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Beiblatt.

Vertag: Fulda, Kaualstraße 44

Ar. 153

Dienstag, den 7. Auli 1925.

Mische Morgenrettung.

Ser neueste griechische Staatsstreich.

Soeben trifft mit dem letzten Orient-expreß der erste Be­richt über die Ereignisse in Athen- ein. Der nachfolgende Ar­tikel bringt eine wahrheitsgetreue un-zensur-ierts Schilderung der neuesten griechischen Revolution. (Die. Red.)

Von unserem Athener Korrespon-denten wird uns aus Athen, 30 j-uni geschrieben:

Was bereits des öfteren vorausgesagt wurde, ist nun einge- treten: der griechische Staatsstreich spielte sich ab und glückte! Das Militär überumpelte und stürzte die Regierung, -die wohl ° im letzten Augenblick noch mancherlei Maßnahmen zu ihrer - Sicherung traf, aber viel zu spät damit kam.

Das Ministerium Michal-akopolus hatte trotz mancher Er­folge schließlich doch einige Rückschläge, die nach außen und in­nen seinem Ansehen ungemein schadeten. Es waren dies in er­ster Linie der Abbruch der Verhandlungen mit Serbien, des Bündnisvertrages, um dessen Einbringung -man seit Monaten verhandelte, und den man zu guter!etzt, der -unannehmbaren ^serbischen Forderungen halber, abbrechen mußte; in zweiter Li- I nie der so überaus lächerliche D-eberfall dreier handfester Räu- -ber in Samos, die es zuwege brachten, eine ganze jns-el einzu- - -nehmen, Polizei und Militär zu entwaffnen und in Samos für einige Gage herrschten. So konnte sich das Ministerium M-i- chalakopulos -nicht länger halten und dankte ab. Nach -langem Hin und Her aber wurde Herrn Michalakopulos vom Präsiden t-en der Republik doch wieder der Auftrag der Regieru-ngsbil- dung erteilt und genannter Staatsmann übernahm von neuem in einer wenig geänderten Ausam-msnsetzun-g die Geschäfte und erhielt sogar bei der Abstimmung das Vertrauen des Parla­ments. jmmerhin war seine Aufnahme im Lande eine recht laue, fast gleichgültige, jedenfalls eine günstige Situation für l^en ehrgeizigen General Pangalos, mit einem eisernen Besen dazwisch-en zu fahren und Kehraus zu machen.

jn der Nacht des 24. zum 25. juni war der Handstreich geplant, der sofort restlos gelang. Als die Athener morgens aufwachten, rieben sie sich die Augen und sahen die Stadt von den Aufständischen besetzt. Wohl fielen einige Schüsse, das gehört einmal zu einer Revolution, aber verwundet oder ver­letzt wurde niemand. Herr Pangalos hatte sein Hauptguartier außerhalb der Stadt, in den Kasernen- aufgeschlagen und sandte der Regierung ein Ultimatum, daß sie bis nachmittags 4 Uhr abzudanken hätte. Die Regierung hatte es -damit dann ziemlich -eilig, denn schon am Vormittag unterbreitete sie dem Präsidenten der Republik, Herrn Kunduriotis, ihre Entlassung, die von ihm auch angenommen wurde. Durch die Besetzung der Post und Telegraph konnte Herr Pangalos in das ganze Land den Erfolg seines Unternehmens hinausdepeschieren, zu einer Aeit, da er selbst noch nicht einmal sicher über das end­gültige Gelingen- war. Sein einziger ihm unter Umständen ge- fahrüch werdender Gegner war der General Kondglis, der viel lieber selbst den Putsch unternommen hätte, um sich an Stelle von Pangalos zum Herrscher Griechenlands zu machen.

Die Revolution ist eigentlich eine Palastrevolution, das heißt eine ^Revolution im eigenen Lager der Parteileute, also unter den Venizelisten. Daher auch die unblutige Entwicklung des Vorgangs, denn schließlich sind selbst die Gegner hierKol legen"! Damit ist aber auch zugleich gesagt, daß die wirkliche innere Aersplitterung, die zwischen den alten außenparlamenta­rischen Parteien und der augenblicklich das Ruder führenden Venezelisten durch diese Revolution nur -noch vergrößert wurde, denn Herr Pangalos war einer der Haupttreiber für die Hin­richtung -der kon-stantmischen Minister, was ihm -natiirl. von den Rogalisten nicht vergessen wird. So «dürfte selbst dem armen Griechenland durch die letzten Ereignisse der innere Friede noch lange nicht beschieden sondern nur ein Hin-ausschieben der end­gültigen Regelung der schwebenden iHauptsragen- erfolgt sein.

