2 (6), Ehi-ele + 1 (6)- 4. Klasse: Birk + 7 M> ■ L 14% (8), Dr. «Löwenstein + 3% (6), Faulstich II
4 3 (7), Ollmert + 3 W, Schmidt 0 (6). 6$ro- einer Gedenktafel in Fulda. Vom Verein -ehem. und Beamter des früh. Kgl. Proust. -Zeldari. Rgts. ÄolfcenMf (1- Rhein.) Nr. 8 wird uns geschrieben: Am iviud der Verein ehemaliger Offiziere und Beamten 74 uj* Kgl. Preuß. Zel-dartil.-Regts. von Holtzendorff (1. ) Ar. S, dessen Traditionstruppenteil die Hiesiege 2. Bat- Ärtilieriereg-iment 5 ist, für die im Kriege 1914-18 gefalle,Kameraden des alten Regiments van Holtzendorff eine Gedenktafel einweihen. - Bei dieser Gelegenheit findet zum * -âle nach dem Kriege ein allgemeiner Regimentstag statt, -u edm zahlreiche alte 8er ihr -Erscheinen zugesagt haben. Das ' Zeldartilleriew Nummer 8 — im Zahre 1816 ge-
— -ist das älteste der Rheinischen Artillerieregimenter unb jtanb anfangs am Rhein selber, später im Mosel- und Saar gebiet, zuletzt vor dem Kriege in Saarlouis und Saarbrücken in Garnison. Der Krieg sah das Regiment auf vielen Kampfplätzen des Westens und Ostens; der Regimentsstab, ?u dem .anfangs 6 später 9 fahrende Batterien gehörten, stritt in -heißen Schlachten in Lothringen, am Ehemin des Dames, in der eisigen Winterschlacht von Masuren, -bei dem Durchbruc.- in Galizien, bei Riga und — als einzigstes Artillerieregiment der letzten Armee bei der Eroberung der baltischen Snseln Oesel, Monn und Dagö und mit Teilen auch in Zinnland; die im Kriege selbständige Reitende Abteilung hatte bereits am 10. 8. 14 schwere Verluste bei Pülon, westlich DiedeNhofen, kämpfte dann an der Maas, bei Kutno in Südpolen, in Litauen, in Kurland und zuletzt in den Vogesen. Als im November 1918 die Geschütze ihren ehernen Mund schlossen und die Regimenter in ihre Garnison zogen, da -mußte das Regiment 8, dessen Heimat vom Zeind besetzt wurde, weitermarschieren, bis in Anhalt die Demobilmachung erfolgte. Die 6. Batterie des Regiments kam zur Weihnachtszeit 1918 mit der Deutschen Ostsee-Division aus Zinnland nach Deutschland zurück und blieb geschlossen als selbst ständige Batterie im Grenzschutz Schlesiens. Nach mehrfachem Wechsel ihrer Bezeichnung kam sie schließlich zum Artillerieregiment Nr. 5, vom Reichswehrministerium ausdrücklich als die Traditionsbatterie des alten Regiments von Holtzendorff be
stimmt. Die seit 1919 bestehende Offiziersvereinigung hat fast alljährlich eine Zusammenkunft, seit 1925 in Fulda. Die -Gründung eines Mannschafts- oder allgemeinen 8er Vereins und damit die Abhaltung von Regimentstagen war bisher nicht .möglich, da die meisten Mannschaften im besetzten Gebiet, links des Rheines, beheimatet sind, wo bekanntlich die Zugehörigkeit zu Regimentsvereinen seitens der Besatzungsmächte verboten ist. Als die Offiziersvereinigung im vorigen Zahre die Errichtung einer Ehrentafel für die gefallenen Kameraden des Regiments befchlotz, wählte sie, da die alten Garnisonen am Rhein, an der Mosel und Saar noch immer besetzt sind, als würdigsten Platz die neue Heimat -des alten Regiments, Zulda, den Standort der -Traditionsbatterie. Sie glaubte, -die jetzt am 24. Mai erfolgende Einweihung der Tafel, dazu benutzen zu sollen, einen allgemeinen Regimentstag ei-nzuberufen, zu dem ihr ein schöner Erfolg beschieden zu werden scheint. Etwa 2—300 Holtzendorffer wird -Zulda am kommenden Samstag und Sonntag in seinen Mauern sehen, größten Teils Saarländer, -deren Kommen um- /oWher einzuschätzen ist, als ihnen bei dem Stand ihres Geldes <des französischen Stanken) Reise und Aufenthalt in Deutschland gortze Opfer kostet. Aber der Wunsch, den auf dem Felde der Ehre gebliebenen Kameraden die letzte Ehre erweisen zu können, die Aussicht, alte treue Bekannte, mit denen jahrelang Freud und Leid geteilt wurde, -wiederzusehen, und nicht zuletzt -das Verlangen, nach Zähren wider deutsche Soldaten sehen, öffentlich deutsche Lieder singen und ein deutsches Wort frisch vom Herzen reden zu -dürfen, lassen -alle Bedenken fallen. So hoffen die Holtzendorffer im -gastlichen Zulda erhebende Stunden
