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Deesbach. 15. Juni. ön Deesbach bei Rudolstadt wurde eine namens Haak beim Futtersammeln im Walde von einer Kceuz- Mr in den Oberschenkel gebissen. Sie starb noch in derselben Nacht An Krankenhaus zu Rudolstadt.

Halle a. S. Unweit derKalkhütte" im Steigerthal bei Rord- wurden die Leichen eines Liebespaares aufgefunden. Das D ar hatte sich in ein Fremdenbuch als Holzbildhauer K Singer aus Rmftrelitz und Sri. L. Bender aus Gotha eingetragen. Beide hatten ~ obl schon lange den Lntschluß gefatzt, freiwillig aus dem Leben zu scheiden. 2n den letzten Lagen fiel es auf, daß die Liebenden eifrig korrespondierten : sie schrieben Abschiedsbriefe an Freunde und Ver- wandte. 0" einer Lichenschonung errichteten beide aus jungen Stämmen ein Kreuz mit zwei Querbalken, worauf das junge Mädchen ihren Liebhaber durch einen Herzschutz,sich selbst mittels Kopfschutz aus einem Revolver tötete.

Letzte Zelegramme.

Berlin, 17. 2um. (Lig.-2nformationsdiensi) Ueber den Inhalt der französischen Antwort auf die deutschen Licherheitsvorschläge wird in den Berliner Regierungs­kreisen Stillschweigen gewahrt. Wie wir jedoch von zuverlässiger Seite erfahren, soll die französische Ant­wort dem deutschen Vorschlag sachlich große Beach­tung schenken und ihn als Verhandlungsgrundlage anerkennen. Allerdings enthält die französische Rote eine Reihe von Entgegnungen, die dem deutschen Standpunkt mehrfach widersprechen. Sm übrigen aber ist als Hauptgesichtspunkt der französischen Rote die Zorderung enthalten, daß Deutschland seinen Eintritt in den Völkerbund vollziehen müsse.

Eine Unterredung mit Abdelkrim.

Rom, {7. Juni. Abdelkrim sagte in einer Unter­redung mit dem Aorrespondenten desPopolo d^Italia" weiter, massenweise seien Soldaten der Fremdenlegion in das Riflager übergelaufen. Er hoffe daher daß dieser Aonflikt mit der Errichtung der Rifrepublik enden werde. Der Aorrespondent setzt dieser Mitteilung hinzu, daß 21b« delkrim am nächsten Tage sich die Unterredung zu Kor= rektur verlegen ließ und dem Aorrespondenten die Ver­sicherung gab, daß er sie selbst nach Italien befördern werde, um zu zeigen, daß er über Mittel und Wege ver­füge, um der feindlichen Blockade zu entgehen.

wtb. London, 17. 2uni. Reuter meldet aus Fut- fchaug: Die hiesigen Studenten fordern die bei den Ausländern beschäftigten Ehinesen zum Streik auf und ersuchen die Vereinigung der Kaufleute, die Aus­ständigen zu unterstützen. Der Alilitärgouverneur ver- . geilte Posten im Fremdenviertel. Es herrscht Ruhe,

Die Lage in Marokko.

Varis, 17. Juni. Wie demJournal" ans Madrid gemeldet wird werden die Vorbereitung für die militärische Aktion in der spanischen Zone fortgesetzt, aber es sei noch

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Der lebende Tote.

Von Marc Dona t.

Autorisierte Uebersetzung von Gertrud Göbner.

10. Fortsetzung.

Nun gut, da Sie uns mit solcher Hartnäckigkeit vërfol- MN denn ich habe Sie und Zhren Freund Lancast in Paris sehr wohl wiedererkannt da Sie mit solchem Eifer Herrn Seffrys Geheimnis auskundschaften sollen, so kommen Sie heute Abend zu ihm. Sie werden dann mit ihm die gewünschte Aus­sprache haben, aber nicht hier. Wir wohnen in der VillaPes Pys Noirs". Sie können sie von hier aus sehen, denn sie liegt dort auf den Felsen, die steil ins Meer hinabfallen."

Dogn schwankte einen Augenblick. Und da Rool sich immer zwischen den Gelähmten und ihn stellte, und er von Natur schwach und unentschlossen war, so gab er nach:

«Auf heute Abend also, Öeffrys. Sie werden mir doch we­nigstens die Hand geben, nicht wahr?"

Der Diener setzte den Hut seines Herrn gerade; öeffrys reichte Dogn die Hand, doch als dieser sie drückte, überlief ihn ein riesiger Schauer. Die Hand war kalt und steif.

