Einzelbild herunterladen
 

Hessische Morgenzeltung

Fuldaer Kreisblatt, Anzeiger für Rhön und Vogelsberg, Fulda- und Haunetal

Mâw^wog" aw<w wSchmMch 6 mal, (aaB« Mont-gr). Gotmtags öajttgen: Du 7 yfpattent Millinutn-kil- 0.04, aaströrte 0,07 Rmtrnnart Dit 92 mm

i, /Ä. 3. m Sito. Bkj-g.preil«: Durch du Post bq-z«, m-m-Uich 1-50 Xtnitwn. FLk Ölt Volksgemeinschaft --- FÜk VSN Ständefrieden krite SUBirnd« RâmviU total 0,30, ausmärts 0,40 Kenlmmart. Bd Wuderchân«

aöf^slegsl^ Postgedührcil. Sri 3uptflung durch unsere Träger monaülch 1.75 Rentenwert. Satatt Popstheckronto Frankfurt a. M. 28012. Fulda, Kanalftratze 44. Fernfprecher 113.

Etn^sprois 10 Eoldpfg.

Summer 119. Sonntag, den 24. Mai 1925. 59. (2.) Zahrgaag.

.....&*&*^^ --. -. - ^: ' - "-"'^-.- '........--........."= ' V ^^

Ste BertastungSveMlüge des deutschen Retchs Snnenmintsters.

Berka, 23. Mai. (Sig. SuformatiousdleW.-Lelegr.) Wie wir höre«, hat Las AeichsinnemmmsterillM bereits den Entwurf veaer Verfasiuugsbestmuuungen über die Rechte der Länderre- gienmgeu ausgearbeitet. Diese Vorschläge, die eine Rourege- laag der Bezichungen Mischen Reich und Ländern vorsehe«, nehmen den wichtigsten Raum in den vorgesehenen Berfasimngs- rosormeu ein. Die Frage der Aenderung der Reichssarben ist noch Gegenstand von vorbereitenden Beratungen. Der Mini­ster beabsichtigt, vor der Ausarbeitung einer Vorlage mit den Reichstagsparteien in Fühlung zu treten. Dagegen soll schon im Suni ein Gesetz über die Auslösung des Llaatsgerichtshoses zum Schutze der Republik dem Reichstag vorgelegt werden. (Siehe hierzu auch den heutigen Artikel au leitender Stelle. D. Red.)

Semolratische Anfragen an den Reichskanzler.

Berlin, 23. Mai. (Lig. Snsormaüousdienst.-Lelogr.s Wie wir von parlamentarischer Seite erfahren, will die demokratische Reichstagssraktion in den nächsten Lagen eine Reche von An­sragen dem Reichskanzler über die vom I Reichsinuemoinister Schiele angekündigten Versassungsäwderuugeu berichten. Su den demokratischen Kreisen legt man einer Stellungnahme des Kauz lers, namentlich zu der Streitfrage um die Reichssarben große Bedeutung bei.

Eine englische Anfrage in Berlin wegen der Sicherheitsfrage.

Berlin, 23. Mai. (Lig. 2nformationsdienst.-Lelegr.) Die englische Regierung hat, wie wir hören durch den englischen Botschafter in Berlin, die Ansrage ergeben lassen, ob die Reichs regierung gewillt sei, in der Sicherheitssrage ein neues Memo­randum auszuarbeiten, falls von den alliirten Regierungen ergän zende Anregungen Deutschlands gefordert werden sollten. Man nimmt daher in Berlin au, daß die Sicherheitsfrage doch noch bei den kommenden Verhandlungen eine Hauptrolle spielen wird.

Amerika und die deutschen Zolllarisvorschläge.

wtb. Aewgork, 23. Mai. Zunkspruch. telef. Wie die Associated Preß aus Washington meldet, wurden dort die neuen deutschen Zollvorschläge mit einer unformellen, jedoch offiziellen Darlegung der Regierung veröffentlicht, in welch letzterer es heißt, daß die vorgesehenen Zollsätze durch internationale Ver­handlungen abgeändert werden könnten. Beamte des Handels­ministeriums haben einen Auszug der vorgeschlagenen Aeuder- ungen herausgegeben, in denen augedeutet wird, daß die für die amerikanischen Produzenten befürchteten Schwierigkeiten in verschiedener Hinsicht geringer sei« könlen als angenommen werde.