verbringen zu können. — Es ist folgendes Programm vorgesehen: Samstag, den 23. Mai gegen 3 Uhr nachmittags Empfang der Z-estteilnehmer am Bahnhof, 7,30 -Uhr nachmittags Begrüß- ungsabenb in den Räumen des Bürgervereins. Sonntag, den 24. Mai 10-15 Uhr vormittags Versammlung der in der Stadt untergebraebten Zestteilnehmer mit anschließendem Abmarsch vom Domplatz zur Kaserne, 11 Uhr vormittags Einweihungsfei- er der G-efalle-uentafel auf dem Hof der Kaserne. Teilnahme nur gegen Vorlage eines gültigen Ausweises.
Ein Zrühlingsfest veranstaltete am Sonntag der Aaturheil- verein, das trotz -drehender Gewitterwolken vom schönsten Wetter begünstigt war. Mehrere Hunderte von M-itgliedern und Zreunden des Vereins mit zahlreichen Kindern füllten beide Badea-nlagen und lauschten den Klängen der Kapelle des Mu- sikvereins Bioneck, welche flott und unermüdlich unter der bewährten Zührung des Herr Dirigenten musizierte. Unterhal- tun-g wurde im übrigen geboten durch Kegeln, Schießen, Kinderspiele, Reigen, Bretzel-Polonäse, Kletterbaum und dergl. Reben vorzüglich mundendem Kornkaffee, den die Heilbronner Firma Seelig kostenlos zur Verfügung -gestellt -hatte, wurden auch andere alkoholfreie Getränke von der Badeverwalt-un-g verabreicht. Zn einer kurzen Ansprache wies -der Vorsitzende darauf hin, wie wichtig die täglich geübte Gesundheitspflege ist. Nicht das beftirhmt unsern Gesundheitszustand, was wir in einem zwei ober mehrwöchigen Kur- ober Badeaufenthalt tun und treiben, sondern unser -Tun -und Lassen an jedem der 365 -Tage eines Lebensjahres. Nur dann können wir uns wohl befinden, wenn wir täglich -vernünftig sind, täglich naturgemäß leben, essen, trinken, und. ruhen, Alkohol und Tabak meid-en unb unsern Körper durch Waschungen, Abreibungen, Bäder, vor allem Licht- -luftbäder pflegen. Das tägliche Lichtluftbad ist ein vortreffliches Abhärtungs- und Vorbeugungsmittel, es macht den Menschen widerstandsfähi-g gegen Seuchen und hilft, die Schäden auszugleichen, denen wir Städter in Fabriken, Werkstätten, Schreibstuben und -engen, schlecht gelüfteten Wohn- und Schlaf- räumen ausgesetzt sind. Das Lichtluftbad beeinflußt lindernd unb heilend die verschiedensten Krankheiten. Lichtluftbäder sind bie besten und billigsten, sind wahrhaft zeitgemäße Erholungsstätten, — stetig sprudelnde Zu-ngbru-nnen für die heutige müde, abgehetzte und überreizte Me-nschheit. -Eine stille Stunde der inneren Einkehr, Sammlung, Besinnung -und Erholung in Licht und Luft, — an der Brust der gütigen Mutter Natur erquickt und erfreut Geist und Körper. -Ein-e solche stille Stunde -ist grabe setzt, wo die Natur im lieblichsten Maisnkleide prangt, von besonders tief greifender Wir-Kung. — Den Schluß der Ansprache bildete ein herzliches, fröhliches „Heil im Lichtl". Erst -nach 8 Uhr war die in -Eintracht und Fröhlichkeit verlaufene Feier beendet. Am nächsten Sonntag (24. Mai) wandert der Aaturheilver-ein über Gerlos und Dietershan nach Marbach; Abmarsch um 1 Uhr am Herz-Zesu-Heim. D.
