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Die Opposition hat insofern eine gon; neue Elnst-ellupg «u ' ßer pavlawe-nit-anis chau Situation goimmmm^ dis sie «n>e-u>e-bb!«irgs sich -ba-r-auf beschränkt, ihre Redner mit abgokürzter Re-befvist nur zu «ben iv'icht^gsteii Posi-tivae-u vor zuschi cke-n -u-ii-d äon Si-nbiruck zu oermeiäen, als ob -es sich um Obftmuktions neben «hair-del-e. Da­durch ist es möglich geworben-, ba-ß bi-e letzte Arboi-tswoche für ömt Rolchst-qg ganz erträglich -würbe, intern -om ivesentilicher Teil äer Stoavroovlage-n -ohne Zwischenfälle ve-vobschi-obet mer­ken konnte.

Ltetenhaiupt ihat sich äto Lrregunrg vor Semii-ter oneesichts der Ve-ristäubi-guag zwischen Opposition mrd Reg^ermngsmiehr- bcnt -autze-vorlbon-tllch gelegt. Die D-bbatt-ein nahmen viel sach­lichere Wird ruhigere Formen an, â -os in der Vorwoche der Fäll war. Von- Heiden Seiten- vermeidet man neue ^lusei-imnder s-etzungen, um den schnellen Fortgang- der Verat-ungen nicht zu stören, denn man will nun endlich zum Schluß komm-on «imb die wohl verjdienten Ferien nicht länger -als dis zum 15. August hin aus schieden.

Auch hie Vorbereitung der Amnestie im Rechtsauss-chuß des Reichstages geht mit ziemlicher Schnelligkeit vor sich. Alan ist der festen- Ueberzeugung datz -die Regi-erungsvorl-age mit we­nigen Abänderungen schon En-d-e dieser Woche vom Ausschuß verabschiedet «und bann -an das >Neichstag8plMum gehen wirb. Da die Parteien inzwischen Te-le-goicheit -batten, zu -den einzel- n-en Punkten -der Regierungsvorlage Stellung zu -nehmen, wird es möglich sein, an -einem Sitzungs-tag mit den -drei Lesungen der AmnestivvvÄage -fertig zu werden. Die Verkündung könnte, wenn nichts d-azwischen tritt, dann im Laufe der kommenden Woche erfölgsn.

Während die -pariamsntaris-che Arbeit -uu-unteribvorhon fo-rtgefuhrt wird, hat sich -in alchenpälitischer Hinsicht manches -ereignet, was die Lage für Deutschland autzerordentl-i-ch kam- - pli ziert. Die -polnische Regierung hat ihre Drohungen -wahr- ; gemacht und auf Grund eines formalen Rechtes mit einem Schlage 20.000 -deutsche Optanten aus Polen ausgewies-en -und über die -deutsche Trenze -g-esch-afft. Sohr tragisch ist d-er Um- stand, -daß W dem deutschen Behörden nicht gelang, sofort eine menschenwürdige Unterbringung und VerpfleguM für de -au-s- -gewi-chsuen Deutschen zu beschaffen, «und «daß die Ooffent-lich- keit erst m -energischer Weise gegen die -Regierung Stellung neh men mutzte, -ehe wirklich durchgegris-fen wurde. Der preussische ! Minister des Lime-vw, Sooering, begab sich am Sonntag nach i Lchn-ei-demühl, wo er in der Nacht eintraf -und am Ort und ; Stelle -die notwendigen Anordnungen erteilte, um bie schimmer A-ebelstände zu -beseiti-ge-n. Lnzwisch-en gab -es sehr uuerfreu- liehe Ausei-nan-dersetz-uizgen in der Presse -und 'n der politischen O-effsntliichkeit, -wer -dafür verantwortlich sei, Satz die deu-tschem - -Optanten -bei -ihrem Lintveff-M in Deutschland derartige Fustän- ; de vorfandsn. Die. Sch-uddfrage ist noch -nicht gelöst, -aber in- i zwischen hat sich die Oeffentiirhkeif -einige-rmatzen beruhi-gi, nach dem lhekarmt wurde, daß -keinerlei neue Be-schwcwdem von Lei­ten der Ansgewiesenen erheben worden sind.

