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Nr. 131

Dienstag, den 9. Juni 1925.

MWe Morgenrettung.

^etvian.

Verlag: Fulda, Kanalstraße 44

Der Wortlaut des alliierten Memorandums und der Anlagen.

Berlin 5. 2nm- sWolff). Das M-emoran>dum der Alli- krtm hat folgenden Wortlaut:

1. On ihrer Note vom 5. Oanuar d. Os. haben die alliierten Rogierung-en der deutschen Negierung mit-geteilt, daß der Stand der Ausführung des Fri-edensvertrages durch Deutschland ihnen nicht gestatte, Deutschland den Borteil einer vorzeitigen teil" reifen Räumung zugute kommen zu lassen, die im Artikel 429 Ziffer 1 jenes Vertrages vorgesehen ist.

2. Gleichzeitig brachten die alliierten Negierungen i-hr-e Ab­sicht zum Ausdruck, den endgültigen Bericht der interalliierten Kontrollkommission abzu-warten, um der deutschen- Regierung mitzuteilen, was von Deutschland noch erwartet werden muß, damit seine Verpflichtungen auf militärischem Gebiete gemäst den Bestimmungen des Artikels 429 als getreulich -erfüllt -be- trachtet werden können.

3. Nachdem die alliierten Regie-rungen diesen Bericht em­pfangen und geprüft und die zahlreichen Verstöße der deutschen Regierung gegen die -ihr nach Geil 5 des Vertrages von Ver­sailles obliegenden Verpflichtungen festgestellt haben, sind sie heute in der Lage, die von ihnen angekündigte Mitteilung zu machen.

4. Die alliierten Regierungen halten es für wesentlich, die allgemeine Bemerkung in den Vordergrund zu stellen, daß die Gesamtheit der Verstöste Deutschlands, falls nicht schnell Ab­hilfe geschaffen wird, der deutschen Regierung späterhin die Micheraufstellung eines einheitlichen, den Gedanken eines Vol­kes in Waffen verwirklichenden Heeres ermöglichen würde, im förmlichen Widerspruch mit dem Fri-edensvertrag; nach dem das deutsche Heer ausschließlich zur Aufrechterhaltung der Ord­nung innerhalb des Reichsgebiets und zum Schutze der Gren­zen bestimmt sein soll. Diese Tatsachen sind es, welche die Be­deutung der festgestellten Verstöste in das rechte Licht setzen und dadurch in ihrer Gesamtheit einen für den allgemeinen Frieden so gefährlichen Eharakter geben.

5. Um den Vertrag von Versailles in seinen grundlegenden Bestimmungen anzuwenden, -ist deshalb die Beseitigung der wich­tigen Verstöste notwendig, deren Fortbestehen es verhindert, die mili- rischen Ve-rpflichtuniMn Deutschlands als -erfüllt anzu-se- hen. Man must sich vor Augen halten, dast d-ie in Rede stehen­den Verstöst-e den ernstesten, aber nicht den einzigen Beweis für die Nichterfüllung dies es wesentlichen Teiles des Friedensverira- ges durch Deutschland darstell-en;

6. Die alliierten- Regierungen -haben in dem anliegenden Memorandum aufgeführt:

1. den Stand -der Erfüllung der Deutschland -auf militäri­schem Gebiet obliegenden Verpflichtungen, wie er sich a-us dem Bericht der Kontrollkommission vom 25. Oanuar 1925 ergibt;

2. eine Zusammenstellung der Hauptpunkte der militärischen Bestimmungen, in -denen d-ie Alliierten noch nicht befriedigt -wo-r- sind;

3. eine Aujsteliuna der im -einzelnen -erforderlichen M-aßnah- men, Hinsicht!. deren die -alliierten- Regierungen der im Vertrage hier für vorgesehenen Kontrollkommission alle nötigen W-ei- sungen erteilt ha-ben;

4. ein Verzeichnis der vo-n den Alliierten -bereits g-emachten Zugestän-d-nisse, das d-i-e Darstellung der Sachlage vervollständi- gein soll.

7. Die alliierten Regierungen sind überzeugt, daß es von dem guten W-illen der deutschen Regierung und der deutschen Be­hörden abhängt, die -im dritten Teil des Memorandums behan­delten Verstöste in verhältnismäßig kurzer Frist abzustellen.

