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bodenständig zu machen. Auch über die Aufwertung kam es zu einer Aussprache. Alan betonte die Notwendigkeit einer Lös­ung, die den Ausgleich auf dem Wege des Möglichen und Er- reichba.ren findet und endlich wieder Ruhe und gesicherte Zu­stände in unsere Wirtschaft hineinträgt. Schließlich wurden Telegramme an Hindenburg und Jarres gesandt. Das Tele­gramm an Hindenburg lautete:

Der zum ersten Male nach den Reichspräsidontenwahlen versammelte Zentralvorstand der Deutschen Volkspartei sendet jhnen, Herr Reichspräsident, ehrerbietigen Gruß und verspricht, mit allen Kräften mitzuarbeiten au der großen Aufgabe der Ei­nigung unseres Volkes zum gemeinsamen Wiederaufstieg."

Zur Annahme gelangte folgende Entschließung:Die Na­tionalliberale Partei beschloß in der Sitzung ihres Zentralvor­standes vom 15. Dezember 1918, unter dem NamenDeutsche Volkspartei ihre leitenden Ziele und Grundsätze weiter zu ver­folgen. Schon hieraus ergibt sich die Aufgabe der Deutschen Volkspartei, Hüterin der liberalen Tradition der alten Partei zu sein. Dazu ist sie um so mehr berufen als Ueberspannung der formalen Demokratie und Massenherrschaftsbestrebungen ein Gegengewicht erfordern. Niemals wird die Deutsche Volks­partei den nationalen Jbeen, die einst Bennigsen, niemals den sozialen Jbeen, die Bessermann im Liberalismus zur Geltung brachte, untreu werden. Mir begrüßen es, wenn die Gedanken des Liberalismus wieder eine Vertiefung wissenschaftlicher Erör­terung zugeführt werden, lehnen aber die Beteiligung an Ver­einen, die eine eigene Parteibildung erstreben, oder vermöge ihrer organisatorischen Einrichtungen zu einer solchen führen müssen, entschieden ab.

Unter dieserBeteiligung an Vereinen", von der in der Entschließung die Rede ist, ist die Liberale Vereinigung des Herrn Schiffer gemeint, über die sich im Verlause der Sitzung gleichfalls eine Erörterung entsponnen hatte.

