Rr. 147
Sonntag, den 28. Juni 1925.
SeWKk Morgemeitung.
Beiblatt.
Verlag: Fulda, Kanalstraße 44
Nie EMM bei Ahrbellin.
Zum 28. (18.) Suni.)
Von Wilhelm IW o r li e r - Berlin.
Sweihundertundsünszig Schre sind vergangen, feinem auf als „Streitfanbbücbfe des Heiligen Römischen Reiches , oft verspotteten märkischen Boden die Brandenburger durch die Schlacht bei Fohrb-elliA -den Grund zu Preußens späterer Macht und Größe legten. , Kaum ein anderes Ereignis hat für die weitere Entwickelung unseres Vaterlandes eine so bedeutende Nachwirkung gehabt. Sie stellt mehr als einen großen Sieg dar und ist als Der Wendepunkt einer neuen Zeit zu betrachten, die aus dem Kleinstaat Brandenburg das Königreich Preußen und in späterer Entwicklung das geeinte mächtige Deutsche Reich erstehen ließ. Für das brandenburgisch^preußische Heer war die Feuerprobe von Fehrbellin ein erstes Vorwärts i?u der Ru-hmesl-aufbahn, die über Seuchen-, Leipzig, Belle-Alliame, Düppel, Königgrätz, Sedan schließlich zu den deutschen Helden- •kämpfen des Weltkrieges führte.
Diese Entscheidungsschlacht von Fehrbellin fand, da man in jener Zeit meist noch -nach dem alten Kalender rechnete, im Sahre 1675 am 18. Juni -statt, nach unserer heutigen Zeitrechnung allerdings am 28. Suni, also an -einem jener denkwürdigen —18. eines Monats, die in der preußischen Geschichte, wie zum Beispiel der 18. Suni 1813, Schlacht bei Leipzig, der 18. April 1864, Erstürmung der Düppel er Schanzen, der 18. August 1870, Schlacht bei Gravelotte, der 18. Sanuar 1871, Ausrichtung des Deutschen Reiches, zu den preußisch-deutschen Glücks- tagen zählen, wobei allerdings auch gerade -der 18. Suni einmal als ein besonders „schwarzer Sag“ auftritt, andem im Sahre 1757 Friedrich der Große während des Siebenjährigen Krieges in der unglücklichen Schlacht bei Kolin entscheidend geschlagen ' wurde.
Sn dem Dreißigjährigen Kriege hatten die ohnmächtigen 'brandenburgischen Lande jedem frechen Zugriff des Feindes offen ge legen, Kaiserliche und Schweden hatten es nach Belieben als Durchmaischgebiet benutzt und Land und Leute ausgeplündert. Mit klarem Blicke hatte der jugendliche Kurfürst bald erkannt, daß -er sein Land und seine Untertanen nur mit -einem ihm treu ergebenen Heere vor den fremden Bölkern schützen könne. Mit zäher Ausdauer gelang -es ihm, ein kleines Heer aufzulstellen, das bald gut geschult und nur ihm zur Treue verpflichtet -war. Sn der Folgezeit wurde er so bäld ein gesuchter Bundesgenosse und kämpfte für den Schutz seines Landes mit Polen gegen Schweden, und in den Kriegen- gegen Ludwig 14., den Sonnenkönig, taten sieb die brandenburgischen Gruppen überall hervor. Trotzdem war Friedrich Wilhelm im Sahre 1675 in einer fast verzweifelten -Lage, gerade älr er den Hart bedrängten Aieder- landen und dem Kaiser zu Hilfe geeilt war, um gegen den gefürchteten französischen Marschall Turenne zu marschieren, der mordend und sengend deutsche Lande am Rhein und im Elsaß verwüstete.
Am Rhein erhielt er damals plötzlich die Schreckenskunde, daß die Schweden von Pommern und Mecklenburg her in die Mark eingefallen und dort wie die Vandalen -hausten-, Setzt galt es für den Kurfürsten zu handeln.
