Nr. 142
Dienstag, den 23. 3uni 1925.
Mische Morgenzeitung.
Beiblatt.
Verlag: Fulda, Kanalstrafte 44
Danzig und seine Me.
(Von unserem Danziger Korrespondenten.)
Danzig, Mitte Funi 1925.
Wieder einmal hat in Genf der Nat des Völkerbundes mit MvHügter Miene getagt. Und wieder ist man angesichts des jatft vorliegenden „Ergebnisses" zu fragen versucht, wozu denn , eigentlich die Mitglieder dieser erhabenen Institution aus allen i Richtungen der Windrose an den Ufern des schönen -Genfer Sees versammelt werden. Etwa nur zu dem Zweck, nm gerührt dabei zu stehen, wie sich Briand und sein Spezialkollege aus London brüderlich in die Arme sinken, um sich dann hinterher die schönsten Grobheiten an den Kopf zu werfen?
Was nämlich diesmal für das Wohl der Menschheit in Genf herausgekommen ist, übertrifft an Dürftigkeit noch das Fazit der meisten vorangegangenen Ratssitzungen. Und das will etwas sagen. Unser liebes Danzig ist natürlich wieder der Hauptleidtragende; denn im Gegensatz zu den übrigen Staaten, die, soweit sie nicht zur entente cordiale gehören, längst den ganzen Schwindel durchschaut haben und sich gelassen diese Farce betrachten, ist unser kleiner Freistaat nun einmal von Völkerbunds Gnaden und leider auf ihn ganz angewiesen.
Allerdings must bemerkt werden, datz selbst die unverbesser- lichsten Danziger Vö Ik e rbund senthust asten allmählich abgekühlt sind und sich von den ‘Senser Gagen nicht allzuviel versprochen haben. Ob sie auf diese Pleils vorbereitet waren, ist immerhin eine andere Frage. Denn nachdem der berüchtigte Danzig-polnische Poststreit bereits das Programm der Märztaguug des Völkerbundes geziert hat, nachdem in der Zwischenzeit das «xzellouteste völkerrechtliche Gremium der Welt, der international« Schiedsgerichtshof in Haag, wenn -auch mit negativem Erfolg, wochenlang die erlauchtesten Gehirne über die sehr eindeutige rechtliche Seite der Angelegenheit in Tätigkeit gehalten hat, dürfte man vom Rat doch, wenn schon nicht eine klare Lntscheiching zugunsten einer Partei, so doch wenigstens den ehr lieben Versuch einer Stellungnahme erwarten.
Nicht einmal dieses ist geschehen! Die Herren sind abermals auseinander gegangen, ohne ihrer ausdrücklich und feierlichst übernommenen Pflicht, das letzte entscheidende Wort in allen Danzig-polnischen Streitigkeiten zu sprechen, auch nur im entferntesten nach gekommen zu sein. Der seit dem 5. ianuar d. Fs. die Gemüter bald mehr, bald weniger erregende Brief- kastenkonflikt schwebt also immer noch. immer noch mutz sich das „souveräne" Danzig den ebenso kuriosen wie empörenden Zustand gefallen lassen, das in seinen Straßen die ominösen roten polnischen Briefkasten neben den blauen Danziger Kästen hängen, daß mit der harmlosesten Miene von der Welt polnische Postboten mitten in der Stadt ihre Bestellgänge verrichten.
Der entscheidende Punkt in dem ganzen Fragenkomplex ist die verschiedenartige Deutung des Begriffs „Hafen von Danzig". in der rechtskräftigen Entscheidung des Danziger Völkerbundskommissars vom 25. Mai 1922 wird nämlich Danzig Eerlegl,.Polen mit den Mitteln zu versehen,einen Post- und Telegraphen- und Fernsprechdienst in der Nähe des Hafens von Danzig einzurichten, ein Spruch, der sowohl von Danzig, wie von Polen akzeptiert worden ist. Während nun aber Danzig die Ansicht vertritt, der jeder Unbefangene huldigen muß, daß nämlich der „Hafen von Danzig" das eigentliche Hafengebiet ist, stellen sich die Polen auf den Standpunkt, unter dem Begriff „Hafen von Danzig" sei nicht mehr oder weniger als die ganze
Der lebende Tote.
Von Marc Dona t.
