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sten Weise gegen die Kirche loszog und die Geistlichkeit mit dem schönen Au rdruckPfaffen" belegte, die sich angeblich durch die Zugeständnisse der Kirchensteuer für den neuen großen Steuerraub ködern lasse. Die Kirche selbst wird beschuldigt, Reichtümer und Luxus an zuhäufen und sich an der Ausplün­derung des Volkes zu beteiligen. Als das Zentrum und die Rechtsparteien sich gegen eine derartige Beschimpfung zu meh­ren suchten, wurden die Herren Kommunisten handgreiflich, so­daß es ein Handgemenge gab. Derartige Sonnen des Kam­pfes sind zwar in den letzten Sachen nicht selten bei uns gewesen aber ihre Auswirkung ist für das Ansehen des Parlamentes schädigend genug, um die bürgerlichen Parteien zu energischen Gegenmaßnahmen zu veranlassen.

Zwischen London und Paris wird schon seit 4 Lagen eifrig verhandelt, um die alliierte Antwort auf die deutsche Note fer­tigzustellen. Die deutsche Regierung muß vorläufig abseits ste­hen und den Verlauf der Diskussion zwischen London und Pa­ris abwarten. Bisher hat sich immerhin ergeben, daß «England geneigt ist den deutschen Sortierungen teilweise entgegenzukom­men, aber trotzdem besteht noch weiterhin die Gefahr, daß Lon­don mit Paris einen Kompromiß abschließt, bei dem Deutsch­land wieder die Rechnung bezahlen soll. Neuerdings heißt es, daß Briand nach London fahren will, um sich mit Ehamber- lain auszusprechen. 5n Berlin kann man nichts anders tun, als immer wieder durchblicken zu lassen, daß Deutschland auf seinen Sortierungen besteht und nur einen wirklichen Sicherheits­pakt eingehen kann, der auf dem Prinzip der Gegenseitigkeit beruht.

Ein murr Bettragsdruck KraakreW.

Zur größten Ueberraschung der deutschen Regierung ver­öffentlicht das amtliche Publikationsorgan der französischen ^e gierung eine Verordnung, durch die die Kohleneinführ Deutsch­lands nach Frankreich verboten wird. Das Verbot richtet sich ganz ausschließlich gegen deutsche Kohle, und zwar Preßkohle und Braunkohle. Das französische Verbot hat deshalb bei der Berliner Regierung einen so außerordentlich ungünstigen Ein­druck gemacht, weil es im strikten Gegensatz steht zu den Ab­machungen Dr. Trendelenburgs mit dem französischen Handeis- minister bei der Vertagung der deutsch-französischen Wirt- schaftsverhandlungen.

Diese durch Notenaustausch als wichtig und verbindlich cha­rakterisierten Abmachungen zwischen Unterhändlern Deutsch­lands und Frankreichs setzen fest, daß während der Verhand- lungspause von beiden Ländern keine Wirtschaftsbestimmungen getroffen werden sollen, die sich einseitig gegen eines der beiden Länder wenden. Sm Einverständnis mit ihren Regierungen st) haben also die «Unterhandlungsführer ganz klar zum Ausdruck gebracht» daß irgendwelche wirtschaftliche Kampfmaßnahmen zwischen Deutschland und 3 rankreid) nicht erfolgen sollen, und daß außenwirtschaftliche Maßnahmen der beiden Länder nur nach vorhergehender Verständigung eintreten dürfen. Diesen, für die Verbesserung der deutsch-französischen Beziehungen so außerordentlich wichtigen Vertrag hat die französische Regier­ung einseitig gebrochen und dadurch ihren Handelsminister auf das Empfindlichste desavouiert.

Von gut unterrichteter Seite hören wir zu der Angelegen­heit noch, daß Deutschland die Motive der französischen Ver- botsbeftimmungen durchaus zu würdigen gewußt hätte, und daß bei etwaigen Verhandlungen die Frankreich in dieser Angele­genheit angebahnt hätte, eine beide Seiten befriedigende Ver­ständigung nach kurzer Frist erzielt worden wäre. Umso über­raschender und peinlicher ist der rücksichtslose Schritt der fran­zösischen Regieung. Die Aussichten auf ein günstiges Ergebnis der deutsch-französischen Wirtschaftsverhandlungen sind "durch da^ rigorose Vorgehen der französischen Regierung sehr stark in Srage gestellt. Der Vorgang ist um so bedauerlicher, als auf anderen Gebieten, nicht nur von deutscher, sondern auch von französischer Seite so wichtige Bestrebungen in Fluß gebracht sind, die für den Ausgleich der deutsch-französischen Gegensätze von großer Bedeutung sein konnten, und durch das rigorose Vorgehen der französischen Regierung aber auch wieder in Frage gestellt werden.

