t
LtaÄsrsgie-vnng Min-ister Brentano und die städtischen Scholli- sowie bei einem glänzenden Festabend- « 3<P^ Elidierten der Bonner UnioerfidätStproHfor Dr. Komger und £ Wormser BibÜothckkdcrätvr Dr. 5M Löben und Werke Burchards, und das «hessische Landesorchester aus Darmsta. taug Musikwerke in Künstlerischer Vollendung vor. 0er Dom è Mahlte zum ersten- Male wieder in dengalis-cher Beleuchtung Di-» Stadt sâft ober wies eiW Fahnen- und G'irlan.oen- schmuck der -Straßen und Pl-ätze auf, wie m«-Hn M einem WenWenalter nicht «gesehen «hatte. Der zweite Fe tag- vc Heine e bie Feier durch abermalige prunkvolle Kwchmfestl.ich.Kei.le-n, e u gemeinsames Mittagsmahl sowie durch Aufführung emes von beni Wormser Richard Röß «gedichteten SchanMels das m volkst-ümlicher Weise Szenen aus «dem Leben des «B-ischofs Dur- âchävd mit Hilfe von Wormser Bürgern und brauen zur Dar- ßteilung bringt. Biete Tausende non Fr-emdru wähnten der «eindrucksvollen Festfeier bei.
Sinffort, 2. -September, telef. Hier ist ein Ackerknecht an
I
Halsstarre gestorben. '
Saarbrücken, J. September. Auf der Kirmes Serswe-iler ereignete sich «W schwerer Unglürkss^l. An« der Kreu-z-ung der Provinzial- «und der Kmghütterstrc i fuhr «m Auto, das : eii ziemlich steilen Berg herunterikam, in die diehtgedrängt-e Menschenmenge hinein, «die dort vor ben «Kirmesbuden, «stand, t as Auto zertrümmerte zwei Vetzkaufsbuden, prallte Mg. eme -Te-.e- grähhMstange und -ritz mehrere Personen zu Boden, ^wei 3rauen gerieten unter die Räder des Kraftwagens und- wuroeu schwer verletzt. Die eine der Verletzten wu-rde- m sehr ernstem Zustand ins Krankenhaus eingeliefert. «Weitere -fünf Personen, darunter zwei- Kinder, erlitten Berletzungen «leichterer Natur. Das Auto das eine «französische Aumm-er trug, wurde «beschlagnahmt und der Führer, ein junger Mann aus «Lothringen verhaftet.
Hamburg, 1. Sept. Ein schweres Verbrechen, das anfangs in tiefes Dunkel gehüllt war, «hat durch die eifrigem Nachforschungen der -österreichischen SicherheiLchehö-rden nach monate- ' tanger Arbeit zur Verhaftung des Caters geführt. Am 17. Vuni wurde wie d-amols m'itgeteilt im Walde bei Seefeld an der iK-arweUdelähn, «die- Leiche einer Touristin «auifgefunden die das Opfer eines Raubmordes igeiwordm war. Die Ermordete wurde als die Z0jährige Elisaboth Schmidt aus Hamburg -erkannt, die als Mamsell im Fährhaus Sankt Pauli «bedienstet war und .mit etwa 1'60 Goldmark und einem Koffer mit Kleider und -Wäsche -Anfang Föovuar mit einem Winterspo-rtzug nach Gar- misch in Urlaub gefahren war. Dort «wurde sie erst im Gunn als verweste Leiche Es wurde festgestellt, datz die der Ermordet-cu gieihörigen Gegeuständ-e in ömmsbrutk von einem Manue verkauft worden noaren, der sich in lustiger -Gcs-ellschaft hatte photographieren «lassen. Auf Grund dieser Photographie . sind jetzt zwei Leute dertastet worden, ein Selegenheitsarbeiter Hans Fischer aus Leipzig und ein gewisser Paul Schickinger, der sich -als Veamte-r der Alpinen Mötan-'Ghscllschäft in 3nns= druck ausHkge'öen hatte. Fischer- stammt aus einer Leipziger
? Familie, war aber ein Tunichtgut und Abenteurer. Er hatte t am 23. ö-anuar Leipzig verlassen und seither keine Nachricht H möhr gegcdèn. Es wurde dann ermittelt datz er sich 'in -Se-e-fold
I einige Eage un ter dem Ramen Hans M-vtfriug, Kaufmann ans Leipzig M BeglMung einer Dame, die er als seine Frau aus- einem Hotel aufgehal-ten hat-. Diese Frau war die er» H»- mordete EWdelh Schmidt aus -Hamdurg die er w'Hrschsinl'i-ch auf der Reise ken-nengislern-t hatte. Fischer und Sch-i-ckiuger hatten nach beim Morde die Absicht Sach Marv'kko zur Frem- -denlegi-oü Äiszuwandern, wie man aus aufge-fangenen Briefen, I die sie nach Innsbruck gerichtet hatten, ersah. Sie wurden nun I überivacht, und es glückte sie setzt nm -Neapel zu rerha-ften. Beide zvsrden im den «nächsten Tagen schoir m önnsdruck e-iugiel-iefert
-1 werden.
