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wichtsdiMenz geschlagen, obgleich er sich unter Berucksich- faunJ Jai wer 58 Kg. ehvenvoll genug aus der Affäre gezogen batte. Zusammen mit Rheinwein lag er im Renard-Rennen stets im Vordertreffew. Kurz vor der Distanz hatte der Wein- berger bereits den Weiler niedergerungen-, als auf der Austen­seite Ferro förmlich angeflogen kam und die Entscheidung im Qiu zu seinen Gunsten gewandt hatte. Dm so höher ist der leichte Sieg Zerros zu bewerten, als für die 1200 Meter 1:15>7 auf dem zur Schwere neigenden Geläuf eine brillante Zeit war. Line großartige Besetzung hatte auch das Ulrich v. Oertzen-Ren- nßtl gefunden. Diese über die Derbydistan-z führende Prüfung war mit Pferden, wie Roland, Sisyphus, Marduck, Abgott und Campier am Start würdig des vorbildlichen Sportmannes, nach ^m sie benannt worden war. Der Derbylsieger Roland, der sechs Pfund mehr als der sechsjährige Abgott trug und auch fei- MN Altersgefährten Sisyphus und Marduck die gleiche Gewichts Vorgabe zu leisten hatte, siegte mit ausgesprochener Ueberlegen- Heit gegen Marduck, der zunächst gemeinschaftlich mit Olym­pier, dann allein bis zur Mitte des Einlaufs geführt hatte.

dn Karlshorst wurde das Hauptereignis, der von 11 Pfer­den umstrittene Sroste Karlshorster Hürden-Ausgleich, in schnel­ler Fahrt gelaufen und endete mit dem Siege des Besten im Felde. Der vom § anbikaper allerdings mit einem sehr leichten Hürdenstart, Laß mit -ihm ein recht nützlicher Hürdler ins Land gekommen ist. Der Lrländer sprang fliestend und fehlerlos und hatte zum Schluß noch genügend Reserven, um den führenden Eigilolf mühelos zu passieren.

Die große, international besetzte Prüfungsfahrt der Perso­nenwagen und Lastkraftwagen durch Rußland, die an die teilneh­menden /Fahrzeuge und Zahrer die gröstten Anforderungen stell­te, hat mit einem großen Erfolg der deutschen und österreichi­schen Fabrikate geendet. Unter den Preisträgern jeder Ko­lonne finden sich ein oder mehrere deutsche Wagen. Bei den Personenwagen haben Mercedes, Benz, Stoeroer, Manne s- mann-Mulag, Komnick, Bomag und Steyr Preise entweder für die Gesamtleistung oder für Baufestigkeit, Oekonomie, Ge­schwindigkeit und -Zahrfähigkeit davongetragen. Letztere wur­de errechnet aus der Geschwindigkeit und Defektanzahl bei der loo-Kilometer-Sonderprüfung über schwierigstes Gelände. Auch die Krupp-Lastpagen haben die Hauptfahrt ohne Defekt be­endet und in der Zahrfähigkeitsprüfnng günstige 'Zeiten er­zielt. Bei günstigem Wetter und in Anwesenheit einer riesigen Zuschauer-menge wurde das 5. internationale Ecce-Homo-Berg- rennen gefahren. Das Rennen verlief ohne nennenswerten Zwischenfall und zeigte guten Sport. Wie bei den sonstigen Rennen dieses Lahres war auch hier eine gewisse Rennmüdigkeit festzustellen, indem die Kanonen wie Rützler, Dirll und andere nicht erschienen. Die Leistungen waren nichtsdestoweniger aus­gezeichnet. Das bemerkenswerteste «Ergebnis -ist die Zeit von Ulrich Kinsky auf Steyr, dem es gelang, den von Rützler auf­gestellten Streckenrekorb mit 0:40,2 beinahe um 9 Sekunden zu unterbieten. Die beste Zeit der Motorräder erzielte Tu­rek auf Harley-Davison in der Kategorie über 750 ccm. in 6:30,3.