Das Programm des neuen Machthabers gibt sich natürlich, wie immer in solchen Fällen, höchst vielversprechend und beru­higend. Nun ist der General auch ein zielbewußter, -energischer Mann, der sicher manches am Volkskörper auftauchende Ge-

Der Intendant und seine Zöchter. I

Roman von Pet«r Prior.

Lopgrigt by M. Feuchtwanger Galle).

5. Fortsetzung.

Hedwig war wie vor den Kopf geschlagen. Das war der Brief ihres Bräutigams! Von diesem Mann hatte sie sich küssen lassen! Von diesem Manne hatte sie gehofft, geheiratet zu werden. Sie las den Brief zwei-, dreimal, aber sie fand ; - Keine Stelle, aus der sie Grost schöpfen konnte.

Am nächsten Morgen aber erschien ihr das Schreiben viel weniger -hoffnungslos. Vielleicht hat er nur mit Rücksicht auf mich so fremd geschrieben!, sagte sie sich. -Es ist doch sehr wohl U möglich, daß er denkt, -ich betrachte mich nicht als seine Braut. I jedenfalls denkt er an mich; sonst hätte er mir überhaupt nicht i geschrieben.

A^wig und Käthe machten noch Morgentoilette, als ihnen das Aimmermädchen eine Visitenkarte brachte: Peter Fasten- Hamm, München. Das war Frau von Sommerecks ältester Lruder, der der Familie des jntendanten, soweit sich die Mäd chen zurück -erinnern -konnten-, äußerst -kühl gegenüber gestanden war. Die Mädchen vollendeten ihre Toilette und stellten dabei 2 e -erdenklichen Erwägungen an, warum der Onkel gekommen wn könne. Das Wahrscheinlichste -waren Erbschaftsangelegen- heiten.

Als sie das -Aimmer betraten-, -das ihnen als Empfangs- raum diente, erhob sich Onkel Peter vom Stuhl unb streckte lächelnd die Hand entgegen. Mft herab gezogenen Mund­winkeln saß der Vater, der sich mit seinem Schwager bis zum Eintritt der Töchter un-terhalt-en -hatt-e; daneben. Onkel Peter w nur -kurz bei den einleitenden Worten auf. Dann

ö-- 17ut Rur? oct ven eimenenoen Morten auf. Dann er- Ichautc a e er, er komme als der älteste Bruder der Mutter, in der | scharf:

schwur rücksichtslos beseitigen wird, und mfos-ern dürfte der Wechsel in gewisser Beziehung zu begrüßen sein. Seine Ein­stellung Deutschland gegenüber ist wohl nicht unfreundlich, doch bleibt in dieser Hinsicht die Entwicklung der nächsten Aeit ab­zuwarten.

Au den Ereignissen selbst ist noch zu berichten, daß am Mor­gen des Staatsstreiches die Stabt von Gruppen besetzt war, man aber eigentlich nicht recht wußte, ob sie den Revolutionä­ren oder der Regierung angehörten. Die Post wurde von den Anhängern des Generals Pangalos genommen, während au­ßerhalb derselben die Regierungstruppen standen. Hier gab man auch einige Schüsse ab, dann aber hatten die Kommandan­ten der beiden gegnerischen Stoßtrupps im Postgebäude ge­mütlich bei einer Gasse griechischen Mokkas eine Besprechung und beschlossen, die gegenseitige zwecklose Beschießung einzu- stellen und die weitere Entwicklung der Dinge abzuwarten. Aehnlich verhielten sich die Dinge auf der Rationalbank. Am alten Schloß auf dem Sgntagmagplatze waren- Panzerautos aufgefahren, die aber ebenfalls nicht in Aktion traten, wie über Haupt die ganze Art dieser Revolution eine urgemütliche war. Die Bürger gingen auf den Straßen ihren Geschäften nach, nur einige größere Läden hatten geschlossen. Sin nichtsahnender Fremder hätte überhaupt nicht gemerkt, daß es in Athen eine Revolution gab. Schließlich erfolgt noch eine, allerdings etwas schwach veranlagte Demonstration zum Hause des Präsidenten der Republik, von dem man erfahren hatte, er trüge sich mit Abdankungsidee und ließ nun dort ostentativ den Revolutions- Helden Pangalos hochleben. Am Abend war das ganze Aben­teuer vorüber. Es hatte sich nichts als die Regierung geän­dert.

