Nr. 117
Donnerstag, bw 21. Mai 1925.
MWe Morgenzeuung.
oviviaiu
Beriag: Zulda, Kanalstraße 44
Zer monarchische Gedanke in Deutschland.
Von Dr. v. Drgander,
^^^- der deutschnationalen Reichstagsfraktion.
in einem burd) bie Presse gehenden Artikel hat -er Abgeordnete v. Lindeiner-Wildau den neuen Reichspräsidenten als xjÈÈ Persönlichkeit gewürdigt, die, wie im Krieg, so auch im Trieben die Einheit des deutschen Volkes in sich verkörpere. Ln der Set Hot Hindenburg, der wie kein zweiter von vornherein unverbrüchliche Treue gegen die Vergangenheit und treueste Op/eröerei^choft gegenüber dem neuen Staat harmonisch verband, in seiner Person die Kluft überbrückt, die die Revolution tief in unseren Volkskörper eiugegraben hat und die kein Volk weniger als das deutsche Volk yu tragen vermag.
Wenn es den Kreisen der Linkspresse lediglich aus Stabilisierung verfassungsmäßigen Staates ankäme, sie mühten die Wahl des Teldmarschalls jubelnd begrühen. Kann es sich nicht als stärkste Stabilisierung auswirken, wenn ein Reichspräsident Jem Amt unter einmütiger (Zustimmung derer antritt, die sich mit der Geschichte des alten Staates eng verknüpft fühlen? — wenn die Liebe, mit der diese Millionen an Hindenburg hängen, künftig dem Reichspräsidenten zuteil wird? Kann es nicht zu einer gewaltigen Festigung des heutigen Staates werden, wenn die einzigartige, gegen jede Verdächtigung gefeite Persönlichkeit des deutschen Volkshelden den Eid auf die Verfassung leistet und damit den notwendigen Strich zieht unter die unsagbaren Konflikte, die die Behandlung der Lidesfrage für die besten Kräfte des Staatsdienstes mit sich brachte? Sri lesenswerten Ausführungen machte Laine, der Geschichtsschreiber der französischen Revolution, das Schicksal eines aus der Revolution hervorgegangenen Staates davon abhängig, wieweit es ihm gelinge, die tragenden Kräfte des alten Staates dem neuen dienstbar zu machen. An anderer Stelle fügt er hinzu, daß nach allen Erfahrungen der Weltgeschichte Revolutionen nur dann Erfolg haben, wenn sie sich zu Trägern des nationalen Gedankens machen. Die politische und seelische Stählung unseres Vo! kes für gewaltige Belastungsproben, die die (Zukunft ihm nach menschlicher Berechnung bringen wird, deshalb auch die allmähliche Ausschaltung des aus der Revolution geborenen Gegensatzes, wird meines Erachtens je länger, je mehr die innenpolitische (Zentralaufgabe Deutschlands werden. Hindenburgs Wahl kann auch unter diesem Gesichtspunkt einen Wendepunkt unserer Geschichte eiwleiten, wenn unser Volk für diese Seite der Präsidentenwahl Verständnis aufbringt.
Gerade von diesem Standpunkt erscheint es so bedauerlich, daß der sogenannte Volksblock in der etwas schwierigen Lage, in die er durch die Kandidatur der ebenso überparteilichen wie unangreifbaren Persönlichkeit Hindenburgs geriet, die falsche Formel „Monarchie oder Republik" in den Mittelpunkt des Wahlkampfes gerückt hat. öcß kenne keinen Deutschuationalen, die 5rage der Staatsform in absehbarer (Zukunft für irgendwie akut hielte. Och glaube kaum, daß es viele gibt, die in der Weimarer Verfassung, so verbesserungsbedürftig diese in gärender Heit entstandene Verfassung naturgemäß ist, mit den Aus gangspunkt der weiteren verfassungsmäßigen Entwicklung erblickten. Niemand wird bestreiten können, daß es eine ebenso schwere wie unnötige Belastung der äußeren und inneren Lage Deutschlands bedeutet, wenn namentlich die demokratiscye Presse die unsubstanziierte Behauptung daß Hindenburgs Wahl
die ververfassungsmähigen Grundlagen des Staates gefährde, in täglicher Wiederholung in die Köpfe des On- und Auslandes hineinzuhämmern bemüht ist. Auch hier wirkt die gefährliche Neigung gewisser Kreise Deutschlands ,außenpolitisch Ompon- derabilien dem nackten, kahlen Parteiinterefse dienstbar zu machen. Es sollte wirklich zur ,Warnung dienen, daß das jahrzehntelange gewissenlose !Gerede von dem sogenannten preußischen „Militarismus" im Diktat von Versailles und nicht zum wenig sten im Schuldparagraphen eine Quittung erhalten hat, kraft deren das Rheinland den französischen Militarismus kennenzulernen den schmerzlichen Vorzug hat.
