schwedische, amerikanische -und deutsche Ruderer beteiligten. Das Ergebnis der V-eranstal-tung war ein deutscher Erfolg auf der ganzen .Linie. dm 2000 Meter-Rennen siegte die unge- stenerte Vi-erer-Wrawislavi-a-Lü-annschaft in 7:3,1 vor dem Kopenhagener Ruderklub, dem Ehristia-ner Ruderklub und dem Kopenhagener Akademischen Ruderklub. Auch in allen übrigen Rennen zeigte sich die Wrawislavia -Manns chaft fast ausschlieh lich an der Spitze.
Bar-schau: Die Eurnierabteüung des R-eichsverbandes hat beschchsfen, während ihres großen Herbstturniers eine neue Konkurrenz zum Austrag zu bringen, die durch die Höhe ihres Preises alle bisher entschic-d-enen Jagdspringen in- Deutschland weit überragen -wird. Die Veranstaltung soll im Oktober auf der Grunewa ld-R-ennbähn Berlin ihren Anfang nehmen. — Der Radsport bringt uns dagegen schon in dieser Woche ein wichtiges Ereignis, die 1000 Kilometer-Rennfahrt Hürich-Berlin vom 30. Füll bis 2. August.
Ver rsd des Stidea von . h.
Von Wallg Damm-Berlin.
Der Affenprozeß in Dag ton hat einen -ernsten, feierlichen Schlußsatz bekommen, nachdem er so ma-nchesma! den Eharakter einer Komödie angenommen hatt-e, und zu dem das Volk in Scharen strömte, teils um sich zu belustigen, teils aber auch um seine heiligsten, tiefsten Ueberzeugungen gewahrt zu sehen. Einen Höhepunkt dieses absouderlichen Schauspiels -bildete jene große Verhandlung unter freiem Himmel, in der Mr. B-rgan für die Bibel zeugte, um das Gesetz des Staates L-e-nnesfee, welches die Verbreitung -der Darwinschen Abstimmungslehre verbot, zu- rechtfertigen. Fhm gegenüber stand der Verteidiger des -ange- klagten Lehrers Mr. Scopes der es gewagt hatte, von der Ao- stam-mu-ng des Menschen -eine andere Ansicht zu .haben als wie sie die Bibel -beschrieb, und der sich als Anhänger der Lehre Darwins bekannte. Fm Staate E-ouneffee aber durften die Wen schon nur von Adam und Eva abstammen. Verfolgt von den -unerbittlichen, sch-arfsin-nigen -Fragen des Verteidigers Mr. Darrow, -mußte der ehrwürdige Apostel des Fundamentalismus dem die Bibel Wort für Mort als einzige und höchste Wahrheit galt, seine Ansicht darlegen über die verschi-ed-entlichen widernatürlichen Versionen der Bibel. Er sollte erklären, -auf welche Art und Weise Kain zu einem Weibe kam, er sollte -beschreiben wie sich wohl die Schlange f-ortbewegt habe, -ehe sie dazu verdammt wurde, auf dem Bauche zu kriechen. Er sollte die Möglichkeiten dari-egen für den -Glauben au Gottes Gat, die Sonne still stehen zu lassen. Nicht jeder konnte die Angelegen- Heit so heiter und belustigend auffasf-e-n wie jene, die den Satz geprägt hatten, daß Darrow aus B-rgan einen Affen gemacht habe, auch wenn er Anhänger der Darwinschen Lehre war. Das Bild des würdigen durch und durch aufrichtigen Mannes,- der
auf alle diese Fragen nur kindlich anmute-nde Erwiderungen muß te -und sich, in die Enge getrieben, auf die Allmacht Gottes berief, wirkte eher traurig als -lächerlich. An-d-ererseits freilich war -die Entrüstung jener verständlich. die darauf hinwiesen, daß dieser Mann, der da in aller Oefsentlichkeit -eingestand, daß -er die Augen schließe vor allen Errungenschaften und Beweisführungen der Wissenschaft, wenn sie im Widerspruch mit den Interpretationen der Bibel ständen, daß -er kein Denker und Forscher nach wahren Erkenntuisf-en sei, -sondern -ein gläubiger Mensch, daß dieser Mr. Brg-an eine so große Rolle als Volks- mann und Politiker spielen konnte -und sogar dreimal -als Kandi dat für -das höchste Amt der Ver-emigtou Staaten -von Amerika auftrat. Doch mit einem Schlage find die vielen persönlichen Angriffs auf Brgan verstummt, so wie er selbst verstummt ist. Plötzlich inmitten all seiner Unternehmungen und leiben- schaftlich betriebenen Plänen, ist er -infolge eines Herzschlqges gestorben. Unb jetzt erst fangen Freunde und Feinde am, sich darauf zu besinnen, was dieser Mann gewesen ist, was er alles in seinem Leben Gutes gewollt und Gutes und Ungutes getan hat.
