Einzelbild herunterladen
 
  

dem Ehvsnde-Nkmai der 24er eine Gedenkfeier für die Gefal­lenen statt. Oluf dem Paradeplatze, inmitten des Städtchens, formierten sich dann die Kolonnen in zehn -Treffen hintereinan­der zur Parade. Die vorderste Kolonne ist schwach nur an pafü. Die letzten aus den großen Kriegen deutscher Einigung sind -es, und unter -ihnen ein Greis von 89 Fahren, den einst vor Düppel eine Dänenkugel -uiederwarf. Bon drei Spitzenreitern in Artillerie-uniform eskortiert, trifft Generaloberst von Herrin gen ein. Obwohl sichtlich noch schwer leidend, läßt der alte Ge­neral sich nicht a-bhaltem den Wagen zu verlassen und die -lan­ge 3 tont zu Fuß abzugehen. Er will seinen Kameraden, deren Bund er mit rastloser Energie durch die Wirren der R-ach- kriegszeit hindurchgefUhrt hat, selbst ins Auge setzen. Mit jedem der alten Veteranen spricht er länger. Nach -dem Ab­schreiten der 5 tont nahm Generaloberst von Hee ringen wieder im Wagen Platz und ließ vor dem Kriegerdenkmal die ver- sammelten Verbände an sich vorbeimarschieren. Am Sonntag abend fand am Stadtgarten eine Flottenparade mit Heuerwerk auf dem Neuen Ruppiner See statt.

Der Kampf um den Pol.

wb. Oslo, 7. Suli. Dem Vertreter vonSjoefartsbibenbe erklärte Amundsen, daß er sich die Aufgabe gesetzt habe, über das Polargebiet nach Alaska zu fliegen. Er hoffe, mit der Zeit dieses Ziel erreichen zu können. Auf die 3tage, ob für feinen Plan Luftschiff oder Flugzeug in Stage käme, antwor­tete Amundsen, darüber könne er sich noch nicht äußern. Die Aufgabe liege darin, die großen unbekannten Gebiete zwischen Alaska und Spitzbergen zu erforschen. Ellsworth erklärte, er sehne sich nach dem arktischen Gebiete, er werde jedoch dort­hin -niemals mit dem Flugzeug zuriickkehren. Luftschiffe seien jedoch verwendbar. Zeucht erklärte, daß er niemals mehr 'an einer Flugzeugexpedit-ion in das Polargebiet teilnehmen werde, da es keine Landungsstellen gäbe. Auch er fei der An­sicht, daß Luftschiffe sich gut für derartige Expeditionen eignen. Om-bas sagte, er würde gern die Expedition wieder mitma- chen, am liebsten mit dem Zeppelin.

Die politische Lage in Zrankreich.

wb. Paris, 7. Juli. Außenminister Briand hat gestern nachmittag den englischen Botschafter Lord Erewe empfangen.

wb. Paris, 7. Juli. Nach Schluß des gestrigen Minister- rats gab Ministerpräsident Painleve beruhigende Erklärungen über die militärische Lage'in Marokko ab. Auf die von einem Journalisten an ihn gerichtete Stage, ob er beabsichtige, zwei Fahrer-Klassen zu mobilisieren, wie man behauptete, erklärte Painl-eoe, daß an dieser Behauptung kein wahres Wort sei und daß man dies energisch dementieren müsse.

wb. Paris, 7. Juli. Havas veröffentlicht das offizielle Kom Munigu-e über die militärische Lage an der spanischen Marok­kofront. Darnach hat der Zeind im Verlaufe einer durch Po­lizeitruppen ausgeführten Operation unter Verstärkung gewis­ser Punkte der spanischen Postenlinie 10 Tote und Waffen zu- -rückgelassen. Die Spanier hatten 35 Tote und Verletzte zu ver­zeichnen, darunter 4 Europäer.

