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Nummer 127.

Iomerstag, den 4. 3uni 1925.

59. (2.) Zahrsans.

Ile Absichten der Neichsregierung betreffs VennMortnug -er Entwaffnungsnote.

Barlin,, 3. 2chti. (ig. 2nformationsdienst.-iTel^r.) Wie wir hören, wird jbie Reichsregierung mit der endgültigen Be­antwortung der interalliierten Entwaffnungsnote mindestens zwei bis drei Wochen Zeit der fachlichen Durchberatung der alliierten Forderungen gebrauchen. Es ist infolgedessen beabsichtigt, zu nächst eine provisorische Antwortnote abzusenden, ist der der deutsche Standpunkt in der Entwaffnungsfrage eingeherjd dar­gelogt werden soll. Die weitere deutsche Mitteilung wurde dann eine sachliche Auseinandsersetznug mit den alliierten Veschiuldig- uug in der Entwaffnungsfrage bedeuten. Nach Lage der Dinge hat man den Eirchruck, daß die Erledigung der Entwaff- nungsfrage mindestens ein Vierteljahr in -Anspruch nehmen wird.

IMWanb als inoffizieller Beobachter in Genf.

Berlin, 3. 3uni. (Erg. Snfürmationsdienst.-Eelegr.) Wie wir erfahren, wird die Reichsregierung zu der bevorstehenden Eagupg des Völkerbundsrates in Genf mehrere inoffizielle Be­obachter entsenden. Ursprünglich war nicht geplant, deutscher­seits aus Anlaß dieser Tagung besondere ^diplomatische Aktionen zu unternehmen, doch hat die Ueberreichung der alliierten Ent- waffnungsnote einen direkten Zusammenhang zwischen den Aus einaâkfetzungel« über die Entwaffnungsfrage und der Völker­bundstagung hergestellt. 3n den parlamentarischen Kreisen spricht man davon, fdaß der volksparteiliche Abgeordnete Frei­herr von Rheinbaben nach vorheriger Verständigung mit Mi­nister Dr. Stresemann nach Genf fahren wird.

Konflikt zwischen dem Reichsftnanz- minister und den Demokraten.

Berlin, 3. 2uni. fEig. 2nformationsdichrst.-Telegr.) Wie wir hören, ist zwischen dem Aeichsfinanzminifter Dr. v. Schlie­ben und den Demokraten wegen der Steuerfrage ein ernsthafter Konflikt ausgebrochen. Der Minister Hate sich gegen den de- mokratifcheu Antrag aus VSrmiwderchlg der Umsatzsteuer ausge­sprochen und bei den Parteien Schritte unternommen, um 'hie Annahme des demokratischen Antrages zu verhindern. Für den Lall, daß der Antrag aus Ermäßigung der Umsatzsteuer im Reichstag keine Mehrheit finden sollte, will die demokratische Reichstagsfraktion ein Mißtrauensvotum gegen bett Aeichsfi­nanzminister einbrivgeu.

Die Notierungen der Pfandbriefe auf der Börse.

wtb. Berlin, 3. 3uni. teles. Infolge einer von mehreren hiesigen Zeitungen veröffentlichten Notiz daß in ß-cr Aufwer- tuugskommis on Anträge von best Regierungsparteien gestellt worden slsnd, auch bei Pfandbriefen einen Unterschied zwischen altem und neuem Besitz eintreten zu lassen, hat der Börfenvor-

Reue Gefahrenmomente in der Völkerbundsfrage.