Was für ein Mann war B-rgan? Wie feine Freunde sagen das 3bei jedes westlichen Amerikaners. Er war der Vertreter ihrer -Gedanken und Gefühle, für die er mit der ganzen Aufrichtigkeit, Ehrlichkeit und Leidenschaftlichkeit seines Eha- rakters kämpfte. Mit 36 Fahren trat er 1606 zum ersten Mal in das Rampenlicht der .politischen Arena -und erregte mit seiner Rede vom goldenen Kreuz an das Amerika die übrige Welt schlagen würde. großes Aufsehen-. Dreimal wurde er v-o-n der demokratischen Partei des Landes als Präsidontschasts- Kandidat ausgestellt, unterlag aber gegen Mr. Ki-nleg und East. 3 m Fahre 1015 trat er in das Kabinett Wilson als Staatssekretär. U-nzufrieden mit dessen sch-arf-on Maßnahmo-n- gegen Deutschland, besonders in der L-onsitan'a-Affai-re, gab er diesen Posten 1015 auf und beschäftigte sich von da ab -immer mehr mit den inneren kulturellen Angelegenheiten des Landes. Er wurde Simba mental ist -und kämpfte für -d-i-e Gelte ns-m-ach-ung der Bibel in allen öffentlichen Dingen, ja er wollte sie sogar zur Grundlage der haatlichen Verfafsungsgesetze machen. Richt zum wenigsten ist es seiner persönlichen -Fn-itiative zu-zuschreib-en, daß in einigem amerikanischen Staaten, -d-aru-nt-er auch in Gennessoe jenes bewußte Gesetz, welches die Verbreitung der Darwinschen Lehre untersagt, einige führt wurde. Dadurch kam es auch, daß er in dem Affe-nprozeß in D-agton bie Röste -des tra- -gi-ko mischen Helden spielen mußte, und es wird nicht ganz so Un recht in einem der Nekrologe über ihn geschrieben, d-aß sein Ruf größer geweseu wäre, wenn er zehn Fahre früher gestorben wäre. Hu seinen Plänen, die er bis zum Tode auf das eifrigste verfolgte, gehörte -außer der Einführun-g des Revolutionsgesetzes in weitere Staaten der Union, -noch eine Reise in das Heilige Land. Mit vielen -Hunderten feiner Anhänger wollte er in wenigen Monaten -einen- Kreuzzug -nach- P-alästin-a u-nterne!hmen, um dort den Fußtapfen Fesu Ehristi zu folgen.
Schneller als er -ged-arh-t hatte, ist -ihnr -di-eser eine Wunsch erfüllt worden, er kam -in d-as große heilige Land -des Unbekannten. Und zu-ni -Logen der 'Menschen möge der andere -Wu-nsch nach astgöm-einer Einführung der Antidarwin-Gesetze niemals in ErfUllmng gehen.
