minister Dr. Neuhaus machte zu- Beginn der Verhandlungen folgende Ausführungen:
„Das Streben der Reichsregierung, der Wirtschaft wieder gesündere Lebensbedingungen zu verschaffen, hat im vergangenen Lahre in der Währungsg-esetzgebung Ausdruck gefunden. Eine weitere Stoppe auf dem von der Reichsre-gierunz beschrittenen Wege bildet das Gesetzgebungswerk des vergangenen Sommers.
Die Steuergesetze haben eine Entlastung der Wirtschaft gebracht und haben, soweit die Lrtragsteuern des Reiches in Betracht kommen, mit dem unhaltbaren Zustande aufgeräumt, daß Lrtragssteuern aus der Substanz erhoben werden. Des weiteren ist die Umsatzsteuer um ein volles Drittel von leinhalb auf 1 Prozent gesenkt worden. Zugleich wurde von der Wirtschaft die Unsicherheit genommen, welche die offene Frage der Regelung der alten Ansprüche aus langfristigen Schuldverhältnissen in sie hineingetragen hatte. Schließlich ist die Zollgesetzgebung zum Abschluß gebracht worden, auf Grund deren das Verhältnis der deutschen Wirtschaft zum Auslande in der Form der Handelsverträge endgültig geregelt werden soll.
Dazu kommt, daß wenn auf Grund der Ermächtigung der Zollsatz gesenkt werden müßte, oder aber wenn die Vertragstarife, wie es doch zu erwarten steht, einen geringeren Schutzzoll vorsehen, damit zugleich die zwischenseitig zu den erhöhten Preissätzen- eingekauften Warenvorräte nur noch mit großen Verlusten abgesetzt werden können. Dann aber würden in unserer kapitalschwachen Wirtschaft Zahlungsschwierigkeiten in großem Umfange auftreten, und eine Vertrauenskrise könnte einsetzen, die die Wirtschaft als Ganzes um Lahre zurückwerfen würde. Die Reichsr-egierun-g hat sich daher mit ihrer Erklärung vom 27. August an alle Kreise gewandt, um ihnen die Notwendigkeit, aber auch ihren festen Willen zum Bewicht- sein zu bringen, das Preisniveau abzuwarten und die preissenkenden Momente sich voll auswirken zu lassen. Nicht nur die Vertreter der Industrie und des Handels, der Banken und des Handwerks, auch die Gewerkschaften und Konsumvereine sind in Linzelverhandlungen von dem -Ernst der Lage in Kenntnis gesetzt worden. Alle haben eine Unterstützung der Regierung bei ihrem Streben, das Preisniveau zu senken, mindestens aber zu halten, zugesagt, und das möchte leb hier mit Befriedigung feststellen. Die -Erklärung der Regierung vom 27. August-ist nicht so sehr ein Wirts ch-aftsprogramm auf lange Sicht, als viel mehr die Bekundung des Willens, weiter an der Schaffung der Gesundungsvoraussetzungen zu arbeiten und insbesondere nicht zuzulassen, daß die Zollspanns, die der autonome Tarif zeitweise gewährt, von irgendeiner Seite zum einseitigen Nutzen ausgeschöpft wird, oder daß die Erleichterungen auf dem Steuergebiet nur einem kleinen Kreise zugute kommen.
Sm Anschluß hieran führte der Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft, Graf v. Kanitz, folgendes aus: „öm Arbeitsbereich des Reichsministeriums für Ernährung und Landwirtschaft ist zu einem Einschreiten auf Grund der Kartellgesetzgebung — im Gegensatz zu dem Arbeitsgebiet des Reichswirtschaftsministeriums — im großen ganzen nur wenig Raum, da es auf dem Gebiets der Landwirtschaft und b;|:- Nahrungsmittel-handels größere kartell-artige Zusammenschlüsse kaum gibt. Die Einwirkung zur Senkung der Preise muß daher in der Hauptsache von den örtlichen Stellen, den Kommunen und den unteren Verwaltungsbehörden, ausgehen. Wir haben aber auch vom -Ministerium aus mit einer großen Anzähl -von Verbänden verhandelt und sie in eindringlichen Aussprachen auf die Wichtigkeit und Notwendigkeit der Preissenkung hin- gewiefen. Ln der öffentlichen Erörterung wird leider vielfach nicht hinreichend beachtet, daß bei wichtigen Nahrungsmittel- grupven, wie z. B. bei Getreide und Kartoffeln, die Erzeugerpreise sich in letzter Zeit so gestaltet haben, daß sie zum Teil sogar noch unter den Friedenspreisen liegen. Z. B. ist der Roggenpreis in den letzten Tagen unter 760 M. für die Lonne gesunken, während der Friedenspreis regelmäßig höher war. Auch der Sneugerpreis für Kartoffeln liegt zurzeit unter dem Durchschnittspreis für Kartoffeln im letzten Friedensjahr.
