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Hindenburg in Ää»

Wir tragen unsorom gestrigen triebt unter Rubrik:Aus -er Tagcsgeschichte" noch solgondes -alksfichr-Üch-r-.'. nach:

Als der greise 9tocbsi>^ das Ba-knhofsg-edäu-dc in München durch das Fürste nziimucr -verließ, von hatillck-cr fchwarzbe-rockter und glänzend bekut.eter Lskorteumwoben ost Jirb ein ger-abszu rühre,ides Bid. Der ungehemmt Hernieder« trauso-iide Regen h-att-e die geduldig -ha-rrend-c-n- Monschenscharen nichit daran zu hindern Vemnackt, Hiândur.z die gc-rla-ntr Be- grüßungs zu biete-n, und.nun standen die Massen am drüben Morgen mit triefenden-, -dlönkenden Schirmen- and Nrif'brachen die Polizeikette fast, als der Sefuchte ersch ien.

Eine einzige, rl^eselnde, mit lick den Farben ^geschmückte von seidigen Bannern nnrhängte von Menschen zubÄnd -nmwlnkrc steinerne Trononog waren die Horen Häuser. die Hadtivärts la­gen. So erklang vom oben und unten ein lauter, aufbrache-nder Rus der Verehrung und Treue, den der Marschall, auf freiem Platze stehend, mit gezogenem Hute, grüßend entgegeunabm.

Das Rührendste, Größte konnte er frei.ick nicht sehen.

Schon gleich am Anfang hatte ich in der vordersten Linie zwei seltsam gekieid-etc, ältliche Sckwârn bemerkt. Sie trugen saubere, taugschößige Kostüme. wie zu Anfang der Zehner âavre in Mode, und fielen auf durch den seltsam respektvoll gewahrten Abstand, den alle Umstehenden vor ihnen wahrte«. L§ war. als umgebe sie ein geheimer Zauber.

Als der Reichspräsident schworen Schrittes vorbsiging und alles Volk die Hüte, Tücher und Stimmsn emporfliegsn ^ließ, streckten sie wie im Rausche die Arme T1 c vor ich bin ins dreie und schrieen mit vertrockneten, brüchigen Summen Bravo dazu.

SuMischen hatte der Gefeierte den Vorbei marsch ^'r Lh- henlko^Mpagnie, Gruppe für Gruppe mit gütigem, srnhem Ricken belolhnend, rutgegengenommen, und während die Mc^ge. nach vorn stoßend, sich vusiöste kam ich bewußt zu den Schwestern heran.

Ls waren zwei führerlos tagende Blinde. Gott mag Ar bitteres Schicksal kennen.

-Ls fotgtor dann mehrere f-estldhe Handlungen in der Stadt. Am 'ergreifendsten war der Augenblick, als Hindenburg auf dem Marisnplatz, nach dem Empfang im Rathaus, wtcr dem Glock-sugeiäut des Domes und sämtlicher Kirchen, mit eherner Stimme das Wort an die Menge richtete, dir weithin brausend das Lied der Deutschen saug.

München, 12. August Gegen zehn Uhr fuhr der Reichs­präsident zum Ministerium des Aeußeren am PromenadenPlatz wo, die offizielle Vorstellung der Spitzen der Staatsbehörden durch den Ministerpräsidenten stattfiud. Hierbei hielt der baye­rische M-inisterpräsid-snt Dr. Held solgsnbe Ansprache:

-Hochverehrter Herr Reichspräsident! Zum ersten Male haben Luer Lxzelle-n-z in Sheet Ligenschaft als Präsident des Deutschen Reiches ucherm Bagernlande und unserer Landes- ihauptstadt die Z-reuds und Ehre obres Besuches bereitet. Sm A-am-en der Bayerischen Staat sregierSug begrüße ich Sie in diesem Hause aus das herzlichste und heiße Sic ln diesem Hause auf das pcrzüchste und heiße Sie in Bagern m t hebet Ge- nugtuung fren^ e willkomn en. Luer Lxtsilenz dürfen nv neer-

