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November - Pazifismus.

Ein altes Kapitel. Als am 9. Novem­ber 1918 die Sonne über Deutschland auf­ging, so lesen wir imAlten Dessauer", kam vielen die Erleuchtung, daß sie doch ei­gentlich ein republikanisch-demokratisch-pa­zifistisches Herz im Busen trügen. Zu ei­nem solch Erleuchteten gehört zweifellos auch der ehemalige Kaiserl. Kapitän z. S. Persius aus Potsdam. Diesen Herrn hat­ten sich auf Donnerstag, 17. September, zehnecht pazifistische" Vereinigungen nach Halle als Redner bestellt, und zwar: die daitsche Friedensgesellschaft, 2. das Reichs­banner Schwarz-rot-gold, 3. die Liga für Menschenrechte, 4. die Jungdemokraten, 5. die republikanische Freischar, 6. der republi­kanische Frauenbund, 7. die Jungsozialisten 8. Reichsbund der Kriegsbeschädigten und Hinterbliebenen, 9. Allg. Deutscher Ee- werkschaftsbund, 10. der Allge. deutsche Be­amtenbund. Bei solcher Propaganda konn­te es an Besuch nicht fehlen. Notleidende Proletarier sah man nicht. Zur Versamm­lung war auch eine Anzahl Neugieriger, Wissensdurstiger erschienen, lautete doch das Thema:Vom Kaiserl. Seeoffizier zum Republikaner und Pazifisten". Sehen Sie, das ist ein Geschäft.

Man war gespannt, einen ehemaligen Kaiserl. Marineoffizier in seinem Gegen­teil zu sehen und zu hören. Als der Vor­sitzende, der bestbekannte Herr Ferchland, ehem. kaiserl. Leutnant später Revolutionär, dann Pazifist, dem ^ebnei dasWort erteilte, erhob sich eine hohe, ältere, nach vorn ge­neigte Erscheinung und trat ans Redner­pult. Distinguiert, ein peinlich gepflegter Bourgeois^ Sprache kurz, arrogant, Künst­ler des Wortes, der Geste, aber nicht des Geistes. Der eingelernte, oftmals schon ge­haltene Vortrag, nein, die Schilderung ei­nes Lebenslaufes, Offiziers-Erlebnisse floß fließend vom Munde; weniger geschickt dagegen die Dialektik in der späteren Aus­sprache. Donnerwetter dachte ich, will die­ser geschniegelte und gebügelte Geck die Maste begeistern? Jawohl, es gelang ihm. Wer da etwa erwartet hatte, einen wisten- schaftlichen Vortrag zu hören über die Fra­ge, was der Pazifismus will und erreicht hat, wie man Kriege vermeidet u. dergl.,

Lokales.

Fulda, den 27. Oktober 1925.

Wettervoraussage bis Dienstag Abend. Wolkig, zeitweise stärker aufheiternd, meist trocken, nachts stärkerer Temperaturrück­gang als bisher, abflauende westliche Win­de.

Die Novembermiete. Wie der Amtliche Preußische Prestedienst mitteilt, tritt in der Berechnung der gesetzlichen Miete für den Monat November gegenüber dem Vormo­nat keine Aenderung ein.

Erloschen ist die Maul- und Klauenseu­che in der Gemeinde Breitenbach, Kreis Schlüchtern.

Freiwillige Sanitätskolonne vom Roten Kreuz. Dienstag, Abend 7 einhalb Uhr Vorstandssitzung bei dem Herrn Vorsitzen­den. 8 einhalb Uhr Versammlung sämtli­cher Mitglieder im Zeichensaal der Stadt­schule. Das Erscheinen sämtlicher Mitglie­der ist unbedingt erforderlich.

