Hessische Morgenzeituns
Ful-aer Kreisblatt, Anzeiger für Rhön un- Vogelsberg, Ful-a un- Haunetal
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Nummer 144 Donnerstag, den 25. Juni 1925.59. (2.) Zahrgang.
Die entscheidenden KahineMSerstungen über die Entwnssnungsforderungen.
Berlin, 24. 2um. <Lig. Lnformationsdrenst.-Telogr.) Wie wir hören, werden die entscheidende« BwatiMgieu des Reichska- biuetts über die LichsrhettsfrÄge lund über die «Werten Lu twaff uimgsforderuugen erst Ende dieser Woch^ bezw. in der nächsten Woche stattfinden. Die Unterredung zwischen dem deutschen Botschafter in Paris und idem französischen Außenminister Briand beweist, daß diplomatische Unterhandlungen im Gange sind, deren ^löschtuß man für Ende dieser Woche erwarten zu können glaubt. Mit der englischen Regierung ist bisher MW flüchtig Zählung genommen worden. Fn Regiernugskreisen nimmt man au, daß es spätestens bis Mitte nächster Woche möglich sein wir-i die deutsche Stellungnahme zu drsr französischen Licherheits note mitzutellen. Die Frage der Beantwortung der alliierten Rote kann -aber erst anfangs nächsten Monats ernsthaft in Er- wägnug gezogen werden.
Rem Verhandlungen über die Regierung in Preußen.
Berlin, 24. Suni. fLig. Fnformationsdienst.-Telegr.) Wie wir aus parlamentarischen Kreisen des Preußischen Landtages erfahren, ist die Deutsche Volkspartei bereit, unter gewissen Bedingungen eine -Erweiterung der preußischen Negierungsbasts auch ohne direkte Beteiligung der Deutschnationaleu zu ermöglichen. Ls soll sich dabei aber nur um ein Provisorium handeln, das die Grundlage für spätere Verhandlungen mit den Deutsch- nationalen zulassen würde. Die Suitiative zu den neuen Verhandlungen ist nicht nur vom Zentrum, sondern auch von der Deutschen Volkspartei ausgegangen. Demokraten und Sozialdemokraten verhalten sich vorläufig abwartend. Falls es zwi- scheu den Regierungsparteien und den Deutschnationalen nicht zu einer Einigung komme» sollte, erwartet man in volkspartellicheu Kreisen, daß das preußische Zentrum seine bisherige Haltung zugunsten der Bildung einer rein bürgerlichen Stechern ng revidieren wurde.
Mr- II. MMeimerWlms abgelehnt.
rotb. Berlin, 24. Juni. tolef. Sm Lteuerausschup des Reichstaejes wurde heute die Finanzvorlage auf Erhöhung der Bier- und Tabaksteuer mit 15 Stimmen der Sozialdemokraten, der Demokraten, der Kommunisten, der Völkischen und der Wirtschaftspartei gegen 13 Stimmen der übrigen Parteien ab- gelehnt. Der Zinanzminister hatte sich noch einmal für die An
Das Reichswehrmimsteriwn zur EnttvaMungönote.
Von unserem Berliner Mitarbeiter wird uns vom 24. Juni geschrieben.