8. Letzten Ln-des ist -es nunmehr Sache der deutschen Re­gierung selbst, die Voraussetzungen zu erfüllen, die eine schnelle Räumung ermöglichen würden. Ohr selbst wird der Eifer, mit dem sie die geforderten Maßnahmen erfüllt, und die Sorgfalt -die sie auf die genaue Onne Haltung der Bestimmungen -des Ver­trages verwendet, zugute kommen.

9. Die alliierten Regierungen -stellen- fest daß die Repara- ti-onLkommission in ihrem anliegenden Schreiben erklärt hat, daß Deutsch-land ^eute getreulich seine Reparati-onsverpflichtun- gen so, wie sie gegenwärtig festgesetzt sind, -erfüllt. Sie sind des­halb, trotz -d-er Vorbehalte, zu denen sie -infolge -der Nichterfül­lung anderer Vertragsbestimmungen berechtigt sein würden und mit Rücksicht auf d-i-e ausschlaggebende Bedeutung; die sie der Erfüllung -der Vertragsbestimmungen beimeffen, bereit, den Be­fehl zur Räumung der ersten Besetz-ungszone zu geben, sobalid -di-e im dritten Teil anliegenden Memorandums aufgezählten Verstöße behoben sein werden.

10. Sie zweifeln nicht, -daß -während des zur Durchführung der in Rede stehenden Maßnahmen erforderlichen Zeitraums kein neuer ernster Verstoß Deutschlands gegen irgend eine ver­tragliche Verpflichtung der Lluswirk-un-g des A-rtike-ls 429 ein Hindernis entgegenst-ellen wird.

11. Alsdann wird nichts mehr entgegen stehen, daß die Kon­trollkommission abberufen wird, deren Aufgabe als beendigt wird angesehen werden können. Diese Abberufung wird dem Völ­kerbundsrat mitgeteilt werden, damit die von -ihm zur D-urch- -führung des Artikels 213 des Zrie-d-e-nsvertrages beschlossenen Maßnahmen zur Anwendung gebracht werden können.

12. Schließlich haben die alliierten Regierungen festgestellt, daß d-ie deutsche R-egierun-g nach ihren Noten vom 6. und 27. Oanuar die für die Haltung der alliierten Regierungen maß­gebenden -Gründe -anscheinend -unzutreffend beurteilt hat. Um jede Möglichkeit eines Mißverständnisses für d-ie Zukunft zu vermeiden, legen die alliierten Regierungen Wert darauf von neuem, wie schon in ihrer Note vom 26. Sanuar, zu versichern, daß -sie sich auf das genaueste an die B-estimm-un- gen des Artikels 429 des Versailler Vertrages zu halten ge= denken.

13. Auch an der Behauptung in der deutschen Note vom 6. Oan-uar, daß die Alliierten mit der A-ichträ-umun-g der-l- ner Zone am 10. Oanuar eine Vergeltu-ngsmaßn-ähme ergriffen hätten, können die alliierten Regierungen nicht votbeigehem. Eine solche Behauptung, die schon in der alliierten Note vom 26. Oanuar widerlegt ist, stellt ein völliges Mißverstehen der Tragweite d-er Artikel 428 und 429 des Vertrags dar. Ls war Sache -der deutschen Legierung, sich den Vorteil der Räumung der ersten Besetzungszone unter den V-or-aussetz-unge-n des Ar­tikels 429 durch getreuliebe Erfüllung ihrer Verpflichtungen zu sichern.

14. Ebensowenig können die -alliierten Regierungen- aner­kennen, -d- -ihr Beschluß einen Akt darstelle, dessen Schärfe au­ßer jedem Berhältn-is zu der Bedeutung der noch -nicht erfüllten militärischen Verpflichtungen stehe. Unter diesen von der deut«

schen Regierung in ihrer Note als untergeordent hingestellten Verpflichtungen befinden sich im -Gegenteil die Bestimmungeil auf deren wesentliche Bedeutung die deutsche Regierung von den Alli-i-erten seit langem, Msbesondere in ihrer Kontrollnote vom 29. September 1922, vergeblich aufmerksam gemacht worden ist.

