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abtötet, »je mancher bat sich durch benM> EErei- mn Wassers -eine -schwere Darmkrankheit «Lg-phus, Ruhr und dergleichen zugezogen; man kann in fremden Gegen-d-e-n gar nicht vorsichtig genug mit Wasser fein. Wenn irgend welche Weden- Ken a-uftauchen, soll man lieber irgend ein Mineralwasser, die meist völlig keimfrei sind, trinken. Recht erfrischend ist auch die Vergabe von SiuWften, wie überhaupt unsere einheimi­schen wasserreichen Oberinebte durstlöschend wirken. Kalte ab gekochte Milch leistet gleichfalls auf Wanderungen als -buch- Oenbes Getränk ausgezeichnete Dienste, wenn man auch dem kalten -ungesüßten „alkohol-freien" Te-e die Krone ^erkennen

Der geübte Wander-er wird überhaupt auf dem Marsche IM möglichst wenig trinken und erst bei der Abendrast die verlorene Flüssigkeit langsam ersetzen. Vor dem Genuß von M als durststillendes Mittel -ist zu warnen, da dadurch nur das Durst-gefühl erhöht wird; denn sobald die übermäßig kalte Flüssigkeit in den Magen gelangt, strömt das Blut von der Körperoberfläche dorthin, sodaß letztere austrocknet und neue Flüssigkeitszuf-uhr bedingt. Am besten ist es schon, man bleibt beim kühlen Wasser und abgekühlt-em Lee.

Der Garten im August. Der August ist der eigentliche Erntemonat. Auf den Zeldern vernimmt man die eigenartige Musik des Dengelns der Senfen, deren haarscharfe Schneide die Halme niedermäht. Knarrende schwerbeladene Wagen brin­gen den goldenen Erntejegen unter Dach und Zach. Auch für den Gartenfreund und Kleingärtner ist der August in hervor­ragendem Maße der Monat der Ernte, wenn auch der Garten die ganze warme Za-Hreszeit hindurch tagtäglich Erzeugnisse für Len Haushalt liefern muß. Die sauren Kirschen, die frühen Aepfel und Birnen bilden schmackhafte Gaben für die Mahl­zeiten. Frühobst pflückt man am besten einige Lage vor der Reife, bei allem anderen paßt man den Zeitpunkt der Reife möglichst genau ab, damit man ein gutes und dauerhaftes Obst erhält. Damit man auch für das nächste Zahr mit einer guten Obsternte rechnen kann, düngt man die Obftbäume gleich nach dem Abernten, und solche Bäume, die nicht getragen haben, -putzt man gut aus und entfernt dabei Wasser- und Wurzelrei- ser. Auch die Obststräucher beschneidet man. Auf den alten Erbbeerbeeten entfernt man die Ausläufer und reinigt sie vom Ankraut. Gleichzeitig legt man 'm August neue Erbbeerbeete an. Cm Gemüsegarten! werden Zwiebeln aus der Erbe genom­men, nachdem man die krautigen Stengel vorher niedergedrückt hat, und an einem trockenen Ort aufbe-wahrt. Auf den abge- ernteten Beeten kann man noch eine Reihe von Wintergewäch Jen gewinnen. Man sät noch Spinat und legt auch noch Möh­ren und Karotten aus, je dünner, desto besser. Ferner pflanzt man noch Kopf- und Eubioienjalat aus sowie Winterkohl, letz­te ren am besten in Abständen von etwa 40 Zentimetern. Kür­bisse und Melonen schützt man burcb Unterlagen vor stockigen Stellen. Cm Blumengarten verlangen bei großer Trockenheit die Rosen eine häufige Bewässerung. Zunge Ebeltriebe be­schneidet man über dem dritten Blatt. Vergißmeinnicht, Stief Mütterchen usw. kann man noch anssäen. Auch sonst bringt der Blumengarten im August noch eine Reihe der lieblichen Kinder -Floras, unter denen die Herbstblumen bereits ihre ganze Pracht ,zu entfalten beginnen. Cm übrigen vernachlässige man auch in diesem Monat nicht bas Bewässern, Cäten, Hacken und den Mampf gegen das Ungeziefer. Bei dem Unkraut richte man sein .Augenmerk besonders auf die lästige Distel die jetzt ihren Sa­men nicht nur in den eigenen Garten, sondern auch in die der Rachbarn ausstreut. Da viele Unkräuter in diesem Monat -reif werden, macht sich vorbeugende Arbeit -für kommende Zäh­re jetzt besonders belohnt. Derjenige Gartenfreund, der zu­gleich Zinker ist, gebe kräftigem Stöcken noch neue Untersätze. Vm übrigen reinige er die Stöcke und nehme ihnen den über­flüssigen Honig. Auch achte er auf Räubereien und weisetlose Völker.