Was nun zunächst den Brotpreis anlangt, Jo kann fest- gestellt werden, daß er der Senkung des Getreidepreises gefolgt ist. 3- B. betrug in Berlin der Brotpreis für das Kilogramm am 10. März 1925 40,8 Pf., dagegen am 8. September 35,3 Pf., Allerdings wird diese Verbilligung des Brotes leider nicht unmittelbar sichtbar, da in Berlin nicht der Preis heruntergefetzt, sondern das Gewicht des Brotes erhöht wird.
Nach eingehender Aussprache über den Verhandlung s- gegenstand wurde folgender Antrag einstimmig bei einer Stimmenthaltung angenommen.
„Der Wirtschaftspolitische Ausschuß beschließt in Uebereinstimmung mit dem entsprechenden Beschluß des Reichstages die Einsetzung eines sechsgliedrigen Ausschusses zur Vorbereitung der Fragestellung, um durch eine umfassende Erhebung über die Produktions- und Organifationsbebingungen der deutschen Wirtschaft die nötigen Grundlagen für die Handels- und Preispolitik zu schaffen."
Aus den Momenten.
Pfandbriefdebatte im Landtag. Sitzung vom 23. September. Das Haus setzte heute die allgemeine Aussprache über die Vorkommnisse bei der Preußischen Landespfandbriefanstalt fort.
Abg. Ladendorfs (Wirtsch. Vergg.): Es handelt sich nicht um Herrn v. Zitzewitz, der bas Opfer eines liederlichen Schwiegersohnes geworden ist, es handelt sich um die Frage, wie es möglich war, daß ein solches Institut unter Aufsicht der höchsten Staatsbehörden sich wegen Mißwirtschaft in seiner Geschäftsführung in Anklagezustand versetzt sieht. Die Antwort ist, weil der -Verwaltungsrat seine Pflicht und Schuldigkeit nicht getan hat.
Minister für Volkswohlfahrt Hirtsiefer erklärt, daß nach dem Laufe der Entwicklung die Landespfandbriefanstalt heute nach den derzeitigen Geldmarktverhältnissen in einem durchaus befriedigenden Zustande sei. Lhr Kapital belaufe sich auf mehr als 15 Millionen Goldmark, der Pfandbriefumlauf auf mehr als 10 Millionen. Sie könne somit den Vergleich mit den übrigen Hgpothekenaktienbanken durchaus aushalten. Ein Treu- Händer fei bestellt, der das Abwicklungsgefchäft führe und leite. Herr Ladendorff meinte, es feien Millionen Staatsgelder in
den Dreck geworfen worden. Dafür ist keinerlei Beweis erbracht. (Unruhe.) Die Realkreditnot ist durch die Lnflation herbeigeführt worden. Dafür kann die Regierung nicht verantwortlich gemacht werden.
Abg. Dr. Hamburger (So?.) tritt der Behauptung entgegen, daß früher solche Dinge nicht vorgekommen seien und erinnert an den Fall Lippelskirch. Jedenfalls kann die Ansicht des Staatskommissars, eine Revision alle zwei Sahre genüge, nicht befriedigen. Wir verlangen eine strenge Aufsicht. Es ist ein ungeheurer Sumpf aufgedeckt worden.
Abg. Säger (Dink) hatte die Zurückstellung der Besprechung bis zur gerichtlichen Klarstellung gewünscht. Von vornherein hat man den sachlichen Boden verlassen und politische Hetze getrieben. Richt ein einziger der Beteiligten steht uns politisch nahe. (Gelächter und ledh. Widerspr. links). Man braucht eben eine Ablenkung gegenüber dem Barmatskandal.
Ministerialdirektor Dr. Lontze erklärt gegenüber Vorwürfen der Linken, daß bei der ganzen Angelegenheit die politische Stellung der Beteiligten keine Rolle gespielt habe.
Damit schließt die Besprechung.
Lu der Abstimmung werden die Ausschußanträge, die Sicherungen für die Zukunft verlangen, ebenso der Antrag der Wirt schaftlichen Vereinigung auf Vorlegung einer Uebersicht über Soll und Haben angenommen. Ferner soll die Bestellung eines Staatskommissars im Hauptamt für alle öffentlichen Geldan- stalten erwogen werden.