Berlin, .2. September. Heute vormittag um 8 Uhr gab M ein ,m der Passage zwischen Beuth- und Koiädnandaiit-en-straHe [ ein junger Mann -nach Kurzem Wortwechsel auf ein junges 1 Mädchen zwei Schüsse ab. Der erste Schutz ging fehl, während f der zweite einen völlig lUnbcteiligten, dien- Postbeamten Walter
Gr-lögerzÄ-t M ibiß «linke Satte traf. Hieraus geb bet Schütze mnsni Schußauf sich selbst ab, der ihn Eich «verwundete. Die «bei -ihm oorgefiunbenen Papiers tot et« auf den Ramen des ISjähriMm Paul Hinz aus Remecksndorf. Das Mädchen, dem -die Ihsid« «erster» SchG« ,gân, war sofort Geflüchtet. Sie ist bis setzt «nicht bekannt.
Berlin, 2. Seipt. tiefes. Gestern abend ist bie Hausange- «stellits Lampersibach -in beim D--Fug Haltaud-Berliu bei der Station Schönhauser Damm bei Ra-th«ow ermordet, beraubt und aus beim öuge geworfen worden. Es «fchlte-n bei ber Leiche -j« Schmucks. «d die -Schuhe. Die Ermordet« «b-efa-nd -ich mit -mchrer« Damen Jim -einem Abtei-l und Ihat Mes bei Stendal aerlaffen, .oNe -urückzüköhven, worauf das Verschwinden .gemeldet wurde., Man hat dann den Zug durchsucht ohne sie zu finden. Kurz darauf hat man aber an bar genannten Station die Leiche entdeckt «mb gleich darauf die Polizei in «Tharl-otteNburg mo der Zug fahrplanmäßi>g Misst wieder halten sollte benachrich tilgt. Der Täter ist aber noch nicht gefunden worden. Mög- Hrhermeise hat er den Zug bei Spandau wo dieser ein paar Minuten halten mutzte, verlassen. Als verdächtigt kommt ein Mann un-tersetzter Figur und schwarzer Haarfarbe nm Frage, ben man während der Fährt mit der Ermordeten gesehen hat:
KSür diese Rubrik übernimmt die Redaktion lediglich die preßgelehliche Verantwortung.)
Bon ber -Ortsgruppe F-ulda der „Deutschpötkischsn Z-r-ei- «^ei^^b^^^^^^^ wird uns geschrieben: „ön Ar. 198 vom 29. 8. 25. hat die „Fuldaer Zeitunig«" eine kurze Rot'h gebracht, daß der «deutsche Seehetd Kapitän a. D. Hellmuth v. Mücke einen Gegen'aufruf zur zweiten Zeppslinspeude erilaffen und alte völkischen Gesmmrngss-rpMtdo aufgefordert «habe, keinen Pfennig «für bas Eckener Luftschiff zu «zeichnen mit dem Zusatz ,Aine merkwürdige Auffassung von nationaler «Gesinnung".
Dadurch-, daß bie „Fuldaer Zeitung" diese Gründe ver- s-chavstgt, 'beweist sie, daß es ihr mit ihrer Roth nicht um eine sachliche Kritik M tun war."
