MH und den Großhandelspreis für Fleisch ?u berechnen. Zur dmi Ladenfleischer hat die Mittlere Preisprüfüngsstelle Berlin- Vrandenburg nach entsprechender Verhandlungen den Zuschlag für Frischfleisch und Wurst zusammen auf höchstens 20 Prozent für Zrischfleisch auf höchstens 15 Prozent festgesetzt. Eine 'Reugliederung der Wucherpolizei und ihre Vermehrung im Außen- dienst ist von dem Berliner Polizeipräsidenten angeordnet.
Der Verkauf vom zollfreiem Gefrierfleisch erfolgt vom 1. Oktober ab unter der Ueberwachung durch die Gemeinden.
Die Verhandlungen über eine Senkung des Erzeugerpreises und der Handelsspanne für Milch in Berlin sind dem Abschluß nahe. Die Margarineinduftrie erklärte, sich bereit, die 'bisherige Bindung des Kleinhandels an feste Verkaufspreise fallen zu lassen. Der Zucker neuer Ernte wird im Preise ermäßigt werden.
Die Staats- und Ministerpräsidenten der Länder haben diesen Maßnahmen chre volle Unterstützung zugejagt.
Die deutsche Reichsbahn ermäßigt die jetzt gültigen Zracht sätze. für die wichtigsten Lebensmittel vom 1. Oktober ab um 10 Prozent. Außerdem sollen demnächst ermäßigte Frachtsätze für Getreide von Ostpreußen nach dem übrigen Deutschland eingeführt werden. Mit den Kommunen werden Verhandlungen wegen der Preise für Gas, Wasser, Elektrizität usw. aufgenommen werden. Bei Vergebung von öffentlichen Aufträgen wurde der freien Konkurrenz durch entsprechende Anweisung an die Reichsrefforts wieder zur Geltung verhülfen. Zur Durchführung des Par. 8, Abs., 3 des Gesetzes über die Aenderung des Finanzausgleichs vom 10. August, der den Ländern und Gemeinden die Aufstellung einer Uebersicht über Einnahmen und Ausgaben für das Rechnungsjahr 1925 und das erste Halbjahr 1926 im Vergleich zum Rechnungsjahr 1913 vorschreibt, bereitet der Reichsminister der Finanzen eine Verordnung vor. Mit den Landesregierungen wurde bereits Fühlung genommen.
Die Zinssätze für öffentliche Gelder, soweit die Reichs- bahngesellschaft, Aeichsversicherungsaustalt und das Reichssi- vanzministerium in Zrage kommen, wurden herabgesetzt.
Die mit der Weitergabe betrauten Banken haben sich pflichtet, die Zinsermähigungen ihren Kreditnehmern in vollem Umfange zu gute kommen zu lassen. Die Länderregierungen haben sich auch in diesem Falle zur Unterstützung bereit erklärt. Das Bankgewerbe wird die Kredit- und Akzeptprovisionen vom 1. Oktober ab um 20 Prozent ihrer derzeitigen Höhe ermäßigen und diese Eonditionen als Aomlnalsätze ansehen.
Das Vankgewerbe hofft, einer zukünftigen Beruhigung auf dem Geld- und Kreditmarkt in naher Zukunft durch weitere Erleichterungen Rechnung tragen zu können.
Die Rsichsbank wird die Reichsregierung auch weiterhin unterstützen und insbesondere die Kreditgesuche derjenigen Kreise besonders nachprüfen, die in letzter Zeit Preiserhöhungen vornahmen. Die Gesetzesvorlage über die Aufhebung der Geschäftsaufsicht wird so gefördert werden, daß sie den Reichstag alsbald nach feinem Zusammentritt beschäftigen kann. Die Zrage einer Herabsetzung der Gerichts- und Anwaltsgebühren wird im Reichsjustizmi nisterium geprüft. Die Staats- und Ministerpräsidenten der Länder haben zugesagt, für ihren Zuständigkeitsbereich die Höhe der Gebühren einer Nachprüfung zu unterziehen.
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Aus der ZagesgesOMe.