Burghaun, 19. Mai. Nachdem die neue Luftpostlini-e Eas- sel-Frankfurt a. M. wieder in Betrieb ist,, haben wir täglich die Freude, das mit erstaunlicher Pünktlichkeit unser Dorf überkreuzende Flugzeug begrüßen zu können.
Bad Salzschlirf, 19. Mai. Zn den Hünengräber der um Salzschlirf liegenden Waldungen wurden in neuester Zeit interessante Funde aus vorhistorischer Zeit an bas Licht gebracht. Zur Pflasterung einer Dorfstraße hatte man aus dem benachbarten Walde mehrere Wagen Steine herbeigeholt und es kamen bei dieser Gelegenheit uralte Armspangen und Haarpfeile zum Vorschein.
Alsfeld, 19. Mai. Die Erschließung des Vogelsberges macht immer weitere Fortschritte. Mit einrn Kostenaufwand von 8000 Mark ist hier eine Autohalle erbaut worden. Vier neue Kraftpostlinien konnten eröffnet werden. Bon diesen
führt die erste von hier durch -das Schwalmtal -nach Tregsa, die zweite von hier nach Neustadt, die dritte nach Ehringshausen unb die vierte nach Groß-Feloa. Durch die Autolinien werden die Eiseübahnstr-ecken Gießen-Fulda und die Main-iWeserbahll miteinander verbunden.
Bebra, 19. Mai. Auf dem hiesigen Bahnhöfe wurde von einem Oberlandjäger der Buchdrucker Martin H. aus Easfel, der sich als Landmesser ausgegeben hatte, und unter falschem Namen reifte, wegen eines Zahrraddiebstahls festgenommen. H. hatte außerdem in einem Gasthause in Rotenburg a. F. gezecht und war verschwunden, ohne feine Z-eche zu bezahlen.
Aus Waldeck, 19. Mai. Recht beträchtliche Aufwendung gen des Landes -erfordern die 185 Klm. langen Staatsstraßen. Der Haushaltsplan 1925-26 enthält für diese Zwecke nicht we^ niger denn 87 000 Reichsmark, darunter allein 35 000 Mk. für den Kreis des -Eisenbergs. Weitere 40 000 Mark find bereit- gestellt, um den Gemeinden Unterstützungen zur Unterhaltung der Vizinalwege zu geben.
Auswürtlge Bühnen.
Spielplan der Städtischen Theater in Frankfurt am Alam.
Schauspielhaus.
Mittwoch, den 20. Mai. Abends 8 Uhr: „Sonkin und beit Haupttreffer."
Donnerstag, den 21. Mai. Abends 7 % Uhr: „Der Krei- bekreis.“
£reitagten 22. Mai. Abend 7% Uhr: „Die Andacht zum Kreuze".
Samstag, ben 23. Mai. Abends 8 Uhr: „Der verlorene Sdhn",
Sonntag, den 24. Mai. Abends 7 Uhr: „Louis Ferdinand Prinz von Preußen".
O p e r u ha u s.
Mittwoch, den 20. Mai. Abends 7 % Uhr: „Das Rhein- gold".
Donnerstag, den 21. Mai. Abends 7 Uhr: „Aida".
Freitag, den 22. Mai. Abends 7 Uhr: „Figaros Hochzeit"
Samstag, ben 23. Mai. Abends 7 Uhr: „Susannes Geheimnis". Hierauf: ,Tanzf-uite Eouperin-Strauß". Zum Schluß: „Gianni Schicchi".
Sonntag, den 24. Mai. Abends 614 Uhr: „Die Hugenotten".
UeNerberüht.
wb. Frankfurt a. M., 19. Mai. Das nordöstliche Hoch- bruckgebiet hat sich gehalten, während in Westeuropa sich weitere Druckstörungen ausgebildet haben, die Fortdauer der Ge- wittertätigkeit bedingen. Ein Umschlag wird vorläufig noch nicht auftrete-n.
Vorhersage bis Mittwoch Abend: Wolkig, Gewitter, warm schwache Winde.
Druck und Verlag: Rudolf Bamberger, verantwortlich für de» gesamten Textteil: Chefredakteur öulius Geissel, für Anzeigen und Reklamen Anton Gcyütz, sämtlich in Fulda.
