Lin?pipreis 10 Gotdpfg
Hessische
Morsenzettung
Fuk-aee Kreisblatt, Anzeiver für Rhön und Vogelsbery, Fulda und Haunetal
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Rummer iss Dienstag, den iS. August ms. 59. M Fahrgang
Deutschland gebt nicht nach Genf.
Berlin, 17. August. (Lig.-Suformatlonsdienst. Telegr.) Soeben wird uns von autorisierter Seite mitgeteilt, daß eine Zu- fawmenkunst zwischen -Vertretern der deutschen Regierung und den alliierten Außenministern anläßlich der Völkerbundstagung in Seus nicht mehr in Frage kommen kann. Die deutsche Regierung hat bereits inossiPell eine Einladung zur Vorbesprechung nach Sens abgelehnt. Selbst wenn die alliierten Außenminister wie bisher wahrscheinlich ist, sich nochmals M einer Vor besprechung in Sens tressen sollten, würde Außenminister Dr. Stresemann nicht für opportun halten, nach Sens fahren M wollen. Denffchlavd wünscht im übrigen eine große Vollkonse- ren; und legt keinen großen Wert aus irgendwelche unverbindlichen Zusammenkünfte.
Hindenburgs Reise nach dem geräumten Gebiet.
Berlin, 17. August. sLig.-Snsormatiousdienst. Telegr.) Wie wir hören, sind die geplanten Vefreiungsseiern in dem von der Besatzung geräumten Gebiet bis M der Zurückziehung der Besatzungstrnppen aus den Lanktionsstädten Duisburg, Düssel dors und Ruhrort vertagt worden. Da diese Städte Ende August geräumt sein sollen, werden die Feiern voraussichtlich im Laufe des Monats September stattsinden, und zwar haben schon jetzt hervorragende Mitglieder des Aeichskabinetts und der Reichspräsident von Hindenburg ihre Teilnahme an den Festlichkeiten zugesagt. Außer dem vorgesehenen Besuch Hinden burgs in Bochum und Essen dürste evtl, auch noch eine Rundreise des Reichspräsidenten durch sämtliche großen Städte des geräumten Gebietes irr Frage kommen.
Nerbanbllmgen mit dem Ruhrbergba«.
wtb. Esten, 17. August, teles. Die heute stattgesnndenen Verhandlungen mit dem Ruhrbergbau wurden ergebnislos abgebrochen. Die Arbeitnehmer haben den Schichter angerufen, der die Verhandlungen aus Mittwoch, den 19. August anbe- raumt hat.
Die Llsphusepidemie in Hanau.
wtb. Hanau, 17. August teles. Die Tgphusepidemie in Hanau hat ein weiteres Todesopfer gefordert, sodaß jetzt sieben
Die innenvoltttsche Lage des Kabinetts Luther.
3m Hinblick auf die .bevorstchonden außenpolitischen B-er- Handtungen hält man es in den maßgebenden- potitischen Kreisen für -augebracht, die Tatsache hervor zuheb-em., daß das Reichs- kabiuett Luther über eine gefestigte Position ve-rfügt und -alle parl-amsütarisch-en B-ollmach-teu besitzt, um seine Entschließungen in der Sicherheit«- und Vöcksrbnnds^frage M treffen. Schon allein die Tatsache, daß sich das Parlament bis Glitte November vertagt hat, ist ein ausreichender Beweis des Vertrauens, das die Mehtzheitsparteien ich die Regierung setzen. Auch der Außonmiuistsr Dr. Stresemann verfügt über eine .un-
Liuges-chränkte Handlungsfreiheit, denn der Wu-nsch der Rechts radikalen^ ihn unter ibesondere Kontrolle des Reichskanzlers Dr. Luther M stellen, kann dis gescheitert angesehen werden. Wenn numm-ehr im Verilaufe der nächsten Monate der Sicher- Heitspakt endgültig «ter D-a-ch und Fach gebracht werden sollte, so würde dies ein Ereignis sein, durch das die deutsche Poli- M auf lange Sicht hinaus festgeleigt ist. Ein solches Pro-blem staun sâstverständlich nur von einer Regierung gelöst werden, die sich auf iSnunb ihrer parlamentarischen! Position i-rüstande sühlt,^ die entsprechendein Verpflichtungen des Siche-ühei-tspoktes onf sich zu neihmen und sie dis Eribschiaft für spätere Regier- mngiea zu nberlasfen., die durch die getroffenen Vereinbarungen völlig gebunden sein werden.
