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ftellungsleiter muffte er der Mittelpunkt des Sanden weroen. und gewiß ist manches an biefam Teile der Ausstellung auszu- setzen, und es hat nicht an kritischen Stimmen gefehlt, die der Porzellanmanu-faktur Mangel an modernem- Empfinden vor- warfen; aber im großen -und ganzen ist hier etwas ästhetisch- Schönes geleistet worden. Zwei einander gegenüberliegende Hallen von einfach-gediegenen Linien sind durch einen kleinen Garten verbunden, -der in der Mite einen Porzellanspringbrun- neu enthält. Zu beiden Seiten der Hallen stehen riesige -Va­sen in tibetanischem Stil, und im Hintergründe des Gartens erheben- sich gewaltige Elefanten und Gottesbilder. Das Was- ser im Springbrunnen leuchtet, als hätte es tief auf dem Grunde einen Kristall-Kern, der Strahlen zur Höhe an die ^Oberfläche sendet, die Vasen an den Seiten gleichen riesigen Zischen, die elektrische Birnen verschluckt haben, -und die Fontäne läßt Mil­lionen und Abermillionen von funkelnden Steinen aufsteigen und wieder in ihr Element zurückfallen.

Licht ist das -Hauptelement dieser Ausstellung, und es ist deutlich zu beobachten, wie die Veranstalter diesen Stimmungs­faktor in ihre Berechnungen einbezogen haben. Die Brücke Alexanders 3. -hüllt sich abends in ein Meer von Licht ein. Das Waffe r flammt, und die Flamme fließt. Raketen -steigen vom Spiegel der Seine auf, erhellen den Himmel und fallen als goldene Regentropfen wieder in ihr Element zurück. Man be­kommt Lust, die leuchtenden Strahlen zu trinken und die schäu­menden Kaskaden. Die gelben -müßten schmecken wie Zitronen saft, die grünen wie Pfeffermünzlikör, die Violetten wie Veil­chen und die roten Himbeerwasser. Wie schöne Stoffe möchte man die Wasserfluten streicheln, möchte sie um einen geliebten Hals legen wie einen schmückenden und schützenden Shawl . . . Die Menschen starren staunend in diese Phantasmagorie, schli­chen geblendet -fort in den Garten der Esplanade: und da harrt ihrer ein weiteres Wunder. Die Laligue-F-ontäne erhöbt sich aus dem Boden. Wie eine riesenhafte Fischgräte, in allen Farben schillernd, schimmernd, phosphorzierend steigt sie empor, sprühend in gewaltiger Majestät.

So ist die unschöne Wüste, die sich sonst vom Seineufer bis an -den Fnvalidendom erstreckt, zur Oase geworden, ganz über­flutet von Licht, geschminkt, wie sich heute die Pariser Frauen für ein üppiges Fest Herrichten. Aber diese Oase ist keine Wirklichkeit, sie ist eine Fata Morgana und doch schließlich nur eine schöne und geschmackvolle Varietetheater-Dekoration.

Dr. Hanns Hermann Eramer.

Mitzwittuagen auf Menschen.

Von Heinrich Thomas-Berlin.

-Die Zahl der Gewitter ist bei der großen Hitze in diesem Sommer sehr hoch. Nicht selten sind auch die Fälle, wo Men­schen vom Blitz getroffen werden. Fn -aller Erinnerung ist noch der verhängnisvolle Blitzschlag auf dem Königstein, der -zahl­reiche Opfer forderte. Auch in Deutschland ist die Blitzg-efahr für Menschen in den letzten Fahren nicht gering -gewesen, nad* statistischen Feststellungen werden bei uns jährlich etwa 1000 Personen vom Blitz getroffen. Richt immer aber ist die Wir­kung des Blitzes tätlich, aber schwere Lähmungen, -Erblindun­gen, Taubheit, starke Verbrennungen gehören nicht zu den Sel­tenheiten. -Fm übrigen zeigen- die Blitze oft sonderbare Launen und namentlich die Kugelblitze richten auf ihrem verheerenden Wege -manchmal, eigenartige Zerstörungen an.