15. Zudem hat -die deutsche Regierung noch nach dieser Note wiederholt, uüd zwar noch ganz kürzlich, neue schwere Vertragsverletzungen begangen, insbesondere durch Einstellung von Zeitfreiwilligen in die Reichswehr, durch die an zahlreiche (nach den Vertragsbestimmungen verbotene) Verbände erteilte Genehmigung zur militärischen Ausbildung und durch Begün­stigung des Ausbaues gewisser Masch inenanlagen *in den Fa­briken.

16. Ommerhin wollen, die alliierten- Legierungen in dem Wunsche, jede Auseinandersetzung zu vermeiden, nachdem sie so diese Irrtümer gekennzeichnet haben, aus der deutschen No­te vom 6. Oanuar lediglich die Versicherung herausgreifen, daß die -deutsche Regierung bereit ist, alles zu tun, was von ihr ab« hängt, um schnell zu dem nötigen praktischen Ergebnis zu ge« langen.

17. Deshalb appellieren sie erneut und nachdrücklich an die deutsche Legierung, daß sie mit dem nötigen guten Willen an die Legelung der noch schwebenden Fragen -herangeht, eine Le« gelang, die der Ernst der Lage erheischt. Das ist für sie das einzige Mittel, um nach -ihren eigenen Worten Deutschland durch Befreiung eines Teiles des besetzten Gebiets eine Erleich­terung zu verschaffen.

Die Anlage I.

Dem Memorandum der Botscha ft erkonferen? sind zwe-i Ln« lagen bei gegeben, von denen die erste sich eingehend mit den Fragen der militärischen Abrüstung befaßt, während die zweite nur eine kurze Mitteilung der Reparati-o-nLkommission an die Botschafterkonferenz, datiert vom 29. Mai 1925, -enthält, wo­nach Deutschland seine Reparationsverpflichtu-ngen, wie gegen« wärtig festgesetzt, getreulich erfüllt hat.

Die Anlage 1 zerfällt in vier Teile. Om ersten Teil wird -der Stand der Erfüllung und der deutschen Verpflichtungen auf dem militärischen Gebiet nach dem Bericht der Kontrollkom­mission vom 25. Oanuar 1925 wiedergegeben.

Om zweiten Teil werden die nach Ansicht der Alliierten noch unerledigten Hauptpunkte, im dritten die geforderten ferneren Maßnahmen, im vierten die bisherigen Zugeständnisse der Alli­ierten zusammengestellt. Von den Artikeln 159 bis 180 des Ver lailler Vertrages werden als vollständig erfüllt bezeichnet Art. 160 Abs. 1, 163, 165, 172, 173, 175 und 180 Abs. 1, als teil« weise erfüllt Art. 160, 11 und die Art. 111, 169, 171, 176, 178 und 179 und Artikel 211. Die übrigen Artikel werden a.s nicht erfüllt -bezeichnet.

Es wird daran eine Anzahl -einzelner Forderungen geknüpft:

Die Polizei.

1. Die Polizei hat nach Ansicht der Alliierten dieselbe Or« . ganifation wie Ende 1922. Ohre Stärke belaufe sich gegen« wärtig auf ungefähr 180 000 Mann statt der durch die Bou- logner Note gestatteten 150 000 Mann. Außerdem seien poli« feilsche Hilfskräfte, Hi-lfspo-lizoi, Notpolizei usw. gebildet war«

Der Lebende Tote.

Von Marc Dona t. Autorisierte Uebersetzung von Gertrud Köbn-er.

4. Fortsetzung.

Öeffrys! schrie Dogn,Seff-rgs! Och bin -es! Machen Sie doch auf!"

Kurzes Schw-cigen. Dann -ertönte ein scheußliches Sachen, getrau so wie die Verrückten -lachen, und plötzlich -brach -es kurz ab. Ls folgte ein Geräusch, -als -ziehe man schwere Gegenstände herum, lasse sie liegen und beginne wieder von neuem. G-itter- türen wurden z-ugesch-lagen und dann wurde- es wieder toten­still . . .

Das Gewitter hatte sich verzogen; furchtsam begannen die Vögelchen -wieder zu zwitschern. Der Arzt zuckte die Achseln.