Ueber den eigentlichen Erfolg der Revolution herrschen na­türlich die verschiedensten Meinungen, ängstlich verfolgt man die ausländische Presse und versucht nun je nach der Partei das herauszulesen, was ihr zusagt. -Von den Regieru-ngs-krei- sen werden alle als günstig anzusprechenden -Nachrichten in schwarzen großen Lettern in den Athener Parteizeitungen ab­gedruckt, das Gegenteil besorgen die Oppositionsblätter. Lei­der weiß man nicht recht, was Herr Pangalos mit dem Par­lament anstellen wird. jedenfalls wird er es, wenn es ihm gefügig, weiterlebeu lassen; findet er jedoch Schwierigkeiten, so dürfte er es wohl kurzen Prozesses nach Hause schicken. Au befürchten ist schließlich noch, daß sich vielleicht verschiedene Kreise mit der von Pangalos gefundenen Lösung nicht einver­standen erklären; einige Abgeordnete äußerten schon heftige Angriffe, verbunden mit schweren Beleidigungen. Ob aber ein zweiter Versuch zur Beseitigung des im allgemeinen nicht gerade sehr beliebten Generals und seiner Anhänger in der gleichen ruhigen Weise sich vollziehen wird, ist eine große Fra­ge, auf die man die Antwort nicht im voraus geben kann. 3m- merhin sind weitere Ueberraschungen garnicht so ausgeschlossen.

Dr. Berg.

LS Hälfte S. G. D. Jubiläum des bürgerlichen Rechts.

Von Dr. W. H. Stern- Lharlottenburg.

Wenn gegen Ende des vorigen jahrhunderts, so etwa in den jähren 18971899 ein -deutscher Richter oder Anwalt auf den wohlverdienten Sommerurlaub ging, so «konnte man sicher sein, daß man ihn ständig im Walde oder am Meeresstrand mit einem dicken Buche sitzen sah, indem er eifrig studierte. Der Herr La-ndesgerichtsdi-rektor oder -der Herr justizrat war ge­wissermaßen in seine Studienzeit zurückversetzt, er hatte den größten Teil dessen, was er mühevoll in den -Universitäten ge­lernt hatte, umzulernen; denn -was ihm bisher als Aivilrecht galt, sollte ja mit dem jähre 1900 umgestoßen werden. So hat te es der Reichstag im Spätsommer 1896 beschlossen und so geschah es. Am 1. januar 1900 trat das bürgerliche Gesetz­buch, kurz B. G. B. genannt, im -ganzen Deutschen Reiche in Wirksamkeit.

Es war das im Grunde genommen eine gewaltige Umwäl­zung, deren Bedeutung wir uns jetzt, da wir genau ein Viertel

Hoffnung, bei der Beratung über die Ankunft der Mädchen seine Hilfe anbieten zu --rsen.

Hedwig und Käthe wußten -nicht, was sie erwidern sollten. Professor Sommereck aber nahm die Worte Peters als eine Einmischung in seine Privat Verhältnisse auf -und erwiderte scharf er habe sich noch -nicht überlegt, -wo er mit seinen -Töchtern die nächste Aeit verbringen werde, auch sei sein Schmerz noch zu groß, als -daß er einen ruhigen Gedanken fassen könne.

Der Onkel antwortete sehr ruhig:Hm, ich dachte mir das schon. -Und -ich möchte deshalb meinen Nichten den- -Vorschlag machen, die nächsten Monate bei mir in München- zu verbrin­gen. -Meine Frau würde sich -darüber ebenso freuen wie ich, meine Kinder selbstverständlich ebenso. jch denke daß ihr fürs Erste wieder nach Oberammergau gehen wollt."

Der jntendant sah seinen Schwager mißtrauisch von der Seite an. Dahinter mußte etwas stecken; er sah jedoch nichts Bestimmtes. Käthe blickte ziemlich verlegen zu Boden-, als sie erwiderte:jch weiß nicht, ob das geht, jch meine . . . Und wir können doch Vater nicht allein lassen, und wollen es auch nicht.