Sie haben sehr unvorsichtig gehandelt", sagte Lancast zu Dogn, als der Arzt wieder zu ihm zurllckkam. Wozu dient die ganze'. Verkleidung, wenn Sie sich nicht beherrschen können? Zch beginne an unserem Erfolge zu zweifeln. Rool weiß jetzt Bescheid, er wird sich in Acht nehmen und wir können wieder von vorn beginnen".

.habe nicht mehr an mich halten können, bester Freund. Ms ich Seffrys gehen sah, bin ich heroorgestUrmt. Zetzt ver­stehe ich von der ganze Sache wirklich nichts mehr . . .

Und ich glaube, daß mir allmählich ein Licht aufgeht . . . Zch beschwöre Sie, gehen Sie heute Abend nicht dahin oder er- tauven Sie mir weigstens, Sie zu begleiten . .

Eingehen", erwiderte der Doktor,denn ich mache ^ou bittere Vorwurfe, so lange gewartet zu haben und U ?u ?'"' bie werden doch hoffentlich nicht glau- Lanca?? biefem Diener Furcht habe?! . . . Wissen Sie Wange' ââ' ^e Wunde, die Seffrys an der lilnken a . . . ist noch immer nicht vernarbt! . . ."

W 9..

aT9k5!f ^^"^te Lancast zu Dogn, als dem fortzugehön. Zch will Sie mit bringt, nicht ? 9tll?lck Sie Wou aus der FaMung Gutes', « ° em ossen. Und außerdem ahnt mir nichts

zweifelhaft, ob> die Operation in Form einer Truppen­landung in der Bucht von Alhucomas von statten gehen werde. In sehr gut unterrichteten Areisen versichere man, daß in militärischer Hinsicht keine wesentlichem Maßnah. men im Laufe der französisch-spanischen Marokkokonferenz in Madrid beschlossen werden können. Die Ereignisse werden in beiden Ländern ihre Haltung in militärischer Beziehung diktieren, jedoch werde Spanien und Frankreich jedes in seiner Zone operieren und man dürfe nicht eine Zusammenarbeit erhoffen, die sich in einer Vereini­gung der Streitkräfte beider Länder unter, einer einheit­lichen Leitung kundgeben.

Druck und Verlag: Rudolf Bamberger, verautworllich für dev gesamten Lextteil: Ldefredakteur öulius Geissel,, für Anzeige» und Reklamen Anton Scyütz, sämtlich in Fulda.

Siir die Bilderbeilage verantwortlich: H. R. Zimmermann, Berlin

Svrrchsaal.

(5ür tiefe Rubrik übernimmt die Redaktion lediglich die- preßgesetzüche Verantwortung.)

Sängerwettstreit Maiuz-Kostheim. Bei dem am 14. Suni statt­gefundenen nationalen Gesangwettstreit Deutscher Männerchöre errang das Männer-Quartett 1912 unter sehr scharfer Konkurrenz und den denkbar ungünstigsten Umständen den dritten Klassenpreis. 5m Höchst- ehrensingen von 32 Vereinen denvierten". Leider nahm der Gesang­wettstreit ein nichtgewünschtes Lnde. Durch ein allzu auffallendes parteiisches Richten einzelner Kampfrichter wurden die Gemüter derart erhitzt, datz am Lnde des Singens eine Schlägerei ausbrach, bei der die Kampfrichter ihren Lohn bekommen sollten. Auch unsere Fuldaer Sänger mutzten sich durch durch die s e h r wahrscheinliche Unfähigkeit und Parteilichkeit des Kampfrichters mit einem 3. Preis begnügen. Zu Lhren unserer Sänger können wir noch berichten, datz sich dieselben an der Rauferei nicht beteiligt haben. Feuerwehr und Polizei machten dem Kampf ein Lnde. Anschließend an diesen bedauernswerten Zwischenfall sollten doch endlich die festgebenden Verejne bei derartigen Sejten nicht vielleicht auf die Billigkeit eines Preisrichters sehen, son­dern nur solche Leute wählen, welche auch Gewähr für ein gerechtes Urteil, und damit auch für einen reibungslosen Verlauf des Festes bieten. Leider ereignete sich am Vormittag beim Wettsingen ein bedauernswerter Unglücksfall. Der Dirigent des Gesangvereins®e- mütlichkeit"-Gonsenheim, Herr Adolf Töpfer, brach während des Di­rigierens tot zusammen. Linige Fuldaer Sänger.

Wetterbericht.

wb. Frankfurt, 17. Juni. Der Zustrom der kälteren Lustmassen aus Nordwesteuropa hält an. Infolgedessen ist zu erwarten, daß auch morgen weitere Bewölkung auftritt. Niederschläge sind nur vereinzelt und in geringem Maße wahrscheinlich. Vorhersage bis Mittwoch Abend: Wolkig, nur vereinzelt geringe Niederschläge, mäßig warm, westliche Winde.