wb. Paris, 7. Juli. DerMatin" schreibt heute über die französisch-spanischen Marokkoverhandlungen, die Verhand­lungen machten jetzt günstige Fortschritte. Die beiden Delega­tionen seien jetzt ungefähr einig über die den Rifleuten zu stel­lenden Zriedensbedingungon an dem Tage, an dem sie sich be­reit erklärten, den Kampf aufzugeben. Das Blatt dementiert die Nachricht, es solle ein öffentlicher Friedensappell an Abd el Krim gerichtet werden. Es verzeichnet ferner das Gerücht, daß wenn die internationale Zone -von Ganger bedroht werde, Großbritannien vielleicht Seestreitkräfte für die Deberwachung der Küste zur Verfügung stellen werde. Hierüber habe sich ge­stern Briand mit dem englischen Botschafter unterhalten.

wb. Paris, 7. Juli. .Etzicago Tribuna" veröffentlicht eine Depesche aus Tanger, nach welcher der Kommandant der in* teF-nationalen Polizeilruppen, beunruhigt durch Nachrichten, die einen Angriff gegen die internationale Zone für möglich Hal ten, telegraphisch um eine Verstärkung der Polizei truppen um 7000 Mann gebeten habe.

wb. Paris, 7. Juli. Zum Oberbefehlshaber der marokka­nischen Streitkräfte ist der Kommandant des 30. Armeekorps am Rhein, General Moulin, ernannt worden. Wie derMa- fm berichtet, hat General Guilleaumont, der allgemein als für den neugeschaffenen Posten am meisten in Aussicht genom­mene General bezeichnet wurde, das Anerbieten abge-lehnt; denn, so heißt es in dem Blatte: Jn dem Augenblick, -in dem das Ruhrgebiet geräumt wird und in dem die Deutschen Nutzen aus unseren Schwierigkeiten in Marokko ziehen, um eine schäd- lidje Propaganda zu entfalten, kann ein Ehest der Erfahrung an der Rheinlinie -hat, nicht olme Ungelegenheiten versetzt wer­den. Sowohl der Präsident -der Republik als auch der Mini­sterpräsident hätten diesen Argumenten des Generals Guilleau- mont beitreten müssen. General Ra-Ulin, der neu -ernannte Be­fehlshaber, hat längere Zeit in Marokko gedient und war wäh rend des Krieges 1918 Führer eines Armeekorps. Nach dem Waffenstillstand befehligte er bie alliierten Streitkräfte in Schlesien, ging alsdann als Div isio nskomma ndeur nach Oran, hielt sich eine Zeit in der Levante auf und erhielt alsdann als Nachfolger des Generals Mordcq das von ihm bis jetzt inne® gehabte Kommando in Wiesbaden.

die französische Front von den Kabglen durchbrochen.

wb. Paris, 7. Juli. Die Lage der französischen Truppen an Marokko wird täglich kritischer. Abd et Krim hat -entlang der -gesamten Front, die etwa 30 bis 40 Meilen -lang isst die Offen­sive ergriffen. Die Stämme, die nordöstlich von Fez und Taza mahnen, und bisher den Franzosen freundlich gesinnt waren, ha­ben von -ihrem Sultan Mulag Juffuff gefordert, daß er gegen weitere Zusammenziehungen von Verstärkungen in ihrem Ge- biet Einspruch erhebe. Die -offiziöse Agentur Radio -veröffent­licht aus Fez eine Aufsehen erregende Meldung über die außer pr deutlich schwierige Lage der Franzosen in der Gegend von Fez. Jn dieser Meldung heißt es wörtlich u. a.Die politische Lage beginnt in der Gegend von Fe? recht kritisch zu werden. Eine Reitze von Stämmen, die uns bisher treu geblieben wa- ren, wollen abfallen. So sind die Braues, die bisher unter Hauptmann Mege tapfer auf französischer Seite -gekämpft ha­ben, umgefallen. Nachdem ihr Gebiet gänzlich vom Feinde Überrannt war, hat -der größte Teil des Stammes -den fran- zösischen Gen-eralstab amtlich davon in Kenntnis gesetzt, daß

Frankreich nicht -mehr auf -ihre -Unterstützung rechnen könne.