DasSournal of Lommerce" sagt in einem Leitartikel über die neuen deutschen Zolltarifvorschläge, Amerika sei am meisten interessiert an der Auswirkung des vorgeschlagenen Zolles auf Automobile. Die Vereinigten Staaten würden ebenfalls jdie

Die angekündigten Verfassungsreformen.

Die Ankündigung des Meichsinnen ministe rs Schiele, wo-

t für die in Aussicht genommenen Verfassungsänderungen ein I and,ger Verfosfungsausschuß eingesetzt werden soll, hat in en parlamentarischen Kreisen einige Beunruhigung Heroorge- rufen. ön dem Lager der Mittelparteien wird die Frage aufge­worfen, ob die Neichsregierung von sich aus überhaupt die Sni- tiative ergreifen könne, um Verfassungsänderungen durchzuführ- ven. Von rechtsstehender Seite wird diese Frage ohne Vorbe­halte bejaht, indem man darauf hin weist, daß die früheren Re­gierungen wiederholt verfassungsändernde Gesetze mit Zustim- wung des Reichstages erlassen haben. Sm übrigen aber wird allgemein angenommen, daß sich das Kabinett Luther Zeit lassen und^die Pläne des Re ich sinnen Ministers noch einer sorgfältigen Prüfung unterziehen werde. Sn den demokratischen Kreisen will man wissen, daß Reichskanzler Dr. Luther den von dem Kilmister Schiele angekündigten Verfassungsänderungen durch- es ^W^rscheinlich ablehnen werde, die parla- ^ verwirren. Einzig und allein die von den Auslicb^'^â^ . ^Wünschten Verfassungsänderungen hätten werden ' "^^ökabinett und Reichstag angenommen zu färben 'n». wurde der Plan auf Aenderung der Reichs- ufhebung der Gesetze zum Schutze der Republik auf

Wirkung der Zölle auf Getreide und Fleifchware« empfindlich verspüren, aber das scheine kein triftiger Grund zu sein für einen Einspruch der Regierung mit der Begründung, daß die neuen Zölle die Zusicherung der Meistbegünstigung verletze.

Die Eröffnung der deutschen Verkehrs- ausffellung in München.

wL. München, 23. Mai. telef. Die am 30. Mai vor­mittags 10 Uhr flattfindeude Eröffnungsfeier der deutschen Verkehrsansstellung wird durch ein Testspiel von Eugen Roch eingeleitel, das den Verkehr als den Herrn der Welt preist. Su der riesigen Halle, in der, der Begrüßungsabeud auläßt. der Ein wechung des Deutsche« Museums staltfand, wird die Feier ab- gehalte«, zu der Vertreter des Reiches, des bagrischen Staates der Sudnstrie und des Handels erwartet werden. Der bage- rische Staat wird durch Minist erpräsDent Held die Gäste be­grüßen. Der oberste anwesende Vertreter de^s Reiches wird so­dann die Ausstellung feierlich eröffnen. An den Festakt schließt sich mue Führung an, die mehr als Mei Stunden dauern und durch die Haupträume des weitverzweigten Geländes gehen wird. Der Münchner Vriestaubenverein wird 1 500 Brief­tauben, die von auswärts nach München geschickt werden, auf- fliegen lasten, damit sie in raschem Fluge draußen im Reiche, be­sonders in chrer Heimat, in Frankfurt dm Main, die Eröffnung der Ausstellung melden.

Ein neues Erdbeben in Japan.

wtb. London, 23. Mai. telef. Aach einer Reuter-Mel­dung aus Osaka wurden die Einwohner von Osaka fund Kote heute morgen durch ein heftiges Erdbeben heimgesucht. Schwer betroffen wurden durch das Erdbeben die Provinz Latjima und die japanische Küste. Nach den bisherigen Meldungen sind über 200 Häuser eingestürzt. 2« der Stadt Lojo-Oka in der Feuer ausbrach und in anderen Städten, wurde beträchtlicher Schaden angerichtet. ' ' *

Mit dem Fallschirm tödlich verunglückt.