Peter Fastenhamm ließ bas Formelle fallen, stand auf und ging einige Schritte -gegen das Fenster, durch das Heller Sonnen schein fiel.jch hätte diesen Vorschlag selbstverständlich nicht gemacht, wenn ich -dieser -Tage nicht .in -der Aeit. -gelesen hätte, daß an dich-, lieber Schwager, der Ruf ergangen sei, die deut­sche Meiste-rtou-rnee zu organisieren. jch dachte mir daß du nicht wiederstehen -könntest. Der ehrenvolle Antrag . . .

Aus Professor Sommerecks Augen leuchtete die Freude über die Ehre; andererseits -war ihm das Thema peinlich. Er selbst hatte die Notiz in die Zeitung lanziert und konnte sich denken, daß Hedwig und Käthe das erraten würden. Hedwig saß mit roter Glut übergossen auf ihrem Stuhl. Sie schämte sich des Vaters und wußte nicht, was sie sagen sollte. Käthe aber

schaute mit blitzenden Augen auf den Intendanten und fragte

Davon hast du uns ja gar nichts gesagt?

jahrhundert Aeit gehabt haben, ans an das neue bürgerliche Recht zu gewöhnen, kaum noch ganz vergegenwärtigen -können. Wir können uns garnicht mehr in die Aeit der ungeheuerlichen Rechtszersplitterung zurückversetzen, die vorher geherrscht hat. jn jedem Landesteil galt ein anderes Recht, und zwar gab es entsprechend der früheren politischen Aersplitterung Deutsch­lands Gegenden, in denen schon von Meile zu Meile nach an­deren Grundsätzen Recht gesprochen wurde.

Awar hatte diese zu erträgliche Aersplitterung schon früher dazu geführt, ein einheitliches Handels- und Wechselrecht zu schaffen, zwar hatte auch auf dem Gebiete des Aioilprozesses der Ginheitsgedanke gesiegt, aber trotzdem war es natürlich ein unerträglicher Au-stand, daß wir nicht nur innerhalb des Rei­ches, sondern sogar der Provinzen auf Schritt und Tritt im Verkehr der Bürger untereinander ein anderes Recht zur An­wendung kam.

Lange zurück gingen die Bestrebungen, für Deutschand ein einheitliches Recht zu schaffen. Schon im jähre 1814 forderte dies der berühmte Rechtslehr-er Thibauts jhm trat der große preußische Rechtslehrer Saoigay entgegen, der meinte, seine Aeit sei für solches Werk noch nicht reif. Doch ließen die Be­strebungen zur Schaffung eines einheitlichen Rechts nicht nach. Seit dem jähre 1873 erging einRechtsjustizgesetz" -nach den andern, und endlich am 18. August 1896 war auch bas B. G. B. verabschiedet, das mit dem 1. januar 1900 in Kraft treten sollte. Was brachte nun das B. G. B. damals? Neues, Besseres, oder Schlechteres? Diese Frage läßt sich eigentlich garnicht einheitlich beantworten. Das Recht war ja so zer­splittert, daß die Frage für jeden Landesteil verschieden zu be­antworten -wäre. Für Gebiete, denen das römische Recht galt, brachte das B. G. B. gewisse Schritte, da es doch hie und da mehr den Gei-ft des germanischen Rechts zum Siege kommen ließ, und das bedeutet auf einige, in zwei Worten ausgedrückt, eine gewisse Abkehr vom römischen Formalismus. Aber in Gebieten, wo gerade altdeutsches Recht in irgendwelcher Form noch an der Geltung war, beklagte man wieder sehr Oie Rück­kehr zum römischen Recht. Dies gilt z. B. für Rheinland, das ja größtenteils fast 100 jähre lang -den Lode Rapoleon gehabt hat; ein Recht, das zweifelhaft trotz vieler Fehler als eins zu seiner Aeit fortgeschrittensten zu gelten hat. Denn Frankreich hatte das germanische Recht der alten fränkischen und norman­nischen Vorfahren stark bewahrt; vielmehr als das in dem größten Teil desHeiligen Römischen Reichs" deutscher Ration der Fall war, leider im späten Mittelalter mit demGemeinen Recht" der römische Rechtsgedan-ke triumphiert hatte.