Das Haus wendet sich dann wiederum der zweiten Lesung der Haushaltsplanes zu, und zwar zunächst dem Wohlfahrts- ministerium.
Abg. Dr. v. Brehmer (Völk.) sieht das Wohlfahrtsmi-- nijterium für eine überflüssige Institution an. Die Wohlfahrtspflege gehöre in die Hand der Selbstverwaltung. Sm Etat selbst bestehe zwischen den Sarbausgaben und den Personalausgaben ein schreiendes Mißverhältnis. Das Gesetz zur Bekämpfung der Geschlechtskrankheiten müsse endlich im Reiche Herauskom- men. Auch von der Wirtschastlichen Vereinigung ging ein Antrag ein, der aus Sparsamkeitsgründen die Auflösung des Wohlfahrtsministeriums fordert.
Darauf wird die Beratung abgebrochen. Das Haus vertagt sich auf Donnerstag 12 Uhr.
Aus der AgesgMichte.
U ebertriebene Meldungen über Tljphus-Erkrankungen in Hannover.
Gegenüber Meldungen auswärtiger Zeitungen, wonach in der Stadt Hannover zur Zeit gehäuftere Erkrankungen an Unterleibstyphus aufgetreten seien, -wird von der Pressestelle beim Oberprä-sidium Hannover folgendes festgestellt:
Die Zahl der über das Stadtgebiet verstreuten Erkrankungen an Unterleibstyphus hält sich vollständig in den Grenzen früherer Lahr-e und der Großstädte im allgemeinen. Die Infektionsquellen für diese Erkrankungen liegen teils in anderen Orten, teils in periodischen Bazillen-Ausscheidern. Ln den letzten Wochen sind mehrere Erkrankungen an Paratgphus
vorgekommen. Auch diese haben keinen epidemischen Ehar-ak-
-aren über da-
ebiet oer streut.
a
entbehren- jeglicher Begründung.
Helden-Gedächtnisfeier auf der Neunbahn.
Karlshorst hatte am 23. September feinen großen Tag. Trotz des trüben bedeckten Himmels. Die Bahn des Vereins für Hindernisveunen bot ein gesellschaftliches Bild wie man es auf unseren Bahnen seit den Vorkriegszeiten nicht mehr gesehen hat. Zahllose Uniformen in Blau und Grau, fast alle unsere Reiterregimenter waren vertreten. Alles, was je und auch jetzt noch mit dem Rennsport zu tun, schien sich einig zu fein in dem Gedanken, die Feier der Einweihung des Denkmals der Gefallenen möglichst würdig und eindrucksvoll zu gestalten. Zur Einweihung war eine Schwadron des 4. Reiter-Regiments, an ihrer -Spitze die Regi-mentsmusik mit den Sessel-paukern, erschienen. Wehende Fahnen umrahmten und überragten die zahllosen Teilnehmer an der Helden-Gedächtnisfeier. Am Denkmal hatten sich inzwischen die Angehörigen der gefallenen Rennreiter und viele Abordnungen einfunden. Die Prinzen Litel-Friedrich und Sigismund von Preußen, die Generalobersten von Kluck und von Einem, Graf Arnim-Muskau,, der Präsident des Uniontlubs, waren erschienen, um der Feier beizuwohnen. Kurz vor 3 Uhr betrat der Reichspräsident von Hindenburg von nicht endenwollendem stürmischen Beifall begrüßt, ben Denkmalsplatz. Der Präsident des Vereins für Hindernisrennen, Graf Westphalen, dankte dem greifen Fe-ld- marschal! in -bewegten Worten für sein Erscheinen. Jn der Weiherede gedachte er der Gefallenen und schloß mit einem Lreuegelöbnis an die Toten. Während die Hülle fiel, spielte die Regimentskapelle. „Lch hat einen Kameraden". Zahllose Kränze wurden am Fuße des Denkmals niedergelegt. Major v. Egan-Krieger als Kamerad der iSefallenen sprach zu Herzen gehende Worte und erneuerte das Lreugelödnis. Sodann rückte die Reichswehrschwadron mit klingendem Spiel und flatternden Standarten ab. Der Reichspräsident begab sich sodann zur Tribüne; um dem Helden-Gedächtnisre nn en -beizuwohnen-.