Es muß erwartet werden, daß gegen diese Verletzung einer getroffenen Abmachung durch die Franzosen auf das schärfste Einspruch erhoben wird.

Bor dm pvlmMm WtmmWfMiwen

Snsgesamt 27 OOO Deutsche von Haus und Hof vertrieben.

Die Hoffnung, daß sich Polen aus Rücksicht auf die drohen­de Ausweisung seiner Optanten aus Deutschland veranlaßt se­hen könnte, hinsichtlich der deutschen Optanten in Polen Rück­sichten malten zu lassen, dürfte sich leider nicht bestätigen. Es ist vielmehr damit zu rechnen, daß Polen am 1. August rück­sichtslos zur Ausweisung der ersten Gruppe von Optanten, das heißt solcher mit Land besitz, schreiten wird. Wie wir hören, handelt es sich um ungefähr 20000 Deutsche, von denen aller­dings 7000 bereits vorher Polen verlassen haben. Am 1. Ao- member sollen dann weitere 2500 Deutsche ausgewiesen' roer- tien, die ohne Grundbesitz in Festungsbezirken wohnen, und am 1. Suli 1926 folgen nochmals 4500 Optanten. Es handelt sich bei diesen vertriebenen Deutschen größtenteils um Landwirte, Landarbeiter und Handwerker deren Unterbringung in den öst- h$en Provinzen man bald durchführen zu können hofft. Vor­läufig werden sie im Durchgangslager Schneidemühl unterge- kracht. ö

. Ss kann keinem Zweifel unterliegen daß die deutsche Re­gierung auch Men Gewaltmaßnahmen entsprechend antwor- ten w^rd und daß am 1. August etwa 10 000 polnische Optan­ten über die deutsche Grenze abgeschoben werden, denen dann zu den spateren !M Wiener Abkommen festgesetzten Terminen noch etwa 5000 weitere Polen folgen werden.

Mit der Ausweisung dieser 27 000 Deutschen dürfte das .^r Pâmsierung in der deutschen Ostmark noch nicht abgeschlossen sein. Es mag bei dieser Gelegenheit darauf verwiesen werden, daß die Polen seit der Besitzergreifung aus .Westpreußen, Posen und Oberschlssien etwa 1 Million deutsch­sprachiger Bewohner ausgewiesen haben. Trotzdem leben noch gegen , B Millionen Deutsche in Polen neben 89 Millionen anderer «Nichtpolen. So sieht der polnische Nationalstaat aus- wahrend im alten Deutschland 3 Millionen Polen neben 64

Millionen Deutschen wohnten, leben in Polen neben 18 Mil­lionen Polnisch Sprechenden etwa 10 MillionenMinderhei­ten", die rücksichtslos ausgerottet werden sollen trotz aller Ab- kommeu, durch die sich Polen international bindend zur Dul­dung verpflichtet hat.

Aus den Parlamenten.

Schnellfeuerreden brr Reichstagsopposition.

Von unserem parlamentarischen Mitarbeiter wird uns aus Berlin, 30. Suli geschrieben:

Die Langsamkeit, mit der die Beratung der Sleuervor- lagen vor sich geht, ist geradezu beängstigend. Sm Gegensatz zu dem Schneckentempo, mit dem die einzelnen Gesotzespara- graphen verabschiedet werden, steht jedoch das Schnellfeuer der Reden der Oppositionssprecher, die der Meinung sind, daß man die vom Aeltesenrat abgekürzte Redezeit dadurch unwirksam machen kann, wenn man anstelle einer ein,stündigen Rede drei getrennte Reden von 20 Minuten Zeitdauer hält. Der Ael- testenrat, der die Rededauer noch mehr beschränken will, sollte sich fragen, ob seine Maßnahmen überhaupt noch einen Zweck haben, wenn aus den Reihen der Opposition die Riedner wie die Pilze aus der Erde schießen. Namentlich das Talent der Herren Kommunisten muß bewundert werden, die an einem Sitzungstag nicht weniger als 16 Redner aufmarschieren lie­ßen. Die Sozialdemokraten und Demokraten halten sich natur gemäß weit zurück, als die radikalen «Linken, die in der Füh­rung der Obstruktion ihre Domäne erblickt und mit einer Gründlichkeit vorgeht, die wahrlich einer besseren Sache wür­dig wäre. Die bürgerlichen Parteien scheinen ihrerseits ein Redeverbot erlassen zu haben, denn je mehr die Linke spricht, umso eifriger schweigt die Rechte. Nachdem es gestern einiger Zwischenrufe wegen zu heftigen Zusammenstößen zwischen den Kommunisten und den Bürgerlichen gekommen war, die bei­nahe in Tätlichkeit ausgeartet wären, sollte man meinen, daß sich die Gemüter der Kommunisten auf Grund der gestern vom Reichstagspräsidenten verhängten Ordnungsstrafen ein wenig abgekühlt hätten. Das ist aber absolut nicht der Fall. Als nämlich der kommunistische Redner, Professor^Dr. Korsch, in seinen Ausführungen durch einen harmlosen Zwischenruf von rechts unterbrochen wurde, quittierte der kommunistische Ab­geordnete Kreuzburg diesen Ruf folgendermaßen:Hör mal auf mit Deiner versoffenen Stimme. Dieser höchst unpar- lomentarische Ausdruck brachte dem tapferen Worthelden ei­nen nicht unverdienten Ordnungsruf ein. Immerhin war man einigermaßen erheitert darüber, daß die Herren Kommunisten in dem hohen Hause die Gepflogenheit einführen wollen, ihre bürgerlichen Kollegen zu duzen, obwohl man wahrhaftig nicht behaupten kann, daß diese Duzfreundschaft etwa durch ein brüderlichesSchmollis" vorher ausgemacht gewesen wäre. Der Präsident war immerhin energisch genug, dem Abgeordneten Kreuzburg anzudrohen, daß er im Falle einer nochmaligen Anwendung eines solch rohen beleidigenden Ausdruckes unbe­dingt aus dem Saal verwiesen werde. Da sich schon verschie­dene kommunistische Abgeordnete den Sitzungssaal «von drau­ßen ansehen mußten, dürfte diese Drohung kaum allzu viel ge­wirkt haben.

Aus der ZagesgeMWe.

Esten geräumt.

wtb. Esten, 31. Suli. Heute früh neun Uhr verließen die letzten Snfanterietruppen der Franzosen Essen in südlicher Rich­tung nach Werden.

Generalaussperrung im Baugewerbe.

Hannover, 30. Suli. Der deutsche Arbeitgeberbund für das Baugewerbe nahm in seiner gestrigen Hauptversammlung zu der durch die Streiks und Aussperrung geschaffenen Lage Stellung. Es wurde eine Entschließung gefaßt, in der ange­sichts der bereits im Baugewerbe bestehenden Löhne sowie an­gesichts der gesamten «Wirtschaftslage erklärt wird, daß die erhöhten Lohnforderungen der Gewerkschaften jeder Berech­tigung entbehrten. Die Hauptversammlung machte es den Be wirken zur Pflicht, nur gemeinsam unter Führung des «Bundes irgendwelche Verhandlungen zu führen. Die Hauptversamm- lung bevollmächtigte den Bundesvorstand, nach Ablauf von 2 Wochen und nach Maßgabe der dann gegebenen Lage die Aus Jperrung der baugewerblichen Arbeiter in weiteren Bezirken auszusprechen und gegebenenfalls auch die Gesamtaussperrung über ganz Deutschland zu verfügen.

Der Kurssturz des polnischen Zlotg.

wtb. Warschau, 30. Suli. Die Nachricht über den «Kurs­sturz des Zlotg wurde hier gestern erst in den späten Abend­stunden bekannt. Demgemäß notierte der Dollar gestern zum Börsenschluß amtlich 5.18 Zlotg. Wie derKurjer Poranai" mitteilt, stieg der Dollar im außerbörslichen Verkehr und wurde 11 Uhr abends schon mit 5.38 Zlotg gehandelt. Von amtlicher Seite wird in einem Kommunique darauf hingewiesen daß die objektive Lage der Bank von Polen zu Befürchtungen für den Zlotgkurs keinen Anlaß gebe. Weiterhin wird darin behauptet daß der Kursverfall des Zlotg auch an den auslän­dischen Börsen auf eine Aktion Polen feindlich gesinnter Krei­se zurückzuführen sei, die ihren Sitz in Danzig und in Berlin hätten. DieGazeta Poranno" schreibt zu dem Zlotgsturz, daß Polen im Sahre 19-20 durch ein Wunder an der Weichsel gerettet wurde. Ähnlich würden im Sahre 1925 alle Be­rechnungen der Feinde auf die wirtschaftliche Unterjochung Po­lens durch eine vorzügliche Ernte zunichte gemacht werden. Die Grundlage der Beständigkeit der polnischen Währung seien die Millionen Tonnen von Feldfrüchten, die auf dem polnischen Boden reifen.