Bekanntmachung.

Wegen auszuführender walzarbeiten auf dem Land, weg Bronnzell-Rönshausen wird diese Strecke für jeglichen Auto- und Fuhrwerksverkehr vom

bis 22. Juni d. Is. gesperrt.

Der Verkehr nach Gersfeld kann mit leichten Fuhr^ werken über LöfchenrodRothemannWelkers und mit

Sie brauchen sich meinetwegen nicht zu ängstigen. Zch habe meinen Revolver in der Tasche, und wenn wir zu zweit kamen, wäre es Rool zuzutrauen, daß er mir diese Unterhaltung die ich mir schon lange wünsche, verweigert. Zu einer Stunde bin ich wieder zurück."

So ging denn Dogn. Fraußen war es stürmisch, schwere Wolken zagten am Himmel und bedeckten zeitweise den Voll- mond, der mit seinem milden Lichte die Landschaft bestrahlte. Mit lautem Gebrause brachen sich die Wellen am Gestade und heulend pfiff der Wind durch die PalmSN Und Eukalypten. Zn Gedanken versunken, gab Dogn auf nichts acht. Zm Sturm­schritt eilte er zur Villa.Pes Pys Noirs", die abgelegen auf einem hohen, steil ms Meer abfallenden Felsen lag.

' . . lancast seinen Freund an der Straßenecke verschwinden sah, konnte er nicht langer an sich halten und folgte ihm in der Entfernung. Zehn Minuten später sah er ihn durch das S SiTS ^ 9le'? '^"l der Villa verschwinden.

I^east einen dichten Mimosastrauch, der ter Besitzung gerade gegenüber stand, und dort wartete er in unsagbarer Angst auf die Rückkehr seines Kameraden. Reckes? x^ SS trug ihren düsteren Namen mit s Ä J parsen Gegensatz zu den übrigen Besitzun- gtn der Gegend, die klein und freundlich waren; stolz und unnah­bar hoben sich ihre Umrisse von der Dunkelheit ab, ein großer einsamer, stiller Park umgab sie; am meisten lenkte jedoch ihre sonderbare Lage hoch oben auf dem Felsen die Aufmerksamkeit tW; 6-e glich einem Schloß aus dem Mit- wlalter, dessen Hauptaufgabe darin bestand, seine Bewohner gegen äußere Feinde zu beschützen.

10.

batte dem Doktor das Gittertor geöffnet. Ohne ein Wort zu sagen führte er ihn durch den Garten in das Haus, begleitete ihn m bersten Stock und bat ihn, in Mister Zeff- rys Schlafzimmer einzu treten und dort zu warten.

. ^ef Raum war fast leer. Nur ein ganz einfaches Bett and ein kleiner Sessel standen darin?

Der Arzt blieb einige Augenblicke allein, dann trat der Otener ein. Sein.SesichtsauLdruck war verändert, hart, uner­bittlich. Er kreuzte die Arme über der Brust und wandte sich an Dogn.

Horen Sie mich an . . . Nie hal Zhnen jemand einen so guten Rat gegeben: gehen sie nicht weiter! Gehen Sie nicht weiter! wiederhole ich Zhnen. Zch mache Sie auf die furcht- bare TAHr aufmerksam, der Sie sich aussetzen, wenn Sie auf öbiem Wunsche beharren sollten. Herr Seffrys, über den ich mir kein Urteil erlaube, hat Pläne .... Absichten, die er

schweren-Fuhrwerken über Rothemannz^ouvaa? «.quiuu bezw. umgekehrt umgeleitet werden.

Uebertretungen werden nach der Polizei-Verordnung vom 6. April 1877 (Amtsblatt Seite 137) mit 10. 30. R>M. bestraft.

Fulda, den \K Juni 1925.

Der Landrat. I. V.: Schuster.

Manittmachung.

Gemäß § 6 der Verordnung vom 25. Mai 1877 bezw. 21- Juni 1892, betr. die Einrichtung einer ärztlichen Standssvertretung. wird hiermit bekanntgegeben, daß die Liste der wahlberechtigten Aerzte auf dem Landratsamte (Zimmer Nr. I2:a vom 17. bis einschl. 30. Juni d. Is. zur Einsicht des- Herren Aerzte ausliegt. Einwendungen gegen die Lifte sind unter Beifügung der erforderlichen Bescheinigungen innerhalb 14 Tagen nach beendigter Auslegung des Liste bei dem Vorstände der Aerztekammer anzubringen.,

Fulda, den 13. Juni 1925.

