm in den seinen und geleitet sie, sorglich und liebevoll.

„So! Noch ein bißchen schwach, wie? Vielleicht Hunger? Wann hat man denn zu­letzt gegessen?"

Gegessen? Wann?" Das Mädchen sieht ihn fast verständnislos an. Ich — ich weiß wirklich nicht —?

Aha!" denkt er. Laut aber meint er ge­mütlich: Ein bißchen Warmes tut gut. Mir auch. Hab' selber seit 8 Uhr nichts im Leib. Dort um die Ecke, in der Fulton

es bereit sein sollte, uns Mandate über wäre darin die feierliche Zurücknahme der Schuldlüge zu erblicken. Kolonialpolitik ist keine Parteisache und darf es nie werden. Wir in Hamburg haben uns deshalb stets bemüht, alles zu vermeiden, was Teile un­seres Volkes hindern könnte, sich uns anzu- schlietzen, und das werden wir auch künftig tun. Für uns steht kein Feind rechts oder links. Einigkeit ist das Gebot dieser Stunde. Möge sie in die Brüche gehen in dem Augenblick, wo wir vielleicht mit Recht hoffen dürfen, wieder ein Kolonialvolk zu werden. Zum Zeichen dieser Einmütigkeit wurde an den Reichspräsidenten von Hin­denburg, an den Reichskanzler Dr. Luther und an den Außenminister Dr. Stresemann folgendes Telegramm gerichtet: „Tausende in der Stadthalle versammelter Hamburger hoffen v. Locarno baldige Wiedererstehung eines deutschen Kolonialreiches" Alsdann hielt Gouverneur a. D. von Truppel die Festrede. Er erinnerte an die Expedition nach Ostasien vor 25 Jahren anläßlich der Boxerunruhen, die nur unmittelbar mit der Besitzergreifung von Kiautfchau in Zu­sammenhang zu bringen sind. Zum Schluß gab er der Hoffnung Ausdruck, daß wir auch im deutschen Reiche zu einer neuen kolonialen Blüte gelangen werden.

Amtliches.

Bekanntmachung.

Nach Paragraph 12 des Preußischen Ge­setzes zur Ueberleitung der Gewerbesteuer in das regelmäßige Veranlagungsverfahren vom 15. Oktober 1925 — P. E. S .S. 135-138 — haben sämtliche gewerbesteuerpflichtige

Bitte ausfiillen und bei der Post ober in der Expedition unserer Zeitung abgeben.

Bestellschein.

Unterzeichneter bestellt ab 15. November 1925 die

„Hessische Morgenzeitung"

Md ersucht um kostenlose Lieferung bis zu diesem Tage.

Genaue Anschrift:

Name: .............. ................................

Straße: ..............................................................................;..................... ........Stock:

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Street, gibt's ein kleines Restaurant. Kommen Sie! Aber hübsch langsam! Wir haben Zeit."

Sie sieht ihn von der Seite an und lächelt. Wie gut er ist! Und wie großmütg! Sie faßt Vertrauen zu ihm und läßt sich gerne führen. Er jedoch fühlt, wie schwer ihr das Gehen wird. Am liebsten würde er sie wie ein kleines Kind aufnehmen und auf seinen Armen weiter befördern. Aber er wagt es nicht.

Nach wenigen Minuten sind sie vor dem kleinen Restaurant angelangt aus dem noch Licht schimmert und laute, etwas, rüde Stimmen bis zu ihnen heraus dringen.

Sie will weiter gehen. Er jedoch bittet, sie möge ihn hineinbegleiten.

Sie schüttelte den Kopf.

Er begreift ihre Weigerung. Trotz ihres fadenscheinigen Kleidchens, trotz ihrer Ar­mut, trotz der seltsamen Situation, in der er sie nachts allein auf der Straße getroffen hat, ist sie augenscheinlich eine „Dame", die mit keinem fremden Mann in eine Kneipe geht. Und das gefüllt ihm.

„Einen Augenblicks" bittet er. Dann tritt er in die Vorhalle, winkt den Wirt herzu und bestellt zwei Tassen heiße Milch.