Die Zahlung der Militärrenten für den Monat November findet beim hiesigen Post­amt am 29. Oktober, die der Invaliden-, Unfall- pp. Renten am 2. und 3. November statt. Die Zahlstellen sind von 812 Uhr vorm. und von 2.305.30 Uhr nachm. ge­öffnet. Um Zahlungen an Unbefugte zu vermeiden, ist bei Empfangnahme des Gel­des die Ausweisnummerkarte vorzulegen. Bei den Waisenrenten und einem Teil der Invaliden- bezw. Unfallrenten sind die Kin­der, für die die Rente bezw. der Zuschlag gezahlt wird, namentlich aufzuführen. Ei­ner polizeilichen Beglaubigung der Quit­tungen für den Monat November bedarf es nicht.

Ueber Aufwertungsangelegenheiten hält das Handwerksamt Fulda am 28. und 29. Oktober vormittags von 912 Uhr und nachmittags von 2,05 Uhr Sprechstunden ab.

Eine Entschließung im Fulda-Rhön- Sängerbund. In der Sängerversammlung vom 18. 10. fand folgende Entschließung einstimmige Annahme:Die Versammlung spricht ihr Bedauern aus zu dem Entschluß des Brudervereins Winfridia-Fulda sich bem Mitteldeutschen Sängerbund anzu­schließen, trotzdem der seit 32 Jahren beste­hende Fulda-Rhön-Sängerbund bereits seit Jahresfrist dem deutschen Sängerbund durch seinen Anschluß an den Eroßbund Frankfurt a. M. angehört. Die in der Hes­sischen Morgenzeitung und auch zum Teil in der Fuldaer Zeitung gebrachten Artikel er­wecken den Anschein, als ob das Fuldaer Land unbedingt zum Bezirk Castel gehöre. Nach dem klaren Bericht des Herrn Bun- desvorsitzenden F. Kampfrad-Frankfurt a. M. über den 20. Sängertag in Nürnberg entspricht diese Behauptung nicht den Tat­sachen. Da dort nur eine Neuerung der

der war bitter enttäuscht. Selbst einer sei­ner pazifistischen Diskussionsredner war so aufrichtig, dies zuzugeben. Die ganze Re­de diesesGeistes aus Potsdam" war eine Schimpfkanonade über Wilhelm 2., dessen Bruder, den Prinzen Heinrich, über das System, welchem dieser Herr bis zum 9. November 1918 diente. Durch theatralische Gesten, ätzenden Spott über den Kaiser usw., Beschimpfung der verblichenen Kai­serin gelang es diesem Verwandlungskünst­ler, seine auf gleiche Gesinnung eingestell­ten Zuhörer zu begeistern. Nun wußten die erschienenen Ungläubigen, was Pazi­fismus ist. Ob dieser Herr seiner Sache gedient hat? Diese Frage lassen wir offen!

Die anwesenden Gegenredner sagten dem Herrn Pazifisten derbe Wahrheiten; dafür wurden sie von seinen uniformierten Schild knappen im Lokal niedergeschrieen, einzel­ne auf dem Nachhausewege überfallen und niedergeschlagen.

Das ist Pazifismus!

Unserem gleichgültigen Bürgertum aber, der nationalen Arbeiterschaft, den lauen Stahlhelmkameraden, allen Ehrlichen und Friedlichen rufen wir zu:Steht einig zu­sammen gegen diesen Pazifismus, hinter dem sich nichts weiter verbirgt als der schärfste Despotismus, die Unterdrückung, Versklavung der nationalen Völker, Herr­schaft des internationalen Kapitals, das keine freien Männer will unter Vorschub von Arbeiterführern, gestützt auf die Knüt­tel des Reichsbanners, der Polizei der ro­ten Zukunft. Das wäre die kommende Ae­ra des deutschen Volkes unter Führung von Leuten wie dieses ehemaligen Kaiserl. Kapitäns zur See Persius, und der gleich­gesinnten ehem. Königl. Generäle v. Schön­aich, v. Montgelas, v. Deimling usw.

Und für solche Herren, die mit den ande­ren Reichsbanner-Offizieren und Unteroffi­zieren einst die verkörpertsten Militaristen und Mannschaftsdriller waren und sich heu­te den Volkszorn fürchtend hinter dem Reichsbanner und den ihm gleichge­sinnten Organisationen verbergen, begei­stern sich deutsche Arbeiter.

