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I . brei mit der Wirtin auf Handkäs und I Man trank ein Elas Bier dazu

I ~1 bald sollte aufgebrochen werden. Als l «Zahlung für die drei Handkäs und drei ■ 5k,r forderte die Wirtin den unerhörten Preis von 5 Mark. Als der älteste der klei- I Ln Reisegesellschaft sich die Zeche vorrech- ' ließ, und die Sache für viel zu teuer I ' ffärte, stemmte die behäbige Wirtin die I ^Èe in die Seite und erklärte selbstbe- »Das anner Geald is für mei Be- moing“ (Bemühung).

Hanau, 27. Okt. Eine Bilderstürmerei »ânete sich in der letzten Sitzung der Of- »Mcher Stadtverordnetenversammlung. Die Kommunistische Fraktion hatte bean­tragt, die an der Kaiser-Wilhelm-Eiche be- ; fjadliche Gedenktafel zu beseitigen. Die Ge- l venktafel bezieht sich auf Kaiser Wilhelm ' den Ersten. Trotzdem wurde der Antrag auf - Be eitigung der Gedenktafel mit den Stim- ) men der Demokraten, Sozialdemokraten und Kommunisten angenommen. — Ein vor vie- l len Jahren, am 20. Juni 1903, in der Nähe ! von Aschaffenburg verübter Mord an der dort zu Besuch weilenden Telephonistin Jo­sephine Haas aus Bamberg kommt dem­nächst vor dem Schwurgericht Aschaffenburg zur Verhandlung. Die Verdachtsmomente gegen den vor einigen Monaten in Unter­suchungshaft genommenen ehemaligen East- * wirt Umenhöfer aus Würzburg haben sich so verstärkt, daß gegen ihn Anklage erhoben f werden konnte. Die Bluttat an der Tele- t phonistin Haas erregte damals in der wei­teren Umgebung ungeheueres Aufsehen. Nach und nach standen nicht weniger als 40 ; Personen in dem Verdacht der Täterschaft, doch konnten alle ausnahmslos ihr Alibi be­weisen.

Hanau, 28. Okt. Der Landesprodukten­großhändler Manfred Loebenstein in Hanau ist wegen des Verdachts von Wechselfälschun­gen in Haft genommen worden.

Gemünden a. d. Wohra, 28. Okt. Auf der Lisenbahnstrecke nach Kirchhain hat der Zug, s der abends 6.05 Uhr hier abgeht, eine Schaf- I Herde überfahren. Die Herde befand sich [ auf einem Feldweg, der von der Straße über das Eeleis nach dem Felde führte, wo die I Hürden aufgestellt waren. Angeblich sind I die Schafe durch die grellen Lichter eines auf der Straße fahrenden Autos scheu ge- k worden und davongerannt in den gerade I heranbrausenden Zug. 18 Schafe sind dem s Unglück zum Opfer gefallen. Teils wurden I sie einfach durchschnitten, teils so schwer ver- 1 letzt, daß sie abgeschlachtet werden mußten. ? Für die betroffenen Landwirte ist empfind- ? licher Schaden entstanden.

Strebendorf, 28. Okt. Dieser Tage be- * grub man hier eine unserer ältesten Ein- Wohnerinnen, Frau Merschrod. Nur wenige I Tage vorher hatte man ihren 87jährigen I Ehegatten zur letzten Ruhe gebettet. Man hat die beiden Särge in ein gemeinsames I Erab gesenkt.

Marburg, 28. Okt. Der frühere Vor- I fitzende des Hessischen Geschichtsvereins, Ee- I neralleutnant a. D. August Beß, ist gestern - abend im Alter von 78 Jahren gestorben. I Der Verblichene hatte als Artillerieoffizier die Feldzüge 1866 und 1870-71 mitgemacht l und war zuletzt Inspekteur in Köln. Seit ; 1902 wohnte er, wie so viele alte Offiziere, in Marburg.

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Der letzte Schutz.

Detektivroman von Otto Schwerin.

45. Fortsetzung.

Während der Polizist eiligst in die Js? maningerstraße einbog, klingelte Lutz noch einmal lange an der Eingangstüre, aber auch das zweite Mal ohne jeden Erfolg.

. »Stellen Sie sich hier zu mir, hinter Wagen", sagte er ärgerlich zu Muschal. »Wir warten, bis das Weib erscheint. Dies­mal entgeht sie mir nicht--!"

