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tigung Deutschlands offenbar. An der eigentlichen Einstellung der Westmächte gegenüber Deutschland ändert sich auch durch die Zuteilung eines Ratsitzes nicht das Allergeringste, soweit die Mächte gegenüber Versailles überhaupt etwas zugelernt haben, ist es die Binsenwahrheit, daß die Ausschaltung eines großen Volkes auch für seine Nachbarn Nachteile nach sich ziepen muß, deren Beseitigung schliehlich im eigenen Interesse liegt, ohne deswegen die feindselige Tru-ndeinstellung zu erschüttern. Ein solches Schaugericht kann uns daher nicht befriedigen. Der Licherheitsgedanke kann vielleicht zu einer Befriedigung Eu­ropas führen; vorher aber wird man sich der kleinen Mühe un­terziehen müssen, die Quelle alles -Unfriedens, die im Versailler Vertrag enthaltenen Ungerechtigkeiten, zu verstopfen, ehe über­haupt von einem wahren Stieben die Rede sein kann. Die An­sicht, dah Deutschland etwas dazu tun könnte, um das Fortbe- ftchen der Balkanisierung Europas durch das sogenannte „Srie den"-diktat mit eigenen Opfern zu sichern, sollte für jeden den­kenden Politiker so unmöglich sein, daß sie überhaupt nicht zu diskutieren ist. Und schon hieraus ergibt sich für Deutschland das vollkommene Unvermögen, auf den Boden der Briandschen Vorschläge zu treten.

Aus den Parlamenten.

Amtcnmimfterium im Reichstage.

Von unserem parlamentarischen Mitarbeiter wird uns aus Berlin, 19. 2uni geschrieben.

Die heutige Reichstagssitzung begann mit einem freundlichen Auftakt indem Präsident Loebc mit herzlichen Worten des Küh­nen Nordpolfahrers Amundsen gedachte und die Glückwünsche des Reichstages und des ganzen Volkes zu dessen Rückkehr aus­sprach. Und man kann wohl ohne Uebertreibung sagen, daß «die Herzen der ganzen Kulturwelt höher und freudiger schlugen, als diese gute Nachricht gestern bekannt wurde. — Das Haus be- schäftigtesich dann eingehend mit der technischen Nothilfe, die ja im allgemeinen als eine vorübergehende Mahnahme gedacht ist, solange die Arbeiter es ablehnen, NotstandLarbeiten zu ver­richten. Die Sozialdemokraten möchten mit der technischen Nothilfe, die sie von Anfang an lebhaft bekämpft haben, am liebsten gleich Schluß machen, indem sie versichern, daß die Ge­werkschaften für Ausführung der Notstandsarbeiten Sorge tra­gen würden. Aber die Regierung scheint dem Frieden nicht zu trauen, da sie mit Recht die Auffassung vertritt, dah der Linfluß der Gewerkschaften auf die Arbeiter nicht soweit reicht, um bei Streiks in allen Süllen die Notstandsarbeiten zur Ausführung zu bringen. Die Lage der Lchupobeamten wurde auch heute wieder erörtert und die dringende Forderung nach ihrer sozialen Besser­stellung erhoben. Dabei konnte es nicht fehlen, daß auch die Militärkontrollnote der Entente gestreift wurde, von der die Schutzpolizei, falls die Forderungen der Note in dieser Rich- tung vollständig erfüllt werden sollten, hart bedroht werden wür de. Eine längere Aussprache entspann sich sodann über die Notlage der oberschlesischen Flüchtlinge, denen gegenüber das Deutsche Reich eine Reparationspflicht zu erfüllen habe. Bei dieser Gelegenheit wurde auch die Frage der Ostgrenzen ange­schnitten. Wie aber ein oberschlesischer Aentrumsabgeordneter ironisch bemerkte, ist das oberschlesische Volk frei von Allusionen gegenüber einem internationalen Schiedsgericht.

Aus der LagesseWichte.

Hindenburg für Leibesübungen.