Rücktritt des japanischen Kabinetts.

wtb. Tokio, 31. Suli. Das japanische «Kabinett ist zu­rückgetreten. _ Der Rücktritt des japanischen Kabinetts «ist auf die in Zusammenhang mit den neuen S teu e rv o rschl ä gen stehenden Memungsverschiedenheiten zwischen der «Kenseikwai- und der Seigukwei- Partei zurückzuführen.

Neues Zugunglück in Frankreich.

Paris, 30. Suli. Kurz nach Mitternacht entgleiste bei Le Mans ein Schnellzug. Drei Wagen wurden vollkommen zer­trümmert. Nach den ersten Meldungen wurden drei Perso­nen getötet und zwölf verletzt.

Sm Schirokko entgleist.

wtb. Paris, 30. Suli. Aus Tanger wird gemeldet^d^ in der dortigen Gegend ein so «heftiger Sturm wütete, daß'^r, vor Fez ein Eisenbahnzug entgleiste. Bisher sind 12 Tote

20 Verletzte festgestellt worden. Der Zug war durch einen Schirokko buchstäblich aus den Schienen gehoben worden.

Aus Stad! und Land?^

Fulda, den 31. Zuli 1955

Wettervoraussage für Samstag. Bei meist bedeckt^ Himmel und entsprechender Kühle, weitere Regenfälle. Wichs richtung: Nordwest bis West. Von Ssland nähert sich neue Depression; das Wetter wird daher seinen unbeständig Tharakter weiterhin beibehalten.

Familiennachrichten aus Fulda. Es wurde «Herrn L Goldschmidt und Frau Sulie, geb. Kanthai eine Tochter , j boren. Am 1. August begehen ihre Vermählung Zräuk Elisabeth Hilmann und Herr «Hans Kramer. Silberne Hochziz feiern am 1. August Herr Maler und Lackierer Emil Pritzerr 3rau Rosa, geb. Hohmann. Gestorben ist Frau Rosa Mülln geb. Diemmerling (44 Sahre alt.)

Extrazug nach Rothenburg ob der Tauber. «Wie uns bah» amtlich mitgeteilt wird, hat der Verkauf der Fahrkarten z» dem gestern von uns behandelten Sonderzug schon begonnen. Der Kartenvorverkauf schließt am Sonnabend 6 Uhr nachmit­tags.

Madama Kristina ist der Titel eines im Sahre 1615 von dem St all euer Galileo geschriebenen «Romans. «Derselbe ist im Sahre 1896 in Padua als kleinstes Buch der Welt gedruckl worden. Von der geringen Auflage, die in den fast 30 Fah­ren wohl in alle «Welt zerstreut wurden, werde «jedenfalls nicht z mehr viele «Exemplare vorhanden sein. Herr «Hofbuchhäâ Alogs Maier «hat bei einer Stalienreise einen Druck kau® erworben, der in den letzten Tagen von Herrn Kunstbuchbind- meister Hans Ludwig, Fulda, mit einem künstlerischen EinbS versehen wurde. Er besteht aus rotem Laffiauleder mit Hach Vergoldung, 'handgeflochtenem «Kapital und ist 'M Whabem Bünde geheftet. Das Kunstwerk ist Privatbesttz ^eseSerrn Maier und ist in der «Hofbuchh. Maier, Friedrichstraße aus­gestellt.