, Die beiden Kriminalisten richteten ge- Mnnt ihre Augen auf das Gebäude vor Men, das in einem ganzen Block ähnlich gebauter kleiner Villen stand. Jedes Haus war von dem Nachbarhaus nur durch eine Uledere Brandmauer getrennt.

Plötzlich stieß Muschal einen leisen War- nungsruf aus: „Dort--auf dem Dach " Herr Doktor--!" rief er.

-.Doch Lutz hatte bereits festgestellt, daß M das eine Dachfenster gehoben, und eine ,ne, zierliche weibliche Gestalt in Män- wrkleidung, eine einfache Sportmütze auf ^Kopf, langsam und vorsichtig auf das ^ach hinaus kletterte.

- .»Sie ist's — machen Sie Ihre Waffe Meine Pistole hat das Frauenzim- " mit den Kleidern fortgenommen —!" cJMiijai unterdrückte einenn Fluch. habe meine Pistole im Mantel —!" Hotel' Ee GT —|(»untl der hängt--im holen Sie schnell Hermanns che- .wüchse aus dem Wagen. Ein Glück, M " ^e mitgenommen haben. —"

bi» üriff nach einem Paket und riß e Umhüllung ab.

Wiesbaden, 28. Okt. Im Jahre 1926 wird der 33. Deutsche Weinbaukongreß mit einer Weinbauausstellung in Wiesbaden stattfinden: desgleichen wird de r„Verband der Deutschen Berufsgenossenschaften C. V." seinen nächstjährigen Berufsgenossenschafts- tag in Wiesbaden abhalten.

Koblenz, 28. Okt. Die Rückkehr des vor 6 Jahren von Zigeunern in Boppard geraub­ten Kindes hat die Polizeibehörden aller­orts veranlaßt, auf Herziehende ein scharfes Augenmerk zu richten. So hat die Gendar­merie in Nastätten jetzt bei einer herumzieh­enden Ligeunertruppe ein Kind von andert­halb Jahren beschlagnahmt, das die Truppe angeblich vor einiger Zeit von einer ebenfalls herumziehenden Scheerenschleifer- rruppe gekauft haben will. Die polizeilichen Ermittlungen sind im Gange.

Aschaffenburg, 28. Okt. In der vergange­nen Nacht ist in Krombach in Unterfranken die Zigarettenfabrik Nees (Fa. Reis) voll­ständig niedergebrannt. Erst gegen Morgen konnte das Feuer auf seinen Herd beschränkt werden. Durch den Brand werden über 100 Arbeiter und Arbeiterinnen brotlos.

Limburg a. L., 28. Okt. Der am 13. Juli wegen achtfachen Mordes achtmal zum Tode verurteilte Kaufmann Fritz Angerstein aus Haiger befindet sich nach wie vor im Freien- diezer Gefängnis. Das Gnadengesuch für ihn liegt noch immer beim preußischen Staatsministerium zur Entscheidung vor. Man erwartet jedoch in allerkürzester Zeit eine Antwort auf das Gesuch der Verteidi­ger. Angerstein selbst befindet sich bei aller­bestem Wohlsein, ißt gut und schläft ausge­zeichnet.

Hannover, 28. Okt. Die auf den 10. No­vember angesetzte Verhandlung gegen Erans ist wegen Behinderung von beim Prozeß benötigten Personen verschoben worden.

Beuthen, 28. Okt. Aus Koppitz im Kreis Neiße wird gemeldet: Auf der Fahrt nach Rogau verlor der Führer eines in rasender Geschwindigkeit fahrenden Personenkraft­wagens, der dem Grafen Westerholt gehört, an einer Kurve die Gewalt über den Wa­gen und fuhr mit großer Wucht gegen einen starken Kirschbaum. Das Auto blieb zer­trümmert im Straßengraben liegen. Von den drei Insassen ist einer tot. Die beiden anderen wurden leicht verletzt. Der Kraft- wagenführer hat das Auto ohne Wissen sei­nes Arbeitgebers zu einer Schwarzfahrt be­nutzt.

Herpenheim, 28t Okt. Im Walde fan­den hier Wegearbeiter die Leiche einesMan- nes. Die Ermittlungen ergaben, daß es sich um den Zimmermann Karl Ehemann aus Offenbach handelt. Allem Anschein nach hat sich der Mann verirrt und ist dan ann Er­schöpfung gestorben.