Der Erfolg des 22. Rund um Berlin ist ohne Beispiel. Was sich auf der Strecke dieses populären Rennens getan hat, mag am besten der Umstand charakterisieren, daß von -Teltow bis zu Stadion, also auf einer Strecke von 15 Kilometer, die Spaliere -links und rechts nicht aufhörten und sich vom Grunewaldstern an zu Menschenmauern ballten. Leider waren auch Begleitautos und Motorräder in ähnlicher Verhältniszahl vorhanden, sodaß ein Unbefangener hätte annehmen können, einem Rennen auf der Avus beizuwohnen. Das Rennen, eines der besten, das je um die Hauptstadt ausgefochten wurde, stand völlig im Zei­chen der Brüder Paul und Max Kohl, die während der schweren Fahrt nicht -einen Moment der Lchwäche zu bekämpfen hatten. Sehr gut waren auch Tietz, Kroll und Rebe, sowie Müller-Frankfurt, Seifert-Leipzig -und KedZierski. Lm Großen Herbstpreis, der sich in Leipzig vor 15000 Zuschauern abroUte, siegte der Franzose Graffin nachdrücklich und überlegen. Man sah eine Leistung, die eines Weltmeisters würdig war. Graffins Fahrweise hinterließ den denkbar besten «Eindruck.

Der „Punching Ring", hatte mit seinem ersten „Winter­abend" einen großen Erfolg zu verzeichnen. Die Besetzung, die, sowohl aus guten ausländischen, als auch aus guten deutschen Kräften bestand, und der Verlauf der Kämpfe stempelten den «Abend zu einem sportlichen- Ereignis erster Güte. Der schönste und interessanteste Kampf wurde zwischen- dem deutschen Flieger- gewichtsmeister Harry Stein und dem spanischen Meister glei­cher Klasse Ferrand ausgetragen. Harry Stein glänzte wieder mit seiner hervorragenden Fußarbeit, auf die er, da sein Geg­ner stämmiger und muskulöser war, «den Hauptwert legte. Richt einen Moment stand er still, fortwährend tänzelnd, vor und zu­rückgehend, verwandelte er feine blitzschnelle Linke sehr zweck­mäßig und landete wiederholt seine Rechte als croßähnlichen Rachschlag. ön glänzender Weise verstand er es, sich gegen seinen angriffsfreudigen Gegner abzudecken, den er im größten Teil des Kampfes buchstäblich auf Distanz abboxte. Der auf 10 Runden an gefetzte Kampf endete mit einem Unentschieden, was nicht zu Unrecht das Erstaunen des Publikums hervorrief, da man mit einem Punktsiege teils gerechnet hatte, Bon ben anderen Kämpfen ist der Kampf «zwischen Walter Funke (Welt- gewicht) und dem jungen hartnehmenden Franzosen Solvinto er­wähnenswert. Nachdem Funke dem Franzosen in der 5. Runde eine schwer blutende Wunde über dem Auge beigebracht hatte, konnte er erst in der 10. Runde über den durch die Berletzung und Blutverlust schwer mitgenommenen Solvinto einen glatten Punktsieg erringen. Befriedigte die Kampfesweise F-unkes nicht, der wegen »Weggehens" und Schlagens mit der önnen- Hand zwei Verwarnungen ei nistecken mußte, so galt der Beifall des Publikums dem Franzosen-, der sehr viel Können zeigte und sich rasch die Sympathie aller erwarb.

Vorschau: Die von dem Segelflugwettbew-erb in der Rhön der bekannten Flieger Martens, Schultz, Rehring, Hopf, Schauert, Papenmsyer» Hasselbach und Sergeninfki fliegen von Königsberg nach Moskau, um auf Ginlad-ung der russischen Luftflotte an dem Legelflugwettbewerb in der Krim teilzuneh­men. Zum Schluß der Bahnrennsaison «wartet der Sportplatz

Nürnberg (Reichelsdorfer Keller der Rädspoitgemeinde mit einem auserlesenen Programm auf. Das Rennen findet am Sonntag, 27. September, nachmittags 3 Uhr beginnend, statt Das Programm der Dauerren-nen hinter Motorschr-ittmachern lautet: Lturm-Gedächtnisfahren über 10 Km., Großer Herbst- preis über 30 Km.» Abschiedspreis über 20 Km., Außerdem finden 3 Fliegerrennen statt, ein -Mal.» Punkte und Man-N- schaftsverfolgungsrennen.