Flügel- Orgel -Harmoniums grösste Auswahl, erste Fabrikate, Teilzahlungen.
Aloys Maier, Fulda,
Gegründet 1846.
Königl. & Päpstlicher Hoflieferant.
Jas Wetz des Goldes
Erzählung von Haus Hülsen.
. 7. Fortsetzung.
Zweiter Teil.
Erstes Kapitel.
w 0 r i n E l e v e l a n d B r i g t h t -0 n von den Toten a u f -e r st -e h t.
Zn den -ersten Oktobertagen brachte die «Kopenhagener Zeitung „Politiken" folgendes sensationelle Telegramm ihres Kor respondenten aus Reikjavik, der isländ-ischen Hau-ptstadt, das rasch seinen Weg -durch die gesamte Presse der Welt machte und überall bas größte Erstaunen hervorrief:
„Am Straube der kleinen Zus el Sparro-e bärgen gestern Zische r einen Schiffbrüchigen, der von den Wogen auf eine der vorgelagerten Sandbänke geworfen war. Zhre-n Bemühungen gelang es nach einiger Zeit den anscheinend entseelten Körper roieber zum Leben zu erwecken. Wahrscheinlich infolge der erlittenen Strapazen hat der Gerettete leider —vielleicht nur vor- übergebenb •— sowohl die Sprache wie -auch das Gehör wie auch schließlich die Herrschaft über seinen Verstand -verloren, so daß er keine nähere Auskunft über seine Person zu g-eben vermag.
Dr. Christian Möller aus Reikjavik hat sich sofort nach parro-e begeben, um den Schiffbrüchigen in Behandlung zu nehmen, aber bisher ist seine Mühe noch noch nicht von Erfolg gekrönt worden. Bei dem Geretteten einem Manne mit völlig
Haar, und Bart, fanden sich seltsamerweise die Militarpapiere des Schiffsleutnants -in der britischen Marine El-evel-and Brighton unb ein Reisepaß, aus dem h-ervorgeht, daß er am 13. Oktober 1917 mit dem Dampfer ,Go-lumbian" von ausgereist ist. Da die „Eolumbian" bekanntlich am Don e*n'eni ö-eutschen U-Boote torpediert wurde, Zahr^8'â^ f?'05 Leutnants Brighton -nach vollen sechs fes befindrätselhaft. Die Bevölkerung des kleinen Dor- britiscken -w großer Erregung. Die Papiere wurden dem ber multeriöi" ^'" LReikjavik vorgelegt, der in eine Prüfung lität narh p^^M^Ehe-it -ein-getreten ist und an die Admira Sow^ x Bericht erstattet hat."
Bereits $ öeitungstelM-amm.
-amtliches Eonn '^^â E-age gab die britische Admiralität ein El-eveland heraus, wonach sich ein Schiffsle-utnant gyio-n von der -königlichen Zlotte, im amtlichen
Auftrage ressend, tatsächlich an Bord der ^Eolumb-ian" befunden habe. Des Weiteren hieß es in dieser Verlautbarung daß bieje amtliche Liste -der ans dem Schiffbruche der „Eolumbian" Geretteten seinen Namen nicht a-ufführe, daß er also mit dem Schiffe am 1-8. Oktober 1917 untergegangen sein müsse.
Das «Erstaunen in allen Kreisen war bas denkbar größte.
Gin Mensch, der sechs Zahre lang totgeglaubt wurde, war wieder aufgetaucht — zweifelsfrei -legitimiert durch amtliche britische Papiere, aber der Sprache und anscheinend aller geistigen Kräfte beraubt, so daß von ihm keine Auskunft über sein Scbickfa'I unb den Aufenthalt während dieser sechs Zahre zu erhalten warl
Ohne -Zw-eifel hatte er bie ganze lange -Zeit unter äußerst primitioen Verhältnissen gelebt, denn seine Kleidung sowie sein ganzer Körper waren völlig verwildert.
Dr. Möller s-eßt-e seine Versuche, das Sprachoerm-ögen des -Geretteten wieder -herzustellen, -noch einige Tage fort; als sie ergebnislos blieben, ordnete der britische Konsul die Ueberführ- ung bes rätselhaften Maunes nach London an.
Dort nahm ihn die Kriminalpplizei in Empfang, die von der Admiralität ben Auftrag erhalten hatte, ben mysteriösen Fall nach Möglichkeit zu klären.