Von den Gründen, bie Hellmuth v. Mücke im „Vötkischm Veob-ach-t-er" geltend macht, «heben «wir folgendes hervor: .
„Deutsche! Durch die Pr-esse läuft ein Aufruf 'M einer „Bolkrhilfe für ben Bau eines PobavtiM-chisfes durch bie Zsppeliuwerft. Er «besagt, schön e-inmal «höbe ganz Deutschland bas Werk Zeppelins als Ration fortgeführt: Rach Scbter-- -diNgen.
Za, 'bamals, als Aatu-rgewalten- den Segler Iber Lüfte -zertrümmert hatten, da regte sich das deutsche Volk, um die- in freier Selbstbestimmung geschaffene Großtat des alten Grafen zu neuem -Leiben, zu -erweck«. Da galt es, M ittel zu sammeln, um einer gc-istesAewaltigen deutsch«' Erfindung bie Mäglichksit zu geben, sich duirch zusetzen, zum -Ruhme unb zum Wolhle Deuts-ch lands.
Deutsche! ist das jetzt noch so?
Der Aufruf erinnert euch daran, wie -vor einem Sahre bas auf Grund des Versailler Diktates als „W-i-edergutm-achungs- Lieferunig" gebaute Luftschiff Z. R. 3 zur Ubbergaibe an die feindliche Macht nach den V-ereiui-gt-cn- Staat« «fliegen mußte, und nennt diese Fahrt die Enfültu-ng einer „stolzen, großen Ktâ tur-au'fgäbe", zdie c s eccci.ch: hät-le,^ah „das. Ech-o Iber ungeheuerlichen brüderlichen Begeisterung A-m-erlkas" nach Dentis cb- land zurückfl-og.
Deutsche! d-ch sage euch: Wenn- der alte schneidige Reiter- offizier Graf Zeppelin damals noch gelebt haben würde, bann «hätte er die Aussiührung eines Ententebefehls «nicht als „stol-ze, große Kulturaufgäbe" «bezeichne^ und er hätte mit dem unbe- «st-echlichsn «Empfinbeu bes alte.» Soldaten- herausgehör t, bah das «was aus den Bor-e-migten Staatm-, diesem- Schsut-t-AKädeplatz der Alten lWelt, zu uns iber über klang, nicht bas „Echo brüderlicher Begeisterung" «war, sondern das «Triumphgeiheul des sich geistig unterlegen fühlenden Vogtes 'darüber, daß der «willige Sklave die ihm anbefohlene A rbeit zur Zufriedenheit des Zwing «Herrn ausge-führt Ibatte.
Der Aufruf fordert euch auf, ben Männern zu danken, bla damals, dem Befehl der Entente gchors-che-nd» das Luftschiff nach Amerika brachten.
Deutsche! öch sage euch: Läßt die banken, bie das Schiff «besitzen.
Der Aufruf fordert auf zu einer „ Zeppel in - Eck euer- Speu-c de", und sagt euch, daß es sich „um eine Angelegenheit Deutschlands, ohne Unterschied ber Partei und bes Standes" handele.
Deutsche! Sch sage euch: Sch kenne nur einen Ramen, ber Pate stehen darf bei der Taufe einer Volksspende für den gedachten Zweck: Z e p p e l i n.
So wie damals mit vielen klingenden Redensarten euen gutes Wollen und euer vaterländisches Gefühl umnebelt wurd«> daß ihr nicht saht, wie hinter den Kuliss« die Steine, die ihr ibearbeitet hattet, zur Zwingburg für euch geformt wurden, und wie ihr in bie Srre geleitet wurdet durch die infolge Verschweige ns entstandene halbe Mahrheitz so geschieht es auch hier. Denn der Aufruf ve-vschweigt -euch, wenn «ihr euch das -Geld vom Munde abgefpart habt, wie -damals bei der Kriegsanleihe, Deutschland das Luftschiff ja gar «nicht bauen darf. Wenn das Geld zusammen ist, dann muß sich -erst eine winselnde «Kommi-fsi-orc zur Entente begeben, und um die Erlaubnis bitten, entgegen dem Versailler Diktat den Bau in Angriff nehmen zu dürfen. Deutsche! Sch fordere von euch ben Stolz, eher am Straß«-« rand M verrecken, als bie Brotkrumen abzuleckon- von eignem .such .gestohlenen Teller, ben der Räuber euch gnädigst «herunter--- r-el-cht.