Efchitfcheriu bei Stresemann.
wtb. Berlin, 1. Oktober. Der gestern in Berlin einge- troffene russische Außenkommissar Tschitscherin, folgte, nachdem er seine Karte beim Reichskanzler Dr. Luther abgegeben hatte, abends mit dem russischen Botschafter in Berlin Krestinski einer Einladung zum Abendessen beim Reichsaußenmi
nister Dr. Stresemann, an dem Beamte des Auswärtgen Amts Diplomaten, Politiker und Wirtschaftler teilnahmen.
Die französische Delegation für Locarno.
wtb. Paris, 1, Oktober. Die französische Delegation für die Konferenz von Locarno besteht ans Außenminister Briand, Berthelot, Fromageot sowie dem Käbmettchef Briands, Leger, und dem Sekretär der Botschafterkonfe re nz Massigstes.
Die deutsche Delegation.
wtb. Berlin, 30. Sept. Die Abreise der deutschen Delegation nach Locarno wird voraussichtlich am Samstag in einem Sonderzug erfolgen. Der Delegation gehören neben den Haupt delegierten, Reichskanzler Dr. Luther und Reich sauße nminifter Dr. Stresemann, Staatssekretär Schubert vom Auswärtigen Amt, Ministerialdirektor Gaus und der Leiter der Presseabteilung Ministerialdirektor Kiep an. Außerdem werden noch verschiedene Referenten Locarno fahren, u. a. der Vortragende Legationsrat v. Bülow, dem das Dezernat für Völkerbundsfragen unterstellt ist. Die Delegation wird etwa 20 bis 25 Personen umfassen.
wtb. Locarno, 30. September. Die französische, englische, belgische, italienische und polnische Delegation werden im „Grand-Hotel" in Locarno, die deutsche Delegation im Hotel ,Esplanade" und die tschechoslowakische Delegation im „Earl- tonhotel" absteigen.
Die Einnahmen Großbritanniens im letzten Halbjahr.
wtb. London, 1. Okt. Nach der vom Schatzamt veröffentlichten Uebersicht betrugen die Gesamteinnahmen des vereinigten Königsreiches während der letzten 6 Monate vom 1. 4. bis 30. 9. über 4% Millionen Pfund Sterling weniger als in dem entsprechenden Zeitraum 1924. Die Einnahmen der letzten drei Monate weisen eine Zunahme von 2% Millionen gegenüber 1924 auf.
Revolutionäre an der brasilianischen Südgrenze.
wtb. Montevideo, 1. Okt. 300 bewaffnete Revolutionäre sind aus den Bergen bei Rivera in den brasilianischen Staat Rio Grande do Sul eingedrungen. Die brasilainschen iStaats- truppen an der Grenze von Uruguay haben die Invasion nicht verhindern können.
Schweres Autounglück.
wtb. Beuchen, 1. Okt. Von einem schweren Autounglück wurden die hier zu Besuch weilenden Ratiborer Stadtverordneten auf ihrer Rückreise nach Ratibor betroffen. Beim nehmen einer scharfen Kurve platzte ein Reifen des ersten Autos, dieses kam ins Schleudern und stürzte in einen Ehaussegraben. Die önjaffen wurden hinausgeschleudert. Während die drei Stadtverordneten Gloger, Miegisch und Kinne mit sehr oder weniger schweren Verletzungen davon kamen, wurde die Stadtverordnete 5rau Stiller gegen einen Prellstein geschleudert, wobei die Schädeldecke zertrümmert wurde. Sie ist ihren Verletzungen erlegen. Die Verunglückten wurden sofort nach Ratibor be- fördert.
Tragödie in der Autodrojchke. Frau
Kuhnert ist inzwischen
Krane in einer Autodroschke erschossen hat, ihrer schweren Ver letzung erlegen. 2m Lauf des Rachmittags erlangte sie für kurze Zeit das Bewußtsein wieder, bald darauf trat der Tod ein. — Gestern vormittag wurde der Freiherr Arnold Eduard von Krane auf dem'Südwestfriedhof in Stahndorf beigesetzt. Ostafri-. kanischè Kriegskameraden gaben mit den nächsten Angehörigen dem auf so tragische Weise ums Leben Gekommenen das letzte
Geleit.
Aus Stadt und Land.