München, 23. Mai. (Priv.-Lel.) Der Fallschirmflieger Artur Gerst ist gestern auf dem Flugplatz Schleißheim bei einem Versuch, mit seinem Fallschirm aus einer Höhe von 450 Metern abzuspringen, verunglückt. Der Karabiner, der den Fallschirm mit dem Gürtel Gersts verband, blieb am Flugzeug hLugeu. Der Gürtel riß und Gerst stürzte in die Liefe.

Neue Wendung in der Eicheeheitsfrage.

Von unserem Berliner Vertreter wird uns aus Berlin vom 23. Mai geschrieben:

Die Erörterungen über die Sicherheitsfrage beginnen wie­der in den Vordergrund zu treten. Während noch vor wenigen Lagen auf Grund der Aeußerungen französischer diplomatischer Kreise in Deutschland der Eindruck entstanden war, als beab­sichtige Frankreich die Sicherheitsfrage dilatorisch zu behandeln und vor der Regelung des Entwaffnungskonflikts keine ^ernst­hafte Prüfung der deutschen Vorschläge vorzunehmen, ist jetzt durch einen Schritt Englands das Sicherheitsproblem in einer ganzen entscheidenen Bedeutung wieder aufgerollt worden. Sm

Widerstand der Linksparteien stoßen. Die von dem Reichsinuen- minister angeschnittene Frage einer Aenderung der Reichsfar­ben dürfte übrigens zu Verhandlungen zwischen den Parteien führen. Sn volksparteilichen Kreisen erklärt man nämlich, daß eine solche Frage nur auf dem Wege einer Verständigung zwi­schen den Rechtsparteien und den Weimarer Parteien gelöst werden könne. Man werde sich mit dem Zentrum und den Demokraten und sogar mit der Sozialdemokratie an den Ver­handlungstisch setzen, damit der Flqggenstreit nicht in der einen oder anderen Form verewigt werde. Von deutschnationaler Seite wird nachdrücklich betont, daß die Rechtsparteien ihren ganzen Einfluß mufbieten werden, um die Verfassungsänderungen -urchrusetzen. Selbst von demokratischer Seite müsse zugegeben werde, daß die von dem Reichsinnenminister vorgeschlagenen Verfassungsänderungen durchaus in keinem Zusammenhang mit der FrageRepublik oder Monarchie" ständen. Die deutsch- nationale Partei sei entschlosien, den Kamps um die Verfassungs änderungen mit aller Entschiedenheit u. mit allen Kräften zu füh­ren. Sm übrigen sind sich die hinter der Reichsregierung stehen­den Parteien darüber einig, daß eine Reihe von Verfassungs­änderungen zweckmäßig und notwendig sind.