Hersfeld, 27. Zuli. Am Sonnabend wurde von hier die Er­höhung des Spitzenlohnes -für hiesige Textilarbeiter von 45 auf 52 Pfennig gemeldet. Diese Nachricht entspricht nicht den Entfachen. Tatsache ist, daß die Arbeitnehmer eine Erhöhung auf 52 Pfennig beantragt hatten, diese Forderung später auf 55 dfg- und während der Verhandlungen auf 60 Pfennig erhöhten ©er Schlichtungsa uss chuß hat sämtliche Forderungen abgelehnt. Die Erklärungsfrist war am 25. b. Mts, abgelaufen.

^5ab Salzschlirf, 28. Zuli. Die Zahl, der in diesem Zahr « Salzschlirf weilenden Kurgästen hat am 26. Cudi die Höhe von 9962 erreicht.

Hutten (Krs. Schlüchtern), 28. Culi. Das zweijährige Loch terchen der Zami-lie Kaufmann fiel in einem unbewachten Au- gertblick in einen Behälter heißen Wassers. Das Kind wur­de -derart verbrüht, -daß es im Krankenhaus Schlüchtern ver­starb.

Lorbach, LS. Culi. Am 29. und 30. September sowie am f. Oktober findet in den Mauern unserer alten Sta-ot »ine Ver­sammlung ehemaliger Tor-bacher Gymnasiasten stab. Das alte, humauistische Canbesgymnafium ist aus der Klosterschule des Franziskaner-Mönchsordens -erwachsen- und wird heute -noch Èfach „Kloster" genannt.

Wabern, 28. Zuli. Ein Ehauffeur, der mit einem Reisenden aus Paderborn auf der Tour roar, wurde unterwegs im Au- tö -von einem starken Unwohlsein betroffen. Er wurde in bas ipotel „KË-ig von Preußen" hi-ers-elbst gebracht un-d sofort amtliche Hilfe geholt. Das Be-fi-nden des Kranken -verschle-ch- sich derart, daß er ins Bett gebracht werden mußte. Trotz <• ? ' er Inhaber des Hotels dem Kranken alle Hilfe angedeihen und die ganze Nacht hindurch gewacht wurde, verschied • â nächsten Morgen u-m 5 Uhr, ohne bas Be- wiedererlang-t zu haben. Die Leiche mürbe am D-o-n- S ^on den Ange-höri-gen nach Paderborn geholt. Aach oeststellu-ng des Arztes soll Hitz-schlag vovliegen.

Frankfurt, 27. Culi. Der angebliche Syndikus -Ferdinand Hammann aus Bielefeld gab sich hier als Arzt am städtisch,en »tca-nkenhause aus und eis-chwindelte sich darauf bedeutende Varlehen. Wo er Opfer fand, gab er sich als Entdecker -des ^rebsbazillus aus. Zetzt hat man den „berühmten" Mann verhaftet.

Gl-eßM, 27. Zuli. Zwischen Daubringen und Lollar Tprana »an einem hiesigen Auto ein Reifen ab. Der Wagen über- Ilchlug sich und begrub bie -drei Cujaffen unter sich. Der Wa- genfuhrer mürbe auf der Stelle getötet, ein Fahrgast Hoff- Engslos verletzt. Der zweite Fahrgast kam mit leichteren Vertetzu-ng-en davon.