Speziell für die altpreußischen Provinzen, in denen das all­gemeine Landrecht galt, gab es z. V. auf dem Gebiet des Ehe­rechts einen bedeutsamen Rückschritt oder meinetwegen Fort­schritt, je nachdem, von welcher Seite man die Sache betrachtet. Bis 1900 konnte man sich in Preußen bekanntlich auf Grund unwiderstehlicher gegenseitiger Abneigung scheiden lassen; be­stimmte politische Kreise hatten es durchgesetzt, daß bas Bür­gerliche Gesetzbuch dasVerschuldenprinzip" aufnahm, sodaß seitdem eine -Ehescheidung aus gegenseitiger Uebereinkunst der Ehegatten, die offen fühlen, daß sie nicht mehr zu einander passen, nicht möglich -ist; sei es denn, daß man dem Gericht ge­genüber irgend ein Verschuldenfingiert", also vortäuscht, und sei es auch nur einbösliches Verlassen", das im Grunde gar­nicht böslich gemeint ist.

Auch von dem sozialen Gedanken der letzten 50 jahre ist im Bürgerlichen Gesetzbuch noch nicht viel zu merken. Daher denn auch fast das gesamte Arbeitsrecht besonders geregelt wor den -ist.

Die Kriegsent-wicklung zwang seit 1915 zu einer völligen Aenderung der Mietsgesetzgebung, die allerdings jetzt in der Rückentwicklung zum B. G. B. begriffen ist.

Wenn wir die Aukunst des Bürgerlichen Gesetzbuches be­trachten, so stellen wir zwar fest, daß Abänderungen -einzelner Bestimmungen von fast allen polit. Parteien gewünscht wer­den. Da aber der Querschnitt, nach dem unser Privatleben konstruiert ist, ja ein ganz anderer ist, als der des Bürgerlichen Lebens und der tatsächlichen Bedürfnisse der Volksmehrheit, so ist anzunehmen, daß eine Parteimehrheit zwecks A bände r-

Der jntendant erwiderte:jch wußte selbst er. seit gestern baoon und es ist noch sehr fraglich, ob ich mich dazu entschlie­ßen kann, die schwierige und verantwortungsvolle Aufgabe auf mich zu nehmen".

Wir wollen dir nicht im Wege sein", sagte Käthe und wipp te mit dem Fuß.

Schl dachte mir auch", nahm Peter Fastenhamm das Wort daß euer Vater den Antrag nicht -ablehnen werde. Es han­delt -sich doch immerhin um eine Sache, auf die ganz Deutsch­land blickt.

Gja", der jntendant machte eine große Geste,daraus ma­che ich mir ja nun nicht viel, jch habe mein Glück immer in anderem gesucht, als in äußeren Ehrungen". Er zog sein Ai- garrenetui hervor, bot dem Schwager eine Havanna an und steckte auch sich eine dicke Aigarre an.Aber ich habe mir auch gesagt, daß ich es schließlich der Kunst schuldig bin, die Leitung der .Tournee zu übernehmen. Schließlich -ist ja in Deutschland -ich darf es sagen, ohne mich zu überheben, niemand an­ders imstande dazu."

»^Sicher nicht, zweifelsohne", warf der Onkel bereitwillig ein und rauchte verlegen an seiner Aigarre.

Hedwig war dem Weinen nahe. Sie wollte -etwas sagen, das den Vater entschuldigen würde. Aber Käthe kam ihr zu­vor.Vater hat recht. Das wird jeder ei-ns-ehen. Er muß der Kunst das Opfer bringen. Aber wir, ob es für uns nicht das V-este ist, das Grauerjahr in Oberammergau zu verleben."

Der Onkel- blickte sie warm an.jch denke, wir -wollen unsere Entschlüsse nicht von heute auf morgen fassen". Er lä­chelte.jch habe immer bewiesen, daß ich mit meiner Freund­schaft nicht so schnell bei der Hand bin. Wenn -ich euch ein­lade, dann dürft «ihr euch -darauf verlassen, daß -ihr bei uns in München wie zu Hause sein werdet. Hub ich hätte euch nicht eingeladen, wenn ich nicht das Gefühl hätte, daß ihr euch bei uns, wie soll ich sagen, wohlfühlen könnt".

^Fortsetzung folgt.)