Die -enMche -und die französische Regierung haben die [ ganze Woche über «unterhandei-t, ohne daß -inzwischen -irgend - eine Entscheidung über die Ltntwort an Doutschiand gefallen i wäre. Sm Segenteil hat man den Lindrulk, daß Snglanb und Frankreich noch weit davon entfernt sind, sich über die wichtig- Jieu T rund zöge der Antwort an Deutsch and zu einigen. Der « französische AnßenwinH-sr Briand wollte am Mit-twoch nach s London fahren-, um mit dem M-gli^s-ch-en Außonmin'-ste-r Thamber- tain zu konferieren. Seine Ankunft in Lon-don wurde s-edoch 1 abgesagt, nachdem die englische Regierung heu Wunsch ausge- i ifprochen hat, -ihre Vorberatungen -erst zu heenden-, ehe der persönliche Meinungsaustausch beginn-sn könnte. Wenn man den M-el-dMgsn der Blätter S Iamben schenken darf, Jo -wird Bri-and nunmehr im Laufe der nächsten Woche nach London fahren. Sn Deutschland ist man au-tzerordentli-ch gespannt da- i rauf, welche Trgednisse -bei her Zusammenkunft der Heiden - Staatsmänner .hsrauskoMmsn werden. Nach den vorläufigen Ai'ittzei-lunge-n scheint die französische Regierung in manchen ! Fragen -gwotzes Tntgeggnk-om-Men bei Thamherlai-n zu finden, aber -immerhin wird man -ab-warten müssen, ob die -englische Re­gierung nicht «zwischen auch T-elegenheit genommen hat, ihre Ltellungnahme zu ben dM-tschen Fo-r-devu-ngm festzul-egen.

Bax ameritano.

Das -ist das neueste politische Lchl-agwort, -und zwar hat Lkrzgnlski es geprägt. Seit jenem denkwürdigem Wort „Finis P-oloni-ael" dem die politische Legende das „Noch ist Polen chchf verloren!" -entgsgsnge-stellt, 'ist nun das Wort von „Pax -americ-ana" geprägt w-o-rden. Das verlogenste und beuchte- rischste das die Weltgeschichte kennt.

Herr Lkrzgnski chatte vor kurzem ém „Institute of Pokit-ic" im Wiüiamtstvwn einen Vortrag gehalten. Lr -packt-e da seine iganze politische Weisheit über Nationalismus -und Kommunis­mus aus und machte bei dieser Tel-egenhsit vor Amerika eine jener komödiantenhaften Verbeugungen die nur savmatischem Wesen -eigen -ists Tr streute amerikanischem Dünkel Rosen -und Weihrauch, als ob das Land WHons, Rovf-evelts und Brgans — welch sonderbares Trio aus drei -ganz -einander ver-s-chi-edenen Männem destehend, bie -doch zusammen den am-erikanischen Trundtgp bilden, — als ob das L-a-nd ber^ankee Frie-den-sr-edsn der Trde wäre.

Turopa -ist politisch durchs-euch-t. Also sprach- Farathustra- Skrzynjki. Line alte Binsenweisheit seit -dem Versailler Frie­den. Polen -ist der Damm -in -ihm gegen jene -drohenden T-e- fahven, dem Kommunismus und Nationalismus. Unb dies be- ha-uptet ausgerechnet ein Pole? Wer -lacht da? Polen war won j-Ähsr der Herd -des Aufruhrs. Solange -es eine Ade-Isrepu- d-lik mit einem gewählten König an der Spitze -war — die aller- traurigste Staatsform — war es der Revblutionär Lu-ropas. And als es als Volk bhne staatsbil-dsnden Sinn vom -Schicksal seine gerechte Abfertigung -erhielt, da lieferte es hon Ländern Luropas die Revolutio-nsagitatoren und Barikadonhe-lden-. And dieses Volk, ibas stets die Rolle des Vlroentegers unter den Völkern spielte, -sitzt jetzt über dem Bolschewismus M Gericht und stellt sich -das -als dessen -stärkste Abwehr -hin? Ls -hatte einst mit -denselben «bolschewistischen Massen gekämpft, wie jetzt R-utz- toib nur -um nationalistische -Fiese zu -erreichen.

