Nr. 170
Sonntag, den 26. Juli 1925.
MWk Morgenzeltung
Beiblatt.
Verlag: Fulda, Kaualstraße 44
Der Fakobstag.
(25. 3nti.)
^Dmn bunikifen Schötz der Heik'gon -Grde oertrauien wir der Hände Lat, vmtmnt der Sämann seine Saat jun/ö -hofft, daß sie entkeimen werde l?am Segen -nach des Himmels Rat"
«M» schär m dem ,Med von der Glocke". Wer hat zuerst der Saat das Gcheiim-nis chrer Kräfte abgelanscht? Jn wel- chem Lale, auf welcher Star wurde die erste Furche gezogen? Mer -hat das -erste Samenkorn -gesät? — Mstthen unb Sagen verhüllen, die Anfänge des Ackerbaues, ungleich an poetischen und historischen «Wert, aber frommen Sinnes -alle darin über- Èstimmend, datz sie das Brot spe-nd-oirde Korn als eine un- m-itt-elha-ve Gabe .des Himmels bezeichnen. Von- da -herab drach te es eine mitte Gottheit und -lehrte -mit -eigenen- Händen den M-snfchsn Pflug und Sichel führen.
Nunmehr -ist wieder der -Lag des Heiligen Sakabus, der 25. 2nü, -gekommen. Gr erzähl-t uns von -dem -reichen Natu-rsegen, der -heute wieder -aufgetan -ist für so viele sorgende, harrende Menschenhsrzen. Gr -erinnert uns -daran, -datz -noch -immer W-al purgis, die heilige A-ehrenhüterin, die Saaten weiht oder -noch -immer Fvo, der schützende Gott, auf seinem Gber durch- die Staren reitet und -ihnen Gedeihen verleiht. Sn -dem -golden-e-n -wogenden Aehreufeld -ahnen wir, -gleich unseren heidnischen Vorfahren, -im Neigen -und Beugen der Halme den Segens» gang der -dosruchtenden Nwturkraft und- der allwalt-endsn Gottheit. Jn dem Aniblick -eines reifen Kornfeldes am Sa-kobs-tags -liegt etwas unendlich Beruhigendes, man möchte sgM-n-, Sät» t-igendes. Der rei-che Segen -ist -eine -neue Erfüllung der alten Gott-ssverheihung „So lange di-e Grde stehet, soll -nichts auf» hören! Samen -und Grnte, Frost -und Hitze, Somm-er und -Winter, -Lag und Nacht." Aber, -auch ohne d-ieseu frommen Slau» den — welches Auge -be-tvachtete -nicht mit Dust im Rot des Abendkichtes, -das goldene Aehrenfeld, m das die ewig junge Grde -ihre -bunten Blumen hineingeworfen hat, Kornblumen mit der Fed-erKrone aus Himmelsblau, den -lustigen Mittorsporn, den wie die So-nn-enlohe -rot brennenden M-ohn!
„Kommt -2-akobs-tgg -heran-, -so mutz die -blanke Sense dvanl" Der öakobust-ag bed-eu-tet -in den meisten -deutschen Sauen -der Beginn -der Körn-erernt-e, wo -na-ch altem Brauche die Sense und die Sichel die schwerwiegenden- Halme mit «den -goldenen- Ach- ren -niedermähen. Do- fährt die Sense querst in die schwa-n-ke, -gvan-n-enibesetzte Aehre des Roggen^ -und -bald 'folgt1 dl-esem auf kleineren H-a-lm-en die schone -Gerste mit -den langen Haarstrah- ien, fede Achre -ein schimmernder Schweif, das gan^e Feld ein -glitzern-des Gespinst, -dann auf -dem saftigen-, starren. Halme die dicke Achre des Weixe-ns, der man -ihre sähe Zölle -wohl an- sicht, -nnd zuletzt -die Haferrispe, -des Herbstes ?ie^^i^^^s Glock-e-n- spiel.