Och bin ja die reine Memme, und besitze noch obendrein eine Einbildungskraft, die -einem R-o-manschriftst-eller Ehre ma- -ch-en würde. Om -Grunde genommen liegt die Sache doch sehr einfach. O-effrgs macht -eben nichts w-ie -andere W-wöhnliche Sterbliche. Lr will mich in Lr-staune-n setzen -und mir beweisen, dast er -allein m-ehr kann, als die -ganze medizinische Fakultät zu-sammen-g-enomm-en, -und daß es -ihm selber gelungen ist, seine gelähmten Glieder zu zw-ingen, wied-er ihre Di-enste zu verrich­ten". Während er noch über den Fall nachgrübelte, hörte er Schritte-herkomme-n und so versteckte er sich schnell hinter ei­nem dichten Kam-elienstrauch. Es war ein Diener -mit Regen­schirmen -und Gummi-mänteln. Zw-ei-mal -Klopfte er in kurzen Zwischen räumen an die Tür, -augenscheinlich hatte -die D-iene-r- schaft des Hause s^ Anweisung-, so zu klopfen, um sich zu -erken­nen zu Mb-en, Er wartete. Schließlich fragte die Stimme Rools:

,Mas gibt's."

3ch bringe die Regenschirme und . . .

Schon- gut, legen Sie alles hi-n und machen Sie, daß Sie fortkommen . . .

Ohn-e weiter über die kurze Art, an di-e er -w-ahrs-cheinli-ch gewohnt war, -erstaunt zu se-i-n, tat -d-er Mann, wi-e -ihm gehei­ßen -und -entfernte sich, ein kleines Lied vor sich hinlträlle-rnld. -angsam öffnete sich -d-i-e Tür. O-ohii erschi-en-, nb-hm -d-as Pa- '"'w Wg wieder hinein. Dogu zog seine Uhr heraus. Ls

" acht, er mußte fortgehen. L-angsam-en, -u-nentschlosse- 1 Oiâs entfernte er sich. Vor Seffrgs Villa -wartete er s. unten. Da hörte er zu feiner -großen B-eruhigu-ng tat ^ Rädern des Rollstuhls knir^'^n. Der Arzt

o s er gerade aus dem Hause und, g -d-em Kran­

ken entgegen. Oetzt war es -stockfinstere Nacht, dunkle Wolken jagten am Himmel entlang und der Win-b pfiff wütend durch die Bäume; Hell loderten die Fackeln auf und -nieder, die Oeff- rys, einer alten Gewohnheit gemäß, des Abends vor seinem H-a-use brennen ließ, und warfen unheimliche Schatten auf die Umgebung. Der Rollstuhl war ungefähr noch zehn Meter vom Doktor entfernt. , Oo-hn hielt plötzlich an, als wolle er dem un­gelegen kommenden Besucher -ausweichen. Aber Dogn rief:

Guten Abend, Seffrysl Och muß Sie durchaus sprechen! D- Sie sich vorhin weigerten, mich zu empfangen, hat mir recht weh getan. Es ist ganz unmöglich, daß Sie fortreijen wollen, ohne mir auch Ohre Gründe auseinanderzusetzen . . .

Seffrys wär in einen weiten -Ueberzieher gehüllt, sein -gro­ßer Schl-apphut war tief ins Gesicht -gezogen. Er -antwortete nicht. O-ohn weß den Griff des Rollstuhles fahren.

Entschuldigen Sie den gnädigen Herren, Herr Doktor, er fühlt sich heute -abend nicht wohl; das Sprechen fällt ihm äu­ßerst schwer. Er hat mir -ausdrücklich befohlen, niemanden in seine Nähe kommen zu lassen . . .

Dogn unterbrach ihn:

So stehen Sie mir also Rede: ist er gegangen, ja oder nein?

Nein."

Wer war dann zusammen mit Ohn-en eben im Labora­torium?"

