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Nr. 178

Mittwoch, den 5. Angust 1925.

MWk Rorgenzeitung.

Beiblatt.

Verlag: Fulda, Kanalstrahe 44.

Der größte 8«» m gaitM Land das ist und bleibt der Denunziant.

V-iel-leli-cht Las 'traurigste' Kapitel im B-ueh-e ber Rachkriegs gejchichte ist so schreibtWer im ^toiWn, Las jh-es Landesverrates. Wir haben in diesen Blättern schon in einem Artikel auf bie trübem -Quellen lh-i-ngewi-es-en, aus benen ber Strom -er Anklagen- fließt -er sich jetzt wiederum im Ler Gnt- Maffnu-ng-r-note L-er E-ntent-e über ums erg-offen hat. Nicht nur die -nach bem Kriege gaftfrieiunblicß ßÄ uns aufgeno-mmcuen rus­sischen Emigranten si-nd -es aber, bie den- französischen Ko-utro-l-l Organen des Seneral W^-!ch das gewünschte M-ate-ri-a-l -liefern. L-e-id-er, leider müssen mir feststel-en, baß de! uns in Deutschland xiutb in den Kreisen der S-ebi-lLeton-, -auch in den Neichen der «l-ten Solbaten, ja auch traurig, baß man es bekennen muß unter den alten Offizieren eine -beschämende Unkenntnis unb Sorglioßgkeif gegenüber -d-e-r Bespitzelung L-u-rch den- Feindound cheHcht. Ma-n möchte oft mit einem heiligen- D-ou-ner-w-etter -dazw-isch-en fahren, wenn m-a-n in Kneipen, im St ra ßenb-a-hn wa - gen, im Eifenibaßnkupiee Ohren zeuge Jeim muß, wie in oft ge- -rvL-ezu ki-ndlich-er -T-roßmannÄsuch-t unb Michtigtue-rei D-i-ng-e gegenüber W-i-lbfremd-en a-usgeplauL-ert werL-en. Ob sich wohl bie -ost sonst ehren-werten Reut eßen nicht -sagen, daß sie sich L-a- mit des glatten Raube soerrates schuldig -mach-e-n. Oft genug -h-at der 5ch-reiber L-i-es-er Seiten -leider schon -Gelegenheit geha-bt, a-uf seinen häufigen Reisen solche Seßroäßer zu beobachten. Stellt. man sie bann, dann [inb sie meist aus allen Himmeln ge­fallen unb meinen, es sei ja gar -nicht so schlimm gemeint unb unter deutschen Brüder werde man L-o-ch -noch mal sich a-us- spreche-n können. Oh ihr Rei chtg laubigen! Unb bann wunL-ert ichr -euch, wenn die Entente in -ihrer Note Dinge anführt, bereu Kenntnis sie nur eurer Quasselei unb eurem -Leichtsinn verdankt.

Zede-r Kamerab .hat die ernste Pflicht, überall -aufklär-end wn- erziehend in dieser Beziehung zu wirken. Smmer wieder muß auf den bis ins -einzelne organisierten- feindlichen Spis- nagebienft Hinge wiesen -mer-de-n, der mit ungeheuren Mitteln -ar beite! unb vor keinem B-erbrech-e-n Mrückschreckt. Die deutsche Bevölkerung muß de-mgegen-U-ber .zu schärfster Vorsicht unb Wachsamkeit vu-fge-rufen werden. D-ie Franzos, e-n deLie-nen sich natürlich an L-er -Hauptsaeh-e zu diesem o merke An-gehöriger von Llsaß-Lot-hring-cn, benen dabei bie Beh-errschun-g der Spra-che und ber -d-eutsch-en Gewohn-heiten unb Sitten aus früherer Zu­gehörigkeit zum Reiche sehr z-ustati-e-n kommen. Leider aber müssen wir a uch ein gestehen, baß die -gefährlichsten Spione un­sere -deutsche Heimat selber stellt. Für klingenden Lohn finden sich beschämender-we-ise immer in Deutschland Lumpe, die ihr Vaterland berraten. Alle G-esellschaftskr-e-ise, Äle Schichten der Be--lk-erung find- dabei vertreten, überall laufen -diese Zu- Lasse herum, unsere Brüder i-m besetzten Gebiet können ein -L-i-e-d davon fingen. Der B-erra-t am Sch-lageter ist ein trau­riges Beispiel -dafür!