Nicht nur die Alten hatten von den Wirkungen des Blitzes auf lebende Wesen und namentlich auf den Menschen zum Teil sehr wunde bliche Vorstellungen, sondern auch- noch heute berr- schen darüber noch mancherlei Aberglaube und große Unwissen­heit. Zwar soll hiermit keineswegs gesagt werden, daß wir ge- genwärtig alle hierher gehörigen Erscheinungen zu erklären vermögen, -doch hat man sich daran gewöhnt, Blitzschläge als Naturerscheinungen aufzufass-en, und sie von diesem Standpu-nk- te aus, ohne Wunderglauben sorgfältiger zu beobachten und nüchtern zu beurteilen. Gelegenheit Hierzu bietet sich leider nur zu oft.

Seit einigen Fahren hat man dafür Sorge getragen, daß in den Statistiken die Geschlechter geschieden werden, und hierbei stellte sich heraus, daß der Blitz das starke Geschlecht bevor­zugt, das schöne aber -mehr verschont. Die Ursache dieser Ga­lanterie ist aber einfach -darin zu suchen, daß zu den ländlichen Arbeiten im Freien mehr Männer als Frauen verwendet wer­den. Die Zahl der Verwundeten oder überhaupt nur getrof­fenen Personen ist fünfmal so groß als die der Erschlagenen, gering ist jedoch die Zahl derer, die vom Blitze getroffen wur­den und erst in Folge der hierbei erlittenen Verletzungen früher oder später starben.

Beispiele von Blitzschlägen, durch welche Menschen oder Tiere getroffen worden sind, lassen sich leicht in großer Menge zusa-mmenstellen. Trotz dieser leider sehr zahlreichen Fälle sind doch die Unglücksfälle nicht allzuhäufig beizubringen, von wel­chen genaue und zuvcrlWige Beobachtungen oorliegen. Im­merhin liegt eine große Zahl von zuverlässigen Beobachtungen vor, bei denen der Blitz bei dem -Menschen fonberbare Wir­kungen -hatte, auch schon aus früherer Zeit:

Am 25. Fnni 1785 zum Beispiel schlug ein Blitz in die Gubener Torwache zu Frankfurt (Ober) und traf vier auf der Bank vor der Wache sitzende Soldaten, unter denen zwei Un­teroffiziere auf eigentünÄiche Weiss verletzt wurden. Am Rak- Ken des einen war das Haar verbrannt und die Haut -in Bla­sen -erhoben. Bon dieser Stelle ging ein starker roter, mit Ausstrahlungen versehener, von ausgetretenem Blute gebildeter Streifen nach der Länge des Rückgrats hera-bx bis er sich in -der Kreuzgegend links zuerst heräbkrümmte, und dann rechts wiederum etwas hinaufstie-g. Aus diesem Streifen entstanden mehrere ähnliche schwächere Sertenftreifeny -und der stärkste un­ter ihnen, welcher Mr rechten Seite herablief, endete an drei Orten: 1. vorne über der rechten Schulter,. 2. an der rechten Brust, 3. an der rechten Hälfte in noch feinere stra-hlige Aeste. Ferner lief noch ein besonderer ähnlicher, mft Blut unterlau­fener feiner Streifen von der Mitte der rechten Wade bis zur Zerse herab, und auf der Mitte der linken Wade hatte sich -auch noch ein mit Blut unterlaufener einzelner strahlender Stern gebildet. Dem -Wadensttzeifen entsprechend waren auch -die Strümpfe versengt.

Bei dem andern Unteroffizier fand man aßen und vor­wärts am linken Oberschenkel eine von unterlaufenem Blute ge bildete Jonnenartige Gestalt. Sie hatte einen Kleinrn, länglich­runden Mittelpunkt, -von dessen Umfang nach allen: RichtungÄi viele strahlige Streifen fortliefen, welche wiederum mit vielen kleinen Seitenstraßen versehen waren. Ferner ging auch noch am rechten Unterschenkel ein Änlicher zackiger und allenthalben' seitwärts strahliger Streifen herab und dem entsprech-end war der Strumpf versengt.

Hieraus kann man ermittelte, welche (Steifung die bei-dew Soldaten in dem Augenblicke innehatten, da sie norm Blitze gBe­troffen wurden. Der erste Unteroffizier sah mit ausgSstrockten

Beinen, -deshalb blieben die Schenkel von Zerlegungen f«; - nur die rechte Ferse als Absprungste-lle wurde verwundet. Der andere dagegen hatte den rechten Schenkel über den linken gt., legt und die dadurch gehinderte Leitung erzeugte die anfängliche? Verbrennung des linken Oberschenkels; die Absprun-gstelle ^i i ihm war der innere Knöchel bes rechten Fußes.