Zwei Drittel des Stammes find darauf sofort abgefallen. Die übrigen Stämme in dem von den Rifleuten besetzten Ge­biet sind voller Verzweiflung, da sie die Ernte, die ihnen -das Oberkommando versprochen hatte, nicht einbringen können. An Stelle eines französischen Vormarsches erleben sie täglich neue Vorstöße der Rifleute in die französischen Linien, beglei­tet von Plünderungen und Terrorakten. Die mohammedani­schen Behörden des Gebietes erklären offen, daß, wenn nicht sofort eine energische, den Feind völlig niederwersende Offensi­ve einsetzt, sie nicht mehr die Verantworlun-g für die Haltung der Stämme übernehmen könnten, die bisher den Franzosen treu geblieben waren. Zusammenfassend kann -gesagt werden, daß die gesamte Lage immer bedenklicher wird und daß die Be­drohung von Fez durchaus nicht mehr nur -eine Legende .,..

Englisches Unterhaus.

wb. London, 7. «Juli. Auf eine Anfrage, ob die -Regierung dem Parlament Beweise für die Verantwortung der Sowjetre gievung bei den Unruhen in Ehina geben könne -und ob -eine darauf bezügliche Note an -die Sowjetregierung abgesandt wer­de, erklärte Chamberlain: Die Reden der Gesandten der Sow- jetregieru-ng in Peking sind genügend als Beweis für meine Feststellung bezüglich des. Einflusses der Sowjets bei der An­zettelung der Unruhen. Aber wir haben noch weitere Beweise, die jetzt bekannhugeben ich nicht für angebracht halte.

Aus Studt und Zand.

Fulda, den 7. Zuli 1925.

Familiennachrichten aus Fulda. Das Fest ihrer goldenen Hochzeit feiern am 13. Juli Franz Harbach und Frau Ama­lia geb. Vonderau im benachbarten Dorfe Petersberg. Ver- mählt haben sich: Karl Kolb und Fräulein Käthe geb. Lotz. Verstorben sind: Kaufmann Wilhelm Heß, (60 Sahre alt), Wilhelm Ruppe r t-i (59 Sahre alt), August Gärtner (51 -âahr-e alt), -und die unverehelichte Walburga S ahn (84 Sahre alt).

Wettervoraussage für Mittwoch.

Zunehmende Bewölkung, etwas wärmer, Neigung zu -Ge- witterbildung und Regen.

Zapfoustreich im Neuen Theater. Es ist der Direktion die­ses Lichtspieltheaters mit vielen Kosten gelungen den Lensa- tionsfilmZapfenstreich" noch auf -einmal, aber nur für einen Tag, tzereinzub-ekommen. Der Film war bereits in eine -andere Stadt abgegeben. Weil jedoch aus dem Publ-iKu-m der Wunsch vielseitig laut wurde, diesen erstklassigen Film nach dem berühm­ten Drama von Beger le in, noch einmal hier zu setzen spielt nun am Mittwoch, 8. Suli das F-ilmdrama nochmals im Neuen 'Theater. Hoffentlich erkennt -das Publikum durch zahl reichen Besuch die Bere-itwilligkeit der Direktion am

Welche Reichsbanknoten gelten noch? Jn der letzten Zeit haben eine Anzahl Reichsbanknoten und die alten Renten-bank- scheinL über 50 Rentenmark vom 1. November 1923 ihre Ei­genschaft als Zahlungsmittel verloren, und dadurch ist in den Kreisen der Geschäftsleute ein gewisse Unsicherheit über die Gültigkeit der im Verkehr -befindlichen -Geldscheine entstan­den. Aufgerufen sind: 1. sämtuche Reichsbanknoten, deren Ausfertigun-gsdatum vor dem 11. November 1924 -liegt; 2. die Rentenbankscheine zu 50 Rentenmark mit dem Ausfertigungs­datum 1. November 1923. Gültig sind noch: 1. alle auf Reichs mark -lautenben Reichsbanknoten, die seit dem 11. Oktober 1924 ausgegeben sind; 2. die Rentenbankschein-e über 1, 2, 5, 10, 100, 500 -und 1000 Rentenmark mit dem Ausfertigungs­datum 1. November 1923; 3. die Rentenbankscheine über 50 Rentenmark mit dem Ausfertigungsdat-um 20. März 1925.