Wie sagte einst der alte Bebel? Ar­beiter, seht Euch Eure Führer an!

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Kreiseinteilung im ganzen Reiche und Oe­sterreich und nicht eine Gaueinteilung der einzelnen Bünde stattgefunden hat. Bis zur endgültigen Abgrenzung der einzelnen Gebiete hat jeder Eroßbund das Recht und sogar die Pflicht, so viel Gesangvereine für den Deutschen Sängerbund zu werben, wie ihm nur möglich ist. Die Anwesenden ver­urteilten den Ton und den Inhalt des offe­nen Briefes des Herrn Schade-Castel, an Herrn Kampfrad-Frankfurt a. M. und er­warten daß im Interesse eines friedlichen Zusammenlebens für die Folge diese Art der Beantwortung eines Briefes unter­bleibt. Die Versammlung lehnt die Behaup­tung des Herrn Schade-Cassel, daß die Lei­tung in Cassel im Fuldaer Lande irgend­welche Pionierarbeiten für den Deutschen Gesang geleistet hat mit Entschiedenheit ab. Allein durch die besseren Zugverbindungen mit Frankfurt hält die Versammlung den Anschluß nach Süden hin für richtig und er­wartet, daß sich die maßgebenden Stellen dieser Einsicht nicht verschließen. Jede Wer­bung innerhalb unseres Fulda-Rhön- Sängerbundes zu Gunsten eines anderen Bundes lehnen die anwesenden vertretenen Vereine mit Entschiedenheit ab.

Dem evangel. Kirchenchor und seinem verdienstvollen Dirigenten, Herrn Musik­direktor E. Leber, ging von Herrn Gene­ralsuperintendenten Fuchs-Cassel folgendes Schreiben zu:Ew. Hochwohlgeboren möchte ich, nachdem ich von der Kirchenvisitation im Kirchenkreis Fulda wieder zurückgekehrt bin, meinen verbindlichsten Dank für Ihre und des Kirchenchors gütige Mitwirkung bei dem liturgischen Gottesdienst am 29. Sep­tember aussprechen. Ich weiß, daß es für die meisten Chormitglieder ein Opfer an Zeit und Kraft bedeutete, an einem Werk­tag zu so ungewohnter Stunde zu singen. Umso dankbarer empfinde ich Ihre und des Chores Mitwirkung, durch die der Gottes­dienst einen alle Besucher der Kirche so be­friedigenden und erhebenden Verlauf neh­men konnte. Ich darf Sie wohl bitten, den werten Chormitgliedern meinen Dank über­mitteln zu wollen,selbst aber versichert zu sein, daß ich gern an die vortrefflichen, un­ter Ihrem bewährten Dirigentenstab erziel­ten Leistungen des Chores zurückdenken werde. Mit ausgezeichneter Hochachtung Ihr ergebenster D. Fuchs, Generalsuperinten­dent."

Preissenkung und Preisunterbietung. Vom Handwerksamt wird uns geschrieben: Mit dem 1. Oktober soll nach Ankündigung der Reichsregierung infolge der Senkung der Umsatzsteuer um einhalb Prozent eine allge­meine Preissenkung eintreten. Bereits in den. letzten Wochen hat sich die Regierung ernstlich bemüht, nach Fühlungnahme mit den verschiedensten Wirtschaftsgruppen die Vorbereitung für einen Preisabbau durch­zuführen. Inzwischen sind fast alle Wirt­schaftsverbände auf den Plan getreten und haben in bei Tagespresse den Nachweis zu