Und -ich sage euch.weiter: Wie damals bas eure Sinne umnebelnde Wortgeklimigel euren Feinden die Mittel in die Hand spielte, -eu-ch zu knebeln, so auch hier.
Rach «dem Versailler Diktat dürfen wir bas Polarschiff nicht baue n weil die -no-tweudig« Grötzenoerhältnisse dem Schiff ermöglichen, Waffen zu tragen. Die Entente weiß genau, daß selbst ein „bewaffneter" Zeppelin keine Gefährdung ihres «Weltfriedens bebauten würde. -Sie weiß aber noch genauer, -daß ein Eckener-Luftschif-f nie eine Waffe an Bord nehmen wurde. So wird nach Aufführung «einer -entsprechenden Komödie bie Erlaubnis zum Bau bes Luftkreuzers gnädigst erteilt werden, euch und aller Welt gegenüber laut genug auf dies« neuen Beweis der «fviÄdfevtUSN und kul-turfördernden SoiftesDerfaffung der Enten-te hiugewief-en werden, und bie „Kompensationen“ für die Erlaubnis, deutsche Männer, und «besonders -ihr deutsche Frauen und Mädchen, die werdet ehr an ander er Stelle zu spüren bekommen-.
Und ich sage -euch: Laßt den sich jetzt erhebend« „natio^ malen Rummel" gemacht «werden von jenen ewig Blind-«», deren -orduungsgeschmückte ober fra-ckbehaugene «Gestalt« -:«hr im Schützeugraben selten, in den entscheidenden NovombertagM 1918 nie an eurer Spitze gesehen «halht.
Unb -ich frage euch, deutsche Frauen und Mädchen: Wollt ihr -noch mehr darben und eure «Angohörig«. hungern und M- «ron -Wolhnhöhkon .verkommen lassen, damit -eine von -internationalen Kräften angeregte RekI-ani-e-Polfahrt zustande- kommt?"
Und ich sage euch: Die Unterzeichner bes Aufrufes -haben allein Geld genug, bas Luftschiff zu bauen. Behaltet euer Scherflem.
«Und ich jage euch: Euer Deutschtum und Deut jchempfmben ist,ein Heilig tu-m. Laßt es nicht machen zum Börsewvbjokt-!
Seht euch die Unterzeichner bes Aufrufes an, Deutsche, unb «empfindet mit mir das befreiende Gefühl, unter den vielen Namen, von denen- nur genannt seien: Georg Bernhard, Zehrenbach, Hermann Mülier-ZräNken, Rieser, - Sal-omonsöhn, Walter Schücking, -Simon unb Warburg — unter den vielen Namen keinen, Gott sei Dank, nicht ein« einzigen, der Ramen zu sehen, die dem .Deutsch« wert rtnb heilig sind.
Darum: Keinen Pfennig für das Eckener-Luftschiff!
Hellmuth -v. Mücke.
Druck und Verlag: Rudolf Bamberger, verantwortlich für de« gesamte» Sextfeik Chefredakteur öulius Geissel, für Anzeige« und Reklamen Anton Schütz, sämtlich in Zulda.
Zur die Bilderbeilage verantwortlich: H. R. Zimmerman«, Berti«
Der letzte Schuß.
Detektivroman von Otto S ch w e r i n.
7. Zortsetzung.
Das Schicht des -Tot«en- wies nicht die geringste Verzer- ming oder den .entstellten Ausdruck eines Todeskampfes «auf. Es » zeigte klare, regelmätzige, fast hübsche nnd «die Züge eines Ma u ; nes von ungefähr 38—40 Söhren. Er hatte volle, dunlkâ'vaune, M 6« den Schläfen ein wenig 'angegraute Haare, die in einen Scheitel geteilt waren, das Gesicht «war völlig «glattrasiert. Die = Kleidung, die einen sauberen, gepflegte ir Eindruck machte, be* stand aus einem 'gutsitzenden grauen LportauMg mit Kniehosen 'und schwarzen Wadeustrümfeu.