Lustige Ecke-
Aus dem Simplizissimus. Stoff für ein Volksschustesebuch 3n Amsterdam, im Stabttei'I der armen Leute, wohnt der -reicho Bäckermeister vo-n B-reezel. Hu Weihnacht beschloßt der mild denkende Mann-, den Armen- Gut-es zu tun. Er setzt den Preis seiner Semmel um zwei Pfennige -höher. Bäckt in eine Semmel ein gutes Goldstück Und überläßt es dem -Himmel, den -Glück- lich-en zu bestimmen, der durch Kauf das golde-n-e T-eb-äck -er- w-irbt. Da nun Meister -von Br-e-eze-l am Kaffeetisch sitzt und zum eigenen -Gebrauch eine Semmel anschneidet, -entguil-lt dem das -Gol-dstück. Giefbew-eigt schlägt vo-n Breezel di-e Augen zum Himmel und steckt den Goldfuchs in das Portemonnaie. Mohl- Tun trägt Hinsen.
Fatale Unaufmerksamkeit. Doe ju-Uge Frau Professor macht -ihrem M-a-n-n 'Borwürfe: ,,-W-eißt -d-u -wohl M-änn-ch-en daß d-n -mich in drei Wochen nicht geküßt hast?^
,,-U-m Gottes will-en, roen hab -ich denn -d-a -geküßt?"
Die fachkundige Käuferin. „-Wie, so schm-al D -ein B-l-au- f-uchs? Nur 15 Hen-timeter. F-ch habe mich bei einem Hoo- logen -erkundigt, -und -der -hat mir gesagt: der Blaufuchs kommt nur in höheren Breit-e-n -vor." -(„M-eggend-. Bl.)"
Hu kostspielig. „Es -ist -also fesigeste-llt, A-ngekl-agter, daß Sie den Heu gen einen Erzgauner genannt 'haben. Haben Sie noch -etwas hinzuzufügen?"
„H-Mzuzufügen hätte ich noch (genug; aber es ist mir zu kostspielig." -(„Flieg. VL“) ”
Kritik. „Sie Häken sich- ja Sonntag d-i-e Räub-er vo-n -Schâl ier angesehen, Anna. Wie war die Aufführung?" — „O, im ati gemeinem haben -sie sich ganz gut auf geführt, -gnädige Friaul"
Redeblüte. Wir sprachen über H-ei-matl-iebe und -d-i-e dadurch bedingte Seß-hafti-gkeit.
„Fch könnte mir ein -anderes Domizil als Wien gar -nicht vorst-el-len", meinte die schöne Frau A. „Bitt Sie, wenn, man von frühester Kindheit -an -in Wi-e-n geboren wurdet"
-(„Fugend".)
PIANOS
Flügel-Orgel-Harmoniums grösste Auswahl, erste Fabrikate, Teilzahlungen.
Aloys Maier, Fulda,
Gegründet 1846.
KönigL & P^p stlicher Hoflieferant.
Die AnzertreunliKen.
Skizze von Georg Persich.
Hu dersolb-en Stunde waren- sie ins Gef-ängn-is eingeliefert worden, zu derselben Stunbe wu-rde-n sie auch daraus entlassen — Pedro v und Diego, die beiden llnzertren-n-l-i-chen —, nur daß inzwischen volle -drei Fähre verflossen waren.
Drei Fähre hatten Pedro und Diego abfitzen müssen für -ihren letzten gemeinsamen Diebstahl, den sie, wie es im Gerichtsurteil hieß, mit unglaublicher Dreistigkeit ausgeführt hatten. Da sie -beide in gleicher Weise daran beteiligt gewesen waren und -ungefähr die gleichen Vorstrafen hatten, war auch bei der Strafzumessung kein Unterschied gemacht worden.