Essen, 27. Okt. Am Sonntag vormittag fand die Eröffnung der Medizinischen Woche statt. An Stelle des Reichskanzlers Dr. Lu­ther, der die Anregung zu dieser Veranstal­tung in Essen, als dem Mittelpunkt des Jn- dustriebezirkes, gegeben hatte, eröffnete Oberbürgermeister Dr. Bracht die Woche, Exzellenz Dr. Schmitt-Ott bezeichnete sodann als Hauptziel der Notgemeinschäft deutscher Wissenschaften die Förderung der Volksge­sundheit. Dann sprach der erste Vortragende der Medizinischen Woche, Geheimrat Bier- Berlin, über die Bedeutung der Leibes-

Lutz hielt die Hände an den Mund und rief die Gestalt auf dem Dache an:

„Kommen Sie herunter, Frau Baro­nin. Das Haus ist umstellt und eine Flucht aussichtslos."

Ein derber Fluch, der aus einem Frau­enmund noch roher wirkte, als er an und für sich schon war, bildete die Antwort.

„Wenn Sie nicht gutwillig kommen, machen wir von der Waffe Gebrauch!" rief Lutz noch einmal.

In diesem Augenblick sah man die Ge­stalt aus dem Dach den Arm heben. Ein Schuß krachte, und die Kugel schlug neben Muschal in die Karosserie des Kraftwa­gens, dann sprang die Gestalt mit langen, flinken Sätzen nach der nahen Brandmauer und schwang sich hinauf.

Lutz zögerte nicht mehr. Er hatte die Kammer des Gewehres aufgerissen — sie war leer — aber ein Schuß--der letzte Schuß steckte noch im Lauf.--

Jm Nu hatte er die Windbüchse in An­schlag gebracht---ein leises, aber scharfes Zischen---und ein lauter Aufschrei auf dem Dache der Villa.

Die Frau fuhr mit der linken Hand am die Brust, die Rechte löste sich vom Mauer­rand, und sich mehrmals überschlagend, roll­te die Mörderin vom Dach herunter.

Mit einem dumpfen Aufklatschen schlug der Körper auf den Boden des kleinen Vor­gartens, der die Villa in der Prinzregen­tenstraße 273 umgab.

Ohne auf die zahlreichen Neugierigen zu achten, die sich durch die sensationellen Vorgänge in der sonst so stillen und vorneh­men Straße schnell angesammelt hatten, schwang sich Lutz über das Gartenstaket. Mu­schal folgte. — Der Polizist versuchte mit mehr Eifer als Erfolg, die schaulüsterne Menge zurückzudrängen.

Übungen für die Verhütung der Tuberkulose. Zahlreiche Lichtbilder veranschaulichten die Verwüstungen, die die Tuberkulose und ihre Folgeerscheinungen am menschlichen Körper bewirken. In allgemeinverständlichen Aus­führungen behandelte der Geheimrat die Schädlichkeit des Knochenfraßes, der Kno­chenverwachsung und -Verkrümmung. Er wies insbesondere auf die gewaltigen Schä­den hin, die in weiten Schichten der Bevölke­rung infolge falscher und unachtsamer Er­ziehung der Heranwachsenden Jugend ent­stehen. Luft und Sonne seien heute die gro­ßen Heilmittel ,um dem gefährlichen Feind der Menschheit, der Tuberkulose, mit ihren Begleiterscheinungen zuleibe zu gehen. Der operative Eingriff mit dem Seziermesser sei der letzte Schritt, zu dem der moderne Arzt übergehen dürfe. Der moderne Arzt sei sich bewußt, in der Natur den besten Helfer für die Gesundung in Krankheitsfäl­len zu haben. Der Arzt müsse es verstehen, die Natur bei ihrem Gesundheitsprozeß am kranken Menschen durch die heilsamen Mit­tel, die allen zur Verfügung stehen, durch Sonne und reine Luft zu unterstützen. In weiteren Bildern zeigte dann der Redner die vorbildlichen Einrichtungen, die unter seiner Leitung in Berlin für tuberkulöse Kinder geschaffen worden sind.