Augsburg, 27, Zuli. Die Beaufsichtigung der durch die vermehrte Bautätigkeit hervorgerufenen Auss-chachtungsarbei- te-n durch das städtische Maximiliansmuseum war in den letzten Wochen von reichem Erfolg gekrönt. Bei Grabungen im Pfaf fen-gäßch-en wurden die Grundmauern eines kleinen römischen Tempels bloßgelegt, die eine nach Süden geöffnete Anlage mit Vorhalle, -Treppe und Lella erkennen lassen. An einer mit sehr großen Kalkstei-nguadern -gepfastert-en römischen Straße, die unter der heutigen Straße zum Pfaffenkeller vorbeiläuft wurden viele Postamente und Ausmauerungen für Votivdenk- mäler, und dergleiche-n entdeckt, die sich wahrscheinlich auch an der noch, nicht aufgebeckten Südseite sortsetzen. Von der Cn= nenausjtaftung des Tempels fanden sich sehr reiche Reste der heruntergeschlagenen Zreskenverzier-ung. Die Dekoration der Vorhalle mit roten Feldern zwischen Säulen und eingeritzten CnRhriften ist besonders beachtenswert, ebenso in einem weite­ren Raume die geometrisch bemalten- Friese und in einem drit­ten Raume die Marmor imitierende Ve-malung. Nach Bear- beitung des reichlichen Materials dürfte -das Maximilians-m-u- seum die größte Samm-lung römischer Wandmalereien besitzen. Unter der Turnhalle der Doms-chule wurden außerdem eine un- gepflasterte römische Straße und Reste eines römischen Wohn­hauses fest-gestellt. Klare Aufschlüsse über den römischen Stadt plan ergaben die am Fischertor entdeckten Grundrisse eines römischen Wohnhauses. Wie von vornherein vermutet, erga­ben Grabungen beim Diakonissenhaus reiche Gräberfunde, wie so-lch-e au-ch schon beim Bahnhofbau 1844 erstmals zutage traten. Es handelt sich um Gräber des dritten und vierten Zahrhun- derts. Die Gräber waren mit einigen Ausnahmen ohne Bei­gaben. Nur -das Grab einer jungen Frau war besonders lie­bevoll ausgestattet. Es enthielt am Kopfende einen Wasser- krug und ein Salbengläschen, an der rechten Seite einen Tel­ler mit den Resten einer Taube. Die Tote trug am linken Un­terarm ein dünnes Bro-ncereifchen und drei Lbenholzarmreife. Zn einigen anderen Gräbern fanden sich Gläser und Trinkbre- cher mit Spuren vertrockneten Weines. Das größte Stück derselben zeigte eine eingeätzte Darstellung einer Weinernte. .— Nach der -konseroatorischen Bearbeitung werden die gefun­denen Gegenstände dem Publikum im Maximiliansmuseum zur Besichtigung zugänglich gemacht werden.

