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Rechtsanwalt Bluhine ersuchte ben Vorsitzenden, die Presse besonders zu belehren, daß sie objektiv über die zur Re­de stehenden Vorgänge berichte, was.ein Seil der Lokalpresse nicht getan habe. Der Vorsitzende erklärte hierzu, daß er selbst­verständlich keinen Einslutz auf die Presse habe, datz er eben­falls die Bitte ausspreche, objektive Berichte über den Prozeß zu veröffentlichen.

Dann gab der Vorsitzende, Landgerichtsrat Brückner, zur Erläuterung für die Schöffen eine kurze Schilderung der zur Verhandlung stehenden Vorgänge des Wechsel-geschäftes mit der Luisenstädtischen Bank und der Kreditgewährung an die Rügenwal der Wurstfabrik Schmidt Hals. 3n beiden Fällen der Untreue behaupte die Anklage, daß Vogl dabei dem Werres Rat und Tat geleistet habe. . *

Die Vernehmung Vogls ergibt, daß er als Lohn eines Sustizrats in Regensburg geboren, Medizin -und Sura studierte, dann Offizier wurde, jedoch infolge eines Leidens pensioniert wurde. Nach vorübergehender Tätigkeit in der Kommunal­verwaltung wurde er im Kriege Oberleutnant, Hauptmann und Bataillonsführer, -war auf den meisten Kriegsschauplätzen, zu­letzt auch im Baltikum, wo er zur Ordnung der deutschen An­gelegenheiten noch bis zum bahre 19)9 zurückblieb, um dann nach Deutschland zurllckzukehren und in den Staatsdienst zu treten. 1920 wurde er Landrat von Licbenwerda, welcher Posten auch mit dem eines Vorstandsmitg!jedes der Kreis­sparkasfe verbunden ist. Auf die Frage, ob er sich denn be­fähigt fühle, für bankmäßige Geschäfte die Verantwortung zu tragen, antwortete Vogl bejahend.

Merres war, bevor er Direktor der Kreissparkasse wurde, in einer Reihe anderen Sparkasten tätig. Er ist zunächst von den Geschäften entbunden, und es schwebt gegen ihn ein Diszi­plinarverfahren.'

Zur Lache selbst äußert sich Vogl zunächst über den vom Kreis Liebenwerda beschlossenen Ankauf eines Forstgrundstückes das den Namen „Schraden" trägt. Ls handelt sich dabei um fiskalische Lerrains, die der Kreis nach langen Bemühungen für Siedlungszwecke vom Forftfiskus erwarb. Für Bezahlung der ersten Rate von 500 000 Mark erhielt der Landrat Voll­macht vom Kreisausschuß. Der Kaufpreis war nicht nach Gold sondern nach Roggenpreis abgeschlossen worden. Da die Ge­treidepreise 1924 rapide stiegen, sei Eile geboten gewesen. Man führte Verhandlungen mit der Leehandlung, mit der Reichs­versicherungsanstalt und der Landespfandbriefanstalt in Berlin, überall aber war kein Geld zu bekommen, während auf der anderen Seite der Forstfiskus drängte. Vogl bemerkt hierzu, daß er gegenüber dem Vorwürfe der arglistigen Täuschung von vornherein betone, daß er den Namen der Luisenstädtischen Bank erst einen Tag vor dem Geschäft kennen gelernt habe. Man habe sich schließlich nun an Geldverkehr gewandt, und so kam man an eine Berliner Firma, die Gelder vermitteln -wollte die die Luisenstädtische Bank von der Reichspost über die Preu hische Leehandiun.g erhalten hatte. Die Bedingungen für die Hergabe der 500 000 Mark waren die Ausstellung eines Wechsels über 1 Million, doch sollten die zweiten 500 000 Mk. nicht in barem Gelde, sondern in sicheren Wechseln von der Bank gegeben werden. Der Steuerberater des Kreises, Rechts anw-alt Dr. Lieber, habe dieses Geschäft damals als absolut sicher bezeichnet, wenn er auch heute einen anderen Standpunkt einnehme. Andere Siebte und KrHè ' vatten^ichtMns'HsetWe Geschäfte mit der Luisenstädtischen Bank gemacht. Die Ver­handlungen mit dem Berliner Geldvermittler habe Merres -geführt. — Vors.: Hatten Sie denn keine Bedenken? Wäre es denn nicht besser gewesen, erst noch einmal «ähren Auftrag­geber, den Kreis, zu befragen? -— Ange kl.: Sch hatte den Auf­trag, 500 000 Mark zu beschaffen.

• Aus der ZagesgeWchte.