And das wsl-trevvlutionäre Rptzland -ist ja ebenfalls jetzt in eine hoch-gehende -nationalistische Strömung geraten. War es von Anfang an, denn wer die russische Literatur -genau -kennt -weiß, -daß ihre besten Dichter, von Puschkin und Ler­montow an bis auf Dostojewski fest an Rutzlan-ds Heilige Mis­

sion glaubten, der Welt den Frieden zu geben, -a-llsrdi-ngs unter russischer Knute. Und in diesem -politischen Trötzenwahn be­findet sich jetzt auch Polen, das unverbesserlich revolutionäre, «das jetzt nationalistische Orient feiert unb sich anmotzt, Luropas Friedenshort zu sein, unter französischer Protektion selbstver­ständlich. Der Pole ist ja stolz, der Franzose des Ostens -ge- nannt zu werden. Wahrhaftig, ein L-akaienstolzl And dem Sean Zofen hat er auch den -itatiomlljstischen Trötzenwahn abgeguckt. Tanz wie sie Poin-oa-re räuspert unb spuckt tut es Skrzynjki auch, Der Deutsche ist ein Hund und der Pole eine Blüte der Nationen. Polen macht gegen die zweite Tefahr, den deutschen- ^ationaö^s>mus Front. D-en-tschor Na-viona-i-ismus? Sakob wo bist du? Vielleicht verwechselt Skorzynjki bas endlich wieder -erwachende deutsche Aatiomiigefühl mit jenem Nati-onälismns, der die Polen -'grötzenwahnsinni-g und die dt-aliener frech unb unverschämt macht. Aber vor di-eser Tefa-Hr kann der -pol- nijche Minister sicher sein. Lu Dsutschl-and gibt es nur dn-ter- nati-on-a-le und N-ational-e, die sich wieder an Deutsch-tum und große Tradition erinnern. Das Recht und bas Glück hat'der Deutsche, daß er auf eine -große, glorreiche Vergangenheit, die ihn nicht an der Fukunft verzweifeln läßt zurücksch-auen kann. Dem Polen ist bas nicht besch-i-eden. Selbst -feine da-gel.l-on'en>- Herrlichkeit war wüstes Walten. Aber vor dem -erwachten- beut- schon Rativ-nalgefühl braucht der P-o-le keine Sorge zu haben, denn gerabe das -bedeutet den Frieden Luropas. Als Deutsch- teub am größten w-a-r, unter Bismarcks unvorgeßlichem Wal­ten. Hatte Europa Lahrzehnte -lang Frieden, wie seit einem Lahr tausend vorher nicht.

Das Lächerlichste aber in den Phan-tia-si-en Skrzgnskis war daß er die Demokratie Polens bis -über den- grünen Klee pries. Die Vertreibung der ‘Deutschen ist das Demokratie? D-as Wort Demokratie klingt auf dem Papier berückend, -nicht -ein einziges Beispiel in der Geschichte aber zeigt, -sie- in Wirklich- koit sich beglückend ausgewirkt hat, Auch in Amevik-a nicht oder gerade erst recht dort nicht, weil da die sozi-alen Abgründe zwi- schsn Reich unb Arm. Hoch unb Niedrig so schroff sind wie in keinem Lande der Welt ist, wo die soziale Hilfe fast -ausschließ­lich in den Händen Linz-einer unb nicht in her Pflicht des Staa­tes liegt.

Aber der Pole Skrzynjki preist die amerikanische D-em-o- krake, preist das Land der kaltschnäuzigen Yankee als Hort der warmherzigen MensW-ch-ksit; nennt es den Wsltfr-iedensspen- ber unb prägt das Wort pax americana amerikanischer Fri-ede. Kuba! Floâübau! öa panero er fol cung I Vielleicht halb Veit­krieg auf dem Troßen Ozean! Sieht bas nach Friedensh-ort ans?

Die ‘Demokratie in Polen gelangt zwangsmäßèg «dazu, sich die ‘Domokradle der Verewigtem Staaten, ihre Formen «und ihre Fiele zum Muster zu -nehmen, also sprach Farathustra- Skrzgnski. Lin- Glück, daß Polen ein -kleiner Ranhstaat iijt, sonst würde seine ‘Demokratie bie allerbiugs der amerikanischen in- sofern gleicht, als gber Klass-e-nunteifchleb in «ihm her -gleiche haarfträubonbe ist, für Europa ein Llond ohne Gleichen -werden. Aber der liebe Gott sorgt schon -dafür, daß bie polnischen Bäu­me nicht bis in den -Himm-e-i wachs-sn. Ls wird keines Jahr­zehntes bedürfen, um Po en das werben zu lassen, -das es früher war, und auch Deutschl-cm>d das, das es einst gewesen war. Nur Geduld! Die Sekb lebte gebt ihren eigenen Weg unb fract nicht nach grünen Shdyen und Reden.