Neues Theater. -Ueber den FilmDie Liebschaften der Hella von Gilsar," der gegenwärtig mit vielem Erfolg hier in Fulda gezeigt wird, schreibt u. a. derBerliner Tag": Frag­liche Hella heißt im Privatleben Lilian Harveg; «ist eine wirk­liche Engländerin und war als Tanzstar drüben und bei uns nicht ganz unbekannt. Eichberg sah sie in derRevue" im Großen Schauspielhaus und erkannte mit seinem sicheren Blicl für junge «Talente die großen Qualitäten der hübschen ut einfachen blonden Frau. Snteressant die ^Darstellung, vor allem natürlich Lilian Harveg, in der man in Zukunft einen Star erster Ordnung zu sehen hat. Sie trat persönlich auf und be­stätigte gewissermaßen den Eindruck, den man im Bild von ihr hat. Sie ist jung, rassig, hat Temperament, zeigt Grazie und schauspielerisches Können. Vorzüge, -.èi«^ man bei" «vM.m Swr selten vereint findet. Bemerkèn'Zw-eR' WTO* Gnrila aMSöu- brette. Neben ihr bewährte Kräfte: Kamilla von Holleg, die blonde, talentierte Ungarin, die immer versteht ihre Rollen interessant und lebendig zu gestalten. Schließlich «Lgdia Pote­china, die heute in der Darstellung komischer Llltenn^Mm nicht zu übertreffen ist. Den Rittergutsbesitzer mit der großen Leidenschaft und dem losen Revolver gab Otto Gebühr, der wie der eine Eharakterstudie bot, die routiniert und durchgeistigt, durch die Vornehmheit der schauspielerischen Darstellung alle anderen männlichen Kräfte weit übertraf. Das Ganze war zu­sammengehalten durch «Richard Eichbergs straffe, .geschickte Regie, die guten «Geschmack mit «Publikum èwi rksamkeit zu ei­ner künstlerischen Einheit verbindet. Für die. Photographie verdient «Willg Hameister unseren Dank. Als Architekt zeichnet für die geschmackvollen Bauten Sack Rotmil.

Sonntagsruhe muß eingehatten werden. Smmer häufiger versuchen in letzter Zeit wieder gewisse Geschäftskreise, die Allgemeinheit glauben zu machen, unsere Wirtschaft kéW durch die Opferung der Sonntagsruhe gerettet werdens ^ Angestellten- und Arbeiterverbände wehren sich abei-jutf aller Macht gegen die Preisgabe dieser Errungen schach, die «W nur in sozialer Hinsicht, sondern auch vom kultu^lM' und et- hischen Standpunkt aus betrachtet, als überaus wertvoll be­zeichnet werden muß. Der D. H. V. und der V. .w. Ll als Vertreter der kaufmännischen Angestellten, haben sich erst kürzlich mit einer Eingabe gegen die f. 3t vom Reichsarbeits­ministerium herausgegebenenRichtlinien für die Bewilligung von Ausnahmen vom Verbot der Sonntagsarbeit im Handelr- gewerbe" gewandt, weil die Fassung dieser «Richtlinien über das Gesetz hinaus weitere Durchlöcherungen der Sonntags'' ruhe ermöglichte. Hat sich der preußische Handeln minister durch die immer wieder aufkommenben «Klagen aus iw Kreisen der Angestellten veranlaßt gesehen, in einem Erl^ vom 29. 6. die Regierungspräsidenten erneut zu ersuchen, ihrer seits die «Gewerbeaufsichtsbeamten und die Polizeibehörden an­zuweisen, daß sie der 'Durchführung der Sonntagsruhebestun- mungen ihr besonderes Augenmerk schenken und gegen Zuwi­derhandelnde 'Unternehmer strafrechtlich vorgehen.

Geisa <Rhön). 31. Suli. Vor einiger Zeit wurden in der hiesigen Gemarkung bei Rodungsarbeiten menschliche Gebeine gefunden. Planmäßige Grabungen förderten dann eine Grab mulde mit Schädel und Resten von Knochen und Asche zutagi' An «Grabbeigaben wurden die Bruchstücke von drei Tongefäßen gefunden. Nach den Untersuchungen von Professor Dr. Von- derau in Fulda handelt es sich um ein «Grab der La-Tenezeit. Professor Vonderau kommt aufgrund bieses Fundes zu dem Schlüsse, daß die «Südgrenze des ehemaligen Kattengebietes bis zur natürlichen VerbindungsbrUcke ^mischen Vgelsberg und Rhön reichte.

Hanau. Ein schwerer Unglücksfall «hat sich bei Harres­hausen zugetragen. Der in Offenbach a. M. «beschäftigte Ru­dolf Boller aus Harreshausen fuhr mit dem Motorrad seines Ehefs nach «Hause und fand dabei feinen «Tod. Passanten fan­den ihn am Viadukt bei Harreshausen, das zertrümmerte Ra«d noch zwischen den ^e«^^^^, tot vor. Der herbei gerufene Arzt