Einzelbild herunterladen
 

Frankreich und Deutschland nutzen sich jetzt in einem ruhe­losen Kamps -völlig ab. Deutschland ist unbewaffnet; Frankreich hält deutsches Gebiet besetzt und spricht nur von den Proble­men seiner ^künftigen Sicherheit. Eines Lager werden die Besetzungen eben doch aufhören müssen; alle künstlichen Syste­me, die Zukunft ?u sichern: beschränkte Garantiepakte mit ver­einzelten Staaten England) oder mit mehreren Staaten, Kon- troHifyfteme, gestützt auf eine lange Dauer der Bedingungen des Versailler Vertrages, gegenseitige Garantiesysteme ver­mittels des Völkerbundes, alle diese Dinge sind nur aus un- -willlkürliche Träumereien begründete Matznahmen. Da man schon so weit ist, Deutschland nicht mehr ernsthaft -gefährliche Rüstungen vorwerfen zu können, wirft man den Deuffchen vor, geistig nicht äbgerüstet zu haben. Und wie sollten sie geistig abrüsten, da sie fortwährend beleidigt und gewalttätig behandelt werden? Die Deutschen als Barbaren zu beschimpfen, sie als die einzigen Kriegsschuldigen zu erklären, sie als die Feinde der Zivilisation zu betrachten, bedeutet gerade so viel wie sie ver­bittern, das heißt ihren Geist mit Haß erfüllen. Nur Herzlich­keit und Einigung entwaffnen, und nur die Interessengemein­schaft vereinigt.

Entweder verständigen sich Frankreich und Deutschland mit einander, oder alle werden den Schaben davontragen; es wird ein endloser Kampf entstehen: entweder wird Frankreich Deutsch land lange unterdrücken, indem es die Grundlagen seiner Stär­ke untergräbt, oder ein neuerstandenes Deutschland wird Frank­reich ^lange unterdrücken. Es sind dies zwei für den menschli- *beu Fortschritt und für den Frieden der Welt gleich gefährliche und beklagenswerte Aussichten. Können die beiden Demokra- teu Heb verständigen? Kenn die Grundlage der Verständig­ung eine völlige Zollübereinkunft sein, eine wahre Vereinig­ung die beiden Völkern gems. die Einnahmequellen zugute kom­men läßt? Wenn ich von Vereinigung spreche, meine ich nicht ihre gegenwärtigen Formen, die auf Mißtrauen oder auf.mehr oder weniger ungerechten Schutzzollformen basiert sind, sondery die Bildung eines wahren, gemeinsamen Zollgebietes.

Die Zollunionen führen zur Interessengemeinschaft und bilden deshalb die Grundlage für die politischen Übereinkommen die Fehler der Friedensverträge würde ihre «Härten verlieren, wenn der wichtigste Grund für den Kampf beseitigt wäre.

Das /Publikum hat ein gerechtfertigtes Mißtrauen gegen viele Fndustriegruppen und besonders gegen die Kriegsprofitler. Aber es hat unrecht, ihnen geheimnisvolle Gedanken und ver­steckte spiele zuzuschreiben. Fhre Psychologie ist viel einfacher. Wenn ihre Presse sich so gemein verhält, so geschieht dies, weil sie in den gegenwärtigen Formen der Ausbeutung und Zwie­tracht ihren Profit erkennt. Wenn sich neue Horizonte und neue Arbeitsfelder eröffnen würden, so bin ich sicher, daß sie auch für den -Frieden mit demselben Eifer arbeiten würde, mit dem sie jetzt für -den Krieg arbeitet. Aus der moralischen Wüste, zu der Europa geworden ist, muß ein Weg der Rettung gefunden werden.

Was die Vereinigten Staaten von Amerika anbetrifft, so glaube ich, daß es ihr -größtes Fnteresse -wäre, an der Wieder­herstellung Europas zu arbeiten, ohne damit irgendeine Ver­antwortung militärischer Art oder irgendeine Garantie über­nehmen zu müssen. Sie fangen schon an, unter ihrem Wohl­stand zu leiden, ihre Reichtümer werden ihnen zur Drohung Fhr größtes Bedürfnis ist, wieder die Märkte Europas zu neu­em Leben zu bringen; sie sind nicht nur die wichtigsten Märkte, sondern vor allem die einzigen, die für lange Zeit für den Ver­brauch aufnahmefähig sind.