Reichspräsident v. Hindenburg hat im Anschluß an-den Em­pfang des Deutschen Reichsausschusses für Leibesübungen ^am Donnerstag dem Vorsitzenden des Reichsausschusses Staatsse- kiciät z. D. Dr. Lewald folgendes Schreiben übersandt:

„An der gestrigen Unterredung mit Eurer Lxzellenz und den anderen Herren vom Vorstand des Reichsausschusses habe ich mit großem Interesse von der Arbeit des Deutschen Reichsaus- schrsscs für Leibesübungen Kenntnis genommen. Ach werde sein Bemühen, die Leibesübungen im deutschen Volke zu ver­breiten, mit Nachdruck unterstützen. Leibesübung ist Bürger­pflicht; sie sichert uns die Gesunderhaltung des Volkes und die Förderung von Eatkraft, Gemeinsinn und Mut, Eigenschaften, die die Grundlage jedes gesunden Staatswesens bilden. Aus diesem Grunde begrüße ich es, daß man die Fugend zu kräftiger Betätigung in Eurnen und Sport anhält, und daß durch Schaf­fung zahlreicher Spielplätze und Uebungsftätten der gesamten Be völkerung Anregung, gegeben wird, sich körperlich zu betätigen; mit Befriedigung verfolge ich die Reichsjugendwettkämpfe und die deutschen Kampfspiele, und ich freue mich auch, daß der deut sche Reichsausschuß für Leibesübungen wieder die Vertretung der deutschen Augenb an den internationalen Olympischen Spie­len übernommen hat, und daß so der Welt gezeigt werden kann, daß deutsche Volkskraft unversieglich ist. Als ein besonderes Verdienst betrachte ich die Gründung der deutschen Hochschule für Leibesübungen, die die Führer für eine planmäßige Körpererziehung heranbildet, und ich begrüße es mit Anerkenn- nung, daß die Reichsregierung und der preußische Staat den Ausbau der deutschen Hochschule für Leibesübungen und des Deutschen Stadions gerade in letzter Zeit weitgehend unterstützt haben. Gleichwohl werden die Behörden die Lasten einer sol­chen gewaltigen Einrichtung nicht ganz auf ihre Schultern neh­men können, und so vertraue ich, daß die Kreise der Bevölker­ung die hierzu in der Lage sind, auch weiterhin den Bau des „Deutschen Sportforums“ und die übrigen Bestrebungen des Deutschen Reichsausschusses für Leibesübungen finanziell unter­stützen werden. Förderung der Leibesübungen ist Dienst am Vaterlande."

Gitte deutschnationale Entschließung.

Der erweiterte Vorstand des Landesverbandes Berlin der Deutschnationalen Volkspartei hat in seiner Sitzung am 17. b. Mts. nach eingehenden Vorträgen der Abgeordneten Laver- rènz, Berndt und Koch-Berlin die nachstehenden Entschließun­gen 'einstimmig angenommen: 1. Der erweiterte Vorstand des Landesverbandes Berlin spricht der deutschnationalen Reichs­tagsfraktion und seinen Vertretern in der Reichsregierung das Vertrauen aus in der festen Erwartung, daß sie weder auf schwächliche Kompromisse ein gehen, die unvereinbar sind mit na­tionaler Würde, noch für den sogenannten Sicherheitspakt zu

haben sind, der lediglich unsere Feinde sichert, uns aber neu­erdings, und diesmal freiwillig und zwar noch über den Rahmen der Versailler Schmachfriedens hinaus, vertraglich binden wür­de. 2. Der erweiterte Vorstand des Landesverbandes Ber­lin erwartet mit aller Bestimmtheit, daß die deutschnationale Fraktion des Preußischen Landtages unter keinen Umständen und in keiner Form in eine Regierung in Preußen geht, in der die Sozialdemokratie vertreten ist. Das Ziel muß nach wie vor sein: eine sozialistenreine Regierung in Preußen zu schaffen und Beseitigung des System Braun und Severing.

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An zahlreichen Versammlungen haben die deutschnationalen Ortsgruppen in ganz Bagern die Regierung aufgeforbert, sich mit Entschiedenheit einer bedingungslosen Annahme der Ent- waffnungsnote zu widersetzen, deren Forderungen, zum Teil weit über das Versailler Diktat hinausgingen. Vor allem müsse die deutsche Regierung dem unwürdigen Zustand ein Ende ma­chen, sich nach dem Belieben Frankreichs examinieren zu lassen und auf alle möglichen Fragen Rede und Antwort zu stehen, ohne den eigenen Rechtsstandpunkt nachdrücklichst zu vertreten.