Die gute Stabt Fulda besitzt eine so schöne Kastanienallee, wie man sie nur selten findet. Besonders der Teil dieser Allee, der an die Kurfürst-e-nstraße stößt, ist eine Zierde des Schloßgartens. Sch erinnere mich tatsächlich nicht, solch prächtige alte Kastanienbäume zu einer Allee vereint, anderswo schöner als in Fulda gesehen zu haben. Es sei denn im früheren Schloßpark zu Biebrich a. Rh.. Dorthin eilen die Maler von weither, um Motive für ihre Landschaftsgemälde zu finden. Sm Park zu Biebrich, in dem noch manches anklingt an den -lieben, alten Herzog Adolf, den letzten Regenten des Herzogtums Nassau, war auch bis zum Sahre 1879 eine alte Eiche zu sehen, unter -der Karl -der Große Gericht gehalten haben soll. Als dann im Frühjahr 1879 die große Rhei n überschwemmung war, und die Frühlingsstürme durch das Rheintal brausten, da brach der morsche Stamm -der alten Germanen-eiche, die über 1000 Sahre alt war. Die alte Eiche, unter der Kaiser Karl Volksthing hielt, an der sein Königsschild gehangen, auf den er weithin schallend mit dem breiten Schwerte schlug, wie er den Volksrat der Rheinfranken eröffnete, diese alte Eiche hatte auch manchen Kummer erleben müssen. Als die Franzosen Mainz besetzt hielten, nach der großen französischen Revolution, da nahmen ihre Kanoniere die allegorischen Figuren des Rheinschlosses in Bie- . Zielscheibe für ihre Schießübungen. Wie der schur- ssche französische General! Melac das Heidelberger Schloß zer- I orte, -so haben, allerdings in viel kleinerem Maßstabe, die ^ilamzer Franzosen vor 125 Sohren die künstle
Sofort, Anfang Suni 1687, brach der Kurfürst mit seinem Heere auf um seinen bedrängten Märkern zuhilfe zu eilen. Die Infanterie -wurde auf Wagen befördert, imb in 20 Tagen legten die Brandenburger unter ungeheuren Schwierigkeiten auf von Regen aufgeweichten Landstraßen den weiten Marsch vom Rhein bis an die Havel zurück, während seine Hauptwaffe, die Dragoner, die damals noch nicht zur Reiterei zählten, in schlankem Trabe vorweg ritten. Daheim hatten sich die Bauern unter Führung einiger Offiziere in ihrer Not bereits zur Landes- wchr zusammengeschlossen und wehrten sich wie die Berzweiselten. Aus ihren Fahnen stand:
„Wir sind Bauern von geringem Guth
-Und dienen unserem Gnedigsten
Thurfürsten und Herrn mit unserem Bluth".
So kam der Kurfürist zur Elbe und zur Havel. Er berief sofort einen Kriegsrat, -um mit aller Macht den Feind anzugreifen, der ihn noch im Elsaß vermutete. Sw kühnem Handstreich nahm der greife Derslinger, der sich bekanntlich vom Schneider bis zum Feldmarschall emporgeschwungen hatte, am 25. Suni Rathenow und teilte so das zwischen Havelberg und Brandenburg stehende schwedische Heer in zwei Teile. Der linke Flü- gel der Schweden beeilte sich jetzt, sich aus dem gefährlichen Sumpfgebiet des havelländischen Luchs, durch das nur wenige dammartige Wege führten, herauszuziehen und -den Rhein zu überschreiten, der die alte Grenze des Havellandes und der Graf schaf-t Ruppin bildet. Schnell entschlossen, zwang der Kurfürst die Schweden an einer der wenigen Übergangsstellen über den Rhein, bei Fehrbellin im Lande Bellin, einem Gelände, aus deren mooriger Wildnis auf Sandhügeln nur -einige Kiefernwaldungen und Dörfer hervorragten, zum Stehen und zur Schlacht, am Morgen des denkwürdigen 18. Suni 1675.
