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Moraemeituns
Ful-aer Kreisblatt, Anzeiger für Rhön und Vogelsberg, Ful-a und Haunetal
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Für die Volksgemeinschaft — Für den Ständefrieden
Nummer 192
Samstag, den 22. August 1925.
59. M Jahrgang
Lim baldige
des Reichswahlgesetzes in Aussicht.
Berlin, 21. August. sErg.-Snfformänsdrenst Telegr.) Sv den Kreisen die der ASgierung Lucher uahestehen, kündigt, man schon jetzt an, daß die Frage der Reform des Reichswahlge- setzes, die schon früher von allen Parteien aufgeworfen worden ist, nach dem Wiederznsammentrrtt des Reichstags ernsthaft angeschnitten werden soll. Ramentüch die ZoutrumspuMel dringt auf die Behandlung dieser Frage, die wegen des Arbeitsam drauges in der letzten Sitzungsperiode des Reichstags anch ermöglicht werden konnte. 3n den Regierungsparteien scheint man sich darüber einig zu sein, dass die Reform in erster Linie die Heraufsetzung des Wahlalters, die Verringerung der Ab- geordnetenzahl sowie ein neues Wahlsgstem bringen soll.
Ser Kampf gegen die Teuerung.
Berlin, 21. August. sErg.-Snsormationsdienst. Telegr.) Bei dem Reichskanzler Dr. Lucher haben wichtige Besprechungen mit den massgebenden Wirtschaftskreisen über ^ie zu ergreifenden Massnahmen gegen die Teuerung stattgefunden. Die Verhandlungen waren streng vertraulich. Immerhin verlautet nur sehr wenig Zuversicht, praktische Erfolge zu erzielen, zumal sich der Großhandel, dem von den Regierungsstellen die Hauptschuld au der Teuerung zugeschoben wird, völlig ablehnend värhält. Es hat bei den beteiligten Kreisen einen äußerst befremdenden Eindruck gemacht, dass anläßlich der vor einigen Tagen statt- gefuwdenen Beratungen bei der mittleren Preisprüfungsstelle die Vertreter des Großhandels überhaupt nicht erschienen waren. Wie wir hören, beabsichtigt man, nunmehr mit schärfsten Mitteln vorzugehen, um der immer mehr nm sich greifenden Teuerung Einhalt zu gebieten.
Sie Forderung nach einem preußischen Staatspräsidenten.
Berlin, 21. August. sEig.-Zuformationsdienst Telegr.) 3m Zusammenhang mit den Erörterungen über die preussische Regierungsfrage ist von rechtsstehender Seite die Frage aufgeworfen worden, ob es zweckmäßig erscheint, den Posten eines preussischen Staatspräsidenten zu schaffen, der mit besonderen Vollmachten ausgestattet sein müsse, um bei Regierungskreisen die Regelung der Staatsnotweudigkoiton in die Hand zu nehmen. Es handelt sich hierbei allerdings um eine ausgesprochene Forderung der Rechtsparteien, die bei der Linken auf heftigen Widerstand stößt. Wie wir hören, ist bisher noch von keiner Seite ein Antrag im Preußischen Landtag angekündigt worden. Aber es ist nicht ausgeschlossen, daß diese Frage nach dem Wiederzusammentritt des preußischen Parlaments zur Erörterung gestellt wird. Die 'preußische Staatsregierung selbst scheint auf dem Standpunkt zu stehen, daß ein derartiger Antrag nur zu ernsten Berfassnngskämpfen in Preußen führen würde.
Ausbreitung des Typhus auf Regensburg.
wtb. Regensburg, 21. August. telef. Wie der Regens
Die bevorstehende Aote.