Fortfall der Suli-Hgpothekenzinsen von Aufwertnngshgpo- theken. D-er Artikel 3 des nunmehr im Reichsgesetzblatt ver­öffentlichten Gesetzes zur Verlängerung -der Geltungsdauer der 3. Ste-uernotverordnun-g hat folgenden Wort-lant:Di-e -ge­mäß Paragraph 5 der 3. Steuernotverordnung geschilderten Zinsen werden nicht vor dem 1. August 1925 fällig. Der Gläu biger kann die Annahme einer früheren -Zahlun-g -ablehnen.

Die diesjährige Sommerreife. Die Ham-burg-Südamerika Dampfschiffahrtsg-ösellschaft -plant Erholungs- -und Studienrei­sen nach Südamerika, da nach den zahlreich an sie gerichteten Wünschen ein Bedürfnis hierfür vorhanden ist. Die -erste -der­artige Reise, wofür das modernste und sctzöiOe Einheitsschift dritter Klaffe, das Doppelschrauben-SchnellmotovschiffMon­te Olivia" zur Verfügung gestellt werden soll, beginnt am 15. Juli d. Js. in Hamburg und führt über die spanischen Häfen La Eoruna, Vigo sowie über Lissabon nach Rio de Janeiro und Buenos Aires, in denen nach Wunsch der einzelnen Teilnehmer die Zeit von drei bezw. zwei Wochen bis zur Rückreise des Schiffes verbracht werden kann, Jn den Reisekosten, die zu 1000 Mark festgesetzt worden sind, ist -außer der Hin- und Rück reise in den -bequemen, mit fließendem Wasser und allen ande­ren Annehmlichke-iten ausgestatteten Kabinen dieses Schiffes auch Unterbringung -und Vevpf-legun-g in Rio de Janeiro bezw. Buenos Aires -eing-eschlosfen. Diese neuartige Regelung schützt auch den weniger Reisegewandten vor unangenehmen Erleb­nissen, die u. a. -den- Zweck dieses Aufenthaltes illusorisch machen können. An Nebenkosten, di-e von den -Teilnehmern zu tragen sind, bleiben nur die Ausgaben für Fahrten mit Bahnen, Fäh­ren, Besuch der Sehenswürdigkeiten usw., Au-sga-ben, die sich unschwer mit -der finanziellen Leistungsfähigkeit des -ei-nzel-ne-n in Einklang bringen lassen.

Noch keine Besserung des kaufmännischen Arbeitsmarktes. Die Nachfrage nach Kaufm-an-nsgehi-lfen war zwar zum Schluffe des oerfgangenen Monats etwas lebhafter, di-e Gesamtlage hat sich aber auch in unserem Gebiete -eher noch verschlechtert denn verbessert. Junge K-urz- -und Maschinenschreiber wurden und werden immer noch gesucht! Außerdem scheint ein ausgespro­chener Mangel an wirklich tüchtigen und erfahrenen Reisen­den zu bestehen. Sehr schwer ist es, Angestellte -unterzubringen, die in den letzten Monaten den Geschäftszweig gewechselt ha­ben. Dm-ch die zum Viertel-jahresschluß ausgesprochenen -Kiin- bigunlgen wurden, wie wir dem Bericht der -Stellenoermittlung des D. H. V. entnehmen, wieder sehr viel ältere Angestellte betroffen. Jm Allgemeinen bietet also -der kaufmännische Ar­bei tsmark-t ein nach wie vor recht trostloses Bild.

Gesellschaftsfahrteu in der Nhön. Von der, inmitten des schönsten Teiles der Rhön -gelegenen, als HöhenluftKurort, Win terfportplatz und Ausgangspunkt zum Fliegerlager Wasfer-Kup-

pc bekannten Kreisstadt Gersfeld äUS ö-eränstaltet die Deut- ; sehe Reichspost mit einem 22|ißigen neuzeitlichen, luftbereiften Kraftwagen Gesellschaftsfahrten nach sämtlichen Ausflugs- - punkten -und Badeorten der Rhön und nach der -weiteren Um­gebung. Die Fahrten werden mit dem Verkehrsverein und den Gaftbofsbefißern zusamni engestellt -und -in deren Lokalen be- | Kannigegeben. Der Wagen kann außerdem jederzeit von ge­schlossenen Reisegesellschaften, Vereinen usw. bei dem Postamt I in Gersfeld (Rhön), das jede Auskunft erteilt, im Voraus be­stellt werden.