Sie weist den Trunk zurück. Er jedoch schlürft mit gut gespieltem Behagen, um ihr Appetit zu machen.

„Ah! Das tut gut! Versuchen Sie mal!"

Under reichte i^r die Tasse hin.

Sie sträubt sich noch immer. Da hält er ihr die Milch direkt vor die Lippen.

„Sie werden trinken! gebietet er ernst und bestimmt.

Mit zitternden Fingern greift sie danach und nippt. Und er ruht nicht eher, als bis sie die ganze Tasse nach Und nach ausge­trunken hat.

Unternehnmungen die Vorauszahlungen auf die Gewerbesteuer nach dem Ertrage für die Monate Oktober, November und Dezem­ber 1925 am 15. November 1925 (ohne Schonfrist) zu leisten. Zum gleichen Termin ist die Lohnsummensteuer für die Monate Oktober, November und Dezember 1925 zu zahlen.

Die Vorauszahlungen nach dem Ertrage bemessen sich nach den am 19. Oktober 1925 fälligen Zahlungen auf die Reichsein- kommen- oder Körperschaftssteuer. Die Vor­auszahlungen nach der Lohnsumme bemessen sich nach den in den Monaten Juli, August und September 1925 gezahlten Gehältern und Löhnen.

Der Handelskammerbeitrag berigt 7 v. H.

Mit den Vorauszahlungen sind die Vor­anmeldungen an unsere Stadtkasse abzu­geben.

Fulda, den 2. November 1925.

Der Magistrat: D r. Antoni.

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Flügel - Orgel - Harmoniums Größte Auswahl d. Fabrikate von Weltruf. Eigene Spezialmodelle. Teilzahlung.

Aloys Maier, Fulda

gegründet 1846. — Königl.u.päpstl. Hoflieferant.

Druck und Verlag: Eutenbergbuchdruckerel Fulda. Verantwortlich für den politischen Teil i. V.: Generalmajor a. D. Nembe, für -den übrigen Textteil: Kurt E. Krebs, für die Inserate: Paul Flag- meyer, sämtlich in Fulda.

„So ist's recht . . . noch ein Schlück­chen . . . und noch eins . . . das tut gut, wie? Es gibt nichts besseres als heiße Milch!"

Sie schluckt — und schluckt Und ihre blaue Augen, in deren Tiefen ein ge­heimes Weh verborgen liegt, blicken über die Tasse hinweg, die er sorgsam hält, in sein Gesicht mit einem Ausdruck grenzenloser Dankbarkeit. Und nach und nach kommt Farbe in ihre blassen Wangen. Ein seiden­weiches blondes Löckchen hat sich aus dem groben Wollschal hervoigestohlen und liegt in glänzendem Ringel auf der weißen Stirn. Ein lieben Lächeln umspielt ihre feinen Lippen.

Plötzlich schiebt sie die Tasse fort.

„Sie bluten!" ruft sie erschrocken, mit einem Blick auf seinen Hemdkragen, der rote' Tropfen aufweist.

„Wohl möglich!" erwidert er lakonisch.

„Woher —?"

„Krakehl gehabt."

Ein nachdenklicher Blick aus den großen Mädchenaugen streift ihn. Ihr kommt so viel an ihm seltsam vor. So im Wider­spruch.

„Sind Sie schwer verletzt?"

„Ah bah! Nicht der Rede wert. Noch ein bißchen Milch? Den Rest? Schade um jeden Tropfen!"

Doch sie will nicht mehr. Und Mister Teddy winkt den Wirt herbei, um zu zahlen. Da fällt ihm ein, daß seine Taschen leer sind. Nur die Tabakspfeife ist noch da. „Bin alles Geld los! Da, machen Sie sich bezahlt."

Der Wirt knurrt. Dann als er gewahrt, daß der Beschlag der Pfeife von Silber ist, wird er mißtrauisch. Ein kritischer Blick streift die Erscheinung des seltsamen Gastes.

(Fortsetzung folgt.)