Berliner Auswärtigen Amt liegen sogar Mitteilungen der deut­schen Botschaft in London vor, aus denen hervorgeht, daß die Diskussion, über den Garantiepakt gegenwärtig sowohl in Lon­don als auch in Paris einen überaus regen Umfang angenommen hat. Namentlich in England ist augenblicklich .nur noch von dem Friedenspakt die Rede, sodaß die französische Regierung sich jetzt genötigt sehen dürste aus der bisher geübten Zurückhaltung herauszutreten. Die englische Regierung hat sich übrigens die französische Forderung zu eigen gemacht, wonach die Beteiligung Deutschlands am Völkerbund Vorbedingung für die Durchfüh­rung des Garantiepaktes sei. Dieengl. Diplomatie hat sogar ein ganzes Programm aufgestellt, ^das gegenwärtig von deutscher Seite eingehend geprüft wird. Zum Teil decken sich die eng­lischen Auffassungen mit dem bereits von der Reichsregierung geäußerten Standpunkt. Ramentlich in der Frage der Ostgren- zcn, die bei den kommenden Erörterungen eine wesentliche Rolle spielen werden, ergibt sich volle Uebereinstimmung zwischen Ver lin und London. Es zeigt sich daher, wie völlig abwegig es war, wenn in der ausländischen Presse behauptet wurde, die Reichs­regierung stehe im Begriff, ein neues Sicherheitsprogramm aus­zuarbeiten, das die Ostprobleme in Rechnung stelle. Wie wir hören, denkt die Reichsregierung nicht daran, über diese Frage mit den Westmächten zu diskutieren. Sie hält daran fest, daß Deutschland im Osten seine Handlungsfreiheit behalten muß. Nach Lage der Dinge ist zu beMeifeln, ob in der Sicherheits­frage schon jetzt eine Verhandlungsgrundlage gefunden werden kann. Aus dem Vorgehen der englischen Regierung geht aber hervor, -daß es niemals zu einer wirklichen Beseitigung der noch bestehenden Konfliktstoffe kommen wird, wenn nicht in ab­sehbarer Zeit ein Pakt zwischen Deutschland und den Westmäch­ten getroffen wird. Die Aeußerungen des italienischen Minister­präsidenten Mussolini über die Leilnahme Italiens am Sicher­heitspakt werden zum Leit von den Berliner Regierungskreisen absolut sympathisch beurteilt. Abgesehen von den bedauerlichen LNeinungsverschiedenheiten, die jetzt in der Frage des Anschlusses Oesterreichs an Deutschland durch die Erklärungen Mussolinis gejcyaffen worden sind, erscheint es der Reichsregierung für durchaus opportun, wenn Stallen erklärt, an dem Garantiepakt teilnehmen zu wollen und wenn Mussolini von einem Fünfmächte- Abkommen spricht. Die Reichsregierung hält ein Fünfmächte- Abkommen für durchaus zweckmäßig, ist aber der Meinung, daß die Grundlagen des Paktes sich in der Hauptsache auf die Festlegung der deutschen Westgrenzen beziehen. Wenn Stallen als Garantiemacht tellnehmen wolle, so würde dadurch lder Wert des Abkommens zweifellos erhöht werden. Sm übrigen bestehen zwischen Deutschland und Stallen absolut gute Beziehungen, so­daß die italienischen Wünsche kaum ipgendwelchen Komplikatio­nen herorrufen würden. Allerdings müsse Stallen seinen Stand­punkt in der Anschlußfrage ganz entschieden revidieren. Mit der Frage, ob Deutschland durch seinen Eintritt in den Völker­bund eine Vorbedingung für das Zustandekommen des Garantie Paktes erfüllen müsse, hat sich die Reichsregieruug überhaupt noch nicht beschäftigt. Es bleibt abzuwarten, ob die alliierten Regierungen tatsächlich eine solche Bedingung an Deutschland stellen werden. Sollte dies der Fall sein, so würde "dadurch zwei­fellos für die Reichsreglerung eine schwierige Lage geschaffen^ die aber nicht unbedingt mit dem Scheitern der Sicherheitsbe- strebungen gleichbedeutend sein würde. '

Amundsen hat den Nordpol errelcht.

Newgork, 22. Mai. (Europapreß). Amundsen hat den Nordpol erreicht. Die Newgorker Blätter veröffentlichen in Riesenlettern die Nachricht von der glücklichen Landung Amund Jens auf dem Nordpol. Er nahm verschiedene geographische Messungen vor und trat dann den Rückweg nach der Kings- Bag an.

Ueber Abfahrt und Absichten des kühnen Polarforschers unterrichten noch nachstehende Meldungen:

wtb. Berlin, 22. Mai. Nach weiteren Meldungen über ben Rordpolflug Amundsens, die derB. Z." auf radiotele­graphischem Wege von der Kiiigsbag zugingen, war zur Zeit des Abfluges die gesamte, etwa 300 Köpfe starke Bevölkerung Kingsbags am Startplatz anwesend. Die Wetterverhältnisse waren am Tage der Abfahrt gut. Die Wetterkundigen sagen günstiges Wetter für die Flugexpedition voraus.

w!d. Oslo, 22. Mai.Sjoefartstidende" meldet aus der Kingsbag noch zu dem Nordpolflug Amundsens: Die Flieger beabsichtigen auf dem Hin- und Rückflug keine Zwischenlandung vor zunehmen, es sei denn, daß sie dazu gezwungen werden. Die Hobbg" erhielt unmittelbar vor dem Start den Befehl, nord- wärts zu gehen, während dieZram" einige Stunden später folgte. Die Schiffe werden so weit nordwärts gehen, als es bis Eisverhaltnisse gestatten, und nach den Fliegern Ausschau halten. Für die ersten Tage haben die Meteorologen günstiges Wetter do rausgejagt.