B?suh aufrichtig d-ciikb- r ist und in 'om das $<?.: r us - ch! nur d." vollen Ancikenvuno der Ligenit vtlichkn: ii/on-s sch er ei Hc-mat.andes, sondern auch der r? Y ? m runa

'n-i c D'dcuran - ,m Druitchen Reihe und hi das Leulsö e Reich erblickt Wir sind alle tiefst davon überzeugt, daß Luer i Exzellenz der von cllen gleich hoch verehrte große Führer im l Wurkriege mmMchr als Reichspräsident ein starker, zielbewuß­ter Führer des Reiches, ein wahrer seiner Lhre und Förderer : seiner Weltgeltung zugleich aber auch ein treuer Schtmiherr der Rechte und Interessen der Linz eist aalen sein werden. Wir in Bagern wissen, daß Deutsch/ands Schicksal unser Schicksal sein wird, und wir lassen uns in unserer deutschen Reichsgesmuung von n'iemand üoertreffei!! Möge es Obrer weisen, sicheren Füh­rung gelina-en, das deutsche Volk -im Äimprn W -eilten und in dein-cher Bruderliebe zu versöhnen, ihm nach außen aber die Geliung und das Ackebon zu versch-asfen, die allein ans den Weg zur Freiheit führen: dem Rechte mD der Gerechtigkeit- sowohl im Snuern als nach außen freie Bahn zu schaffen! Möge der Allmächli ce Luer Lxzoüeu? unter seinen- gn-ädècpn Schutz nehmen und Shueu das Glück einer .an-gen fegens-rei-chien Wirksamkeit im Höchsten Amte des Deutschen Volkes verleihe« zum Möhle und Gedeihen für Deutsch 'ands Be k für Dentsch-l-ands Staaten und für unter cceccl-cs Deutsches Ba-l-erl-and!

Hierauf erwiderte Reichspräsident v. Hindenburg:

öch danke öbnen, Herr M-in-'-st'erpr-äsidcnt, -für die freund- lich«n Worte des Willkommens, die Sie namens der Bage- rischon Scaatsre-gierun.g an mich zu richten die -Güte hatten, und für die gültigen Wünsche dis Sie Mir meine Ausführung und für meine Person äußerten.

Als ich am 13. Mai ds. 3s. in Berlin die Herren des Rei-chsrates empfing, habe ich betont, daß ich das Lige-n- lebeu der Länder für eine -w-ichiier -und -wtzssuthche Grund­lage der geistigen und wirtschaftlichen Lutwickelung des Reüchs aufche ucd daher gewillt sei, der Ligenart der Län­der und ihrer Manieren B-edürfuisse Rechmmg zu tragen. Mcnren heutigen Besuch in München- bitte ich Sie als hm dm-sdruck meines aufrich'tigou Millens aufzufassen, mit den LäiBcrn ancb en-cc ve-rfönlübe B-eziehnngen ym unterhall- ten -und ihre -eilenden Männer im uiM'tt-clbiaren Mei- nuncsaus-l!ausch Kenne-n zu lc-rue-n. Ve-rlrauensvolle H-u- sammeua-rkei't zwischen Reich und Ländern' ist unerläßlich wenn wir unser Vater'and wieder empor führen--wollen. Mit B-vsrie-dg'unc -vnlnshme ich aus obren Worten daß das Be-DWßlscin d'eser Husammengehörigkeit und der Wille zu gemeinsamer Arbeit in Bagern kräftig und ibbendig ist. 3n der Zuversicht, daß wir so 'n treuer Gomeinschaift den Weg der Hukuuf-t gehen werd« msd mit dem auf-richtiigm Wünsche d- in einem starken und -oiuigon 'Deutschen Reich cm glückliche? Bagern leben möge, -grüße ich Sie von Herzen!