Wie es in unseren Kreisen m. L. keinen gibt, der die Troge der Staatsform für akut hielte, so gibt es sicher keinen Deutsch- nationalen, der nicht unter deutschen Verhältnissen in der Monarchie die geeignetere Staatsform erblickte. Gilt dies etwa nur von den Deutschnationalen? Steht es bei der Deutschen oder gar der Bayerischen Volkspartei anders? Warum hat sich das (Zentrum so ängstlich gehütet, zu der Frage der Staatsform jemals programmatisch Stellung zu nehmen? Stehen die Hundert tausende rheinisch-westfälischer Landleute, noch heute größten- teils (Zentrumswähler, der Frage der Staatsform etwa anders gegenüber? Wie würde es mit der Frage der Staatsform aussehen, wenn sie nicht in mehr als einem deutschen Lande Konsessionellen Belastungen ausgesetzt wäre? Wie der (Zusammenbruch Deutschlands längst vor dem 9. November begann und in der Herstörung der Monarchie nur seinen Schluß- und Höhepunkt fand, so kann der Wiederaufbau unmöglich mit der Wiedererrichtung der Monarchie beginnen. Sie kann nur den krönenden Schluh- und Höhepunkt einer sehr allmählichen aufbauenden Arbeit darstellen, einer Arbeit, die sich nach menschlicher Berechnung nur auf dem Boden der heutigen verfassungsmäßig gen Staatsform vollziehen kann. Dah die Geschichte sich niemals wiederholt, dah eine Monarchie der «(Zukunft aus neuen Rechtswurzeln erwachsend, «sehr anders ausfehen würde, als die der Vergangenheit, das wissen diejenigen am besten, die an geschichtliches Denken gewöhnt sind. Krieg und Revolution sind geschichtliche Ereignisse, die sich niemals wieder auslöschen lassen und die für alle formen menschlichen (Zusammenlebens in mehr als einer Hinsicht eine völlig neue Epoche eingeleitet haben.
On diesem Sinne hat der monarchische Gedanke seit 1918 einen gewaltigen Eroberungszug in Deutschland gehalten. On diesem Sinne hängen auch unter den Wählern von Marx viele ihm an. Durch jede der zur Gewöhnung gewordenen Regierungskrisen durch die offenkundigen Schwierigkeiten klarer, stabiler Mehrheitsbildungen in unseren Parlamenten, durch jede rein parteiliche Aemterbesetzung, nicht zuletzt durch die grobe und sehr unkluge Ompietät weiter republikanischer Kreise gegen unsere nationale Vergangenheit werden ihm die Wege gebahnt. Och zweifle nicht, daß er heute schon die Mehrheit des deutschen Volkes hinter sich hat. And noch mehr: Während des >WahI- kampfes jährte sich zum drittenmal der Todestag der deutschen Kaiserin. 'Wer an jenem lautlosen Gang durch die friederizia- nischen Gärten Potsdams teilnahm, auf dem wir ihren Sarg »der letzten Ruhestätte zuleiteten, der weiß, daß die Ehrfurcht gegenüber unserer ruhmreichen Vergangenheit, die Pietät gegen den alten Staat und das mit ihm Jo eng verknüpfte Königshaus der Hohenzollern nicht, wie die Linkskreise es gern darstellen, Sache der politischen Demonstration, sondern für Millionen unseres Volkes tiefste, innerste Herzensempfindung ist, die mit akuten politischen Forderungen nicht das mindeste zu tun hat.