Aber nicht nur im besetzten Sebiet heißt es Vorsicht üben, nein, mitten im deutschen Vaterlands sind mir niemals sicher vor Vorrat. Darum Vorsicht unb nochmals Vorsicht bei Ge­sprächen mir Unbekannten unb in Eegènroart Unbekannter!

Zu der Pfalz gibt es befonbere Schulen zur Au-sb-il-dung -von Spitzeln, wo die hierfür au-sgesu-ch-l-e-n Leute in besonderen Ericks ausgebildet werden. Alei st -nähern si-e sich am besetzten Gebiet unter der Maske des B-ieL-ermannes in der Kneipe, am St-ammt-isch, suchen sich durch Schimpfen auf die B-es-atzuugLbe- hör-den -das Vertrauen der Zuhörer zu geroinnen, aber wehe Lem, der sich verleiten läßt, -dann einzustimmen. Er wird de­nunziert und muß für seine Leichtgl-Lübig-Ksit meist ha-rt büßen.

Es liegt System in der Organisation her französischen Spionage und es -ist unbedingt nötig, baß überall in Deutsch­land Aufklärung darüber verbreitet w-ird, wie die fr-anzösische Spionage -a-rbei-t-et.

Die -französische Spionage teilt -ihre Spitzel und Agenten in b-esondere Kategorien ein:

L Le bupeur: Er hat eine bestimmte politische Gesinnung zu heucheln und w-ird -losge lassen -namentlich auf Lie Arb-ei-tersch-ast in der Rolle des Kommunisten, So* zia-listen -ober -G-ew-e-rksch-aft-lers.

2. Le -mouton: Er wird lass -industrieller Spion angesetzt für Aushorchun-g ber Arbeiterschaft, zur Erforschung i-n-dustriester G-eheimn-isse ^chemische Z-ndustrie). Er spielt -da-zu den Einfältigen. Weiter dient der mou* ton dazu, Polizei und ReichÄheer zu -bespitzeln, er sucht D-i-enstfo-rm-ul-are, Stempel, Vorschriften an sich zu bringen. Er hat -grundsätzlich Befehl, nicht zu- pro­vozieren, er hat nur zu beobachten und M fte-hlen.

3. Le raco-lleur: Er hat -die Aufgabe, neue Spitzel zu wer­ben, Lurch alle möglichen Mittel, Geld, Versp-r-echun- Mn aller Art. Am gefährlichsten sind die weiblichen Me-vb-erl Z-r-qglos spielen hierbei französische A-rt-isten eine bpfonbere Rolle.

, 2. L'ag-ent baladeur: Meist eine Persö-niichksit, -die auf Grund eigener Kenntnisse einen Bezirk von früher her, infolge Eätigkeit am Orte, genau kennt. Er wird mit bestimmten A-usträ-gen -zur Erkunbigung irgen-d- eines bestimmten Vorganges -angesetzt.

5. L'-agent faxe: Dieser hat seinen Wohnsitz in einer -be­stimmten Stadt und berichtet -laufend über alles für 5 rankreich Wissenswerte.

6. Le trafi-guant: Deutsche Verkäufer von -industriellen, militärischen- ober politischen Geheimnissen, Modellen, Grsindun-gen, Plän-sn.

Bezeichnend für die Zrechhe-it unb R-ü cksichtslosig-ke-it, mit ber ber fr-an z-ösiche Ra-chrichten-d-ienst gegenüber -dem- -völlig m-a-cht>lose-n -gede-müt-igten De-u-tschl-and -arbeitet, ist die Entfache, baß im -deutschen Aachen, in der .deutschen- Villa- L-uttitz, sich eine Zöbrik -des Noch-r-i-chten-dien-ste-s befindet, wo besonders angeste-l-l-te Lithogr-aphe-n unb -Zeichner falsche Pässe, P-apiere, Au-sw-eise, G-eb-urtsschein-e, M-i-lit-ärpapie-re-, standesamtli-che Ur­kunden, Ordens-d-i-plome -usw. am fertigen. B-es-ondere gefälschte Stempel, teils auch -gestohlene Stempel aller nur denkbaren brutschen Vehv-rden, finben hier ihre Verwen-dun-g, je nachdem, was ber Nachrichtendienst wieder vor hat.