Lustig -ist di-e Ha-hl der Schni^tter und Schnitteri-nnen und die Lage -der Grn-te sind für sie eine Art Festes ^eit trotz der schweren, sauren Wochen, wo mancher Schweihtropfen d-i-e se- igpnspendende Grde -dü-n-gt. Von ihnen gilt das Dichterwort: „Glückliches Volk der Gef-ildel D-ei-ne Wünsch-e deschränikt der Grnte ruhiger Kreislauf; wie dein Lag-ewerk, .gleich wi-ndet dein Deden sich adl"
Gi-n .paar sonnige Lage, und das Getreide ist trocken. „Schwer -herein sch-wa-nkt der Wagen, -korndella-dsn; dunt von Zarben auf den Gatben -liegt der Kran?, und das junge Volk der Schnitter -eilt ?um Lan;."
Doch -ist das Korn gemäht, der Segen -iu di-e Scheuern^ ge» «bracht und das Lrntefest -gefeiert, -liegt über den Stoppelfeldern schou -bi-e Schwermut des Herbstes. Aber, wenn im Spätherbst di-c Pflugschar von neuem die Grd-e spaltet, beleibt sich, roch einmal das Bild: Die neue Saat wird ‘in der Grde Schötz -gsb-et- tet, und -in dem einig« Wechsel zwischen Sommer und Wi-ntsr, Werd-en und Vergehen, spiegelt sich damit zugl-eich die feste Hu versicht, datz di-e alten -innigen Brz-i-ehungen Mischen d-em le- bensdurstigen M-eusch-en und der -nährenden Mutter G-rde uié aushört von Geschlecht .zu Gesch-lecht! Hst.
SBoHongg und Zurisprudenz.
Von Mechtsanwalt Dr. W. H. 5 t -e r n -Gharlottsnburg.
Das Ml-äh-So-ngg-'Spiel ihat au-f ssi-nem- Lisgeszug von Ghi -na über Amerika -nach Deutsch-land -nicht vor -den heiligen Hallen d-sr Justitia Hatt gemacht. Vielmehr -hatte sich, wie Ober» landg-erichtsrat Dr. Aßch-affsüburg -in der D-euts-ch-en Juristen» Hsi-tung mittsi-lt, das Ob-erlandesgericht F-m-n-kfurt am Main -höchst .intensiv mit dem Spiiel der Söhne des himmlischen M-ei- ch-es M befasf-sn.
D-er Sachverhalt war folgender:
Hwei Amerikauer, die 'lange in Ghi-na s-ebton, Hag-er und Babeork, d-cschlossen 1919 das Spiel, das schon s-e-it ^ahrhun-- derten in Ghi-na gespi-elt -wurde, -auch -nach Amerika und Guropa -ei-NMDHren. Sie gründ-et-en für den Vsrtri-eb -si-ne.Lochtergesell- schaft in Amsterdam, d-i-e für Deutsch-la-nd -eine besond-ore Gesellschaft, die Ma-H-Songg Gompang S. m. b. H. -in Frankfurt a. AI. (ins ©eiben rief. Diese- .erwipkt-e bei dem DG. .gege>n eime Zrankfurt-er Spislwarenfäbrik, die das -Spi-el h-erftellts und oer- tri-öb, -eins -einstweilige Verfügu-ng, wonach ihr verboten wurde, gedruckte Spielregeln zu dem Spiel-, -die von der Fra-nkfurter Firma in einem von ihr in deutscher Sprache -herauLssg-edene-n Buche uiedergelegt waren, sowie -Spielplatten-, die zum Auf- stellen der Spielbeine bestimmt warm und B-ersch-nungstabol- len trugen, weiterMvertr-eib-sn. Die .einstweilige VorfU-gung wurde damit begründ-ek datz die Spielregeln eine Verletzung des Urheberrechtes -enthielten-, das der Antvagstell-erin -boxw. -eines von B-aboock zum -ersten Male 1920 in Ghi-na und der Ver- -einigten Staaten veröffe-ntlichten Buches über das Spiel .ziuftän- ,de, und -datz dass-elbo von d-en Säbelten auch -gelten müss-e, di-e
