Über das neue Grubenunglück bei Dortmund mit beredten Wor len Ausdruck. Die Mitglieder hatten sich während der Rede des Präsiädenten erhoben. Nach der Trauerkundgebung kam es zu einer äußerst scharfen Auseinandersetzung zwischen dem Abgeordneten Winnefeld von der Deutschen Volkspartei, der !m seinem Berufe Bergmann ist, und den Kommunisten, die die sofortige Besprechung der Ursachen des Unglücks forderten, was aber von der Mehrheit des Hauses abgelehnt wurde.
Sodann begann die seit langem erwartete große politische Aussprache, die durch die Ausschußberichte des deutschnatio- nalen Abgeordneten Dr. Hoetzsch und des sozialdemokratischen Abgeordneten Gaubadel eingeleitet wurde. Nach den Berichterstattern erhob sich Außenminister Dr. Stresemann zu einer großen programmatischen Rede, in der er alle wichtigen Probleme der auswärtigen Politik eingehend erörterte. Dr. Stresemann begann mit der Besprechung des Londoner Abkommens und gab zunächst die Versicherung ab, daß die durch das Abkommen übernommenen Verpflichtungen gewissenhaft erfüllt worden würden. Allgemeine Zustimmung fand seine Aeußerung, daß, wenn die früheren deutschen Vorschläge angenommen worden wären, viel Haß und (Erbitterung auf beiden Seiten erspart geblieben wäre. Ebenfalls von Beifall wurde sein Hinweis darauf begleitet, daß unsere Beziehungen zu den Vereinigten Staaten in jeder Beziehung befriedigend sind, was unter anderem durch die Kreditgewährung an die deutsche Wirt schaft zum Ausdruck komme. Die weiteren Ausführungen des Ministers über die Beziehungen Deutschlands zu den meisten europäischen und außereuropäischen Staaten waren von einem ziemlichen Optimismus getragen. Danach kann unser Verhältnis zu den meisten Ländern zufriedenstellend, teilweise sogar als freundschaftlich gelten. Besonders herzliche Worte widmete Dr. Stresemann unseren Beziehungen zu Deutschösterreich, mit dem uns ein gemeinsamer Kulturbesitz verbindet. Mit warmen Worten gedachte er auch der wohlwollenden Politik des Vatikans Deutschlands gegenüber, die im Weltkriege sich so lebhaft für die allgemeine Verständigung eingesetzt ihgbe. Mit - großer Entschiedenheit wies Dr. Stresemann die französische Unterstellung zurück, um einen Zwist zwischen der Bevölkerung und den Besatzungsbehörden hervorzurufen. Zum Schluß betonte der Minister die Notwendigkeit der Lösung der Sicher- Heitsfrage, -indem er lebhaft bedauerte, daß Deutschland -immer noch keine Antwort auf seine wiederholten Vorschläge hinsichtlich des Sicherheitspakles erhalten -habe. Mit erhobener Stimme erklärte Dr. Stresemann, daß eine Sicherheit für uns nicht in 5rage Kommen könne, wenn wir gezwungen sein sollten, die polnische Grenze, wie sie jetzt besteht, anzuerkennen. Und solange die Räumung der nördlichen Rheinlandzone nicht erfolgt sei, sei ein gedeihliches Zusammenarbeiten Deutschlands im Völkerbünde nicht zu erwarten. Der Redner schloß unter lebhaftem Beifall -der Mehrheit: Man gebe uns den Frieden, dann wird die friedliche Arbeit in Deutschland gesichert bleiben.
Saale war, der wußte, daß es das Kapital-Problem war, das über Völkerbund und Waffenhandel steht, das nun zum Worte kam. Ueber das Problem des Pazifik wird in Genf die Entscheidung niemals fallen.
Und ein zweiter Höhepunkt in der bereits Gage dauernden Debatte von Genf waren die Erklärungen Deutschlands. Man wollte sie nicht speziell hervorheben, um nicht auf der anderen Seite wieder Anstoß zu erregen. Wer sie aber hörte und den Eindruck der etwas formellen und gedrechselten -Worte des Gesandten von Eckart sah, wußte, daß die ganze Konferenz auf- horchte. Man ist in Genf angenehm überrascht, von der Mitarbeit Deutschland? und hofft nur, daß endlich auch Rußland seine Vertreter zu einer Europa so nahe -berührenden Konferenz senden wird. Daß Deutschland am Frieden mithelfen will, und einen vollen Erfolg der Konferenz wünscht, ist mit Genug tung notiert worden. Man wußte es ja längst, aber man hörte es gerne wieder einmal aus dem Munde eines offiziellen Vertreters.