Eine Hetzrede gegen Drutfchland. x

wtb. Berlin, 28. September. Dem „B. T." wird aus Paris gemeldet: Der Militärgouverneur von Paris, General Gouraud, hielt -am Sonntag bei einer Gedächtnisfeier eine Rede, die als eine seltsame Einleitung zu den Paktverhandlun- gen bezeichnet werden muß. Aach einer Schilderung der Kämpfe von 1915 fuhr General Gouraud fort: Es ist notwendig, auch heute noch auf dem Posten zu sein. Hat die deutsche Regie­rung nicht erst gestern erklärt, daß sie unserer Einladung zu einer Konferenz über eine Friedensgarantie Folge leisten wird. Leider ist darauf zu antworten, daß die unsere Erfahrungen mit Deutschland seit dem Ende des Krieges lehren, auf der Hut zu sein. Niemals hat eine siegreiche Nation so aufrichtig und so eifrig ihren Willen zum Frieden gezeigt, wie Frankreich. Wie aber hat Deutschland dieses Entgegenkommen erwidert. Unsere Kontrollkommissionen haben -beständig über bösen Willen und Obstruktion zu klaren gehabt. Militärische Bereinigungen pflanzen der Fugend Deutschlands Rsnaucheideen ein. Die Lrup pen, die an den letzten großen Manövern teilg-enomme-n höben,' sind durch Freiwillige aus Universitäten und Schulen auf Kriegs stärke ergänzt worden (l?) und selbst wenn Deutschland den Garantiepakt unterzeichnet, wären wir doch nicht für die Zu- kunft gesichert. Der Völkerbund kann einen -Krieg, nicht ver­hüten Wir brauchen eine starke Armee um die moralischen Kräfte des Völkerbundes zu stützen und die Achtung vor den Verträgen zu sichern.

Untergang eines amerikanischen Unterseebootes.

wtb. Aewgork, 28. September. Die amerikanische Ma­rine ist von einer neuen Katastrophe betroffen worden: Das Unterseeboot „L. 51“ ist nach einem Zusammenstoß mit dem Passagierdampf-er „City of Rome" gesunken. Der -Zusammen­stoß erfolgte 20 Seemeilen östlich von Block bsland. 37 Mann der Besatzung des Unterseebootes sind mit dem Boot unt-erge- gangen, während drei von -dem Dampfer gerettet werden konn­ten.

Die Heimreise des Prinzen von Wales.

wtb. London, 2-8. September. Der Prinz von Wales hat gestern -die Heimreise angetreten, nachdem er auf seiner langen Kreuzfahrt die britischen Kolonialbesitze in West- und Südaf­rika und die südamerikanischsn Staaten Uruguay, Argentinien und Ehi-le besuchte. Der Prinz verließ England am 28. März. Die ursprünglich geplante Reiseroute erlitt einige Verände­rungen. Das Schlachtschiff „Bepulje “ mit dem Prinzen an Bord wird wahrscheinlich am 16. Oktober im Hafen von Portsmouth eintreffen, wo man bereits große Vorbereitungen

für seinen Empfang trifft. Auch in London ist ein feierlicher Empfang vorgesehen. Gestern gab der Prinz an Bord der „Bepulje“ ein Abschiedsess-en.

Zwei Millionen Menschen obdachlos.

wtb. Peking, 28. September, änfolge eines Bruches des südlichen Hauptdammes des Gelben Flusses ergießen sich jetzt de Wassermengen unaufhaltsam südwärts, und man glaubt, daß sie durch den Großen Kanal in den Jangtse strömen wer­den. Die Ueberschwemmungen sind die schlimmsten seit 1787. Ueber 1500 qkm. stehen unter Wasser; über zwei Millionen Menschen sind obdachlos geworden, viele Hunderte ertranken. Die internationale Kommission hat ein Hilfswerk begonnen.

Hochzeit im Hause Rockefellers.

wtb. Newgork, 28. September, in Gr-eewi-ch im Staate Eontinecticut fand die Hochzeit der Großnichte Sohn Rocke­fellers, Sfabeila Rockefeller, mit Frederick W. Lincoln jan. statt. Die Spitzen der Nowyorker Gesellschaft waren voll­zählig erschienen.

Gold und Diamanten als Ladung.

wtb. Kapstadt, 28. September. Der Dampfer ,,-Umlazi" befindet sich -auf der Reise von Port Natal nach London mit einer Ladung an Bord, die einen Wert von über 1 ein halb Mil­lionen Pfund Sterling besitzt und aus Gold und Diamanten -be- steht.