Die Operation eines 2rreu. Ln einer Klinik der südsibi­rischen Tschita ereignete sich ein schreckenerregender Vorgang. Ein Handwerker war in die Klinik des Dr. Rasimin gebracht worden, da er am einer Blinddarmentzündung schwer erkrankt war, die eine sofortige Operation notwendig machte. Schon am Tage vorher hatte Dr. Rasomin eine Operation begonnen, aber nicht ausgeführt, da er der Meinung Ausdruck gab, daß er sich in dem Wesen der Krankheit geirrt habe und darum eine Operation nicht notwendig sei. Seine beiden Assistenzärzte waren zwar der Meinung daß die Operation durchgeführt wer­den müsse, widersetzten sich aber der Ansicht des Arztes nicht, da ein Fortum immerhin im Bereich der Möglichkeit lag. Als die Blinddarmoperation nun vorgenommen werden sollte und der Kranke bereits in der Narkose lag, führte Dr. Rosamia eigenartige zynische Reden, die man an ihm nicht gewohnt war. Der erste operative Eingriff war völlig sachgemäß, sodaß die Assistenzärzte keinerlei Bedenken hegten. Plötzlich aber lachte Dr. Rosamin laut auf und meinte, daß die ganze Arbeit doch keinen Sinn habe. «Er wolle lieber aufhören. Seine beiden Assi­stenten sahen sich erstaunt an, da sie nicht ahnten, daß sie einen Wahnsinnigen vor sich hatten. Erst, als der Arzt anscheinend scherzhaft äußerte, er könne mit einem Stoß des Messers den Kranken von seinen Leiden erlösen, drängte sich der eine Assi­stenzarzt zwischen ihn und den Kranken. Nun brach der Wahn­sinn offen aus, Der Arzt widersetzte sich dem Dazwischentreten seines Assistenten und wollte auf ihn losgehen. Ls begann ein furchtbares Ringen, wobei es den herkulisch gebauten Assi­stenten gelang, dem Operateur das Messer zu entwinden und ihn zu knebeln. Die -entsetzten Krankenschwestern flohen aus dem Zimmer; nur der andere Assistenzarzt blieb ruhig und un­erschütterlich bei dem Kranken und setzte ohne Rücksicht auf die Szenen im Zimmer, die sich draußen auf dem Korridor fort­setzten» die Operation, -die Rosamin begonnen hatte, ruhig fort, um den Kranken zu retten. Der Ringkampf zwischen dem anderen Assistenzarzt und dem Doktor hatte nur wenige Mi­nuten gedauert. Beide Aerzte bemühten sich -nun mit vereinig­ten Kräften, um den Kranken und es gelang ihnen die Opera­tion glücklich durchzuführen. Nach deren Beendigung bekam der eine Arzt, der sich mit größter Willensstärke aufrechterhal­len hatte, einen Nervenchok, der ihn auf das Krankenlager warf. Die Operation, die unter Jo furchtbaren Begleiterschei­nungen vor sich gegangen war, wurde von bestem «Erfolg ge­krönt, da der Kranke sich bereits auf dem Wege der Gnesung befindet, Dr. Rosamin, der ein starker Trinker war, wurde als unheilbar wahnsinnig einer Anstalt übergeben.

Bon Drinnen und Draußen.

Berlin, dritte Septemberwoche 1925.

»Das wichtigste ist jetzt," sagte jüngst ein Redner in Ber­sin, „daß im Hinblick auf den Fremdenverkehr und die Bedürf­nisse der Zeit die Polizeistunde und das Tanzverbot aufgehoben werden . . ." Der gute Mann hat von den Wichtigkeiten des Tages und von den Bedürfnissen der Zeit so seine eigene vor­treffliche Vorstellung. Und ein anderer, ebensogut über Wich­tigkeiten und Bedürfnissen Orientierter äußerte vom Beifall begleitet in derselben Versammlung: „Die Begründung des Tanzverbotes (das will Jagen: des Verbotes am Hellen Tage und -nachts nach ein Uhr noch in öffentlichen Lokalen zu tanzen ist jetzt hinfällig, denn . . . La, richtig —

«War das nicht, weil die Ruhr besetzt war,

Die unterdrücktes Land -bespült?

Und weil durch Tanzen leicht verletzt war

* Ein Herz, das mit Westfalen fühlt?

War das nicht wegen der Franzosen

Und unsrer Brüder stummer Rot?

Daß man in dieser freudelosen

Und stummen Zeit den Tanz oerbot!?

Verbot — natürlich« nur am Lage

Und allzuspät auch in der Nacht.

Doch hat ein Tanz auch, ohne Frage,

Zu andrer Zeit viel Spaß gemacht.

Und alle, die sich herzlich lieben,

Und die auch sonst von -leichtem Sinn,

Die konnten fröhlich Limmy schieben

Sechs Stunden — abends -— immerhin.