5000 Mark Geldstrafe für Eostee.
wtb. Karlsruhe, 23. September. Von hiesiger zuständiger Stelle -wird mitgeteilt, daß gegen -den französischen Flieger Lostee, der am letzten Sonntag mit-seinem Begleiter im Höllental abstürzte, von- der Staatsanwaltschaft Freiburg ein Haftbefehl erlassen wurde, weil Lostee ohne Paß und ohne Erlaubnisschein in Deutschland eingeflogen ist. Er hat dadurch gegen die zwischen Deutschland und Frankreich bestehende Abmachung verstoßen. Gegen Lostee ist ein Strafbefehl von 5000 Mark erlassen worden. Wenn kein Einspruch erfolgt, wird der Strafbefehl rechtskräftig. Der französische Flieger, -der leicht verletzt ist, befindet sich in der Krankenabteilung des Landesge- fängniffes von Freiburg.
Mit zerbrochenen Tragflächen -abgestürzi.
wtb. Bromberg, 23. September. Ein schweres Flieger- unglück ereignete sich gestern abend um 7einhalb Uhr auf dem hiesigen Flugplatz. Einem Flugzeuge, das sich in 600 Meter Höhe befand, wurden durch eine Windböe die Lragflächen zerbrochen, und der Apparat fauste in die Tiefe. Die Maschine wurde vollständig zertrümmert, und die beiden Lnsassen, Oberleutnant Globski als Pilot und Feldwebel Viktorowski als
Beobachter konnten nur als verstümmelte Leichen geborgen werden.
Die Hochzeit im italienischen Königshause.
wtb. Rom, 23. September. Heute Vormittage um 10% Uhr fand im königlichen Schloß in Racconigi die Vermählung der Prinzessin Mafalda mit dem Prinzen Philipp von Hessen statt, zu der rund 200 Gäste eingetroffen waren, darunter der frühere König Georg von Griechenland, Fürstlichkeiten- aus Oesterreich, Belgien und den Bakkanstaaten, ferner Mussolini und Senatspräsident Tittoni. Bei der standesamtlichen -Trauung wirkten Tittoni als Standesbeamter und Mussos als Kronanwalt mit. Sm Anschluß daran erfolgte in der Schloß-kapelle die kirchliche Zeremonie. Mittags fand ein Galaessen- statt.
Die Ursache der Lhenatidoahkalastrophe.
wlb. Aewgork, 23. September. Bei der amtlichen- Untersuchung der Ursachen der Shenandoahkatastrophe wurde erklärt, aus dem Zeugnis der 23 Uebe rlebenden gehe hervor, daß der Wunsch, das teuere Helium zu bewahren, die Veranlassung zur Entfernung von 10 der 18 Sicherheitsventile gewesen- sei. Als das Luftschiff durch eine vertikale Luftströmung auf 6000 Fuß Höhe hinaufgerissen worden war und der Befehl gegeben wurde, die Ventile zu öffnen, sei durch den ungeheuer ange- wachseMn Gasdruck das Luftschiff mit ben Stahlgerippen gesprengt worden. Oberst Mitchell, der den amerikanischen Luftdienst auf das schärfste kritisierte, wurde vom Dienst -enthoben. Diese Maßnahme des Kriegsministeriums hat in 'Urmeekreifen' das größte Aufsehen erregt. \
Ein rätselhafter Ueberfall und seine Aufklärung.
wtb. Paris, 23. September. Dem „Journal“, wird aus Metz -berichtet, daß der saarländische Lehrer Dr. Zell, der zu 2 Monaten Gefängnis Geurteilt worden -war, weil e-r angeblich franzosenfreundlichc Gefühle zur Schau getragen habeil soll, und sich nach -Lothringen geflüchtet hatte, in einer Straße durch einige Deutsche, die über die Grenzen gekommen waren, überfallen und schwerverletzt worden sei. Die Angreifer hätten- wieder, ohne belästigt zu w-erden, auf deutsches Gebiet zurückkehren können.
Die Vaterländischen Verbände zu den Sicherheitsverhandlungen.