All-o bliese -U-ttgeheUevbichkeit-en sind seit Jahren bekannt, sind in ber deutschen Presse in aller Oeffentli-chkeit -an den Pranger gestellt worden, aber was fisch-t es bie siegreiche Dirne Marianne -an, wenn ihre Un-ehr-e vor aller M-elt b-c-kanntgemacht w-ir-d. Es gibt eine besondere Art von Perversität, die man mit Exhibitionismus bezeichnet. Solche Kranke neigen dazu, ihre Schaube vor aller Welt b-l-otzzustelle-n. Es scheint uns, -als ob Ma-r-iaun-s -auch am Exhibitionismus -leidet. Sie tut -alles, um sich den Platz an d-er Spitze bet Zivilisation zu- erhaltenl Und mit Deutschen? Sollten -wir nicht endlich zusammenst-chen können, um wie -ein Mann -dafür zu sorgen, baß Jo schamlose Verrät-er am V-at-erla-n-de -erkannt unb ihrer gerechten Strafe zu geführt w erden? Sollte es in Zukunft immer w ie-d-er möglich sein, baß Deutsche sich finden, bie der Entente das Material schaffen für -ihre Sorberungen? Werden wir nicht -endlich auf» stehen geigen solche Sud-e-lw-erke w-le die Br-os-chüre ber Liga für Menschenrechte, bie mir kürzlich an gleicher Stelle 'beleuchtet haben?

Eße nicht ber völkische Stolz und bie -völkische-re wie­der Auferstehung feiern, -eher ist uns nicht zu helfen! Sie zu erwecken ist v-i-ell-eicht -d-ie größte, schwerste, aber auch- lohnendste Aufgabe L-er alten Srontjoi baten.

EKtvedtMr Kundstagsörief.

Hitze auch in Schweden. Die Revolte in Kalmar. Die ertappten Steuerhmterzieher. Politischer Sommerschlaf.

(Von unserem Stockholmer Korr-esponLen-ten)

Stockholm, Enbe Suli 1925.

Die brütende Hitze, welche sich seit br-ei Wochen über Schweden lagert, an berem G-leichen sich bie ältesten Bauern nicht erinnern können, und bereu Anfang unb Enbe selbst ben sonst sehr sei bftbemußten schw-eL-ischen Met-e-orlo-ge-n ein Rätsel mit sieben Spiegel ist, -wäre wahrscheinlich in -aller Ruhe, mit ber ein Kulturvolk alle Segnungen bes Himmels zu- ertragen hat ausgenommen1 worden, wenn nicht zw-ei Ereignisse -e-ingetrof­fen wären, welche die von Urlaub und Wärme -schlaffen -G-emü- ter in eine kleine Aufwallung gebracht hätten. Zch meine nicht den Besu-ch ber -hoblä-nLisch-e-n Zlottenabt-eilung in Stockholm, L-er mit riefen Mittagessen, Bällen an Bord, v-erfchwieg-en-e-n Küssen in den öffentlichen Gärten zwischen hos-länL-ifch-en M-a^ t rosen und -den Stockho-lm-er kleinen Mädchen gefeiert -wurde; ich meine auch nicht ben Ausslug bes schwedischen Königspaares nach Go-l-la-nd, wo die Bevölkerung der -ganzen alten Hansa-insel der Bürgermeister von Lübeck w-ar auch einge-la-den dem Köni-gspaare begeisterte Ovati-on-cn darbrachte. Nein, ich meine Kalmar und eine Meine aber sehr b-e-beutungsoolle Ge­schichte, die in Stockholm spielt.