Das Reichskabinett wird sich in den nächsten Tagen sehr eingehend mit dem Gutachten des Meichswehrnrinisteriums zu der Entwaffnungsnote beschäftigen und dementsprechend seine Stellungnahme formulieren. Während im ersten Teil des Reichs wehrgutachtens die politische Seite der Angelegenheit eingeh- heud dargelegt worden war, beschäftigte sich der -zweite Teil ausschließlich mit den kleineren technischen Forderungen, deren Bedeutung nicht allzu hoch zu bemessen ist. Wichtig ist aber immerhin der Standpunkt, des Meichswehrmimsteriums, wonach die Forderung auf Ablieferung des überschüssigen Materials äbgelehnt werden muß. Jm Friedensoertrag ist über Er- fatzteile überhaupt nichts gesagt worden. Die J. M. K. K. hat aus eigener Machtvollkommenheit die Sätze für Ersatzteile.unverantwortlich niedrig- festgelegt, sodaß die Schlagfertigkeit der Armee sowieso nicht mehr gewährleistet ist. Die Behauptung der Note, daß man aus den vorhandenen Ersatzteilen- 24 leichte Minenwerfer ohne Wiege unb Mohr »konstruieren könne, ist, wie man versichert, zu vage, um näher darauf einzugehen. Die geforderte Unbrauchbarmachung der angeblich zuviel vorhandenen Hufeisen wird seitens des Mcichswehrmiiiisteriums als geradezu lächerlich bezeichnet. Die erforderliche Anzahl von Hufeisen -kann jederzeit bei den SchMiedemeistern.innerhalb weniger Tage hergestellt werden. Infolge der »übersteigenden Anzahl von Hufeisen ist also die Gefährlichkeit der deutschen Armee nicht größer geworden. Das Meichswehrministerium verwahrt sich auch dagegen, daß Platzpatronen jetzt plötzlich als „Kriegsmaterial" angesprochen werden -sollen. Desgleichen legt das Ministerium der Rüge der angeblich zu viel vorhandenen! Bekleidungsstücke keinerlei Bedeutung bei. Selbstverständlich hat die Heeresverwaltung eine günstige Konjunktur auf dem Beklei dungsmarkt ausgenutzt und -somit geringe Vorräte angesammelt. Diese würden aber nicht einmal zur Bekleidung von größeren Berbänden ausreichen. Die Forderung der Note in Bezug auf von Lhef der Heeresleitung .und dessen Zurückversetzung in seine alte Stellung lehnt, wie wir weiter hören, das Reichswehr- mmisterilim unter allen Umständen ab. Es wird ferner darauf
nahme seiner Vorlage eingesetzt, und erklärt, im Falle -der Ab- lehnnry nicht in der Lage zu sein, den Etat der Finanzverwaltung vorznlegeu.
Die kritische Lage der deutsch- franz.Wirtschastsverhandlungen
Berlin, 24. Suni. (Eig. Snformationsdieust.-Eelegr.) Sa Berlin gibt man zu, daß bi;e deutsch-französischen Wirtschaftsverhandlungen gegenwärtig wieder auf »einem kritischen Standpunkt angelangt sind. Es handelt sich dabei aber nicht um so schwerwiegende Meinungsverschiedenheiten, die etwa einen Abbruch der Verhandlungen zur Folge haben könnten. Wie wir hören, erwartet man in Berlin auf jeden Fall eine kurze Unterbrechung der Verhandlungen, die auch dann gekommen sein wür de, wenn nicht die neuen Meinungsverschiedenffeiteu aufgetaucht wären. Die Unterbrechung soll aber nur wenige Tage eintreten.
3um deutsch-polnischen Wirtschastskonflikl.
wtb. Berlin, 24. Suni. telef. Der deutsche Gesandte in Warschau Ulrich Rauscher ist in Berlin emgetroffen. Man wird an nehmen können, daß seine Reise nach Berlin mit dem gegenwärtigen deutsch-polnischen Wirtschaftskonflikt znsammenhängt.
Verschlimmerung der Lage in Kanton.
rotb. Hongkorrg, 24. Suni. telej. Reuter -Meldung. Die Abreise des Gouverneurs nach England wurde aufgeschoben. Das amerikanische Kanonenboot „Helena" ist nach Kanton ausgelaufen. Dort hat sich heute morgen die Cage erheblich verschlimmert und die britischen Streitkräfte trafen Vorkehrungen gegen das Wiederaufflackern der Unruhen.
Japans Großfunkstelle im Stillen Ozean.
wtb. Berlin, 24. Juni. telef. Japan errichtet auf der Fo- sel Aap, eine Großfunkstelle. Die Kosten sind auf 1,5 Millionen Aen veranschlagt. Die Funkstelle wird Eigentum Japans bleiben, sie soll aber allen anderen Völkern als Zwischensender zur Verfügung stehen.