Dresden, 28. Culi. Cm städtischen Krematorium Dresden, das in dem Vorort Tolkewitz steht, hat sich ein unerhörter Skandal ereignet, i^rema toriumsbeamte, bie städtische Ange­stellte sind, haben seit Zahr und Tag den L-eichen, die zur Ver­brennung eingeliefert worden sind, die Goldplomben ausgebro- -chen und diese dann oebkauft. Sie fanden als Abnehmer Haupt sächlich einen, aus dem Osten zugowanderten Zuwelenhän-dler, -der -große Reklame -machte und es ganz besonders -verstand, in Rot geratene Familien zum Verkauf von kostbaren Fami­lienstücken zu bewegen. Die Beamten gaben sich jedoch mit die­ser Leichenschändung allein nicht zufrieden, sondern sind auch dazu übergegangen, die Toten der Kleidung zu berauben und haben auch für -diese -Totenkleider Käufer gefunden. Sie hatten bei diesem furchtbaren Geschäft gute Nebeneinkünfte und, -da sie unentbeckt blieben, haben sie sogar mehrfach zwei Leichen in einen 6arg gelegt- und diese zusammen oerbrannt. Die erspar­ten Särge wurden -ebenfalls verkauft. Schließlich hatten sie noch die Gowifsenl-osigkeit, bie Asche von zwei Leichen in zwei Teile zu teilen und den Angehörigen so auszuliefern. Die Dres den-er Bevölkerung, die schon, wenigstens in kleinem Kreise, durch dunkle Gerüchte beunruhigt roar, hat heute -erst hiervon Kunde erhalten und sicherlich wird eine große Erregung beson­ders bei -denen Platz greifen, bie ihre Angehörigen in Tel-ke- -witz haben -verbrennen lassen. Der verantwortliche Leiter des Dresdener Bestattungsamtes ist der sozialistische St ab trat Kirch Hof, der nach ber Ermordung des Ministers Neuring eine Zeit­fang sächsischer Militärminister war.

Leipzig, 27. Zuli. Zn dem Orte Eolditz in- Sachsen ereig­nete sich am Sonntag ein Auto-unifall. Ein mit 40 Ausflüglern besetztes Leipziger Lastauto schlug nahe einer Böschung plötzlich um und drückte einen in diesem Augenblick vorbeifahrenden Radfahrer sofort tot. Von ben Autoinsafsen wurden 15 Per­sonen mehr ober weniger schwer verletzt. Zwei schwerverletzte Kinder mußten sofort in das Eolditzer Krankenhaus gebracht werden. Die übrigen' Personen konnten in dem Auto, nachdem es wieder gehoben war, bie Rückfahrt antreten. Die Person des tödlich verunglückten Radfahrers konnte noch nicht fest-ge­stellt werden.

Berlin, 27. Z-ü-li. Cn Berlin hat gestern ein zojähriger Koch Murre! seine um drei Zahre ältere Ehefrau Hedwig nach einem oorangegangenen Streit mit der Arxt -erschlagen und hat sich dann selber ben Hals durchschnitten. Die Tat wur­de entdeckt, weil Blut -durch den Zustboden hindurchsick-erte und an ber Decke der Anterwohnun-g sichtbar wurde. Die be- nachrichti-gte Polizei fand bie Frau tot und den Mann verhält­nismäßig leicht verwundet vor. Er hatte auch noch die Gas­hähne der Wohnu-ng geöffnet.

Hannover, 27. Culi. Fünf Personen, darunter ein junges Mädchen die sich beim Baden zu weit in bie Elbe hinausge­wagt hatten, wurden von der Strömung fortgerissen und er­tranken.

Hamburg, 27. Culi. Hier ist die Witwe Raujokai durch drei Schüsse getötet worden. Als man sie auffand, erlangte sie noch für einen Augenblick bas Bewußtsein wieder -und er­klärte, daß ein früherer Abmieter -von ihr, der Photograph Dahlenburg, ber Täter sei. Bald nach ihrer Einlieferung ins Krankenhaus starb sie. Dahlenburg wurde in der elterli­chen Wohnung feingenommen.

Grevesmühlen, 27. Zuli. Cn dem Orte Harmshageu bei Löbitz in Mecklenburg explodierte der in einer Scheune auf­gestellte Benzolmotor, der zur Bedienung eines Elevators auf- gestellt war. Bald stand bie Scheune bie mit Stroh gedeckt und vollständig mit Getreide gefüllt war, in Flammen-. Ob- wohl die Wehren der umliegenden Ortschaften schnell zur Stelle waren; brannte die Scheune vollständig ab. Die darin beschäf­tigten Arbeiterinnen veisuchte-n sich in Sicherheit zu bringen. Zwei von ihnen konnten sich mit schweren Brandwunden ret­ten und -liegen hoffnungslos im Gravesmühle-ner Krankenhaus darnieder. Zwei andere Schnitterinnen, eine deutsche und eine polnische, wurden von den Flammen erfaßt, brachen kurz vor dem Scheu tuen so r zusammen und verbrannten. Beide sind bis jur -Unkenntlichkeit verkohlt. Außerdem verbrannte noch ein -Dferd, und der Elevator wurde vollstäu-di-g vernichtet.