Autorisierte Ueber Je bring von Gertrud Köbner.
12. Fortsetzung.
„Zu Hilfe! Hilfe!" brüllte er.
Umsonst. Unbeirrt verfolgte das Ungetüm mit seiner Beute seinen Weg. Unter seinen wuchtigen, wie vom Schicksal verfluchten Schritten knirschte der Sand . . .
„in Gottes Ramen halt, oder ich schietze!" schrie Lancast.
Gr zwang sich zu möglichster Ruhe, nahm seinen Revolver und zielte.
,Bch mutz ihn am Bein treffen", sagte er sich, „vielleicht ist mein unglücklicher Freund nur ohnmächtig . . .“
Der Schutz fiel . . .
ieffrgs drückte seine Beute, wie ein wildes Tier, mit mächtigen Tatzen an sich. Ruhig ging er weiter. Setzt stand er dicht vor dem Abgrund.
' Lancast, ein vorzüglicher Schütze, war bei dem jetzt autzer- ordentlich klaren Mondlicht sicher, richtig gezielt zu haben. Gr wischte sich mit der Hand den kalten Angstschweiß von der Stirn und nahm dann kurz entschlossen, Henderson Seffrgs Kopf aufs Korn und feuerte einen zweiten Schutz ab.
Sauen Augenblick schien es ihm so, als schwanke ieffrgs. Aber er mutzte sich wohl getäuscht haben, denn es ging immer im gleichen Tempo vorwärts . . . Roch ein . . . zwei Schritte . . . dann ein dritter ins Leere . . . und alles war vorbei . . . Der Mörder und sein Opfer waren im Abgrund verschwunden. Man hörte das Aufschlagen schwerer Körper auf den Felsvorsprüngen, und dann verschlang. das Brausen der schäumenden Wogen jedes weitere Geräusch
Es war zu Ende.
Lancast war völlig gebrochen. Gr konnte nicht glauben, datz er das wirklich mit eigenen Augen gesehen habe . . . Shm war, als bedecke ihn ein eiskaltes Leichentuch . . .
„Zu Hilfe! Zu Hilfe! schrie er mit vor Aufregung heiserer Stimme.
Seßt ließen sich Schritte im Suuern des Hauses vernehmen. Das mar Nool. Gr erschien an einem Fenster des ersten Stok- kes. Die Nevolverschüsse mutzten ihn wohl geweckt haben, denn er war im Hemd und sagte verstört:
„Mas gibts? Was gibts? Was ist denn los?"
„Oeffnen Sie mir schnell! Ein furchtbares Verbrechen . . . schnell . . . schnell . . ."
»Ab komme schont"
.. ^lnen Augenblick später war er da und öffnete. Lancast stürzte dein Abgrund zu.
Stadt Danzig zu verstehen, obwohl schon der Versailler Vertrag, wie Sâatspräsjdent Dr. Sahm in seiner ausgezeichneten Rede vor dem Genfer Forum dargelegt hat, zwischen der Freien Stadt, der Stadt Danzig und dem Hafen von Danzig unterschiedet. Ueb lagen» hat — und das verdient besonders hervorgehoben zu werden! — selbst Frankreichs Vertreter im Völker- bunorat, Paul Boncourt, trotzdem er ansonsten Herrn Straß- burger, dem polnischen Sprecher, gar wacker sekundierte, zugeben müssen, datz die von Polen gewünschte Sdenlifizierung rechtlich nicht haltbar sei.
Nichts destoweniger konnte der Rat nicht umhin, den inbezug auf Danzig bereits bis zur Lächerlichkeit angewandten Unfug der „Sachverständigenkommissionen" abermals zu inszenieren und einen solchen viergliedrigen Ausschutz einzusetzen, der an Ort und Stelle die Lage der Abgrenzung des Hafens studieren soll, um dann dem Rat zu seiner nächsten Tagung im September Vorschläge zu machen. Bis dahin >— und wer kann wissen, ob nicht darüber hinaus? — soll also der gegenwärtige unerträgliche Zustand andauern, und es haben demnach die polnischen Stimmen recht behalten, die diesen Ausgang erstaunlicher Weise schon vor Monaten ankündigten. Wer den -Ginflutz des Quai b’OrJay in Genf kennt, — wer kennt ihn nicht? — und wer sich obendrein daran erinnert, datz Polen im Frühjahr unvorsichtigerweise den ganzen Briefkastenkonflikt nicht als eine Rechts- sondern als eine auch den französischen Bundesgenossen sehr nahe angehende — Prestigefrage bezeichnete, der wird nicht mehr darüber verwundert sein, datz der Völkerbundsrat ihrer Beantwortung mit so konstanter Beharrlichkeit ausweicht. Und datz auf dieser ganzen Tagung kein Wort mehr über die „attion di- recte“ des 5. Januar 1925 gefallen ist, vor der der Völkerbund noch im Juni 1903 Danzig wie Polen so eindringlich warnte!