An diesen Lmp-fang schloß sich, ebe-nf-alls im Gebä-ud-e des Staatsmin'-teriums des Aeüßern, ein L'Mpfauc des Präsidiums des Venerische« -Landtags und der Vertreter der F-rakti-onen- des Landtages -an. Oanlbtagspräsident Königbauer begrüßte im Ramen des Landtags den ReichspräsibeMtew.

Hierauf crw'dcrte v. Hindencurg mit f-olgenden Worten: Für die Grüße, die Sie Herr Präsident, namens des Bagen'ichen Land-tags mir gc-widme-t haben danlke ich Ahmn von Herzen. Sch bitte Sie überzeugt zu sein, daß die polMsche«, kuitureUen und wirtsck ast.lchen Sorgon deme-n Sie .soeben Aus- dâch ' z-abem in- ir?Mr:w: auch E 'ReèWsvsgiâMg üM : mich persönlich aufs WWe bewegen. Ls wirb her Zusammen­fassung aller schaffenden Kräfte in Reich und Ländern, es wird dc-r Mitarbeit aller Schichten unseres Bo-lKes und des guten

Willens aller Deutscheu -bedAnfear, uni dieser Nöte Herr zu roerhen. Aber es muß auch mehr «och als bisher der Geist der inneren Einigkeit, das Bewußtsein engster Schi-cksalsvorbunbeln- heit aller Glieder unseres Volkes in ums Lebendig tvevd-en-, wenn wir -ihs-e d--ck-südem -Schwieviglkei'Än lmeUtvyn wollen. Daß ich es bei- Wimg dieser Liusgalbe- immer -als meine besondere PWcht betrachten werde, die ber-ochtigt-e Ligenart und das -Ligenleben her Länder zu achten, halbe -ich schon an omboror Stelle als meinen ansrichtilgen WAlen ibeloumbet. 3m dieser Achtung vor der HLstor'ffchm Lntwiânng und den versasslungsmäHigsn Rech­ten der Linzelstaaten auf der einen, in dem Willen des Hu- sammenschinsf-es zur stärlkogbhendM -Linlheit auf der anderen Seite Kegen die tiefsten Quellen- unserer Kraft und unserer -Zu-, -verficht, die uns mit Gottes ^iife wieder zur Freiheit und zu-u Lichte 'èniporsühren sollen-!"

Voni Ltaalsministerium des Aeußern fuhr der Aei-chsiprä- sideut dann in Begleitung des Ministe-vpr-äMenten zum Reichs- Finan'zhof im Stadtteil 'B-ogenhansen rechts der Spot zur Be­grüßung durch die Vertreter der Reicksbehörden. 3b ihrem Namen begrüßte der Präsident Yes Rcichs-Finawzhofes. Lx- fie-llen-z Sahn-, den Rc-ichsp-räsideülen', der enwiderte:

Sch banke Luer Lxzollenz Dr die f-reunbüchen Begrü-- ßu-ngsworte, mit denen Sie mich im Reichs-Fimlanzhof und im Kreise der leitenden Rei-chÄbeamten in München willko>miNM hießen. Ls ist mir ein lebhaftes Bedürfnis, -auch die leitenden Beamten der Reichslbehörben- in Bagern kän-en-zulierneu. SH-nen zucjleich -auch allen Beamten der ReichsvermcMung in Bagern, -die Anerkennung 'des Reiches für Shve selbDofe Arbeit 'auszü- spre-chen und Shnen meme Wünsche dafür zu iiberimiftelin, daß SH re Arbeit unserem Vater-lande -und seiner Gesamtheit zum Vorteile unb Segen gercicheu möge."

München, 12. August. 3m Mi-ich bèleuchtete-n Sitzungs­saale des Ratihauses m bcm mnr drei Stühle für den-Rei-chs- präsibeuteu, den Mi'MsterprâWdenchen und den P-räsildent-en des bäuerischen Landtages, ausgeste-ltt warm, hatten der StMtvcM an der Spitze die -beiden Bürgermeister, die -üb-rige-n Mimister -und geliade-nen Lh-reugäste Aufstellung genommen-, batuuter der 'prolestaubis-che 'K-i-rchenpräsiden-t Dr. Veit, -der Welshbischof, Buchbercer, Direktoren der Un-iverfität und der städtischen -Hoch" schule und Oskar von MÄler, der Gründer des -Deutschen Mu­seums, den- .Hindenburg «durch eine besonders herZl-iche Ansprache aus zeichnete.

