èaß gerade der Win-Zolt bei den meisten germanischen Stäm- men eine Macht fülle erlangt hat mie keine andere Gottheit. Wenn es -rauhen stürmt, wenn der Wind -ie Hweige der Aeste beugt, sagt man noch heute in manchen deutschen Gauen „Der Wode jagt" und weiß sich ?u erzählen von „Wuotes" oder von dem „wütenden" Heere. Aus solchen «Wahrnehmungen in der Natur ist in grauer Vorzeit -er Glaube an ein mächtiger Wind wesen hervorgegangen, daß die oberdeutschen Stämme Quoten bie niederdeutsazen Wodan, die Nordischen «Odin nannten. Keinem Namen nach war es von Haus aus nur der Gott der Windes. Da aber nach altem Volksglauben im Winde das Heer der abgeschiedenen Seelen durch die toste fuhr, so wurde Wodan zugleich «Eotengott, weshalb die Römer ihren Merkurius für ihn setzen, wenn von ihm die Rede ist.
öur oeit des römischen Schriftstellers «Lacitus um 100 nach Christus, von dem wir die erste Schilderung der altgermanifchen Sitten und Gebräuche Habei», hatte Wotan in vielen Gegenden Deutschlands sich bereits ijum obersten Gott emiporgeschwungen. Lr war zum allgewaltigen Himmelsgolte geworden, und der alte öiu, der Kriegsgott, an dem heute noch das Wort Dienstag erinnert, hatte ihm das Feld räumen müssen. Besonders verehrt wurde er in der kriegerischen Wikiiigerzeit von unseren skandinavischen Stammesbrübern, bei denen sich die Dichtung um ihn wob. Hier wurde er der Gott des Kampfes und der Herr und König von Walhall, wo er alle vereinte, die .im Kam- Pfe gefallen waren, wo diese Linherjer tagtäglich zu neuem Kriege auszogen und den Abend bei frohem Gelage verbrachten. Diese nordische Kriegerparadies entspricht so recht dem germanischen Wesen, dem kriegerischen Sinn der Germanen unsrer 3 raube am Gelage. Kein Volk kennt einen ähnlichen Glauben.
Sm Gefolge Odins befanden sich nach nordischem Wgthus die Walküren, Schlachtenjungfrauen, ausgerüstet mit Brünne, Canje uüd Schild, welche die Bbfehle des Schlachtengottes aus führen und denjenigen Sieg bringen, den Odin bestimmt. Die bekannteste dieser »^germanischen Walküren ist die gewaltige Brunhilde, die nur Freude am Kampfe finibet und sich nimmer vermählen will. Sie ist das Poetische Bild eines echt germani- scheu Heldenweibcs.
.‘Siir Wodans allgemeine Berohrung und seine Ma cht fülle spricht auch, daß chm besonders die heiligen Haine geweiht waren. Wenn die Hermundure im Kampfe mit den Ghattea außerdem Kriegsgotte dem Wotan die Feinde barbrächten, so ^eint es jene Gottheit gewesen zu sein, die in den Wäldern am Salzflusse wohnte, der die Grenze «zwischen den beiden Böl- Kerschaften bildete, wohnte und den Umwohnenden Salz spendete. Nicht allein aber der Salzreichtum des Wassers ließ die Riesen Fluß bis auf den letzten Mann verteidigen, sondern vor allmi der alte Glaube, daß die Waldungen zu beiden Seiten des ölusses der Gottheit besonders nahe seien.
So wurzelt der altgermanische Wodansglaube und die Wo- dansverehrung wesentlich in der heiligen Scheu vor der Natur. Noch eine andere Gottheit der Germanen ist auf demselben Boden ersprossen, Donar. Die unheimliche Gewalt des Gewitters, der langarthaltige Donner und das «zuckende Licht am Hellen Lage haben bei fast allen Völkern, die diese Naturerscheinung in ihrer Heimat kennen, den Glauben an ein höheres Wesen erzeugt, daß im Donner und Blitz sein Dasein «zu erkennen gibt. Mit großemDarte stellen die alten Germanen ihn sich vor, wenn der Gott durch die toste fuhr, rief er in diesen Bart. Diesen Nuf des Gottes ahmten die Krieger nach, wenn sic in die Schlacht zogen: das war der den Römern «fürchterliche Bartgesang (barbitus). Auch er wurde wie, wie Hiu und Wodan, von allen germanischen Stämmen verehrt. Wie dem Hiu der Dienstag, dem Wodan der Mittwoch, so wurde ihm der Donnerstag geweiht.