Außenminister Dr. Stresemann hat sofort nach seiner An- Knuff in Vertin die Vvribespnechnng, mit dem Reichskanzler Dr. Luther ausgenommen. 'Die lUeberneicbiuinigi der «frauzö'sischen Rote dürfte, keinerlei Verzügsvuug «erfahren, sodaß man innerhalb der nächsten 48 Stunden die neugeschaffene Lage übersehen können wird. Sehr bemerkenswert ist die 'T«atsach«e, daß der Anholt der beaorsteihenden Mitteilung zurzeit überhaupt dicht erörtert wiod^ ândsvu daß die jsranzösischle offiziöse Presse sich onsschließ uich mit der diplomatischen Situation «beschäftigst. Die bevor- . ^^^^^ ^ll öibrigons dies^moi mehr den Ehavakter einer 's 'F0, ^ M^tteüliung Hadem, was schon- daraus ihervorgeht, bei der i de dip.omoMchem Vertreter England und Belgiens zugegen, sein werden. Eine Aussprache wird pomusji^ftüß^ Balsch,cff!er Ä^ Ä SÄ und Anskünffe éiÄ "^'welche persönlich« Rücklagen ressoM« 'LU« ^ âm sehr mA- veröffentlich^ der den 6ton^ be^ teilweise richtig wiedevq-bt «d\ ^'^ ^'dvung Stellungnahme der smnzösisch« T'-f” ^^
Re ichs, Kabinett Vulher-Stresemauu habe ^ ^ ^echaMnngen zu beschsennigeu. chssâr «beruht- Mer
burger Anzeiger berichtet wurden dort verschiedene Tgphusfälle festgestellt.
Roch kein Stillstand der Lgphusepidemie in Hanau.
wtb. Hanau, 21. August. telef. Die Tgphusepidemie, die nun seit schon seit fünf Wochen in Hanau herrscht, ist noch immer nicht zum Stillstand gekommen. Amtstch werden heute 71 Fälle von Unterleibstyphus (gegen 68 am Vortage), 7 Paratyphus (8), 10 Todesfälle (9) und sieben Verdächtige (8). Von auswärts sind sieben Erkrankte omgeliefert von denen bereits einer gestorben ist.
Keine Teilnahme SenifKlands an der chinesischen Zollkonferenz.
Berlin, 21. August. (Eig.-3nformaüonsdieuft Telegr.) Wie wir hören, wird die Asichsrogierung jan der geplanten Zollkonfe renz der Mächte mit Ehina sich nicht beteiligen, da eine Einladung an Deutschland von keiner Seite ergangen ist, und die chinesische Regierung pcy damit einverstanden erklärt hat, daß die bisherigen svirtschastlichen Abmachungen zwischen den beiden Ländern ungekündigt fortbestehen werden.
Belagerungszustand über ganz Bulgarien.
wtb. Sofia, 21. August, telef. Die Regierung arbeitet eine Verordnung über die Aufhebung des Belagerungszustandes in ganz Bulgarien aus. Diese Verordnung soll am 3. September am ßage des Zusammentritts des Parlamentes in Kraft treten.
Drei Kommunisten in Polen hingerichtet.
wtb. Warschau, 21. August telef. Da der Präsident der Republik Wojcie chowski von seinem Begnadigungsrecht keinen Gebrauch gemacht hat, wurden die drei polnischen Kommunisten Köbner, Rutkowski und Kniecki heute in den Morgenstunden erschoßen.
500000 Erwerbslose in Seutschllmb.
Die Kreditnot und die allgemeinen schwierigen Erwerbs- und Lebeusverhälitnisse, wie sie augenblicklich im ganzen deutschen Reiche berrf eben, haben -eine umfassende- Ackeitslosigke-i-t in einer großen Reihe von Erw«eribsstäân zur Folge gebabt.