Die Bestattung des Maharadschas.

wtb. Lahore, 28. September. Gestern erfolgte hier die Bestattung des verstorbenen Maharädschahs von Kaschmir. Die Bahre war von oben bis unten mit Goldgeweben bedeckt, und die Leiche des Herrschers wurde mit -der vollen Uniform und allen buwelen verbrannt. Während der Feier wurden fortge­setzt -Goldstücke zwischen die erregten Zuschauer geworfen.

Die amerikanische französischen Lchuldenverhandluugen.

wtb. Paris, 29. Sept. Havas berichtet aus Washington; daß heute vormittag die Sachverständigen ihre Dorbereifenben Arbeiten für die Vollsitzung, die nachmittags Z Uhr stattfinden soll, fortsetzen. Der Vertreter -der Havasagentur glaubt zu -wissen, daß gewisse Meinungsverschiedenheiten zwischen den Mitgliedern der amerikanischen Kommission über die Garantie- klausel bestehen. Am Mittwoch Abend werde Caillaux in der französischen Botschaft den Mitgliedern beider Kommissionen ein Diner geben und am Donnerstag Abend Washington ver­lassen. Am Freitag werde die Bereinigung 3 ereign Affaires Comittee bestehend aus hervorragenden Persönlichkeiten der Finanzwelt und Wissenschaft Caillaux ein Frühstück geben. Am Abend werde dieser Gast des Lotos-Elub fein und um 11 Uhr abends sich an Bord begeben, um seine Rückreise nach Frank­reich anzutreten.

Max Hölz gibt den Hungerstreik auf.

wtb. Berlin, 29. September. Max Hölz, der als Protest gegen seine Behandlung im Zuchthause in Groß-Strelitz in den Hungerstreik getreten war, hat nach einer Meldung der „Vös- sischen Zeitung" wieder Nahrung zu sich -genommen.

Fulda, den 29. September 1925.

Wettervoraussage für Mittwoch. Der starke Druckan­stieg, den wir vom Sonntag hum Montag beobachten konnten, wird nur sehr vorübergehende «Besserung im Gefolge haben, denn bei Fs-iand ist bereits eine neue, sehr tiefe Zyklone er­schienen, die ihren Einfluß bis in unsere Breiten erstreckt. Für Mittwoch wird bei tagsüber etwas ansteigenden Temperaturen aufhsiterndes und trockenes Wetter gemeldet.

Zamiliennachrichteu aus Fulda. Ein Sohn geboren dem Herrn Dr. Hans Lucas und Frau Melitta, geb. Flo-ckenhaus.

Die Reichssteuern im Oktober. 1. Oktober: Obligationen» steuer. Halbjahrsrate auf Grund des Obl-i-gationensteuerb-e- scheids. Schon frist: 1 Woche. 5. Oktober: Lohnsteuer (letzte September-Dekade). Keine Schon frist. 10. Oktober: Umsatz­steuer für September sowie der Vierteljahrszahler -(äuli-Sep- -tember). Steuersatz r^ v. H. (Der ermäßigte Satz von 1 v. H. findet erstmals auf die im Oktober getätigten Umsätze, für die Zahlung im November zu leisten ist, Anwendung). Schonfrist: 1 Woche. 10. Oktober: Einkommen- und Körperschaftsteuer- vorauszahlung von Gewerbe und Bergbau für das Vierteljahr Fuli-September auf Grund des Umsatzes. Schonfrist: 1 Woche. 15. Oktober: Vierteljahrsvorauszahlung auf Einkommensteuer 1925 aus Grundbesitz (Verpachtung, Vermietung), freiem Be­ruf und sonstigem -Einkommen; außerdem Nachzahlung des Un- terfchiedsdetrags zwischen der Viertel-jahrssteuer, der Löhn­steuer-pflichtigen, und dem Loh-nsteuer'betrag für SuüHSeplember. Schonfrist: 1 Woche. 15. Oktober: Lohnsteuer (1. Oktober- Dekade). Keine Schonfrist. 15. Oktober: Lohnsteuer {2. Ok­tober-Dekade). Keine Schonfrist.

Verhaftet wurde der frühere Steuerassistent Soseph Wie­gand von -hier. Derselbe war beim Finanzamt in Fulda ange- stellt und ist überführt, in vielen Fällen beträchtliche Steuerbe­träge, die ihm von Steuerzahlern zur Abführung an die Finanz- kasse übergeben waren unterschlagen zu haben. Wiegand hat diese Summen für sich verwendet, da er auf großem Fuße lebte und noble Passionen hatte.