Nun noch ein Wort über die neuerliche Erhöhung der polnischen Einfuhrzölle, die man zwar im allgemeinen als bekannt voraussetzen mutz, deren katastrophale Auswirkung auf das Danziger Wirtfazaftsleben jedoch im Reich kaum in gebührender Weiss gewürdigt werden dürfte. Kennzeichnend für die infam« polnische Art mit Danzig umzuspringen, ist die Tatsache, datz das betreffende Dekret im polnischen Handelsministerium längst unterzeichnet war, ja datz mit der Drucklegung der Verfügung im „Dziennik Ustao", dem amtlichen polnischen Verkün- dungsblatt, schon begonnen war, während eine Danziger Delegation zu Verhandlungen über harmlosere Zoilfragen in Warschau weilte, und datz den Danzigern seitens der polnischen Ver- handlungsteilnehmer auch nicht mit einem Sterbenswörtchen von der bevorstehenden, für Danzig ungemein einschneidenden Zollerhöhung Mitteilung gemacht wurde. Als einer der Danziger Herren, der irgendwie von der Geschichte Wind bekommen hatte sich ins Handelsministerium begab und einen leitenden Beamten darüber zur Rede stellen wollte, wurde er in der verbindlichsten Weise darin belehrt, es handele sich um „ganz geringfügige Erhöhungen nebensächlicher Posten", wie ?. B. Zischkonserven, über deren erschwerte Einfuhr sich die Danziger «Industrie nur freuen würde. Die Delegation trat beruhigt die Heimreise an. Als sie in Danzig dem Zuge entstieg, wurde sie bereits mit der seit einigen Stunden bekannten Hiobsbotschaft empfangen.
Die Erhöhung der Einfuhrzölle, die keineswegs nur, wie von polnischer Seite der Außenwelt versichert wird, Luxusartikeln gilt, sondern auch eine stattliche Anzahl von lebensnotwendigen Waren, wie Schuhwerk, Sattler- und Riemenwaren, Lebensmittel, Gewürze, Textil u. a. m. betrifft, bedeutet für alle Kreise der Danziger Wirtschaft und nicht zuletzt auch für die Verbrau
„Aber, was ist den los?"
Ohne auf die Frage zu antworten, stierte Lancast wie geistesabwesend aufs Meer, das das furchtbare Geheimnis in seinen Fluten begraben hatte. Er legte sich flach auf den Bauch, um nicht selber vom furchtbaren Sturme, der jetzt tpbte . . . oder von dem Mann, der neben ihm stand, in den Abgrund ge= stoßen zu werden . . .
Aber er konnte nichts weiter sehen als die schäumenden Wogen. . . .
Rool betrachtete diese Szene, ohne ein Wort zu sagen, ganz stumpfsinnig, wie jemand, den man plötzlich aus dem Schlaf reißt, und der nicht weiß, worum es sich handelt.
„Holen Sie mir eine Laterne!" befahl Lancast.
Während sich Rool eiligst davonmachte, um dem Befehl nachzukommen, holte er schnell eine kleine, elektrische Taschenlampe hervor, kniete nieder und untersuchte den Boden mit der größten Aufmerksamkeit. Etwas Weitzes zog seinen Blick an. Er hob den Gegenstand auf und betrachtete ihn näher. Es war ein Büschel Haare, an dem etwas Schweres hing.
„Meine Ahnung hat mich nicht getäuscht!" murmelte er vor sich hin. „Fetzt bin ich meiner Sache sicher! Ach, warum habe ich nicht zu handeln gewagt! Aber man hätte mich ja für verrückt gehalten! .... Kann man sich so etwas auch nur denken?! . . .“
Er steckte die Haare in seine Tasche, ön diesem Augenblick kam Rool mit dem Licht zurück.