5*uIba, den 1. Oktober id25,
Wettervoraussage für Freitag. Bei Nördlicher Windrichtung zunächst noch bedeckt, später Abnahme der Bewölkung. Meist trocken, am Tage mäßige Wärme.
Familiennachrichten aus Fulda. Verstorben ist Zrau Rosa Voigt geb. Kobel (63 Fahre alt.)
Geschästsübernahme. Die alte Zuldaer Gastwirtschaft v« Knips das Parlament ist heute von Herrn Hugo Hornung übernommen worden. Letzterer hat 25 Fahre die bekannte Gastwirtschaft zur „Hinterburg" geführt, und alle Gäste, besonders die vielen Vereine, die dort ihre Versammlungen abhielten, stets zufrieden gestellt. Sn den vollständig umgeLnderten „Frank- furter Hof", woselbst ein gemütliches Restaurant und ein ge- räumiges Vereins?immer sich befinden, soll wieder die alt entwöhnte Fuldaer Gaststätte von ehedem entstehen, und der alten Löherstrahe ein gut bürgerliches Haus beschieden werden.
An den städtischen Berufsschulen beginnen nach den Herbstferien wieder neue Unterrichtskurse, darunter auch ein solcher zur Vorbereitung auf die Meisterprüfung. Interessenten werden auf die Anzeige in der heutigen Nummer unserer Zeitung verwiesen.
Auskunft über südafrikanische Handels- und Wirtschafts- Verhältnisse. Der deutsche Konsul Renner aus Pretoria (Süd- afrika) hat in Aussicht gestellt, in der Zeit vom 7. bis 9. Oktober nach Frankfurt a. M., zu kommen, um sich mit Zirmen, die besonderes Interesse für Südafrika haben, ins Benehmen (u setzen. Zirmen, die ein Snteresse daran haben, Herrn Konsul Renner über bestimmte Handelsfragen zu sprechen, werden gebeten dies der Reichsnachrichtenstelle für Außenhandel, Frankfurt a. M., Neue Börse (Telefon: Römer 367) unverzüglich mitzuteilen.
Die Aeichsnachrichteustette für Außenhandel bei der 3n= dustrie- und Handelskammer Frankfurt a. M.-Hanau, Neue Börse. Bei Fragen jeglicher Art, die den Außenhandel betreffen, ist es nicht empfehlenswert, sich unmittelbar an die deutschen Auslandsbehörden zu wenden, da die Auskünfte infolge der großen Entfernungen zu lange benötigen, bis sie in den Besitz des Anfragenden gelangen. Es empfiehlt sich dagegen, bei der ReichLnachrichtenstelle, anzufragen, die fast stets befähigt ist, innerhalb relativ kurzer Zeit die gewünschte Auskunft zu erteilen. Die Reichsnachricht enstelle besorgt Verbindungen im Auslande, erteilt Auskünfte in Zollfragen, gibt Ausschreibungen und Vergebungen von Auslandsaufträgen bekannt und unterrichtet über wichtige wirtschaftliche Länder- uNd Fachberichte sowie Handelsbestimmungen im Auslande. Sie gibt wöchentlich etwa 2 bis 3mal gedruckte Mitteilungen heraus, die- wichtige Fragen vorgenannter Art behandeln. Der Bezug dieser Rachrichten ibeträgt Mk. 1,— im Monatsabonnement. Abonnenten erhalten auch die Beantwortung von Fragen vorgenannter Art auf Anforderung mündlich oder durch die Post jeweils kostenlos. Die Länder- und Zachberichte enthalten wertvolle Fingerzeige für den Außenhandel und sollten das gründliche Stulbium eines jeden Kaufmanns fein, der sich mit Export und Import befaßt. Aber auch für den Funen--
kanntlich die Vorgänge auf bem Weltmarkt auch- ihren Einfluß auf den Fnlandsmark! ausüben. Bei Übersendung der Zachberichte durch die Post ist es dringend erwünscht, daß die Rücksendung dieser Berichte im Snteresse anderer Firmen alsbald erfolgt. Die Reichsnachrichtenstelle wird es auch stets begrüßen, wenn man mit Vorschlägen in Bezug auf das Material der regelmäßig erscheinenden Mitteilungen im allgemeinen odbr in Bezug auf Sonbenmünfcbe der einzelnen B ranchen an sie
Der letzte Schuß.