Om . . .:"

O-awohl, im Laboratorium. Och habe -gehorcht. Och hatte sch-on einmal Schritte gehört, und die Erinnerung daran hat mich bis in meine Träume verfolgt. Och wollte die Sache aufklären. Heute abend habe ich sie wi-ed-er gehört. Ohr Schritt war'es nicht, und Seffrys kann es auch nicht -gewesen sein, denn er ist gelähmt. Was treiben Sie mit diesem Kranken dort im Labo- bOratorium? Antworten Sie oder -nehmen Sie sich in acht! Neulich haben Sie mir versichert, daß Sie beide allein waren. Sie haben -gelogen. Och wiederhole Ohnen ein letztes Mal: Sie halten dort jemanden eingefperrt. Sagen Sie mir die volle Wahrheit oder ich werde auf andere Art und M-eise K-Ia-rheiit in die Sache bringen, möge es kosten, was es wolle!"

Lool blieb ganz ruhig, zuckte -lächelnd die Achseln und nahm seinen Platz hinter dem Sessel wieder ein. Der Doktor näherte sich dem Kranken.

Sprechen Sie, ums Himmels Willen, Jeffrys.

Doch erschrocken trat er einen Schritt zurück; der Gelähmte hatte auf der linken Wange eine tiefe, klaffende Wunde.

Großer Gott", rief Dogn,Sie sind ja verwundet! Das muß doch eben erst passiert sein; was ist denn geschehen?"

Der Herr Doktor sind heute abend etwas nervös, -er­widerte Oohn,eine ganz alltägliche Sache -erschreckt den Herrn Doktor. B-ei-m Lasieren des gnädigen Herrn ist mir ein klei­nes Unglück passiert, das ist alles. Nicht wahr gnädiger Herr?"

Bei diesen Worten berührte er -leicht die Schulter seines Herrn, als wollte er ihn wecken.

deffrys, der in Gedanken versunken zu sein schien, hob den Kopf und stieß ein barsches;Oawohl!" hervor. Ls war die« selbe belegte, trockene Stimme, die Dogn im Laboratorium ge­hört hatte. Die Stimme w-ar ebenso verändert, wie -das ganze Gesicht des Kranken, dessen Augen, wahrscheinlich des hohen Fiebers wegen, so glänzten, daß man ihren Blick nicht au spalten 'konnte. Was war also vorgefallen? Und wie kam es, daß die­ses s-o sanfte, so gute -Wesen sich in so kurzer Zeit so vollkom­men hatte verändern können?

Wieder mußte der Arzt unwillkürlich an den anderen mit den schweren, geheimnisvollen Schritten denken. War Seffrys zum Verbrecher geworden? Aber warum? Welchen Zweck konnte er verfolgen?

«Lassen Sie mich in Ruhe!" stieß der Selähinte -hervor,ich bin müde.

Dogn verletzte dieser Ton und er ging fort, ohne dem Kranken die Hand zu reichen. Ein unaussprech-liches, ihm sel­ber unerklärliches Unbehagen bemächtigte sich seiner. Eine son­derbare, ungesunde Atmosphäre umschwebte diesen lebenden To­ten. Und als D-ogn das Gittertor -hinter sich schloß, höbte ler das abscheuliche Lachen, -das -ihm schon kurze Zeit vorher sollch Entsetzen -eingeflößt hatte . . .

3.

Trotz des abweisenden Empfanges, den man ihm bereitet hatte, kehrte Dogn am folgenden Tage wieder zu Seffrys zu­rück. Er fand das -ganze Haus in -größter Unordnung, die Dienerschaft ganz verstört. Am selben Morgen hatte sich i-hr Herr mit Oohn Roo-l auf derLusitania" eingeschifft, um sich zuerst nach Liverpool zu begeben . . . Bis dahin war nichts a-ußergewöhnlich-es passiert, aber ungefähr ein halbe Stunde nach ihrer Abfahrt -hatte eine furchtbare Explosion das Laboratori- um zerstört. Das Gewölbe war -eingestürzt und aus den zerris­senen klaffenden Mauern schlugen haushohe Fla-mm-en. Die Feuerwehr war dem -entfesselten Elemente gegenüber machtlos. Die Hitze des Trümmerhaufens war eine derartige, daß das ganze Sebäude sozusagen zusamm-engeschmolzen war. Nichts war davon übrig geblieben, als ein Haufen verkohlter Steine, einige dicke Eisen-stäbe, Stücke eines mächtigen Schmelzofens und ein halb vergrabener Geldschra-nk, dessen weit geöffnete Tür nur leere Fächer sehen ließ.

sFo-rts-etzung folgt.)