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MB Morgenzertuns

i Fuldaer Kreisblatt, Anzeiger für Rhön un- Bogelsberg, Ful-a un- Haunetal

Nk^HMch« Morgenzeitung" erscheint wSchentlich 6 mal, (autzer Montags), Sonntags Anzeigen: Die 7 gespaltene Millimeterzeile 0,04, auswärts 0,07 Rmtemnark. Die 92 mm

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Summer M Mittwoch, den 14. Oktober 1925. 59. M Zahrgans

Nochmalige Fühlungnahme Tschitscherins mit der Neichsregierung.

Berlin, 18. Okt (Sig. Onformationsd.-Tclegr.) Wie wir hören, beabsichtigt bet russische Außenminister Tschitscherin aus seiner spätexen Rückreise nach Moskau nochmals aus einige Tage nach Berlin zu kommen um mit dem Außenminister Dr. Stresemann über die Ergebnisse der Konseren; von Locarno zu sprechen. Alle Anzeichen sprechen dafür, daß die russische Au- ßenpotttik aus dem Licherheitspakt der Westmächte bestimmte KonsequouM ziehen wird u. daß desx ganze Ausenchalt Tschit- scherills in Deutschland den Zweck hat, festMstellen, ob sich für Rußland die Notwendigkeit ergibt, einen besonderen Sicherheits pakt für den Osten anzustreben. Aus diesem Grunde will Lschit scherin auch seine Besprechungen mit der polnischen Regierung weiterführen.

Wiederaufnahme der beuMpoinWen MttsAastsverhaablungen.

Berlin, 15. Oktober. (Sig. Zuformationsb.-Telegr^ Die Deutsch-polnischen Wirtschastsverhsandlungen sind am Mon­tag von den beiderseitigen Delegationen wieder ausgenommen worden. Wie wir hören, ikann man im gegenwärtigen Stadium der Dinge von der Möglichkeit einer wirtschaftlichen Berstän- digilng der beiden Länder sprechen, zumal in erster Linie vor­gesehen ist, den gegenwärtigen Zustand des gegenseitigen Zoll­krieges schnellstens zu beenden. Bon besonderer Bedeutung ist auch die Tatsache, daß die Wirtschastsverhandlungen gerade in dem Augenblick wieder ausgenommen werden, wo in Locaxuo die erste Fühlungnahme zwischen dem Außenminister Dr. Stre- . semauk und dem polnischen Minister Gras Skrzguski über die politischen Fragen stattgesunden hat.

Sie Räumung der Seiner Zone.

Brüssel, 13. Okt. (Sig. Drahtmeldung). 3n den belgi­schen Regiexungskreijen verlautet, daß die alliierten Regier­ungen noch im Laufe des Mittwochs oder Donnerstags eine Entscheidung über die Tatsache der völligen Entwaffnung Deutschlands fällen wird. Der Bericht der interalliierten Mi- lttarkontrollkonnmssio-nen lautet sehr günstig, sodaß eiue,r Räu­mung der Kölner Zone nichts mehr im Wege stehe.

Äalienffche Einfuhrzölle auf ZUcker.

iiD'tib. Rom, 13. Okt. teles. Durch das Dekret vom 13. Oktober wird bet Majorisiorungskoesfizient auf den Einfuhr von Zucker nach Stallen wieder eingeführt, sodaß der Zoll beim Zucker erster Klasse 18 Goldlire und beim Zucker zweiter Klasse <2 Goldlire pro Doppelzentner betragen wird.

Auf dem Weg zur Einigung.

Wie «umehr feslstcht, wird die Entscheidung über das Zustandekommen des Sicherheitspaktes noch im Laufe dieser Woche fallen. Die Letztem -Tage haben- immerhin, Mas ai-cht miehr bestrWeu wsrde-u Kanu, eine so weitgehende Klärung «ge- schaffe-n,, daß man uu!nmchr ieiuigermaßeu imstand^o ist, den Ver ^N der Dinge zu äberseheu. Zn den poiltischeu Kreisen erz-ählt imDin sich die grundlegende Einigung über den Sicherheitspäkt M am Sonnabend Während der Motoribooltsahrt auf dem Ligch Waggiore, an der Wamibmialn, Vriväd, Dr. Luther, Dr. otresemann und die suristischen Sachaerständijgsn lteiiinahmen, Erfolgt. Die Wasse>rfahrt der Schav!t§männer sei auf jeden Wl ergebnisreicher gewesen, als alle Vollsitzungen lunb offiziel- 'Zusam!Mieu!kiÜ!nfte der Minister. Sovielk ist sicher, daß die ^asi« der VerstäNdigNng gHuudeu ist «Ib daß jetzt nur noch die beteiiigieu Regierumgen ihre Zust'mmuW ;w den Bcschiüs- der Komferemz von Lveaivnv gehen müssen, um den Sicher- MtspM Eer Westmäch^te^ unb den EiiMW Deulschiands m ^ Völkerbund perfekt M machen. 3«i> den nächstsn Eggen wer 1 duher di!o Regierungen in Berlin, London, Paris, Brüssel ^om Wichtige Beratungen abhalten, von deren Ergebnis Er Mhängen wird, oh die Koinferonz in Looarno roch! im Louise Her Woche mich einem endgültigen Resluitat vblgesch!!vsse>Ni wer En kann. Die bisher roch nicht zur Erörterung gelangten '|f4)ieih Forderungen Deulschälandis, die außerhalb der offl-