So verehrten die alten Germanen ihre Götter nicht in Lem- peln. jhr Götterglaube ist Naturverehrung, aber die Natur- verohrung hat eine tiefere Wurzel, die weder Heit noch Lhristen-
tum aus unserem Bocke hat ausjäten können: das ist der Glaube an das Hortleben der Seelen in der Natur und an die elfischen und dämonischen Gestalten, deren Vorhandensein die schöpferische Phantasie und Poesie des Volkes im Laufe der 3 eit aus diesem Glauben gefolgert hat.
Vermischtes.
Der Ring der 'Prinzessin Borghese. Vor einigen Monaten ertrank, wie wir damals berichteten, im Gardasee, die Prinzessin Borghese, ohne daß ihre Leiche aufgefnnden werden konnte. Vor kurzem entdeckte man nun einen prächtigen Ring, den die Prinzessin stets am Singer trug, nämlich einen antiken Ring mit Brillanten und Saphiren, im Werte von 30 000 Lire an der Hand der Lochtcr eines Schneiders, namens Niccolini, in Mailand, der zu einer Höhlerbande gehört, die in Mailand und in Padua ihr Unwesen treibt. Auf Befragen erklärte bas Mädchen, den Ring von ihrem Bater erhalten zu haben, der wie- berum vorgibt, ihn von einer Unbekannte» erhalten zu .haben. Die Polizei 'hat eine Untersuchung eingeleitet.
Ein „Neandertaler" in Palästina? Wie die „Limes" aus Jerusalem meld., haben Ausgrabungen, welche Studenten der bri lachen archäologischen Schule dort oornabmen, zur Entdeckung einer Grotte bei Labgha, nördlich vom See Liberias in Palä- stina geführt, in welcher eine Niederlage von prähistorischen Waffen und Steingeräten gefunden wurde. Daneben entdeckte man den vorderen -Teil des Schädels eines Urmenschen, der durch seine Horm unb gewisse Merkmale, besonders durch die außerordentliche Entwicklung des oberen Bogens der Augenhöhle, Sie zurückw eichende Stirn und die Dicke des Knochens Uebereinstimmung mit dem Lgpus des Neandertalers auf meist.
Das Geburtsfchloß Lichenborfss ehre tschechische Schule. Das Schloß Sedluitz bei Hreiberg in Mähren, in dem ber deutsche Dichter Freiherr von Eichendorfs geboren wurde, soll nunmehr von den Tschechen in eine tschechische Schule umgewandelt werden. Gegen diesen Plan hat bet Eichendorffverein in Köln Protest eingelegt, der auch bereits" in holländischen Blättern zum Abdruck gelangte.
Der Mondsüchtige im Speisesaal. Jir einem Pariser Vorort ist ein Mondsüchtiger bei dem (Versuch, durch sein Fenster auf das Dach eines Hotels zu gelangen, abgestürzt. Er fiel, ohne sich zu verletzen, durch das Glasdach der Beranda'des Hotels in den Speisefaal. Die Hotelangcstell'ten fanden ihn borf schlafend auf einem Stuhle im Speisesaal liegen. Sie weckt'err ihn unb brachten ihn* auf seine Wohnung.
Der zwei je Bubiiiopf ans dem Königsthron. Wir halten' beim zweiten Bübikopf mit der Königskrone: Der erste roatr dbr der Königin von Belgien, jetzt hat sie eine Vacbdhmerin,. in- einer Standesgenossin' aus Asien gefunden. Freilich mußte die zweite mehr Mut aufbringen als die belgische Königin, welche nur die respektl-olle Kritik der Hofdamen gegen sich hatte. Ein Pariser Blatt berichtet: Der Hof von Bagdad hat eine großo Aufregung »benftanObn; Der König Haâl hatte seine gewohnte Gemütsruhe verloren und eine schwere Sorge drückte seine lGnlgllche See»?: Télne ânMM, M Kö nigm,-Wtte üMSr Außerachtlassung de» muselmauischen Gesetze/; alle Schleier von sich geiovrfen und ha Äle sich iw eine sehr pikante Däme aus dem Okzident verwandelt. Haistal, ber ehemalige reiche Kamelhäud- ler, wurde 1919 von England als König des jlrak eingesetzt, und er beschloß, sein Königreich oaUftänbig zu m obernjfieren. Da er glaubte, daß ihm hierbei Anne Hrau hindnrlich sein könnte, während er Automobilb und Zlugtzeuge, G-canrinobhone uüd Schreibmaschinen einführte, schickte er sie M' den Hof seines Vaters Hussein, des Königs den Hedschjas. Aber es verging nicht lange Heit, da kamen ihnr miangenbhöne Nachrichten zu Ohren. Seine Hrau hat re sich auf den Weg, gemacht, um nach Bagdad zurückzukehren.. Das märe eigenh ich sehr schön von