wir die Unsicherheit unserer Verhältnisse im Herbst 1923 mit unserer heutigen Lage vergleichen, so ergibt sich eine unbestreit­bare Tatsache: eine wirtschaftliche Befestigung hat sich durchge- setzt. Wer den Weg, den wir zur Erreichung dieses Fieles ge- . gangen sind, ablehnt, der hat die Pflicht, uns einen anderen Weg vorzuschlagen. Sonst hat seine Kritik keinen «Zweck und keine Berechtigung. (Lebh. «Zustimmung). Dr. Stresemann wies dann darauf hin, daß die Entwicklung weitergehe, und daß es sich jetzt nach der wirtschaftlichen Lösung des Reparations­problems um die Regelung der politischen Beziehungen zwi­schen Deutschland und den anderen Mächten handele. jn aus­führlichen Darlegungen vertrat Dr. Stresemann die außenpoli­tischen Grundsätze, von denen er eine Befestigung und Besserung unserer Lage erwarte. Seine Ausführungen, in denen die Poli­tik des Sicherheitspaktes begründet und im Zusammenhang mit der Gesamtlage erörtert wurde, fanden die einhellige Zustim­mung der Versammlung. Dr. Stresemann nahm dann noch zur Präsidentemvtchl Stellung. Man hat der Deutschen Volkspar­tei vorgeworfen, daß sie durch ihr Festhalten an der Kandidatur jarres eine bürgerliche Einheits-Kandidatur unmöglich gemacht habe. Wir sind aber der Ansicht, daß die Stellung, die der Reichsausschuß der Deutschen Volkspartei zu dieser Frage ein­genommen hat, durchaus richtig war. Es war für uns voll­kommen unmöglich, auf den Mann zu verzichten, der uns im Wahlkampf führen sollte, ohne daß eine Sicherheit dafür be­stand, was nach dem Verzicht kommen wird. (Lebh. Zustim­mung.) Dr. Jarres hat sich im ersten Wahlgang vorzüglich geschlagen und das Vertrauen, das wir in ihn setzten, durchaus gerechtfertig. (Stürmische Zustimmung.) Es war richtig, daß die Partei bis zum letzten Augenblick an Jarres festgehalten hat. Das war sie sich selbst, das war sie Jarres, und das war sie den guten Aussichten seiner Kandidatur schuldig. (Lebh. Zu­stimmung). Wir haben dann die Kandidatur Hindenburg unter­stützt, und ich bin überzeugt, daß die Deutsche Volkspartei bis zu ihrem letzten Wähler für Hindenburg an die Wahlurne gegangen ist (Lebh. Zustimmung.) Wenn das Ljusland zu­nächst von der Wahl Hindenburgs inneu- und außenpolitische Störungen befürchtet hat, so ist diejenige Presse in Deutschland dafür verantwortlich, die im Ausland den Eindruck erweckt hat, als wenn eine solche Gefahr bevorstände. (Lebh. Beifall.) In­zwischen hat sich auch das Ausland davon überzeugt, daß Hinden bürg nichts anderes will als eine Politik des Friedens auf der Grundlage der Selbstachtung nach außen. Findet sich das deut­sche Volk unter der Führung seiner höchstes Vertrauen aus- strahlenden Persönlichkeit in diesen Grundgedanken zusammen, so liegt daran die stärkste Unterstützung der deutschen Politik nach außen und innen. (Stürmische Zustimmung.) Dr. Strese­mann streifte dann auch die Frage der Aufwertung. Die Par­tei müsse ihrem Abg. Dr. Wunderlich dankbar sein, daß er konsequent die mittlere Linie verfolgt habe, auf der man die Frage der Aufwertung allein lösen könne. (Lebh. Zustimmung). Jn bezug auf die Wirtschaftspolitik führte Dr. Stresemann aus daß es sich hier darum handele, das Primat der Politik vor dem Berufsinteresse durchzusetzen und den richtigen Ausgleich zwischen dem wirtschaftlichen Einzelinteresse und dem Gesamt­inleresse des Staates zu erreichen. Wie schwer das sei, zeige die Einstellung vieler Kreise gegenüber dem deutsch-spanischen Handelsvertrag. Die Regierung sei durchaus bereit, den deut­schen Winzern zu helfen. Der Weg zu dieser Hilfe auch auf zollpolitischem Gebiet gehe aber über die Annahme des Handels­vertrages. Wer also auf diese Gebiete etwas erreichen wolle, der müsse durch Annahme des Handelsvertrages die Möglich­keit schaffen, daß die Regierung die Grundlage für neue Ver­handlungen erreiche. Dr. Stresemann gab seinen Ausfüh­rungen zum Schluß folgende Zusammenfassung: Wir können nur den Weg weitergehen, den wir einmal als den Weg der natio­nalen Realpolitik als Gegensatz zur Jllufionspolitik bezeichnet haben. jch -habe die Empfindung, daß die innerliche Zustim­mung zu dieser Politik weit über unsere Partei nach rechts hinaus Wurzel geschlagen -hat. Wir dürfen über der prakti­schen Gegenwartsarbeit den Zusammenhang mit unserer libe­ralen Staats- und Kulturauffassung niemals vergessen. Unsere ganze politische Ueberlieferung führt uns zu diesen Gedanken. Es ist ganz falsch, von einer Gründung der Deutschen Volks­partei zu sprechen. Die Deutsche Volkspartei ist nicht gegrün­det worden, sondern die Nationalliberale Partei hat beschlossen, unter dem Namen der Deutschen Volkspartei weiterzubestehen. Die nationalen und die liberalen Jbeen, die in der Deutschen Volkspartei wirksam sind, überragen alle Tagesfragen, die uns beschäftigen können. Wir müssen sie als Panier festhalten, das wir der Partei voraustragen, namentlich um die jugend für un­sere Jbeale zu gewinnen. Der Wiederaufbau Deutschlands wird vom Geistigen, und nicht vom Materiellen ausgehen. Wenn wir Fühlung halten mit dem kommenden Geschlecht, dann werden wir erst die Stärke erhalten, um mit dem notwendigen Einfluß und aller Kraft unserem Vaterlande dienen zu können, dem un­ser ganzes Sehnen und Hoffen gilt.

Die Versammelten brachten Dr. Stresemann nach seiner Re­de eine stürmische Ovation dar, die sich immer wieder erneuerte.