Aus dieser Sachlage geht phue w-eiteres hervor, von welcher Tragweite bie Blankvoltmachl ist, die die Mohrheitspar- teien des ^mchstages der Regierung Luther erteilt haben. Von maßgebender Seite dar Rei^chsregierung erfaihren wir, daß die Verau w^ d» jetzt auf der Regierung Luther siegt, den Reichânster dazu zwingen roto, in ständiger Fühlungnahme
^^ ?u bleiben uud^ notwentdigensall« auch, den Reichstag schon vor Mitte Rovemb^er .einzUberussn, um seine Zustümmung zu den -Eutschsteßungen des Kaibinetts zu .erhalten. Die Regwmng würde däher von ihr.« Vollmachten nur so- wett Gebrauch machen, als es sich darum handelt, auf idihloma- tischem Wege die Losung des Sicherhei^roblems zu erziÄen. Darüber hinaus muß unbedingt die Notwendigkeit eintreten, W Sustiimmuug des Parlamentes einzuholen, wenn es ailt ^vollendete Tatsachen zu schlaffen.
Todesfällen zu verzeichnen sind. 3n Behandlung sind insgesamt 80 Personen, davon 66 an Unterleistzphus, sechs an Para- tgphus und acht Verdächtigte. Hiernach hat sich der Krankenstand seit gestern etwas vermehrt. Unter den Renerkrankten befinden sich einzelne recht schwere Fälle.
Vier schwere Brände am Sonntag.
wtb. Berlin, 17, August, telef. Nach einer Meldung der „B. 5“ ist heute vormittag in einem Hause der Allerstraße ein Dachstuhlbrand ausgebrochen, der sich ausbreitete und aus die obersten Stockwerke Übergriff. Die Feuerwehr ist noch mit den Löscharbeiten beschästigt. Eine Frau, die im Dachgeschoß tätig war, erlitt schwere Verbrennungen. Man vermutet B rand- stistuug.
wtb. Berlin, 17 August telef. Nach einer Meldung der „B Z." enstaud im Dorfe Kirchwege im Kreise Uelzen gestern nachmittag durch zwei 14jährige 'Lungen, die mit Streichhölzern spielten ein Feuer, das allmählich auf eine Reihe Gebäude Übergriff. Acht Familien sind obdachlos. Der Schaden ist sehr bedeutend.
wtb. Koessen, (Anhalts 17. August, telef. Ln vergangener Rächt ist die am Bahnhof liegendes Leide'schen Faßfabrik durch ein verhörendes Großfeuer vollkommen jeingeäschert worden. 8000 zum Versand bereit liegende Zemeutfästern sowie sämtliche Anlagen und Maschinen wurden ein Raub der Flammen. Das Feuer wird auf einen verbrecherischen Racheakt zurückge- führt.
wtb. Hirschberg, 17. August. telef. Die Borrmannmühle ist in der Nacht vom Sonntag auf Montag, bis auf die Um- sastungsntauern niedergebrannt. Der gesamte Komplex wurde ein Raub der Flusuirrä bea n^tsangräheu Sicheruugs- arbeiten der Feuerwehr gelang es ein übergreifendes Feuer auf die umliegenden Gebäude zu verhindern.
Der Ruf nach der Wirlfchaflsbiktalur.