ihr gewhen. Aber das Betrübliche für den König bestand darin, daß seine Gattin sich selbst bedeutend modernisiert .lmtte So Ixrtte sie für die Rückkehr nach Bagdad nicht den alten, soz» sagen rituellen Karaivauenweg genommen, sondern batte sich auf einem Dampfer nach Bassorah, begeben, wo sie wieder statt in einem Palankin Platz zu nehmen, ein starkes Auto bestieg, mit welchem sie mit Windeseile die Wüste bis nach Bagdad durcizquerte. Als König Haikal erfuhr, daß seine Gattin schon in der Stadt in einem Auto eingetroffen war, bestieg er schleunigst ein Flugzeug unb flog nach Mossul. Als er zu- rückkekrte, war die Königin nicht ,zu erkennen. Elegantes, Kiste freies Hauskleid mit vollständiger Bloßlegung der fein modellierten Arme, des zierlich gezeichneten Halses; dabei die geoffen barte Linie der Beine, und, das Schrecklichste: ein europäisch^ Bubikopf! Baikal blieb zuerst starr vor Entsetzen. Er betrachtete lange schweigend die hübsche Dame, die nun ganz an- bers auSsah, als seine ehemalige Gemahlin. Sollte er ihr zürnen? Er merkte bald, daß seine Hrau anch wunderbar gepflegte Hände hatte, mit rosigen langen Nägeln. Sollte er er auf einen Kampf mit einer so bewehrten Gattin ankommen lassen? Lieber nicht. So wurde auch der Hof des Königs Haikal in wenigen Woche» volliständig durch europäische Dekorateure unb Lapezierer modernisiert.
Liäuberlebeu im Unterstand. Seit einiger Heil häuften sich im Münstertal im Vberrlsah unb in der Stadt Münster selbst die Liichruchsdiebstähle in auffallender Weise. Eine Spur der Die be zu finden gelang nicht. Schließlich verlegte sich die Gendarmerie daraus, die vom Kriege her übrig gebliebenen deutschen Unterstände zu untslsuchen. Dort «wurde auch das Nest der Einbrecher gefunden. Am sogenannten Galgenberg fanden die Gendarmen einen Unterstand, der noch eine Lür hatte, unb ver schlossen Ivar. Auf die Lür war eine Anschrift „Eintritt verboten" angebracht und das bekannte Warnnngszeichen vor Lo- düLgefahr,. der Lotenlkopf über zwei gekreuzten Knochen. Sm Sintern war bat Näubernest ganz leidlich eingerichtet. Ein Lisch war da, zwei Bänke, ein Ofen nebst etlichem Neisigvorrat. Auf dem Lisch war Honig verschüttet, die letzte Spur eines kurz zuvor entdeckten ânbruchs in ein Bienenhaus, unter dem Nei- Jig fandell sich 27 «halbe Pfund-Ballen Butter und ein Herreuanzug. Ein Verschlag enthielt das Handiverkszeieg-,. Stemmeisen, Dietriche, eine Keile, KevzM, Hämmiir, aber- auch Hüii-d- schnur und Munition, Nur eine Schlafgelegenheit Mite» Diese fanden du» Geadarmvn in eiltecn- benachbtUr-teii Unt'evstatid' aus Heu hergerichtet. Nur der Hauptmann besaß, in einem tiefer unten gelegenen Gelaß eine Matratze und einige âidungL- stücke zum Hudrcken,. ehemals das Eigentum eines Gartenhaus- besttzers. Ein Held reicher Betätigung bot den «Räubern die zur Heit in Mnüster stattfindende Gewerbeairkstellnng^ die zur Plünderung, aber auch zu reinem-Schabernack aicfgesuchri wurde. So wurde das zu einer- Ri ndoi chprämiierning vebsMn Mette ! jungoieh nächtliclzerweile losgeibunden und in die Berge gejagt, wobei aber der meisten Kälber Klug genug gewesen waren, sich weite Wege zur sparen und es sich in Gärtsn^Aeckerini und Wiesen der nächsten Umgebung bequeme zu machens Nach solchen taten war man darauf gefaßt, recht «jitigendl ich.: Rinaldis vor- Mfmden. «linweit der Räuberrcfiüenz legten sich die Gendarmen
auf die «Lauer und konnten nach kurzen Warten- vier Burfche» ' Oballi-ii
Zlucht gelang, wurde- Lags darauf emgrfamieia. Der Hauptmann schleppte eine Pistole mit sich l»r nm, dle an'deremw reu
mibervaffnet. WidebsÄnd leistete. Keilcer. Die Ränoer, die die ganze Gegend in Niem.. gehalten hatten, stammen , alle aus acht- ■olareu Familien, der Vater des einen ist seinerzeit als deutscher Soldat auf dem östlichen Kriegsschauplatz verschollen. Jugendliche Räuberromaulik, lockere Erziehung in den Kriegsjahren md die Einflüsse des Lebens in den vom Kriege zerstörte», nur langsam wieder ausgebauteu Ortschaften schemen niehr als eigentliche Verderbtheit Uh «Triebfeder zu dieisM Auszug in bett l Vvgesenivald und seine witerstände. gewesen zu,, sein..