Sm Anschluß an die Rede Stresemanns sprach an Stelle des ^bg. Dr. von Campe der Abg. Schwarzhaupt über die Lage Preußens. Er betonte, daß sich das Kabinett Braun gegen­über den verschiedenen Aufgaben bei seiner schwachen Mehrheit nicht werde behaupten können; ebenso sei die Rückkehr der Großen Koalition ausgeschlossen, was die einstimmige Auffas­sung der volksparteilichen Landtagsfraktion sei. Wenn fünf Abgeordnete der preußischen Landtagsfraktion sich bei dem Miß trauLnsvotum der Deutschnationalen gegen Braun der Stimme enthielten, so lagen diesem Vorgang irgendwelche politischen Ab­sichten nicht zugrunde, sondern die betreffenden Abgeordneten waren der Meinung, daß eine Landtagsauflösung, die andern- falls stattgefunden hätte, zurzeit nach den vielen Wahlen un- zweckmäßig sei. Der Abg. Schwarzhaupt vertrat die Auffas­sung, man müßte eine preußische Regierung anstrsben, in der bie Weimarer Koalition durch parlamentarische Minister, die beiden Rechtsparteien durch Beamtenminister vertreten sind.

Sn Anschluß an diese beiden Hauptredner kam es zu einer ausgedehnten Aussprache, in der fast alle Fragen des öffentlichen und praktischen Lebens berührt wurden. Sm Verlauf der De­batte vertrat der Abg. von Egnern den Standpunkt der fünf preußischen Abgeordneten, die sich bei der Abstimmung über den Mißtrauensantrag der Stimme enthalten hatten. Der Reichs- tagsabgeordnete Thiel verwies auf die zu erwartenden großen wirtschaftlichen und sozialen Kämpfe, die nur dann einen glückli­chen Ausgang nehmen können, wenn es gelingt, die gewaltigen Massen des wurzellos gewordenen Proletariats einigermaßen

Amundfens ungewisses Schicksal.

wb. Kopenhagen, 25. Mai. Wie zu erwarten, ist Amund­sens ExpeditionsschiffHobbg" von seiner Erkundigungsfahrt längs der Eisgrenze ohne Ergebnis zurückgekehrt. Jrgenb wel­che Nachrichten, die in jedem Falle nur von derFrain" kom­men können, fehlen vollständig.

Jn Oslo machte sich gestern abend eine leichte Nervosität in Bezug auf Amundsens Schicksal geltend. Gegen 3 Uhr nach­mittags lief nämlich ein Funkspruch von derFram" ein, wel­cher mitteilt, daß die Witterung über dem Polarbassin im Be­griff sei, sich ungünstig zu verändern. Bon der sibirischen Küste wurde ein aufziehendes Tiefdruckgebiet mit Südwestwind ge­meldet, welches den Flugzeugen bei rechtzeitigem Aufbruch nach Spitzbergen zwar mit Rückenwind helfen würde, welches sich aber bei längerem Zögern als Nebel und Schnee zwischen den Pol und Spitzbergen legen wird, jedenfalls bestand noch ge­stern abend für Amundsen die Möglichkeit, die letzten Stunden des guten Wetters auszunutzen und nach Spitzbergen zurückzu- kehren. Wenn Amundsen seine Basis vor Eintritt des Tief­drucks nicht mehr erreicht und -die Wellmanns-Bucht selbst von dem Witterungsumschlag betroffen wird, werden sich die beiden Schiffe an die Eiskante legen, um dort zu kreuzen, ^weil eine Landung auf offener See für die Flugzeuge immer möglich ist.

Diesen ernsten Nachrichtenstellen alle Polarforscher in Nor­wegen und Dänemark ihren festen Glauben an Amundsens Mei­sterschaft entgegen und betonen, daß Amundsen auch den schlimm sten Zufällen durch gründliche Vorberechnung begegnen könne. Jn der Tat ist in seiner Organisation schwer eine Lücke zu ent­decken. Es ist durchaus wahrscheinlich, daß Amundsen versuchen wird, falls das Wetter am Pol wirklich unsichtig wird, an Ort u. Stelle die Sonne abzuwarten, denn er bedarf unbedingt deut­licher Sonne zur zuverlässigen Ortsbestimmung, welche er unter allen Umständen durchzuführen sich bemühen wird, schon weil sie für ihn den stichhaltigsten Beleg für die Erreichung des Pols bildet. Jm Falle einer Maschinenhavarie ist der Rückmarsch zu Fuß bis ins Kleinste organisiert. Die mitgenommenen Le­bensmittel «genügen für 30 Tage und außerdem kann ein so ge­schickter Eiswanderer wie Amundsen südlich des 85. Breiten­grades bereits mit Jagb rechnen. Ein Depot auf Kap Eolum- bia (Grant-Land) reicht für acht Tage, ein Zeitraum der zur Erreichung des weiter südlich gelegenen Forts Tanger genügt, wo außer einem großen Depot und einem Holzhaus sich ein na­türliches Kohlenlager sowie reiche jagdgelegenheit befindet. Der dann mögliche Weg über das Eis des Robefon Lundes nach Grönland wird allerdings im Sommer kaum passierbar sein, so­daß Amundsen auf Gran Land überwintern müßte, bevor er die bewohnten Plätze Et ah und später Thule auf Nordgrönland er­reichen kann.