Kein Land beim Nordpol gefunden.

wb. Oslo, 20. Auni. Minister des Aeußern Aowinckel hat von Amundsen folgendes Gelegramm erhalten: Ach gestatte mir, mitzuteilen daß wir nachdem wir ein Gebiet von 160 000 Qua­dratkilometer überschaut haben, kein Zeichen von Land gefun­den haben. Die auf unserem nördlichsten Punkt gelotete Tiefe von 3 750 Meter läßt gleichfalls vermuten, da» jup im nördlichen A^zuitt des Polarbassins kein Land befindet.

wb. Berlin, 20. Auni. Mach Blättermeldungen aus Oslo hat Amundsen dem Direktor Thomssen von der norwegischen Luftverkehrsgesellschaft mitgeteilt, er hoffe in drei Wochen nach Oslo zurückzukehren, um eine neue Polarexpedition zu organi­sieren. Ueber seinen Flug äußerte sich Amundsen Pressevertre­tern gegenüber, er hätte nicht geglaubt, daß solche Strapazen, wie er sie in diesen drei Wochen durchgemacht habe, möglich wären, und er hoffe, daß kein anderer jemals solche Dinge durchmachen müsse. Einige Male sei die Lage so furchtbar ge- wesen, daß die Forscher versucht waren, sich aufzugeben. Die Lisverhältnisse auf dem Wege nach Kap Eohimbia seien derart gewesen, daß eine iWanderung dorthin den sicheren Tod bedeutet hätte.

Der Proz^ des Herzogs von Gotha -entschieden.

wb. Loburg, 20. Auni. Der Prozeß des Herzogs von Go­tha gegen den Landesteil Gotha ist jetzt nach fast siebenjähriger Dauer zugunsten des Klägers entschieden worden. Gotha er­ließ nach der Revolution ein Konfiskationsgesetz, nach dem dem Herzog ihm auf Grund des D omäne n te i lu n g sgef etze s von 1905 zu stehende Hälfte enteignet wurde. Das Reichsgericht erklärte das Gesetz von 1918 ungültig, sodaß der Herzog wieder in sei­ne Rechte eintritt. Zu den Streitobjekten gehören unter ande­rem Schloß Friedenstein, das Museum zu Gotha, Schloß Rein- hardtsbrunn, eine Sternwarte und sieben Qberförstereien.

Inspektion der Rheinarmee.

wb. Paris, 20. Au fff. Wie oem"^ .Figaro" piss' Straßburg' gemeldet wird, ist dort Marschall Petain 'eingetroffen. Er wird bereits heute Nachmittag.Straßburg verlassen, um eine Inspek­tion der französischen Rheinarmee vorzunehmen.

Aus Stadt und Land.

Fulda, den 20. Zum 1925.

Unser laufender Roman muß heute leider ausfallen. Wir hatten noch unter den Nachwehen der Gassperre zu leiden, so daß wir die heutige Fortsetzung des Romanes für die nächste Nummer verschieben müssen.

Evangelischer Volksverein. Der Vorstand hat für den 29. Auni eine Zusammenkunft mit Familien im Leipziger Hof vor­gesehen. Am 11. Auli findet die ordentliche Hauptversammlung statt. Am 9. August begeht der Verein sein Sommerfest in der Grillenburg. Die Mitglieder werden heute schon auf diese Ve ran fta lt un ge n hin g ew iesen.

Großes Mllitärkonzert findet am Sonntag, 01. Auni, anläß sich der Wiedersehensfeier der ehemaligen 25er und 61 er Feld- artilleristen auf der Schloßgartenterrasse statt. Das Konzert, ausgeführt vom gesamten Trompeterkorps des 5. Art. Regts. unter Leitung des Herrn Musikmeister Hewers, dürfte große Anziehungskraft wieder ausüben.

Wiederfeheusfeier der Hessischen Artilleristen. Es wird noch­mals auf das bevorstehende schöne Fest am Sonntag, 21. Auni hingewiesen. Das genaue Festprogramm ist in Nr. 137 der „Hess>Morgenztg." im An Je rat enteil zu finden. Zahlreiche Be­flaggung der Häuser und eine große Beteiligung der Bürger­schaft ist dringend geboten, damit die auswärtigen Artilleristen einen recht sympathischen Eindruck von Fulda mit nach Hause nehmen.

Weitere Hinausschiebung der Vermögenssteuervoranszah- lung vom 15. Mai 1925. Vom hiesigen Finanzamt wird uns geschrieben: Mit Rücksicht darauf, daß der Entwurf des Ver- mogenssteuergesetzes vom Reichstag bisher noch nicht verab­schiedet werden konnte, hat der Reichstag nochmals ein Anitia- tivgesetz angenommen, nach dem die Erhebung der Vermögens­steuervorauszahlungsrate vom 15. Mai, die bereits durch ein Anitiativgefeß bis zum 15. Auni hinausgeschoben war, nunmehr bis zum 15. August 1925 ausgesetzt wird. Die Vorauszahlung braucht also zur Zeit nicht entrichtet zu werden.