Konferenz gelöst werden sollen, dürften berelts in den zwei Tagens zur Spnaeh^e «kommen. Bei allem Optimih- mit dem man jetzt au>ch in maßgebenden deutschen! Re- ^ttMgsüvsssVN die «Situation beurteilt, weist miaun ^naehd^rück-lich die große Bedeutung dieser Parallelverhaildlungen zwi-

Deutschland und den Alliierten hin. Man «bechonch, daß M ^ ^hld Wort in London«, Paris und BrüW gt-

wchW werden muß. Fällt die Entscheidung der alllierten ' '"n ^ètiven Sinne alus, dann ist die Konferenz

11 "narno am Ziele ihrer Aüißgviben augelangf, während! An

!anderen Falle neue, ^ernste Schwierigkeichen ulnoeiMlleidlich sein würd^en.

Wie wir hören, ist es nun^meh^r chaHächilich zu einemGent lemen agreement" èn dm Frage der öftlichm Schiedsverrräge !§okommen. Nachdem Zchalmr si^ch bereit erklärt hat, am S-ich^er- Heitspakch als fünfte Giamniliemachch teilzunehmen, hach Fra^nk- I Deich auch seine Ansprüche, als Garanchiemachch im Osten auf- 2**01, fallen gelassen und dem Vergleichsvorschiag zuge- stimmtz, wonach der VöLkerduud die Gamnchierung der Schi^eds- verträgio übernimmt. Für die^ TschechpPoiwakei hat Dr. Be­nesch bereits dieser Lösung zugOimmtj, Na^chideM er ein,gesehen hat, daß Frankreich keine Aussicht hall, seine Sondersorderun«- gen durchzusetzen. Mit Spunmumig -erwartet miaun nunmehr noch den Bescheid Polens das sich! bis zum Letzten Augenb-lick heftig gew-ehrt hat, und das um die- Aufrechtorhaitumg Leiner Bünd­nisverträge bis zum Letzten Atemzug kämpft. Polen wird die­sen Kampf als endgültig verloren aufgeben müssen, wenn es I nicht in letzter Stunde das Zustandekommen des Paktes ver­eiteln und die Verantwortung für das Scheitern der Konferenz auf feine Schultern laden will. Wio gemât imirb, hat bereits we Aussprache zwischen Dr. Strchrtnvvu und dem polaischem Außenminister Graf Skregußkr st!altgeilundeu, We oineu- sehr be­wegten! Verlauf genvMm-eu halbsn, soll. 3u deu Konfersnzkreisen zweifè miaun aber «Zurzeit uichb m-chr darauf d- Pöleu sâm VevZweiflunlBkampf gufgebeu uud der iSon-srMosuug seine Zustimmung geb-eu, muß. Vor gestrige Tag h,at hierüber -itoch keilte völlige EuHcheidriug geibrachlt, da, wie bereits mitgeteU die beteiligten R-ejgierUUgellt das letzte i^Rort zir sprechen haben werhsir. Z-n Berlin dürste akerdiugs «berci^ts in den uäMteu Tagen eine StelLuugsinahme des Reichskabiüetls zu erwa-rten fein, ujachdem ein MilgLied der dc-utsschen- Delegation von Lo­carno bereits im Berlin eingotroffen «ist, um den -in Berlin ver- dliebenen -Regierungsin-itgliedsrn Bericht zu- ersta-Ütlen.

Einigung über den deutsch-italienischen Handelsvertrag bis 31. Sktober.

Berlin, 13. Okt. (Sig. Drahtmeldung). Wie nunmehr mitgeteilt wird, ist mit aller Bestimmcheit zu erwarten, daß bis zum 30. Oktober eine völlige Einigung über den deutsch-ita­lienischen Handelsvertrag erzielt sein wird. Aus diesem Grunde ist in Rom die Abmachung getroffen worden, daß die gogeuwär Ugen Zolltarife zwischen Deutschland und Stallen bis zum Ab­schluß des beiderseitigen Vertrages in Kraft bleiben sollen. Und dadurch ist jede Möglichkeit eines Wirtschaftskonflikts zwischen beiden Ländern ausgeschlossen.