Ob diese Konferenz erreicht, was ihr Ziel ist: „Die Schaffung einer allgemeinen Atmosphäre der Sicherheit und des gegenseitigen Vertrauens" ist eine große Frage. Gesühlsmomente beherrschen zu sehr die heutige Politik der europäischen Völker. Aber sie wird mithelfen, die Kriegsgefahr einzudämmen und vor allem dem Kriege seine Schrecken zu nehmen. M-a-n will Regeln auf stellen, die Giftgase und anderes mehr verbieten. „Ob diese Regeln gehalten werden, wenn der Krieg wieder einmal da ist? Wäre es nicht besser, sich entgegenzukommen, wo es immer geht und sich zu verständigen dort, wo man sich heute Gag um Gag von neuem beleidigt?" Diese zwei Fragen stellte der Ghinese. Ausgerechnet der Ehin-ese, den wir über die Achseln ansehen — wir friedlich gesinnten, hochzivilisierten Europäer! .... Wie arm sind neben solchen Anregu-ngen die hohl tönenden Sätze eines Paui-Boncvur, des Vertreters der Franzosen. Was -nützt es, schöne Worte über Probleme zu sprechen und sich als Friedensbürger hinzustellen, wenn hinter den Worten die Gat fehlt.
Die Aufgabe der Genfer Tagung ist eine kleine. Sie will nur den Waffenhandel in ein Koutrollfgstem festlegen. Aber über dieser Frage steht unmittelbar biejenige der Kontrolle der Bewaffnung der einzelnen Nationen und steht der allgemeine Sicherheitspakt. Wenn unten keine Einigung da ist, so wird das Gebäude nicht stehen können. Das Fundament muß gut fein. -Und daran baut man heute in Genf. Es ist deshalb wich tig, die dort gesprochenen Worte abzuwägen und zu wissen, -daß, es um mehr geht, als um trockene Konvention s-Best immungen.
Otto Amberg-.
Aus der ZagesgejchWe.
entsprochen, darf man bie Fortführung der be stehenden Außenpolitik trotz der innerpo-litischen Verschchbunaen ten Zeit als gesichert betrachten. “ vcr
Auch der „Vorwärts", der die Rede als sehr maßvoll i zeichnet, nennt als Gesamtinhalt die FortführuM der Autz litik, die von den republikanischen Regierungen -betr-i->k.> ^'^°" den ist.
Amerika und bas Schutdenproblem.
wb. Aewgork, 18. Mai. Die Besprechungen der s der Kriegsschuldenfundierung nehmen in der amnika 'r^ Presse einen breiten Raum ein. „Aewgork AZorld" ^ - dazu, daß von den europäischen Schuldnerstaaten wM ka - ^ gendivelche vernünftigen -Linwendu-n,sen gegen den Wunsch "! ^" rikas nach Fundierung der Schulden, gemacht werden Könn^ Solange die Schulden nicht fundiert seien, würden sie eine n? widerstehliche Versuchung für unverantwortliche Parlanientori"' sein. Rurch durch Verhandlungen könne eine wesentliche Verminderung der Schulden erreicht werden. Meder die 5tan;0u noch die Italiener könnten oder wollten größere jährliche Zahlungen an Amerika leisten als sie von Deutschland zu erhalten hofften.
Gerald -Tribune" schreibt, Frankreich wolle eine große We/t macht bleiben und müsse sich deshalb nach dem Standard Weltmächte über den internationalen Verkehr richten. §jr Frankreich würde es das Praktischste sein, eine freundschaftliche Regelung zu suchen.
Fn einer Meldung der „Herald Tribune“ aus Was Hingis heißt es, daß es möglich sei, einen Zahlungsplan mit geringerem Zinsfuß zu finden als denjenigen, der England zugebilligt wurde. Dies könne aber nur mit Einwilligung Englands gefcheheii. Was den amerikanischen Kapitalsanleger am meisten bounrnhi- ge und auch hauptsächlich zu der amerikanischen Initiative ft der Lchuldenfrage führte, sei der Umstand, daß die französische Regierung bei Aufstellung des Budgets die Schulden an Amerika nicht in Rechnung stelle.