Zwar besteht in Deutschland k«ei«ne geno« Arbeitsstatistik, wie «übvigeus laiuicbf in den 3ndnstries1ooten des Anssiandes nicht. Man kann oder die Zahl der augendliâich im Deutschen Reiche vorlhaudonen Erwerbslosen auf rund- 500 000 «sins.chätz-on, wobei die Schätzung «eher zu niedrig, lass zu hoch gegriffen sein «wird. Als Unterlagen- für eine annähernde Ermittlung der Arbeitslosenziffer Moroni augenblicklich die «Zahlen der Evw«erbs-
Srrtum auf die mißverständliche Auslegung deutscher Aeuße- ruwWn^ wonach man in Deutschland die Situation keineswegs so optimistisch beurteilt, daß man mit einem schnellen iZustaiidè- Kommen des Sicherheitspaktes rechnet, lunlb' dqß DmEchland ^uch gezwluugen sein werde, alle mit dem Eiche cheitspakt mt- somtnenhämgeind« Fragen genau ^u prüfen, -ehe es die Anter- zechmung eines Abivommems ÄbeOützt. dlnbediagt richtig ist die Darstellung des svaGösicheu Bilattes, wonach der Plan einer Reise Dr. Stresemanns nach^ Senff onifgelgeben sei. Wir glauben versichern zu können, daß ein solcher Plan ernsthaft überhaupt nicht in Erwägung gezogen wurde, und daß die deutsche Regierung Genf nicht Gr den geoigneten Ort hält, wo mam Borbe- sprechtungen über dm Sieherheitspaht ablhaütm kann, Wenn man schließ,ich ffrauMischerseits die ^aigie so dapstellt, als wünsche mau in Deutschband «die §inberuffumg einer ausgesprochenen Juristen,ko,nfferenz, so ll-iieigit lhier eine stacke Beckeunung des «deut sch« Stand, puuktes vor, denn es ist wiedebholt «von deutscher Seite erklärt worden, -aß man eine große Vollkonferenz an- strebt, die ähnlich wie die Londoner Konferenz alle Grundlagen zu ausgedehnten Mlitlschm nUd nicht nur snriistiffcheu, Erörteruir- g« «bieten «Mde. «Was die Frage Deutschlands in den VÄKer- «bnn«d anhètrcffft, so ist die «französische Besorgnis nUbegrüudet, wonach die doutsche Regierung an ein«cm Eintritt in dm Völker d«und kein Interesse häbe. Alle diese Dinge werden selhftver- stäâch eine Regelung ffindem «müsfeh, auch wenn dabei ein «anderer «Weg eingeschtag« «wird als der, den die ,französische Diplo- niatie Den«tschlla,n«d einpfehlen zu «könn« glaubt.
löfenunterstühung, die aber «nach den Bestimm,ungen nur einem Teil der Arbeitslosen zukommt, ferner die Statistik der Arbeits Nachweise, die aber auch nicht vollständg fft, weil kein Zwang für die Anmeldung der Arbeitslosigkeit sowie für die Abmel- dnnz «bei den Arbeitsnachweis« «besteht. Endlich« «die Erhebungen der gewerkschaftlichen Fachwerbände, die aus der Mitglie- derbewegung der Kranikenkassm ihervorgehmden Zahlen und die Berichterstattung der iädnstriellen Verbände. Besonders schwierig ist nach den ErmiMnngou dieser Rachwe'seftellen, die Lage des Arbeitsmarktes für Angestellte. Sm 3uni entfielen auf 100 a,nge«bo,tene Stelle bei den männlichen Bnreananggstellten 546, bei den weibllichen 185 Stell,mibe!werber, «bei dm männlich« «kaufmännischen Angestellten 801, bei den weiblichen 360, bei Technikern âr Art 848 Vswsrdsr, immer auf die Hundert an- grbotmm Stellen gerechnet. Für Heizer and Maschinisten -betrug, dieselbe Ziffer 449. Auch bei den freien Berufen ist «der Andrang mit 257 männlichen wb 184 weiblichen Bewerbern auf je «hundert Sielten wenig günstig.
Etwas günstiger «ligson die Berhäl-tnifse bei den Arbeitern. Die Zahl der Arbeitsgpsuche, auf je hundert offene Stellen-, die svgmannt«e Andrangsziffer betrug im Baugewerbe 98 Ende Sud, zu einer Zeit also, wo der B^arbeitefftreik noch nicht singeseßt hatte. Die Verhältnisse sind in diesem Gewerbe «durch die öahrsszoit begünstigt. Sm Berglbau dagegen «betrug die Andrangsziffer für männliche Arbeit,nshmer Ende Sumi 195, in der Metallindustrie 223, in der 'Spiunstoffindustris 262. Die gewerkschaftlichen Verbände der Metallarb,eiter meldet-m um bie selbe Zeit 3,2 die der «Textilarbeiter 3,4 der Bekleidungsarbeiter 3,1 und die der Schuhmacher 5,3 Prozent Erwerbslose. Auch die Kurzarbeit war sehr verbreitet sie betrug z. V. bei den Textilarbeitern 16,8 Prozent der Mitglieder. Sn der 3n- dustrre ist demnach der Arbertsmackt ungleichmäßig, wobei aber der in den -Sommermonaten hvlhe Person,albcdarff der Landwirtschaft zu «berücksichtigen ist. Auf diesem Gebiete betrug die An- draugsziffer bis Ende Sumi für männliche Stellen 78, für weibliche gar nur 37.