2m Kalmar, einem kleinen, ibyllifchen Städtchen mit -knapp 18 000 Gin-wohnern, einer was besonders zubeachten ist bürgerlichen Majorität -in ber G-smeindeverwÄtUn-g, brütet natürlich auch bie Son-ne: kein -Windhauch bringt vom Osten und ber offenen Ostsee über L-e-n Kalmarsunb in die Stabt: alles -geht oder schläft seinen ruhigen, -gewöhnlichen Gang: was Wunder, baß der dort residierende Regierll-ugsp-vLsid-snt über die Landschaft Kalmar sich nor-dw-ä-rts auf Urlaub begibt und baß naturgemäß -auch der ben Befehl über die Pv-lizeit-ruppen -in Kalmar führende Po-lize-ikomm-issar bas Gleiche tut. Der Re­gierungspräsident ist ber oberste Polizeichef in ber L-andschast, der Polizei Kommissar sein nächster M-ann und man liebt es doch, seinem Ehef -n-achM-ifern. 3nzwischen tobt ein b-i-tter-er Krieg ein Lohnkampf zwischen dem G-aswerk un^ seinen -w-e-nig-en Arbeitern, -d-er darin- -ausariet, baß der -energische Ehef des Gaswerkes bie Streikenden an bie warme Luft setzt und Streikbrecher einstel-lt. Kalmar - nur die -eine Hälfte ist elektrifiziert braucht Gas für bie -andere Hälfte, darunter a-u-ch das Krankenhaus. Das paßt natürlich den sozialistischen Genoffen n-i-ch-t, und -wenn sie auch sonst nicht H-an-d in Hand mit ben Kommunisten -gehen, für Krawalle bindet sie doch ein einig Bund. Unb so kommt es zu -ga-nz bösen Kraw-all-en in Kal­mar, die schließlich in eine- richtige Revoit-e ausarten-. Die Herren Kommunisten gewinnen die Oberhand, d-er Bürgermei­ster weiß sich- nicht mehr zu helfen, und um bie -Stadt nicht Plün­derungen -auszusetz-en-, so bestimmt er, baß ber Betrieb bes Gaswerkes eingestellt wird und bie Streikbrecher -auf oben Gas­sen aus dem Gaswerke entfernt w-erden. Die o-entraf re-gierung wird um En-tfenbung von- zehn Polizisten -ersucht, der Minister schickt nur fünf unb befiehlt, -entsprechend ben Anträgen bes Bürgermeisters dem -Gaswerke die Entlassung ber Streikbre­cher, sowie b-ie Wi-edereinste-liu-ng der arbeitswÄl-igen Streiken» den. Gesagt, -getan, aber wozu sollte man sich in dieser Hitze auf-regen!

Natürlich werden Regierungspräsident unb Polizei-kom­missar vom Urlaub zurück berufen, aber als sie kommen, hat ja ber -allgewaltige Minister in -Stockholm schon telegraphisch Obnung gemacht. Es ist nur einie -Episode, die sich hier abge­spielt hat, aber sie wirft ein Streiflicht auf bie Verhältnisse in Schweden. Für -einen geübten Bolschewiken in Schweden Re­volution zu machen, müßte ein Kinderspiel sein. Die Regierung ist ?u schwach, -um gegen Unruhe stiftende Elemente kräftig -ein- xuschreit-en, ja sie wagt es nicht -einmal gegen die -ihren vorz-u- gehe-n, nur um am Ruder zu bleiben. Meuterei ist also erlaubt -und es werden aus solchen Vorfällen sicher von berufener Seite Schlüssel! gezogen werden, d-ie weitere Kreise als bas Städtchen Kalmar -in Bewegung setzen können. Die Herren Polizisten in Kalmar sollen nach -Zeitungsberichten, der ganzen Sache ziemlich rußig gegen überstehen, und hätten m-ehr ber -Taktik der Defensive zugenei-g-t.

Da sind die B-eamt-en -in Stockholm doch ganz andere, for­sche Leute! Die Steuerbehörde ist Stockholm hat sich zu einer Razzia gegen jene Kategorie der Mitbürger entschlossen, welche recht hohe Einkommen haben, aber doch arm tun und -entweder gar nicht ober falsch ihre Einkünfte ein-schätzen:Auf! Ehre und Gewissen" steht in dem Formulare vor ber Unterschrift! Was Hunderte' von Maurern unb Zimmerleuten, die bekannt- -lichen Sch-weden zu den Schw-erverdieuern gehören, -ha-t die St-eue-rbe-hövd-e mit an-erkenne-n-swertem Mute ans Eageslicht