Die europäischen Schulden in Amerika.
wb. Aewgork, 10. Mai. Funkspruch. Die „Evening Post" meldet aus -Washington, falls die Antworten der europäischen Rationen auf die Anregung des Präsidenten Eoolidge, Verhandlungen über den Abschluß von Abkommen betreffend der Kriegsschulden zu eröffnen, ungünstig lauten sollten, so würde dies zur Folge haben, daß der Kongreß eine Entschließung an« nehmen würde, in der die Ansicht vertreten würde, daß solchen Staaten, die ihrer Pflicht nich t nach kommen, hier alle Kredite verweigert werden sollten. -Lin solcher noch nicht dagewesener Schritt des Kongresses würde, wie die Parteiführer erklärten, der informellen Politik des Staatsdepartements Hinsichtlich der Privatanleihen eine amtliche Fassung geben.
Das Stargarder Unglück.
Berlin, 18. Mai. Zu der Frage -der -Haftung für bie Schäden aus dem Eisenbahnunglück im polnischen Korridor sei noch mitgeteilt, daß -kurz mach dem Unfall die polnische Staatseisen- bahnbirektion in Danzig der Eisenbahndirektiou in Königsberg erklärte, daß sie jede Haftupg ablehn-e, ba es sich um ein Attentat handle, das man als höhere Gewalt anzusehen habe. Dagegen hat die polnische Regierung durch die hiesige polnische Gesandtschaft die Adressen von solchen Verletzten ermitteln lassen die sich in besonderer Notlage befinden, um -ihnen eine Unterstützung zukommen zu lassen. Dies ist natürlich nur eine humanitäre Maßnahme, die auf die Rechtslage keinen Einfluß hat. Auf deutscher Seite bemüht sich das Reichsverkchrsmi- nijterium, die Schadenersatzansprüche zu sammeln und zu bearbeiten. Man hält die Ansprüche für begründet, auch für den Fall, daß den Polen der Nachweis, daß der Unfall durch ein Attentat hervorgerufen ist, gelingen sollte. Fm Korridor gilt nämlich immer noch das -Reichshaflpfl-ichtgesetz, das die Polen noch nicht aufgehoben -haben. Für die Fragen, um die es sich hier handelt, hat die Rechtsprechung bes Reichsgerichts -dahin entschieden, daß bei dem Attentat die -höhere Gewalt auszuschließen sei, da die Möglichkeit einer Vebhi-nd-er-ung bes Attentats immer als gegeben anzusehen sei. -Es wird also Sache der deutschen Regierung sein, in bem ordentlichen Verfahren, das jetzt nach der -Entscheidung des Danziger Schiedsgerichts seinen Fortgang nimmt, diesem Rechtsstandpu nkt zur Anerken- nung zu verhelfen. Unabhängig davon meinen wir aber, sollte auch die deutsche Regierung mit ihrer Unterstützungsaktion. die sie angekündigt hat, jetzt nicht mehr zögern, denn man kann doch unmöglich bie Geschädigten notleiden lassen, nur weil die beiden Regierungen über die Rechtslage zu keiner Einigung kommen.
Zustimmung der Presse zur Stresemann-Rede.
wb. Berlin, 19. Mai. Die gestrige Etatsr-ed-e des Reichs- außenministers Dr. Stresemann findet mit Ausnahme der Blätter der radikalen Flügelparteien die Zustimmung der gesamten Presse.
Die „Germania" erklärt denn auch, daß Stresemanns Außenpolitik, von der man sagen kann, daß sie im Grundsätzlichen das deutsche Volk von Hindenburg bis zum linken Flügel der Sozialdemokraten in geschlossener -Linie hinter sich hat, im Reichs tag keiner besonderen Kritik begegnen dürfte. Die einzelnen Punkte der Rede werden von den Blättern durchgespr-ochen und die Parteirichtupg unterstrichen.
Die „Deutsche Tageszeitung" erklärt die Worte -des Außen mi-nisters für besonders wichtig, daß man sich im Lager der Entente irre, wenn man -glaube, uns durch Ausspielung der Räumung jeder Forderung gegenüber gefügig machen zu können. Es gibt keine aktive deutsche Politik mehr, so betont das Blatt, wenn jeder Druck auf das Rheinland sofort eine völlige Willenslähmung der Reichsregierung im -Gefolge hat.
Auch Oie ,Kreuzzeitung" wendet sich bezüglich der bevorst-e- hende-n Entwaffnungsnote gegen die Annahme unausführbarer B-edingungen, selbst auf bie Gefahr -einer längeren Besetzung.