Revue-Gastspiel im Eentral-Theater. Mit dem 1. Oktober beginnt ein kurzes Gastspiel des Russisch-Deutschen Grotesk- Theaters im Eentral-Theater in Giesels Saal und zwar mit einer Revue, die sich „Rund um die Welt" nennt. Die Künst­ler, die in diesem Ensemble vereinigt sind, leiten in der Haupt­sache ihre Herkunft von dem bekannten russischen Ensemble „Karussel" und „Blauer Vogel" her, die bisher überall im ön» und Ausland mit größten Erfolg gastiert haben. Gesang, Tanz, schillernde Farbenpracht in der Ausstattung, das ist es, was uns das ganz hervorragende Ensemble bringen wird. Da sind Tän­zer und Tänzerinnen die die hohe Schule zaristischer Ballets nicht verleugnen können. Da die Künstler und Künstlerinnen, wie dies bei Rusten nicht anders zu erwarten ist über sympathi­sche Stimmen verfügen und auch die Tanzwut von den National tanzen bis zu den modernsten Steps beherrschen so gewinnen einzelne stimmungsvolle Szenen an Reiz und Lebendigkeit.. Das Ensemble bringt eigene Dekorationen und Kostüme von auser-

lefenem Geschmack und dürfte -zweifellos die Revue, wie sie zum ersten Male hier zu sehen ist, als ein Ereignis auch- für Fulda anzusprechen sein. Das CnJemble, das unter Leitung der Herren Dolsky und-Fscoldoff steht gastiert z. Zt. mit großem Erfolg im Pavillon Neidhart," Stuttgart und wird -demnächst im Deutschen Theater, München und Kristallpalast, Frankfurt am Main auftreten.

Kraftbahnverkehr. Diejenigen Züge -und Triebwagenfahr­karten, für die eine Verkehrszeit bis zum 30. September vorgesehen war, verkehren, noch bis einschl. 3. Oktober, die­jenigen, deren Fahrplan zum 1. Oktober geändert werden soll, -verkehren nach dem neuen ab-geänderten F-ahrplan erst vom 4. Oktober ab.

Die Einstellung des Pchsonailabbaus in Preußen. Das Preußische Staatsministerium hat, wie der Amtliche Pr-s-ußische Pressedienst mitteilt, dem Staatsrat den Eirtwurf -eines Ge­setzes über bie Einstellung des Personalabbaus unb Aenderung der Preußischen Personalabbauveror-dnung (‘Personalabbau» Abwicklungsgesetz) mit der Bitte zugehen lassen, die -gutachtliche Aeußerung des Staatsrats mit Rücksicht auf die Dringlichkeit der Vorlage -möglichst bald herbeifühven zu wollen. Der Ent-- wurf schließt sich in allen wesentliche!? Punkten dem Vorgehe« des Reiches an.

Kammer-Achtspiele. Das vornehm gehaltene neue Licht-' schelt He ater in der Bahnhofstraße 12 laßt es sich angelegen sein, das Programm in der gleichen Weise fortzuführen, roia1 in der Eröffnungswoche. Wir sahen den Film „Das Findel-- Kind", das von ergreifender Wirkung und starken dramatis-che-n Effekten getragen ist. Die Trianonwoche bringt unsern Hinden­burg im Manöver in Mecklenburg. Es ist' âe Freude, die Recke-ngestalt, ungebeugt vom Alter, in der Gen-eralfeldmar- 'schallsiMiform die Parade der sch-n-eidigen Reichswehr a-bneh- men zu sehen. Die Lustspiel-groteske, die bas Programm ver­vollständigt, entfesselt LachstUrme.

Dev Hut auf der Stange. Gn der kommend-eir Woche, vom 29. September bis 4. Oktober, veranstaltet das Mode-Amt der Hut- und Mützenbranche im -ganzen Reiche ete Deutsche Hut-Moden-Woche. Die Einz-elhandelsgeschäft-e -stellen den -Hut auf der Stange als Kennzeichen des Festtages heraus, an dem erstmalig die gesamte- deutsche Hutbran-che, Snbufirie, Groß- und Einzelhandel umfassend, in intensiver Gemeinschafts- arbeit eine Filzhutmode geschöpft und gswählt hat und bie Er­gebnisse in der Hut-Moden-Wochs dem Publikum barbietet. Vertraut ist der Oeffentli'chkeit die Gemeinschaftsarbsit des - Hutbranch-s durch Verq-nstattung des Strohhuttages geworben, der nicht nur im Snlande, femdern auch im Auslande Aufmerk- famkeit und Nachahmung gefunden hat. Holland, die Schlweiz, England und Frankreich haben diesen Stro-hhuttag bereits -nach­geahmt oder treffen Borbereitungen für die kommende Saison.