Es ist eine häufig berichtete Tatsache, daß vom Blitze ge- ' tröffe ne Personen, von dem, was mit ihnen -vorgegangen ist meist keine Erinnerung haben. Der Blitz mit seiner u^,' Heuren Schnelligkeit betäubt und tötet eben, ehe sein Licht durch i den Sehnerv, sein Schall durch den Hörnerv zum B-ew-iM^ | kommen kann. Die Schwerverletzten hatten keine €rinneruto I von dem Blitzschläge, mehrere, und zwar gerade die h/^ Verletzten, hatten jedoch eine Erinnerung behalten, sie offenbar erst einen Augenblick später in Betäubung verfall^ 9 Ein Verunglückter erzählte, er habe -gemerkt, wie er gestoßn ? niedersank und dabei eine Empfindung -gehabt, als ab er - | Stücke gerissen würde. Ein anderer fühlte einen Schlag « h Genick, wie mit einem dicken Pfähle, und -geriet seitdem sei - jedem Gewitter in heftige Angst. Ein Dritter, der -noch 1$, merkte, wie fein ebenfalls getroffener Nebenmann ihn leicht, blaß anschaute und dann hiwsa-nk, vergleicht die Er-schütterliiig - die er vom Blitze empfand, mit dem -Schlage eines schwer« Hammers, der auf den Amboß niederfällt ohne zurückzus-cheilen.

Wenn LN-enschen vom Blitz -getroffen werden, so geschieht er auch nich't -selten, daß durch den Schlag -die Kleiber mehr oder weniger zerrissen werden. Ein Mädchen wurde -vom Blih - getroffen und stürzte lautlos ohne jedwede Zuckung zu B-ode». Auf ihrer Brust hatte der Blitz einen markgroßen, weißlich« Kreis, der sich strahlenförmig verzweigte, und auf der rechte« ' Schläfe, auf welche der Blitz aUL-gesprungen war, einen kleine« - blutunterlaufenen Fleck hinterlassen, in dessen Mitte sich ei« f kleine Oe ff nun g befand. Die Knochen waren un-verl-etzt ge- blieben, aber ein großer -Teil der -Häare wurde ,verbrannt. % - Bekl-ei-d-un-g war der ganzen -Länge nach zerrissen und an ei» I seinen Stellen verkohlt, der hölzerne Absatz eines -Schllhei, wahrscheinlich -der, von dem der Blitz in die Erde übersä zerschmettert.

Dou einem Schäferhund totgebissen. Ein eigenartiger tre' - gischsr Unfall, bei dem ein 5 Wochen altes Kind ovn erstes Sch-af-erhu-nd tot gebissen wurde, beschäftigt .gegemoattig -die .Berliner Kriminalpolizei. Eine Frau Svdt. hatte vor einigen ,Sagen von der Säuglingsfürsorge ein jetzt fünf Wochen altes Kind in Pflege genommen-. Sestern, nachmittag ging die Frau I rfort, um Einkäüfe zu besorgen. Sie ließ das Kind in der Wohnstrâ im IVette liegend zurück, in der Küche lag ein vier | pâ'hre alter Schäfr-chmid, den die Faimlie bereits zwei Fahre in t^ .ihrem B-efstz. hat. Als bie Frau -nach kurzer Ahwefenheit voi W den Besorgungen nach ihrer Wohnung Mückkehrte, bot sich ihr L ein schrecklicher Anblick dar. Fn den Stube lag das Kleini ^ind mit Bißw-und-en am Kopf und Rücken tot auf dem Srb boben. Der Schäferhund hatte die -Berbi-ndungstür von Küche • “ ,;ur Wohnstâ fsibst geöffnet-. Die Beamten her Kriminah Lvlizs brachten den Hund zur Untersuchung. Anzeichen von Tollwut wurden nicht festgestellt. Man' nimmt an, daß das Tier, wie dies bereits oft in anderen Fähen beobachtet werden

Kind -erst seit einigen -Tagen in ihrer Wohnung Hatzte, sich um 1 dasselbe fortgesetzt bemühen mußte. Dev Hund fußte sich da- f durch ®p hf ZurückgesetzT fiel in dem unbeachtete-n Augenblük W über das Kind her -nnè brachte ihm die- tödlichen Mßwu-Ndeu bei.

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