Hanau, 19. Auni. Der in einer großen Frankfurter Fabrik tätige 38 Fahre alte Techniker Wax Seidel aus Leipzig lebte mit seiner in Dresden wohnend. Ehefr. in wenig harmonischer Ehe, was dazu geführt hatte, daß er sich mit dem Gedanken der Ehescheidung trug. Eines Tages war seine Ehefrau verschwun­den, ohne daß ihr Aufenthalt zu ermitteln war. Die Kriminal­polizei war eifrig tätig, ihr gelang es endlich >— wie wir seiner­zeit berichtet haben — im Februar d. A. den Seibel zu einem Geständnis zu bringen, das dahin ging, daß er in der Nacht vom 25. zum 26. Oktober v. 3. in der Nähe von Fulda feine Ehefrau ermordet und die Leiche -daselbst vergraben habe. Er | wurde verhaftet und von Frankfurt aus an die von ihm be-

zeichnete Stelle bei Fulda geführt, wo Sine Nachgrabung vorge- nommen und die Leiche gefunden wurde. Seidel hatte seine Frau ersucht, von Dresden aus am 25. Oktober nach Fulda zu fahren, um daselbst sich mit ihm über die Ehescheidung ausspre­chen zu können. Die Frau folgte der Aufforderung und ging damit in den Tod. Als sich das Ehepaar am Bahnhof Fulda ge troffen hatte, wurde ein Spaziergang in die Umgebung vorge­nommen. An einer einsamen Stelle in der Nähe von Peters­berg wurde die Ehefrau ermordet, die Leiche verscharrt. Der Ehemann hatte zur Ausführung seines Vorhabens einen Spa. ten im Rucksack mitgebracht. Nunmehr wird sich Seidel am /j Auli d. F. vor dem Schwurgericht Hanau unter der Anklag^ des Mordes zu verantworten haben.

Frankfurt a. M., 19. Auni. Zu der Rauschbacher Affäre teilt die „Frankfurter Zeitung" aus Landau mit: Der Landwirt Schorfban hat sich heute früh im hiesigen Gefängnis selbst ge­tötet. Er war 60 Fahre alt, sehr religiös und erfreute sich all­gemeiner Achtung. Die Tatsache, daß er lediglich wegen der Aeußerung die Waffendenunziation sei eine „Gemeinheit", von den Franzose-n verhaftet wurde, hat ihn: zum Selbstmord getrie­ben. Veranlasser der Uebergriffe, die eine Erinnerung an die schlimmste Zeit der Gerrorherrschaft -im Rheinland wachrufen, ist der hiesige Bezirksdelegierte Prudhomme» der noch aus je­ner Zeit hier verblieben ist.

Kastel» 19. Auni. Der General der Anfanterie a. D. Deim­ling wurde von dem Kasseler Schöffengericht wegen Beleidig­ung des Fung-deutschen Ordens zu 100 Mark Geldstrafe oder 10 Tagen Gefängnis und für die Kosten des Verfahrens ver­urteilt. Er hatte am 27. November v. F. in einer öffentlichen Versammlung in der St ab theile in Kassel behauptet, der Fung- deutsche Orden sei „eine von der Reaktion bezahlte Organi­sation". Hiergegen erhob der Ordenskanzler Otto Bornemann Privatklage und machte geltend, daß der -Fungdeutsche Orden niemals Gelder angenommen habe, sondern sich immer aus den Beiträgen seiner Mitglieder finanzierte.

Meiningen, 19. Auni. Wegen des Lustmordes an der Rosa Themar wurde hier der aus Frankfurt gebürtige drei­ßigjährige -Ehemiker Asrael Popp, der zuletzt in Kufstein in Tirol ansässig war, verhaftet. An die Mordstelle gebracht, brach Popp seelisch völlig zusammen und legte das Geständnis ab, daß er den Mord in einem Morphiumrausch begangen habe. Es ist noch nicht aufgeklärt, ob er auch den Lustmord an der Söllner in Blechhammer, verübt hat. Der Mörder scheint aus einer bayrischen Heilanstalt, in der er wegen Morphiumsu-ch't un­ter gebracht gewesen sein will, entwischen zu sein.