SctmiWcS.

Briefmarken der Luftpost. Als im August 1910 Mr. Gra­hame-White mit seinem Doppeldecker zum ersten Male Brief- bote spielte, zum ersten Mal Flugpost beförderte, -da brach auch in ber Philatelie eine neue Zeit an: bie Romantik ber Luft— -postmarken. Die einfachen Sterblichen, die setzt auch die neuer standenen Markenvögel in den Bereich ihres Sammeleifers zo­gen, mußten sich mit Dutzendware zufrieden geben, wie es ja immer -nur wenigen Vorbehalten bleibt, in den höheren Sphären der Poesie, der Romantik zu verkehren. Romantisches, Aben­teuerliches aber boten bie Luftpost-marken in reichlichem Maße, denn sie hatten Beziehungen zu allen drei Elementen, zum Land, zum Wasser und zur Luft. Wieviel interessante Vorkommnisse ließen sich da zusa-mme-nkombi-niere-n. Die Zahl der besonders berühmten Flu-gp0ftmarkc-n ist daher auch recht stattlich^ Zuerst -ließen sich natürlich die kleinen bedruckten Fetzen Papier nen­nen, die als erste fliegende Briefe und Karten bef-örderungs- berechtigt gemacht hatten, jene vom August 1910. Ein Preis von 200 Mark für eine solche Marke wird von Liebhabern gern gezahlt. Hoch im Preis stehen auch Mariken, bie bobeckt von den Trümmern eines Postflugzeuges, aus allen Himmeln gestürzt, gar zu -nahe Bekanntschaft mit der Erbe gemacht ha­ben. Als die Luftfahrt dann -dazu überging, sich den Ozean zu erobern, traten neue Raritätenmöglichkeiten auf. Brief­marken, welche die erste Reise im Flugzeug und im Luftschiff über den Ozean mitgemacht -haben, lassen sich dieses Monopol mit hübschen Preisen bie sich um tausend Mark herum bewe­gen bezahlen. Eine kostbare Seltenheit sind auch einige Mark- Ken aus Neufundlands-Flugpost. Als ein dortiger Flieger den Versuch machte, -den Atlantischen Ozean zu überfliegen, trugen die Briefmarken in dem Postsack, den er mitnahm, bie Worte: „terial Atlantic Mail — C. A. R". C. A. R. sind die An­fangsbuchstaben des Namens vom -damaligen -neufun-dländischen cr-eneralpostdire-ktor, der si-ch die Mühe genommen ^ha-tte, höchst -eigenhändig ben Ueberbruck auf den Marken Herzustellsn. Für eine derartige Marke zahlte man Kürzlich auf der Londoner Auktion das hübsche Sümmchen von 100 Pfund Sterling, also rund 2000 Mark. Nicht ganz so hoch, aber immerhin auch in der Nähe von tausend Mark bewegt sich der Preis für Brief­marken -neu fund ländisch-e-n Ursprungs, die jenen denkwürdigen Flug im Mai 1919 mitgemacht haben, als Mr. Hawker ver­suchte, von 5t. Zoh-ns nach Crlanb zu fliegen, aber mitten im Atlantik untergeben mußte. Sein Flugzeug trieb -dann längere Zeit auf dem Meere. Später gelang es, den Postsack daraus zu retten, und diese Briefe und Marken, vom Seewasser be­fleckt und beschmutzt, bilden ein sehr begehrenswertes Sammel- Objekt. Den Vogel aber, in Bezug auf die pekuniären Opfer, bie von Liebhaber dargebracht werden, schießt ein richtiger kleiner Taugenichts ab. Amerikanische Zlugpostmarken aus der allerersten Zeit ihres Aufkommens sind es, die in der Mitts des Markenfeldes einen Druckfehler aufweisen. Dreitausend Mark zahlt man -willig und gern für diese Pikanterie und be­weist damit, daß der Humor bei den Menschen immer noch hö­her im Preise steht als die größte Berühmtheit, Abenteuer-" lichkeit und Sensation.