Sie gab sich bie erdenklichste Mühe.
Die geübtesten Kommissare stellten Verhöre an, die aber vollkommen umsonst waren, da der Leutnant Brighton stumm blieb und völlig teilnahmslos auf seinem Stuhle hockte.
»Wenn Sonny Blair noch lebte!“ seufzte einer der Beamten indem er ermattet ab ließ.
Bach einiger Zeit schien es, als ob einer der Kommissare B-echt behalten sollte, als er die Hypothese aufstellte, daß her Gerettete -nicht mit dem, auf dessen Namen feine Papiere laute ten, identisch sei. Die nähere Prüfung seiner Kleidung, — er war nur mit leichtem Somme ran zuge bekleidet, Schuhe und Strümpfe fehlten — ließ es zunächst als unwahrscheinlich erscheinen, daß jemand in diesem sommerlichen Anzuge am 13. Oktober, Äso schon im Herbste auf eine transatlandische Resse gegangen sein sollte. Es gelang, auf Grund der ins Sackett eingenähten Fabrikmarke festzustellen, daß der Anzug von der Firma Heß u. Tidemann in Berlin stammte; Rückfrage ergab, -daß dies Haus Anzüge solcher Art nicht vor dem Oktober 1922 fabriziert hatte.
Wo -hatte dieser Schiffbrüchige, der ja wohl nicht sechs Zahre auf dem Grunde des Meeres gelebt hatte, sich aufgehal- ten, «daß er diesen aus Deutschland stammenden Anzug erwerben konnte?
«Hierauf wußte die Polizei keine Antwort, und der angebliche Brighton selber, der in einer Heilanstalt untergebracht toar schmieg beharrlich.
Die ersten Psychiater des Landes bemühten sich, durch alle erdenklichen Methoden der Suggestion und Hgpnose ihm seine Sprache wiederzugeben — vergeblich! Er blieb stumm und völlig teilnahmslos, wie ein Tier, ja, ärger als ein Tier. Et reagierte auf nichts, sondern verbrachte seine Tage in einem stumpfen, apathischen Hindämmern. *
' Die Admiralität lieferte ein Porträt des Schiffsleutnants Brighton; man schor dem Rätselhaften Haar unb Bart und frisierte ihn genau nach dem Muster des Bildes — eine gewisse, flüchtige Aehnlichk-eit war nicht zu verkennen, wenngleich sie nicht ausreichte, um seine Zdentität zweifelsfrei «darzutun.
Endlich gelang es durch öffentlichen Aufruf in ben Zeitungen, die Mutter des Leutnants, Mrs. Elinor Brighton, in einem kleinen Orte Schottlands au-fzufind-eu.
Die alte Dame wurde ihrem Sohne gegen über gestellt, aber sie schüttelte den Kopf und erklärte, sie könne in diesem 'körperlich und geistig verwahrlosten Menschen nicht mit «Bestimmtheit ihren Sohn Eleveland wiedererkennen, — ja, sie wünschte lieber, er wäre tot, als ihr in dieser Verfassung wiedergeschenkt!
Sie gab der Polizei an, ihr Sohn habe als Kind einmal den linken Unterarm gebrochen. Eine sofort vorgenommene Durchleuchtung mit Räntgen-S-trahlen ergab, daß in der Tat ber Unterarm des Geretteten Spuren einer Verheilung bes Knochens aufwies.
Das Rätsel wurde immer größer.
Die Admiralität stellte sich -— da einmal eine Entscheidung getroffen werden mußte, — schließlich auf ben «Standpunkt, daß ber Schiffbrüchige und der Leutnant Brighton ein unb dieselbe ‘Person sei; mit der ganzen, unerbittlichen Schärfe der Logik, die Behörden eignet, erkannte sie Mrs. Elinor Brighton den Anspruch auf die bisher bezogene Rente ab.
-Untröstlich reifte die alte Dame nach Schottland zurück.
-Sn der Oeffentlichkeit schlief allmählich das Snterefje für den „fenfationeneHen Fall" ein.
Ulan war zu keinem Resultat gekommen.
War dieser Schiffbrüchige wirklich ber Schiffsleutnank Brighton?
Oder war er ein Schwindler, ber sich auf irgend eine Weise bie Papiere bes Ertrunkenen anzueignen verstanden?
Oder was war er sonst?
Fortsetzung folgt.)