^ Die -englischen Antwortnote aus die Darlegungen Frank- reichs in der Sich-erheitsfrage hat in Ber-l-i-n, soweit der 2nhalt des Dokuments hier bekannt ist, außerordentlich große Be­achtung gefunden. Man stellt zunächst die -Tatsache fest, daß bie cngiische Note Frankreich in wesentlichen Punkten entgegen­kommt, nämlich was die Forderungen auf Eintritt Deutschlands litt den Völkerbund, und die Auslegung der entscheidenden Ar- tikei 10, 11, 16 und 19 der Völkerbundssatzung-en betrifft. Die französische Diplomatie glaubt jedenfalls, aus der englischen aofe schließen zu können, daß auf Grund -der -englischen Vör- schiäge für Frankreich das Recht aufrecht erhalten bleibe, im Kriegsfälle mit einer dritten Macht durch deutsches Gebiet marschieren zu dürfen. Die Diskussion über die -englische Note beweist, daß die Völker-bundsfr-age -immer mehr in den Vorder- grunb tritt. Äon maßgebender deutscher Seite wird j-edoch MtgeMt, -daß der Stand der Dinge i-n der Völkerbundsfrage

^^ud dieser Tatsachen als -außerordentlich -ungünstig für Deutschland bezeichnet werden muß. Es ist kaum -anzunehmen die Reichsreg-ieruug in der Lage sein wird, einen Zulas- ijuugsantrag an den Völkerbund zu richten, solange die Frage - as urchmarsches fremder Truppen im Sinne Frankreichs be- an e t -wird. Die deutsche Regierung hat -gar keinen Zweife-l . er gelassen, daß sie unter solchen Umständen eine Zuge- r .?°"^â>lands zum Völkerbund als eine schwere Ge- 5 bcs Reiches ansehen müsse. Deutsch-

1 11 C| fremde Truppen sein Gebiet .passieren können,

staud verfügt, bis zur Klärung dieser Angelegenheit die amtliche Notierungen von Borkriegspsandbriefen der Lanl^chafteu und Hgpothekenbchcken zu streichen.

Kein Külktritt Dr. Rasts.

rotb. München, 3. Juni, teles. Die Korrespondenz Hoss- manu meldet amtlich: DieMünchener Post" hat Andeutungen über den bevorstehenden Rücktritt des Kultusministers Dr. Matt gebracht. Das W. T. B. ist ermächtigt mitzutellen, daß alle verbreiteten Gerüchte über den Rücktritt des Kultusmini­sters Dr. Matt falsch sind.

Milttärstreifen in Sofia.

-wtb. Sofia, 3. 2um. telef. Da den Behörden zur Keuut- uis gelaugte, daß sich in Sofia eine Anzahl vM Verschwörern versteckt halten, wurde noch vor der heute Abend stattfindcpden Entlassung der Miliztruppen eine Durchsuchung der Stadl ange- ordwet. Die Maßnahme dauerte indes nur einige Stunden. Währech» dieser Zeit ist der Verkchr auf den Straßen nur mit besondere« Ausweisen gestattet.

Entlassung der Miliztruppen in Bulgarien.

wtb. Sofia, 3. 2nni. telef. Hinsichtlich der Abends zur Entlassung kommenden 10 sooMillztruppen wurden von der Re­gierung die nötigen Anordnungen bereits getroffen.

Ein schweres Autounglück unter seltsamen Umständen.

wtb. Berlin, 3. 3mn. telef. 3n der vergangenen Nacht kam es ans der Landstraße zwischen Neustrelitz und Fürstenberg (Mecklenburg) zu einem schweren Autounglück unter seltsamen Umständen. Das Automobil des Berliner Kaufmanns Bres­lauer, in Hem sich Breslauer selbst und seine Gattin befand, fuhr mit großer Geschwindigkeit die Straße -entlang. Der Ehauf- senr bemerkte plötzlich einen großen Hirsch aus der Ehanssee. Das Tierwurde anfänglich durch die Lichter des Autos geblen­det und rührte sich nicht der Steile. Es fand ein zusammen stoß zwischen dem , Hirsch und dem Auto statt. Der Hirsch wur­de dabei getötet. Das Automobil rieß einen Baum um und wurde in den Straßengraben geschleudert. Der Ehauffeur war sofort tot. Breslauer und seine Gattin, die mit Quetschungen davonkamen, wurden in das Sanatorium Fürstenberg gebracht. 3h r Zustand ist nicht bedenklich.