Berlin, 22. Sept. Die vereinigten Vaterländischen Verbände Deutschlands faßten gestern zu den Sicherheitspaktver- Handlungen eine Entschließung, in der es heißt: „Die Rmchsre- gierung steht vor der Beantwortung der Einladung zu der Konferenz der Außenminister und in dieser Entscheidungsstunde rufen wir die Parteien, rufen wir das ganze deutsche Volk zur Selbstbesinnung auf. Will Deutschland wiederum in Verhandlungen- mit dem Feinde eimtreten -ehe die Lüge oon der SchuÄ Deutschlands am Kriege beseitigt ist? Will Deutschland freiwillig den Anspruch auf deutsche Lande aufgeben? Will Deutschland, daß. wir im Völkerbund in neue Fesseln gelegt weridei«? Wir wollen nicht Verräter -werden an unseren un erlösten Brüdern und nicht Benräter werden an uns selber. Wir wollen -nicht ein freiwilliges Vers-a-illes!" Der in der Entschließung zum Ausdruck gebrachten Auffassung haben' sich angeschilosseu: Der
deutsche Beicbskriegerbunb Kyffhäuser, der Stahlhelm Bund der Srontjotbaten. . WM,^.
Aus Stadt und Land.
Zulda, den 24. September 1925.
Wettervoraussage für Freitag. Da die Zgslone ihre weitere Bahn über Südskandinav-ien zu nehmen scheint, werden wir bald auf ihre Rückseite gelangen. Damit steht auch für Freitag weitere Zunahme des nach- W-est drehenden Windes, Abkühlung und sehr wechselhaftes Wetter bevor.
Gedächtnisfeier für die Gefallenen des Ahönklubs. Am Sonntag, den 27. September 1925, vormittags 11 Uhr findet auf dem Hei-delstein am Ehrenmal die diesjährige Gedächtnisfeier für die Gefallenen des Rhön-Klubs e. V. statt. Der Hauptvorstand hat sich darum bemüht, daß diejenigen Pfarreien, die keinen Frühgottesdienst haben, einen solchen an diesem Sonntag einrichten, um den Rhönkl-ubmitglied-ern die Leilnahme an der ernsten Feier auf dem Heidelstein zu -ermöglichen. Es wird auf eine rege Teilnahme der Sug-end !gerechnet.
Die Feier beginnt um 11 Uhr. Der Zweigverein Fulda verbindet mit ihr eine besondere Wanderung (ab 7.23 Wüstensachsen; siehe Aushänge.)
Die staubige Zunahme des Autoverkehrs. Angesichts der ständigen Zunahme des Automob ilverkehrs -erscheint es zweifelhaft, ob die vorhandenen Sachverständigen in der Lage sind, die Prüfungen der Kraftfahrzeuge und Kraftfahrzeugführer rechtzeitig vorzunehmen, oder ob es notwendig ist, in Erwartung eines noch- weiteren Anwachsens des Verkehrs schon jetzt Vorkehrungen zu treffen, um die Zahl der Sachherstä-nd-igen yt erhöhen. Wie der Amtliche Preußische Pressedienst mitteilt,, werden deshalb in einem gemeinsamen Runderlaß des Ministers für Handel und Gewerbe und des Ministers des Jnnern die Regi er-ungspr äsid enten und der Po-liz-eipräjsident in Berlin ersucht, über -diese Frage zu berichten und gegebenenfalls geeignete Vorschläge }u. machen.
Vortragsvercimgung. Die hiesige Vortragsvereinigung -eröffnete die Reihe ihrer Darbietungen Dorgeftern mit einem Dro- ste -Hülshoff-Abend. Fräulein Maria W e i nattd-Essen entwarf zunächst ein Lebensbild der westfälischen Dichterin. Sk wies nach, daß das innere und äußere Geschehen dieses Di^ terlebens im innigsten Zusammenhänge mit ihrem Schaffen stehe. Westfalen und das Schloß M-erfeburg am Bodensee sind die beiben Pole um die sich alles bewegt. Naturverbundenhelt und Gottesse-hnsucht sind die Motive die in ihren Merken iiU" mer und immer wieder durchklingen. Die Rednerin ging näher auf das Leben der Dichterin am- Bodensee ein, wo der Sohn ihrer mütterlichen Freundin „Lewin Schücking“ in den Kreis ihres Wirkens und Schaffens trat. — Das Verständnis für die Dichterin hat sich erst heute, lange Zeit nach ihrem Tode Bahr gebrochen, wie Annette es selbst oorausges-ehen hatte. E-^ -miß sind ihre Werke für einen solchen, der die „rote Erde' ihre Heimat nicht kennt, besonders schwer zugänglich. An ihre Ausführungen schloß die Redner-in mehrere Rezitationen aus Drastischen Werken: zunächst las Jie einige besonders markante und typische Kapitel aus der „Hudenbuche" und dann brachte sie -einige lyrische Gedichte zum Vortrag. Die klaren Ausfuhr''