Aur die Utopisten können Wiederaufbaupläne zeichnen, wie die Architekten die Gebäude und Denkmäler zeichnen, und sie können die Einzelheiten einer jeden Reform angeben und Projekte vorlegen, welche die Zeit von selbst zerstören wird. Fch war zu viele Sahre in der Regierung, sah zuviele Dinge, kannte zu viele Menschen, um meinen Geist mit freundlichen Erugbildern zu nähren. Sch bin vor allem ein praktischer Idea­list- Sch weiß, von welcher Seite der Widerstand kommt, und ich schätze in ihrer vollen Wirksamkeit die fürchterlichen Kräfte des Vorurteils und der «Unwissenheit ein. Sch weiß auch, wie jetzt der Geist der Reaktion in -dieser zynischen, gemeinen Pe­riode tobt, in dieser lich Hosen Qual Europas.

Aber die jetzige Lage gestattet keine Täuschungen: entweder vereinigt sich Europa oder es geht zugrunde, entweder gelangen wir durch eine Reihe von Uebereinkommen zur Vereinigung der europäischen Völker, oder der Verfall und die -Kriege werden sich ununterbrochen folgen. Die jetzige Lage lähmt jede Friedens bewegung; wir leben nicht im Frieden, sondern in einem ver­abscheuungswürdigen Zustand allgemeiner Zwietracht, welche den sukzessiven Verfall aller europäischen Völker oder deren Sinnesänderung und Vereinigung vorbereitet.

Die Vereinigten Staaten von Europa, die bisher nur ein Sbeal waren, find jetzt eine notwendige Bedingung- für die Entwicklung und das Leben. Glücklich die, die mit ihrem Geiste und mit ihrem Glauben an diesem Werke werden mitwirken können. Aber wie vieler Anstrengungen wird es noch zur Ver­breitung -der Grundwahrheiten bedürfen, wie -vieler Kräfte zum Widerstand gegen die Vorurteile! Wie viele Bemühungen wird -es noch kosten, um in jedem Lande die Reaktion in der inter­nen Politik, die Gewalttat und die böse Absicht in der Außen­politik zu bekämpfen! Aur mit der Seele eines Helden kann man dem Vorurteil und den Kräften einer Vergangenheit wi­derstehen, die auch gerne die Zukunft werden möchte.

Richt derjenige ist in unseren Tagen der Held, der das drohende Schwert in der Hand führt, sondern derjenige, der ohne Rücksicht auf seinen eigenen Schaden und seinen Schmer? die Wahrheit unter die getäuschte, bedrückte Menschheit trägt.

Wie der in die -Erde gelegte Samen verschwindet der Held, wenn- sein Lebenswerk sich bildet. Fetzt muß das Werk des Le­bens vorbereitet werden, jetzt herrscht um uns herum nur die Gewalt bes Tobes.

Das Leben verlangt nach seinen Rechten.

Aus der TagesgeschWe.

Der Lod unter der Lehmwand.

â Berlin, 24. Suni. Nach einer Blättermeldung aus Gbemih ist in dem benachbarten -Schönau eine Lehmwand einge- stürzt und hat -drei Arbeiter unter sich begraben. Einer der Verunglückten wurde als Leiche geborgen, die beiden anderen schwer verletzt.

Drei Wärmer vom Blitz getötet.

wb- Berlin, 24. Suni. Bei einem schweren Gewitter, bas gestern nachmittag über den Priegnitz niederging, wurden in der Nähe bes Dorfes Laaslich bei Perleberg drei beim Heu-machen beschäftigte Männer vom Blitz getroffen und sofort getötet.

Urteil im Mecklenburgischen Lschekaprozeß.