Detektivroman von Otto Schwerin.
32. Fortsetzung.
gönnte ich dieses Bildwerk, das zwei Künstler derart interessiert, einmal sehen?"
„Warum nicht?", meinte Degischer und schritt zu einer schweren Holztruhe im Hintergrund des Ateliers, die er mit einem komplizierten, altmodischen Schlüssel aus Bronze öffnete. Er entnahm ihr ein kleines Paket in einem grünen Samtlappen eingewickelt, schlug die.Umhüllung auseinander und stellte eine kleine, vielleicht vierzig Zentimeter breite und zwölf Zentimeter hohe Gipsstatuette vor Lutz auf den Tisch.
Dieser betrachtete das kleine Gipsmodell, ohne es zu berühren. Es stellte eine nackte Frauengestalt dar, mit offenen Haaren, die das eine Bein leicht an den Leib gezogen und die Arme erwartungsvoll sehnsüchtig ausgebreitet, auf dem Rücken tag. ;
Die ruhende „Venus vulgivaga", erklärte Degischer, „wie sie ihren Geliebten erwartet. Betrachten Sie nur die schönen, klassischen Körperformen. Solche Menschen gibt es heute im Zeitalter des Korsetts und der Stöckelschuhe überhaupt nur noch auf dem platten Lande. — Die Zeichnung der Körperlinie hier ist geradezu entzückend schön."
Plötzlich rückte Degischer seine Brille zurecht und nahm die Skulptur in die Hand.
„Donnerwetter — was ist denn das?l" rief er aus. „Sch stelle soeben fest, daß der linke Fuß abgeschlagen ist, erinnere mich aber, daß bas Modell vollständig intakt war."
Lutz, der mit liebenswürdiger Gleichgiltigkeit, den Ausführungen des Künstlers zugehört hatte, wurde aufmerksam.
„Die Entdeckung besagt schließlich nur," meinte er leichthin, „baß Sie, oder Shr Diener die Skulptur beschädigt haben, ohne ^s vielleicht zu wissen. —"
„Ausgeschlossen!" erwiderte Degischer im Brusttöne der Ueberzeugung. „Nun, darüber werden wir uns ja gleich Klarheit schaffen können. Paul--!“
Aus dem Garten ertönte Antwort.
„Komm mal sofort ins Atelier!" rief der Professor durch das offene Fenster.
Eine halbe Minute später erschien der Diener im Atelier, ein junger Mann von vielleicht 20 Fahren, mit offenen intelligenten Zügen.
„Hör mal mein Bursch!" sagte Degischer zu ihm, in seinen oberbagerischen Dialekt verfallend.. „Was hast denn mit der
Venus an geteilt. Niemand anders als du kann das Fußerl zerbrochen hab'n?"
Der Diener wurde sichtlich verlegen. „Sch — — ich --!" stotterte er.
„Sa du. Du hast die Statuette einpackt, kurz nach dem Morde Marguths, i selbst hab sie bis heut garnit mehr in die Finger kriegt!“
„Woll, woll --das stimmt schon —" sagte der Diener verlegen. Dann gab er seiner Figur einen Ruck. „S will d' Wahrheit sag'n, Herr Professor. Den Kopf kann’s nit kosten. Sa, i 'hab unachtsamerweis das Fußerl beim Reinigen abge- schlag'n und deshalb die zwaa Venufse vertauscht."
„Waas?" Wie?!" rief Degischer. „Vertauscht. Söll versteh i nit. ös denn dös hier mit unsre Venus —?!"
„Ra, Herr Professor, wann i ehrlich ja an will, muß i ’s schon Jag’n. — Die Venus hier ist eigentlich die Venus vom Herrn Marguth. S Hab sei Venus oben beim Abstauben auf den Teppich fall'» losten, und da is das Fußerl abgesprungen. Weil aber nun der arme Herrn Poldi so sehr an dem Zigürl g'hangen hat, wollt i mir kaa Vorwürfen net machen losten, und hab die Venus aus unserem Atelier aufig'holt un mit der Venus vom Herrn Poldi vertauscht."
,^Wann war das?!"