Deutsche Voikspartoi. Am Donnerstag, den 1. Oktober findet eine Wiig li e de rv-e rsammlu n g im eva-n-gl. Gemeinde Hause statt. Sn ihr spricht über Auswärtige Pol itik-S!cherh-eitspakt. Herr Oberftudienrat Dr. B-erlchr-Eafse-l. Gäste willkommen. (Siehe Heutiges Snserat.)

Hauswur;, 2s. Sepie mb er. EinomAehr ernsten BUnter—

Sommer eine ungewöhnliche Hitz-welle großen Lcha-den an den Kömerfrüchtcn durch zu schnelle Reise angsrichtet hatte, — auch größere Mengen junger Kartoffelpflanzen waren direkt verdorrt — kam die scheußliche Raupenplage der WNZ Krautfelder zum Opfer fielen. Die anormalen Stürme schüttel­ten den sonst guten. Obstbehang zu früh und zu intensiv. Und um das Unglück voll zu machen, -setzte anfang September ein an­haltender und teilweise recht kalter Regen ein, der die halbe Grummeternte vernichtet hat. Die Panbleute stehen in den Scheun-entor-en und gucken, sich die Augen blind ob die Sonne denn gar nicht mehr arbeiten will. Ein alter Bauer meinte letzt­hin in -einem Gespräch über die Zeppelintour Amundsens zum Nordpol: „War des L-----vom Nordpol bliew-e, wärs bet ons a neb ,e so kaalt 0 feucht". .,

Hünfeld, 29. September. ' Sm benachbarten Büchenberg wurden Scheune unb Wagenschuppen des Landwirts S. Kreß 2. vom Feuer zerstört.

Lauterbach, 29. September. 5n der Sonntag-Nacht kam es in einer hiesigen Wirtschaft zu Streitigkeiten, die nach -dem Verlassen derselben in -Tätlichkeiten ausarteten. Einer bepT Kämpen -rhielt dabei einen kräftigen Schlag auf ben Gesichts­erker, der ihn kampfunfähig machte; eine Blutlache zeugte noch am anderen Morgen von der grimmen Fehde. Andere Zecher hatten sich vor Beginn der Offensive -in ben heimischen Unter­stand zurückgezogen. . -

Schlüchtern, 28. September. Die Kr-eisverwaltung Schlüch«- tern hat für ihre Beamten zwei schöne Zw-eijamistenwohnhäuser errichten lassen, die -jetzt im Rohbau vollendet sind. Durch den ewigen Regen aber wird der Bezu-g ber Häuser in Weseml dahre, worauf die Bezieher sich w-o-hi bei der auch hier vor» Handen-en Wohnungsnot gefreut hatten ernstlich in Frage ge­stellt. Der Neubau der Krankenkasse an der Fuldaerstbaße ist bis zum «Montieren des Dachstuhls fertig gestellt. Auch die Seifenfabrik Wolf beabsichtigt noch dieses üahr -einen größeren Mnb-aü auf ihrem Fabrik-gelände zu -beginnen.

Hersfeld, 28. September. Der M-al-er-lehrling Willi Schäfer aus Breitenbach am Herzberg stürzte vom «Gerüst und sch-lug sich bie Schade ldeck-e auf. Ln leb-ensgefähr-lich-em Zufta-nd-e wurde er ins Krankenhaus gebracht. Er hatte ein Lukenseil an dem Gerüst befestigt und ließ sich an demlselben herunter, trotz Btarnung -der anderen Lehrlinge. Das Seil riß und Seb. stürzte herunter.

- Gaffel, de>n 26. September. Da der Speditionsfirma Hein­rich Wenzel nunmehr wieder genügend arbeit sw il-lig es Per­sonal zur Verfügung steht, wurde im Einverständnis mit der Reichsbahndirektion in Easfel die Technische Rothilfe heute wieder zurückgezogen. 20 Nothelfe-r haben 14 Tage lang ben Transport ber Güter von dein Eisenbahngüterschuppe-n nach den Abnehmern übernommen, da die Arbeitersch-aft zur Ver­richtung dieser Notstandsarbe-it nicht bereit war.

Butzbach 28. September. 3m Hofe der hiesigen Strafen» stält wurde der wegen K-in-desm-or-des zum Tode verurteilte Landwirt Sohan-n Pieroth aus «Gensingen bei Mainz mit dem Fallbeil -hingerichtet. Pi-eröth war «wegen -eines Sitttichke-its- verbrechens an einem anderen «Kiüde außerdem noch zu 14 wah­ren -Zuchthaus verurteilt worden.