Der Landrat. I. V.: Schuster.

Bekanntmachung.

Haushaltungsvorstânde, Gewerbetreibende, Besitzer von Land- und Forstwirtschaftlichen Betrieben, die etwa keine Zählpapiere für die Volks - Betriebszählung erhalten haben sollten, wollen diese sofort bei dem städt. Steuer­amt (Stadtschloß) anfordern.

Es wird nochmals gebeten, die Zählpapiere so recht­zeitig fertig zu stellen, daß sie der Zähler bei seinem vor- sprechen in Empfang nehmen kann, damit er in der Lage ist die umfangreichen Kontrollisten rechtzeitig anzufertigen und die Zählpapiere fristgeinäß abzuliefern. Die Zähl- papiere werden bekanntlich vom (6. Juni mittags ab­geholt.

Bekanntmachung.

Gemeindebeschluß betr, Erhebung eines Zuschlages zur Wanderlagersteuer.

2luf Grund des Gesetzes vom 27. Februar 1880 (G. L. L. 174) in der Fassung des Gesetzes zur Anpassung der Steuergesetze an die Geldwertänderung vom 5(. Juli 1923 (G. S. S. 361). der Verordnung vom 2$. Novem­ber 1923 (G. S. S. 518) und der Verordnung vom 13. 2lprtl 1925 (G. S. S. 39/50) wird mit Zustimmung der Stadt­verordneten-Versammlung vont 10. Juni 1925 für die Stadt Fulda folgender Gemeindebeschluß erlassen:

§ V

Die Stadt Fulda erhebt zu der Steuer, die ihr nach den genannten Gesetzen zufließt, einen Zuschlag von 100 vom Hundert.

§ 2.

Dieser Gemeindebeschluß tritt mit dem Tage der Bekanntmachung in Kraft. Mit diesem Tage tritt der Gemeindebeschluß vom H. März 1921 außer Araft.

Fulda, den 12. Juni 1925.

Der Magistrat:

Arnd.

niemandem mitteilen will. Mich allein hat er ins Vertrauen gezogen. Er ist unerbittlich, hören Sie Herr Doktor, unerbitt-

*Q9e W kur alle, die sich in seine Angelegenheiten mischen wollen Glauben Sie mir und gehen Sie fort von hier, ohne ei­nen Blick rückwärts zu werfen. Zch verlange sogar Zhr Lhren- wort, daß Sie sich von jetzt a b nicht mehr in unsere Angelegen­heiten mischen foerden. Herrn Lancast können Sie ja sagen, daß Sie obren Freund gesehen, sich aber von der Lächerlichkeit Zhrev Vermutungen überzeugt haben, und . .

Doch Dogn unterbrach ihn wütend:

- â-fältt Zhnen denn eigentlich ein?! Halten SU mich melleicbt für einen Wahnsinnigen oder einen Feigling? Schwei-

'^ Ebitte mir diesen Tons Zst will meinen Sieunb sehen . . . Lassen Sie mich zu ihm. .

^ber> als bis Sie alles wissen, was ich Zhnen tu "^ben ferner noch an Notar Savage schrei-

Sind Sie jetzt

Antworten Sie W Zhnen Tinte und ein.

Zch wiederhole

bald fertig?"

mir: ja oder nein? Sm ersteren Falle hol? Papier, im zweiten stehe ich für nichts mehr

3 r èhnen zum letzten Male, daß ich Herrn

-öejfrgs sehen will, erwiderte der Doktor. ? °

®ut, Zhr Wunsch soll erfüllt werden . . ."

., UnL^01 ^rschwand, während er dem Arzt einen baber- ^'varf. Joyns Herz schlug zum Zerspringen Lr ^u der Atem drohte ihm ausmgehen gruben am Wege bemerkte er einen menschlichen Schatten und ahnte, daß es Lancast wäre. Das stärkte seinen W

0C9 plötzlich droht er sich um und horchte

Kamen da nicht wieder die furchtbaren Schritte, jene Schrift ^ 1111 S$Wen und Wachen verfolgte?

' 5 In wuchtigeu, vechängnisvollen, verfluchten Schritte

an die er unaufhörlich denken mußte?! Wh ^

waren dieselben! . . Oweifel, es

blieben ihm in der Kehle stecken ' aocr die Laute

bei dieser^Bewegung unabsichtlich das Fenster zm" ^ ^ n-n^ÄTr^r^ bin- und herflackernde Kerze " c ; draußen brachen sich mit wildem Getöse

WU 'Un^ "l-ifend sauste der Sturm durch die bie Augen""^ ^ ^" Angstschweiß von der Stirn und schloß (Fortsetzung folgt.)