Lutz untechuchte sbde Tasche und sedes Täscheheu der Klei- ‘bang, ab und zu einen 'Gegenstand «findend, «den er neben sich auf die Bank legte. Es war nicht viel, was er 'fand. Eine «1 fache silderne «Taschenuhr, mit einer Ehatelaiae aus schwarzem Rips- dänd und ein em MedaAfvu, bas jedoch weder ein Bitdchvn«, noch eme Pho'to«grap«hie enthielt. Lutz äffuste die Ilhr «und legte sie dann zur Seite, des weiteren fund sich eine kleine «Nagelfeile, 8 ^in «kurzer Bleistift und ein kleines Buch w «Westeutafchen-for- mat, ferner ein -Taschentuch aus weitzem guteu Leinen mit den B'uchstaben L. M. gèMchhot nur. Echtaunli'ch „var die Eätsuche, datz weder em Portemonnaie noch eine Brieftasche W finden war, «auch eine Fahrkarte, die der Reisende doch logischerweise hatte «sitzen müssen, felhlte in den Euscheu und war nirgends zu 'finden, dn e-iner Ecke des Alb'teils lag ein Ibreitraudiger, ®7r Steinpel einer italienischen Firnta, euch er trug M, ch das Schiveitzleder eingOa.yt. - ^ ' ^'^ sâ>l Evton hätte gehören können, war S ^âmetzm Nicht 'M finden; 'auch ein lSepäcksche« ^ab^ uäd der Friâerger Kommisfar traten -vv>r° sichtig diSändie offene Eure des Abteils und sahen- Lutz inte- meliert bau s'Smeu Uutsrsuchungen. M. Dieser doachtote die bei= ä U^^^lM freigelegt und -aufs ein- gcheiidste jbb.es W untersucht. Der Wttgepfiegte und rein- j ‘^^^ .^ ^Es, der mich, mit guter, eleganter Duter- was-che dekleidet war, zeigte sportgestählte- Mnâelu, vor .allem i 7^ ScheäkelmnSkelu und die BeinniuäknlatKr wo-ren-, wie die \i H^ârfen Augen des Detektivs schnell feststellen^ stark entwickelt
Nichts oe-rviet an Lutz ernsten Mienen-, -was sein- Innerstes | bewegte, niemand konnte ihm äutze«r!ich .a-NnerKsn, ob ihn das Resultat der Untersuchung «befriedigt hatte oder ab es ein Rega tives war. Lediglich die 'grotzsn« 'lebihafte-n Augen, in dem ruhigen und bei dieser «Untersuchung beinahe harten -Gesicht zeigten, datz der -Geist Dr. Lutz umso lebhafter arbeitete, je ruhiger sich Dr. Lutz -äutzerlieh gab,
Plötzlich zuckte der -Detektiv doch «leise Msammen« un«dbeugte sich schnell über den Kopf «des Toten-, dessen Mund und Lippen er mit bem Bergrötzerungsglas einer ganz eingehenden Besichtigung unterzog. Darauf entbta&te er nochmals, ben rechten Arm des -Toten «und für einen Augenblick, aber auch nur für den Bruchteil einer Sekunde, zuckte, ein ganz flüchtiges Lächeln dvr Befriedigüng- über seine Lippen-, ter begann den «Toten iroie= der langsam und vorsichtig anzükleiden «und erholb sich bann vom Boden.
„öch bin 'fentiiig, fnneine Herren", sagte er ruhig.
Rademacher kannte Lutz und seme Arbeitsmethode seit Fahren gut «genug, er wutzte datz er «keine Fragen stellen durfte, dennoch konnten seine Züge die Spannung und Reug-ierde kaum unterdrücken und -Lutz, dem d-i.es uatür-ich «nicht entging, nickte * dem Kommissar leicht -zu-. Rademacher «hatte oeiiftanben, er «glaubte zu .w-ifsen; «ba-tz «der Detektiv «ben- Ariadnefaden «bereits gefunden hatte, der ihn aus beim Dabgrinth, das die Untat mit «ihren sensationellen Zusammenhängen- «bisher noch darstellte, herausführen sollte.