Aber auf der anderen Seite sind die grundsätzlich monarchisch gesinnten Kreise in ganz anderer Weise, als es in den ersten Oahren der Tall war, und der Tall sein konnte, zur Bejahung des heutigen Staates gelangt. Och weiß, daß sehr bekannte Sozialdemokraten zustimmen, wenn ich sage, daß es nicht die Besten waren, die in der Nacht vom 9. zum 10. November IBS ihr republikanisches Herz entdeckten. Om Staat, so wie er ist, sehen jene monarchischen Kreise heute ihren Staat. Mit der Staatsgejinnung, zu der der Staat der Hohenzollern sie erzog und zu der die Sozialdemokratie nach ihrer Vergangenheit wie nach ihrer programTnatischen Einstellung doch nur allmählich gelangen kann, lieben die diesen Staat, auch wenn er ihnen in vieler Hinsicht nicht gefällt. Wäre es anders, hätten sie dem Teldmarschall das Opfer seiner Kandidatur gar nicht zumuten dürfen. An der Entwicklung dieses Staates und seiner Verfassung positiv mitzuarbeiten, sind sie berechtigt und verpstich- tet zugleich. Das gilt um so mehr, als diese Kreise nicht nur zahlenmäßig, sondern auch qualitativ über eine Stärke in Deutschland verfügen, die es völlig ausschließt, die ungeheure Aufgabe des Wiederaufbaues ohne ihre Hilfe durchzuführen.
0n m. E. zweifelsfreier Abweichung von der bisherigen offiziellen (Zeutrumspolitik hat der Reichspräsidentschaftskandiöat der Weimarer Koalition Dr. Marx die Forderung erhoben, es genüge nicht, „sich auf den Boden der Verfassung zu stellen". (Zur Tührung kämen in Deutschland nur Kreise in Betracht, denen die republikanische Verfassung Herzenssache sei und die die Verfassung für immer als die für Deutschland gegebene betrachten. Er ist damit weit über die Interpretation hinausgegangen» die sozialistisch (geleitete Kabinette in Reich und Staat den Ver- fassungssiden gegeben haben und die bestimmungsgemäß jedem Beamten bei der Vereidigung vorzulesen ist. Lr 'hat zugleich eine Forderung erhoben, die mit ihrem Eingriff in das unkontrollierbare, höchst persönliche Empfindungsleben schlechterdings unrealisierbar und die weder mit der Verfassung noch mit dem jugendlichen Alter des doch noch stark mit Kinderkrankheiten kämpfenden neuen Staates vereinbar ist. Man sollte meinen, daß diejenigen seiner Wähler, die einer Oahrhunderte alten Monarchie diese Herzensstellung versagten, einer derartigen Forderung am wenigsten zustimmen können. Will die Republik die Herzen erobern, Jo müssen zunächst ihre Leistungen danach sein, so muß sie insbesondere ein Beamtentum und eine Verwaltung sich schaffen, die denen des alten Staates mindestens ebenbürtig find. Das „für immer“ aber sollte man getrost Gott und der Geschichte überlassen. Die Nöte sind groß, die Aufgaben des Tages drängend genug, um die Einheit unseres Volkes nicht überflüssigen Belastungsproben auszusetzen, wie man es in der Zlaggenfrage leider schon getan hat.
Hindenburgs Wahl bedeutet eine gewaltige Testigung des deutschen Staatslebens. Sie umgibt das Amt des Reichspräsidenten mit einem Glanz, den kein anderer ihm zu geben vermocht hätte. Sie macht Schluß mit der Revolution und sie wirkt wie ein Signal in Anpassung an die Verhältnisse einer völlig neuen, durch Krieg und Revolution gewaltig umgestalteten (Zeit die Kräfte Deutschlands zu sammeln zu positiver Arbeit am Wiederaufbau unseres Vaterlandes. Die deutsche Kaiseridee aber bleibt lebendig in Millionen deutscher Herzen nicht als Belastung des Treu Verhältnisses zum heutigen Staat, sondern wie einst in den Tagen der Väter als unentbehrlicher Bestandteil jenes großen Kapitals sittlicher Kraft, das wir wirksam machen müssen, wenn Deutschland erneut und befreit werden soll.
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Das GM des Soldes.