Severing gegen Schwarz-weiß-rot.

Dor Amtliche Pre-ußi-sche P-resfe-diewst gibt den Luhült eines Lr-I-afsss wieder, «den -der Preußische Minister des Snuern, Severi-ng-, unter -dem 30. Lüli an «die- RqIieru-ngspräsi-denten -ge­richtet hat. Der M-inlister «weist «darauf hin, -daß er «schon in seinem Lrla-ß vom 27. Sufi 1922 bie N-o-tw-endigkeit Ibetont habe, mit allen -gesetzlichen Mitteln -dafür zu sorgen, «daß bas Flaggen mit schwarz-weiß - roten Fähuen auf sämtlichen Dienst- gebä-uden, auch den der Gemei«n«den unb T-smei«ndeverbäude, in Fu-Kunst unterbleibe. Der Minister ist entschlossen, -eine «miß­bräuchliche Verwendung «der -früheren Rvichsfarbon- -nicht zu «dulden (!) -und macht darauf aufmerksam «daß «derartige Maß­nahmen der Seibfteerwaltiuiugskörper unter allen Umständen eine Gefährdung der öffentlichen- Ordnung (!) bedeuten- «und auf Grund -des § 10 2 17 A. L. R. polizeilich zu vebki-eten, gegebenen falls zu beseitigen sind.

Ununterbrochene Ausweisung.

wtb. Warschau, 6. «August. Lin Kabinettsrat unter «dem Vorsitz -des Miin'-sterpräsiden-te-n «befaßte «sich heulte mit her Op- tanbenfrage, wobei ein Verliebt des zuständigen Referenten über den Gang der Answeisumgen -ent-gegengeno-mmen -wurde. Ls -wurde beschlossen, -bie Ausweisungen -ununterbrochen «und im s chnellsten Tempo -durch zu führen -unb si ch von keinen Te-fühl-en boeinffuffen zu -lassen. Die Wiener Bestimmun-gen «wüßten ge­nau -durchgeführt werden.

Erlöschen der Heidebrände.

Hannover, 6. August. Die Heide- n«n«d M-oorbräitde im Landkreise Hannover «u-nd -im Krei-s-e B-uggdorf sind jetzt völlig -gelöscht. Die letzten ReichSwehrtruppen sind aus «den bedroh­ten Gebieten zurückgezogm -worden«. Die -angrenzenden Ge­meinden «Habn -die weitere Bewachung und die Aufräumung-sar- beiten übernommen. Sin großer Teil «des -abgebrannten Gelän­des -wird in -nächster Feilt «kultiviert werden. B-emerkenswerter Schaden ist «lediglich «da zu oe-rzelchn-en-, wo Bestände von -alten Lichen und Kiefern vernichtet -worden sind. Vei B-emesfung des Gesamtschadens spielt die Bern!ichtu«ng -des reichen Willdbe- -standos eine Rolle.

Unterbringung der aus Polen ausgewiefeueu Deutschen.

wtb. Lchnenidemnhl, 6. August. Durch bie Arbeitsver­mittlung des -Opt-antonbagers wurden bis heute für 6 103 Op­tanten Arbeitsstellen »ermittelt, Sm übrigen «wird «die Vermitt­lung für viele Ausgewiesen «durch Verzögerung «des Lintreffsns ihrer M-öbe! «unid ihres Gepäcks -erheblich erschwert. Ls wurde weiter durch Fühlungnahme mit -der Handelskammer -der Grenz mark Pos-en-->Qstpreutze Vorsorge ge-troffan, daß L-shblinge- «ihre im Polen «begonnene Lehrzeit «hier fortfetzdm können. Gestern -nachmittag wurde das Lqgsr vom -deutschen Generalkonsul ih I Posen Mit mehreren anderm Herren vom Konsulat besichtigt.

Aus den Parlamenten. Optantenfrage im Reichstag.