„Es geht alles vorüber, nicht -wahr, Sennores?", sagte der G-efängnisi-nspe-ktor, als er ihnen ihre Papiere auShän-digte und bei der Gelegenheit nach feiner Gewohnheit einige verbindliche Abschi-edsworte sprach. „Drei Fährchen sind keine Ewigkeit, und Sie werden sich unter meiner Obhut wohl gefühlt und ke-iuen Grund zur Klage gehabt haben."
„Das Esssn —" wandte Diego ein.
Aber der Fnspektor ließ -ihn nicht ausreden. „Staatskoft, meine Verehrteften! Ausreichend, gesund, wenn -auch nicht für Feinschmecker! Das gebe ich zu. Doch Sie haben ja hier -eine hübsche Anzahl Pesetas verdient, und es ist gerade Heit, zu Abend zu speisen. Gehen Sie in der Stadt in ein besseres Lokal und lassen Sie sich -auf-tischen, was Sie aus unserer Speisekarte vermißt Häken. -Leben Sie wohl, Sennores! Es wird mich freuen, Sie -niemals wiederzufshsn."
Ein -Händedruck. Es war ein Abschied, wie er unter alten Bekannten nicht freundlicher fein konnte.
Und nach einigen Minuten standen Pedro und Diego jenseits der Mauer, die sie drei Fähre von der bösen Welt mit -ihren Versuchungen abgeschlossen hatte.
Standen in abendlicher Dunkelheit. Am Himmel -glänzten schon ber Mond und -etliche Stern-e, unb wie ein -helles Band zog sich die Landstraße durch -die frie-dl-ich-e Flur, auf die -sich die Schatten der Rächt -herabsenkten. Vereinzelt unten in -der Ebene — das Gefängnis -ragte als Warn-u-ngszeich-on auf -einer Anhöhe — ein Licht, und in der Ferne eine -rötlich schimmernde Wolke. D-as war di-e Stabt.
Die Augen her -beiden Unzertrennlichen waren -darauf ge- rich-tet, als läge -dort bas gelobte Laud. Wie oft hatten sie davon geträumt, wie oft sich am Gage -dan-ach- -gesehnt l
Freunde hatten sie in der Stabt -gehabt und jeder auch seine Freundin. Alles würde noch sein, wie es gewesen war. Was konnte sich -denn in drei Fahren miet verändert haben?
Sie -brauchten nicht zu beratschlagen, wohin sie sich wenden vollten, sie -hatten ihr -Hi-el — jene rötlich schimmernde Dunst- wolke.
Unb schritten auf der Landstraße aus, -daß der Staub unter ihren Füßen aufwirbelte.
„Zunächst könnten Mir wirklich mal gut essen“, meierte Diego. „Fch -habe den ganzen -Gag nichts melhr angerührt von dem -elenden Futter. Die schwarzen Bohnen waren -auch immer -steinha-rt. Wir werden in unser altes Stammlokal gehen."
„Rein -heute -nicht", -erwiderte Pedro -kurz.
„Wohin wi-lU du down?"
„Fch möchte -durch alle Straßen -der Stadt laufen, möchte sehen, nur sehen, die Häuser, die Schaufenster, di-e Menschen. 3a, wo die meisten Menschen sind, dähin will -ichl"
„D-as wirst du noch früh genug wieder haben. Don Heu- | tigen Gag müssen mir feiern, wie es jeder tut, -der aus dem Loch kommt. Essen, trinken, fingen, tanzen, die -ganze Macht hindurch. Es ist Sonnabend, d-a treffen wir sie versammelt, unb wir feiern
„Unb deine schönen Pesetas fliegen dem Wirt in die- Kass-e, morgen hat er sie, -und du -hast nichts. Hast du- sie dir bafür im Gefängnis sauer verdient?"
„Fch -mußte sie mir verdienen, -mußte arbeiten, sonst hätte ichs unterlassen. Aber das Geld -wird verjub-e-lt, habe ich mir Dorgenommen. Was willst du denn mit deinem ans an gen?“
„Einen Kleinen Handel ober was Aehnli-ches."