wb. Leipzig, 24. Suni. Sm Mecklenburgischen Eschekapro- zeß wurde heute, nach 14 Verhandlungstagen, das Urteil ver­kündet. Es lautet gegen den Angeklagten Zeutschei wegen Ver- gehensnach Paragraph 7 des Republikschutzges-etzes unb Ver­brechens nach Paragraphen 5, 6 und 7 des Sprengstoffgesetzes sowie Beihilfe zum Mord auf 8 Fahre Zuchthaus und 500 MK. Geldstrafe, gegen den Angeklagten Warnke wegen Vergehens nach Paragraph 7 des Republik-Schutzgesetzes und Verbrechens nach Paragraph 6 des Sprengt off gefeites auf 2 Fahre 6 Mo­nate Zuchthaus und 300 Mark Geldstrafe, gegen den Ange­klagten Winkel wegen Beihilfe zum Mord, Beihilfe zum Hoch­verrat, Vergehens nach Paragraph 7 des RepUblikschutzgefetzes und Verbrechens nach Paragraph 8 des Spren-gstoffgesetzes auf 3 Fahre Zuchthaus und 500 Mark Geldstrafe, gegen den Ange­klagten Schmidt wegen Vergehens nach Paragraph 7 des Re- publikschutzgesetzes und Verbrechens nach Paragraph 7 des Sprengstoffgesetzes auf 2 Fahre 6 Monate Gefängnis und 300 Mark Geldstrafe. Die Geldstrafen bei Feutschel, Warnke und Schmidt gelten als durch die erlittene Untersuchungshaft verbüßt.

Französischer Druck auf Düsseldorf.

wb. Düsseldorf, 24. Suni. Das Fahrfestspiel des Künstler­festesMalkasten", das am 18. Suni anläßlich der großen amt­lichen Fahrtausendfeier erstmalig in Düsseldorf aufgeführt wur­de, sollte noch mehrmals wiederholt werden. Die Wiederholun­gen, die für den 24. und 27. Suni vorgesehen waren, sind aber von der Besatzung verboten worden. Als Borwand zu dem Verbot gilt das Absingen der deutschen Nationalhymne.

Flüchtiger Defraudant.

-wb. Brüssel, 25. Suni. Die ,^ibre Belgique" meldet aus Antwerpen die Flucht eines großen Diamant enhä ndlers, der ein Defizit von mehreren Millionen hinterließ. Zahlreiche Perso­nen sind Opfer bes Krachs geworden. Gegen den Geflüchteten ist ein Steckbrief erlassen worden.

Das Echo der Rede Ehamberlaius in England.

wb. Paris, 25. Suni. -Die Rede Ehamberlaius im Unter­haus ist so spät abends hier ein getroffen«, daß nur wenige Blät­ter dazu Stellung nehmen. Der ,Figaro" schreibt, Chamber­lain habe es vorgezogen, mit ebenso viel Geschicklichkeit wie mit mit Loyalität die Debatte auf die tiefen Gründe des englischen Verhaltens im Sicherheitspakt zu lenken, wie die Punkte auf dasI" zu setzen. Man dürfe nicht vergessen, daß das deutsche Sicberbeitsangebot auf die Londoner Ratschläge zurückzufüh­ren ist, weil der Pakt ein doppeltes Fnteresse für England «habe, zuerst, da ja die englische Grenze auch am Rhein sei. Es könne also Deutschland nicht gestattet werden, sich der Häfen am Kaanl zu bemächtigen. Zweitens, habe England ein zukünftiges Fn- tereffe, bas ebenso greifbar sei. Der Garantiepakt sollte die Stabilität in Europa sichern, die wesentlich sei für das englische Wirtschaftsleben. Aber der deutsch-französische Garantiepakt werde mehr respektiert werdens wenn er durch die britische Garantie verbürgt sei. Dies sei zu klar und zu realistisch, um nicht nach und nach begriffen zu werden.

Das ,Echo de Paris" schreibt, die Rede Chamberlains habe nicht viel neues gebracht, was das Blaubuch nicht bereits be­kannt gegeben habe. Alle Allianzen der Vergangenheit, das erkenne man aus den Ausführungen Chamberlains, hätten Zu­fälligkeiten enthalten, aber in dem neuen Plan erschienen sie so zahlreich, daß Jie in keiner Weise einen -etwaigen Angreifer einschüchtern könnten.