Mailand, 25. Mai. Wie einem Bericht desLoriere della Sera zu entnehmen ist, hat Amundsen für den schlimmsten Fall, daß ein Aufstieg mit den Flugzeugen vom Nordpol nicht mehr möglich sein sollte, die Rückkehr zu Fuß nach Kap Columbia an der Westküste Grönlands vorgesehen und entsprechendes Kar- tenmateria! mitgenommen. Die Karten stammen von Nansen, der anläßlich der Polarreise Amundsens mit derMaud" La­ger für eine etwaige Rückkehr der Schiffsmannschaften ange­legt hatte. Bei Kap Tolumbia und Richardson hatte bekannt­lich auch Admiral Pearg Lebensmittellager angelegt. Der Rück weg würde von hier den Eisbänken längs der Küste zum Hafen Discooerg folgen, wo Pearg im Jahre 1901 überwinterte, und dann längs des Kenndg-Kanal nach der Westküste Grönlands und über die Kanebecken bis Et ah, wo sich die nordwestliche Eskimo-Ansiedlung befindet. Vom Nordpol bis hier müßte die Expedition zu Fuß unter großen Schwierigkeiten beinahe 600 Kilometer zurücklegen. Jm Hafen von Discoverg auf Grant- land würde Amundsen überwintern, wenn das Eis der Buchten und Kanäle eine Fortsetzung der Wanderung vor dem Winter nicht gestatten würde. 'Unter Umständen wäre die Rückkehr auch in der Richtung auf Spitzbergen möglich, wo die Begleitschiffe noch sechs Wochen lang warten, und wo sich längs der Küste viele Hütten von WalfischfänDern befinden, die gewöhnlich dort überwintern.

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wb. Berlin, 25. Mai. Nach dem derB. 5" heute von Bord derFram" zugegangenen Funkspruch sind die Wetter- I aussichten in Nordspitzbergen heute besser als gestern, obwohl

wieder Bewölkung herrscht. Angesichts der guten Si*f Haltnisse werden die Bedingungen für den Nückflna 91 Jens als günstig bezeichnet. Nach- Meinung der Meteor herrscht über dem Polargebiet immer noch gutes Wett ° sich jedoch seinem Ende nähert. Zurzeit gilt der Nürkflu ' ^5 günstigem Winde für möglich. Wahrscheinlich wird iebnrh3? ter unsichtiges Wetter eintreten. '^a-

Jn Paris ist man, wie nach Newgork gedrahtet mirh Ansicht, daß selbst, wenn Amundsen sich auf das Cap gerettet haben sollte, man ungefähr ein Jahr ohne Aacb"^ von ihm bleiben müßte, da die nächste 5unkenJtatioy 900 Meter von dort entfernt ist, und dieser Weg von Fuß zurückgelegt werden muß. "

Die erste Meldung nach der Amundsen am Nordpol bereit die norwegische Flagge gehißt haben soll, ist auf eine Falschs Meldung eines norwegischen Schiffes zurückzuführen, bas sich jener Zeit gerade in der Nähe von Spitzbergen befand. 2

Da die Flugzeuge am Freitag mittag nicht jurückgekebrt sind, hat also der Flug ohne Landung nicht durchgeführt werden können. Die Möglichkeiten sind -jetzt folgende:

Der günstigste Fall: Llmundsen hat den Nordpol erreicht eine Lau dungsmöglichkeit gefunden und ist glücklich gelandet Dabei kann man aber noch nicht übersehen, -ob -er mit ben schweren Maschinen auch wieder starten kann, da der Start viel schwerer ist, als die Landung. Die Flugzeuge sind zwar auch mit Skiern versehen. Es ist aber auch möglich, -daß es ungün­stige Witterungsverhältnisse sind, die die Rückfahrt um viele Tage verzögern. Man kann schließlich auch annehmen, bajf Amundsen wesentlich gute llnterisu-chungsmö-glichkeiten gefunden hat, so daß er längere Zeit am Pol bleibt. Diese letztere An­nahme teilt z. B. der erfahrene Polarforscher Peter Frenchen. Gelingt indessen der Wiederaufstieg nicht, so muß die Expedition den Fußmarsch nach Tap Tolumbia antreten, eine Strecke omi 750 Kilometer. Nach Kapitän Gottfred Hansen, dem Chef des dänischen KreuzersHejm-dal", der Amundsens Expedition 1919=20 mitmachte, wurde ein Depot auf Kap Columbia er­richtet. Der Weg ist sehr beschwerlich und geht durch viele offene Gewässer. Doch bei Amundsens Sachkenntnis und Ener­gie, und da die Expedition mit Schiffs- und Segelboottuch aus­gerüstet ist, glaubt Kapitän Hansen, daß Amundsen in diesem Falle bas Kap Columbia erreicht und von dort Alasca im Lau fe eines Jahres erreichen kann.