„So beiläufig drei bis vier Tag, nachdem Sie ihm das Modell gegeb’n. — Er hat auch den Tausch gar net merkt, da die «zwaa Venufse ausgeschaut hab'n wie eine. Am Tag nach der Mordtat hab i auf Shr G'heiß unsere — das heißt, eigentlich dem Herrn Poldi seine Venus, drüben in d' Truhen ernt g'sthlossen."
Lutz war bei der Erklärung des Dieners langsam aufgestanden und anscheinend teilnahmslos an das Fenster getreten, das nach dem Garten führte.
„Erlauben Sie mir eine Awischenfrage!" sagte er ruhig und höflich. „Wissen Sie, wo Herr Marguth während seines Aufenthaltes hier die Venusstatue verwahrte?"
„Frei!!. A paar Tag stand sie auf dem Schrank, dann hat er sie in seinem Koffer eins g'sperrt. —“
„Und welche Statue hat er mitgenommen? Strengen Sie öbr Gedächtnis an! Die Antwort ist mir aus bestimmten Gründen außerordentlich wichtig. Seine, die er bereits einige Tage im Besitz hatte, oder die aus dem Atelier?!"
„Die aus dem Atelier."
„Bestimmt?!"
„Aber ja, ganz bestimmt. Schaun's, das ist doch die defekte Venus, wo ich eigenhändig vertauscht hab--1“
Lutz trat an den Tisch und nahm die „Venus vulgivaga" wie spielend zur Hand. „Diese Statuette hier auf dem Tisch hat demnach eigentlich Marguth gehört, und diese gleiche Statuette verschlossen Sie, Herr Professor, am Tage nach der Mordtat an öftrem Freund dort in der Truhe?"
„öa —!“ antwortete Degischer. „Darum ist kein Zweifel, ich verstehe nur nicht recht, warum Sie dieser an und für sich recht nebensächlichen eine derartige Bedeutung zumesfen?"
„So!“ sagte Lutz nur. Dann legte er, behutsam, als hielte er die größte Kostbarkeit in Händen, die Statuette wieder vor sich auf den Tisch.
„Herr Professor! 2ch glaube, das Verbrechen an Marguth ist in diesem Augenblick geklärt worden ---!"
Degischer starrte Lutz wie einen Verrückten an und schüttelte mit einem Blick auf seinen Diener den Kopf.
„öd>--verstehe Sie — — wirklich nicht--!“ sagte er.
„Sie werden mich sofort verstanden haben. öft Fhnen diese Statuette eine solch heilige Erinnerung, daß Sie sich nicht von ihr trennen wollen, auch dann nicht, wenn mich dieses unscheinbare Gebilde aus Gips auf die Spur der Mörder führt?!"
„Aber nein — —! Rein — —!" rief Degischer aus. „Machen Sie mit dem Ding, was Sie wollen, wenn es öftren Zwecken dient."
„örb muß aber die Statuette ruinieren,“ meinte Lutz.
„Macht nichts! Ruinieren Sie die Statuette einmal — zweimal — dreimal — an einer „Venus vulgivaga" ist im allgemeinen nicht viel zu zerstören!" fügte er gezwungen hinzu.
Auch Lutz lachte. „Dann kommen: Sie bitte mit in den Garten." Er nahm die Gipsstatue unter den Arm und schritt durch die AteliertUr in den Garten hinaus. Der Professor und sein Diener folgten, mit sichtlich ausgeprägter Spannung in ihren Mienen.
Ohne sich um seine Begleiter zu kümmern, hob Lutz mit beiden Händen die Gipsfigur über den Kopf und--schmetterte sie krachend wider die Hauswand, wo sie in kleine Stücke zerschellte.
Zum Erstaunen der beiden Zuschauer stürzte sich Lutz —■ wie ein Sperber auf seine Beute — auf die am Boden liegenden Gipsfragmente der „Venus vulgivaga" und hob ein kleines, dünnes, in Pergament eiugeschlagen.es Päckcheir vom Boden auf.
„Hier Herr Prbfestor!" sagte er, tief aufatmend. „Fn diesem Päckchen steckt die Aufklärung des Mordes an Leopold von Marguth."
Fortsetzung folgt.