fast -wörtlich dem B-alboocks-chen Buche -entnommen seien. Durch Urteil des OLG. (1. U. 194»24 v. 13. Mov. 1924) .mürbe die -einstweilige Verfügung -aufgehoben, .weil nach d-er Beweisaufnahme wed-er -eine Verletzung dos Urheberrechts noch ein Vorstotz gegen das Wettbewer bg-sfetz als -cenögend glaübhaft a-n- ges-ehsn wurde. Bei der weiteren Verbreitung, die jenes Spiel auch bei uns gefunden .hat, dürfte -es oon ö-nteerss-eu fein, festzustellen, in welchem Umfange es in Deutschland gewerblichen Schutz finden 'kann. Das Urteil untersucht nun genau die einzelnen Punkte, die di-e Amerikaner für -ihren Standpunkt -ins Feld führen. Ls kommt zu folgenden Grg-ebnifs-en:
Mtz-ren.zeichlsns-chutz -geni-etzt die Bezeichnung Mah-Songz nicht, das Wort -ist Freizeichen im Sinne des Paragraphen 3 de s Warenzeichen-gesetzes g-eworden, welchen Standpunkt a-uch das Patsn-tamt teilt. Auch Gebrauchsmusterschutz kommt nicht -in B-etra-cht. Das Spiel als solches war Sahrhu-nderte vorher bekannt; di-e von den Amerikanern vorgenomni-ene Kennzeichnung der Steinchen mit arabischen Arffern ist kaum als schutzfähige Deistung zu werben, autzerdem hat d-i-e 5- A. Dichter A^- G. di-eselb-e Anovèuung seit 1919 vorbenutzt. Dass-elb-e gilt von d-en s-og-enannten Spie-lplatten. Was die angebliche Verletzung des Urheberrechts -anlangt, so kann zwar -e:n Buch, das eine -B-es-chreibung von Spielregeln -eNthL.lt, Gegen-stanb des ur- -he-berrechtlich-en Schutzes fein; es mutz aber der Nachweis des Plagittes erbracht werden; -blotze, wenn -auch fa-ch-iche Uebereinstimmungen bei -der Beschreibung eines allgemein bekannten SPi-els genügt -nicht. Auch unlauteren Wettbewerb stellt das Verfahren der Frankfurter Spielwarenfabrik nicht dar, zumal zahlreiche andere Firm-sn in Deutschland Mah-Songg- Spiel-e in fast gleicher Ausstattung vertreiben.
Grgeibuis: Das Wah-Songg-Spiel genietzt in Deutschland ■keimen gewetzbli-chen Rechtsschutz und kann von jedermann her- gestellt und verbvoitot werden. Gs fragt- sich nur, wie lange die Ma-h-So-ngg-Alode anhal-ten -wird. . .
Bon Drinnen und Draußen.
Irgendwo an der Ostsee, vierte Su-liwocho 1925.
Heute will -ich mi-ch mit Amerika befass-en. Fast -ausschließ sich mit Amerika. Gineste-i-ls, weil mir .Guropa augenblicklich keine rechte Freude macht — bis auf -den kleinen Strandstrich am M-e-er, wo -ich in der Sonne sitze, -und der überhaupt nicht mehr zü dies-er Welt zu- gehören scheint, so -hi-mmlisch schön -und still -und -go-ldeu-en besonnt -ist -er — andernteils well sich in Amerika -ebensoviel und so interessantes und so Nachahm-ens- wevkes abfpielt. Jeh könitts darum -gleich im allgemeinen -eine Dobrede, -eins Hgmn-e auf das Aankee-Dand, aniftimmen. Aber — um die schöne Gli-ed-erung -noch -einmal .M -gebrauchen: seines teils“ -b-esorgt das bei -allerlei Festessen da drüben schon unser G-es-andt-er der Herr von M-altza-hn -in -einer gehobenen Stirn» mungsprosa, — ,/»ndernteÄs" -hat -es -in -unsrhört-er Grotzzüg-ig- koit d!-s zu -Unrecht von all-en vergnügten Menschen fast schon
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15 :
Plaudereien von Spectator.