gebracht und es -ist ganz erbaulich zu lesen, baß Herr Zohann- fon er-wiefeuermaßea 6000 Kronen verdiente aber nur 4000 angab ober Herr Petterson, wchlbestaäler Maurergese-lle in Stockholm 15 000 Kronen einnahm, aber sie nur auf 6000 einfehäßte. Alle Namen werden in den Zeitungen veröffent­licht und die Herren gleichzeitig angeklagt: ich sage dieHer­ren", weil sie es sind, die bie Wohnungsnot und gleichzeitig die teuren M-ieten geschaffen häb-en durch i-hr-e enormen Lohnforde­rungen unb die Verhinderung des Zuströmens billigerer Ar­beitskräfte vom Lande; bie Maurer unb ihresgleichen find da­durch tatsächlich die Herren von Stockholm -geworden. Zch kann mir denken, -baß ihnen jetzt recht übel zu Mut-e ist, denn w-egsn falscher Steuerreklamation an geklagt zu werden bedeutet nicht nur eine empfindliche Strafe sondern auch Nachzahlung. Lüan gönnt es ihnen allgemein und man wundern sich nur, wa­rum man nicht schon läßest gegen sie vorgegongen ist.

Politisch -herrscht Sommer-stille: nur eine Zeitung versucht ihre Spalten mit scheinbar nicht ganz richti-gen Ueberfeßungen bayerischer Zeitungen zu füllen: um dem neuen Bischof Dr. Müller, dem -apostolischen Nunizius, etwas am Zeuge zu flicken, weil er angeblich in München gesagt habe, er finde, baß die Katholischen in Schweden nicht volle Gleichberechtigung b-esitzen. Etwas Wahres ist L-a-ran, aber man glaubt doch nicht, baß der heilige Stuhl bas Streitbanner seiner Kirche gerade hier entfalten will.

Wochen Sportschau.

Von unserem Berliner Sportmitarb-ei-ter.

Unter, allen turfließen Veranstaltungen dieser Woche steht das zw-eitägigs HinL-ernisrennen in Karlshorst an L-er Spitze glanzvollen sportlichen Geschehens. Die Haupt-nummer, das Deutsche Hürden-Rennen über 3000 Meter nahm den denkbar einfachsten Verlauf. Labrador ging als Sieger hervor. Mag­nolie führte über -d-en ersten -Teil des Weges. Es war jedoch eine -solche Höllenfahrt, baß sie schon auf dem halben Wege -er» lebigt war. Sodann übernahm Bab-rador bas Kommando unb drückte weiter derart auf das Tempo, baß allen anderen der Atem ausgi-ng. Mit zwei Längen Vorsprung ging er durchs Ziel. Faßt man jedoch die Zeit im Auge, so kann sie nicht als übermäßig schnell bezeichnet werden. 3000 Meter in 3:32,3. Auch die übrigen- Rennen waren keineswegs -un-interessant, wenn -auch nicht gerade bedeutungsvoll. Zm Lil-ien-ZagL-ronn-en -war es Zogull, welcher sich die Lorbeeren holte, im T-ul-liv-er-Zagd- renn-en: Messina.