Von nnsevem Berliner Mitarbeiter wird uns aus Berlin, 17. August ges-chriebon:
Seit einigen Wochen sind in ^ Kreisen des iudustrieellen Uutevuchme-rtums starke Bestrebnngsn auf eine wirtschaftliche Konzentration der vobhand-eue-n Kräften im Gange, die bei den Regierungsstellen außerordentlich viel Beachtung -geft-nden haben Li-ufkußr-eich-s Führer der rheinisch-westzaiischen Ludustri-e
Die letzten Kämpfe im Reichstag haben immerhin den einen Nutzen gebrachlt, eine hinreichende Klärung über das Ver- tvanensvechältuis zwischen Regi.erung nnd Parlameutsmehrheit zu sch!affsn. Sämtliche bürgerlichen Parteien, mit Ausna^hme der Demokraten, find entschlossen, die Parlamentiarische Opposition des Reichsstäbinötts zu festigen und die .Entscheidungen über den Sichierheitspalstt, so wie die Regierung Luther fällen wird, zu sanktionieren. Die in der Opposition befindliche Minderheit verfügt nicht über den Einfluß, der notwendig wäre, um an ^ dieser Tatsache etwas ändern zu können^ Obwoihl itter linke Zingel der Zentrumspartei die die gegenwärtige innenpolitische Entwicklung mit schweren Bedenken !beob.achtet, wird die Mehr heit der Zentrumsfraktion nach wie vor die Politik des gegenwärtigen Reichskabinetts sichern und zum mindestens solan.ge in der Regierung verbleiben, bis die außenpolitische Situation völlig gereinigt sein wird. Die Deutschnatioual.eu-, denen man nachgefandt hat, daß sie den gegenwärtigem Kurs in der Außenpolitik, der auf den Abschluß eines Sicherheitspasttes und 'M den Eintritt Deutschlands in den Völkerbund adzielt, nicht mitmachen würden, sind öbensalls entschlossen, die Regierung Luther vor einer neuen Krise zu bewaihren. Diese Tatsachen taffen Mennen, daß die innenpolitische Position des gegenwärtigen Reichskahinetts stark genug ist, um es auch für die wichtigsten und schicksalsschwersten Entscheidungen zu befähigen. Da die anderen am Sich.echei!tspakt interessierten Länder auf diese Feststellung den größten Wert legen, kann, die gesicherte fnnorpolitischon Position gleichzeitig .au»ch in außenpolitischer Hinsicht die Stellung des Reichskabinetts .Luther nach jeder Richtung hin stärken. LNan kann daher schon jetzt voraus- sehen, daß sich die EntwickAiug dep außei»politischen Entscheidungen dfw irgendwelche, innenpolitische Zwischenfälle vozie- hen wird. Selbst wenn vereinzelte Stimmen der Opposition gegen die Regierung Luther laut .werden sollten.. Obwohl es nicht gelungen ist, die .parilanientarische Grundlage des Kabinetts Luther zu erweitern, ^herrscht in den Regierungskreisen eine äbfolut optimische Auffassung über die Ltzbensdauer der Regierung Lutlher. die mit ihrer gegenwärtigen Lilchrheit gegen jede , parlamentarische Udberraschung gesichert sei. (
haben unter aNder-em die Forderung ausgestellt, eine bes.ond>ere Körperschaft für die Regelung der wirtschaftlichen Notwendigkeit zu errichten und in Zukunft das Parlament in allen Lebens fragen, die die deutsche Wirtschaft betreffen, soweit als mösglich auszuschalten. Es ist selbstverständlich, daß solche Fragen, die zunächst nur rein theoretische Bodeutung haben, die sorgfältigste Prüfung durch die zuständigM Stellen der Regierung erfordern und daß es sphr ikompliziert sein würde, ein deutsches Problem auf dem Wege der GHetzgpbung lösen zu wollen. Der Ruf narb einer Wirtschaftsdiktatur ist aber uach Auffassung der maßgebetzhen Regierungsstellen -angesichts der drohenden Gefahren des Zufammenbru-chss großer deutscher btnternehmungen absol-ut begr-eiflich, und es wäre daher völlig verfehlt, die Stimmen aus dem industriellen Lager überhören M wollen.