Von unserem parlamentarischen Mitarbeiter wirb uns aus Berlin, 6. August geschrieben:

Sn «der heutigen Reichstags-sitzung kam -die Erörterung her Fustände im Qptantenlqger -in -Sch«ne«idemühl zut Srömterung, Der deutschn«ati-ona-le Llbgeordnete Dr. -von Ke«udell «gab zu- nLchst der «allgemeinen- Stimmung des Hauses Ausdruck, als -er die Haltung der Po-leu in dieser Frage einer scharfen Kritik unterzog unb mit Nachdruck betonte die sch«machv-olle Lruied- rigung unserer Landsleute müsse jeher als schmachvoll an der eigenen Person empfinden. Aus den Ausführungen- des deutsch nationalen 'Redners klang eins gewisser Vorwurf «gegen bie Reichsregierung heraus, daß der preußisch-cin R-e-gi-evuin«g nicht bie -nötigen Mittel zur Abhilfe angewiesen worden seien. Die­ser Borwurf wurde seitens der K-o-mmunisten- noch biejonbers unterstrichen. Unter allgemeiner Spannung nahm dann Reichs- außenm-iniister Dr. Stresemann das Wort der zunächst fefffteMte,' daß -alle V-ersu«ch«e b-c-r Rei.chs«re«gievunH, «eine Milderung in -der Optantenfrage seitens -der Polen zu erreichen, «ergebnislos ge­blieben seien. -G-leich nach Abschluß des Vliiener. ‘rtb-komimens Hobe sich «das Außenminiistotinm «mit «dem LnnenMiUstorium be- èügtoch des «einzurichtenden Kommissariats in Verbindung -gesetzt.

Der -d-e-utsch-e Konsul in Warschau sei damals angewiesen worben für den Abtransport der Optanten Sorge zu tragen. Nachdem alle Versuche zu Verhandlungen mit Pvlen -gescheitert fielen, sei der -deutsche Sefanbte Rauscher aus Warschau abgereift. LUge- meiner V-eiifall -ertönte, als -der Minister versicherte d-a-ß es mit der deutschen Würde nicht mehr vereinbar gewesen sei, -auf eine F-o-rts-ehung der Verhandlungen mit Polen zu bringen. Der Minister äußerte sich dann weiter über die im Einverneh­men mit der preußisch. Regierung «getroffenen Vahnahmein -zur Fürsorge für die vertrieb-euen Opfantem. Mit Befriedigung wurde vom Hause auch die Mitteilung ausgenommen, daß der Oustrom ter F-Wch-tlinge im Ad-nehmen begriffen sei. D«e-r Mi- Uister hatte auch b:e Fust.«mm>ung des Hauses, -als er versicherte, daß Deutschland bas Ultimatum der Polen, wonach die in Po­len befindlichen Deutschen innerhalb 48 Stunden Polen ver­lassen müssen, mit be-n gleichen Maßnahmen beantworten würde. Po«!-e«n -habe bas formale Recht in Unrecht verwandelt. Der Völkerbund habe, wie der Minister auf einen Furuf seitens der Völkischen erwiderte, mit der Ange-leg-enheiit -nichts zu tun. Starker 'Beifall setzte ein, als der Minister zum S-chiku-sse erklärte wenn Deutschland jetzt geigen« Pollen Rspress«al!ie«ir ergreifen müs­se, so -haben wir m'icht bas T-eW! her B>e«ftziedigun«g, sondern vielmehr «das -der B«eschWl«mg zu -Mchen- LN-otzna«hm«en- g-reifen zu müssen.

Fulda, den 7. August 1925. -

Wettervoraussage für Samstag. Auf her Vorderseite der

-von Woste«n- hraankommenbein Störung war blos ?Vetter in Deutsch-laub warm. Die Semperaturen -sti-e-g-cn in Müstchen auf 24, M Mp-âhurg, Bprliu und Srünterg auf 25 Grad Eelsi-Us empor. Später «begannen «im Westen Re-gonfäll-e«, die sich im Laufe der Nacht ostwärts ausbreitetM- uitd. vielfach lergiieibig Warenart München hatte?, Vresfau S, D-rord-en 15 -u-ub KaM-' rühe 28 Millimeter Viobeif-chfag. Am

die Störungslini-e bereits über Polen, unb auf «ihrer -R-ückseite ist -eiln- ziemlich beträchtlicher Druckanstieg -erfollgt, der uns rasche Aufheiitrung gebr-ach-t -hat. Es dürfte «bis Samstag «etwas «bei schwacher Luftbew-egung «trockenes Wetter «bleiben.