„Jhr seid wohl ein Narr'"» sagte» ber Beamte. „Macht Euern Scherz wo an der 5». mich, aber 'laßt gc fälligst in Ruhe!"
.Scherz? Wer sagt» daß ich scherze?."
Peter Wilms riß dem Beamtem d»en Bcrsichorungsschei»^ aus ber Häud. <
„Steht ha nicht schwarz auf weiß»,-'-aß ich die Summe von fünfhundert Dollars a unbezahlt erhalte; wenn die Higarren per brennen? He, Herr, steht es nicht da? Sind die Higarren nicht verbrannt, he? Hab ich nicht$ect>s Dollars neunzig Cents an Prämien und Gebühren bezogt, he? Warum, wollt, jhr nun nicht zahlen, he?"
„Nein, wir zahlen nicht!" Damit stieß der VeamTe bas Gitter fallen und Peter Wilms wüten, und toben, bis diesen zwei handfeste Nigger in Diensten der Gesellschaft unsanft, an die tost setzten.---
jack Anders! Wer hätt/ ihn nicht gekannt in San Hranzisko, ihn, den besten Richtee in der Stadt und im ganzen Bezirke.? Keiner sgß je würvevoller auf seinem Stichle, keiner, bessern Urteile so gründlich, dessen UpterscheiSungen so feine-waren, keiner, der sein Gesetzbuch bis auf j./ben Piinkt so iWe- hatte wie der ehrenwerts Jack Anders. Wenn er seine Sitzungen hielt, war der Hnvörerraâ gedrängt voll Menschen, die auf seine salomonische Weibheir begierig unb fedes seiner Urteile mit Beifall ausnahmen.
Vor Jack Anders -nun wurde die Klage Peter Milms, gegen die Geifellschaft „Blitz unb Donner" verhandelt. Die Gesellschaft war ihres Sieges so sicher, daß sie sich nicht einmal durch einen Advokaten vertreten ließ,-sondern lediglich einen Beamten zur Verhandlung schickte. Prter Wilms hatte seinen Wohnungsgeber Nal Cruker und seinen Freund Dick Corman als Heugen mitgebracht. Vis auf den letzten Platz war der Sitzungssaal befett unb das Stimmengewirr wandelte sich in tiefstes Schweigen, als der Richter eintrat und sich mit feierlichem Ernste niederließ.
Peter Wilms begründete unter Hinweis auf seinen Ver- fieberungsjd>ein seinen Anspruch auf Auszahlung von fünfhun- I dert Dollars, genau so, wie er ihn dem Schalterbeamten, gegenüber begründet hatte. Keine Miene im Gesichte des Reich- ters zuckte, als er die Heugen vortreten ließ unb vereidigte. Nat Cruker bestätigte, daß Peter Wilms etwa eintaufenbein- hundert der Higarren geraucht habe, während Dick Cormann
Mißglückte Spekulation.
Humoreske von Soseph Knobloch-München.
Peter Wilms, einer der geriebensten Halunken, den je der Westen der Vereinigten Staaten gesehen, wollte durch einen feinen Lrick mühelos zu einigem Selbe kommen. Hu diesem Hwecke hatte er vor sechs Monaten bei der Heuerversicherungsgesell- schaft «Blitz und Donner" in San Hranzisko gegen eine Prämie von fünf Dollars vierzig Eents, wozu noch Schreibgebühren im Betrage von ein Dollar fünfzig Eents kamen, zweitausend Stück Higarren für die Summe von fünfhundert Dollars versichern lassen. Heute nun erschien er im Büro der Gesellschaft, betrachtete sich gemütlich die Aufschriften ber Schalter und «näherte sich dann demjenigen, über welchem „Auszahlungen" zu lesen war. Mit der größten Gleichgültigkeit zog er den Ver- sicherungsschein aus der Lasche, wies ihn dem Beamten vor und sagte:
»Hahlt mir gefälligst meine fünfhundert Dollars aus, Herr; die zweitausend Higarren sind verbrannt."