Dandregen, seit vierun-dzwanz-ig Stunden -unu-nteöbrochen, riefelt trll-kse>!-iig auf -di-e Gride, die Mit idurtstigsn -Hügen das Dakf-al trinkt, -das chr bei der glühenden Hitze — seit 1899 war das -Thermometer nicht mehr so ho-chM-stiegen, wie -eben setzt — recht willkommen war. Mens-chon und Liers atmen auf, die Matur hüllt -ihre farbigen Glieder in neue Frische. Aber zu Anfang dieser Woche, als der he-i-tze Glast -ers-chlaffend auf -den meisten Geschöpf-en -lag, war die Sonnsnglut -ein Dorad-o für die Schmetterlinge. D-i-e Hochzeit der so schädlichen. K-ohlw-eis- 'lings Hub an. Und di-e Hitro-n-e-nf-alter beeilten sich, -ebenfalls o-n-z-usi-i-mmen. Auch sie -gehören „zum Stamme tene-r Afra, die -da sterben, wenn sie lieb-en". Denn bald ist -ihre Seit -dahin, noch ehe die He-bbststüvme über Ibas Dand brausen. Vorher aber gilt -es für Madame B-utterflg -und d-e-n Galan, thre Z.o-riipfba-nzung zu sichern, -damit bas Geschlecht -der wenig nützli-chMSchmetterlinge nicht auislftebb® auf G-rd-en-. Sm Di-e- besspiele sah 'ich -u-nzähl. diHer am meisten hier -vorkommM-sn gewöhnl. Kohlwe-is-linge und -Hitronenfalter in -den glutheißen Sag flattern. U-nd -auch bei -diesen -ni-edere-n G-eschö-pfen die Brunstzeit, -die sie für die Umgebung -blind -und -taub macht, wie den balzend-e-n Auerha-hn- -und -den rö-hrsnd-e-n Hirsch-, Bo-n d-er Berran-da des P-ar>kho-te-ls, -die mit -Mißd-Mk W-el-n- umwachsen, freu-ndllch kühlen Aufe-n-t-ha-lt b-ei der Soinnengtat biât und wo iben Blick immerwieder -gefesselt wird durch das unoer» gleich schöne Mhö-npan-orama, sah -ich (beim -Diebestanz -dreier Hitrom-enfalter zu. -Gin W-eib-chen sicherlich und zwei Männchen. Sie hoben sich hoch ta die Düste, .zwölf M-ster -hoch- stiegen sie und flatterten davon über die Draht« iber Fernspröch- titung des Gck-haus-es an -der Nissiger- -und Ada-lbertst-ratze. 00 -hoch habe -ich Hit-ronsn-faâer wohl -no-ch nicht steigen s-ehe-n. ^lfechuch-t und Siebestaumel trieb die Drei in Höhe-n, die .ein ochinettsriling selten -erklimmt. Und lauert doch die Gefahr in Wen Regionen. Schwalben umkreisen die -allzu hoch M-sti-e- -g-en-en -kleinen Schm-etterlings. Die aber achten -ihrer -na-t-ürli- rben Feinde -nicht. Der D-i-cbesrausch -umfä-ngt die Sinne. Für i-e bede-u-t-e-t das luftige Reich unter blauem Himmelszelt und 'heißer Sonne -eine Dieb-esi-nse-l auf der -sie sich sicher wähnen tam H-asch-esp-i-el und süßen Kosen. — —
Unb -vor mir taucht auf die Grinn-erung an -ein-e andere -Di-e- besinsöl, die ich kennen lernte, als lieh den jungen Grotzherzog Adolf Frisd-rich 6. von Meck>le'nburg--St-voVitz nach seinem f-elbst- geivä-hlte-n Lod -im März 1918 betten -Hals in das Grab, das er sich -ans-gesucht, ^tch, hätte er doch in -die -Hukunft schauen körn» neu! Wenn die N-oveMberstür-ni-e die -auch dem letz-te-n Sch-m-et- terling, iben d-er Huf-all etroa noch -erh-alte-n ha-t, -l-ang-e nach den Gespielen dwhinraf-st, wenn -der Nov-eMb-ersturm -der Revo-'-u.- Aon 1918 -e-rb-ra-nste, und dem Süßten -d-es Stwlitzer Landes den Lhron geraubt, d-ann (hätte auch er da s Glück des Lebens ge
funden.. Der noch unverehelichte, reiche .Fürst würde die Frau seiner Diebe, -eine betonte Sängerin -bürgerlicher Abkunft haben 'heiraten können. Niemand -hätte -ihn mehr an -der Gr- füllung dieser Diebess-shns-ncht gehindert. Nur eine kurze Span» ne Hoi-t, kaum- mehr denn ein -halbes Sahr zu warten. Aber kann man in die Hukunft fehm, -wer konnte im Frühjahr 1918 wissen, was -der November 1918 uns Deutschen Zürchterl-iches, und doch für den Fürsten im M-ecklenburg Glückverheitzendes -brachte!--