erbringen versucht, daß nicht sie, sondern an­dere Kreise oder andere Verhältnisse an der Preisverteuerung schuld sind. Es wird dar­getan, daß, abgesehen von der gesunkenen Kaufkraft des Geldes, die Ursache bei Teue­rung nicht darin zu suchen sei, daß Handel und Großhandel etwa mit größeren Gewin­nen gearbeitet hätten, sondern darin, daß infolge der erhöhten Belastung der Betriebe durch Steuern, Abgaben, Frachten usw. die Unkosten so erheblich angewachsen seien bzw. auf das doppelte gegenüber solchen in Frie­denszeiten veranschlagt werden müßten. Handel und Großhandel weisen weiter wohl mit Recht darauf hin, daß in Folge der er­höhten Zölle eine erhebliche Preisverteue­rung automatisch eintreten muß, die die Er­mäßigung der Umsatzsteuer ab 1. Oktober wieder restlos aufhebt, Die erhöhten Zölle werden bereits ab 1. Oktober erhoben, so daß diese Preiserhöhung sich besonders bei den Lebensmitteln auswirken muß. Schon werden die großen Massen der sogenannten Verbraucher" in Bewegung gesetzt, sie stel­len fest, daß trotz der angekündigten Preis­senkungsaktion der Reichsregierung noch nichts Durchgreifendes geschehen ist, und versuchen von vornherein die Maßnahmen der Regierung als aussichtslos hinzustellen. Ohne die Wirkung eines Preisabbaues ab­zuwarten, werden schon jetzt wieder neue Lohnforderungen gestellt und entweder so­fortiger Preisabbau oder sofortige Lohner­höhung verlangt. Die Eesamtgilde Münster erhielt in diesen Tagen ein Schreiben des Zentralverbandes der Steinarbeiter, Sitz Köln, (Freie Gewerkschaft), worin eine Er­höhung des Stundenlohnes von bisher 1,25 Mark auf 1,50 Mark gefordert wird. Die Lohnforderung wird wie folgt begründet: Die Steigerungen der Lebenshaltungsko­sten in den letzten Monaten haben in allen Wirtschaftsbezirken Deutschlands zur Lohn- steigerung geführt. Wenn wir auch prinzi­piell auf dem Standpunkt stehen, daß uns mit Lohnsteigerung letzten Endes nicht ge­holfen ist, so haben wir doch kein anderes Mittel in Händen, die Löhne unserer Auf­traggeber den Preisen anzupassen, als mit allen Mitteln zu versuchen, die Stunden­löhne zu erhöhen. Das Warten auf die Verbilligungsaktion der Regierung hat uns abgehalten, mit allem Nachdruck die am 6. 7. gestellte Forderung vor die Schlichtungs­instanz zu bringen. Nachdem aber keinerlei Erleichterungen im Wirtschaftsleben zu er= warten sind, im Gegenteil durch die Steuer- unb Zollgesetzgebung eine weitere Belastung der Verbraucher eingetreten ist, sehen wir uns gezwungen, den Antrag erneut zur gefl. Berücksichtigung zu unterbreiten." Die ses Schreiben dürfte für die Geistesrichtung mancher Gewerkschaften und Verbraucher bezeichnend sein. Es wird von vornherein festgestellt, daß keinerlei Erleichterungen im Wirtschaftsleben ab 1. 10. zu erwarten sind, trotzdem es gerade die Gewerkschaften wa­ren, die von der Reichsregierung stürmisch den Preisabbau forderten. Aus der Tages­presse geht hervor, daß die Eisenbahner so­wie die Beamtenverbände in neue Lohn­verhandlungen getreten sind, daß bereits in einzelnen Industriezweigen größere Aus­stände erfolgt sind, kurz, daß Man allge­mein wieder vor einer neuen großen Lohn­bewegung steht. Nur mit banger Sorge kann man daher den kommenden Monaten entgegensetzen.