-Wie -wir von -einer dem Reichsw irHchqstsminister Dr. Reu- hars nahestcihenden Seite erfähr-en-, Kann die Reichsregiorung selbstverständlich uicht daran denken wollen, ihr-e -gesetzgebe- risch-en Befugnisse unter Ausschaltung des Parlamentes preis- -ge^bsn zu wollen. Ebenso wenig wäre der Gedanke einer Wirt- s-chaftsdiktiatur zu verw-irkli-chen, wenn man darunter ein Syiftem sogenannter Zwangsmaßnahmen verstehen wollte, die die Sni- tiative in die Hände außevparbameuta rischer Organs legen würde. Für die Regierung kann es sich nur darum handeln, in -engstem Einvernehmen mit den Körperschaften der Wirtschaft die .erforderlichen Mittel anzuw-enden, die nötig sind, der schwer bedrängten Wirtschaft zu Hilfe M .kommen. Dabei darf selbstverständlich die -eigene Initiative der Regierung m'cht beeinträchtigt word-en, denn jeder Eintritt in die Gesetzgebung würde das größte Unheil anr.ichten -können. Weder die soziale Gesetzgebung noch die Finanz und Steuerwirtschaft des Reiches können irgendwelche willkürliche Abänderungen ertragen, denn dadurch würde nur die Verwirrung -gesteigert werden. Die Re- giorung srw-artet, daß Uhr von Seiten der Wirtschaftsorgane brauchbare Voifschlägs unterbreitet we-rd-en-, und sie denkt dabei unter anderem -an eine durchgreifende Umstellung des gesamten Produktionsap,parates, der auf eine wirtschaftliche Basis gestellt werben muß.
Die gegenwärtig in den Wirts-chaftskriaisen herrschende Nervosität darf jedenfalls nicht dazu führen, daß mit diktatorischen Ein.griffen in die Gefetzgebuug ein Zustand geschaffen wird, der die Grenzen zwischen den privaten und der amtlichen Kompetenzen verwis-chon mürbe. Zum Beispiel könnte -dadurch von den Seiten der Anbei tuchmerschaft die Forderung aufgestellt werden, daß die Regierung durch Zw-angsmaßnahmen die Stillegungen von Betrieben verhindert und auf die blnternohmsr Kreise einen Druck ausübt, unwirtschaftlich gewordene Getriebe fvrtzuführen, Ebenso wenig wie die Regierung mit solchen M^telln in den Prbduktionsprozeß eingrsifen kann, darf von ihr gefy.rd.er-t werden, daß sie gegenüber den Arbeitnehmern -oder gegenüber den Konsumen-tenkreisen irgendwelche Zwangs- ni-aßnahmsn -ergreift.
Die Reichsrsgisrung ist der Ansicht, daß die deutsche Wirt jlhoft eine sehr schwere Krise zu überstehem hat, deren Zweck es sein -muß, alle unges-unden Erschei-nungon ausMschalten unld -d!-e Rsntabi-lität der Produktion auf neuer Grundlage zu regeln Dieser Gesundungsprozeß werde vo-raussichtli-ch mu? kurze Zeit andauern und eine Reihe von Opfern kosten, die nun einmal niebt zu vermeiden sind. Darüber hinaus besteht absolut kein Grund, an den Möglichkeiten einer -wesentlichen Besserung der Wirtschaftslage zu zweifeln, weil mit dem zurückkehrenden Ber -trauen des Auslandes in die deutsche Wirtschaft auch in .abseh- barer jeit das verloren -gegangene Termin zurück-gewonuen werden kann. Die Regi-eruicg könne von sich aus nur das eine tun, durch eine vorsichtige Außenhandelspolitik und durch zweck entsprechende wintschaftliche AbmachungM mit dem Au-slande alle Möglichkeiiton -einer Wied-ererstacikuing des deuls-chen Exportes zu fördern.
Der Kampf gegen -ie Teuerung.
Von ums-erem Berliner M-itaNbeiter wird uns geschr'
Die zuständigen Kreise beschäftigten sich augonbick-l' der Frage, auf weiche Weise der augenblicklich imw um sich greifenden Teuerung aller Lebensmittel M gangen werden -kann. Die B-eratungen hierüber mittelbar vor dein Abschluß, jedoch 'läßt sich 'be*' Ergebnis dieser Verhandlungen im einzelnen nod
Bekann-t-lich war -vor kurzem im Reichstag stung eingebracht, die dahin ging, die Regier- Vertretern des Verbrauchs über Mittel u wie die Spanne zwischen Erzeuger und K' werden kann. Wie uns von zuständiger kommt für Deutschland die Wiederei-r wirtschaft nicht in Fm.ge. Der Haup^ Steiigenuniig aller L-ebensnrittel liegt, Seite versichert wird, in der Preist -uni-nteresfan-t dürfte es fein; -daß ir über Ursachen und Bekämpfun--