Erzählung von Hans Hülfe«.
8. Fortsetzung.
Zweites Kapitel,
i n de m e in Om p r es sa iro um se i ne G lau zu umme r gebracht wird.
Der Erfolg bewies, daß es eine glückliche Odee des Managers Samuel S. Sigmanns war, den angeblichen Schiffsleut- mant Brighton für eine Turnee durch die Varietes Englands und des Kontinents zu engagieren. Ueberall drängen sich die Menschen, den Auglücklichen zu sehen, der den furchtbaren Untergang des Riesendampfers miterlebt hatte.
Mr. Symann erschien auf der mit britischen und amerikanischen Flaggen dekorierten Bühne, und während auf dem weißen Hintergründe ein Film die Torpedierung der „Tolumbia" vor- führte (es konnte aber auch ein anderer Dampfer sein, mlau nahm das nicht so genau), stellte er dem Publikum den aus dieser Katastrophe geretteten Leutnant Elevelaud Brighton vor, der in seinem zerschlissenen Anzuge, mit bloßen Füßen auf einem ötuhle hockte und dem eine aufgestülpte Perrücke und ein angeklebter Bart einen außerordentlich wilden und romantischen An strich verlieh.
Mr. Slymann schilderte in beredten Worten, wie der Unglücklich auf einer Schiffsplanke tagelang von den Wogen umhergeworfen wurde, wie er schließlich an den Strand einer öden Klippe nahe Osland geriet und sich dort, von allen Menschen geschieden, jahrelang von rohen Möveneiern nährte.
Der beredtsame Manager legte seiner Phantasie keine (Züge! an, — er ließ, als wäre er dabei gewesen, ^am Horizonte Schiffe mit schwarzer Rauchfahne vorüber ziehen; die aber das winzige Notsignal des Schiffbrüchigen, eine an der au fgerichte- ten Schiffsplanke befestigte Weste, nicht bemerkten, — er schü- verte, wie eines stürmischen Herbsttages der Wind dem Unglück- Wn auch dies Kleidungsstück wegrih, und wie Mr. Brighton allen Unbilden des Winters ausgesetzt und hoffnungslos, auf der betreffenden Klippe zurückblieb.
bewegten Worten berichtete er, wie die Summe des te ^ Hoffnungslosigkeit endlich die geistigen Kräf- riaer^^» 'âg^u Mannes gebrochen, wie er in fechsjäh- Stufo die Sprache verlernt und schließlich auf die Zurückgesunken — wie endlich ein fürchterli- er, das die kleine önfel überflutete, ihn fortgerissen
und an den isländischen Strand getragen habe, wo mitleidige dänische Tischer sich des Schiffbrüchigen erbarmt und ihn auf- gelesen hätten. . . .
Er forderte das Publikum auf, stehend die englische Hgmne zu singen, und veranstaltete zum Schluffe eine Sammlung für den unglücklichen Mr. Brighton, deren Ertrag 'natürlich in seine, M. Samuel 8. Slymanns, große Tasche floß . . .
Die „Nummer" weckte überall, wohin man auch kam, das größte Onteresse, und Mr. Slymanns Geschäft ging vorzüglich.
Er hatte nun ganz England von Schottland bis Wales ab- gegrast und dachte gerade daran, sich mit seiner .Spezialität" nach Trankreich zu begeben, und auch dort die Tränendrüsen der Damen in Bewegung zu bringen und seine Geldtasche zu füllen --da passierte jene 'Katastrophe, die nicht nur das Geheimnis des rätselhaften Leutnants Brighton löste, sondern zugleich ein anderes Rätsel — deren Wellenringe, wie wenn ein schwerer Stein ins Wasser geworfen worden wäre, in die (Zeitungsredak- t'ionen, die Börsensäle, die Banken, die Versicherungsgesellschaften, die Reedereien und in die Büros der Admiralität liefen ... .
„Es war," schrieb eine große Tageszeitung in ihrem Bericht über das, was an jenem Abend in Glasgow geschah: „es war, als ob Sargdeckel aufsprängen und Männer, die wir längst verstorben geglaubt, wieder begännen, unter uns zu wandeln. .“
Wir wollen kurz den Tatbestand wiederholen, über den zu jener (Zeit alle Blätter ausführlich berichtet haben.