Die Vorgänge, die wir beobachten, sind für sämtliche Handwerkszweige von Bedeu­tung; geht doch daraus hervor, daß die Preisprüfungsstellen wieder nach dem al­ten unseligen Rezept der Inflationszeit die Kontrolle der Gewerbe bei der Preisbil­dung vornehmen wollen. Werden nicht bald wieder neue Anklagen gegen reelle Ge­werbetreibende wegen Preiswucher erho­ben, trotzdem die Reichsregierung erklärt hat, daß sie bei ihrer Preissenkungsaktion auf die notwirtschaftliche Gesetzgebung nicht zurückgreifen wird? Wir geben zu, daß es für die amtlichen Stellen entschieden leich­ter ist, die Preise bei den Handwerkern nach zuprüfen, als bei den großen Industrie- konzernen und überhaupt allgemein beim Erzeuger. Die neue Tätigkeit der Preis­prüfungsstellen bringt die Gefahr mit sich, daß wiederum die einzelnen Wirtschaftsbe­rufe und Volkskreise gegeneinander aufge­hetzt werden, und daß das gegenseitige Miß trauen wieder reichliche Nahrung findet. Man mache endlich Schluß mit den gegen­seitigen Beschuldigungen und stelle nicht immer das Handwerk alsPrügelknaben" hin. Das ehrbare Handwerk und seine Be­rufsorganisationen haben in der heutigen Zeit mehr wie je gegen die Schmutzkonkur­renz zu kämpfen, die leider wesentlich dazu beiträgt, daß die Oeffentlichkeit ganz falsche Begriffe über die Angemessenheit der Prei­se im Handwerk erhält. Wir haben örtlich immer wieder die Erfahrung gemacht, daß Handwerksbetriebe sich in unlauteren Preis Unterbietungen nicht genug tun können. Wenn der Reichsbankpräsident Schacht glaubt, eine der Hauptursachen der Teuer­ung liege in den zu vielen kleinen Geschäf­ten und Betrieben, so reden die Tatsachen eine andere Sprache. Würden nur einige wenige konzessionierte Betriebe vorhanden sein, so würde damit, wie die Erfahrung lehrt, eine weit größere Gefahr der Aus­beutung und Uebervorteilung der Allge­meinheit bestehen. Aus der reichen Blü­tenlese der Preisunterbietungen im örtli-

chen Handwerk mögen in diesem Zusamw, hang nur folgende, aus dem Münftbris^ Anzeiger in den letzten Tagen entnomn! en Anzeigen dienen:Schneiderinn empfiehlt sich zur Anfertigung feiner rengarderoben unter Garantie für Sitz beste Verarbeitung zum Preise von sn Mark." Ein anderer (früherer £ Hilfe") bietet sich sogar an,Herrengâ'rd robe für 28. Mark zu liefern. Ein x ler veröffentlicht, daß Küchen oder Zjw» von ihm für 18. Mark gestrichen oder peziert werden (ohne Rücksicht auf die ße der Räume?!") Bezeichnend ist, alle dieseHandwerker" die Inserate nij unter ihrem ehrlichen Namen, sondern ^ ter einer Chiffre veröffentlichen. $Qt kann wohl daraus schließen, daß diese sönlichkeiten sich schämen, mit ihrem Rani« derartige Schleuderpreise zu decken, und Lai sie allen Anlaß haben, den Steuerbehörde, und der Oeffentlichkeit ihren Namen verheimlichen; sind es doch meistens Leute die. als sogenannteSchwarzarbeiter" den âbaren Handwerk die größten SchädigW gen bereiten, die sich vor jeder Steuerzch lerei drücken, die keine Geschäftsunkosten keine sozialen Beiträge kennen, die w gens vielleicht ihre Arbeitslosenunterstiih ung abholen und dann ihren Betrieb et öffnen, die erst 8 Stunden Arbeitnehnik, spielen und streng auf vollen Tariflohn hal­ten, aber dann nachmittags und Sonntag; für eigene Rechnung Arbeiten übernehme«, deren Preise dann allerdings recht billig sein können. Leider ist es für das reelle Gewerbe außerordentlich schwer, diese« Schädlingen zu Leibe zu rücken. DieWu Erfahrungen macht man täglich bei dmG fentlichen Ausschreibungen. Auch heute noch wird vielfach schematisch die Verzei- ung nach dem Grundsatz des Mindestgek tes vorgenommen, ohne daß genügend gh prüft wird, ob der Anbieter auch Gewah für eine einwandfreie Qualitätsarbeit bm tet. Es muß immer wieder betont werde«, daß gerade beim Handwerk die Frage mh der Qualitätsarbeit das Entscheidende iit die Frage der angemessenen Preisbildmz ist. Es handelt sich bei den Handwerkseu zeugnissen nicht um eine Handelsware, m ein Stück wie das andere ausfällt, es hai- delt sich hier um individuelle Arbeit, dem Wert je nach der Ausführung verschied« ist. So kann ein Herrenanzug mit 30- Mark noch viel zu teuer bezahlt sein, wem die Verarbeitung derart schlecht ist, daß iw Kleidungsstück bereits nach einer Woche ju de Form verliert und wenn die Zutai« derartig minderwertig sind, daß sich samt die Verarbeitung lohnt. Das Handwei wird nichts unterlassen, um die Oeffentliu feit und die Vehördâ--»«rm»L rviâr aff diesen springenden