Le doch es schwur, wer Jo ergebt war

Und -dennoch folgsam dem Besch-luß:

Daß er — nur weil die Ruhr besetzt war —

So „mäßig" sei im Tanzgenuß.

Doch wenn der Feind zu unserm Segen

Den deutschen Staub vom Schuh gekratzt,

Dann werd' er erst die Beine re-gen»

Und zeigen, wie man springt und jazzti

Run sind fort mit einem Male,

Nun rege dich, mein deutscher Fleiß!

Sieh her, schon- zieht in die Lbka-le

Die -edle Lazzband scharenweis'.

Wo sie die deutschen Banner pflanzen

Und wo man jetzt Musike macht,

Kannst du von Acht bis morgens tanzen —

Und dann von morgens bis um Acht!

A-atUrlich sind nicht die schönen alten Schveittänze gemeint, te ^ das frühe Mittelalter kannte and übte. Lene Tänze, . " iren der Tänzer ein oder zwei Damen bei der Hand nahm ^ schleifenden Schrittes zu den Klängen der Pfeife einen

Umgang durch den Saal machte, wozu manchmal hübsche alte Tanzlieder angestimmt wurden. Aber was ei9entlid) gemeint ist, wird man erst im nächsten Winter ver­

stehen wenn über die „allerneüsten" Modetänze von den Lach- verständigen und Kompetenten entschi-öden ist. Und wie die Tänze heißen werden? Bin ich ein Leher? Habe -ich die Talente ' des Kolchos? Vielleicht kommt man — nach den Vorbildern von Lowboys und Känguruhs, die man talentvoll benutzte» — mal auf bie alten Bauerntänze zurück, die — nach Max Bauers Aufzählung — so hübsche Namen hatten, wie: Köwenanz, Su- lawranz, Hoppaldei, Hoierlei» Folafran-tz» Ahfel, Houbetfchoten, Troialdei, Firgamdray, Wa-naldei, Treiros, Mürmu-m, Bozalt, Simpfelgampel, Drauraran, Krumme Reien, Adelswanck, 'Schwinge-wurz, Trllmmekentanz . . .“ Ober aber man besinnt sich auf bie Tänze des 16. Lohrhunderts, die der hochgelehrte, markgräflich badische Rat und Obervogt zu PforZheim, Lohann von Münster, in seinem gottseligen Tractat vom ungottseligen Tanz also schilderte: ,Vie deulsche allgemeine Tanzform be­steht hierinnen-, daß, nachdem bei den Pfeiffern und Spiel-leuten der Tanz zuvor bestellt ist, der Tänzer aufs -zierlichste, höflichste, prächtigste, hoffärtigste herfUrtrete unlb aus allen allda gegen­wärtigen Sungfrauen und Frauen eine Tänzerin» zu -welcher er leine, besondere Affektion trägt, jene «erwähle. Die­selbe mit Reverentz als mit Abnehmen des Hutes, Küssen der Hände, Kniebeugen, freundlichen Worten und anderen Lere- monien bittet, daß sie mit ihm einen -lustigen fröhlichen und -ehr­lichen Tanz halten wolle . . . Wenn aber die Person bewilligt hat, ben Tanz mit dem Tänzer zu halten, treten sie -beide herfllr geben einander die Hände, und umfangen und küssen sich nach Gelegenheit des Landes, auch wohl recht auf den Mund» und erzeigen sich sonst mit Worten und Geb erden bie -Freundschaft, bie sie vor langer und kurzer Zeit gewünscht haben-, einander zu erzeigen. Danach, «wenn es zum Tanz gekommen ist, halten sie erstlich den Vortanz, derselbe geht etw-an mit ziemlicher Gra­vität ab" . . . Diesem Vortanz folgte dann ein Nachtanz, in dem es nach des einwandfreien Chronisten Meldung Jo zu ging: „Wenn aber der Lanz zu Ende gelaufen ist, bringt der Tänzer die Tänzerin wieder an ihren Ort, da er sie hergenommen hat, mit voriger Reverentz, nimmt Urlaub und bleibet wohl auch auf ihrem Schoß sitzen und redet mit «ihr, darzu er durch den Lanz sehr gute und keine bessere Gelegenheit hat finben mögen" . . Könnte nicht mal etwas dafür getan werden, daß wir — -an­statt an Lowboys und Känguruhs und Rigger — mal wieder an unsre eigene Vergangenheit anknüpften? Richt gerade an die späteren Ausschreitungen, die — offenbar durch ein Miß­verständnis oder einen Druckfehler vom Nach-tanz zum Aackt- tanz geführt haben; sondern mieber zu den schönen und vorneh­men Schreittanzen. Auf dem d-e-u-tschen Bankierstag, auf dem immerhin sechs 211 i llia üben in Form von prominenten Vankge- walti-gen zusammen kamen und berieten, hat ein gewiß als Sach­verständiger -anzusehender Mann, der Direktor Oskar Wasser­mann von der Deutschen Bank in seinem Referat wörtlich ge­sagt: ,;Ls haben sich in öffentlicher Hand Riesenbeträge ange- jammelt und trotz aller Voraussagen, vielleicht auch aller wirk­lichen Befürchtungen der Finanzminister werden die Beträge weitersteigen. Man klagt über diese unzweckmäßige Verwen­dung dieser Gelder in öffentlicher Hand. Die Klagen sind be­rechtigt . . ." Na also, wenn die „öffentliche Hand" diese Gel­der wirklich — Herr Wassermann bezweifelt das übrigens — der Wirtschaft wieder zu leiten will, so kann Jie ja für einen bescheidenen Teil des Drittels vom jetzigen Gefamtoermögen, das — immer nach dem Referat des Herrn Direktor Wasser­mann — für Steuern vom Volke aufgebracht werden muß,