Halle, 26. Okt. In Ammendorf fanden am Sonntag Kinder auf dem früheren Ar­tillerie- und Truppenübungsplatz, der jetzt Acker ist, eine Granate. Als sie mit einem Hammer darauf losschlugen, explodierte das Geschoß, zerriß den 13jährigen Sohn des Schmiedes Schmidt und verletzte den 8jäh- rigen Sohn des Schlossers Leupelt schwer. Die Familie Schmidt saß gerade bei der Tauffeier für ihr jüngstes Söhnchen, als man den furchtbar verstümmelten Leichnam ihres ältesten Knaben ins Haus brachte.

Leipzig, 26. Okt. In vorvergangener Nacht wurde auf dem Bahnhof Delitzsch ein 25 Jahre alter Mechaniker von drei Bur­schen überfallen, die ihn niederschlugen, ihm eine erhebliche Augenverletzung zufügten und ihn seiner Barschaft beraubten. Auf seine Hilferufe entflohen die Räuber, doch gelang es, einen von ihnen festzunehmen Er bezeichnete als die Mittäter seinen eige­nen Bruder und den Sohn eines angesehe­nen Delitzscher Bürgers.

Höchst a. M., 27. Okt. Die Höchster Farb­werke werden ab Mittwoch ihren gesamten Betrieb ftillegen. Diesen Maßnahme steht in Verbindung mit der Aussperrung in der chemischen Industrie.

Aus der Tagesgeschichte.

General Wild von Hohenborn t

Cassel, 28. Okt.

Am Sonntag abend starb in Cassel nach ganz kurzer Krankheit unerwartet der frühe­re Kriegsminister, General der Inf. a. D. Wild von Hohenborn. Kriegsminister Wild von Hohenborn war noch vor wenigen Tagen an den wichtigen Beratungen der Deutsch­nationalen Volkspartei in Berlin beteiligt gewesen. Zurückgekehrt, erkrankte er ganz plötzlich und verstarb, ehe ihm noch ärztliche Hilfe zuteil werden konnte. Kriegsminister

Inzwischen hatte Lutz den leichten Kör­per der unglücklichen Frau sanft in die Hö­he gehoben. Sie atmete nicht mehr.

„Tot!" sagte Lutz. „Die Schußwunde in der rechten Brustseite war nicht unbedingt tödlich, aber beim "Sturz vom Dache hat die rotblonde Grace das Rückgrat gebrochen. — — Fassen Sie zu, Muschal. Wir bringen die Frau ns Auto, und dann Meldung bei der Polizeidirektion in der Ettstraße. —"

Lutz lehnte sich erschöpft wider die Haus­wand und überließ es seinem Wachtmeister, den leichten Frauenkörper nach dem Auto zu tragen, dann folgte er mit schwanken­den Schritten, wie ein Betrunkener . —

Und als er das Steuer ergriff, fühlte er, daß seine Hände zu zittern anfingen, vor seine Augen schob sich ein schwarzer Nebel­schleier, und todbleich sank er in die Pol­ster des Führersitzes zurück.

Muschal nahm seinem Gefährten lang­sam und vorsichtig das Steuerrad aus den Händen und kurbelte den Wagen an.

Mit einem gebieterischen Hupenton, der die Straße vor dem Gefährt räumte, — schoß das Auto vorwärts und ließ die schau- und sensationslustige Menge schnell hinter sich.

Keinrr der vielen Neugierigen, deren Zahl sich von Minute zu Minute noch ver­größerte, ahnte, daß hier soeben der Vor­hang zum letzten Akt eines Trauerspiels des Lebens gefallen war.

Doktor Lutz und der Inspektor Fischer saßen im Dienstzimmer des Frankfurter Po­lizeipräsidenten, Dr. Adrian von Stuck­hardt- Ravenau.

Vor dem Polizeipräsidenten lag ein dik- kes Bündel Polizeiakten.

Dr. von Stuckhardt sagte: „Noch selten habe ich mich in das Aktenstudium eines

Wild von Hohenborn war als Sohn des

Obermedizinalassessors Dr. Wild in Cassel geboren, trat 1883 als Fahnenjunker in das Jnf.-Regt. 83 in Cassel ein. Im Jahre 1889 kam er als Generalftabsoffizier der 1. Garde«

Jnf.-Div. in den Großen Generalstab. Hier wurde er später Abteilungschef und schließ­lich Chef des Generalstabes des 13. Armee­korps. Während des Weltkrieges, den er als Armeegruppenführer mitgemacht hatte, wur­de er im Januar 1915 zum Kriegsminister ernannt. Rach Kriegsende lebte er auf sei­nem Gute Hohenborn bei Cassel. Er hat in Cassel in der Organisation der Deutschna­tionalen Volkspartei eine sehr bedeutende Führerrolle gespielt.