„Sch habe keine Laterne finden können!" stotterte er.
Obwohl er seine Hand schützend vor die kleine Flamme hielt, blies sie die Wind schnell aus.
»Holen Sie dann wenigstens eine Zeitung, um damit das Licht so gut wie möglich zu schützen."
Rool warf Lancast einen mißtrauischen Blick zu — gehorchte dann aber, denn er bemerkte, datz dieser Mann auf seiner Hut war und den schutzbereiten Revolver nicht aus der Hand ließ.
Als Lancast wieder allein war, fuhr er in seinen Nachforschungen weiter fort, achtete dabei aber auf jedes Geräusch. „Zu fliehen wird er nicht wagen", brummte er, „denn erstens ist er nicht sicher, ob man Verdacht gegen ihn schöpft, und zweitens ist er ein waghalsiger Spieler . . . bis zum Schluß wird er nicht aus seiner Rolle fallen . . . Der Teufel in Person hätte es nicht besser machen können . . . dieser Schurkenstreich war ge' rode zu genial ein gefädelt." Plötzlich unterdrückte er einen Schrei der Ueberraschung; seine Hand, die auf dem Boden her- umfühlte, hatte einen kleinen, flachen Gegenstand gefunden. Ein solcher Feuereifer, die Sache aufzuklären» beseelte Lancast jetzt, daß er die tragischen Umstände darüber ganz vergaß ... Er
cher einen neuen schweren Schlag. Sst doch Danzig bei dem Nichtvorhandensein einer leistungsfähigen polnischen Sndustrir ganz und gar auf den deutschen Markt angewiesen? Absolut klar liegt trotz allem polnischen Leugnens ferner *uf der Haud, datz die Versicherung Warschaus, es handle sich hier lediOÜH um Finanzzölle zu Balanzierung der schwergeprüften polnische» Handelsbilanz, nur eine faule Ausrede ist und man vielleicht bNl erhöhten Tarife als ausgesprochene KaÄpfzöllr Gegen Deutsch» land ansehen muß, mit dem recht durchsichtigen Z»eek. d«A schleppenden Gang der deutsch-polnischen HandeIsver1r»GS»er<- handlungen im polnischen Sinne ein beschleunigtes Tempo zu Geben. Denn bezeichneter Weise werden ganz betonte frvssièß- sche Luxusartikel wie Seife, Parfümerien, Spitzen oder Weiâ von den Erhöhungen nicht betroffen.
So ist der außenpolitische Horizont Danzigs nach wie vor »SG düsterstem Gewölk umschattet. Aber auch in innerpolitif^« Hinsicht scheinen sich in Gestalt einer drohenden Senatskris- neue und recht unerwünschte Schwierigkeiten aufMtürmen. W» gewöhnlich ist es der Etat, über den die Legierung stolpert. F» der letzten Sitzung des Volkstages fand sich nämlich eine Mehrheit für die Anträge der Deutschliberalen, beim Etat der ünnery Verringerung des Beamtenapparatrs des Schupo und des Zois oorzunehmen. Denn während die sich aus Deutschnational-rn und Zentrum zusammensetzende Minderheitsregierung den gegeuwär tigen Stand der Beamtenzahi als unentbehrlich für die Sicherheit des Staates und das Gedeihen der Wirtschaft bezeichnet, hält die Opposition — unter ihr führende Wirtschaftskreise — dafür, datz es gerade Danzigs unverhältnismäßig großer Be- amtenapparat sei, der die Staatsfinanzen belaste. Die Ablehnung des Etat und die Annahme der Streichungsanträge Habes nun die seit Jahresfrist latente Regierungskrise zu einer offenen gemacht und mit dem Rücktritt des deutschnationalen parlamentarischen Senatoren ist für die nächsten Tage zu rechnen. Datz aber derartige Konflikte Danzig den Rücken zum festen Aushalten in den außenpolitischen Ungewittern steifen werden, ist leider nicht anzunehmen.
Paul Beneke.
Zu Amundsens glückliKer Heimkehr.
Von H. Steffenhagen -Berlin.