Sitzwelle und Eturmkatastroyhs in Amerika.

-wtb. Paris, 3. 2uni. telef. Nach einer Havasmeldung aus Ehicago stnd infolge einer Hitzwelle 20 Personen getötet worden, davon acht während des Badens. Ein folgender Sturm habe alsdann weitere Personen getötet.

direkt zum Aufmarschgebiet der kriegsführende-n Parteien wer­den, ohne daß -es infolge der militärischen Entwaffnung in der Lage wäre, sich gegen -den Einfall der oom Völkerbund ange­griffenen Macht zu schützen. Sollte also England tatsächlich den französischen Standpunkt unterstützen, so würde damit die Aussicht auf einen baldigen Eintrtit Deutschlands in den Völ­kerbund auf den Nullpunkt herabsinken. Die Rede, die der französische Ministerpräsident Painleve in Straßburg gehalten hat, wird in Berlin -lebhaft kommentiert. Der französische Re­gierungschef hat in Jo feierlicher Weise die -einigenden Mo­mente zwischen Deutschland unb Frankreich hervorgerufen, daß man seine Erklärungen gerade im Augenblick der Entwaff- nungsnote als eine polititsche Demonstration auffassen muß. Der französische Ministerpräsident scheint demnach mit der ernsten Möglichkeit einer deutsch-französischen Verständigung ?u rechnen. 2n den -deutschen politischen Kreisen hat man aber 'allgemein den Eindruck, daß eine solche Entspannung nur dann rinfrefen kann, wenn die französische Regiervng ihre gegen­wärtige Haltung wesenllich revidiert. Der gegenwärtige Kurs der französischen Politik sei jedenfalls De-utschl-and gegenüber noch immer nicyt tolerant genug, um die Bereinigung der -poli­tischen- Atmosphäre zwischen den beiden Ländern zu fördern. Wenn allerdings die Sicherheitssrage tatsächlich gelöst werden sollte, so wäre auch nach deutscher Auffassung absolut eine Ba­sis vorhanden, auf der ein erträgliches Nebeneinanderleben der beiden Nationen möglich sein würde.

Zremdenfein-Weilnruhen in Schanghai.

Aus Schanghai wird gemeldet, daß der blutige Aufstand weiter um sich greift -und den ausgesprochenen Eharakter einer Box-erbewegung annimmt. Zweifellos stehen bolschewistische Agitatoren im Mittelpunkt der Unruhen, wobei Studenten die Hauptrolle spielen. Panzerwagen patrouillieren die Haupt­straßen ab. Alles in allem werden bisher 20 Tote und 60 Ver­wundete gemeldet. Bei den Kämpfen am 1. 3uni hatten Auf­ständische die Dächer der Häuser an der Nanking Road besetzt und Ziegel auf die Polizisten geworfen. Andere rissen die Pflastersteine auf und bombardierten damit die Polizei, wobei eine Anzahl von Polizisten verwundet wurde. Die Polizei mach­te darauf von den Fe-uerw-affen Gebrauch. Eine größere An­sammlung von Tumultuanten wurde durch die Feuerwehr mit Hilfe kräftiger Wass er glisse vertrieben. Aus -der Menge hörte man den anscheinend als Losung ausgegebenen Ruf:Tötet die Zremdeui" Der Generalstreik verbreitete sich mit äußerster Schnelligkeit über den ganzen Stadtbezirk. Die Geschäfte sind verbarrikadiert, und bas öffentliche Leben steht vollständig still. Plakate mit aufreizendem 2nhal-t wurden an allen Straßen­ecken -angeschlagen. Die Straßenbahner wurden häufig ange­griffen, die Passagi-ere mit Steinen beworfen -und die Wagen- scheiben -eingeschlagen. Die Aufrührer erließen Aufrufe, wo­nach niemand die Straßenbahnen benützen -dürfte, die daraufhin den Betrieb ^aufgegeben haben. Eine Reihe von Fremden, da­runter auch Frauen, wurden angegriffen. Kraftwagen sind an- gehalten und zerstört worden. Die Aufständischen haben -inzwi­schen den Versuch gemacht, Shangai auszuhungern, -indem sie die Rahru-ngsmittelzusuhr aus den Nachbardistrikt-en abschneiden. Die Märkte sind i-nfvigedessen völlig leer. Der Belagerungs- zuftand wurde erklärt. Die konsularischen Vertreter der Groß­mächte haben auf drahtlosem Wege ihre Regi-erungen um die Absendung von Kriegsschiffen ersucht. 3m Verlaufe der Kämpfe am 1. 3uni sollen Verhaftungen russischer Kommunisten erfolgt sein. Vorläufig wird das Ergebnis der Verhaftungen noch ge­heim gehalten.