Als er den Sitzungssaal verließ, erwartete ihn in den Gängen- und im Treppenhaus, neue spontane Huldi.gun.gen städ­tischer VeaMitein und anderer Glückii-cher W L-iniaß ins Rat- Haus .gesunden hatten-. SirMischeu hatten sich die Hochrufe der -viei-taDendlkHjsigen Menge draußen immer e-rneuer't und ruhte-n nicht eher, bis Hindenburg sich auf dem Mitteibalkon- zeigte. Wieder erkiang- das Dc.u:schlaudi-i-ed- und Hindenburg rief mit seiner ehernen Stimme über den- wc-ilen Platz:.He-r-zlichst-en- Dank für die liebe Aufnahme in Mimchens Unser -deutsches Vaterland, hurra! Gewait'i.g kianp^ das dreifache Lch-o über -den Piatz der sich unter ern-Wttzn Ho-ch-ru-fen, ian'gsam teerte.

Bvs teil f wil ntm.

Flutsch im Reichstag.

I Berlin, 13. Klugust -geschrieben-:

Der Reichs-tag hat gestern, im Lilmarf-chtempo den Rejst l seines Veratungsstojifes verabschi-ebet. Die Schlußsitzung war

ä/ftMMMtMSESg^EVHtfVa^gS&ZS^Vtt'tt^

Ser Atendant und seine Töchter.

Roman von Peter Prio'-

Copyrigt by M. Feuchtwanger <Halle>

35. Fortsetzung..

Lines Tages aber schien er unterrichtet worden zu sein. Während sonst 3ha das Zimmer für keinen Auge-nblick verließ, während Käthe zugegen -mar, -entfernte sie sich, nachdem Käthe kaum einige Worte -gesprochen hatte, und kam nicht mehr zu­rück. Goldschmidt begann auch sofort. Lr rückte an seiner großen Hornbrille, die er neuerdings trug«, sah Käthe an und sagte:

,^Käthe, sind wir noch immer die alten Freunde von früher t-rotzdeim uns bas Theater nicht -mehr verbindet?"

Goldschmidt", entgegnete Käthe,vergessen Sie nicht, Sie haben sich zurück gezo-gM, nicht ich."

Sch weiß, ich weiß", erwiderte er.Ls mußte sein, ich konnte -ni-cht metbr. Und ich bin zufrieden . . . Aber wenn Sie zu mir noch das alte Zutrau-en haben, dann darf -ich hoffentlich ein paar ganz offene Worte zu Shnen reden auch w-enn bie Sache -mich eigentlich -nichts angebt.

Käthe war froh. Sie hätte schon längst-gerne ferne M ei­nung über Blecken erfahren-,Gewiß d-och, Goldschwid-t", sag» le sie -lebhaft.Ls tut mir -wohl, wenn Sie sich meiner wieder ein wenig annehmen. Wie früher."

Ra, na, Sie Böse . . . Lr drohte mit dem Finger.So sehr nötig werben Sie mich jetzt wohl .nicht mehr haben?"

Gerade jetzt vielleicht mehr als sonst."

Lr faßte nach ihrer Ha-üd.Sie haben Alexander von B-ieckeu lieb?

Wie ein Kind, bas nach der Wahrheit gefragt wird, sagte sie lebhaft:Sa, sehr lieb sogar."

Hm . . . hm . . . Sa, Blecken ist ein ganzer Mann und er kann was, Sch erinnere -mich, Sie standen 'auch früher schon sehr gut mit -chm. Aber nicht wahr, Sie nehmen mir nichts übel hat er Sie eben so lieb wie Sie ihn?"