Dr. Lutz hatte «sich> Mizw'schen- mit «der «Dnterfuchuug der Fenstepfche-ibe «befatzt, was über nur .wenige Sekunden in Anspruch uahnr, bann bat er den Kommissar aus Friedberg, beai Photographeu' und die «beiden Zengi-nneu hepkei-zurufen.
Während «er die zwei Frauen- -nochmals nach «den «näheren Umständen- befragte, vor allem für die junge Frau, die -ihren Schmerz an der Leiche des Mannes in seltsamer «Weise geäußert hatte, ein «größeres Sii-te reffe an den -Tag legte, «machte «sich der Photograph an die Reprodniktion- der 'Tatortes. Da das «Tages licht n«icht «stark genug war, um eine «kn-rzfristigs Zeitauchahme von uotwe-iiidiger Schärfe gewährleisten -zu können, wurden einige Mäguesin'mpatroneu «im Rücken des Apparates aufgäftelti unb «in-eihvere Blitzlichtauchähinen des Gesäni-tbildes von 'verschiedenen Seiten und R-ichtimigeu- «hergestellt. Der photographische Llppanatz ben die Polizei «Dr den Crniittfungsbicinifti ver
wendete, war derart konstruiert, datz sich die Kamera auf wein*, bis zu einer Länge -von zwei Metern -ausziehbarem -Stativ .nach unten Klappen ließ, so datz das AufnähmeobjdktM direkt senkrecht zum Bân stand. Diese sinnreiche Anordnung ermöglichte es, einen am Boden liegenden E-oten, .ohne bessern Läge zu verändern, und -ohne eine Verzerrung des Bildes izu bewirken, äuf- nehmen zu können. Dr. Lutz «hatte vor Verlässen des AdteÄs noch .einen kurzen Blick auf das wachsgelde Gesicht bes Mannss geivorfcn, dann «nahm er dessen Fitzhut zur Hand, und «fuhr wie spiotend, -als wolle er die Qualität des Filzes prüfen, ü-deL Krempe und Hutband. Plötzlich griff er zwischen Band und- Hut, «und zog ein kleines braunes Kartonblättrhon ans E-ages- licht.
„Die felhlende Fahrkartel" sagte er und «reichte sie «rach kurzer Prüfung Rademacher zur Besichtigung.
„Von Frankfurt a. M. nach .Hamburg “ sagte ber Kommissär. „Der Mann ha-tte die beikannte Angewohnheit vieler Reisender, die Fahrkarte -im «Hutband unterzubringen. Sehsir Sie doch mal nach, Herr Doktor, ob Sie dort aurb: noch einem G epä cks-cheiu vvrfinden,
„Rein —(“ -erwiderte Lutz. „Davon ist -nichts zu sehen. Den Gepäckschein hat, falls überhaupt einer -vorhanden war, so sicher wie -zweimal zwei vier ist, das Frauenzimmer mi-tgenommen."
„Haben Sie sonst «noch etwas entdecken können; was uns. die FMtelking der Person 'des, Eoten erleichtern könnte?"
„Sa —“ meinte Lutz gleichmütig, „Richt ullzuoi-el' zwar, aber immerhin manche Indizien, die -aufgegriffen «werden können. Den Rainen «des Mannes .weitz ich noch nicht, iglaube «ihn aber heute «nachmittag zu kennen. Von Beruf ist 'der Cota Artist. Dies scheint -ohne alte Zweifel, nrnb zwar D er kein dri-tt- lober vier-tklass-iger Artist, sondern in seinem Fach- wohl ein Künstler., ön welchem Fach er arbeitete? Darüber Ikanm ich im Augen— blick mit Bestimmtheit noch -nichts sagen, Sänger iist er nicht. *— Athlet .auch uich-t, auch 'bestimmt «keiu Musiker, -wahrscheinlich ■— ich möchte sogar -als sicher behaupten, haben wir es mit einem Bildhauer, Maler oder et.was Aelhulirhes zu «tun: 'Weitlëv hin behaupte ich als bestimmt. Der «Tote «ist als das anzusprechen, was iman gemeinhin einen gebildeten Menschen «nennt und batte das Unglück, sich in der «allerletzten Zei-t mit «Ours 'M infizieren.
Forffetzmig -folgt.