„Viel Gewaltiges gibt es, und doch ist nichts gewaltiger als der Mensch". Diese Weisheit des griechischen Dichters Sophokles in feiner „Antigone" findet eine schöne Bestätigung durch die Grotztaten kühner und unternehmungslustiger Männer in allen Sahrhunderten. Aber nur zu oft kommt uns, wie es uns die zahlreichen Katastrophen der letzten Sahre gelehrt haben, zum Bewutztfein, wie ohnmächtig wird doch oft gegen die — man möchte fast sagen —dämonischen Gewalten der Natur sind. Trotzdem aber gelingt es menschlichem Scharfsinn und menschlicher Tatkraft immer wieder in kühnem Geistesfluge, scheinbar unüberwindliche Hindernisse zu übersteigen. Sede solche Grotztat ihr Gelingen, ruft mitreißende Begeisterung und Nacheiferung hervor, jenen Rausch, von dem die Welt beispielsweise befallen wurde, als „Z. R. 3“ seine denkwürdige Fahrt über den atla-n- tischen Ozean ^vollführte. ön solcher allgemeinen Begeisterung liegt zugleich Zukunftshoffnung. Die Eroberung des Lustmee- res, die Grschlietzung der Geheimnisse der nördlichen und südlichen Giswelt und andere große Ziele sind Gemeingut der Menschheit geworden, ön dem Streben zu ihrer Erreichung fal-
konnte sich vor Freude nicht mehr halten. Es war eine platt gedrückte Kugel. „Gutes Beweisstück!" flüsterte er.
-Gr erhob sich und wartete auf Rool. Dieser kam bald darauf mit dem gewünschten Zeitungsblatt.
„Wollen Sie mir nicht endlich sagen, was vorgefallen ist?" fragte er. „Wein Herr ist nicht mehr in der Villa . . . Was wissen Sie? Fch flehe Sie an, reden Sie! Sagen Sie mir, was Sie gesehen haben! ... Sch schlief ruhig, als mich Re- volverschüsfe aufweckten . . . Fch hatte Herrn Doktor Dogn zu Herrn Feffrgs geführt. Sie haben oben lange miteinander gesprochen. Dann sind sie in das untere Geschoß gegangen, und der gnädige Herr haben mir gesagt, ich könnte mich schlafen legen. . . Seit einiger Zeit ging es ihm besser ... Gr konnte schon wieder ganz allein gehen . . . Deshalb bin ich auch ruhig seinem Befehl nachgekommen . . . Die beiden Herren waren ja Jo befreundet, nicht wahr? . . . Aber, großer Sott, wo ist Herr öeffrys nur geblieben? . . . Hub wo der Herr Doktor? . . . öch verstehe nichts davon! ... Es ist zu schrecklich! ..." . ’ }
£ancaft ließ den Diener reden. Dann erzählte er ihm so ruhig er konnte, was er gesehen hatte. Gr gestaltete die Schilderung der Vorgänge so breit wie möglich, denn er suchte Zeit zu gewinnen. Oewiß war er stark und mutig, aber er hatte einen nicht zu verachtenden Gegner vor sich, und List war nötig, um ihn zu überführen.
»^Wer hätte das geglaubt!" -stöhnte er. ,Mer hätte das geglaubt!"
Wird man die Körper herausfischen können?" fragte Rool. „Das Meer ist an dieser Stelle sehr tief, aber es würde mich aufrichtig schmerzen, wenn ich meinen armen Herren nicht in geweihter Erde begraben könnte!"
Morgenrot färbte den Himmel; auf der Straße hörte man das Knirschen von Rädern.
,^Wir müssen die Polizei benachrichtigen", sagte Lancast. «Die See geht so hoch, daß man keine Nachforschungen anstelle ^ann, bevor sie sich beruhigt hat, und es scheint mir nicht, als ob sich das Wetter so schnell ändern wird. , . Sch glaube übrigens, daß alle unsere Bemühungen erfolglos bleiben wer- ben. Strand gibt es hier nicht, das Meer kann also die Leichen nicht auswerfen; sie werden an den Felsen zerstückelt und zerschmettert werden. Meine armen Zreuudel Meine armen, armen Freunde!"
' Dann schrie er so laut er konnte:
„Hierher, brave Leute! Ein großes Unglück ist passiert!"
Ein mit einer blauen Bluse bekleideter Mann kam herangelaufen.
(Fortsetzung folgt.)