Sn der Schlacht standen nur 5600 brandenburgische Reiter, die der stürmischen Eile des Kurfürsten allein noch gefolgt waren, mit 13 Geschützen gegen 4000 Reiter, 7000 Mann zu Fuß mit 38 Geschützen auf Seiten der Schweden, Die Schweden wa ren also fast doppelt so stark wie die Brandenburger. Gleich zu Anfang der Schlacht erspähte das scharfe Feldherrnauge des Kurfürsten einen unbesetzten Hügel, der das Schlachtfeld beherrschte. Dorthin mußte der Kurfürst von seinen treuen Reitern mitten aus den ihn umringenden Feinden herausgehauen werden. Dort fiel sein Stallmeister Emanuel Froben an der Seite des Kurfürsten, wie erzählt wird, in schönem freiwilligen Opfertod für seinen Herrn, Dort entschied sich nach wenigen Stunden heftigen Kampfes das Geschick des Tages ruhmreich für die Brandenburger. Die wackere brandenburgische Reiterei, die sechs Tage nicht ab gesattelt hatte, verlor an ihrem Ehrentage 500 Mann an Toten und Verwundeten, die Schweden, einschließlich einiger Hundert Gefangener, 2400 Kämpfer. Am nächsten Morgen erstürmte ^Derslinger auch noch das nur schwach besetzte Fehrbellin. Die Schweden hatten auch sonst noch dadurch daß die Rheinbrücke einstürzte, die deutschen fahnenflüchtig und viele Nachzügler von den erbitterten märkischen Bauern erschlagen wurden, erhebliche ,Verluste.
Die junge Macht des Kurfürsten hatte gesiegt über die Scheden-, deren Kriegsruhm seit Gustav Adolf unerschüttert bestanden hatte. Der Kurfürst hatte das Schönste vollbracht, was Kriegern zuteil werden kann: er hatte sein Vaterland vor frem-
■MWMHMMIMMHMMMWMMm
risch wertvollen Steinbilder auf dem Wiebricher Schloß zer- Jrboffen. Hier fehlt der Kopf, dort der Arm! Das alles hatte die alte Karoluseiche im Park noch miterleben müssen. —
Unsere Fuldaer Kastanienbäume haben zwar den Kaiser Karl nicht gesehen, so alt werden ja auch die Kastanien nicht, aber auch sie besitzen bereits ein ehrwürdiges Kastanienalter. Unter ihrem Schatten sind die Hofdamen mit Stöckelschuhen und roten Absätzen -einhergetrippelt und die Hofherren mit Allonge- perrücken haben den kichernden Schönen den Hof gemacht. Auch die alten Fuldaer Kastanien haben schon viel gesehen. Sch muß immer, wenn ich in der Kastanienallee des Schloßgartens mich ergehe, an den Zwerg Aase denken. Sch sehe ihn da, mit der Sans Mimi auf dem -Arm, die ja eigentlich eine verzauberte Prinzeß war, in Todesangst nach dem Kräutchen Nießmitlust suchen, das alleinig der Pastete, die der Kalif seinem Gastfreunde -dem Frankenherzog vor-setzte, den richtigen -Geschmack gab, und wodurch der arme Zwerg Nase seinen Kopf rettete. Dicht ist das Gras unter den alten Kastanien und wer weiß, ob nicht das Kräutlein dort noch wächst!----
U Oberhaupt, im Wachen träumend durch die Natur zu wandern, das ist meine Freude! So fand ich denn in der Umgegend von Fulda einmal den „brennenben Busch-"". Lochia -Linne ist fein botanischer -Name. Noch sieht das Buschwerk wie grünes Haar aus, das Haar einer Meerjungfrau. Sn Webers Oper „Oberon“ sitzt diese Meerjungfrau bekanntlich auf einem Felsen nachdem sich der wilde Sturm gelegt, der Mezia und Hüon aus dem sinkenden Schiff an das Felseneiland geworfen. Die Meerjungfrau harfl, indem sie wie die Lorelei am Rhein ihr Haar mit dem Kamme strählt und dabei singt -sie eine so süße Berceuse, wie sie nur je Johann Maria von Weber schrieb. Also heute ist der „brennende Busch" noch grün, später im Sahre wird er rotflammend', wie der wilde -Wein. Und ich mußte, indem ich diese hier sehr seltene Pflanze betrachtete, an Schillers Sohan- -na denken:
Denn der zu Mosen auf des Horebs Höhen Sm feur'gen Busch sich flammend niederließ, Und ihm befahl, vor Pharao zu stehen, Der stets den Hirten gnädig sich erwies.