Käthe lah zu BodM. Dann erwiderte sie leise:Lr hat mich sehr lieb. L-r spielt nicht mit mir.

öcb -dachte es mir, daß Sie sich nicht verschenken.würden. Werdet ihr euch heiraten?"

Käthe war befangen. Goldschmidt verstand bas nicht so. Was sollte sie -ihm sagen?Wie kann man das heute sagen?" «figecnete sie.Wir lieben uns: vom Heiraten haben mir noch nicht gesprochen."

Goldschm-dt- streichelte ihre Hand. So machte er es immer mit seiner Schwester. Lr hat Mitleid mit mir, dachte Käthe, und ihr Stolz bäumte sich auf.

Das ist schwer zwischen -uns", fuhr sie fort.Sch bin reich und bin doch eigentlich bie Vorgesetzte von Alexander. Soll er

sich mir aufdränge«? Lr kann nicht gut um meine Hand -an- baUen. Lr glaubte wohl, daß das uW: angeht."

Sie wunderte sich, woher sie die Lüge rahm. Goldschmidt aber lächelte.Rein, Käthe, nein, nein. Wenn er Sie lieben kann, kann er Sie -auch heiraten. Vorgesetzte, reich? Wir sind doch keine Krämer. Blecken ist ein ganzer Mann. Lr braucht sich nicht zu schämen. Und -warum sagen Sie ihm bas nicht? Wenn er sich nicht getraut warum kommen bann Sie ihm nicht entgegen?"

Sch bin eine Frau. Sch kann ihr d-och nicht um die Lhe bitten."

Setzt ans -einmal -sah sie das Lnde und das Zwecklose ihrer Liebe. Sie selbst hatten es sich gestanden, daß sie beide für eine Lhe miteinander nicht geschaffen waren. Aber sie blieben doch zusammen wie 'leichtsinnige und dumme Menschen, die nach nichts zu fragen hatten. Ach, wenn- Goldschmidt wüßte! Um allem der­artigen Fragen vorzubeugen, hatte Blecken ihr oerjicbert, daß ; er nicht das Verlangen- habe, sie zu heiraten.

Goldschmidt aber ahnte von alledem nichts. Unbekümmert fuhr er fort:Das dachte ich mir alles schon.' -Und ich möchte euch gerne helfen. Heiratet euch, Kinder wenn ihr zusammen ' gehört . . . Das müßt ihr besser wissen wie -ich . . . Und damit Blecken nicht die Demütigung hat, Shr Untergebener zu sein, will ich ihm meinem Posten ab treten."

Käthe fuhr auf. So wenig, hing er am Theater.Gold- j schmidt, bas wollten Sie wirklich? Das Opfer könnten Sie ' bringen?"

Gs :st für mich kein Opfer. Sch bin ja heute nur mehr dem Ramen nach Direktor. Und ich werde nie wieder zurückkehren- in bas wilde Leben."

»Das dürfen Sie nicht sagen, Goldschmidt. Denken Sie an die viele Freude, die Sie damit gehabt haben . . .

Aber nem, Kind, davon wollen wir nicht sprechen. Mein Name wäre vielleicht pro forma noch ein paar Sahre auf dem Deutschen -Theater geblieben. Aber -ich trete -gerne sehr -gerne -zurück, wenn ich Shn-m damit Freude machen kann. Blecken soll -auch nach außen hin gut und groß baftehen, wenn er Shr Mann -ist. Und bas wollte ich Shnen sagen, Käthe. Wenn es bestimmt ist, daß ihr -euch heiratet dann trete -ich zurück und B-lecken tritt an meine Stelle.

Goldschmidt erbot sich, diesen Voris-chlag stecken selbst zu unterbreiteu, -wenn Käthe es nicht tun wolle. D-och Käthe schule db. Ls werde zwar eine schwere und für sie äußerst peinliche Unterredung werden. A-b-er es sei -ihr doch lselber, Blecken Gold schmidts Anerbieten selbst -vorzutr-agen, als einen Fürsprecher zu nehmen.