lung der Preiswirtschaft im Handwerk hin zuweisen. Man kann nicht häufig genug be tonen, daß eine Zwangsinnung nicht dir Macht besitzt, irgendwelchen Druck auf bis Jnnungsmitglieder in der Preisfrage aus- zuüben und daß schon der gegenseitig! Wettbewerb und die ständigen Preisunter­bietungen dafür sorgen, daß die Bäum nicht in den Himmel wachsen. Wir müsse« daher mit allem Ernst den Behörden und der Oeffentlichkeit gegenüber die Forder­ung erheben:Schutz dem ehrbaren Hand­werk!"

Familiennachrichten aus Fulda. ^ starben :Spenglermeister Hermann Rotz' mar (38 Jahre alt) Augustin Herz«! (Petersberg) Veteran von 1870-71 (76 Im­re alt).

Aus Stadt und Land.

Wichtig für Eltern, Vormünder uni Pfleger. Die Vormundschaftsabteilunk des Amtsgerichts Fulda bittet um Ver öffentlichung nachstehenden Artikels: DiM die Reichsgesetze über die Aufwertung v« Hypotheken und über die Ablösung öffE licher Anleihen vom 16. 7. 25 ist die Wap ung der Rechte von Gläubigern vielfach^ Innehaltung bestimmter Termine und Fn- sten geknüpft. Von besonderer Bedeutn^ ist bezgl. der Aufwertung von Hypothem bei 1. Januar 1926. Nach dem Aufw^ tungsgesetz findet trotz Rückzahlung w Löschung der Hypothek eine AufwerM statt, vorausgesetzt, daß sich der EläubW beim Empfang der Zahlung seine RE vorbehalten, oder daß er die Schuldsu^ me nach dem 15. Juni 1922 angenomnn" hat, auch ohne einen Vorbehalt gemacht S hanben. Hierzu ist aber erforderlich, daß de Anspruch auf Aufwertung bei der ÄuW tungsstelle des Amtsgerichts bis zum 1- A nuar 1926 angemeldet wird. Hinsicht" der Ablösung von Markanleihen des ReE ist für Altbesitzanleihen der 15. Febru" 1926 von Wichtigkeit. Der Umtausch °. Markanleihen, die nicht Altbesitz sind, w< später erfolgen. Anleihe Altbesttzer, h. Gläubiger, welche die Anleihe seit dem Juli 1920 ununterbrochen besessen Ham. haben neben dem Umtausch einen Ansprm auf Gewährung eines Auslosungsrech. Altbesttzer müssen diese Rechte aber sE stens bis Mitte Februar 1926 bei einer " mittlungsstellö durch Anmeldung 9e machen. Als Vermittlungsstellen komm.! u. a. in Frage: Banken (nicht Reichsban. Sparkassen oder Kreditgenossenschaften, diesen Vermittlungsstellen sind un