Der ,Gvulois" schreibt: Der Sicherheitspakt soll Europa vor den Schrecken eines Krieges bewahren, unter einer Be­dingung jedoch, daß Deutschland loyal und vollständig ihn durch­führt. Chamberlain hat gestern den Geist bes französischen Ent gegeNkommens anerkannt. Aber er zweifle nicht an dem gu­ten Glaüben Deutschlands. Das Blatt will dieser Ansicht- an dem Lage, an dem die deutsche Regierung ohne Vorbehalt den Text der französffchen Note angenommen hat, beitreten. Für den Augenblick aber müsse man eine langwierige und arbeits­reiche Konferenz ins Auge fassen, in deren Verlauf Deutsch­land gewisse präzise Verpflichtungen zu umgehen suche, die die . Grundsätze jenes Sicherheitspaktes ausmachen, den England verbürgen wolle. Man müsse anerkennen, daß -Lhamberlain nicht geneigt sei, in den wesentlichen Bedingungen des -dreitei­ligen Abkommens mit sich handeln zu lassen. Was er über bas anerkannte Recht Frankreichs und die Möglichkeit eines deut­schen Angriffes gegen Polen und auch über den Anschluß Oester reichs an Deutschland gesagt habe, beweise einen Geisteszustand, der gewiß die -Unterhändler von Berlin zum Heilsamen Nach­denken anfeuern werde.

Es mißfällt aber demSaulois daß Ehamberlain von der Einberufung einer neuen Konferenz gesprochen habe, was er oh ne Zweifel nur getan habe, um der sozialistisch-pazifistischen De­magogie genüge zu leisten. Habe aber schließlich die französische Regierung im Laufe der Marokkodebatte etwas anderes getan?

Die Lage in Ehma.

wb. Paris, 26. Suni. Havas meldet aus Peking: Die antienglifche Boykottierung scheint sich zu verstärken.

wb. Paris, 25. Suni. Die Vertreter der interalliierten Mächte haben, wie aus Peking gemeldet wird, gestern Abend zwei Noten -von dem chinesischen Außenminister erhalten, in de­nen China die in Schanghai von den chinesischen Delegierten zu einer Regelung des Konfliktes ausgestellten 13 Forderungen wiederaufnimmt. Darunter find enthalten die Forderung zur Annullierung -der Erklärung, wonach eine beunruhigende Lage bestehe, Schadloshaltung der Opfer, Entschuldigung der europäi­schen Behörden-, Abschaffung des gemischten Gerichtshöfes, Wie dereinstellu-ng der Aufständischen, Fahlung der Löhne für die Streiktage, Zubilligung bes Rechts, für die Chinesen, bei den Munizipalwahlen äbzustimmen. Die zweite Note enthält eine lange Kritik der aus den Verträgen ergebenden Ungleichheiten, deren Abänderung verlangt wird.

wb. Paris, 25. Suni. Mit der Lage der Portugiesen in China hat sich, wie aus Lissabon berichtet wird, der

portugiesische Kabinettsrat befaßt. Der Marinrminister hat Foumalisten gegenüber erklärt, daß ein Kreuzer nach Schang­hai abgeben werde unb ein-Lransportdampfer mit militärischen Kontingenten nach Makao, wo der Gouverneur weitere Sn- struktionen geben werde.

ibb. Paris, 25. Suni. Wie ,Havas" berichtet, sind die im europäischen Viertel von Kanton verbliebenen Frauen und Kin­der an Bord eines englisch eh Kriegsschiffes nach Hongkong ge­bracht worden. Aus glaubwürdiger Quelle erfahren wir, daß die Regierung von Kanton Seben neuen Angriff im europäischen Vierte! untersagt habe, und daß eine Konferenz zwischen den chinesischen und europäischen Vertretern in Kauton stattfinden werde.

Sag- und Sport.

Etwas über das Boxen. (Der Boxsport, der vor dem Kriege in Deutschland verboten war, hat in den letzten Fahren einen ungeahnten Aufschwung genommen. Ganz erklärlich ist diese Latsache, wenn man bedenkt, daß gerade der Kampf Mann gegen Mann das ist, was die uns genommene Wehr­macht im Sport als Ausbildungsmittel zur Ertüchtigung -der Fu­gend einigermaßen ersetzen kann. Nicht nur bei der Reichs­wehr, der Schutzpolizei und vielen studentischen Korporationen ist der Faustkampf eingeführt worden, sondern in vielen Stäbten ist er als Obligatorium in den Schulen eingeführt worden.

Der Wille zu ernstlicher boxsportlicher Arbeit hat sich durch die rege Werbetätigkeit des bekannten Berliner Boxsportman­nes Picard bei den Berliner Sladtvätern durchgesetzt. Der Weg für frische frohe boxsportstche Entfaltung ist frei und die Berliner Schuljugend jubelt.