hingewiefen, daß in der Note der J. M. K. K. vom 13. H. 1921 es wörtlich heißt: „Die J. M. K. K. hat gegen diese neue Fassung des Wehrgesetzes keine -Einwendungen zu erheben." — Die Stelle des Staatssekretärs ist bereits feit Fahren nicht mehr besetzt. Auch die Ausführungen der Note über die „Waffen und die Jftftärken“ sind für die maßgebenden militärischen Kreise nicht diskutabel. Die von der Entente verlangte Veräußerung von Gebäuden ses handelt sich um Gebäude, die früher Zwecken der Heeresverwaltung -bienten und jetzt vom Neichs- finanz ministe rium verwaltet werden), würde eine ungeheure vchädigung des Reichsfiskus bedeuten und muß daher abge- leihnt werden. Die Gebäude sind zur Zeit größtenteils vermietet. Wird es erst bekannt, daß sie verkauft werden müssen, so wird der gebotene Kaufpreis dementsprechend niedrig fein' Außerdem kann jede Scheune als Lebensmitteldepot und jedes Krankenhaus im Bedarfsfälle als Lazarett eingerichtet werden. Bezüglich der B-efestiguu-gen von Geschützen usw. stellt sich das Reichswehrminifter-ium auf den Standpunkt, daß hier einzig und allein die Bestimmungen des Versailler Friedensvertrages maßgebend sind und daß sich die Militärbehörde auf irgend welches darüber hinausgeheudes Entgegenkommen unter gar keinen Umständen ein lassen kann. Nach dem Versailler Vertrag (§ so) finb uns die Ostbefestigungen in dem damaligen Zustande zu belassen. Auf Grund verschiedener Forderungen der Entente hat im Londoner Abkommen Deutschland auf die darin liegende Mu nitronsausstattung verzichtet und die Forderung der Entente auf Beschränkung der Geschützzahl auf 38 angenommen. Kaliber und Art dieser Geschütze ist von der J. M. K. K. festgesetzt worden. Die J. M. K. K. hat auch genau gewußt, daß die Geschütze beweglich waren. Sie hat dagegen damals (1922) bée Vernichtung ortsfester Geschütze gefordert, und ist erst viel später mit der Forderung herausgekommen, die genehmigten beweglichen Geschütze wieder ortsfest zu machen. Was sollen 38 ortsfeste Geschütze auf einem Umfang einer Festung wie Königsberg? Wer trägt die Kosten für die Neubetonierung? Außerdem müssen die Geschütze, da sie für einen festen Einbau garnicht konstruiert sind, in Fabriken, die zu diesem Zwecke wieder neu e-i-nzurichten wären, kostspielig umgeb aut werden.
Die befestigten Werke, Stellungen und festen Plätze. Abteilung 11 des Teiles 3 der alliierten Entwaffnungsnote enthält auch eine Reche von Beistimmungen über auszuführende Maßnahmen bei den Geschützan-lagen der Küstengeschütze. Das Reichs- wchrmiwisterium ist, wie wir Höven, bereit, dieser Forderung der Entente zu willfahren, zumal die Vorbereitungen dazu bereits seit längerer Zett in die Wege geleitet sind. Die Note verlangt daß 2 schwere Batterien in Wangeroog und Swinemünde, sowie 3 schwere Batterien in Wilhelmshaven auf feststehende eingebaute Lafetten montiert werden. Die Maßnahmen hierzu sind bereits getroffen. Es handelt sich da um die Friedrich-August- Batterie in Wangeroog: 6—30,5 cm. Vier der Lafetten werden noch in diesem Sommer fertiggestellt, 2 dagegen müssen bei Krupp neu gefertigt werden, desgleichen 2 Wiegen. Die Fertigung ist aber wiederum erst von der Genehmigung der interalliierten Militärkontrollkowmission abhängig. Diese Genehmigung kann wiederum bestimmungsgemäß erst nach der Zerstörung der 34 großen Maschinen erteilt werden. Alsdann, wenn also alle diese Voraussetzungen erfolgt sind, erfordert der Neubau der Geschütze, wie wir hören, bis zur Vollendung einen Zeitraum von mindestens 2 Fahren. Bei der Plantagen-Batterie in Swinemünde 4—21 cm. sind die Geschütze bereits auf- gestellt. Für die in Wilhelmshaven stehenden