Ein Beileidstelegramm des Reichspröfidenten an die Witwe Wild v. Hohenborn.

Reichspräsident v. Hindenburg hat an die Witwe des verstorbenen preußischen Kriegsministers und Generals der Infan­terie a. D. Wito von Hohenborn nachstehen­des Beileidstelegramm gerichtet: „An dem schweren Verluste, den Eure Exzellenz durch das so unerwartete Ableben Ihres Gatten erlitten haben, nehme ich herzlichen Anteil. Ich gedenke des Verstorbenen in kamerad­schaftlicher Erinnerung an gemeinsamer Ar­beit und in aufrichtiger Würdigung seiner langjährigen verdienstvollen Tätigkeit an unser Heer und Vaterland."

Die Strafanträge im Landespfandbrief- anstalt-Prozeß.

B e r l i n, 27. Okt. lPrio.-Tel.)

Zum Schluß seines Plaidoyers im Prozeß der Landespfandbriefanftalt beantragte Staatsanwaltschaftsrat Dr. Zimmermann folgende Strafen:

Gegen den Angeklagten Nehring wegen Bilanzfälschung, Betrugs und Untreue ins« gesamt 9 Monate Gefängnis und 4000 Mark Geldstrafe; für die Gefängnisstrafe wird be­dingte Begnadigung empfohlen; gegen den Angeklagten Lüders insgesamt 1 Jahr Ge­fängnis und 2000 Mark Geldstrafe und Ab­erkennung der Fähigkeit zur Bekleidung öf­fentlicher Aemter auf die Dauer von fünf Jahren; gegen die drei Angeklagten o. Etz­dorf, v. Karstedt und v. Carlowitz Gefäng­nisstrafen von je einem Jahr 9 Monaten; Carlowitz soll dabei die Untersuchungshaft angerechnet werden.

Druck und Verlag: Eutenbergbuch- druckerei Fulda. Verantwortlich für den Inhalt: Chefredakteur Jul. Geissel, Fulda.

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Falles vertieft, der mir größeres Interesse abgerungen hätte, als gerade die Mordan­gelegenheit Marvay.

Der Polizeipräsident klappte geradezu hervorragend, besonders dem Fahndungs­und Ermittlungsdienst kann das allerbeste Zeugnis ausgestellt werden. Von nichts ausgehend, aus dem tiefsten, geheimnisvoll­sten Dunkel heraus mußten Sie, Herr Dok­tor, den kleinen, Hellen Ariadnefaden erst suchen. Knapp drei Wochen, später war bei Fall dank Ihrer unermüdlichen Tätigkeit bis in seine Einzelheiten hinein geklärt.

Bedauerlich bleibt nur die Tatsache, daß Sie gegen Abschluß des Verfahrens, noch einmal selbst in ernste Gefahren geraten sind, aber---!“

„Da ich einzig und allein die Schuld da­ran trage —" fiel Lutz ein, „muß ich die Uebertöpelung durch die Frau als eine ge­rechte Strafe für meinen Leichtsinn und meine Leichtgläubigkeit hinnehmen und tue dies umso lieber, als die Festnahme der Haupttäterin trotz aller Fehler, unmittel­bar nach ihrem glücklicherweise verunglück­ten Attentat doch noch erfolgen konnte. —

Daß wir t>ie rote Erace nur als Leiche mit nach Frankfurt brachten, hatte ich nicht einmal für einen Schaden, denn der Tod der Frau sühnt ihr Verbrechen und erspart Po­lizei und Staatsanwalt eine Unmenge über flüssiger Arbeit. Die Hauptsache für uns bedeutet die Tatsache, daß das Geständnis der Frau von Rottsieper in unseren Händen und keine Phase des kriminalpsychologisch äußerst feinen Falles ungeklärt geblieben ist".

„So, sind Sie überzeugt, daß die Beichte der Baronin als unbedingt wahr hinge­nommen werden darf?" fragte der Poli­zeipräsident.

/Fortsetzung folgt)