Was dem alten Frankfurter Pionier des Boxsports Geg. Gebhardt nicht gelungen war, anläßlich -einer vor Monaten in Frankfurt stattgefundenen Tagung von Schulmännern, durchzu­setzen, das gelang, in Berlin Herrn Picard. Das Boxen wird in den Berliner Schulen eingeführt.

Vor einiger Zeit versammelten sich unter dem Vorsitz der Frau Stabtrat Dr. Weyl im Berliner Stadthause die Schulfach männer Berlins, um sich von Herrn Picard das Evangelium des Boxsports predigen zu lassen. Sn anschaulicher Weise und niit überzeugenden Worten führte Herr Picard aus, wie der Zaustkampf den Körper stärkt, wie er jede «Sehne spannt und kräftigt, wie er aber auch den Mut der Sungen hebt, und das Selbstvertrauen fördert. Gerade in dem- Entwicklungsalter neigt das jugendliche Gehirn zu Trägheit, zu langsam werden die Eindrücke verarbeitet. Es gibt keine Leibesübung, bei der ein derartiges schnelles Denken gefordert wird, wie beim Boxen. Sollen wir eine derartige sportliche Betätigung unserer Fugend vorenthalten, nur weil unter ihr einige Feiglinge sein können? Auch diese werden ihren Mangel an Mut durch Geschicklich­keit ersetzen.

Der Turnunterricht mit dem Boxen verbunden, wird die Arbeit der Lehrer in den wissens-chaftlichen Fächern unterstützen, denn die Schüler werden aufgeweckter. MM vereinen angehörenden Schüler die andern auch in wissenschaft­licher Beziehung überragen. Das ist kein Wunder. Sm Kampf mit dem Gegner muß ja der Blick geschärft werden. Die Klagen über die Verrohung der F-ugend werden verstummen weil der Sunge gelernt hat, daß ein Gegner, der am Böden liegt, nicht mehr angegriffen werden darf, wenn er -weiß, daß Schläge an gefährlichen Stellen den Schläger als sportlich un­anständig kennzeichnen. Ein Sunge, der gefühlt hat, daß der­jenige, der Schläge austeilt, auch welche einstecken muß, wird stets den klaren Kopf bewahre-n.

Das -Boxen in den Schulen getrieben, wird eine Fugend heranbilden, der -das faire Verhalten Lebensgrundsatz gewor­den ist, wie dem Schwimmer das Beistehen einem Mitmenschen gegenüber in der EErtrinkungsgefahr. Wie der Schwimmer hier nie versagen wird, so wiöd der boxkundige Schüler nie zurllck- stehen, wenn Mitmenschen von Rauflustigen überfallen werden.

Sn der Abstimmung wurde in unerwarteter Uebereinstim­mung aller Anwesenden die Einfuyrung des Boxens in den Ber liner Schulen beschlossen unter dem Gejsichtspu-nkt: Mens fana in corpore Jano. Möge allerorts das Vorgehen der Berliner Stadtväter Nachahmung finden zum Wohle oes Vaterlandes und besonders auch der Fugend, um aber auch diese wehrfähig zu machen und zu erhalten.

Um die Beerdigungskosten zu sparen. Wegen einer höchst selten vorkommenden Schandtat wurde vor einigen Tagen Pa­trick Connor vom Gericht in Dublin zu einem Föhr -Gefängnis mit Zwangsarbeit verurteilt. Als vor mehr denn einem halben Fahr Patricks Mutter starb, waren -diesem die Kosten einer ordentlichen Bestattung -zu hoch. Er aber wußte sich zu helfen. -Er verscharrte den Leichnam seiner Mutter -einfach in dem Garten hinter seinem Hause. Den Leuten erzählte er, seine alte Mutter sei zu ihren treuen und lieben Kindern nach Phi" ladehhia gereist. Der Polizei von Dublin jedoch kam die Sa­che nicht ganz geheuer vor. Fünf Monate nach dem Verschwin­den der Frau forschte sie schon nach und fand den -Latböstand heraus, entdeckte die Leiche im Garten. Bei der Verhandlung erklärte der Richter, obschon Patrick Connors Verbrechen als solches nicht im Strafgesetzbuch ausdrücklich angeführt werde, -gebiete es jedoch die Ehrfurcht vor den Loten, durch die sich -selbst stets die -allerärmsten Sren ausgezeichnet hätten, daß Conor streng bestraft werde. Daher zögere er nicht, ihn zu einem Fahr Gefängnis zu verurteilen.