Der weniger günstige Fall ist, daß die Flugzeuge sich im Schneesturm, mit dem -auch gerechnet werden muß, verflogen haben. Da die direkte Strecke hin und zurück 2200 Kilometer beträgt, und die Flugzeuge nur für 2600 Kilometer Benzin bei sich führen, kann ihnen bei größeren Umwegen das Benzin aus- gehen, wodurch sie zur Canbung gezwungen werden könnten. Es kommt darauf an, wo und ob sie glücklich landen können und ob von dort aus der Fußweg möglich ist.

Der schlimmste Fall ist natürlich eine.Havarie, bei k« die Flugzeuge, "'Rëttungsmaterial und vielleichl auch 211enjcben ver­loren sind. Alles dieses sind jedoch Anna-hmen nach deurL» teilen der besten Polarkenner. Das Schicksal der Expedition ist jedenfalls noch vollkommen unbekannt.

Jn den nächsten 14 Tagen, während deren man die Strecke mit Flugzeugen zurücklegen kann, werden nur die beiden Expe­ditionsschiffeFram" undHobbg" Nachrichten über die Un­ternehmung bringen können. Von den Karten, die die Flieger mitgenommen haben, ist in jeder Maschine eine Karte über die Rout-et von Kap Columbia nach Thule, an der Westküste von Grönland. Diese Route werden sie gehen wenn die Flugzeuge bei der Landung zerstört werden. Sollte Amundsen gezwungen sein -diesen Weg einzuschlagen, so wird wahrscheinlich keine Nachricht vor dem Spätsommer an uns gelangen.

wb. Oslo, 26. Mai.Morges Handels Og Sjoefarts Ti­de nde" meldet über Amundsens Polflug aus Spitzbergen: Das arktische Gebiet wird oon Sturm bedroht, der Amundsen zur Jo* fertigen Rückkehr zwingen wird, falls er dazu imstande ist. Zur heute rechnet man mit Schnee und Nebel.

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Aus heu Parlamenten.

Die bagertfd>en Volksgerichte im Reichstag.

Von unserem parlamentarischen Mitarbeiter wird uns aus Berlin vom 25. Mai geschrieben:

Jn der heutigen Sitzung des Reichstages kam es ?u ^11^ interessanten Aussprache über bas Wiederaufn-ahmeveN^ gegenüber Urteilen der bayerischen Bolksgerichte. Die 11 ist bereits im Rechtsausschuß gründlich erörtert worden, u dieser hat dem von sozialdemokratischer Seite eingebrachtem setzentwurf, der das Wiederaufnahmeverfahren verlangt, zug stimmt. Gleich bei Beginn der Debatte wurde das <SeJe ? ° dem bayerischen Staatsrat Dr. von Nüßlein lebhaft bekamp > mit dem Hinweis darauf, daß die Reichsgesetzgebung m L1 Frage, wo es sich um ein bayerisches Reservatrecht handele, n zuständig sei. Diese Auffassun-g wurde aber in deru$)pl nur von den Deutschnattonalen und der Bagerischen i ° P ,{ tei unterstützt. So gelang es nicht, den bayerischen p aufrecht zu erhalten, denn die Demokraten, Sozial-. ^ und Kommunisten sowie Professor Dr. Kahl von der ^ n Volkspartei, der freilich nur für seine Pevson IPJary ^Z das Gesetz zum Siege. Auffällig war, daß das Fen 1 - in dieser Frage gespalten ist, an der Aussprache sich u teiligte. So wurde dann der Gesetzentwurf mit den .^ der Demokraten, Sozialdemokraten, Kommunisten, ei-nei W des Zentrums und zweier Mitglieder der Deutschen jo - ^

angenommen. Fu der Angelegenheit ist zu bemerken, - ^, bayerischen Volksgerichte seit einem halben Jahre beiu - ^ gehoben sind und daß es sich bei dem neuen Gesetz nur ^., handelt, ein Wiederaufnahmeverfahren solcher Urteile « zuführen, die von den ehemaligen Volksgerichten getan den sind.