„Es war in der „Alhambra" zu Glasgow — einem Variete- Ltabliffement nicht gerade ersten Ranges und nicht gerade besten Rufes im Hafenviertel.
Alr. Samuel S. Slymann führte soeben seine Spezialität, den „Letzten hleberlebenden der „Tolumbia" vor.
Große Plakate hatten angekündigt, daß dies unwiderruflich das letzte Auftveten des Leutnants Brighton sei, bevor er das Vereinigte Königreich verlasse und seinen Triumphzug durch die Metropolen des «europäischen Kontinents antrete. Auf den Plakaten war, wie immer, der Militärpaß des Mr. Brighton mit der amtlichen Bestätigung seiner Richtigkeit in photographischer Nachbildung reproduziert, so daß jedermann sich überzeugen konnte, daß er sein Eintrittsgeld nicht einem jener Schwindler und Taschenspieler in den Schoß warf, wie sie die Varite-Bühnen leider Gottes bevölkern . . .
Die gewaltige Reklame, mit der der Manager nicht geizte, hatte den weiten Saal bis auf den letzten Platz gefüllt.
Es war «nicht gerade das feinste Publikum, bas sich hier drängte — es waren zumeist Matrosen, Hafenarbeiter, Steuerleute und bestenfalls Kapitäne der im Hafen liegenden Schifte
aller Nationen. Sie faßen und tranken ihren Whiskg und starr ten hinauf zu der niedrigen Bühne, auf deren weißem Hintergründe eben der Silm von der Torpedierung der „Tolumbian" unter den Klängen der amerikanischen Hgmne ab zu rollen begann. Matrosen eines amerikanischen Transporters die nicht mehr beim ersten Glas waren und sich offenbar auf diese «Weise für das Ory America entschädigten, sangen laut und johlend die Melodie mit . . .
Rn dem vordersten Tische saßen zwei Männer in Seemanns- unrform, ein älterer und ein jüngerer. Der Jüngere war, nach seinem Gesichtstgpus und dem rötlichen Haare zu urteilen, ein Orlander. Lr hatte einen Grog vor sich und rauchte feine kurze Pfeife, mbem er blaue Rauchwolken aufgeregt aus dem Mund- roinkei stieß.
„Da kommen fiel" sagte er.
And wtrklich: auf der mit den britischen und amerikanischen Farben dekorierten Kulisse trat Mr. Samuel 5. Slymann, er vor sich hinstarrenden „Leutnant Brighton , er brachte ihn zu dem nahe der Rampe ^bl, half ihm beim Niedersetzen und begann alsobald seinen auswendig gelernten Vortrag.
Rabies and gentlemen", sagte er mit seiner öligen, routi- ^mâ, — und er erzählte, was er schon hundertmal er aßlt bie Geschehe des unglücklichen Schiffsleutnant Tle- veland Brighton, «der mit der „Tolumbian« in den Grund gebohrt wurde und nach unerhörten Abenteuern, wie sie die Phantasie eines Sules Verne nicht ersinnen könne, sechs volle Oahre nach dem Untergange seines Schiffes an die Küste von Osland geworfen wurde.
Er ließ sich von seiner eigenen Beredsamkeit fortreißen — weil es heute das „unwiderruflich letzte Mal» war —, er ver- st,eg sich zu immer phantastischeren Abenteuern --und merk- l" dem Gesicht dessen, von dem er sprach und log und phantasierte, eine merkwürdige Veränderung, Belebung J H d^ der bisher apatisch zusammengesunkene Mann auf dem Stuhl da vorn mit einem langen stieren Blick
^â^" ^e.hinMterstarrte, wo die beiden Seeleute saßen . daß er unruhig hin und «her rückte, daß seine (Zunge, £ fr™ ^ ^bm, zu lallen begann . . . daß seine ganze Miene sich verzerrte.---
Ein Schrei brach, markerschütternd, in die ölige Rede des Managers.
Tleveland Brighton war vom Stuhle gesprungen.
... '^™ O’SIaterl“ rief er plötzlich — sprang mit einem Satz über die Brüstung und stürfte sich auf den Oren.
(Sortjeßung folgt.)