Mussolini geht nicht nach Marno.

toitfb. London, 13. Okt. teles. WieTimes" aus Rom mel­det, wird die Nachricht, daß sich Musiolini entschloßen habe, nach Locarno zu gehen, um den letzten Stabien der Konferenz persönlich beizuwohnen, vom italienischen Ministerium des Aeu- ßern nicht bestätigt.

Rücktritt Oesers?

Berlin, 13. Okt. (Sig. Drahtmeldnng). 2u den poM- neraldirektors der RejchsbahUgesellschaft, Rudolf Oesers, ßch schen Kreisen verlautet, daß der Gesundheitszustand des ^^ in der letzten Zeit so verschlechtert hat, daß voxaussichtlich mit seinem Rücktritt gerechnet werden müsse.

* Hindenburg bei den Augustanern.

Am &anWtaig vormittag fauL-e-u die «Eiuw-eihuitgsfeierli-ch^ ke-it,en des G-efal.kiuondeukmais der A«u!gustauer statt, das alulf dem GarimsaHviedhof Ar B-erl-iu lAuMet'Lmg MimÄslv hat. Der Enthüllung des Denlkmals, Iber Reichspräsident o. Hindenburg, Priu; Oskar v. Preußen«, sowie za,hlrsich«e G-eueräl-e des alten Heeres, -darunter Exell-snz v. Falkenhagn«, «Graf o. d. Schulen^ bu-rg, E)SzL>!ion; Altrock and viele andere hohe Offiziere des ällen Heeres, sowie der Reichswehr b-chwohnteu, ging ein F-est- gottesdierlst -auf dem Hof der ^l-u-gustailler-Kcherue iitii der Frie- -ssnstvaße «voraus. Dort ibatiieini die Tr-ad-iti-ouskompaguie sowie die OlffiZiers- und KameraLvnve reine der ^lluigustaaer and der Resovveregimsuler 55 und 202 mit ihren Fahnen, Rufsteiiung ge-nomm-e««. Abordnurtgeu der Krihgervereiue und der Vater- -läud-ischeu Verbände.

Der Festgottesdicust au«f dem Hof der Augustan-erkasorue begann mit dem Eiu!ma-rs,ch der Meichsw-ehr-Traditionsikvm-

pagnie und der Kameraden- uüb Kriegervereine. General der Z-nfaNdevie o. D. Sixt v. Arnim sprach zunächst m-annhasts Worte der -B-egrüißung.öch beigrüße", so führte er aus,den Prinz-eu Oskar von Preußen, der erlauchten Sproß des Kaiser Houses, die Vertreter der AeichL!wehr, von der wir bewußt find baß sie vom selben Geiste wie das alte Heer «beseelt ist, ferner die Vertreter Iber Behörden, vor -allem den Obe-rbrgermeister von Koblenz, dem alten -Garnisonort der Augustaner. Sch be- !grüße weiter die Offizi-ere und Kameraden des Regimeu-ts Au­gusta und seiner Res-evoeregimenter 55 und 202, sowie -ihre A-ngehörigen. Wir bewaihveu den gefallenen Kam«eraden^ ein treues Gedenken,, aber mir wollen auch einen Tag «d-es Wie- dcrsehens mit de-n -le«bond!en iKamemden feiern. Wenn wir den alten Kamemden d-is Hand drück-eui, so steht ber Zauber der Tradition vor unseren Augen. Die Trad-ition soll uns aber nicht nur -erheben, sondern sie muß uns kräftigeu für die Gegenwart und Lür die Z,u!kunft, für den Krampf um die Gesundung unseres Vvikes wib den Wied-er!ausbau unseres Vaterlandes." Der General schlo-ß seine Anspm-che mit einem Hoch auf d«as preu­ßische und- das deutsche Va,terland>, worauf die Fcsttci-ln-ehme-r das Deutschi-aNdii-eb «a-nstimmtion.