Diego lachte. „Ach, -d-u willst wieder einmal -ehrlich werden l Ein kleiner Handel! Fch glaube, wir bleiben bei unserem Geschäft. Das bringt mehr ein."
„Fa, Gefängnis und Huch-thaus!"
„Wir werden uns nicht wieder Kriegen lassen, alter -Funge! Man ist schlauer geworben.“
„Fch mache nicht mehr mit!"
„Willst -wohl gar heiraten, Familienvater werden? D-a- hinter steckt die Anita!"
,^Was w-eiß ich von -ihr? Sie hat mir schon ein -Fahr lang nicht geschrieben.“
„Weinst -du, daß sie dir untreu geworben ist?"
Pedro zuckte die Achseln. Er hatte schon manche Liebschaft gehabt, und sie war -ihm gleichgültig geworden. Es mußte auch nicht di-e Anita sein.
„Fch -habe einen -besseren Plan", sagte D-iego, „für mich unb für dich. Die Bankagentur an der Plaza del Sol — hast du die schon vergessen? Das sollte doch unsere nächste Arbeit sein.. Gelingt sie, sind wir reich; und sie wird -gelingen!"
„Du mußt dir schon j-omänd anders -suchen."
„Oho, ich wi!l keinen anberon Mithelfer als dichl Wir sind die Unzertrennlichen!“
Pedro gab darauf keine Antwort. Sein Entschluß stand ja fest, -den konnten weder Bitten noch Drohu-wgen erschüttern: das -Gefängnis sollte -ihn zum letzten Male gesehen haben. Er hatte die Freiheit in den letzten drei Fahren zu sehr -entbehrt unb wollte sie nie wieder -verlieren. Die Frei-Heil, die bas Leben, das Glück war. ---
Den halben '-Wog nach der Stabt mochten sie zurückgefegt haben, Diego unaufhörlich schwatzend, Pedro schweigsam, d-a sahen sie vor sich auf dem weißen Bande der Landstraße einen dunklen Fleck, ber sich vergrößerte, je näher sie kamen.
Unb -nun erkannten sie, daß es ein umge-stürzber Wagon war, die Räder standen schräg in der Luft.
„Scheint ein verunglücktes Auto zu sein", meinte D-i-ego. Unb sie schritten rascher darauf zu.
Es war ein Auto, ein -elegantes Gefährt, aber jetzt nur ein trauriges Wrack.
Unb unter ihm lag regungslos ein Mann im Livree. Sein Gesicht wurde durch Streifen geronnenen Blutes entstellt. War er tot? •
Pedro blickte um -sich. Am Rande -des Ehauss-eegrabens sah er noch eine menschliche Gestalt hingestreckt. Ei-ne Frau in -einem graufarbenen Mantel. Auch «sie rührte sich nicht.
Dud das Antlitz war fast so weiß wie -dor Gpitzonschal, der es umhüllte, ein Antlitz, so schön, wie Pedro -noch nie eins glaubte gesehen zu häben. «Wie -anbetungswürdig schön- -mußte es erst sein, wenn die Augen -geöffnet -waren, aber die langr bewimperten Lider schloffen sie fest wie die Augen einer Berstor- iJto ebenen.
Eine vornehme Dame mußte es sein. An -ihren Fingern blitzten kostbare Ringe, ein V rill ant enarmbanb funkelte am -Handgelenk.
„Das liegt nun hier auf her Landstraße, und niemand kühn- 4»—. mm Diego. „Es Ä lange her fein, daß das Unglück passiert ist. Der Diener oder Schofför fühlt sich -noch warm an. Unb diese — diese feine Dame, lebt sie -noch?" Seine Stimme sank zum Flüstern herab. „Du — die Ringe, das Armb-a-ndl" Er bückte sich.
Pedro schob ihn rauh zurück, ließ sich selbst auf die Kn-i-e fallen. Ob sie -noch lebte?