Geschütze „Gorden" A. und B. (8—28 cm.) und ,Mtona" (8—24 cm.) sind Schießgerüste bereits vorhanden. Diese müssen jedoch noch entweder bei der Marinewerft, oder bei Krupp abgeschritten werden. Die Geschütze auf Briu-Kamahof und Land Lützen <4—15 cm.) wurden bereits komplett ausgestellt. Die Armierung von zwei 15 cm. Batterien und einer 21 cm. Batterie in Swinemünde, sowie zwei 15 cm. Batterien und einer 21. cm. Batterie in Pillau konnte noch nicht erfolgen, weil, auf Verlangen der interalliierten Müitärkontrollkommission, noch 19 Rahmen geändert werden müsse«. Die Fertigungserlaubnis ist jedoch weder bei der Marinewerft, noch bei der Firma Rhein- Metall bisher erteilt worden. Für die Armierung der Forst- Batterien in Swinemünde (8—21 cm. Mörser) und der Neuhauser Batterie in Pillau (6—21 cm. Mörser) befindet sich eine fertige Versuchslafette bereits in Wilhelmshaven, die je- bad) erst noch erprobt und besichtigt werden muß. Außerdem müssen bei Krupp 13 Rahmen dazu hergestellt werden. Entgegen der Behauptung der Entwaffnungsnote stchen die Flieger abwehvbatterien in Swinemünde und Pillau bereits. Die noch üicht in Stellung befindlichen 31 und 119 Küsten-Schutzgeschübe sollen unverzüglich zur Aufstellung gelangen. Aus den verschiedenen erforderlichen Neuanfertigungen ergibt sich, daß es unmöglich ist in absehbarer Zeit diese Bedingungen der Ent- wafsnungsnote zu erfüllen, da der Umbau eben nicht schneller ausgefuhrt werden könne. Wenn also die Räumung Kölns sowie des Muhrgebietes von den Erfüllungen all dieser Forderungen abhängig ist, dann dürfte mit der versprochenen Räu- mung frühestens nach zwei Fahren gerechnet werden. Auf die- ser Basis bewegt sich also der Standpunkt des Reichswehr- minifteriums gegenüber der Entwaffnungsnote der Entente vie Reichswehr hat entweder keinerlei Veranlassung, die ge- Jtellten volhg unbegründeten Forderungen zu erfüllen oder aber die Erfüllung ist an sich unmöglich^ weil die Grundlage und die Voraussetzungen dafür von vornherein fehlen. Die Haltung des Aeichswehrminlsteriums kann also in der ganzen Angelegen- Heit als völlig ablehnend bezeichnet werden.
Das Manöverunglück auf der Weser.
Mmde«, 23. Juni. Der zweite Verhandlungstag gegen den Oberleutnant Fordan brachte die Fortsetzung der Bsweisauf- uahme, die ziemlich eintönig verlief, da die Zeugenaussagen sich meistens wiederholten und im großen und ganzen wenig neues jutage forderten. Die Verhandlungen begannen bereits um 8 dbr. Es war ein Aufgebot von mchr als 30 Zeugen er- schienen. Der Vorsitzende ging zunächst auf die Wünsche der Staatsanwaltschaft und der Verteidigung auf Anberaumung einer Ortsbestchtigung an der Stelle des Unglücks in Veltheim ein Auf beiden Seiten bestand jedoch keine große Lust, nach Beltheim zu fahren. Es soll aber auf dem Truppenübungsplatz in Minden selbst eine Fähre, wie sie am Unglückstage be- nutzt- worden war, zusammengestellt werden. Dazu erklärte der im Zuschauerraum anwesende Kommandeur des Lindener Pio- nier-Battaillons, daß an sich keinerlei Schwierigkeiten bestän- den, eme derartige Fähre vorzuführeu. Wohl aber sei Vor- chrfft ergangen, daß eine Belastung der Fähre, wie sie am Ungluckstage stattgefunden hatte, nicht vorgenommen werden durfte Das Gericht beschloß am Donnerstag nachmittag eine Vorführung der Fähre vorzunehmon.
Der Pionierunteroffizier, Zeuge Koch, der mit dem Ange- ^1"^ Dienst gehabt hatte, erklärte folgendes: „Fch habe beobachtet, wie die Beladung der Fähre vor sich ging. Die Mannschaften rückten zunächst in die Pontons 3 unb 4. Fch habe die sachgemäße Belastung beaufsichtigt. Spätere Mannschaften wurden auf andere Teile der Pontons verteilt