Plagegeister des Sommers.Keine Rose ohne Dornen!" i sagt ein altes Volkswort. Auch die schöne Jahreszeit hat -ihre : Besch werden. U-eb-ermäßige Hitze -beeinträchtigt nicht nur -un­ser -Wohlbefinden, sondern bringt auch die Gefahr des Hitz- \ schlages und Sonnenstiches mit sich-. Gewitter, so segensreich sie auch im Haushalt der Natur wirken und so w-illkontme-n sie manchmal auch dem Landmann sind, bilden doch -eine -unange­nehme UcberraJ-cßung für -solche, die sich von d-er warm-en Sonne ins Freie haben hinau-slock-en lassen. Zu den lästigsten Plagen und Beschwerden des Sommers aber -gehören ge misse Jnfekten, die sich wie kleine Vampire lüstern auf uns stürzen und uns den Aufenthalt im Freien, -namentlich an den Abenden schier uner­träglich machen können. Wohin wir auch flüchten, -in die Ber­ge, -an die See, in den Wald, -ins Feld, ob wir mit den kühn­sten Wanderer der Erde, wie Sven Kedin, im Geist durch die Wüste reisen -ob auch Amundsen auf feinem Aordpolfluge , unter ihnen zu leiden -hatte, bleibe dahingestellt oder ab wir Flügel der Morgenröte nähmen und flögen ans äußerste Meer überall sind sie da. M-achen wir eine kleine Wanderung, -ein Schwarm kleiner schwarzer Fliegen geht mit uns und umkreist unseren Kopf wie eine Schar Monde seinen Planeten. Da hust kein Schlagen, kein Wedeln mit dem Taschen tu ch-e. Bleiben wir baheim in unserer engen Klause, da gehts erst recht los/ Ein Brummer fliegt durch den Raum, rennt mit einem jähen Krach irgendwo an, summt ein Weilchen und kommt auf der -gleichen Bahn zurück. Endlich ist er erwischt, aber da ist schon ein e anderer, -ein dritter, ein vierter. Bald sind auch sie -erledigt, aber nach dem- zehnten Drummer, der wie die anderen di-e glei­chen Uebungen macht, -erscheint der Kampf au ssi ebtsIos.-«-ttKe erste Stelle aber unter solchen Plage geistern nehmen die LUüx« > ken ein. Besonders in der Nähe von iWass-erläusen, Sümpfen, Teichen und anderen stehenden Gewässern schwärmen diese leicht beschiv-in-gt-en Bewohner der Lüfte zu Tausenden -umher -und überfallen ahnungslose Menschenkinder. Sie verfolgen sie bei Tag und bei Nacht. Der Staub der Landstraße, der würzige Ki-e fernduft, das heilige Schro-eige-n des Buchenwaldes, der sal­zige Atem der See, alles -ist -durchsetzt mit Mück-e-n, Dabei besitzt jeder dieser Unglückswesen eine zu l-Pige-m Rüssel ver­längerte Lippe, die wie ein spitzer Dolch wirkt. Mit diesem - Henkerswerkzeug fallen die Quälgeister über uns her. Gegen sie zu -kämpfen ist ganz vergeblich; wir ziehen -dabei in jedem Falle den Kürzeren. Seltener als die Belästigungen durch Mük ken und Fliegen sind di-e durch Bienen, Wespen, Hummeln und Hornissen. Doch ziehen Stiche von diesen ...,..<ten -biswene-n recht üble Folgen nach sich. -Gefahren bringen solche Stiche be­sonders dann, wenn -zum B-eispi-el ein -ganzer Bienenschwarm über den Menschen her fällt. Ein Allerweltsmu-El, sich die -lä­stigen P-lag-e- und Quälgeister Mvm Leibe w h'aliaur-g-, es -lei­der nicht. Am wirksa-m-sten ist n-och immer das von 'TtffffSWt'" -empfohlene 'Gaoakrampen, unb in diesem Falle mag Pieu-noer -m-eidliche" Zigarette auch bei Damen durchaus am Platze sein. Auch -das Einreiben d-er Haut mit einem scharfen Stoff, wie Kampfervaseline gewährt wenigstens einen- gewissen öebuß. <at man trotzdem von -einem -der -blutdürstigen Tiere -gestochen wor­den, -so empfiehlt -es sich, die Stichstelle mit -etwas Salmiak oder Ae-ther zu betupfen, von dem man bei Ausflügen -leicht ein klei­nes Fläschchen mit sich führen- kann. Geben-falls schwindet dann der -lästige Juckreiz ziemlich -schnell; denn nach jedem Stich kommt es mehr oder weniger zu einer Entzündung, die durch das Eindringen -eines -Giftstoffes, der Ameisensäure bedingt ist. Freilich ist die Empfindlichkeit der -einzelnen gegen Snsökten- sti-che sehr verschieden. Nicht selten sind auch hie Fälle, wo durch J-nJektenJtiche, besonders von Mücken und -Fliegen- Kranlkheiten übertragen werden. Bei Bienenstichen bleibt in den meisten Fällen der Stachel in der Stichwunde zurück. Je schneller und vorsichtiger man den Stachel -entfernt, desto milder verläuft dann -die -Entzündung.