Er öffnete den Mantel der Verunglückten. Sie war festlich gekleidet. Der -H-als frei. Eine matt-glänzende Perlenkette umschlang -ihn. Sie brückte sich in die zarte Haut, konnte -d-i-e Atmung hemmen. M-an -mußte den Verschluß zu lösen suchen.
Es gelang:, er -hielt die Kette in her -Hand, unb beugte sich noch tiefer, um zu lauschen, ob noch Lebens-odem in dem herrlichen Fr-auenkörper sei. -Wenn er doch -helfen, retten könnte. —
Das durchdringende Geheul einer Hupensi-ren-e schreckte ihn auf, der greller Lichtkegel eines Scheinwerfers blendete ihn.
M-änn-er umringten ble -Gruppe; sie trugen Po-l-i-zei-un-iform.^ Schluchzen einer Frau. „Oh, meine arme, arme- Herrin!"
Harte, laute Stimmen, die fragten, befahlen. ---
Am nächsten Gage las der Gefängnis-inspekto-r in -der Hei- , lang: „Die Sängerin Elvira Moran verunglückt! Auf der L Landstraße nach A-lv-a ereignete -sich gestern abend hin schweres Auto-mobil-unglück. Unsere beliebte Primadonna Elvira Mo-- -ron wollte nach -dem Schlosse Ibes -Grafen- von Olivarez fahren, um an einer Festlichkeit teil zunehmen. 3n -ihrer Begleitung «befand sich -außer dem Sch-offö-r, ihre Hofe. Man -w-ar noch nicht lange unterwegs, als das Auto, wahrscheinlich infolge1 eines Ra-dbruches, -umstürzte und den Schofför unter sich begrub. Elvira M-oro-n wurde herausgejchfeubert. Die Sängerin . erlitt eine Gehirn-erschütterung unb verlor sofort das Veromßtfem. Die Hofe hatte wunde rba-re-rweis-e keine Verletzung da von getragen. Sie bemühte sich um die Verunglückten; als diese aber Lebenszeichen -gäben, lief Jie verzweifelt in -d-i-e Stabt, zurück unb benachrichtigte die Polizei, die sofort um ter Mitnahme eines Arztes, -gleichfalls im Auto, an die Unfallstelle eilte. Die Sängerin und der Schofför hatten bas Bewußtsein- noch -nicht wieder erlangt und wurden, nachdem ihnen di-e erste ärztliche 511 fe geleistet worden war, nach dem Krankenhause gebracht. ■Die Polizei verhaftete am Orte des 'Unglücks zwei verdächtige Fubividu-sn, einen gewissen Diego Soyos unb Pedro Branco, bie sie -dabei -überraschte, w-i-e sie -d-i-e Sängerin ihres Schmucks berauben wollten. Branco hatte sich schon die w-e-vtoo-ste Pe-r- fenkette der Diva ungeeignet. Die -übelbeleumdete-u Burschen, die soeben nach Verbüßung einer mehrjährigen Strafe bas Gefängnis verlassen hatten, verlegten -sich aufs Leugnen und behaupteten, keine räuberische Absicht gehabt zu «haben, sie «hätten sich ber Verunglückten nur annehmen wollen. Man schenkte biefen Beteuerungen jedoch keinen Glauben unb behielt bie Räuber in «Haft. Sie -werden für ihre schändliche Handlungsweise zur Rechenscha-ft gezogen- -werden. — Wi-e wir bei Schluß des Blattes -erfahren, besteht für bas Leben- Elvira Morons keine Gefähr, bagegen -ist der Hustand des Schofförs beforgnis- -er regend."
„Da werde ich -ja bie -ehrenwerten Sennores Diego unb Pedro halb wieder begrüßen können“, -dachte der -Gefängn-i-s- -in'spektor. „Sie können -doch die Freiheit nicht vertragen, die beiden Unverbesserlichen, Unzertrennlichenl"