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infolge fremdenfei-ndlicher Unruhen wurde in Schanghai bas Standrecht erklärt. Vier Ehinesen wurden bei den Un­ruhen getötet und 20 ernst verletzt. Die Demonstranten be­setzten -einige Dächer der Häuser in der Hauptstraße und bewar­fen die Polizei mit Steinen. Dabei wurden viele Polizisten verletzt. Fremde Kriegsschiff^sind auf dem Wege nach Schang­hai. Der Generalstreik der chinesischen Arbeiter wächst mit großer Schnelligkeit. Die Verluste belaufen sich bisher auf mindestens 20 Tote und 60 Verwundete. Die amerikanischen Vo-lontäre (Ar-iliztr-nppen) wurden mobilisiert, um die Ordnung im Fremdenviertel Schanghais aufrecht zu erhalten.

Wie aus Hongkong berichtet wird, haben 600 chinesische Soldaten in Heung Eheon in Südchina gemeutert und die mei­sten Offiziere niedergemetzelt, -nachdem sie bie Kasernen ausge- piUndert hatten. Die Soldaten -meuterten, weil sie schon -etwa ein 3ahr lang keinen Sold mehr bekommen -hatten. Einigen der Offiziere glückte es, nach der portugiesischen Kolonie Nakno zu flüchten. Die Portugiesen kamen den bedrängten Offizieren zu Hilfe, nahmen SO Meuterer gefangen und erschossen sie.

Der deutsche Eharakter Elsaß-Lothringens.

Frankreich hat, so schreibtein Elsässer" imDer alte Des- jauer, Wochenschrift in Halle (Saale), dem deutschen Volke Elsaß-LothrinMi mit Hilfe der Entente-Spießgesellen und -der Aovemberverbr-echer, die durch -heimtückische La-ndesverräter- arbeit im Rücken unserer heldenmütigen Front den Widerstand Deutschlands allmählich abzu-würgen -wußten, im Versailler Schanddiktat zum zweiten Mal geraubt. Was man französi- scherseits zur Rechtfertigung dieses RäuberstUckes aber auch oorbring-en mag, es ist und bleibt erlogen und -erstunken. Elsaß- Lothringen gehört von Gottes und Rechtswegen zu Deutsch­land, und kein auferzwungener Friedensvertrag und kein Si- cherheitspakt oder, wie die 2nstrumente einer schmählichen Un* terwerfungspolitik sonst noch heißen mögen, toll und wird uns jemals bestimmen, unsere unveräußerlichen Rechte auf diese kerndeutscyen Lande und -diese kerndeutsche Bevölkerung preis» yugeben. Unter welchem Gesichtspunkte man auch an die elfaß» lothringische Frage herantreten mag, ob unter erdkundlichem, sprachlichem, völkerkundlichem, g-eistesgeschicht-li-chem oder poli- tizch geschichtlichem, immer ergibt sich das eine: deutsch ist das Land, und deutsch muß es bleiben!

3n erd physikalischer Hinsicht bildet das Elsaß mit den beut- Jcßen Gebieten östlich des Rheins eine unzertrennliche natürliche