,So?" antwortete der Beamte und begann in einem großen Buche nachzuschlagen. „Wir haben bis jetzt", fuhr er nach einer Weile fort, da er einen diesbezüglichen Brandschaden im Buche nicht vermerkt fand, „von dem Unglück keine Kenntnis erlangt. Mann unb wie hat es sich denn zugetragen?"
„Was?" fragte Peter Wilms mit unverschämtem Grinsen.
,Aun, ich meine, wie das Unglück mit dem Heuer entstanden ist, bas die Higarren einäscherte."
„Unglück?" »Wüßte nicht, Herr, wie man das e'm Unglück nennen könnte, wenn man fünfhundert Dollars ausbezahlt bekommt.“
Der Beamte zuckte die Achseln. ,Muß aber doch schnell ge gangen sein, wie? Wir hätten sonst sicher schon -eine Benachrichtigung."
,^Wie mans nimmt, Herri Wir haben uns redlich plagen müssen, unb ich Dick Corman, um in sechs Monaten zweitausend Higarren zu rauchen; wären sie nicht so verdammt gut gewesen, hätten wir wohl länger Heil gebraucht."
3U ___ zu —- rauchen?“ stotterte der Beamte und starrte Peter Wilms verständniÄos an. „jhr habt die Higarren —"
^Geraucht, selbstveOLndlich! Aber nun macht keine weiteren Umstände mehr und zählt!"
Mchwor, die übrigen neunhundert; in die tost gepafft zu,haben. Der Vertreter der -Gesellschaft e Märte, ,-haß er das Urteil ruhig dem Gericht überlassen Könner Nur igoch so nebenbei fragte ber Richter, ob Dick. Cormann gewußt -habe» daß die Higarren versichert seien, unb als Dick die Hrage bejaht hatte, legte sich Jack Anders eine Minute uaMin-neNd in sein m. Stuhl zurücke Lote-nstille herrschte, im Saale,, als sich, der Lichter erhob und folgendes Urteil verkündete: .
„Das Gericht - hat sich alt ben Wcatlaut des Bcchsicheriwgs Vertrages zu halten. Da die- fraglich versicherte Ware,, nämlich die zweitanistud Higarren, nach der Aussage zweier vereidigter Heugen in der Lat verbrannt ist, da somit die Bertrags- bebingung hinsichtlich der Höhlung P'slich't gegeben erscheint, so wird die Gesellschaft .Blitz unb Donner“ ^r Höhlung der Ber- jicberungSjumme in Höhe von fijufbuirbcU Dollars an Peter Wilms verurteilt."
Das Gesicht des Vertreters, der Gesellschaft zog sich bei diesem gär^lid) unerwarteten Urteil sehr in die Länge; Peter Wilms aber strahlte förmlich wr Freude über den seiner Meinung nach Jo roobigelungenen. Lrick und triumphierend flog sein Blick Über die Verfall klatschende-ii -Huhörer. Allein jetzt gebot der ehrenwerte Jack Anders mit Donnerstimme Rühe, da bas Urteil erst zur Miste verkündet wäre, wb führ fort:
„Peter MiMs unb Dick Corman haben nach ihrer eigenen glaubwürdigen Aussage die gegen Brandschaden versicherten, zweitansend Zigarren verraucht. Um die Higarren rauchen zu können, mußten sie dieselbe.« in Brand setzen. Sie haben des halb ein Verbrechen ber mutwilligen Brandlegung, begangen an einem versicherten Gute, auf sich geladen unb werden nunmehr, und zwar Peter Wilms zu sechs Monaten, -und Dick Corman zu zwei Monaten Gefängnis und zur Hahluug einer Entschädigung von fünfhundert Dollar an die Gesellschaft. „Blitz und Donner“ verurteilt. Scheriff, lassen Sie die Verurteilten ab* führen."
Peter Wilms und Dick Cormann war jetzt das Lachen vergangen; ihr wütender Protest scheiterte an der Kraft der beiden Polizisten, die sich ihrer bemächtigten unb sie der Verbüßung ihrer Strafe entgegenführten.
Ganz Franzisko aber sprach an diesem Lage wieder von der Weisheit und dem Scharfsinn des ehrenwerten Richters Jack Anders.