hübsche Preise für neue Tänze, für die flottesten Tanzpaare oder für ein gewiß mit dübel begrüßtes Lechstage-Lanzen stif­ten. Aber Sie werden sehen — das wird die öffentliche Hand nicht machen. Der Doktor Martin Luther hat zwar ganz rich­tig gemeint: ". . . Daß aber Sünde da geschehen, ist Les Tanzes: Schuld allein, nicht, sintemal auch über Tisch und in der Kirche dergleichen geschehen. Gleichwie es nicht des Essens und Trin­kens Schuld ist, daß etliche zu Säuen darüber werden . . Aber der Dr. Hans Luther, der heute des Deutschen Reiches Kanzler ist, sinnt, scheint es, auf andere Verwendung der von Wassermann errechneten Riesenbeträge in der öffentlichen «Hand . . . vielleicht, wenns nicht mehr sein wird! Die Reichsbahn rechnet zum Be-ispiel bloß neunhundert Millionen Lahresüber- schuß heraus. Ra, ja — das werden wohl auch ein bißchen mehr sein. Denn dies Beförderungsmittel hat sich so ziemlich „be­währt". Weiß mans, denkt man daran, daß jetzt gerade hundert Lahre sich runden wollen, seit jenen Tagen, die ben ersten prak­tischen Versuch mit Stephensons Erfindung sahen? Auf der Ltockton-Darlington-Bahn rollte am 27. September 1S25 bas erste mit Menschen besetzte Hüglein vorsichtig auf Lisenschieneik — mit zehn Kilometer Stundengeschwindigkeit — durch bie­ne rblüffte Landschaft. . .

Hundert Lahre sind es schon

— Wahrheit, keine Anekdote! —

Daß den braven Postillon Meuchlings, ach» der Dampf bedrohte.

Daß der Mensch vom Heim'schen Herd Slugs auf Schienen desertierte; Daß auf Rädern ohne Pferd Man die Güter expedierte.

Hundert Lahre schon — ei, eil

Daß bie Lisen röss er pfiffen;

Daß die holde Raserei

Lählings alle Welt ergriffen;

Daß die Länder» wie im Slug, Schwanden links und rechts den Gleisen, ;

Unb der Mensch nicht weit genug Konnte in die Ferien reifen.

_ Heute — hoch im Wolken-Kahn

Säbrt sich's gar so leicht und lecker. '

Unb der trägen Eisenbahn Lacht der Mann im „Doppeldecker"! Wie er durch die Lüfte fleucht» I Pfeilschnell über Seen und Länder, j Während müd am Boden keucht Noch der kohlenschwere Tender....

Ach, ich möchte — im Vertrau'n -—-

Wohl in weitern hundert Lahren Tinmal noch Hinunterschau'n, «Wie wohl dann bie Menschen fahren. Tmmal schan'n noch, was man kann (

Neues wohl in solchen Dingen — Unb auf goibnem Sternchen dann Weiter »Palleluja" singen!

i , . Diogenes. V