„Diebesi-ns-el" hieß man sie -im freundlichen Flecken M-i-rvw, dessen .schmucke kleine Landhäuser gleich beim Gintritt d-e-n Frem den so -anheime-l-nd grüßen, -wo di-e -meckl-enkur.g--stvolitzs.chen Fürsten -ihre -letzte 'Ruhestätte haben. — Di-e Jmfel im See ist ei» gentlich -eine Halbinsel, d-e-n-n seit lan-g-e-m ist sie durch Aufschütten mit dem Festlande -v-e.rb-u-nd-e-n. Wenn bie Akazien und Linden auf der kleinen Jnfel berauschend duften, d-an-n lustwaudeln Èie jungen Msns-ch-e-nkinder dort gern zu zw-eisn, und aus den Büschen schluchzt di-e Na-chltica-ll ihren al-t-sn- Sang von der Li-e- be Lust. Die kosenden Pärchen -aber nannten das Giland dis ©lebe staffel! —
Setzt -war d-er Lod auf d-er Jnfel eingejiogen. Soll man sie nun Lotsn-inssl nennen? Soll -man- sie oergleichen der Böckliu- sch-e-n Loteninse-I mit d-e-n düsteren Hgpressen, mit d-em Fe-lsentor, in das her Na-ch-sn mit seiner -traurigen Fracht -Ginfahrt hält?
Nein und abermals -nein! Die Jnfel darf meiter di-e Diebe sinsel -heitz-sn. Denn der einsame Schläfer, der dort fern von den Sarkophagen der Zürste-n-grnft -ruht, -in der die Ahnen der Auferstehung en-tgsgensch-l-u-mmern, -ha-t durch der Di-ebe Leid ja geendet. Jft er -auch -nich-t „in Schönheit -gestorben", so hat er doch in Schönheit gelebt, und er war uns -in seiner Sugendschö-ne der so-nn-iNe -Lo-t-ll-as der Obotriten. So prägen -wir -ihm dies-en Namen.! Und -w-ie jener junge König der Goten-, der noch einmal des Reiches Herrli-chke-i-t -erneuerte, die vor -ihm der große Theodor-ich -errichtet hatte, als -letzte Ruhestätte sich -den- irun» derlieblichen Hain des Klosters spes bonorum wählte, wohin -er totw-u-n-d- -nach der Srbilacbt von -Ta-gina-e getragen ward, so wollte auch unser Lotilas am Rufen der Natur ausrubon von all feinen Kämpfen, die -ihm -die Seele zermatte-t ha-b-eu. An der Diebe sta-rb -er, wie -Lotilas -starb. And -d-eshalb wird das Sitanb dort im Mirower See die spes bonorum -der M-ecklem- burger sein. D-ie -Hoffnung der Guten! Die Hoffnung, daß aus seinem ö-nselgrab die Liebe -ausstehe-n -w-ird-, d-ie alles v-cr-stöht, und alles verzeiht. Darum soll man ibas Kleine Giland -auch fürderhin die Dicbes-i-nsel neunen. Der hier schläft, der Fürsten- sprotz -ist ohne Fehl gestorben er hat viel geliebt und ist Piel ge» liebt worden, und- d-eshalb muß -ihm -nach dem Wort des Hei- -la-nd-s viel -vergeben -w-erd-en-. Soin weiches Herz voll Schönheits sinn schlug ja so Heitz; ibies zuckende, -arme Herz mußte -nicht mehr -ein -noch aus; es sah -nicht Mehr d-e-n- Ar iabne saßen, der es aus d-em ©abyrinth verstrickender selbstquälerischer Vorwürfe — die ach so nichtig rooren — -hi-na-usDhrte in die sonnige Frei heit der Selbstbestimmung. Da hörte es auf zu schlagen. And -es wutz-te- sich nicht besser zu ibetl-en, als -in Dicht und Sonnen»
schein auf jener Di-ebesin-sel. Ls -ist wahrlich die rechte Grabstätte für den jungen Grotzherzog Adolf Friedrich 6. Wie er in seinem Pa-rKhaus in Schönheit und Pracht gelebt, umgeben von der b-eseligend-on Nähe gesammelter KuuWchätze, wie fein Rück stets so gern auf den blumigen Auen, -den grünenden Wälde-r-n und blauen Seen feiner Heimat geweilt, so grüßen ihn nun -auch im Tode diese treuen Begleiter auf seinem Oebens» pfad. Murmelnde W-oll-en singen ihm, an das Lü-and brandend, -das Schlummerlied zum -ewigen Schlaf, aus den Zweigen die fein Grab überschatten, kommen die Vögbeiu unb setzen sich auf sein Grab, wie auf das Wa-lthers vo-n der Vogelweide, und bunte Bl-um-e-n nicken vom Hange des Sees zu dem Jnfelgrab herüber.