Extrazug nach Lnusbruck. Der «deutsche und österreichische Alpenv-erein Sektion Fulda veranstaltet -zu der Genevalversamm ' lang des Vereins, die in Lnnsbrnck f-Tirol) stattfindst, eine Ex­tra fahrt. Am 10. August «ist -de«r, Schluß her >Ein-zei-ch«uuu«g. (Näheres in heutigem önjerat.)

2m Neuen Theater läuft- a b Samstag-, «den 8. August der Film „Luxusweib-ch-en". Es ist ein Feitbil-d aus B«eMn. 2n -seiner «eleganten Villa in -einem Borort von Veriin wurde der Bankier H. e«rs«chosssn «au-fgefunden. D-i-e Ermi«ttlu«ugen- der Ve Hörden ließen ein Verb«reichen lausjjicheibiem ; her «allseits geach­tete und, -wie stets «angeirommen- «wurde, schwer reiche Finanz- mann hatte selbst Hand an sich gelegt. H. -heiratete zwei Sahre vor seinem Selbstmord -eine 'bilbhübifrhe Dame aus Berliner Tr-oßhandel-skreisen, -eines jener -Cuxusweibchen, die zu jeder praktischen Vetätigung «und -gesunden Lebensauffassung «unfaW^^ sind, d-i-e es wohl verstehen, riesige Summeni -wnzugeben- aber «noch «nicht «fähig sind, -einefn P-fennii«g selbst zu verdienen. U-m «das . Luxusibedürfn-is «seiner Frau zu «befriedigen, -war der Satte, ge­zwungen,, sich im -zweifelhafte Spekulationen einzuiaffen, die fehl gingen. Er l-ietz sich, um seinen Verpflichtungen «halbwqgs «nach­kommen zu -können-, zu der Säljchung -ei-uer Bürgschaft hiur-ei- ßen unb -entbleibe sich selbst, als ihm Entdeckung und Anzeige drohte. Dieser Vorfall aus dem wirklichen Leben «gab zwei bekannten Schriftljteilemn Helmuth -Ortmann unb Ola Alsen den Vorwurf D «einem -modernen Troßfilm, her sich „Luxsweib- chen“ «betitelt und ein Feitbild aus dem heutigen Berlin V zu zeichnen versucht. ‘Die «bkannte und bildschöne Lee Parrg wur- J de imiit der Titelrolle betraut -und «bringt in «den -ersten Akten einen verwöhnte und mondäne Frau, bie jedoch durch die Ver­hältnisse «gezwungen wirb, Luxus unb Reichtum Valet zu sagen und sich -selbst -ihr 'Vrot verdienen muß. Der Film geht im Gegensatz zu -dem D-rama aus dem Löben, -das «ihm zur Unter­lage «diente, versöhnlich aus unb gibt beim «Regisseur Erich Schönfelder T>slsgenhsi«t, eine ganze Anzahl prachtvoller Bil- â« « der aus dem -g-es-ellschaftli-chen und k-aufmännis«chsn Leben des «modernen B-erlin auf die 2-einwanb zu bringen-. |

Evangelischer Volksverein. Auf das morgen Sonntag auf der Srillenburg stallfindenden Sommerfe ft weisen wir nochmals hin. Fedes Kind in Begleitung Erwachsener erhält ein Geschenk. Für Freude Aller wird ein 4 % Meter langer oeppelm aufsteigen. Die Kapelle Bioneck hat den musikalischen Teil übernommen. Ab 6 Uhr wird zu einem Tänzchen aufgespielt und um 10 Uhr findet das Fest seinen Abschluß. Hoffentlich bringt der Himmel gutes Vetter, da sonst die Veranstaltung im Gemeindehaus vor sich geht.

3m Fentral-Theater wird vom 7. bis 10. August der neue Richard Oswald-Film der Dewesti „Lumpen und Seide" zur Vor­führung gebracht. Richard Oswald, der jedem Filmkenner als der Meistergestaster großer welthistorischer Begebenheit bekannt ist, hat in seinem neuesten Werk sich dem helleren Stoffe zngewandl. Er entwickelt uns in „Lumpen und Seide" die Gefahren, zu deen der Uebermut von jungen Leuten führt, denen es zu geht. Mit glänzendem Humor sehen wir das Sneinanderspielen zweier Te- sellschaftsschichten, deren weibliche Vertreterinnen durch die an-