Die „Seit“ hebt gleichfalls hervor, daß die Reichsregierung nicht daran denkt, sich einem Ultimatum oder einem Diktat in der Entwaffnungsfrage zu fügen, sondern daß -sich das Kabinett vielmehr der kommenden Entwaff-nun-gsnote gegenüber die volle Handlungsfreiheit vorbehält.
Das „B. T. B." faßt sein Urteil über bie Rede in die Worte zusammen. Wenn die künftigen Taten den gestrigen Worten
3n der Waffenhandelskonferenh
(Von unserem Schweizer Korrespondenten.)
;. Zt. Genf, den 18. Mai 1925.
Die Völkerbundsstadt Genf sieht in diesen frühlingshellen Mal tagen wieder einen Kongreß, der wie so mancher andere dem Frieden dient. Ob er sein Ziel erreichen wird, muß dahingestellt bleiben. Auf alle Fälle ist es schon ein Fortschritt, daß Deutsche und Amerikaner gemeinsam mit den auedreu Völker- bundsmitglledern an -einem Gische fitzen. Gerade jetzt sollte die Welt aufhorchen, was in Genf vorgeht!
Heute, wo der ganze Erdkreis wieder rüstet und sich rings um den stillen Ozean -ein neues Gefahrenzentrum zeigt, Oos in absehbarer Zeit zu einer Katastrophe führen kann, ist es doppelt -interessant, den Japaner und den Amerikaner in Genf zu sehen. Genf ist der neutrale Boden, der Boden, auf dem eine Verständigung wachsen sollte. Nirgends in der Welt können so offene Worte gesprochen werden, wie in der Stadt Galvins. Heute stehen sich feindliche Vertreter gegenüber und besitzen bas Bestreben, das Unwetter, das in der Ferne schon heraufzieht, wenigstens einzudämmen und so unschädlich wie möglich zu machen. Dieses Verdienst kommt der jetzigen Genfer Ga-gung zu. Nieman traut dem anderen, jeder erwartet von dem lieben Nach bar, daß er ihm heimlich an den Hals will: also muß versucht werden, über diese Kluft des Mißtrauens hinweg einen Weg zu finden, der doch das schlimmste verhütet oder es in se^er | Auswirkung -einschränkt. Es ist guter Wille vorhanden, den Würgengel Krieg wenigstens in Fesseln zu legen, die er nicht ohne weiteres sprengen kann. Und -da der Wille dazu da ist, wird sich vielleicht auch ein Weg finden.
Es hat einen Moment gegeben, wo im Sitzungssaals alles den Atem an hielt und aufhorchte: -Amerika sprach! Mr. Burton antwortete auf die Worte des Japaners Matsuda. Zuerst liest er seine Ansprache ab, mit klarer und temperamentvoller Stimme. Dann hält er ein und legt Papier, Brille und Bleistift nieder. Er wendet sein weißes Haupt zu den Japanern. Aus tiefem Herzen kommen nun die -Worte. Er freut sich über die Worte des Japaners, da dieser gerade an die Adresse Amerikas gesprochen hat. Mit Leidenschaft betont er, daß die beiden Völker, die den Pazifik begrenzen, Freunde sein müßten. Mr. Burton schweigt. Es ist, als ob ein Gngel durch den Saal ginge. Man wagt nicht, den versöhnenden Worten Beifall zu spenden. Die wenigen Hände, die sich rühren, verstum men jäh — im Verstehen, daß der Beifall dem Japaner weh tun muß. Feder im Saale erinnert sich plör^.u, an das verletzende Ehrgefühl bes Japaners durch das amerikanische Emigr-an- ten-gesetz. Feder denkt an die Rüstungen diesseits und jenseits des stillen Ozeans, und man kann nicht an die Worte glauben, bie da eben noch im Saale nach tönen. Es ist wie ein großer Wunsch in allen Herzen — möchte da die Brücke zur rechten Zeit gefunden werden! Die Delegierten der beiden Weltmächte könnten sich finden — ihre Worte betonen bies, aber ob sich die Hetzer auf beiden Seiten oder ob sich die Völker finden werden?
Diese zehn Minuten waren bis jetzt ein Höhepunkt in der ganzen Verhandlung. Was interessiert es, wenn Kommissionen über -Einzelheiten des Waffenhandels diskutieren ober sich um einer juristischen Klausel willen tagelang in den Haaren liegen. -Mer in diesen zehn Minuten ist das ganze Gebäude des Völ
kerbundes in seinen Grundmauern erzittert, da der Japaner und- ber Amerikaner Worte des Friedens sprachen. Und wer in
Aus Stadt und Land.