And d-amlit auch seiner Vorliebe als Kunlftsammler -noch -im Tode Genüge -gefch-ah: auf eben her Stelle einer alten Siebe» lung -d-er -Wenden ward Adolf Friedrich, Fürst d-er -Wenden gebettet. Als man das Grab -aushob, das so sinnig mit abge» -hauen-en Hweigen der ©ebensbäume ausgelegt wurde, da fand man wendische Altertümer, di-e -in grauer Vorzeit der Pfahl- ibauer dort als Gerätschaften -benutzt. Jn d-en Bestimmungen über seine B-eisetzung bat der junge -entschlafene Landesherr, daß man sein Grab recht vorsichtig -graben- möge, damit, wenn man -wendische Altertümer -fände, man sie -nicht beschädige. Auch dies -hat -er -noch bestimmt, datz beim Aacsheben seines Grabes -etwa -gef-nnd-ens Grinnerungen aus der Väter Arzeit dem Museum -in Neustrelitz -einverleèbt werden sollten. Ls 'ist -geschehen. Wenden zeich-en aus des jungen Fürsten Grab.
Wo aber einst der alte -Wende, der hier seine Siebetang durch den Pfahlbau im See vor den Angriffen der wilden Giere und wohl auch der Menschen sicherte, dem Lzernebog opferte, da -erklang, als man den jungen Fürsten am ersten Sonntag im März 1918 zur ewigen Ruhe bestattete, am offenen Grabe die Ghristenb-itt-o im Vaterunser: „Vergib uns unsere -Schuld wie auch wir -vergeben unseren Schuibigern“.
Und keiner der.Mgegeu war, wird jemals den herzbewegenden tief «ergreifenden Gindruck vergessen-, -de-n. die über das Grab auf Iber Jnfel dahinsinkende Großherzogin Ll-i-sabelh bereitete. Wahrlich -eine Riobegrupp-e: di-ese Mutter, die von ihrer -Tochter Herzogin Marie gestützt, vor dem offenen Grabe stand. Fassungsloser, namenloser Schmerz, der dieses 9ilutter» her? zerfleischt, der nun -auch der letzte Sohn genommen. —
G-infam liegt das Jnfclgr-ab. Die -alten Gillen und Linden, der -ei-nzeln-on Gsche -ragender Stamm — schnitt nicht auch Wo- tam aus d-er Weltesche Schaft seinen Munenspser — halten treue Wacht am Grabe. And sie -weinten über ihn! Langsam tropfte der Schnee, der sich von der Mä-rzsonne Strahl-en- aufgelöst, in Lrä-n-e-nbäche-n auf das frische Grab. —
Der Fürst in seinem -einsamen Trabe, -auch er -hat den Frieden gefunden. Die Mecklenburger Landeskinder aber pilgern .zu feinem Grabe und streuen noch heute Blumen auf bas Grab des jungen Fürsten, der beim Jkarusflug -nach «der Sonne Schönheit so jäh abstürzen mußte. Blumen der Liebe auf der -Liebesinsel.