Doch es kam gar nicht so weit. A.ls sie am nächsten Tag Blecken regen über die Rede auf Goldschmidt brachte, äußerte sich dieser über Goldschmidt in sehr wegwerfendem Ton. G-ald- schmidt fei seit langen Sahren ein Waschlappen. Lr passe- nicht

in der neue Zeit. Die Gesellschaft seiner Schwester Sda, sein Schlafrock und seine Hornbrille ständen ihm viel besser als die Direktion des Deutschen Th-eater-s. Der alte Mann- mit Märtgrerm-iene sei ihm -unsgmKthisch und er habe Käthe nie j verstanden, wie sie sich zu diesem Mann habe hingezogen fühlen können.

Sollte das Life-rsurht sein? fuhr es Käthe in den SW Aber sie verwarf den Gedanken f-chnell wieder und widersprach Blecken. Ls war das erste Mal, daß Käthe mit ihm in Wider­spruch ikam. -Lr nahm ihn nicht- ernst, laichte tat -ironisch und sagte, -Goldschmidt gehöre INS Panoptikum. Käthe wurde auf« gebracht und entgegnete ausfallend. Da meinte Bieck-en ge* Wen, sie sei nervös, sie solle der 'Ruhe- pflegen. Lr entfernte sich mit spöttischem Lächeln. Käthe ve-rw-eige-vte- >i«hm die Haud.

'Noch am selben Tag ging sie zu Goldschmidt und sagte, sie ^ habe mit Biecken gesprochen-, sie- mürben sich nicht- heiraten-. Solbfichimilbt solle weite-r Direktor bleiben.

Toidschmidt -wurde ijehr ertzst. Daun sei Blecken, nicht de r Mann für den er ihn gehalten- habe. 3m Käthe könnte er, Goldschmidt sich nicht getäuscht !ha!ben, Jie solle suchen» sich von ihm frei-zumachen. V^^-^ \

Quälen Sie mich nicht," entgegnete Käthe,ich habe ihn ja trotz alledem so lieb. 4 ' x

Goldschmidt sah vor sich- hin und sagte leise: j

Am nächsten Tag teilte Goldschmidt der G. m. b. H. Deut­sches Theater mit, daß sein Zustand ihm nicht erlaube, weiter die Direktion zu- führen. Ls sei seine Absi-cht, sobald als mög­lich a>U'Szüs-ch.eidon. Zu seinem Nachfolger s-Mage er den Ober- regisseur Alexander -von "Stecken vor. Lr teilte auch Flecken schriftlich mit, daß er in diesem Sinn der G. m. b. H. .geschrieben habe.

Nach zwei Mona Mr schon warM Käthe von Sommoreck und Alexander von Klecken die Direktoren des DsuGchM Me- aters und des Oiperstt'entheaters.

*

3n der Aa-cht hatte es geregnet. Aber heute schien die Sonne so warm, daß die Wege und das Gras schon um 10 Uhr vormittags trocken waren.. Auf der großen Wiese hinter der Büla Winkelglück lag ein weißes Laken gebreitet, auf dem der kleine Hans strampelte. Daneben, auf einem Stüh! unter ei­ner Linde, saß Professor von Sommereck mit einer Zeitung. Sein Haar mar schneeweiß geworben und beim roten faltigen Gesicht sah man es an, daß es lange nicht mehr geschminkt worden war. Der Kleine, dessen Self lebt zur -Hälfte von der Sonne beschienen wurde, während die andere Hälfte im Schatten -war, beschäftigte sich mit sich selbst. Lr sperrte bas Mäulchen auf und krähte vergnügt in die Luft hinein. Aeh . . - kräh . . äblä . . . akra . . . âpnih . . . äblaeiblae . . Dann genierte- ihn bie Sonne und er mälzte sich nach rechts, fiel aber nach links und lag nun ganz in der blendenden Sonne-, Oie Laute mürben mißtraurig und sein dickes Bäuchilchn wand firb unwilli!g, wäh­rend disGäud-e nach beim Schatten griffen.