Weimar, 19. Auni. Der Verband ehemaliger 80er, An- -gehörige des Füsilier-Regiments von Gersdorff, Kurh. Nr. 80 und der Tochterformationen hielt am 13. Auni 1925 in Weimar seinen 5. Berbandstag ab. Die Vertreter der 21 Ortsgruppen des Verbandes sowie eine große Anzahl Angehöriger -des Regi­ments und feiner Eochter format Ionen, die aus allen Gauen des deutschen Reiches zusammen gekommen waren» beschäftigten sich auf ihrer Eagung in erster Linie mit der Frage ber Errichtung eines Denkmals zu Ehren der Gefall-enen der erwähnten For­mationen in Bad Homburg v. d. H., dem Standort, des 3. Ba- " tallions. g-ëWW i-i^^rster L-lnle darauf aus, alle Angehörigen des Regiments und seiner Kriegs formationen zusammenzuschließen zur Förderung- ber Kamerad­schaft, um das Vorhaben der Denkmalserricht-ung so bald wie möglich zur Tat werden lassen zu können. Auch die Offizi-ers- gruppe hielt ihre ordentlicoe Mitgliederversammlu-ng in Wei­mar ab und bestrebt zusammen mit dem Verband ehemaliger 80er die Verwirklichung der Dsnkmalserrichtung. Die Gr-und- steinl-eg-ung für das Denkmal soll mit einem Regimentsappell verbunden mit dem Verbandsvertretertag im nächsten Fahre in Bad Homburg v. -d. H., stattfinden.

Wetzlar, 19. Auni. Von einem Grabstein erschlagen wurde ■bas vierjährige Söhnchen des Arbeiters Befort. DerVater ging mit dem Kinde auf dem Friedhof spazieren. Als bet Knabe an einem Grabsteine hinaufsteigen wollte, stürzte der schwere Stein um und begrub das Kind unter sich-. Nach schwere Qualen infolge der erlittenen -Quetschungen starb der Kleine im Krankenhaus.

Heidelberg, 19. Auni. Zu ,einem 63, -Geburtstage wurde dem Verfasser des allbeliebten, in alle Weltsprachen übersetz­ten, jetzt auch verfilmten Schauspiels „Alt-HeDelbevg", Wil­helm Meger-Förster, das Ehrenbürger recht ber Stadt Heidel­berg verliehen. Für die weiten Kreise seiner Verehrer dürfte es von Antereffe sein, daß M-eger-Förster auch ein ansprechen­der Erzähler ist. Sein Roman „Durchlaucht von Gleichenberg" erschienen im Scherl-Verlag, schildert mit köstlichem Humor und mit feinem Verständnis für die poetischen Schönheiten einer v-er funkenen Zeit das Leben an einem kleinen Fürstenhof der zwei­ten Hälfte des vorigen F-ahrhundert. Die reizvolle Sereniffimis gejebiebte klingt im Unterton -deutlich an die Szenen mit Karl- Heinz und seinem lustigen Kammerherrn an und empfiehlt sich mit ihrer heiteren Plauderei ganz besonders für die Reisezeit.

Heringen (Werra), 20. Auni. An Lautenhausen stürzte die 60 Fahre alte Frau Malkomes vom hohen He-ufuder -und brach das Genick. Das zweijährige Enkelchen, das die Verunglückte auf dem Schoß hielt und das mit herunt-erstürztle, wurde von der Großmutter so fest gehalten, daß der Sturz dem Kleinen gar nichts ausmachte und blieb das Kind vollständig unverletzt.

Bad Dürkheim, 19. Auni. Am F-senachta! wurden zwei jun­ge Mädchen von einem französischen Deserteur der Wormser Garnison überfallen. Der Soldat suchte mit vorgehal-t-en-en Re­volver die Mädchen zu berauben und gab -auch auf das eine Mädchen einen Schuß ab, der glücklicherweise fehl ging, da sich das Mädchen geistesgegenwärtig zu Boden warf. Dem Täter, der bald verfolgt werden konnte, gelang es, in den Wald zu entkommen, wo er bei der Flucht seine A-usweispapi-ere und Bar schaff -verlor. Am -nächsten Tage wurde er tot im Walde aufg^ funden; er hatte sich selbst entleibt, da er von der Aussichtslosig keit seiner Flucht überzeugt war. Die französische B-esatzu-ngs- behör-d-e hat seine Leiche fortschaffen -lassen.

Larlshaf-en, 19. Auni. Einen großen Schaden hat dieser Tage -eine Fuchsfamili-e — um eine solche kann es sich nach fach­männischem Urteil nur gehandelt haben -— in dem Hühnerstalle des Hotelbesitzers B. hier angerichtet; 24 Hühner sind in einer Nacht ein Opfer derselben geworden. 13 -lagen tot im Hühner- hause bezw. in der Nähe desselben, darunter ein wertvoller