Fulda, den 19. Mai 1925.
Spargel. Der Mai ist n i ch-7 tu r ris che"D ich ter verliebte Seelen der Wonnemond, sondern auch der Feinschmek- ker kommt in diesem Monat reichlich auf bie Kosten; denn jetzt gibt es junge Hühner, junge Gänse und anderes zarte Geflügel in Fülle; ferner reichlich Krebse und Fische, die jetzt besonders schmackhaft und wohlgenährt sind. Unter dem vielen frischen Gemüse, das jetzt auf den Markt kommt, nimmt der Spargel entschieden den ersten Rang ein; jene köstliche -Wurzel, die auf der Zung wie Butter zerfließt oon der man immer wieder und wieder nehmen kann, ohne genug zu bekommen, vorausgesetzt, daß die Schüssel noch nicht leer geworden ist. Funger Huhn mit Spargel ober Schinken mit Spargel und dazu eine köstliche Maibowle -bedeutet für den Fünger des Lurullus ungefähr das höchste der Gefühle. Aus der Aaturgeschichte wissen wir, daß der Spargel eine -Gemüsepflanze ist, deren junge Sprossen, auch Stangen oder Sprossen genannt, eine wohlschmeckende, leicht ver bauliche, wegen ihres reichen Stickstoffgehaltes -nahrhafte und sogar -heilkräftige Speise ist. Fn langjähriger Ku-lt-ur hat man oerschiedene Spielarten dieses köstlichen Gemüses gezüchtet, als da sind: der Erfurter Riesenspargel, der französische Spargel, der amerikanische Kolossal, 0er gelbe Burgunder und andere mehr. Wie sehr aber auch die Nahrkraft des Spargels gerühmt wird, dem Feinschmecker kommt es weniger darauf als vielmehr auf Wohlgeschmack und -Gaumenkitzel an. So dachte auch jener gute Ostpreuße, der auf einem Festessen, als Spargel gereicht wurde, die Köpfe abschnitt und die Stangen auf der Schüssel zurückließ. Als sein Nachbar ihn fragte, warum er denn nur die .Spargelköpfe nähme, erwiderte der freundliche Herr aus Pillkallen mit pfiffigem Auge-naufschlag: Aber, ®wn eben, das ist ja gerade das bastel . . \
Die Polizeistunde. Von behördlicher Seite wird uns mitgeteilt, daß 0er Himmelfahrtstag, Donnerstag, der 21. Mai d. Fs. und der 2. Pfingstfeiertag, Montag, der 1. -dum d. Os. hinsichtlich der Polizeistunde als Sonntag im Sinne des § 1 Provinzialpolizeiverordnung vom 8. Mai 1924 -anzusehen Fn -den- Landgemeinden tritt an diesen Tagen die Polizeistun somit um 12 Uhr nachts ein, während es für die Stadt bei der durch § 2 Abs. 1 der genannten Polizei-Verordnung getroffene" Regelung verbleibt, wonach die Polizeistunde auf 1 Uhr nach 5 festgesetzt ist.
Eisenbahnverkehr. Der Personen-zug Nr. 560 nach Fulda ab an Werktagen außer Samstags 6.31, wird am woch, den 20. Mai, dem Tag vor Ehristi Himmelfahrt, nn- Samstagen befördert und zwar Fulda ab 7.17 narbm.
Treue Dienste. Dem Emil Hillenbrand, Kohlhaus ift a” läßlich der am 20. Mai d. Fs. vollendeten 25-jährigen *■1C1’ zeit bei dem Gutsbesitzer Walter in Kohlhaus von dem ausschuß eine Ehrengabe von 25 Reichsmark gewidmet war c
Schachturnier. Ergebnis nach der 8. Runde: 1- Kl-afst- Gabr. Eschwege + 3 (4), Weilburg + 3 (6), Molitor + 2 0’ Faulstich I 4- 2 (5), Dr. Koch + 1 (3). 2. Klasse: Sam. Esty- wege + 5 % (8), Sy bester +3% (8), dünniger + 3 (6), ^" ronymus + 3 (6), Dietrich + 1 (6,. 3. Klasse: Schwarz + 5 * Gust. Stern + 5 (8), Leo Stern + 5 >(8), Siegfr. Stern + 4 O