Ein gutes Erfrischungsmittel in den heißen Tagen. Als er in Ehina reiste, kam er an einem heißen Zulitaae. fcbweißgeba- bet auf einem Bahnhof bei Peking an, um den nächsten Zug zu erwarten. Als ihn der Bahnhofsvorsteher sah, wie er den rinnenden Schweiß vergeblich zum Stillstand zu bringen versuch­te, brachte er ihm ein heißes, noch dampfendes Handtuch und -ersuchte ihn, sich den Kopf und das Gesicht damit abzureiben. Der Europäer sah den Thinefen verblüfft an, folgte aber doch dessen Aufforderung. Und siehe da, die Wirkung war außer- prdentlich wohltätig, der Reisende fühlte sich sofort und für. lange Zeit von den Wirkungen der Hitze befreit.

Eine Selbstoperatiou. 3n Hochsavogen, ganz nahe an der schweizerisch-en Grenze, in einem kleinen Gebirgsnest lebt ein siebzigjähriger Zimmermann namens Heinrich Ehatel, der sich por einigen Tagen an einem Fuß verletzt hatte. Da die Wun­de nicht heilte, nahm er kurzentschlossen ein Messer und schnitt sich selbst den Fuß unterhalb des Knöchels ab. Als er den Kno eben nicht durchschneiden konnte, nahm er noch das Beil zur Hand und beschleunigte so die mörderische Operation. Der Bürgermeister der Gemeinde kam gerade dazu, wie der Alte vor seinem Häuschen den Fuß mit einem schmutzigen Lumpen verband. Er ließ sofort eine Sanitätskolonne aus dem nahe­gelegenen Städtchen kommen und brachte den Zimmermann in das Spital nach Genf, wo die Aerzte den ganzen- Fuß ab- nehmen mußten, da in die frische Wunde Schmutz gekommen war.

Der Onkel in Amerika. Die B-udapejster amerikanische Gesandtschaft hat die bei einem Gutspächter angestellte Kö­chin Anna Horvath in Stuhlweißenburg verständigt, daß sie von ihrem in Amerika verstorbenen Onkel Franz Aagy ein Vermö­gen von 500 000 Dollar geerbt habe. Nagg hatte seine alte Heimat vor 32 Zahre-n verlassen und in Amerika ein Bergwerk -erworben. Die Köchin -hat erklärt, -daß sie so -lange in ihrem Dienst verbleiben werde, bis sie die Erbschaft a-usge-händigt er- ibalten habe.

Auswärtige Bühnen.

Spielplan der Städtischen Theater in Frankfurt am Main.

Opernhaus.

Von Dienstag, den 28. Culi bis mit Samstag, den 8. August geschlossen.

Schanspielhan.

Mittwoch, den 29. Culi. Abends 7 % Uhr: „Auf Befehl der Kaiserin".

Donnerstag den 30. Zuli. Abends 7% Uhr: „Die große Unbekannte".

Freitag, den 31. Zuli. Abends 7% Uhr: „Die große Uti- bcka-nnt-e."

Samstag, den 1. August. Abends 7 % Uhr: „Der Ham­pelmann".

Sonn-tag, ben 2. August. Abends 7 % Uhr: Der Hampel­mann".

Druck und Verlag: Rudolf Bamberger, verantwortlich für dr« gesamten Textteil: Ebefrebakteur Culius Geissel, für Anzeige« und Reklamen Anton Schütz, sämtlich in Fulda.

Für die Bilderbeilage verantwottlich: H. R. Zimmermauu, BerU»