wb. Frankfurt a. M., 7. Juli. Nach den statistischen Be- reebnungen von Dr. Moritz ^Elsaß-Frankfurt a. M.'Mlnmg. die Indexziffer her Lebenshaltung, Nahrung, Kleidung, WohNung, j Heizung, Beleuchtung und Verschi-edenes für den 1. Suli. -ias«p-^ 130,2 gegen 129,3 am 1. Mai. Die Preiserhöhung geht auf die Steigerung einiger Nahrungsmittel, 'insbesondere des Flei­sches zurück. Seit -dem 1, Januar dieses Jahres haben -sich di-e -Lebenshaltung-skosten um knapp 3% Prozent erhöht, während die Durchschnittsrea!llöhn-e in der gleichen Zeit um S Prozent gestiegen smd.

wb. Mainz, 7. Juli. Jm der letzten Sgl-vesternacht hatte der 47j-ährige Günther Bv-hn-er in Fürfeld fünf Schüsse -aus sei­nem Fenster abgegeben und dabei einen Mann durch -einen Schuß in den Kopf getötet. Zwei w-eitere Einwohner wurden verletzt. Das Schwurgericht verurteilte den unvorsi-chtigen Schützen, -der -angab, er habe in die Luft schießen wollen und sei dabei mit dem Rockärmel -am Festster hängen -geblieben, wo- burch die Schüsse auf die Straße gegangen seien, wegen fahr­lässiger Tötung und Körperverletzung zu 2 Fahren und 6 Mo­naten Gefängnis.

Hamm, 7. Juli. -Jn Wsten -gerieten in einer Wirtschaft Zi­geuner und Korbflechter in Streit. Bei der sich -entspi-n-ne-nden Schießerei erhielt der völlig unbeteiligte Geschäftsführer Gru­ben aus Hüsten -einen- Kopfschuß, so daß -er kurze Zeit dararrs verstarb. -D-er Schirmflick-er Klein -erhielt einen B-auch- und einen Armschuß, zwei Zigeuner und ein Zigeuuerweib wurden schwer -verletzt. Nach der Schießerei -ergriffen die -Zigeuner die F-lu-cht. Sie konnten jedoch von der Polizei verhaftet wer­den. Der Haupttäter, der den Geschäftsführer Gruben er­schossen hat, -ist ein Zigeuner namens Wagner, -der schon seit langem steckbrieflich verfolgt wird, weil er in der Nähe von Münster -einen Landjäger -erschossen hat.

wb. Dortmund, 6. Juli. Ein schwerer Unfall hat sich in Kunststein in einem Schlacke »betrieb der Dortmunder Union ereignet. Drei Leute waren zu Beginn her Marge ns chicht -da­mit beschäftigt, einen großen Hohlraum in den Schlackenberg zu treiben als die Schlacken plötzlich na ergaben und die drei 91 rbeitet unter sich begruben. Der Arbeiter Kotzki wurde durch