Aach igemeinsam-om Gesang des LiedesEin feste -Burg." sprach dann ber evangelische Divisionspsarrer datier .über «das Wort:Sei getreu bis in den Tod". Er betonte-, daß das Au­gusta-Regiment und seine Reserveregim-enter sich d-urch -ihre Taten der Farbe der «Treu-e, die si-e «Mhrlie-n, würdig erwiesen -tte-n. Divisionspsarrer a. D. Schenk-Allenstein, der das Re- giment während des Kriegszuges begleitet hatte- «eygriff sodann für die -kathoi-ische Konsession das -Wort und schilderte bis Krie-grgeschich-te der drei Rclgimente-r. Die beiden Geistlichen weihten sobann die -alte Fahne der Augustaner unb die neue her Frankfurte-r Ga-rnison. Die Trad-i!ious-«Kompagnie mar= fchterts sodann au den Fahnenaborch'ungen der Kamsrabenper- eins vorbei.

Die «Tradit-iouskompajggis sowie die Kameradenvereins marsch-ie-rten Lodann nach dem Garnison-Frie-bhvf, wo die «Ent­hüllung Les Denkmals -erfolgte,. Gegen %12 Uhr erschien der Rsi-chspräsidont v. H-indenburg im Begleitung seines Adju-tan- ton, Majors v. Hindenburg, um an dem LntlMlungsakt te-ii- zunehmem «D^er Msichspräsident, Le^r mit stürmischen Hochrufen begrüßt wurde, trug die Uniform des Gsneralssldmarschâ.

Die Kap-c-lle spielte bas Niederländische Dcmkclebet, wo­rauf General Si-xt v. Arnim bas Wort zur Festansprache er­griff.Geb begrüße vor allem", so führte er aus,Reichspräsi- dewt v. Hindeniburg, in desse-n Händen w-ir die Ehre -und Würde des Leutsch-e-n Volkes am b-Oen- -gewahrt wissen." Er übergab j odann Ibas D-en-kma-I Lem Vertreter Les «Reèchs-wehvm-iniftV- ri-ums, «General Ritter vom Haag, ber Las Ehrenmal in die Obhut ber Reichswehr -nahm. Während rin Flugzeug «den Fpst- platz «Umkreiste und einen Kranz abuva-rf -legte General Sixt v. Arnim M Auftrage des Kaisers einen Kranz am Denkmal nie» ber. Mit den Worten:Euer Blut wird niemals vergebens geflossen sein! «legt-e s-odanu der Reichspräsident einen Kranz an dem Denkmal nieder. Es folgten darauf Vertreter der Königin von Schwedenj, ber -n-iode-rländischie« Armee sowie -der zahlreichen Offiziers- -und Kameradenvereine.

Nach ber Feier -nahm der Reichspräsident Len Vorbei­marsch der Traditi-ouskom-pagnie sowie der Offiziers- und KameraLenvereine und der Vat^ertäu-dis-ch-cu, Verbände ab. Bei Ler ^lb fahrt Les Re:chspräslL-Mten wurden, ihm von den An­wesenden stürmische «Huldigungen dargcbM-cht.

Paris und Lomrno.

Von unserem Korvespo-nide-nteu wird uns aus Paris, den 10. Oktober geschrieben:

^^ .ADaße Beklemmung herrscht «in den hiesigen politi- J sbor^ Kreisen über die von der Tagung zu« Locarno zu- erwar- t-cud-eu- Dinge. Zwar habc-ir die Zei!umj:pn in fette-n Let-tern über L-en Op«limismus berichtet, mit dem die Konferenz begoiV- E haben soll, aber man ist sich hier darüber im kl-aren, daß -di«e Geschäfte von Locarno nicht über -jeden für FraUkreich un- gu«nsttgen Fall -schaben sind. Die Aüffafsun«g ber Presse von ber Rn-gefahrlichkeit der Aktion Ts-ch-i«erins teilm heute -nur -wenige der -erst zunehmenden Politiker und -viele von -ihnen messen h-E Sprache eine große Bedeutung bei. Das große dragezeichon in der Sache, das-rt rnau- aus a-!«!en -Gesprächen «heraus, «ist die Haltung Deuischianids, Der Sowjetkvmm-issar so lubiiit man, biemüht sich die VerhaNdcungen.über den Sicher- heltrpak-t als einen machiavellistischen Plan des Londoner Ka- bmsttis^ hiu-zust-elien), der darauf abziel-t, Rußland diplomatisch wie wi-rischaftli-ch einzukreisen. Und in Ler Tat dürfte ja auch das Ziel sein, Deutsch,laud zum Zus«amuiengehe«n mit den Ost- «staaten und bem-lkerbunde zu bringen-, aber keinesfalls Rußla-nd zu- -isolieren, Las man -im Gegenteil gern dens-elben Weg Men sähe wie Deutschland. Wenn -nicht -Tschitscherin beha-upte-t unb versucht, glauben W machen, es sei möglich, dem en-gs-isch-französisch-bchM-chen Block einen «mss-isch-polnischj-