Die größte Beachtung fand in dieser Woche die große Automobil-Revue der Robert Batscha-ri-Fahrt, welche nun­mehr 'ihrm Abschluß gefunden hat. Der Schöpfer dieser Kon» kurve-nz, Robert Batschari, -hatt-e mit der Veranstaltung dieser Z-ahrt im Sinne, bie Zeiten der klassischen Prinz Heinrich und Herkomer-Fahrten wieder auf le ben zu lassen. Dieser Wunsch ist in Erfüllung gegangen. Es -war eine Prüfung für Kraft» rüber -und Tourenwage-n, die ungeheure Schwi er igke it-en in den Weg stellte und die zu -lösenden Bedingungen äußerst hart ge­staltete. Gerade die scharfen Bedingungen waren es, die eine reichliche Zuteilung oon Strafpunkten .ermöglichten. Allerdings hat es sich gezeigt, baß -d-ie- Fahrt für die Krafträder zu schwer war, obwohl -mau bie 1000 Kilome ter »Etappe auf 800 verkürzt hatte. Nicht eine Maschine blieb strafpunkt-frei unb von 28 Krafträdern erreichten nur -acht bas Ziel. Ganz anders w-ar -das Ergebnis der Wagen. Von 50 gestarteten Wagen erreich ten Z0 bas Ziel, -darunter 19 straftpunktfrei. Als -beste Klaffe erwiesen sich bie M-erc-edes-Magen. Von den 8 gestautesten Wagen erreichten sechs ihr Ziel strafpunktfrei. Alles in allem, w-ar die Batschari-Fahrt eine bedeutsame automobilistische Kon kurven z von hohem «Wert. Gleich der Batscha-ri-Fahrt lenkt bas Badener Auto-Tournier die Aufmerksamkeit aller Kreise -auf sich-. Die bisher stattgef-undenen Prüfungen, besonders die Geschi ckli-chkeitsprüfung der Tourenfahrer, haben gezeigt, baß gute Reun- und Touren fahrer nicht immer gute Turni-erfahrer fiub. Die zu lösenden Aufgaben der -Geschick-lichkeitsprüfung -waren oon einigen Fahrern hilflos und ungeschickt ungefaßt, was bie -Heiterkeit der Zuschauer -hervorri-ef. Als hervorragend-er -Turn-i-e-rfahrer kennzeichneten sich besonders im wendem Kapp» ler, Delmar unb Guilleaume. Besonders -interessant war auch die Atzbeit ber-agbach-Fahrer, bür die G-esamtwertung d-er aus zwei To-ur-en-fahrten, einem Flachrennen, -einem Bergrennsn und der Gesch-icklichkeitsprüfung bestehenden Eurnierieiftung tourbe eine Formal angewandt, in der die erzielte Geschwindig­keit nur wenig, dagegen das Gewicht der Fahrzeuge -stark zur Geltu-ng -kam. _ Der Sieg fiel an Ta-racio-la, ber mit feinem 25:100:140 PS. Mercedes-Kompressor die Wertu-ng-sziffer 0,7676 -erzielte. BatschariZahrt und Baden-e-r T-uruier brach­ten der Marke Mercedes ben besten Erfolg. Auch alle üb­rigen Bevansta-l tu-ugon trugen den Stempel großen G-eschehens unb nahmen einen blenL-enden Verlauf, so zum Beispiel die Flachprüfung verbunden mit Zuverlässigkeitsfahrt Rund um Oberschl-esi-en, desgleichen Las A. v. B.-T-aun-us-Renn-en.

^tuch der Radsport braucht ein dieser ein wichtiges Er­eignis. Man hätte kaum geglaubt baß das Wort:Deutsche Meister-schaf-ten" -in der Hochburg des Radsports Breslau -eine starke Zauberkraft besitzen unb Zehnt a-us-enLen Anlaß geben wür­de- dies-om großen Ereignis im Radsport klugen zeugen beizuwoh- n-en. Au ber Fliegermeisterschaft erlebte man eine als große tl-eberraschung, indem der junge Hannov-eran-er Gottfried als Sieger hervorging. Zu L-er 5te-her°Meisterschaft von D-eutsch- âand über 100 Kilometer holte sich Saidow die Lorbeeren. Zwei -ter wurde Sa mall und Bittich besetzt den -dritten Platz.

D-nter -allen internationalen Veranstaltungen -ist vor allem ber leichtathletische Fünf-Lände-rkampf -i-n Wien zu nennen, -in wel-ch-em Deutschland siegreich hervorging. Deutschlan-d brachte -es auf 69 Punkte. Ungarn auf 65,5, die Tschecholovakei -auf 38,5, -Oesterreich auf 15 -und Zu-gosl-aw-ien-. Der -Held ber Ber­an staltuug war Dr.-P-eltzer-Stettiii, ber nach Jein-em -schön-en Siege -am -ersten Tage über 800 Meter auch wm' zweiten über 400 Meter -glänzend gewann.

Der -Wassersport brachte in dieser Woche bie Expedition der Breslauer Wrawislavia zu ber internationalen Ruder- regaffa -nach Kopenhagen, an der sich dänische, n-orw-egische,