Sinnend schritt ich weiter und gelangte bald in einen pauk- ähnlichen Garten. Dort ein versteckter Weiher. Die Zweige einer üppigen Trauerweide lassen, von dem Winde bewegt, leise Wellen auf dem Wasserspiegel kräuseln. Und, eine zweite Seltenheit, in dieser Rhöngegend mit ihrem rauhen Klima. Eine Lotusblume grüßt vom Massenspiegel her. Der Mond ist auf gegangen und in feinem bleichen Licht öffnet sich der Kelch der Lotusblume! Geheimnisvoller Zauber ist's, der von diesen Wasserrosen ausgebt, die den alten Aeggptern und den Sndern heilig waren. Auftaucht im sinnenden Träumen die süßschwere Pracht der Tropenvegetation. Leise flüstert das Schilf der La
der Gewalt befreit. Dieser Sieg verschaffte dem Großen Kurfürsten — so nannten ihn damals schon Zeitgenossen —- die Achtung der ganzen Welt. Seht verzweifelte keiner mehr an den Worten des Marschalls Turenne: „Es ist der Kurfürst, der das Reich will. Ganz Deutschland wird seine Gedanken ändern. „Keiner aber hat die Schlacht bei Fehrbellin mehr gewürdigt als Friedrich der Große, der Offiziere und Soldaten dadurch stets zu neuen Heldentaten anzufeuern suchte und der, als er einmal an der Leiche seines Ahnherrn im Berliner Dom weilte, bewegten Herzens zu seiner Umgebung sagte: „Messieurs, der hat viel getan!“
Sandelswochenschau.
Der HalbjahreswecUel. — Trüber Rück- und Ausblick. Hoffnung auf gute Ernte.
Von unserem Berliner Handelsmitarbeiter wird uns vom
6. Si.ni geschrieben:
Ein Rückblick auf das nunmehr zu Ende gehende erste Halb jahr bereitet leider Enttäuschungen über Enttäuschungen. Die bei Beginn des Sabres gehegten Erwartungen einer fortschreitenden Gesundung der deutschen Wirtschaft sind gänzlich unerfüllt geblieben und die damals vorhanden gewesenen mannigfachen Keime einer Besserung der Verhältnisse zum großen Teil verkümmert oder ganz vernichtet worden. Das ist um so bedauerlicher, als gerade die in den letzten Tagen erst noch zutage getretene neuerliche Zuspitzung der politischen und wirtschaftlichen Schwierigkeiten auch den Ausblick auf die zweite Jahreshälfte recht trübe gestaltet. Sn der Hauptsache ist es immer wieder die leidige Politik und namentlich die Entwicklung der außenpolitischen Lage, die dem Wirtschaftsleben fortgesetzt größere Hindernisse bereitet, und hiermit eine der wichtigsten Vorbedingungen für einen Wiederaufstieg nämlich die Wiederkehr des Vertrauens nicht zur Erfüllung kommen läßt. Das gilt nicht nur vom inländischen Geschäftsverkehr, sondern -in noch höherem Maße vom Ausland. Snfolgedessen sind auch die Aus landSkredite, die im ersten Sahresviertel reichlicher geflossen waren, im zweiten Viertel wieder erheblich geringer geworden oder ganz zum Stillstand gekommen. Das ist für die Gesundung der deutschen Wirtschaft aber umso verhängnisvoller, als bk Geld- und Kreditnot, die nun schon seit Sahr und Tag mit dem Inkrafttreten der Markstabitisierung alle Handels- und Wirt- schaftskreise auf das schwerste bedrückt, nach einer nur kurzen und geringen Milderung sich schnell und in erheblichem Maße wieder verschärft hat. Einen besonders krassen Beweis für die durch den fortgesetzten Mangel an Betriebsmittel entstehenden Schwierigkeiten und ernsten Folgen «liefert der Zusammenbruch der Stinnesgruppe, deren Aufbau seinerzeit mit gewaltigen Mitteln erfolgte und nicht nur in der ganzen Welt berechtigtes Aufsehen erregte, sondern auch mit Rücksicht auf die Persönlichkeit des inzwischen verstorbenen Gründers vielfach als eine neue Grundlage für die Wiederauf-richtung der deutschen Wirtschaft gepriesen worden ist. Die Enttäuschung und Beunruhigung über diesen in diesem Umfange ziemlich überraschend gekommenen Zwischenfall ist umso größer, als trotz der sofort eingeleiteten Stützungsaktion -der Banken auch heute noch die Befürchtung neuer unliebsamer Ueberraschungen nach dieser
gune. Der Sykomore Laub erzittert im feuchten Nachtwind. Tropennacht an des Niles heiligem Ufer! ---
Leise schaukelt sich die blaue Lotusblume auf der trägen, gelben Flut. Ngmphaea caerulea ist sie genannt und der Holden Nymphe dankt sie den Namen, die blaue Lotusblume des Nilstromes. Sn süßem Dahindämmern, im träumerischen Behagen nach der tropischen Glut des Tages, fährt die Huldgestaft -der Ngmphe auf der blauen Lotusblume sanft schaukelnd unter dem Sternkreuz des Südens dahin. Die Meerfrau harft, und köstlicher Mohlgeruch entströmt dem gelösten Schwarzhaar, das funkelnd der goldene Kamm strählt. -Tropennacht!--
Fern im Osten, in Sndien rauscht des Ganges breiter Strom, der dem Hindu heilig ist. Sm leichten Rhgthmus tanzt die rötliche Lotusblume auf den Wassern. Sie galt dem alten Suber als Sinnbild der Erde. Der Weltenschöpfer ruhte auf dem rötlichen Lotus. Bor der weißen Wasserrose, der bescheidenen Schwester jenes stolzen Lotus, träumt man so gern den alten Wandertraum der Deutschen, der nach dem Osten weist! Da erwacht die rosen- fingrige Eos — der frühe Tag, Ende Suns bricht an. Der Kelch der Lotusblume schließt sich:
Die Lotusblume ängstigt Sich vor der Sonne Pracht Unb mit gesenktem Haupte Erwartet sie träumend die Nacht.
Heinrich Heine ist doch, neben Goethe, der größte lyrische Dichter wie man wieder aus diesen Versen sicht, wenn auch die Liebesabenteuer, die er erlebt haben will, in der Mehrzahl in das Reich der Phantasie gehören. So hat der gute Heine sein Gedicht:
Anfangs wollt' ich fast verzagen, Hab gemeint, ich trüg' es nie: Endlich hab' ich's doch ertragen, •
Aber fragt mich nur nicht, wie!
keineswegs auf eine unglückliche Liebe gedichtet, sondern auf ein Paar zu enger Lack-stiefel die er sich hatte machen lassen, und mit denen er schmerzvoll unter den Lindem in Berlin wandelte. Hirschgeweihe hat er auch nicht allzuvielen Geschlechtsgenossen aufgesetzt, wenn in der Zeit des Sommernachtstraumes, in der Säger Herne durch Falstaff in der Oper „Die lustig. Weiber" so drastisch verkörpert, die Trophäenschau in Fulda stattfindet, Heine könnte sie nicht allzusehr mit Hirschgeweihen eigener Sagd Kunst bereichern. Aber, ich glaube, daß in der guten Stabt Fulda und ihrer prächtigen 'Umgegend so mancher Ehemann mit dem Kopfschmuck nmherläuft, den Falstaff in der letzten Szene der Oper trägt. Solchen Schmuck hat ihm sicherlich kein Cyri- kus, sondern ein Praktikus in der Kunst zu leben, aufgesetzt, die weil diesem das Sagen nach einem Holden blonden Wild mit Florstrümpfen ein edles Weidwerk dünkte!--