Mit «besonderer Sorge wird die Entwichiung im Steinko'h- lenbergban verfolgt. Besonders «an der Ruhr hat sich die Lage «wesentlich verschlechtert, und man mirb dort mit weiteren Ent- lasiunm «in größerer Zahl -rechnen müssen. 3m Kaliborgb-au be- steht sogar ein Bedarf «an Arbeitskräften. 3unerhaib der Aah- -rungs- unb Geuußm-ittel-ind'ustrie ist «besonders im TabaKgewerbe die «Fahl der Erwerbsiosen «beträchtlich. Abgesehen vielleicht vom Berglbau «kommen die wirtschaftliche unb insbesondere die finanziellen Schwierigkeiten -immerhin- -noch nicht voll zum Ausdruck. Ems Verschilechterung in der allgemeinen Lage wird erfahrungsgemäß von der zweiten Hälfte Oktober ab eintreten, weil baro d«ie Erntearbeiiteu zu Ende gehen und «damit der Bedarf der Londivirtschaf-t an Arbeitskräften auf ein wesentlich geringeres Maß reduziert wird.
Ije Politik der Woche.
V-oil -unserem Bsrl-iner Mitaâiter wird uns unterm 21. August geschrieben:
«Nachdem der Reichstag in die Ferien gegangen ist, hat sich die lnuenpoll-tische Lage wieder beruhigt. Die Annahme der Follvoriage durch tes Parlament hatte all-erdiirgs die Kommunisten veranbaß-t, «lärmende Straßendemonstrati-onen einzu«beruff-sn bae infolge der Ausfchrei t,uugen der «kominunlstischen Demonjstran ton nicht ohne Blutvergießen vor sich gegangen siu«d. 3mmerhin «haben d,e kommunistisch. D-emvustranten vorläufig den,e-rwünsch teu Zweck, bluruhe zu stiften, nicht erreichen- kö-nnon-, denn die offensichitlvchv Schuld der nndisziplinierten Demoustranteu konnte von keiner -Seite ernsthaft «bestritten werden.
Ra-ch dem A'bschllliß der Reichst-agsiberatungen «ha«oon sich verschiedene Parteien gezwungen «gesehen, ihre Haltung in dem Parlament durch «besvndere Aufmfe vor der Wählerschaft zu rechtfertigen. Dies «ga«lt namsntl-ich für das Zentrum, das nicht ohne scharfe innere AuseinanbersetziMM« für die Zollvorlage stimmen konnte und dessen offizielle «Politik von d-cm Wortführer des linken Flügels sogar scharf bekämpft worden ist. Pirie ivorstand und 9 leichstagsfräk tevn der Zentrum spa-rtei legten roher in dem schon erwähnten An-rufe Me Gründe gar, die für ';c EutschenduiMn uu Reichstag maßgebend waren. Der Zen- trumsaufruf dn«hielt aber auch -einige sehr .interessante innenpo- litischs Stellen, aus denen -hervorgeht, daß die Alehrheit der Re«chstagsfraktion die Regierung Luther am Ruder behalten -will, nicht baram denkt, den Lockungen der Linksparteien zu fol- -MN, die mit der festen Absicht umgehen, die Regierung zu stürzen. Sn den demokva-tischon Kreisen «hat der ZentMmsauffruf «natürlich den «denkbar schroffsten Widerßpmch hervorgermfon. Die demokratisch-e Partei hat «daher «einige Tage später ebenfalls -einen Aufruf erlassen, der die Politik der Regierung Luthers auf das Schärfste tadelt und den hinter «ihr stehenden Parteien, im -erster Linie auch bem Zentrum, ernste Borwü-rfe «wegen «ihrer -Taktik bei der Verabschied,un«g der Steuer- urib